Pilotprojekt „Soldat in 20 Tagen“ – In Bayern schon Realität

Anfang des Jahres gab es, auch hier heftig debattiert, ein Papier des Reservistenverbandes mit dem Vorschlag, Ungediente im Schnellkurs zu Soldaten auszubilden – einschließlich Ausbildung an der Waffe. Die Absicht ist dabei, in zwanzig Ausbildungstagen Ungediente eine militärische Grundausbildung durchlaufen zu lassen, an deren Ende die Zertifizierung durch die Bundeswehr steht, hieß es in dem Konzept des Verbandes. Das Angebot sollte sich an Interessierte an einer militärischen Grundausbildung richten, die jedoch keinen Wehrdienst leisten wollten oder könnten.

Da es aus dem Verteidigungsministerium im Januar dazu hieß, das müsse noch zwischen Reservistenverband und Bundeswehr konkretisiert werden, habe ich das erst mal ins Archiv gepackt und nicht weiter verfolgt. Bis mich jetzt ein Bericht der Augsburger Allgemeinen* hellhörig machte:

Seit der Abschaffung der Wehrpflicht ebbt der Zustrom an Reservisten ab. Diese sollen nun über die neue Form einer verkürzten Grundausbildung gewonnen werden. Dabei ist an keine Vorbereitung für einen Gefechtseinsatz gedacht, vielmehr sind die Absolventen schwerpunktmäßig für Wach- und Sicherungsdienste ausgebildet. Dazu gehört auch der Umgang mit Schusswaffen.

Mit anderen Worten: Das Projekt, Ungediente in 20 Tagen, über einen längeren Zeitraum verteilt, zu Reserve-Soldaten auszubilden, läuft schon – hab‘ ich das verpasst?

Am Freitagnachmittag ist das so einfach nicht zu klären, aber es ergibt sich folgendes Bild: Der Reservistenverband und der für Reservistenangelegenheiten zuständige stellvertretende Generalinspekteur Vizeadmiral Joachim Rühle haben sich auf ein Konzept Ausbildung Ungedienter im VdRBw verständigt. Dazu soll es als erstes einen Pilotversuch in Berlin geben, in dem die 20-tägige Ausbildung auf etwa zwölf Wochenenden verteilt wird. 25 weitere Piloten sind geplant.

Hintergrund ist ein Fehl von rund 5.000 Mannschaftsdienstgraden der Reserve, die vor allem für Wach- und Sicherungsaufgaben zur Verfügung stehen könnten. Die Ausbildung soll im Schwerpunkt durch den Reservistenverband erfolgen; die Waffen- und Schießausbildung bleibt aber Aufgabe der Bundeswehr. Rechtliche Hemmnisse sieht das Verteidigungsministerium nicht, nur: Keine Auslagerung von staatlichen Maßnahmen und Sicherheitsüberprüfungsgesetz im Sinn beachten, heißt es aus der Abteilung Führung Streitkräfte (zu dem Punkt mehr unten).

Aber während noch über Pilotversuche und ähnliches geredet wird, hat die Bundeswehr in Bayern längst Fakten geschaffen. Über den obigen Bericht der Augsburger Allgemeinen fand ich dann auch auf der Facebook-Seite der Bundeswehr in Bayern das Video dazu:

Die nächste Info-Veranstaltung dazu ist auch für den 11. November schon angekündigt:

Wollt Ihr Euch wie Kathi und ihre Kameraden als Reservist bei der Bundeswehr engagieren, obwohl ihr keinen Wehrdienst geleistet habt? Dann ist die AGA Ungediente das Richtige für euch. Auch 2018 gibt es wieder die Möglichkeit, an der in Module gegliederten AGA teilzunehmen. Die Informationsveranstaltung des Regionalstabes Süd gibt euch einen Überblick darüber, was euch erwartet und wie ihr euch als Ungediente bei uns engagieren könnt.

Den offiziellen Flyer dazu gibt es hier.

(Nachtrag: Der offizielle Flyer wurde von der Webseite entfernt; die Gründe kenne ich nicht.)

Nachtrag 2: an anderen Stellen ist er im Netz zu finden (wurde vielleicht ja nur verschoben….), nämlich hier und hier. Aber vorsorglich hab‘ ich die Datei mal gesichert:

20171029_Bw_Bayern_Ungediente

Interessant sind daran zwei Dinge: Zum einen gibt es in Bayern etwas, was im Rest der Republik noch nicht so angekommen scheint – aus welchen (rechtlichen?) Gründen auch immer.

Zum anderen fällt auf: Auch wenn das Ministerium mahnt, Sicherheitsüberprüfungsgesetz im Sinn beachten, zeigt sich da, militärisch gesprochen, ein Delta. Denn erst in diesem Jahr hat der Bundestag auf Betreiben der Bundeswehr als neue gesetzliche Regelung eingeführt, dass jeder Bewerber für den Dienst in den Streitkräften vor der Ausbildung an Kriegswaffen vom Militärischen Abschirmdienst überprüft werden soll, bei den seit Juli vorgenommenen Routine-Überprüfungen wurden bislang keine Extremisten ausgemacht. Aber gilt diese Regelung auch für die Ungedienten mit Schnellkurs? Oder was bedeutet das im Sinn beachten?

Da gibt’s also noch ein paar Fragen zu klären; sicherlich aber nicht mehr an diesem Wochenende.

*Deutsche Verlagswebseiten werden hier in der Regel aus bekannten Gründen nicht verlinkt; in diesem Fall scheint mir aus inhaltlichen Gründen eine Ausnahme angezeigt.

(Archivbild 2013: Schiessausbildung der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanien – Reservistenverband/Dennis Hallac)

192 Kommentare zu „Pilotprojekt „Soldat in 20 Tagen“ – In Bayern schon Realität“

  • A. Claus   |   30. Oktober 2017 - 19:33

    @ Koffer:
    De Reservisten die ich meine sind beorderte Reservisten der RSU-Kompanien und der KVK/ BVK. Beide haben einen Einsatzauftrag und haben bewiesen, dass sie diesem auch gerecht werden. Bei der Hochwasserkatastrophe 2013, verschiedenen Flächen- (Wald-)bränden haben sich die bayerischen KVK/ BVK bewährt. Über den RSU-Einsatz in Ellmau habe ich schon geschrieben. Also bei uns weder „Folklore noch Hobby“ sondern ernsthafte Ausbildung und die Orientierung an möglichen Einsätzen.

    @Spike:
    Werte Spike wenn Sie persönlich werden wollen, klären Sie uns doch bitte auf, welche Qualifikationen Sie haben um infanteristische Ausbildung zu bewerten.

  • Mike   |   30. Oktober 2017 - 19:57

    @Spike:
    Sie wissen doch garnicht wer A.Claus ist oder? Warum bilden Sie sich dann ein diese Person beurteilen zu können?

    @all:
    Hat überhaupt irgendwer von den anonymen Schreibern bei der durchgeführten Grundausbildung zugesehen oder gar mitgemacht?

  • Heiko Schnitzler   |   30. Oktober 2017 - 20:01

    Nochmals die Ausbildung in Bayern führt die Bundeswehr durch und nicht der VdRBw!
    Ich war ein Teil der AGA für Ungediente, nämlich als Ausbilder, ja sogar Zugführer. Ich kann genau einschätzen was die Frauen und Männer können. Sie alle wären überrascht was das Alles ist.

    Aber anstatt man mal den Verantwortlichen für die AGA für Ungediente zuhört und deren Urteil vertraut, wird aus der Ferne eine Diagnose über alle Themen die Reserve betreffend gefällt.

    Fängt an beim 3S Reservisten und endet bei der Unterwanderung der LKdo’s durch den VdRBw. Es mag sein, dass es von all diesen Kategorien Teile gibt…..Hier aber nicht!
    Alle Ausbilder sind Angehörige der RSU Kp SCHWABEN und OBERBAYERN und wir üben jedes Jahr die von manchen geforderten 14 Tage.

    Zum Thema Qualitätssicherung mal etwas angemerkt. Wir haben nicht einfach den Auftrag bekommen, macht mal da eine AGA für Ungediente. Nein! Wir haben uns sehr gut vorbereitet in Zusammenarbeit mit dem RegStab. Angefangen mit einer Ausbildung für Ausbilder in der wir von einem Taktiklehrer nochmals „aufgefrischt“ wurden bis zu einem Handzettel für jede Ausbildungseinheit. Ich darf mit Stolz sagen, dass diese Handzettel keinen Vergleich mit der aktiven Truppe scheuen müssen. Auch die Ausbildungen nicht. Dies wurde von mehreren Aktiven bestätigt.

    Meine Kameraden, der RegStab und die Soldaten/Soldatinnen der AGA für Ungediente müssen sich nicht verstecken und haben es bei Weitem nicht verdient zum Teil in ein solches Licht gerückt zu werden.

    Die Politik hat entschieden die Wehrpflicht auszusetzen. Das ist ein Fakt der einfach akzeptiert werden muss, ob man will oder nicht. Ich trauere der Wehrpflichtarmee auch nach, trotzdem versuche ich mit den gegebenen Rahmenbedingungen das Beste zu erreichen. Man sagt immer so schön: „Leben in der Lage……“

    Die RSU Kompanien auch als überflüssig zu bezeichnen finde ich sehr hart. Fragen Sie mal die Kameraden der bayrischen Polizei, welche im Rahmen des G7-Gipfels im Einsatz waren, wie überflüssig diese die RSU Kompanien finden. Die waren mit der Bewachung der Liegenschaften durch Kräfte der RSU Kompanien sehr zufrieden. Und die werden in Zukunft nicht fragen wie diese Soldaten zur RSU gekommen sind, denn die sind froh wenn die bei Nacht schlafen können mit dem Wissen die Jungs von der RSU passen auf unsere Ausrüstung usw. auf. Das ist nämlich wieder der Punkt und das Ziel der AGA für Ungediente…..der wachfähige Soldat und dieses Ziel haben wir zu 100% erreicht. Sie können gern bei der 5./292 nachfragen, ob diese bei der Fahrzeugkontrolle im Rahmen der Rekrutenprüfung gemerkt haben, dass so genannte „3S-Reservisten“ ihre Fahrzeuge kontrolliert haben.

    Uns ist allen klar, dass die „Neuen“ in den RSU Kompanien weiter ausgebildet werden müssen, natürlich wird das auch geschehen. Bereits für nächstes Jahr sind hier wieder die geforderten 14 Tage geplant und werden umgesetzt.

    Ich möchte für die „Rekruten“ der AGA für Ungediente auch noch eine Lanze brechen. Ich habe in meiner militärischen Karriere schon verschiedene AGA/SGA begleitet und geführt. Die Frauen und Männer der AGA für Ungediente haben mich was Engagement und Motivation angeht aber besonders beeindruckt. Das sollte man einfach mal akzeptieren und honorieren. Für mich sind die „Neuen“ jetzt Kameraden und Kameradinnen, ich unterscheide hier nicht W12, SaZ, BS usw….. oder „Rekrut“ einer AGA für Ungediente.

    Fazit: Mir wäre eine Wehrpflichtarmee auch lieber, aber bei der aktuellen Situation die aus meiner Sicht notwendigen Stellen in den RSU Kompanien, KVK/BVK usw. zu füllen, müssen und dürfen neue Konzepte ausprobiert werden. Ich werde die nächste AGA für Ungediente wieder begleiten und ich bin stolz ein Teil des letzten Durchgangs gewesen zu sein.

  • Koffer   |   30. Oktober 2017 - 20:26

    @A. Claus | 30. Oktober 2017 – 19:33
    „De Reservisten die ich meine sind beorderte Reservisten der RSU-Kompanien und der KVK/ BVK. Beide haben einen Einsatzauftrag und haben bewiesen, dass sie diesem auch gerecht werden.“

    Ich sehe in der aktuellen Struktur keine militärische Notwendigkeit für die RSU Kompanien. Für einen echten Heimatschutz sind sie zu wenige, für eine PR-Aktion sind sie zu teuer…

    Die KVK/BVK hingegen sind in der Tat relevant solange wir nicht wieder eine echte Territorialstruktur mit Aktiven Personal einnehmen, aber dafür benötige ich die hier in diesem Faden diskutierte Ausbildung von ungedientem Personal nicht.

    „Werte Spike wenn Sie persönlich werden wollen, klären Sie uns doch bitte auf, welche Qualifikationen Sie haben um infanteristische Ausbildung zu bewerten.“

    Ich kann nicht für @Spike sprechen, aber ich bin aktiver FschJgStOffz mit 20 Jahren Diensterfahrung, KpChefVerwendung (mehrfach) und Lehrverwendung in der Infanterie und ich kann Ihnen versichern, dass die RSUKp NICHTS mit Infanterie zu tun haben.

    Sicherungsaufgaben sind wichtig und ich wäre ein großer Anhänger, wenn wir wieder umfangreiche Heimatschutzverbände etablieren würden, aber das hat NICHTS mit Infanterie zu tun!

    Und eines können Sie mir glauben: 20 Tage zzgl. Folgemodule mögen vielleicht (!) bei intensiver (!) Ausbildung und umfangreicher (!) Qualitätssicherung reichen Sicherungskräfte auszubilden, für Infanteristen benötigen Sie min. 12 Monate eher 15-18 Monate Dauerdienstzeit…

  • Koffer   |   30. Oktober 2017 - 20:38

    @Heiko Schnitzler | 30. Oktober 2017 – 20:01
    Ich finde es gut und liebenswert, dass Sie sich mit Schwung und Tatkraft in diese Ausbildung eingebracht haben.

    Allerdings erlaube ich mir darauf hinzuweisen, dass eine hohe Qualität sich auch an korrekten Begriffen und realistischen Leistungseinschätzungen widerspiegelt.

    Es gibt z.B. keine „AGA“ mehr und das schon seit einigen Jahren nicht mehr. Wenn Sie also weiterhin diesen Begriff verwenden, lassen sich schon daraus gewissen Folgerungen ableiten.

    Auch die von @A. Claus aufgestellte Behauptung es handele sich um „infanteristische Ausbildung“ bzw. „infanteristisches Handwerkszeug“ zeigt fachliche erhebliche Schwächen.

    Ebenfalls die Behauptungen eines anderen Kommentators in einem vorherigen Post „man habe im Rahmen RED GRIFFIN der DSK den „Arsch aufgrissen““ (oder so ähnlich) ist bezeichnend.

    All das sind Zeichen für mich, dass es nicht um militärische Ausbildung an sich geht, sondern eher um das Frönen eines Hobbies…

    Dennoch möchte ich Ihnen nicht widersprechen, wenn Sie behaupten man können in 20 Tagen guter und intensiver Ausbildung Sicherungssoldaten ausbilden. Und bei regelmäßiger und obligatorischer (!) Folgeausbildung (z.B. zwei Wochen im Jahr, ein Wochenende im Monat) kann man sicherlich ein solches Niveau (Sicherungssoldat) auch halten.

    Ich möchte also positiv und in Ihrem Sinne annehmen, dass dieses beim bayerischen Modell erfolgt.

    Aber nochmals: ich sehe keine militärische Notwendigkeit für eine solche Ressourcen-Allokation! Die aktuelle Anzahl an RSUKp und die Gesamtkonzeption ist weit von einem wirkungsvollen Heimatschutz entfernt.

    Einzelne möglicherweise erfolgreiche Sicherungsaufträge sind dabei zwar erfreulich, rechtfertigen aber solchen Ressourceneinsatz dennoch nicht.

    Es ist zu wenig als das es sich militärisch „lohnt“, aber zu viel für eine PR-Aktion…

    Reservisten helfen der Truppe in der aktuellen Situation am besten als Spiegeldienstposten (o.ä.) und in den KVK/BVK und weder für das eine noch für das andere benötigen ich die hier einschlägige Ausbildung und/oder die RSUKp.

  • Mike   |   30. Oktober 2017 - 21:37

    @Koffer: Ich finde es schön, dass Sie sich hier so engagieren aber anscheinend haben Sie, obwohl StOffz, nicht verstanden, dass bei der Bw der Ober den Unter sticht. Ja die Führung, BmMVg, Politik usw. haben beschlossen, dass das wichtig ist und deswegen wird es auch umgesetzt. Klingt komisch ist aber so.

    Ok evtl. fehlt mir da auch einfach der Überblick für das GROSSE GANZE bin ja auch kein StOffz.

    Schönen Abend noch.

  • Koffer   |   30. Oktober 2017 - 21:58

    @Koffer | 30. Oktober 2017 – 20:38
    NACHTRAG/KORREKTUR
    Streich: Ich finde es gut und liebenswert
    Setze: Ich finde es gut und lobenswert

    Entschuldigen Sie bitte den Tippfehler!

  • Koffer   |   30. Oktober 2017 - 22:03

    @A. Claus und @Heiko Schnitzler
    Ich sehe übrigens gerade im Flugblatt folgende Formulierung:

    „Sie sollten bereit sein […]
    • 2 bis 10 Tage pro Jahr für den Dienst zu investieren“

    2 bis 10 Tage??!?! Wie soll man denn damit eine Befähigung zu Sicherungsaufgaben aufbauen und erhalten?

    Das wirkt jetzt nicht ganz so, wie Sie beide es bisher geschildert haben, sondern eher so, wie es die Kritiker (inkl. meiner Person) hier im Kommentarfaden befürchten :(

  • A. Claus   |   30. Oktober 2017 - 22:07

    @ Koffer:
    „Ich kann nicht für @Spike sprechen, aber ich bin aktiver FschJgStOffz mit 20 Jahren Diensterfahrung, KpChefVerwendung (mehrfach) und Lehrverwendung in der Infanterie und ich kann Ihnen versichern, dass die RSUKp NICHTS mit Infanterie zu tun haben.“

    Ich will nicht zur sehr „in die gestellte Falle“ gehen, mich selbst zu loben. Sie, @Koffer, hätten einer meiner Chefs sein können in meiner Kommandeurverwendung und bilden vielleicht nach den Vorschriften und Konzepten aus, die ich als einer der Leiter Weiterentwicklung mit entwickeln haben lassen, und ich kann Ihnen versichern, dass unsere RSU-Kompanien einfache infanteristische Aufgaben, zu denen auch die Sicherung gehört, bewältigen können. Natürlich können wir uns jetzt ständig unsere „Kompetenz“ vorhalten oder diesen Unsinn einfach lassen.

    Der Ausbildungsstand der RSU-Kompanien ist am Auftrag zu messen. Der heißt “Wach- und Sicherungsaufgaben“. Unsere RSU Kompanien können Wachaufgaben routiniert übernehmen und auch Sicherungsaufgaben, wobei hier die Routine fehlt.
    RSU-Kompanien sind keine FschJgKp, aber diese auch nicht der Maßstab für Reservisten.

    RSU-Soldaten „frönen nicht ihren Hobbies“. Sie nehmen teilweise eine hohe zeitliche Belastung in Kauf im oben genannten Aufträge gerecht zu werden. Dies verdient Anerkennung, auch wegen der bisher gezeigten guten Leistungen.

    Ich selbst stelle das in jetzt 4 Jahren Zusammenarbeit und Dienstaufsicht über 2 RSU-Kompanien fest, kann dies aber auch nur für unsere RSU-Kompanien tun.

  • Koffer   |   30. Oktober 2017 - 22:10

    @Mike | 30. Oktober 2017 – 21:37
    „aber anscheinend haben Sie, obwohl StOffz, nicht verstanden, dass bei der Bw der Ober den Unter sticht. Ja die Führung, BmMVg, Politik usw. haben beschlossen, dass das wichtig ist und deswegen wird es auch umgesetzt.“

    Und deswegen soll ich als Fachmann jetzt mein Hirn ausstellen und gleichzeitig als Staatsbürger in Uniform meine Klappe halten?!?!

    „Ok evtl. fehlt mir da auch einfach der Überblick für das GROSSE GANZE bin ja auch kein StOffz.“

    Wenn der Schuh passt…

  • Koffer   |   30. Oktober 2017 - 22:24

    @A. Claus | 30. Oktober 2017 – 22:07
    „und bilden vielleicht nach den Vorschriften und Konzepten aus, die ich als einer der Leiter Weiterentwicklung mit entwickeln haben lassen, und ich kann Ihnen versichern, dass unsere RSU-Kompanien einfache infanteristische Aufgaben, zu denen auch die Sicherung gehört, bewältigen können.“

    Wenn Sie der Leiter der Gruppe WE der InfS waren (so dürfte das zu Ihrer Zeit geheißen haben) oder der DezLtr KpfTr/Inf am HA (Zeit noch davor) bzw. am AHEntwg (aktuelle Zeit), dann sollten Sie wissen, dass Sicherungsaufgaben KEINE infanteristischen Aufgaben sind, sondern operationstechnisch zu den Allgemeinen Aufgaben in Landoperationen (bzw. Ihnen aus Ihrer Zeit vermutlich noch als Allgemeine Aufgaben im Einsatz bekannt).

    Ausbildungstechnisch wiederum handelt es sich um eine Aufgabe die allen Truppengattungen und Einheiten der Landstreitkräfte (zu Ihrer Zeit vermutlich des Heeres) zuzuordnen sind.

    So oder so, das hat NIX mit Infanterie zu tun!

    „Der Ausbildungsstand der RSU-Kompanien ist am Auftrag zu messen. Der heißt “Wach- und Sicherungsaufgaben“. Unsere RSU Kompanien können Wachaufgaben routiniert übernehmen und auch Sicherungsaufgaben, wobei hier die Routine fehlt.“

    1. Ich glaube absolut, dass eine RSUKp dieses Niveau erreichen, haben und halten kann.
    2. Ich gehe davon aus, dass die RSUKp dies auch tatsächlich bisher unter Abstützung auf gediente Reservisten getan haben.
    3. Ich glaube sogar, dass bei qualitätsgesicherten 20 Tagen Anfangsausbildung und zusätzlich regelmäßigen obligatorischen, regelmäßigen Folgeausbildungen (z.B. nach dem System zwei Wochen im Jahr, ein Wochenende im Monat) für ungediente Rekruten (dann Reservisten) erreichen sein würde.

    Das habe ich auch (wenn Sie meine Kommentare erneut lesen) gar nicht bezweifelt.

    Ich habe bezweifelt
    a) das RSUKp etwas mit Infanterie zu tun haben,
    b) das die aktuelle Struktur der RSUKp einen wirkungsvollen Heimatschutz darstellen und das es einen militärischen Grund für sie gibt und daher das es hierbei um einen zielführenden Einsatz von dienstlichen Ressourcen handelt.

    Ich habe NICHT bezweifelt, dass wir einen echten Heimatschutz benötigen und ich habe NICHTS bezweifelt, dass man modular auch Ungediente auf ein hinreichendes Niveau führen kann!

  • Alexander Garnreiter   |   30. Oktober 2017 - 22:43

    Ja, es fehlt noch eine ganze Menge auf dem Weg zu einem sinnvollen, großflächigen Heimatschutz in Richtung US National Garde. Aber es liegt an Regierung und Parlament, nach einer entsprechenden Lagefeststellung einen Entschluss zu fassen und auch umzusetzen. ZB Arbeitsplatzgarantie und Freistellung für Übungen und Einsatz in Gesetzesform zu packen. Vielleicht ist der Ansatz Ungediente für die Reserve auszubilden falsch, vielleicht ist es der erste Schritt auf dem Weg einen richtigen Heimatschutz aufzubauen. Ich weiß es nicht, ich kann nämlich nicht in die Zukunft sehen. Können Sie es? Diesen Schritt jedoch als Verschwendung abzutun empfinde ich als recht kurzsichtig. Apropos Verschwendung… Wäre es nicht geschickter die FschJg in eine mobile leichte Infanterie überzuführen, also das was in den letzten 20 Jahren im Einsatz so gemacht wurde? Die FschSpezZg können ja ins KSK eingegliedert werden und weiter ihrem Sprunghobby frönen. Das würde doch glatt unter Vermeidung vieler Dreipunktlandungen den Ausbildungsstützpunkt Altenstadt sparen (die dann immer noch Sprungausbildung brauchen können ja zu den Franzosen nach Pau), auch das Leasing für die M28’s oder Befähigung A400M für Sprungdienst würde wegfallen, ebenso wie viele teure Flugstunden. Wenn bei jedem neuen Ansatz alle gerufen hätten das ist nix, das wird nix, das brauchen wir nicht, dann hausten wir alle noch in Höhlen. Ich würde mir eher überlegen, wie ich den Ansatz unterstützen kann, damit die Verantwortlichen in der Politik, also DIE Entscheidungsträger, etwas Größeres daraus machen, zum Wohle für unser aller Land! Insbesondere als aktiver Offz im Stabsdienst sollte das ja wohl ein leichtes sein, oder? Glück ab! (Ja, ich bin auch FschJg)

  • Insider   |   30. Oktober 2017 - 22:51

    Obwohl die Kommentare hier immer länger werden, kann ich immer noch nicht erkennen wie „Ungediente“ nach 20 Tagen den Status eines „Reservisten“ oder gar „Soldaten“ erreichen? Welche Befugnisse hat ein „Ungedienter“, wenn er bei einem der beschriebenen Wachaufträge eingesetzt wird? Wer ist dessen Auftraggeber bzw. wer setzt ihn ein? Handelt er wirklich offiziell als Angehôriger der Bundeswehr? Darf er eine Waffe führen? Trägt er Uniform?

  • Mediator   |   30. Oktober 2017 - 23:05

    Vielleicht würde es der Diskussion gut tun, wenn man akzeptiert, dass die Struktur der Bundeswehr nicht in diesem Forum entschieden wird und die Verantwortlichen sich im Zweifelsfall etwas dabei gedacht haben. Somit entfällt die sinnlose Diskussion um die grundsätzliche Existenzberichtigung einzelner Strukturen.

    BVK/KVK und RSU Kompanien benötigen ausreichendes und qualifiziertes Personal um ihren Auftrag erfüllen zu können. Da die aktive Truppe jedoch keine ausreichende Zahl an motivierten Reservisten generiert, droht den oben genannten Strukturen über kurz oder lang der personelle Kollaps. Diesem Kollaps kann man mit der Ausbildung Ungedienter entgegenwirken.

    Auch in dieser Diskussion kann man die Rivalitäten zwischen einzelnen Gruppen in der Bundeswehr mit Händen greifen. Einige fühlen sich anscheinend als die „richtigen“ Soldaten, während andere angeblich nur Ressourcenfresser sind.

    Der Dienst in der beorderten Reserve findet teilweise in einem erheblichen Spannungsfeld statt. Treues dienen bedeutet hier oft:

    – Trotz widriger Umstände eine Beorderung ausfüllen. Nicht weil sie einen besonders reizt, sondern weil der Job da ist und ihn jemand machen muss.
    – Frühere Spezialisten (z.B. Geschützführer M109) finden sich plötzlich als kleines Rädchen im Stabsdienst wieder
    – Job / Karriere / Gesundheit und Familie müssen unter einen Hut gebracht werden

    Wenn ich eines in der Reserve gelernt habe, dann ist es die Tatsache, dass man die fachliche Qualifikation eines Menschen nicht am Dienstgrad ablesen kann. So mancher neue Schütze der Reserve wird die Truppe mit seinem zivilen Wissen bereichern. Es liegt an der Bundeswehr diese Kameraden so einzusetzen, dass sie mit ihrem knappen militärischen Wissen nicht anecken. Reserven und Reservisten sind nun einmal teuer, doch auch schon früher haben wir uns diesen Luxus geleistet. Im kalten Krieg wurden tausende von Offizieren der Reserve ausgebildet und sehr viele haben nach dem Ausscheiden nie mehr etwas von der Bundeswehr gehört.

  • Sascha   |   30. Oktober 2017 - 23:06

    @Koffer,
    der Begriff „AGA“ wird von offizieller Seite genutz.

    http://www.kommando.streitkraeftebasis.de/portal/a/kdoskb/start/terraufg/lkdoby/ueberuns/aga_by/!ut/p/z1/hU67DoIwFP0WB9beqyCCW8NgFA0mJApdTJVaMJWSUsHPF8NkovFs55kDDDJgNe8qyW2la64GnjP_5IfeejVLcYdREiI9xHGUeFPEwIXjvwAbbPwBipAWAvJhY_FzI_EhBQbsxjv-JI02VglL-OX9EPKS14USe32ho7ABJpU-j9dpfXYDCcyIqzDCkIcZ5NLapl066GDf90RqLZUghXDwW6PUrYXsIwjNPevRnatuSycv2JEVQA!!/dz/d5/L2dBISEvZ0FBIS9nQSEh/#Z7_694IG2S0M0CO90AVKKCO4100O6

    Jedoch ist es selbst für Juristen unerheblich was über der Ausbildung steht, entscheidend ist der Inhalt.
    Ebenfalls unerheblich ist es, was ein aktiver FschJgStOffz mit 20 Jahren Diensterfahrung von dem Konzept hält.
    Ein Hobby kann es per Definition nicht sein, da ein Hobby weder ein Einkommen generiert, noch ein Beruf ist.
    Des Weiteren kann man ein Hobby jeder Zeit ohne Aufwand abbrechen. Statt dessen wende einige 1/3 des Jahresurlaubes dafür auf den Job von jemand anderem zu machen. Wären Sie dazu bereit?

    „…ich als Fachmann..“

    Was genau ist Ihr Fachgebiet?

  • Elahan   |   30. Oktober 2017 - 23:09

    Benötigen wir für Wach und Sicherungsaufgaben im Inland Soldaten?

    Wenn ja, wie begründet?

    Wenn wir Soldaten benötigen, dann muss die Bw Bürger zu Soldaten ausbilden und dafür gibt es die Grundausbildung plus Ausbildung für die entsprechende Verwendung.

    @A.Claus

    Sie sprechen von den Reservisten welche sie jetzt haben und erlebt hatten, wir diskutieren über das Personal was da kommen soll und Reservisten können die nicht sein.

  • Pio-Fritz   |   30. Oktober 2017 - 23:33

    @Koffer

    Ihre Ansichten über Reservisten (egal welche) finde ich erschreckend, aber symptomatisch für (noch) aktive Truppendiener. Die Reserve darf alles das machen, was die aktive Truppe nicht selber wuppen kann, was mittlerweile eine ganz schöne Menge ist. Damit lockt man keinen Reservisten, zumindest nicht die, die Sie im Sinn haben. Es gibt natürlich Reservisten, die von ihrer Reservedienstleistung leben, aber will man die wirklich?

    Ausbildung von Soldaten ist übrigens kein hoheitlicher Auftrag, ansonsten wäre die gesamte Konzeption des VdRBw die letzten 40 Jahre verfassungswidrig gewesen. Zwar stellt nach dem GG der Bund Streitkräfte zur Verteidigung auf, aber das er sie selber ausbilden muss, steht da nicht. Das ist Ihre ureigene Interpretation.

    Und 20 Tage reichen für eine intensive Wachausbildung inkl. Zugangskontrolle und Grundzüge von Sicherungsaufgaben völlig aus (als erster Schritt). Soviel hat man in der Grundausbildung sonst nicht. Wir reden hier über Objektschutz- und Sicherungssoldaten, nicht über Nachwuchs für die KSK.

    Fangt doch einfach mal an, anstatt immer zu lamentieren.

  • Pio-Fritz   |   30. Oktober 2017 - 23:48

    @Elahan | 30. Oktober 2017 – 23:09

    „Benötigen wir für Wach und Sicherungsaufgaben im Inland Soldaten?

    Wenn ja, wie begründet?“

    Das läuft jetzt auf eine Diskussion „Einsatz der Bundeswehr im Inneren“ hinaus, was wohl sehr OT wäre.
    Aber stellen Sie sich doch einfach mal die Frage, wer bewacht KRITIS (kritische Infrastruktur), wenn in Deutschland wirklich der Punk abgeht. Und dazu braucht es nicht unbedingt einen Terroranschlag, ein großflächiger, länger anhaltender Stromausfall reicht völlig. Die Polizei alleine wird es nicht hinbekommen.

  • Koffer   |   30. Oktober 2017 - 23:48

    @Alexander Garnreiter | 30. Oktober 2017 – 22:43
    „Aber es liegt an Regierung und Parlament, nach einer entsprechenden Lagefeststellung einen Entschluss zu fassen und auch umzusetzen.“

    Absolute Zustimmung. Da sollte sich dringend etwas tun!

    Zu Ihren Aussagen hinsichtlich der FschJgTr und des Sprungdienstes sage ich jetzt mal nicht. Da begeben Sie sich offensichtlich auf fachliches Gebiet mit dem Sie nicht ganz vertraut sind. Außerdem ist es OT.

    „Insbesondere als aktiver Offz im Stabsdienst sollte das ja wohl ein leichtes sein, oder?“

    Ich habe niemals gesagt, dass ich im Stabsdienst bin.

    @Insider | 30. Oktober 2017 – 22:51
    „kann ich immer noch nicht erkennen wie „Ungediente“ nach 20 Tagen den Status eines „Reservisten“ oder gar „Soldaten“ erreichen? Welche Befugnisse hat ein „Ungedienter“, wenn er bei einem der beschriebenen Wachaufträge eingesetzt wird? Wer ist dessen Auftraggeber bzw. wer setzt ihn ein? Handelt er wirklich offiziell als Angehôriger der Bundeswehr? Darf er eine Waffe führen? Trägt er Uniform?“

    Jetzt verstehe ich Sie nicht. Ich habe ja auch meine Zweifel an der Sinnhaftigkeit beider Projekte (sowohl des Berliner Projekts, als auch des bayerischen Modells), aber die Antworten auf die von Ihnen aufgeführten Fragen liegen doch auf der Hand:

    Mit 20 Ausbildungstagen kann man natürlich eine Grundbefähigung zu Sicherungsaufgaben erlagen. Rechtlich gesehen sind die diese Kameraden dann RDL (also „Reservisten“) bzw. wenn einberufen ganz „normale“ Soldaten.

    Die Befugnisse sind die jedes als Wach- und/oder Sicherungssoldat eingesetzten Soldaten und ergeben sich hinsichtlich der Wachaufgaben überwiegend aus dem UZwGBw und hinsichtlich der Sicherungsaufgaben aus diversen anderen gesetzlichen Bestimmungen.

    Der „Auftraggeber“ ist die Bundesrepublik Deutschland vertreten durch die Bundeswehr. Die Kontrolle und Befehlsbefugnis liegt bei den vom konkreten Einsatz abhängigen militärischen Vorgesetzten.

    Und ja natürlich sind es „Angehörige der Bundeswehr“ (aka „Soldaten“), natürlich dürfen sie Waffen führen und natürlich tragen sie Uniform.

    @Mediator | 30. Oktober 2017 – 23:05
    „Vielleicht würde es der Diskussion gut tun, wenn man akzeptiert, dass die Struktur der Bundeswehr nicht in diesem Forum entschieden wird und die Verantwortlichen sich im Zweifelsfall etwas dabei gedacht haben.“

    Warum sollte man als Staatsbürger in Uniform und als militärischer Fachmann sein Hirn ausschalten und nicht seine Meinung sagen?!

    Verstehe ich nicht.

    „So mancher neue Schütze der Reserve wird die Truppe mit seinem zivilen Wissen bereichern. Es liegt an der Bundeswehr diese Kameraden so einzusetzen, dass sie mit ihrem knappen militärischen Wissen nicht anecken“

    Wie bereits mehrfach angemerkt wurde ist die Nutzung zivil erworbenen Wissens in der Tat ein sinnvolles, militärisches Ziel. Dafür benötigen wir aber nicht die RSUKp, denn für Sicherungsaufgaben benötige ich keinen zivilen Fachleute für IT, Medizin, Sprachen etc.

    Solche Fachleute setze ich als Reservisten an anderer Stelle ein!

    @Sascha | 30. Oktober 2017 – 23:06
    „der Begriff „AGA“ wird von offizieller Seite genutz.“

    Wie gesagt, dass stärkt nicht mein Vertrauen in diese Ausbildung…

    „Ebenfalls unerheblich ist es, was ein aktiver FschJgStOffz mit 20 Jahren Diensterfahrung von dem Konzept hält.“

    Wiederum die Frage: warum sollte ich als Staatsbürger in Uniform und militärischer Fachmann nicht meine Meinung sagen?

    „Ein Hobby kann es per Definition nicht sein, da ein Hobby weder ein Einkommen generiert, noch ein Beruf ist.“

    Jepp, genau. Deswegen sehe ich ja bei vielen Reservisten eben auch nur ein Hobby und keinen Beruf und auch keine Berufung… Nicht bei allen, aber leider bei zu vielen. Wobei ich hier deutlich die ehemaligen SaZ/BS und die externen geworbenen Spezialisten ausnehmen, die in der Truppe und in Spezialverwendungen dringend benötigte Dienste erbringen.

    „Des Weiteren kann man ein Hobby jeder Zeit ohne Aufwand abbrechen. Statt dessen wende einige 1/3 des Jahresurlaubes dafür auf den Job von jemand anderem zu machen.“

    Wie man aus dem Flugblatt zu dieser Ausbildung wörtlich erkennen kann sind es 2 bis 10 Tage. Einige werden also sicherlich einen Teil ihres Jahresurlaubs aufwenden. Möglicherweise sogar bis zu einem Drittel.

    „Wären Sie dazu bereit?“

    Für mein Hobby oder für meinen Beruf?

    „Was genau ist Ihr Fachgebiet?“

    Das hatte ich doch bereits geschrieben: Fallschirmjägerstabsoffizier.

    @Elahan | 30. Oktober 2017 – 23:09
    „Benötigen wir für Wach und Sicherungsaufgaben im Inland Soldaten?“

    Ich denke ja. Besonders in Krisen möchte ich mich ehrlich gesagt nicht nur auf Wachdienste abstützen.

    Zumal ein echter Heimatschutz ja mehr könnte als nur einige Kasernen bewachen…

    „Wenn wir Soldaten benötigen, dann muss die Bw Bürger zu Soldaten ausbilden und dafür gibt es die Grundausbildung plus Ausbildung für die entsprechende Verwendung.“

    Da bin ich bei Ihnen, aber es spricht meines Erachtens grundsätzlich nichts dagegen dies auch in einem anderen System als bisher zu tun. Unter bestimmten Rahmenbedingungen könnte ich persönlich mir das auch in modularer Ausbildung vorstellen.

    Aber natürlich nicht nur in einigen WE-Modulen und natürlich nicht nur hin und wieder…

  • Koffer   |   30. Oktober 2017 - 23:53

    @Pio-Fritz | 30. Oktober 2017 – 23:33
    „Ihre Ansichten über Reservisten (egal welche) finde ich erschreckend, aber symptomatisch für (noch) aktive Truppendiener.“

    Vielleicht haben wir aktiven Soldaten auch einfach einen besseren Blick in das was militärisch benötigt wird?!

    „Die Reserve darf alles das machen, was die aktive Truppe nicht selber wuppen kann“

    Jepp. Genau dafür ist Reserve da.

    „Ausbildung von Soldaten ist übrigens kein hoheitlicher Auftrag“

    Doch und zwar umfänglich. Eine Auslagerung ist nur in sehr bestimmten und abgegrenzten Bereichen möglich und überhaupt zulässig.

    „Und 20 Tage reichen für eine intensive Wachausbildung inkl. Zugangskontrolle und Grundzüge von Sicherungsaufgaben völlig aus (als erster Schritt).“

    Ja, da bin ich bei Ihnen, aber da ein Soldat nun einmal mehr können muß als nur Wachausbildung und Grundzüge der Sicherung müssten nach einem ersten Schritt zwingend weitere regelmäßige und obligatorische Schritte folgen.

    Aber dazu sehe ich in DEU bisher keinen Willen und ohne die obligatorischen, weiteren Schritte verschwenden wir dienstlich Ressourcen für ein Projekt ohne ausreichend militärischen Nutzen…

    „Fangt doch einfach mal an, anstatt immer zu lamentieren.“

    Warum sollte man mit etwas anfangen, was falsch ist?

  • A. Claus   |   31. Oktober 2017 - 0:05

    @ Koffer:
    Es freut mich, dass Sie „als Fachmann“ meiner Argumentation bezüglich der RSU folgen. Die RSU gehören per Definition nicht zur Infanterie, da die RSU Teil der SKB sind (TrGat gibt es nur im Heer). Vergleichen wir mal den Auftrag mit dem „alten“ Sicherungsbataillon Heeres. Waren auch Reservisten und gehörten zur Infanterie.

    Eine Fragen an den Fachmann: Welche Truppengattung würden Sie der RSU zuordnen und was verstehen Sie unter Heimatschutz.

    @Mediator: Volle Zustimmung von mir.

    @Insider: „Obwohl die Kommentare hier immer länger werden, kann ich immer noch nicht erkennen wie „Ungediente“ nach 20 Tagen den Status eines „Reservisten“ oder gar „Soldaten“ erreichen? Welche Befugnisse hat ein „Ungedienter“, wenn er bei einem der beschriebenen Wachaufträge eingesetzt wird? Wer ist dessen Auftraggeber bzw. wer setzt ihn ein? Handelt er wirklich offiziell als Angehôriger der Bundeswehr? Darf er eine Waffe führen? Trägt er Uniform?“

    Reservist ist man nach einem Tag Übung, Soldat ist ein Reservist immer wenn er übt. Ein „Ungedienter“ muss die entsprechende Ausbildung durchlaufen, insbesondere die Wachausbildung gem. UZwaGBw, die Grundausbildung abschließen und kann dann im Wachdienst eingesetzt werden (stark verkürzt).
    Die Befugnisse ergeben sich aufgrund des UZwaGBw (Unmittelbares Zwanggesetz Bw), entsprechen Polizeibefugnissen, aber nur in Kasernen. Reservisten können in allen Liegenschaften der Bundeswehr eingesetzt werden, die einen militärischen Sicherheitsbereich haben. „Auftraggeber“ wäre der Kasernenkommandant oder das Landeskommando. Er kann nur als Soldat im Wachdienst, hier als Reservist in Übung handeln. Er darf dann eine Waffe mit Munition führen und trägt natürlich Uniform.

    @Elahan: Die Frage versteh ich nicht.

  • SierraOscar   |   31. Oktober 2017 - 7:33

    Eine endlose Diskussionen bei der sich die Kommentare zu wiederholen scheinen.

    An das Lager, das dem 20-Tage-Konzept auf Teufel komm raus die Machbarkeit absprechen will und an jene, die glauben nur die Aktive Truppe sei befähigt zweckmäßig auszubilden und dem Aufwand an Steuermitteln gerecht zu werden…

    Wo liegt eigentlich Euer verdienst in den letzten 20 Jahren? Ich spreche hier ausdrücklich höhere StOffze an, die gestalterisch und konzeptionell auf Ausbildung (im Bereich Landes- und Bündnisvtg) hätten einwirken können. Nicht die Truppe vom SG bis OTL in der Schlammzone. (Kp/Btl/Insp)

    Ich war Mitte des Jahres für knapp 2 Monate als Reservist am AusbZ Munster. Nun dachte ich immer, wir bei der Reserve (GebPzBtl 8, Hobby und so…) machen den ganzen alten Schrott noch, weil da so viele SF und OSF aus Zeiten des kalten Krieges ihrem “Hobby fröhnen”!
    Nun durfte ich feststellen, dass in die Taktikausbildung für die Panzertruppe auf Höhe EinzelPz bis PzZg erstaunliche 0,00 Änderungen eingeflossen sind.

    Nur mal ein Beispiel… Zu den Tätigkeiten im VfgR, oder wie man jetzt ganz hipstermäßig sagt, in der Assembly Area, gehört es immer noch, dass man versucht die 60cm tiefen Kettenspuren mit nem beschissenen Spaten weg zu kratzen um dann olle Äste und Gras drüber zu werfen. Und das in Zeiten von Drohnen, Eloka und anderen HighTech Aufklärungsmitteln. etc p.p…

    Ich meine, hey… Mein Opa war im WW2 Funker, aber wäre er Panzermann gewesen, hätte er auch schon olle Äste auf Kettenspuren geworfen. Ist das Euer Ernst? Auch dafür sind mir meine Steuergelder zu schade.

    Etwas mehr Respekt und kehren im eigenen Bereich, bitte!

  • klabautermann   |   31. Oktober 2017 - 8:19

    Habe mich gestern mit einem SAZ 12 Mannschaftsdienstgrad über das Thema unterhalten. Der hat nur gelacht und gesagt, dass er nach 12 Jahren aktiven Dienstes mit seiner Lebens-und Freizeit was besseres anzustellen weiß als einmal im Jahr für 10-14 Tage als Wach-und Schließsoldat sich diese Altherrengeschichten „Kamerad, weißt Du noch als wir am Oderbruch unseren Mann gestanden haben …..“ anzutun.
    Das ganze Konzept ist doch nichts anderes als eine Selbstzweckerhaltungsmaßnahme (wohl mehrheitlich ehemaliger) Bestandssoldaten, für die es in der „echten“ BW keinen Bedarf mehr gibt.
    Und auch die ganze „Mathematik“ haut ja nicht hin: 20 Tage Grundausbildung und dann 19 Tage pro Jahr ergibt dann nach Adam Riese 120 Ausbildungs-und Übungstage in 10 Jahren – Donnerwetter, das nenn ich einen schlagkräftigen „Heimatschutz“.
    Possierlich auch das Argument, dass die BW vom zivilberuflichen Know-How dieser Freiwillgen „profitieren“ könne. Wie stellt man sich das denn vor in der „Truppenpraxis“ der RSU-Kompanien ? Na ja, bis zu den Landtagswahlen in Bayern wird Berlin wohl diese Reservesoldatposse wohl „ertragen“ müssen.

  • Spike   |   31. Oktober 2017 - 8:38

    @Mike
    Doch, ich weiß wer A. Claus ist.

    Nein, ich habe ihn nicht persönlich kritisiert.

  • Memoria   |   31. Oktober 2017 - 9:16

    @SierraOscar:
    „Zu den Tätigkeiten im VfgR, oder wie man jetzt ganz hipstermäßig sagt, in der Assembly Area, gehört es immer noch, dass man versucht die 60cm tiefen Kettenspuren mit nem beschissenen Spaten weg zu kratzen um dann olle Äste und Gras drüber zu werfen. Und das in Zeiten von Drohnen, Eloka und anderen HighTech Aufklärungsmitteln. etc p.p…“

    Was wäre denn ihr Lösungsansatz?

    Mittlerweile gibt eine ganze Generation von Soldaten, die auf Tarnung gegen Aufklärung aus der Luft keinen Wert legen, weil man das im Einsatz nicht gebraucht hat.

    Nur kurz zum Verständnis ohne eine OT-Debatte zu eröffnen.

    Für Aktive und Reserve ist ein Umdenken in der Taktikausbildung notwendig, da – wie von Ihnen angesprochen – die Gegner sich sehr schnell weiterentwickeln.

    Dies spiegelt sich aber nach meinem Eindruck noch nicht in der lehrgangsgebundenen Ausbildung wider und schon gar nicht in der Truppenausbildung oder gar im GÜZ.
    Logischerweise noch weniger in Reserveübungen.

  • Insider   |   31. Oktober 2017 - 9:38

    @A.Claus
    Das ein Reservist Soldat ist, wenn er übt, ist mir klar.
    Reservist wird aber doch nur, wer mind. 1 Tag aktiv in der Bw gedient hat. Ein Ungedienter hat (wie der Begriff schon sagt) nie aktiv in der Bundeswehr gedient. Wie wird er also Reservist? Oder zählt die Teilnahme an einer Veranstaltung des VdRBw schon als aktives dienen? Muss er formell keinen Diensteid ableisten?

  • SierraOscar   |   31. Oktober 2017 - 10:24

    @Memoria…

    Was mein Lösungsansatz wäre… Das man langsam mal anfängt etwas Flexibilität in das Ausbildungskonzept zu bringen und eben aktuelle Entwicklungen identifiziert und Ansätze entwickelt die umgehend in die lehrgangsgebundene Ausbildung und Vorschriften aufgenommen werden.

    Genau das was Sie beschreiben, beobachte ich eben auch immer wieder, dass die Einsatzausbildung jegliches Verständnis für Op. vbd. K. zunichte gemacht hat. Manch junger Soldat wundert sich warum er im konventionellen Szenario im AA überhaupt Eigensicherung betrieben soll, er befände sich ja schließlich im freundlichen Teil diesseits des VRV. Was könnte man da antworten…
    360-Grad Bedrohung existiert aber nicht nur in AFG. Grüne Menschen und Sabotage bla bla, Sie wissen schon!

    Um jetzt aber schnell wieder vom OT wegzukommen… Vielleicht sind eben die Reservisten unter Berücksichtigung o.gen. Dinge gar nicht so ungeeignet für klassische Obj-Schutzaufgaben im Innland.

  • klabautermann   |   31. Oktober 2017 - 10:25

    @A. Claus | 31. Oktober 2017 – 0:05

    „………….Die Befugnisse ergeben sich aufgrund des UZwaGBw (Unmittelbares Zwanggesetz Bw), entsprechen Polizeibefugnissen, aber nur in Kasernen. Reservisten können in allen Liegenschaften der Bundeswehr eingesetzt werden, die einen militärischen Sicherheitsbereich haben. „Auftraggeber“ wäre der Kasernenkommandant oder das Landeskommando. Er kann nur als Soldat im Wachdienst, hier als Reservist in Übung handeln. Er darf dann eine Waffe mit Munition führen und trägt natürlich Uniform…….“
    Genau so ist es. Und das nennt dann der Flyer „eine anspruchsvolle und gesellschaftspolitisch bedeutsame Aufgabe,“
    Ich nenne das Volksverdummung und Bauernfängerei. Das Territorialheer wurde 2001 aufgelöst und was die Wehrpflicht anbelangt sollte mittlerweile bekannt sein, dass dieselbige dauerhaft ausgesetzt ist. Damit ist letztendlich den „Regionale Sicherungs- und Unterstützungskräfte“n die konzeptionelle und strukturelle Grundlage entzogen worden. Und nun erfindet der Reservistenverband also den freiwillig Reservedienstleistenden, dessen einzige fachliche und rechtliche Kompetenz darin besteht sich selbst und (s)einen militärischen Sicherheitsbereich zu sichern ? Das soll dann die BW den Landesregierungen als Regionale U&S-Kräfte des Bundes quasi „verkaufen“ ? Das hat was von Realsatire ;-)

  • ThoDan   |   31. Oktober 2017 - 10:44

    @Insider  

    Ich habe mehr als einen Tag in der BW gedient und NIE einen Diensteid geleistet.

    Die Regel Reservist muss in der BW gedient haben, ist eine sehr leicht zu ändernde Regel.
    In der National Guard oder Territorial Army etc. kann man auch sein ohne vorher in den regulären Streitkräften Dienst getan zu haben.

    War auch keine Voraussetzung für des Kaisers Landsturm.

    @Boots on the Ground  

    Ich bezog mich auf Personen, die nicht in der aktiven BW dienen wollen/können.

  • Koffer   |   31. Oktober 2017 - 10:47

    @A. Claus | 31. Oktober 2017 – 0:05
    „Es freut mich, dass Sie „als Fachmann“ meiner Argumentation bezüglich der RSU folgen.“

    Das habe ich glaube ich in keinem einzigen Teil!

    Ich habe gesagt, dass die RSUKp in ihrer jetzigen Struktur nicht sinnvoll sind, da sie für einen wirksamen Heimatschutz ingesamt zu wenige sind und für eine PR Aktion zu teuer.

    „Die RSU gehören per Definition nicht zur Infanterie, da die RSU Teil der SKB sind (TrGat gibt es nur im Heer).“

    Sorry, aber dieser Satz ist in beiden Teilen falsch.

    Die RSU gehören deswegen nicht zur Infanterie, weil sie weder infanteristisch kämpfen noch Aufgaben der Infanterie haben.

    Das sie zur SKB gehören würde sie nicht daran hindern zur Infanterie zu gehören. Zudem gibt es natürlich auch in der SKB TrGttg (z.B. Feldjäger oder die Heeresanteile im WachBtl, die zur Infanterie gehören, oder ein Großteil der Logistikbataillone).

    „Vergleichen wir mal den Auftrag mit dem „alten“ Sicherungsbataillon Heeres. Waren auch Reservisten und gehörten zur Infanterie.“

    Hm, schon bei den Sicherungsbataillonen damals war mehr als strittig ob es sich um Infanterie handelte. Vor allem weil die Sicherungsbataillone nicht zum Gefecht der verbunden Waffen (heute Einsatz/Operation verbundener Kräfte) befähigt waren, Infanteriebataillone aber schon.

    „Eine Fragen an den Fachmann: Welche Truppengattung würden Sie der RSU zuordnen und was verstehen Sie unter Heimatschutz.“

    1. Die RSUKp haben keine Truppengattung, sie sind Sicherungskräfte. Wach- und Sicherungsaufgaben sind per Definition durch alle Truppengattungen des Heeres bzw. der Landstreitkräfte auszuüben.
    2. Ein wirkungsvoller Heimatschutz hätte (hatte) vielfältige Aufgaben. Vor allem handelt(e) es sich um die Befähigung flächendeckend in Krise und Krieg Sicherungsaufgaben und (eingeschränkt und unter bestimmten Bedingungen) Verteidigungsoperationen durchführen zu können.

    Die RSUKp könnten hier durchaus eine Keimzelle bilden! Ich persönlich würde dies sehr begrüßen.

    Natürlich nur, wenn man häufiger üben würde und wenn man einen deutlichen Personalaufbau betreiben würde und wenn man entsprechend Material bereitstellen würde.

    Da das aber bisher nicht vorgesehen ist, ist jeder Euro und jede Ausbildungsstunde der/die in die aktuelle Struktur investiert wird m.E.n. sehr kritisch zu betrachten. Überspitzt gesagt: „zu wenig zum Leben, zu viel zum Sterben…“

    @SierraOscar | 31. Oktober 2017 – 7:33
    „Etwas mehr Respekt und kehren im eigenen Bereich, bitte!“

    Ich sehe hier (wie auch bei anderen Kommentatoren) sehr viele Emotionen, aber leider sehr wenig Bereitschaft nüchtern über einen zweckmäßigen Einsatz dienstlicher Ressourcen zu diskutieren..

  • A. Claus   |   31. Oktober 2017 - 10:49

    @Insider:
    Reservist wird aber doch nur, wer mind. 1 Tag aktiv in der Bw gedient hat. Ein Ungedienter hat (wie der Begriff schon sagt) nie aktiv in der Bundeswehr gedient. Wie wird er also Reservist? Oder zählt die Teilnahme an einer Veranstaltung des VdRBw schon als aktives dienen? Muss er formell keinen Diensteid ableisten?

    Kurz zum Ablauf der Ausbildung Ungedienter (versuche mal Bw-Begriffe möglichst zu vermeiden).

    Die Ungedienten werden wie andere Freiwillige gemustert (Untersuchung, dabei möglichst Beginn der „neuen“ Sicherheitsüberprüfung“) werden vom Karrierecenter erfasst (Personaltechnisch) und können dann mit der Ausbildung beginnen.

    Reservist und Soldat ist er mit dem ersten Tag, an dem er Dienst leistet, also bei einer militärischen Dienststelle übt und damit in ein Wehrdienstverhältnis (ein-) berufen wird. (Aus dem Konzept Reserve: „Werden Reservisten in ein Wehrdienstverhältnis berufen, sind sie Soldatinnen oder Soldaten mit den entsprechenden Rechten und Pflichten“).

    Im Rahmen der Ausbildung muss ein Gelöbnis durchgeführt werden. Nach erfolgreicher der Ausbildung und Prüfung wird dem Rekruten die Ausbildungsnachweis Soldat SK gegeben. Damit ist Grundausbildung abgeschlossen.

    Dies ist zurzeit nur möglich, wenn eine militärische Dienststelle die Ausbildung leitet. Bei den Veranstaltungen des VdRBw (VVag= Verbandsveranstaltungen) besteht kein Wehrdienstverhältnis.

  • Koffer   |   31. Oktober 2017 - 10:54

    @SierraOscar | 31. Oktober 2017 – 10:24
    „Vielleicht sind eben die Reservisten unter Berücksichtigung o.gen. Dinge gar nicht so ungeeignet für klassische Obj-Schutzaufgaben im Innland.“

    Wenn wir eine echte Reserve hätte, wäre ich bei Ihnen! Da liegt sehr viel Potenzial. Leider hat man in den letzten 27 Jahren da nur abgebaut und jetzt haben wir einen militärischen Scherbenhaufen, der nur aus politischen Gründen am Leben gehalten wird (Spiegeldienstposten und Einzelwehrübende (die ja nicht mehr so heißen) ausgenommen).

    Auch wenn es etwas hart dargestellt ist, @klabautermann hat mit seinen Aussagen m.E.n. Recht. Wir haben vor Jahren das Territorialheer und alles was dazu gehört aufgelöst. Mit der Aussetzung der Wehrpflicht entfällt auch die traditionelle Rekrutierungsart. Jetzt haben wir noch ein politisches „Feigenblatt“ und versuchen dieses mit Klimmzügen und halben Maßnahmen am Leben zu halten.

    Entweder machen wir es richtig (z.B. US System oder britisches System), aber das wird richtig Geld und Ressourcen kosten und auch einige Gesetzesänderungen nach sich ziehen oder wir lassen es.

    Ich persönlich würde für „richtig machen“ plädieren, aber dazu sehe ich derzeit noch keinen politischen Willen.

  • A. Claus   |   31. Oktober 2017 - 10:57

    @klabautermann:
    Das Territorialheer wurde 2001 aufgelöst und was die Wehrpflicht anbelangt sollte mittlerweile bekannt sein, dass dieselbige dauerhaft ausgesetzt ist. Damit ist letztendlich den „Regionale Sicherungs- und Unterstützungskräfte“n die konzeptionelle und strukturelle Grundlage entzogen worden.

    Und nun erfindet der Reservistenverband also den freiwillig Reservedienstleistenden, dessen einzige fachliche und rechtliche Kompetenz darin besteht sich selbst und (s)einen militärischen Sicherheitsbereich zu sichern ? Das soll dann die BW den Landesregierungen als Regionale U&S-Kräfte des Bundes quasi „verkaufen“ ? Das hat was von Realsatire ;-)

    Die konzeptionelle und strukturelle Grundlage der RSU-Kräfte ergibt sich aus der Aufgabe Heimtschutz:
    “Heimatschutz ist eine gesamtstaatliche Aufgabe. Der Beitrag der Bundeswehr zum Heimatschutz umfasst alle Fähigkeiten der Bundeswehr zum Schutz Deutschlands und seiner Bürgerinnen und Bürger auf deutschem Hoheitsgebiet. Hierzu gehören neben den originären Aufgaben (Überwachung und Gewähr-leistung der Sicherheit des deutschen Luft- und Seeraums, Landesverteidigung „im klassischen Sinne“, Absicherung militärischer Anlagen der Basis Inland) die subsidiär zu erfüllenden Aufgaben der Bundeswehr im Inland (Amtshilfe insbesondere bei Naturkatastrophen und schweren Unglücksfällen, zum Schutz kritischer Infrastruktur und bei innerem Notstand) im Rahmen geltender Gesetze.“

    Der VdRBw hat nichts mit dem Konzept zu tun. Grundlage hierfür ist ein Konzept des Stellvertretenden Generalinspekteurs

  • A. Claus   |   31. Oktober 2017 - 11:31

    @Koffer:
    „„Was genau ist Ihr Fachgebiet?“
    Das hatte ich doch bereits geschrieben: Fallschirmjägerstabsoffizier.“
    Allerhand! Da ich das ja auch bin, würde ich gerne mal wissen, welche Eigenschaften und Merkmale ich als „Fachmann“ habe. Befördert werden Offiziere, auch zum Stabsoffizier, abhängig von Dienstzeit, Beurteilung usw. Das „Fachmannsein“ gehört nicht dazu.

    „„Es freut mich, dass Sie „als Fachmann“ meiner Argumentation bezüglich der RSU folgen.“
    Das habe ich glaube ich in keinem einzigen Teil!“
    Sie haben die Aussagen bezüglich des Auftrages und des Ausbildungsstandes der RSU bestätigt.

    Zu den Truppengattungen (TrGat). Die SKB hat diese Truppengattungen des Heeres übernommen. Per se hat die SKB keine eigenen TrGat. Die Zugehörigkeit zur TrGat legt das Heer fest. So waren z.B. Panzergrenadiere früher Teile der Infanterie, auch Sicherungsbataillone gehörten zu Infanterie.

    Sicherung ist eine infanteristische Aufgabe, auch wenn diese zu allgemeinen Aufgaben gehört. Sicherung ist Teil der „Gefechtsausbildung aller Truppen“. Diese wird konzeptionell und was Vorschriften anbelangt on der Infanterie bearbeitet. Diese „aller Truppen“ Aufgabe ist der erste Schritt in infanteristischen Tätigkeiten.

    Ich zitiere aus den Eingangsbemerkungen der zugehörigen Vorschrift: „..die Grundsätze für die Führung einer kleinen Kampfgemeinschaft (mehrere Soldaten bzw. Soldatinnen, die einen gemeinsamen Auftrag haben) und Teileinheit (Gruppe, Trupp) sowie das Zusammenwirken dieser im infanteristischen Kampf wie auch..“

    D.h. es gibt den infanteristischen Kampf als allgemeine Aufgabe und mit diesem beschäftigen sich die RSU-Kräfte. Infanteristischer Kampf hat eine Bandbreite vom Einzelschützen und der Operation verbundener Kräfte.

    „1. Die RSUKp haben keine Truppengattung, sie sind Sicherungskräfte. Wach- und Sicherungsaufgaben sind per Definition durch alle Truppengattungen des Heeres bzw. der Landstreitkräfte auszuüben.
    2. Ein wirkungsvoller Heimatschutz hätte (hatte) vielfältige Aufgaben. Vor allem handelt(e) es sich um die Befähigung flächendeckend in Krise und Krieg Sicherungsaufgaben und (eingeschränkt und unter bestimmten Bedingungen) Verteidigungsoperationen durchführen zu können“

    Die Frage war, welcher TrGat die RSU (im Rahmen der Aus- und Weiterbildung) zuzuordnen sind. Kompanien müssen auf der Grundlage von Führungsvorschriften und TrGat-Vorschriften ausgebildet werden. D.h. für die RSU-Kräfte der Bereich der Jägertruppe und dem „Gefechtsdienst aller Truppen“. RSU-Kompanien haben zwei Sicherungszüge, die natürlich infanteristisch eingesetzt werden müssen.

    Die genaue Definition Heimatschutz ist in einem früheren Kommentar enthalten, bei Ihnen fehlen die subsidiären Aufgaben.

  • T.Wiegold   |   31. Oktober 2017 - 11:36

    Langsam wird es zu einem Dialog zwischen zwei Leuten… Ich bin gerne beim Austausch der jeweiligen E-Mail-Adressen behilflich.

  • klabautermann   |   31. Oktober 2017 - 12:06

    @A. Claus | 31. Oktober 2017 – 10:57
    Die Aufgabe „Heimatschutz“ ist imho ein konzeptionelles Relikt aus der Zeit der Neuausrichtung der BW als man nicht wußte wohin mit den Strukturen des TerrHeeres.

    Die klassische Heimatschutzaufgaben waren:
    Gewährleistung der militärischen Überwachung und Sicherheit innerhalb des gesamten Staatsgebietes, einschließlich der Bekämpfung feindlicher Luft- und Seelandungen
    Schutz wichtiger militärischer Einrichtungen
    Sicherung von Hauptverbindungslinien
    Schutz von Mobilmachungszentren und Aufstellungsräumen

    Davon ist nun übrig geblieben: Sicherung eigener militärischer Einrichtungen sowie die subsidiären Unterstützungsaufgaben im Katastrophenschutz/ZMZ.
    Die Indianer des Heimatschutzes wurden über die Wehrpflicht regeneriert und nun, nach dem Wegfall dieser Wehrpflicht, sitzen die Häuptlinge des Heimatschutzes ratlos im Kreis und fragen sich wo bekommen wir genügend Indianer her damit wir unsere Aufgaben erfüllen können, die bei näherer Betrachtung imho zum Selbstzweck degeneriert ist. @Koffer’s „Feigenblatt“-Metapher (…..dass wir einmal einer Meinung sind ;-)) trifft des Pudel’s Kern, denn im Hintergrund steht natürlich immer dieser Disput Einsatz der BW im Inneren……..“im Rahmen geltender Gesetze“.
    Falls die BW/der Reservistenverband glaubt genügend Indianer durch diese Ausnahmeregelung Freiwilliger Reservedienstleistender. rekrutieren zu können, dann ist das imho wieder einmal der untaugliche Versuch demographische Realitäten in Konzepte von vorgestern zu pressen. Wird nicht klappen – auch nicht wenn man das Konzept „Heimatschutz“ noch mehr potemkinisiert.

  • Insider   |   31. Oktober 2017 - 12:56

    @A.Claus
    Danke für die Aufklärung. Das Verfahren war mir bisher so nicht bekannt. Ich habe auch nicht gedacht das es Leute gibt, die so in das Reservistenwesen einsteigen.

  • Koffer   |   31. Oktober 2017 - 13:07

    @A. Claus | 31. Oktober 2017 – 11:31
    „Allerhand! Da ich das ja auch bin, würde ich gerne mal wissen, welche Eigenschaften und Merkmale ich als „Fachmann“ habe. Befördert werden Offiziere, auch zum Stabsoffizier, abhängig von Dienstzeit, Beurteilung usw. Das „Fachmannsein“ gehört nicht dazu.“

    Darüber könnte man streiten. Aber zugegebener Maßen war ich nicht ausreichend präzise, aber die regelmäßigen Kommentatoren in diesem Blog kennen sich und ich ging davon aus, dass Sie hier schon hin und wieder mitgelesen haben.

    Um auch Ihnen meine „credentials“ darzulegen. Ich bin seit 19 Jahren Fallschirmjäger, davon 6 Jahre in Chefverwendung. Aufsteigend von Ausbildungs- über Kampf- bis zur St-/VersKp (die letzte Verwendung allerdings ausgeliehen in der SKB). Ich habe zwei Einsätze, einer als S3 und einen als Mentor. Beide mit Infanterieaufgaben. In meiner letzten Truppenverwendung (etwas mehr als 2 Jahre her), war ich in der Führerausbildung der Fallschirmjägertruppe in verantwortlicher Position eingesetzt.

    Alles zusammen: ich glaube ich kann mich als „Fachmann“ für die Infanterie bezeichnen ;)

    „Sie haben die Aussagen bezüglich des Auftrages und des Ausbildungsstandes der RSU bestätigt.“

    Jetzt muss ich zurück rudern! Das habe ich tatsächlich!! Ich habe Ihre Aussage offensichtlich falsch eingeordnet.

    Und ich muss es vielleicht auch nochmals deutlicher unterstreichen: Die RSUKp in ihrer jetzigen Situation erfüllt nach meinem Kenntnisstand mindestens (!) hinreichend ihre Wachaufgaben und vermutlich zumindest anteilig auch ihre Sicherungsaufgaben.

    Ich habe allerdings erhebliche Zweifel am SINN der RSUKp in der jetzigen Form und ich streite ab, dass wir mit dem derzeit angedachten Modell der Regeneration durch Ungediente (witziger Hinweis, als ich „Ungediente“ eingab machte meine Autokorrektur daraus „Ungeliebte“) im „Schmalspurmodell“ den notwendigen Ausbildungsstand erhalten/erreichen werden.

    Ich persönlich habe übrigens nichts gegen eine Einbindung von Ungedienten in die Reserve (auch hier unterscheide ich mich von anderen Kommentatoren), ich habe nur etwas dagegen in dem beschriebenen „20-Tage in Kurzmodulen und danach keine regelmäßigen und obligatorischen Übungen z.B. nach dem System zwei Wochen im Jahre ein WE pro Monat.

    Dafür müsste es erhebliche Investitionen von Geld und anderen Ressourcen und zudem auch noch die eine oder andere Gesetzesänderung.

    [Diskussion um Infanterie]
    Da kommen wir beide wohl nicht zu einem Konsens. Angesichts der Mahnungen des Hausherren. Lege ich jetzt nicht erneut meinen Widerspruch dar.

    „Die genaue Definition Heimatschutz ist in einem früheren Kommentar enthalten, bei Ihnen fehlen die subsidiären Aufgaben.“

    Ich stimme Ihnen zu. Die subsidiären Aufgaben sind gerade in Friedenszeiten und in der Krise (und möglicherweise auch gerade bei hybriden Szenarien?!) ein wichtiger Teil des Heimatschutzes.

  • Koffer   |   31. Oktober 2017 - 13:09

    @A. Claus | 31. Oktober 2017 – 11:31
    Und noch ein NACHTRAG

    Wenn es Sie beruhigt: ich bin auch der Meinung, dass das bayerische Modell wesentlich mehr Potenzial bietet als die Auslagerung an den VdRBw.

    Wenn schon ein „Schmalspurmodell“ (verzeihen Sie den Seitenhieb), dann doch bitte wie in Ihrem Bereich durch die Bw und nicht durch einen Verein!

  • Mike   |   31. Oktober 2017 - 13:12

    Zu einem sinnlosen Dialog. @Koffer Sie hacken die ganze Zeit immer wieder auf ein paar Punkten herum. Lassen Sie es doch mal gut sein. Es gibt Menschen die finden RSU toll machen mit bzw. wollen mit machen. Fertig! Niemand will Ihnen den Mund verbieten aber wenn Sie mit der Entscheidung von Politik und Bundeswehr nicht einverstanden sind dann schreiben Sie doch der noch Ministerin einen Brief. Ich bin mir sicher, dass Ihnen geholfen wird.

  • Sascha   |   31. Oktober 2017 - 13:35

    @Koffer,
    – „der Begriff „AGA“ wird von offizieller Seite genutz.

    Wie gesagt, dass stärkt nicht mein Vertrauen in diese Ausbildung…“

    Ihr Vertrauen muss auch nicht bestärkt werdent, jedoch haben Sie Hr. H. Schnitzler versucht zu diffarmieren aufgrund des korrekt angewandten Begriffes.

    – „Ebenfalls unerheblich ist es, was ein aktiver FschJgStOffz mit 20 Jahren Diensterfahrung von dem Konzept hält.

    Wiederum die Frage: warum sollte ich als Staatsbürger in Uniform und militärischer Fachmann nicht meine Meinung sagen?“

    Ihre Meinung können SIe jeder Zeit sagen, jedoch als privat Person und nicht als „militärischer Fachmann“

    „Ein Hobby kann es per Definition nicht sein, da ein Hobby weder ein Einkommen generiert, noch ein Beruf ist.“

    -„Jepp, genau. Deswegen sehe ich ja bei vielen Reservisten eben auch nur ein Hobby und keinen Beruf und auch keine Berufung… Nicht bei allen, aber leider bei zu vielen. Wobei ich hier deutlich die ehemaligen SaZ/BS und die externen geworbenen Spezialisten ausnehmen, die in der Truppe und in Spezialverwendungen dringend benötigte Dienste erbringen.“

    Hier widersprechen Sie sich gerade, es sei den, dass Soldat sein ist kein Beruf und generiert kein Einkommen.
    Bitte nocheinmal überarbeiten.

    -„Des Weiteren kann man ein Hobby jeder Zeit ohne Aufwand abbrechen. Statt dessen wende einige 1/3 des Jahresurlaubes dafür auf den Job von jemand anderem zu machen.“

    Wie man aus dem Flugblatt zu dieser Ausbildung wörtlich erkennen kann sind es 2 bis 10 Tage. Einige werden also sicherlich einen Teil ihres Jahresurlaubs aufwenden. Möglicherweise sogar bis zu einem Drittel.

    Möglicherweiße sogar nahe 50%. Gesetzliche mindesturlaub dürfte 24 Tage sein.

    -„Wären Sie dazu bereit?“

    Für mein Hobby oder für meinen Beruf?

    SIe sind lustig, nehme Sie sich Urlaub um Ihren Beruf weiter zu machen? (Das ist nicht mal in der Wirtschaft ohne weiteres zulässig!)

    -„Was genau ist Ihr Fachgebiet?“

    Das hatte ich doch bereits geschrieben: Fallschirmjägerstabsoffizier.

    Vielen Dank für Ihren Rang. Was ist Ihr Fachgebiet?

  • T.Wiegold   |   31. Oktober 2017 - 13:38

    Ich denke, es reicht. Die Herren können sich ihre Förmchen bitte in einem anderen Sandkasten vorzeigen und um die Ohren hauen.