Lagebeobachtung Ukraine, 25. April

Die Lage in der Ukraine und die damit verbundene weltpolitische Situation scheint an diesem Freitagmorgen noch ruhig – und noch ist nicht überall der Ton der Bemerkungen angekommen, die US-Außenminister John Kerry am (gestrigen) Donnerstagabend (Ortszeit Washington DC) zu diesem Thema gesagt hat:

So following today’s threatening movement of Russian troops right up to Ukraine’s border, let me be clear:  If Russia continues in this direction, it will not just be a grave mistake, it will be an expensive mistake.  Already the international response to the choices made by Russia’s leaders is taking its toll on Russia’s economy.

Die gesamte Rede Kerrys zum Nachlesen hier, außerdem gibt’s die auch als Video: weiterlesen

Keine Russen-Bomber im NATO-Luftraum

In Pictures: RAF Quick Reaction Typhoons Intercept Russian Bear Aircraft

Um die Verwirrung, die in verschiedenen Medien herrscht, mal ein bisschen aufzuräumen: Beim Flug russischer Langstreckenbomber vom Typ Tu-95, NATO-Codename Bear, am (gestrigen) Mittwoch  sind die russischen Maschinen zu keinem Zeitpunkt in den Luftraum eines NATO-Mitgliedslandes eingedrungen. Die Flugzeuge hätten sich zu jedem Zeitpunkt in internationalem Luftraum befunden, sagte ein NATO-Sprecher, der für das Combined Air Operations Center  (CAOC) des Bündnisses in Uedem zuständig ist, auf Anfrage von Augen geradeaus!. Abfangjäger aus den Niederlanden, Großbritannien und Dänemark seien zwar aufgestiegen, aber um diese Kampfflugzeuge zu eskortieren – nicht um sie abzufangen.

Die russischen Langstreckenflüge wie auch die NATO-Reaktion ist schon lange übliche Praxis. Die Verwirrung dürfte daher stammen, dass ein niederländischer Sprecher – der unter anderem von CNN und Spiegel Online zitiert wird – davon gesprochen hatte, dass die Maschinen in den Zuständigkeitsbereich, die area of responsibility, der Luftraumüberwachung eingeflogen seien. Dieser Zuständigkeitsbereich ist aber keineswegs identisch mit dem nationalen (Luft)Hoheitsgebiet – sondern reicht bis zu Hunderten von Kilometern darüber hinaus. weiterlesen

Die Russen vor der Haustür

HMS Dragon eyes a Russian destroyer

Die Ukraine-Krise macht viele im Westen nervös – und mit einer gewissen Nervosität reagiert offensichtlich die Öffentlichkeit auf jegliche Sichtung von russischem Kriegsgerät vor der NATO-Haustür. Die Profis bleiben zwar gelassen, wie die britische Marine, deren Zerstörer Dragon den russischen Zerstörer Vizeadmiral Kulakow am (heutigen) Mittwoch in der Nordsee eskortierte (Foto oben):

HMS Dragon, a fast and powerful Type 45 destroyer, pinpointed and monitored the movement of the Russian vessel as she approached British waters in what is a well-established and standard response to such events.

Dass ebenfalls heute russische Bomber, NATO-Codename Bear, über der Nordsee unterwegs waren, führte zu etwas mehr Aktion: weiterlesen

Somalia: Black Hawk Down, Diplo Style?

Auch wenn Somalia nach wie vor ein von bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zerrissenes Land ist: Die internationale Gemeinschaft, so schien es in jüngster Zeit, war entschlossen, in dem seit Jahrzenten umkämpften failed state am Horn von Afrika mitzuhelfen, daraus wieder ein funktionierendes Staatsgebilde zu machen. Anfang April hatte auch der Bundestag beschlossen, die EU-Trainingsmission für die somalischen Streitkräfte wieder mit deutschen Soldaten zu unterstützen – mit Ausbildung in der somalischen Hauptstadt Mogadischu selbst.

Doch die anhaltende Auseinandersetzung mit den islamistischen Al-Shabaab-Milizen und vor allem zielgerichtete Anschläge auf UN-Mitarbeiter wie auf somalische Politiker und Journalisten in der vergangenen Tagen scheinen bei der internationalen Gemeinschaft zu einem Umdenken zu führen. So sehr, dass der ranghöchste UN-Vertreter in Somalia offen die Möglichkeit eines Abzugs der internationalen Diplomaten erörtert: weiterlesen

Angriff mit den kleinsten Booten der Marine

Amerikanischen Minentauchern beim Kajakschiessen

Auch kleine, muskelbetriebene Boote taugen als Angriffsmittel: Bei einer Übung der Minentaucher vor dem Übungsplatz Putlos in der Ostsee vor Schleswig-Holstein trainierten US-Soldaten das Schießen vom Kajak aus, mit den (deutschen) Waffen G36 und MG5 auf Ziele an Land. Wer wie ich als (ziviler) Kajakfahrer schon mal versucht hat, mit einem Teleobjektiv vom Boot aus zu fotografieren, ahnt, wie schwierig das ist…

Die ganze Bilderserie der Übung INVITEX, aufgenommen am 10. April, gibt es bei marine.de.

Die gezeigten Kajaks sind Faltboote der deutschen Firma Klepper (unklar bleibt, ob die zur Ausrüstung der US-Minentaucher gehören oder aus Bundeswehrbeständen sind). Die Ausführung für die Spezialkräfte wird nicht nur mit einem Verdeck in Dunkeloliv (statt rot oder blau) geliefert, sondern auch mit einem Gestänge mit Tastmarkierungen – damit man die Faltboote auch im Dunkeln aufbauen kann.

(Foto: Bundeswehr/Björn Wilke)

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