RC N Watch: Die Luftschiffe kommen

Angekündigt ist es ja schon länger: Auch im Norden Afghanistans sollen künftig stationäre Luftschiffe, bestückt mit Kameras, rund um die Uhr verdächtige Gebiete überwachen. Natürlich vor allem in der Nähe von Camps der ISAF-Truppen, wo diese Luftschiffe verankert sind.

In Ghowrmach, im äußersten Westen des (deutsch befehligten) Regionalkommandos Nord, gibt es schon ein solches Beobachtungs-Luftschiff: Heute meldete ISAF die ersten Erfolge der Kamera-Überwachung. Mit Hilfe des Aerostat sei es gelungen, eine Bombenwerkstat auszuheben. Langfristig dürften mehr dieser Geräte an anderen Basen im Norden installiert werden. (Weiterhin gilt ja: das ist eine ISAF-Einrichtung, deshalb auch keine deutsche Beschaffung oder Parlamentsinformation.)

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Abbildung ähnlich: Aerostat is released to keep watch over and around Multinational Base Tarin Kot, Afghanistan. (Photo By CPL Christopher Dickson, 1st Joint Public Affairs Unit)

19 Gedanken zu „RC N Watch: Die Luftschiffe kommen

  1. Hach, wie nostalgisch… Fesselballone über der Front… Das hatten wir zuletzt anno ´18, glaube ich :-)

  2. Diese Luftschiffe sind bereits seit Jahren im Einsatz-warum also nicht (auch) in Afghanistan, und warum nicht (endlich auch) bei der Bundeswehr?

    Effizienter UND günstiger als diese pseudo „wir können alles aber nichts richtig“ Drohnen aus deutsch-israelischer Fertigung…..

  3. Nur dass ’18 Leute drin saßen, die Feindfliegern schutzlos ausgeliefert waren ;-)

    Da sitzt man heute vorm Bildschirm doch um einiges gelassener :-)

  4. @ huey

    Weil wir die Bundeswehr sind? Wir haben das was man nicht braucht, davon zuviel und das Ganze dann zu teuer. Das was Sinn macht haben wir erst nicht, dann zu spät und zu wenig davon. Und wenn wirs haben dann sind wir zu blöd es zu bedienen.

    Und wir wollen ja immer das Wundersystem, das alles kann. Diese Fesselballone haben auch klare Nachteile. Sie sind nur begrenzt mobil (ich weiss, das Trägersystem kann man relativ unkomplizert verlegen, aber bei uns würde dieses System der Lw gehören und die fahren garantiert nicht soweit raus :-/) und nutzen sich mit der Zeit in ihrer Aufklärungsleistung ab. Außerdem muss das Ding ja noch certifziert, 10 Tornadopiloten müssen umgeschult und ein riesen Führungssystem aufgebaut werden. Zudem ist die VP der Luftwaffe und die Gleichstellungsbeauftragte ja auch noch nicht gefragt worden. Eines der größten Nachteile ist aber, dass der Hersteller des Systems seinen Sitz nicht im Wahlkreis eines Mitgliedes des Verteidigungs- oder Finanzausschusses oder der Firmeninhaber nicht Nachbar vom Verteidungsstaatssekretär ist. Außerdem würde die Luftwaffe sowieso alle Dinger wieder kaputt machen. Denn ersten Ballon beim Erst“flug“, den Zweiten beim bananieren und der Dritte müsste dann in der Halle bleiben und „fliegt“ nur noch bei VIP-Besuchen, zur Geburtstagsparty vom Inspekteur Lw oder zur Erstellung einer neuen Photomappe.

    Die vielen Vorteile wollen wir hier nicht aufzählen, die haben in den letzten Jahren ja auch niemanden interessiert.

  5. Immer diese Vorurteile gegen die Luftwaffe: sehen wir es einmal rotgrün, sprich positiv: seitdem wir die Luftwaffe haben, haben wir keinen Krieg mehr gewonnen :-)

  6. @Roman :-)) Nicht zu vergessen: Man braucht dringend eine Zulage für die Bediener am Bildschirm, die zumindest der Fliegerzulage entsprechen muss.

  7. Hey, die Heron-Bediener nennen sich auch Piloten und sitzen in ´ner Kombi am Pult ;-)
    (Aber sie haben was auf dem Kasten und ich bin dankbar, das wir sie hatten!)

    Schade, das die Bemerkung über die Luftwaffe schon gemacht wurde – aber seit dem Abschuss von Manfred v. R. aus B. waren viele Ballons nicht mehr sicher und mit der Luftwaffe bis auf Ausnahmen nichts mehr los… Scheint sich bis heute durchzuziehen. :-)

  8. Naja, derartige individuelle Erfolge wie es sie in der deutschen Luftwaffe gegeben hat sind einzigartig und werden wohl auf immer unerreicht bleiben. Aber was versteht der Spatensoldat schon vom Luftkrieg. ;-)

  9. Muß er das denn überhaupt ?

    Ach ja genau der Universal Soldier der alles, dafür aber nur ein bisschen kann.
    Muß ja auch zum Gerät passen ;-)

  10. @Voodoo:
    die Heron „Bediener“ SIND Piloten…

    Nichts gegen wildes spekulieren, aber hin und wieder ist das Ganze deutlich ein Fall für den Pinguin…

  11. @ Volker

    Vielen Dank, den Pinguin schicke ich ihnen wieder zurück. Denn ich habe (vermutlich im Gegensatz zu ihnen) schon im scharfen Einsatz in dieser Kabine gesessen. Nach mehrmaligem Lesen, wird bestimmt auch ihnen die Ironie im oberen Post klar, ich hege da gute Hoffnung.

    Oh und ich kenne die Erfolge der Luftwaffengeschichte auch recht gut, keine Angst – ich frage mich nur, was sie in der derzeitigen Größe heute noch soll… ;-)

  12. @StFwdR: „Muss er das denn überhaupt…“

    Ts,Ts, aber hallo:
    „Better you prepare to control the sky above the earth or you’ll get buried below it.“

    Stammt natürlich aus einer US-Luftwaffenvorschrift, ist aber sicher auch „auf Grasnabenhöhe“ von Bedeutung…

  13. Muahaha, den will ich auch. Der hüpft dann hier zum Antreten immer rum.

    @ Volker

    Ja, es ist allseits bekannt, dass die Bediener Piloten sind. Müssen sie wohl aus rechtlichen Gründen aufgrund der Größe des Fluggeräts. Das ist allerdings trotzdem merkwürdig. Wie dem auch sei, von mir aus kann da Mutti drinn sitzen. Quatsch ist allerdings, dass die Jungs mit im Einsatzland sitzen, ihre Prämien/Zulagen kassieren (was ich ihnen durchaus gönne) und weitere Dienstposten aus dem Kontingentpool klauen (dann lieber eine Gruppe Fussis mehr draußen auf Achse).

    Allerdings soll die Zusammenarbeit Lw/Heer/PRT nicht so gut funktionieren, wie man es sich wünscht. Ob das an organisatorischen, technischen Gründen etc. liegt weis ich nicht.

  14. @Roman

    …Und wir wollen ja immer das Wundersystem, das alles kann. Diese Fesselballone haben auch klare Nachteile. Sie sind nur begrenzt mobil (ich weiss, das Trägersystem kann man relativ unkomplizert verlegen, aber bei uns würde dieses System der Lw gehören und die fahren garantiert nicht soweit raus :-/)……

    Hier ein Beispiel für ein voll mobiles Luftschiff:

    http://www.zeppelinflug.de/seiten/D/sondermissionen.htm

    •Lange Flugdauer (bis zu 20 Stunden, je nach Nutzlast)

    •Positionsgenaues Schweben

    •Extremer Langsamflug

    •Niedrige Flughöhe, möglich durch geringe Lärmemissionen (69,4 dB(A) im Überflug unter Volllastbetrieb)

    •Vibrationsarme Kabine (max. 0,02g)

    •Geringer Lärmpegel in der Kabine (64,5 dB(A))

    •Hoher Sicherheitsstandard durch seine starre Innenstruktur

    •Niedrige Betriebskosten und geringe Infrastruktur am Boden (Hangar ist ja im Camp Marmal vorhanden)

    •Hohe Nutzlast (bis zu 1,95 t.)

    •Einsatzsicherheit über Ballungsgebiete bei Triebwerksausfall

    •Vertikale Flug-und Messprofile möglich

    •Einfaches Bodenhandling mit wenig Personal (nur 3 Mann erforderlich)
    Zur Durchführung der Sondermissionen verfügt der Zeppelin NT bereits werkseitig über eine umfangreiche Ausstattung darunter folgende mechanische Vorrichtungen:

    •Spezialhalterungen für professionelle gyrostabilisierte Kameras (Zulassungen verfügbar für Wescam MX-15 und Gyron HD 935, weitere Modelle sind in der Zulassung)

    •Verfügbarkeit einer Topplattform zur Aufnahme von Sensoren und Messinstrumenten bis zu einem Systemgewicht von 450Kg.

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