Deutsch-französische Pläne: Neuer Panzer, neuer Kampfjet gemeinsam (Update)

Beim deutsch-französischen Ministerrat am Donnerstag in Paris haben sich beide Länder auf eine weit reichende weitere Zusammenarbeit in der Verteidigung verständigt.
Update: Inzwischen, am Freitagmorgen, liegt die offizielle deutsche Übersetzung der Schlussfolgerungen auch für den Verteidigungsbereich vor. Ein Teil zu den geplanten militärischen Fähigkeiten deshalb jetzt hier in der natürlich treffsicheren Übertragung der Fachleute:

Gemeinsame Entwicklung militärischer Fähigkeiten

• Landsysteme der nächsten Generation
Frankreich und Deutschland werden ihre Zusammenarbeit beim Bau eines gemeinsamen Nachfolgers der heutigen Kampfpanzer- und Artilleriesysteme fortführen.

Die Zusammenarbeit soll für andere Mitgliedsstaaten geöffnet werden, wenn diese Planungen hinreichend ausgereift sind. Nach erfolgreichem Abschluss der bilateralen Konzeptstudienphase wird bis Mitte 2018 ein Fahrplan für die nächste Phase ausgearbeitet.
Zur Erarbeitung einer gemeinsamen Vision unserer Rüstungskooperation im Landbereich wird eine hochrangige Arbeitsgruppe eingesetzt.

• Seeaufklärungssysteme
Frankreich und Deutschland kommen überein, dass sie eine europäische Lösung anstreben, um die aktuellen französischen und deutschen Fähigkeiten zu ersetzen. 2018 wird ein gemeinsamer Fahrplan erarbeitet.

• Eurodrohne
Frankreich und Deutschland betonten die Bedeutung des Grundsatzes, dass beide Länder gemeinsam – und zusammen mit Spanien und Italien – im Eurodrohnen‑Programm bleiben. Frankreich und Deutschland sind übereingekommen, die aktuelle Konzeptstudie auf der Grundlage eines zweimotorigen Designs fortzuführen, um vereinbarte zentrale Aufträge und deutsche Zulassungsanforderungen zu erfüllen. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Vereinbarkeit von Einsatzleistung (einschließlich Verlegbarkeit und Wartungsaufwand) und Finanzierbarkeit über den gesamten Lebenszyklus hinweg gerichtet sein. Die Eurodrohne wird über ein europäisches Missionseinsatzsystem, mit allen erforderlichen militärischen Fähigkeiten verfügen. In diesem Rahmen wird Deutschland das Programm leiten. Wir streben einen Entwicklungsvertrag vor 2019 an.

• Kampfflugzeuge
Frankreich und Deutschland kommen überein, gemeinsam ein Künftiges Kampfflugzeug zu entwickeln, um langfristig ihre aktuellen Kampfflugzeugflotten zu ersetzen. Beide Partner haben das Ziel, bis Mitte 2018 einen gemeinsamen Fahrplan zu erarbeiten.

•Hubschrauber
Frankreich und Deutschland kommen überein, einen Rahmen für die Zusammenarbeit bei der nächsten Generation des Tiger‑Hubschraubers und einem gemeinsamen Programm für taktische Luft/Boden‑Flugkörper zu schaffen.

• Raumfahrt
Frankreich und Deutschland kommen überein, dem Europäischen Auswärtigen Dienst Satellitenbilder (SARah/CSO) zur Verfügung zu stellen, nach Möglichkeit in Partnerschaft mit anderen Mitgliedstaaten. Sie kommen ferner überein, mit dem Ziel einer gemeinsamen koordinierten Weltraumlage im Bereich der militärischen Überwachung des Weltraums zusammenzuarbeiten. Sie betonen, dass für das Galileo‑Programm ein hohes Sicherheitsniveau nötig ist, um die strategische Unabhängigkeit Europas (insbesondere bezüglich militärischer Anwendungen) und die internationale Glaubwürdigkeit von Galileo zu gewährleisten.

• Digitale Zusammenarbeit
Frankreich und Deutschland kommen überein, eine Strukturierte Zusammenarbeit zwischen ihren jeweiligen Cyberkommandos einzugehen, auch durch den Austausch von Personal in diesem Bereich. Sie werden ferner Analysen austauschen, insbesondere zu Systemen der Cybersicherheit, die in von beiden Ländern gemeinsam entwickelte Waffensysteme integriert werden sollen, und die gemeinsame Entwicklung von Algorithmen für Software‑Netzwerke beschleunigen. Deutschland wird sich der europäischen ESSOR‑Initiative der OCCAR zur Entwicklung einer interoperablen softwaredefinierten Funktechnik anschließen.

• Innovation
Frankreich und Deutschland werden eine engere Zusammenarbeit bei Forschung und Technik im Verteidigungsbereich fördern. Insbesondere werden sie mit dem Ziel einer größtmöglichen gemeinschaftlichen Finanzierung und der Vermeidung von Konkurrenz zwischen unseren beiden Ländern an gemeinsamen Prioritäten arbeiten, die im Rahmen der neuen Europäischen Vorbereitenden Maßnahme und des künftigen Europäischen Verteidigungsforschungsprogramms finanziert werden sollen.
Frankreich und Deutschland werden eine gemeinsame Strategie erarbeiten, um Forschung und Technik im Bereich der digitalen Dual‑use‑Technologie (weit gefasst – einschließlich künstliche Intelligenz, Robotik, Quantencomputing) zu bündeln und zu intensivieren und die Auswirkungen dieser Technologie auf den Verteidigungsbereich zu analysieren. Ein gemeinsamer industrieller Fahrplan wird erarbeitet werden, in dem unter Berücksichtigung bestehender Initiativen vorrangige Bereiche ermittelt, der Transfer von Wissen von der Forschung in die Industrie erleichtert und Finanzmechanismen identifiziert werden.

• Überprüfung des Sachstands
Die Verteidigungsminister Deutschlands und Frankreichs werden im Oktober 2017 zusammenkommen, um die Fortschritte bei den genannten gemeinsamen Maßnahmen zu überprüfen.
Deutschland und Frankreich werden daran arbeiten, ihre Rüstungsexport-Kontrollrichtlinien zu koordinieren.

II. Verbesserung der operativen Zusammenarbeit

• G5‑Sahel‑Zusammenarbeit
Die Sahelzone ist zahlreichen Sicherheitsbedrohungen ausgesetzt, insbesondere einem konstanten Druck durch terroristische Vereinigungen und Schmuggel in großem Stil. Frankreich, Deutschland und die G5‑Sahel‑Länder haben ein gemeinsames Interesse daran, diese Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Wir bekennen uns zu einer gemeinsamen Initiative zur Unterstützung der Entwicklung einer multinationalen G5‑Eingreiftruppe, um illegale grenzübergreifende Aktivitäten und terroristische Vereinigungen wirksamer bekämpfen zu können. Um Eigenverantwortung zu gewährleisten, sollten die G5‑Länder selbst ambitionierte Beiträge leisten. Deutschland und Frankreich beabsichtigen, die Fähigkeiten der multinationalen G5‑Eingreiftruppe durch Ausrüstung und Ausbildung substanziell zu unterstützen. Diese Initiative markiert einen Ausgangspunkt für verstärkte bilaterale europäische Unterstützung und ist Bestandteil der übergreifenden gemeinsamen Bemühungen der VN und der EU. Künftig würde die Hohe Vertreterin der Union für Außen- und Sicherheitspolitik bei der Koordinierung der Unterstützung der EU sowie gegebenenfalls der Mitgliedstaaten eine zentrale Rolle spielen.

• NATO
Als Teil der verstärkten Vornepräsenz des Bündnisses wird Frankreich mit Deutschland als Rahmennation 2018 Truppen für den von Deutschland geführten NATO‑Gefechtsverband in Litauen stationieren. Dieser gemeinsame Einsatz wird einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Interoperabilität unserer Streitkräfte leisten.

• Zusammenarbeit der Luftstreitkräfte
Im Einklang mit dem von den Verteidigungsministern am 10. April unterzeichneten Regierungsabkommen haben sich Frankreich und Deutschland verpflichtet, bis 2021 eine binationale Einheit militärischer Transportflugzeuge des Typs C130J zu schaffen und in Evreux ein bilaterales Ausbildungszentrum einzurichten. Diese Initiative wird einen Beitrag zur Schaffung einer gemeinsamen Einsatzkultur unserer Luftstreitkräfte leisten.

Aus den 31 Seiten Gesamt-Gipfelerklärungen zu allen Politikfeldern habe ich mal die sechs Seiten zum Deutsch-französischen Verteidigungs- und Sicherheitsrat separiert; hier zum Herunterladen:

Deutsch-französischer Verteidigungs- und Sicherheitsrat, 13.7.2017

Im Gegensatz zu dem spezifischen Teil zur Verteidigungspolitik wurde die gemeinsame Erklärung zu diesem Ministerrat insgesamt bereits am Vortag  veröffentlicht; darin fehlen aber natürlich die Details. Zum Thema Verteidigung aus dieser Erklärung:

Bei der Sitzung des Deutsch-Französischen Verteidigungs- und Sicherheitsrats haben der französische Staatspräsident und die deutsche Bundekanzlerin mit den Außen-, Verteidigungs-, Innen- und Entwicklungsministern darüber beraten, wie wir den Menschen in Frankreich, Deutschland und Europa mehr Sicherheit bieten können.
Deutschland und Frankreich setzen sich für eine vertiefte und verbesserte Zusammenarbeit bei der europäischen Sicherheit und Verteidigung ein. Wir haben uns auf gemeinsame Verpflichtungen geeinigt, die es ermöglichen werden, unseren Partnern eine Vereinbarung über einen neuen, ehrgeizigen und inklusiven politischen Rahmen (die „Ständige Strukturierte Zusammenarbeit“) vorzuschlagen.
Frankreich und Deutschland haben ebenfalls gemeinsame Voraussetzungen dafür benannt, um den Europäischen Verteidigungsfonds zum Erfolg zu führen. Ferner haben unsere beiden Länder eine „Allianz für den Sahel“ initiiert, die durch eine engere Abstimmung und signifikante finanzielle Mittel zur Stabilität und zur Entwicklung der Region beitragen wird, als einzige langfristige und nachhaltige Antwort auf den Terrorismus. Zur Stärkung der inneren Sicherheit haben Frankreich und Deutschland ihre Initiativen zur besseren Kontrolle unserer Grenzen, zum verstärkten Informationsaustausch und für den entschlossenen Kampf gegen die Terrorismuspropaganda im Internet vereinbart. Wir wollen auch unseren Cyber-Raum besser schützen, um ihn nicht Terroristen zur Radikalisierung und Rekrutierung zu überlassen.

Nachtrag: Eine Bewertung dazu aus der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik:

Eine Revolution für Europas Rüstungsindustrie

(Archivbild: Tiger im deutsch-französischen Ausbildungszentrum in Le Luc – Bundeswehr/Rott via Flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

113 Kommentare zu „Deutsch-französische Pläne: Neuer Panzer, neuer Kampfjet gemeinsam (Update)“

  • Zimdarsen   |   19. Juli 2017 - 17:55

    Die Kooperation D-F soll ab 2040 eine fliegende Plattformen zur Luft-Luftverteidigung zum Ergebnis haben. Damit ist eine Entwicklungslösung für ein FCAS eher unwahrscheinlich. Dies bedeutet für den Tornado wird es eng und er wird wohl früher einen Ersatz bekommen.

  • Klauspeterkaikowsky   |   22. Juli 2017 - 19:42

    Die https://dgap.org/en/think-tank/publications/dgapviewpoint/revolution-europes-defense-industry
    ordnet die DEU-FRA Rüstungszusammenarbeit politisch ein.
    Keine Chance für UK Teilhabe, kein Endabnehmer (mehr) für U.S.-Produkte.
    DEU nimmt seine (neue) Rolle an.

  • Zimdarsen   |   22. Juli 2017 - 21:36

    @Klauspeterkaikowsky

    Das Gegenteil ist der Fall, die Chance für die F-35 als Tornado Nachfolger ist gestiegen.

  • Elahan   |   23. Juli 2017 - 10:14

    Im Moment ist die F-35 zumindest in den USA auch etwas günstiger im Betrieb als ein EF.

    https://www.flightglobal.com/news/articles/f-35a-cost-and-readiness-data-improves-in-2015-as-fl-421499/

    Doch wenn es dann mal die F-35 G gibt, dann sieht das bestimmt anders aus.

  • K.B.   |   23. Juli 2017 - 10:37

    @KPK:

    Wollen Sie T.W. absichtlich ärgern oder warum verlinken Sie mal wieder einen Text, der auch schon im Originalartikel verlinkt ist? :-)

    @DGAP:

    Dass die Apologeten einer Verteidigungseuropäisierung diese Vereinbarung hochjubeln, ist doch nicht überraschend. Aber bei der ganzen Bewertung ist viel Wunschglauben mit dabei und sie ist – meiner Meinung nach – rüstungspolitisch falsch:

    1. „Das Projekt ist politisch, industriell und strategisch zum Erfolg verurteilt, weil „too big to fail“. Dennoch ist Vorsicht geboten, denn die Risiken sind vielfältig.“

    Entscheidend ist das grundsätzliche principal-agent-Problem bei solchen transnationalen Projekten ohne jede Form des Wettbewerbs. Die Interessen von Staaten und Unternehmen sind nun einmal nicht deckungsgleich.
    Man könnte zudem die DGAP-Bewertung geradezu naiv nennen, weil hier sehenden Auges in eine „too big to fail“-Situation reingesteuert wird. Von Rüstungsbeschaffungen bis hin zur Bankenrettung hat sich genau dieses Prinzip als verheerend erwiesen. Und nun soll es die Rettung der europäischen Verteidigungsindustrie sein?

    2. „Dieses europäische Projekt ist aber groß genug, um die nationalen Kirchtürme kleiner werden zu lassen. In den ersten 30 Jahren werden Deutschland und Frankreich gemeinsam ca. 60 bis 80 Mrd. Euro ausgeben und setzen damit Anreize für die Industrie, nicht kleinen nationalen Projekten nachzujagen sondern an diesem großen transnationalen teilzunehmen.“

    Damit wird die schwindende, aber noch vorhandene, breite Basis der deutschen, oft mittelständischen Verteidigungsindustrie zuverlässig zerstört. Und damit wird die Leistungsfähigkeit der Streitkräfte nachhaltig beschädigt.
    Denn wenn EIN Großprojekt den Löwenanteil der Verteidigungsinvestitionen auffrisst, bleibt kein Geld mehr für Beschaffungen in der Breite bei Heer, Marine, SKB, CIR – und selbst in der Luftwaffe.
    Da reicht ein Blick auf die aktuelle Lage der Bundeswehr: Die fliegenden Verbände sind mit teuren Hochglanz-Produkten ausgerüstet, während es in der Breite an grundlegenden Sachen wie modernen Funkgeräten, Nachtsichtgeräten oder einfach nur Wintermänteln in der richtigen Größe fehlt.

    Letztlich könnte dieses Vorgehen sogar den kontraproduktiven Effekt haben, dass es zu einer größeren Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten kommt. Denn wenn bei den vielfältigen kleineren Investitionen gespart werden muss, werden diese dort getätigt, wo es interoperable Massentechnik zu günstigen Preisen gibt: In den USA.

  • Milliway   |   23. Juli 2017 - 11:47

    @ Elahan | 23. Juli 2017 – 10:14

    Die Frage ist eigentlich warum bei uns die CPFH für den Eurofighter nicht so sinkt ?
    Sollten uns wie Österreich schnellst möglich nach einen Ersatz umsehen !

  • Milliway   |   23. Juli 2017 - 12:04

    Obibiber | 14. Juli 2017 – 13:33

    „Also dann doch am liebsten die F35“

    wenn schon 35 dann Su-35

    https://de.sputniknews.com/politik/20170507315668554-f-35-luftkampf-su-35-chancen/

    Wie viele Arbeitsanteile und Technologiezugang bekommt die deutsche Industrie bei einer Beschaffung der F-35?
    Vermutlich keine, da wir nicht F-35 Partner sind. Bei einer Su-35MK2 sind hingegen bis zu 100 Prozent Arbeitsanteile und voller Technologiezugang möglich.
    Alleine der Umstand dass unsere Führung sich mit der F-35 beschäftigt zeigt, dass diese völlig mit diesen Thema überfordert ist.
    Wer Deutschland dienen will, gibt endlich die Verantwortung an einer Beschaffungsagentur ab.

    Als erstes müssen wir ein neue militärische Luftfahrtstrategie einleiten
    Als zweites müssen wir wieder eine eigene Luft und Raumfahrt Industrie aufbauen, aktuell sind wir nur die verlängerte Werksbank von Frankreich und Großbritannien.

    Des Weiteren brauchen wir einen passenden Hersteller Namen für unsere FCAS.
    (Das reaktivieren traditionelle Flugzeughersteller wie Arado, Focke-Wulf, Heinkel oder Junkers wäre eine Möglichkeit.)

    Wir brauchen jetzt neue Flugzeuge um Fähigkeitslücken zu schließen und aktuelle Aufgaben nachkommen zu können, nicht erst 2040 !

    Warum 20 Jahre warten, die FCAS Technologie ist schon heute verfügbar, einfach an eine erfolgreiche Flugzeugfamilie an docken

    Da aktuell weiter Nationen die Beschaffung neuer Flugzeuge planen wäre es dumm diese Aufträge nicht abzugreifen.

    Für den Trainerwettbewerb TX schicken wir mit Northrop Grumman Kurzfristig noch einen zweimotorigen Entwurf auf Basis der S-54 ins Rennen
    (Das Airbus sich nicht mit ihren Mako/HEAT an Trainerwettbewerb TX beteiligt hat, zeigt doch nochmal klar das Geschäftsmodell von Airbus auf.)

    Das von Airbus präsentierte FCAS Konzept ist doch eigentlich nur eine plumpe Kopie des PAK-FA Programm.

    https://www.aerosociety.com/news/airbus-reveals-tornado-successor-concept-for-2040s/

    Die Goldrandlösung ist, wir setzen auf das Original und gehen ein Joint Venture mit Sukhoi ein !

    https://sputniknews.com/russia/201707201055709209-russia-t-50-pak-fa-nervous-system/

    Tornado und Eurofighter werden umgehend durch eine europäisierte Version der Su-34 / Su-35 ersetzt.

    Parallel beteiligen wir uns nach Indien an der PAK-FA / FGFA Programm, das dann eben Pfalz eingeführt wird. Alle drei Flugzeuge bekommen das neue AL-41 Triebwerk („Artikel 129“).

    Als Alternative macht eigentlich nur noch die F-15SE Silent Eagle oder ASF-14 (Advanced Strike Fighter-14) Tomcat II Sinn, aber auch nur wenn die Maschinen Zeitnah kommen.

    Zu Bedenken ist noch,

    -Wenn Airbus endlich ihre Maschine fertig hat, fliegen die ersten Nationen bereits Flugzeuge der 6. oder 7. Generation und wir fliegen weiter hinter her !
    – Wenn haben wir tatsächlich die Wiedervereinigung zu verdanken und wer sogt dafür das Wir ( Gaskunden ) es in Winter kuschlig warm haben ?

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   23. Juli 2017 - 12:51

    @K.B.
    Unterschied von drei Tagen der Veröffentlichung in DEU und englischer Version. Wenn Sie dann auch noch die FRA dazunähmen und vergleichsweise analysierten, würde ein Schuh draus.
    Qua multi- und sogar internationaler Bedeutung des Projektes, verlassen Sie sich besser auf das Englische.

    Im Vorhaben wird klar, das unter Hollande initiierte FRA-GBR Zusammenarbeitsprojekt, z.B. Träger, steht nicht mehr im Fokus und ist weder für Paris noch Berlin politisch bewertet. Zudem wird das UK zusätzlich zum Brexit Trump noch mehr in die Arme getrieben und der Waffenexportmarkt analytisch vernachlässigt: Ein Käufer im z.B. MENA-Raum kauft angelsächsisch oder DEU-FRA, mit DEU als unsicherem Kantonisten hinsichtlich der bekannten Exportrichtlinien?
    Die kategorische Ausgrenzung der Briten ist falsch!

  • Voodoo   |   23. Juli 2017 - 13:40

    (Das reaktivieren traditionelle Flugzeughersteller wie Arado, Focke-Wulf, Heinkel oder Junkers wäre eine Möglichkeit.)

    Da gibt es nichts zu reaktivieren, denn alle diese Firmen existieren nicht mehr. Die deutsche Luftfahrzeugindustrie, die ein derart großes Projekt stemmen könnte, konzentriert sich beim quasi-Monopolisten AIRBUS, der die o.a. Firmen in seinem Entstehungsprozess aufgesogen hat. Damit hat niemand sonst mehr die Fähigkeiten und/oder das Personal für den militärischen Flugzeugbau – und damit endet die Überlegung eigentlich schon.

  • Elahan   |   23. Juli 2017 - 13:57

    @Millway

    „Die Frage ist eigentlich warum bei uns die CPFH für den Eurofighter nicht so sinkt ?“

    Das begann wohl mit Rühe und dem Schummeln bzgl Avionik-Ausrüstung, Strecken des Projekts, bis hin zu den unzähligen Reformen.

    Jeder Reform lag keine klare Aufgabenkritik zu Grunde somit wardie Waffensystemlogitik immer Opfer und nie optimierte Organisation. Hinzu kamen im laufe der Zeit extra Wünsche und technische Änderungen. Wer abschließend aus einem Jäger einen Jagdbomber machen will braucht sich nicht zu wundern wenn nichts mehr geht. Am Ende ist die verfehlte Politik in der Waffenystemlogistik (Lager auf der Straße sind leider nicht vorhanden -just in time- eine Lüge im Militär, Ausbildung von Hochwertpersonal einschl der Entlassung nach 12Jahren wenn sie brauchbar sind) der absoulute Preistreiber.

    Sollten uns wie Österreich schnellst möglich nach einen Ersatz umsehen !

  • uli   |   23. Juli 2017 - 14:07

    @KPK
    Den Briten gefällt das deutsch-franz. Abkommen auch ganz und gar nicht. Die (sehr) britische Reaktion:
    Zitat (Verteidigungsattache) Brig.Gen. Rider:
    „The UK believes that Germany will also be interested in some form of participation UK-France Future Combat Aircraft System program.“
    http://www.defensenews.com/articles/amid-brexit-germany-and-uk-to-expand-defense-cooperation

  • K.B.   |   23. Juli 2017 - 15:28

    @KPK:
    Bei einer stichprobenartigen Überprüfung habe ich keine inhaltlichen Abweichungen zwischen dem deutschen und dem englischen Text gefunden, aber lassen wir diesen Nebenkriegsschauplatz.

    Ist denn dieser Vertrag solch eine dezidierte Ausgrenzung der Briten, wie Major/Möller und Sie argumentieren? Oder ist es einfach erstmal nur eine Absichtserklärung, wo man sehen muss, was kommen wird?
    Sie erwähnen die Lancaster House Vereinbarung. Auch diese wurde anfangs als große GB-F-Verbrüderung unter Ausschluss der sonstigen Partner aufgenommen. Mit der Zeit relativiert sich das Bild und konkrete Ergebnisse zeigen sich, wenn überhaupt, nur sehr langsam. Ich erkenne nicht, warum es bei der deutsch-französischen Vereinbarung jetzt anders sein soll. Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

    uli hat bereits den defensenews-Artikel verlinkt. Wenn die Briten jetzt ein bisschen Angst davor bekommen, abgehängt zu werden und deswegen fleißig mit der Presse sprechen, kann das nicht schaden. Aber inhaltlich ist diese deutsch-britische Kooperation ja vorhanden und wird nicht über Nacht gestoppt, nur weil es jetzt ein neues deutsch-französisches Papier gibt.

    Ein paar gute, kritische Anmerkungen zur D-F-Kampfflugzeugentwicklung (auch wenn Richard Aboulafia das mit dem Jahr 2040 übersehen hat):
    http://richardaboulafia.com/shownote.asp?id=527

  • Milliway   |   23. Juli 2017 - 18:14

    @ Voodoo | 23. Juli 2017 – 13:40

    Zitat : „Da gibt es nichts zu reaktivieren, denn alle diese Firmen existieren nicht mehr. Die deutsche Luftfahrzeugindustrie, die ein derart großes Projekt stemmen könnte,“

    Genau darum Dreht sich alles, wir haben tatsächlich nichts !

    Wir benötigen eigentlich nur die Namerechte

    Dass die Leonardo M-346 / T-100 auf der Jak-130 basiert wissen die wenigsten und sowas in der Art kriegen wir doch auch gebacken.

    Die Eurofighter Produktion wird schon gestreckt und läuft in Absehbarer Zeit aus.

    Wie geht es dann weiter ?

    Airbus (Eurofighter) hat einen großen Schluck aus der Pulle bekommen, aber die Investition war nicht nachhaltig, da nichts eigenständiges auf die Beine gestellt wurde.
    Die Neu zugründende Gesellschaft übernimmt den auf deutschen Boden bestehenden militärischen Starrflügler Bums von Airbus, für den Symbolischen Euro. Sollte das nicht gelingen wird ein Vertrag nach den andern wegen nicht Erfüllung gekündigt.
    Aktuell hat es den Anschein dass das Projekt FCAS wie seine Vorgänger Projekte zu einem Flop entwickeln wird.
    ( Siehe auch Link in Beitrag @ Ludwig G. | 14. Juli 2017 – 14:03 )

    @ K.B. | 23. Juli 2017 – 15:28

    Betreff Link: Richard Aboulafia irrt sich auch in einen zweiten Punkt.
    Deutschland und Frankreich haben viele gemeinsame Projekte angeschoben, aber niemals ein Fighter Projekt.

    Nicht ganz richtig,

    Frankreich hat sich ca. 1983 in Streit um die Systemführerschaft / Arbeitsanteile aus den heutigen Eurofighter Programm zurückgezogen und das Rafale Programm aufgelegt !
    Beim FCAS wir es nicht anderes sein, die Franzosen werden auf die Systemführerschaf pochen.