Angriff mit den kleinsten Booten der Marine

Amerikanischen Minentauchern beim Kajakschiessen

Auch kleine, muskelbetriebene Boote taugen als Angriffsmittel: Bei einer Übung der Minentaucher vor dem Übungsplatz Putlos in der Ostsee vor Schleswig-Holstein trainierten US-Soldaten das Schießen vom Kajak aus, mit den (deutschen) Waffen G36 und MG5 auf Ziele an Land. Wer wie ich als (ziviler) Kajakfahrer schon mal versucht hat, mit einem Teleobjektiv vom Boot aus zu fotografieren, ahnt, wie schwierig das ist…

Die ganze Bilderserie der Übung INVITEX, aufgenommen am 10. April, gibt es bei marine.de.

Die gezeigten Kajaks sind Faltboote der deutschen Firma Klepper (unklar bleibt, ob die zur Ausrüstung der US-Minentaucher gehören oder aus Bundeswehrbeständen sind). Die Ausführung für die Spezialkräfte wird nicht nur mit einem Verdeck in Dunkeloliv (statt rot oder blau) geliefert, sondern auch mit einem Gestänge mit Tastmarkierungen – damit man die Faltboote auch im Dunkeln aufbauen kann.

(Foto: Bundeswehr/Björn Wilke)

Chinesische Blauhelme in Mali: Fehlen da 21 Tonnen Waffen und Munition?

Die Geschichte von Reuters scheint es bislang nicht auf Deutsch zu geben – dabei ist sie schon spannend: Auf dem Weg aus China nach Mali sind bei der Lieferung von Waffen und Munition für chinesische Blauhelme, so haben UN-Experten herausgefunden, so etwa 21 Tonnen verschwunden. Irgendwo auf dem Transportweg über die Elfenbeinküste. Gegen die es ein UN-Waffenembargo gibt. Und das Außenministerium in Peking sagt, da fehle nichts – die 21 Tonnen seien ja Güter des täglichen Bedarfs für seine Soldatinnen und Soldaten in der MINUSMA-Mission gewesen.

Alles sehr verwirrend. Und von Reuters schön hier aufgeschrieben (trotz der langweiligen Überschrift):

UN should halt arms shipments via Ivory Coast after China breach – panel

(Foto: Chinesische Soldatinnen der MINUSMA-Mission in Gao, Januar 2014 – MINUSMA/Marco Dormino)

Übung vor Nigeria: Deutsche Soldaten lehren Piraten-Bekämpfung

Die Piraterie vor der Küste Somalias ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen (auch wenn es in den vergangenen Tagen erneut Angriffsversuche gab) – nicht zuletzt eine Folge der massiven Marinepräsenz, an der sich seit 2008 auch die Deutsche Marine in der EU-Mission Antalanta beteiligt. Auf der anderen Seite des Kontinents, an der Westküste Afrikas, im Golf von Guinea, nehmen dagegen die Angriffe von Piraten zu. Eine ständige maritime Präsenz von EU, NATO und anderen Nationen (insbesondere der USA) ist für diese Region bislang nicht wahrscheinlich, auch wenn die Franzosen dort mit Kriegsschiffen verstärkt patrouillieren. Statt dessen setzen die USA, mehrere europäische Länder und auch südamerikanische Nationen wie Brasilien auf gemeinsames Training mit Streitkräften der betroffenen westafrikanischen Küstenländer.

Eine große Übung zu diesem Zweck hat am (heutigen) Mittwoch offiziell begonnen, und auch die Deutsche Marine ist bei Obangame Express 2014 dabei. weiterlesen

NATO verstärkt Präsenz in Ost-Mitgliedsländern – (noch) keine Details

NATO_East-deplyoment_graphic_20140414

Die NATO will angesichts der Krise in der Ukraine ihre Präsenz in den östlichen Mitgliedsländern des Bündnisses über die bislang bereits bekannten Schritte (siehe Grafik oben) hinaus verstärken. Es werde mehr Flugzeuge in der Luft, mehr Schiffe auf dem Meer und mehr Bereitschaft an Land geben, kündigte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am (heutigen) Mittwoch nach einem Treffen des Nordatlantikrats in Brüssel an. weiterlesen

Lagebeobachtung Ukraine 15. April: Deutschland geht deutlicher auf Distanz zu Russland

vdL_doorstep_eu_20140415

Die aktuellen Geschehnisse in der Ukraine können andere Medien schneller und besser aufbereiten als ich, deshalb an dieser Stelle noch mal ein Blick auf die deutsche Haltung: Die Bundesregierung findet langsam deutlichere Worte gegenüber Russland. Nachdem gestern die stellvertretende Regierungssprecherin erstmals offiziell für die Bundesregierung erklärte, dass aus ihrer Sicht Russland hinter den bewaffneten Gruppierungen in der Ost-Ukraine stecke, haben am (heutigen) Dienstag der Außenminister und die Verteidigungsministerin fast wortgleich eine Distanzierung Russlands von diesen Gruppierungen gefordert.

Es wäre gut, wenn Russland sich vom gewaltsamen und widerrechtlichen Vorgehen der pro-russischen Demonstranten distanzieren würde, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier laut Vorabbericht in einem Interview der Zeit.

Von Russland werde erwartet, dass es alles tut, um sich von einer weiteren Destabilisierung der Ukraine zu distanzieren, sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen vor einem Treffen der EU-Verteidigungsminister in Luxemburg.

Das Video mit dem Statement von der Leyens hier.

Ansonsten Ergänzungen und Fortschreibungen gerne in den Kommentaren (mit der inzwischen wohl nötigen Bitte um Mäßigung).

(Screenshot aus von-der-Leyen-Statement, Quelle ©European Union)

weiter »