DroneWatch: Bundeswehr soll bewaffnete Drohnen ab 2019 bekommen

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Die Bundeswehr soll ab Anfang 2019 über Drohnen des israelischen Typs Heron TP verfügen, die wenig später auch bewaffnet nutzbar sind. Diesen Zeitplan nannte das Verteidigungsministerium in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei zu den Drohnenplänen der Truppe. Die Antwort war bereits am vergangenen Wochenende im Wesentlichen bekannt geworden; inzwischen veröffentlichte der Abgeordnete Andrej Hunko den – vom Bundestag noch nicht publizierten – Antwort-Text auf seiner Webseite (zusammen natürlich mit seiner Positionierung dazu).

Überraschend ist nicht, dass die die Heron TP-Drohnen am Herstellungsort Israel auch stationiert werden sollen – das hatte das Verteidigungsministerium bereits im Januar bei der Entscheidung für dieses unbemannte Flugsystem angekündigt. Überraschender ist schon eher der Umgang mit der geplanten Bewaffnung:

Die Informationen zur Bewaffnung sind von israelischer Seite ohne Ausnahme als „GEHEIM“ eingestuft. Die Weitergabe jeglicher Informationen unterliegt den Geheimschutzregelungen und während der vorvertraglichen Klärungsphase den Freigabebeschränkungen des Staates Israel.

Nun ist gerade die Bewaffnungsfähigkeit der Drohnen ein in Deutschland sehr kontrovers diskutierter Punkt. Und nicht zuletzt deshalb hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen den Bundestagsabgeordneten recht früh das überraschende Angebot gemacht, dass das Parlament bei einem Einsatz auch darüber entscheiden solle, ob die unbemannten Systeme mit Bewaffnung in diese Mission geschickt werden sollten.

Das bedeutet gleich zwei Entscheidungen des Bundestags über bewaffnete Drohnen – einmal bei der Beschaffung, das zweite Mal vor einem möglichen Einsatz. Ob sich da die Abgeordneten auch der eigenen Koalition mit der Aussage zufrieden geben werden, dass die Informationen zur Bewaffnung geheim sind? Vor allem, wenn die parlamentarische Befassung für Anfang kommenden Jahres geplant ist?

Auf den Punkt gebracht: Die Parlamentarier sollen in einem Wahljahr die Entscheidung über die Beschaffung von Kampfdrohnen treffen, ohnehin ein Reizthema in der deutschen politischen Debatte. Da wird das Ministerium mit der schulterzuckenden Aussage, die Israelis hätten leider die Informationen zu den Waffen als geheim eingestuft, kann man nix machen, tut uns leid, nicht allzu weit kommen.

Zum Zeitplan und zum Umfang noch die wesentlichen Aussagen aus der Antwort auf die Kleine Anfrage:

Die unbemannten Luftfahrzeuge des Typs Heron TP, das zum Betrieb dieses Luftfahrzeuges notwendige Peripheriegerät (s. Frage 2b)sowie der technisch-logistische Betrieb sollen durch die Inanspruchnahme einer Dienstleistung mit der deutschen Firma Airbus Defence and Space Airborne Solutions (ADAS in Bremen) als Hauptauftragnehmer und der ISR Fa. Israel Aerospace Industries Ltd (IAI) als Hersteller des Systems und Unterauftragnehmer von ADAS realisiert werden. Der Dienstleistungsvertrag soll die Bereitstellung der vom Auftraggeber geforderten Flugstunden mit einer vorgegebenen Verfügbarkeit gewährleisten. Der Zulauf der ersten zwei Luftfahrzeuge soll ca. 24 Monate nach Vertragsschluss beginnen, der für die Folgesysteme dann in einem jeweils dreimonatigen Abstand. Die Stationierung und der Grundbetrieb des Heron TP in Israel, die Ausbildung der deutschen Besatzungen sowie die Bewaffnung, sollen im Rahmen von Regierungsvereinbarungen (MoU) mit dem Staat Israel festgelegt werden. Im Rahmen des Dienstleistungsvertrages sollen weiterhin Vorkehrungen für eine technisch-logistische Betreuung in einem eventuellen Einsatz getroffen werden. (…)
Die derzeitige Planung sieht einen Vertragsschluss nach einer parlamentarischen Befassung Anfang 2017 vor.

(Foto: Heron TP auf der ILA 2016)

45 Kommentare zu „DroneWatch: Bundeswehr soll bewaffnete Drohnen ab 2019 bekommen“

  • dallisfaction   |   23. August 2016 - 11:59

    Von wie vielen System ist denn die Rede? Und warum wird Israel als Stationierungsort gewählt? Wird dann Deutsches Personal in Israel stationiert? Ich habe die Entwicklung nicht besonders intensiv verfolgt, weil der Prozess bekanntermaßen eher schleppend verlief.

  • T.Wiegold   |   23. August 2016 - 12:20

    Einfach die verlinkten früheren Meldungen lesen?

  • klabautermann   |   23. August 2016 - 12:29

    Eigentlich ganz geschickt, diese Entscheidung ins Wahljahr zu legen und auch die Art der Bewaffnung ist eigentlich „Pimpe“, denn hier geht’s ja wohl zunächst einmal um eine Grundsatzentscheidung – mal sehen ob die GroKo das aushält, bzw. die SPD /SCNR

  • CRM-Moderator   |   23. August 2016 - 13:01

    @dallisfaction / @all

    Alles bleibt, wie es bisher war.

    Heron 1 wird, wenn er nicht im Auslandseinsatz genutzt wird, in ISR stationiert. Da der Heron 1 aber im Auslandseinsatz genutzt wird (AFG und bald in MLI), steht er nicht in ISR rum.

    HERON TP wird, wenn er nicht im Auslandseinsatz genutzt wird, in ISR stationiert. Da der Heron TP aber im Auslandseinsatz genutzt werden wird (AFG/MLI), steht er nicht in ISR rum.

    Einige empfinden das Stationierungskonzept des Heron TP als „neu“. Da trägt auch der Bericht von Herrn Thiels (tagesschau) mit bei. Dabei ist es unverändert zu dem des Heron 1.

    D wird auch den Heron TP im Auslandseinsatz nutzen. Rumstehen in ISR macht keinen Sinn, weil „Aufklärung kann man nie genug haben“. Es wird insgesamt einen erheblichen Aufwuchs im Bereich MALE UAS geben. Und da es immer noch keine eigenständige UAS-Karriere gibt, grassiert bei der bemannten Bw-Fliegerei (EF-2000 und Co) die Angst vor einem unbemannten „Zwischenassignment“. Vielleicht wird man der personellen Warteschlange A400M auch die Chance auf eine „neue herausfordernde Tätigkeit“ geben. Unsere Bodentruppen brauchen Euch. ;o)

    Abschliessend:
    Heron 1 hat keine Zulassung für D.
    Heron TP hat keine Zulassung für D.

    Diese Meldung (sie wurde m.W. auch bei AG gebracht) ist m.E. die wichtigste D UAS-Meldung der letzten Jahre:
    http://bit.ly/2bseshw
    Dass da General Atomics mit allen Mittlen versucht dagegenzuhalten ist selbsterklärend….

  • Edgar Lefgrün   |   23. August 2016 - 13:33

    @CRM-Moderator

    Wie und wo versucht GA gegenzuhalten?

  • Detlef Borchers   |   23. August 2016 - 13:51

    @CRM-Moderator: Die Reserve bei Heron 1 steht nicht mehr bei Cassidian Airborne Solutions in Bremen herum? Da gab es mal ne Präsentation, wo sie bei dieser SAATEG-Zwischenlösung total zufrieden waren, wie schnell Ersatz aus Bremen nachgeführt wurde.

  • politisch inkorrekt   |   23. August 2016 - 14:37

    Welchen Nutzen bringen genauere Informationen über die Bewaffnung? Ist es für einen Parlamentarier und anderweilig interessierte Dritte nicht egal, was da nun genau drunterhängt?

    Was bringt einem MdBT die Aussage: „GBU-38 und GBU-54 geht, ne AGM-114 geht nur unter Umständen!“?

    Welchen Reim soll er sich darauf machen? Wir hätten die Möglichkeit Menschen und Objekte mit unterschiedlichen Munitionssorten zu bekämpfen… Toll.

    Der einzige Nutzen, diese Informationen freizugeben liegt mal wieder in der Beschädigung der eigenen/israelischen Wehrfähigkeit.

    pi

  • CRM-Moderator   |   23. August 2016 - 14:46

    @Edgar Leifgrün:

    http://www.gidf.de
    „tagesschau Von der Leyens Drohnendeal verzögert sich“

    @Detlef Borchers:

    Cassidian Airborne Solutions heisst mittlerweile Airbus DS Airborne Solutions GmbH. Und die sichern die Ersatzteilversorgung von IAI ins Einsatzland.
    Da steht aber keine Heron1 Reserve rum.
    https://airbusdefenceandspace.com/our-portfolio/military-aircraft/airborne-solutions/airborne-solutions-our-company

    [Der erste Link ist nicht so sehr der hier erwünschte Umgang. T.W.]

  • kvogeler   |   23. August 2016 - 14:48

    @ CRM-Moderator | 23. August 2016 – 13:01
    Abschliessend:
    Heron 1 hat keine Zulassung für D.
    Heron TP hat keine Zulassung für D.

    Wenn das denn so ist, warum hätte der Eurohawk dann nicht auch in Israel stationiert werden können? Eingesetzt wird er doch von D aus sowieso nicht.
    Oder haben wir die 500 Mio absichtlich in den Sand gesetzt?

  • CRM-Moderator   |   23. August 2016 - 14:55

    @ pi

    Bullseye.

  • CRM-Moderator   |   23. August 2016 - 15:44

    @kvogeler Eurohawk hat nichts mit Israel zu tun.

  • CRM-Moderator   |   23. August 2016 - 15:48

    @T.W.:

    Sorry. Wollte ihr ständiges Anmahnen nach einem Minimum an Eigenrecherche mit einem kleinen Augenzwinkern unterstützen.

    Punkt ist verstanden. Nichts für ungut @Edgar Leigrün.

    ;)

  • Detlef Borchers   |   23. August 2016 - 16:47

    @CRM-Moderator Danke. Dann habe ich es mit der ILA 2014-Präsentation verwechselt, wo Firma noch anders hießen (CAS) und zwei Ersatzflieger in Bremen hatten. Damals stand im Präsentations-PDF was unter „Lease of MALE UAS to the German Air Force“ von zwei Bodenstationen, 3 UAS in AFG und 2 Standby-UAS in Bremen, mit Foto. Nach den beiden Heron-Total-Crashs müssen die wohl verlegt worden sein.

  • tt.kreischwurst   |   23. August 2016 - 16:53

    @pi, CRM

    Auch auf die Gefahr hin das Offensichtliche auszuformulieren, aber der Grund warum das wichtig ist ist schlicht und ergreifend das Grundprinzip parlamentarischer Demokratie. Volksvertreter werden gewählt (in dem Wissen dass sie nicht Experten sind und schon gar nicht Experten in allen Politikfeldern) um Entscheidungen in Vertretung des Volkes vorzunehmen.

    Dazu brauchen Volksvertreter, in diesem Fall MdBs, Informationen. Deswegen gibt es ja Auskunftsrechte des Parlaments (natürlich auch zum Zwecke der Kontrollfunktion der Regierung). Wenn MdBs nicht alle Informationen bekommen dann können sie schwer eine informierte Entscheidung treffen (in meiner Wortwahl ist das schon tautologisch). Dieses rein abstrakte Argument ist schon genug, dass es idealerweise keine Informationen geben sollte die MdBs nicht bekommen. Es gibt natürlich Argumente für Exekutivprivilegien die ein Regieren erst möglich machen. Dennoch gibt das schon zu denken, vor allem als Präzedenzfall für die Zukunft und auch in anderen Bereichen (e.g. Überwachungstechnologie für Polizei und Geheimdienste).

    Mal als einfaches Beispiel. Es soll über das Mandat für einen Auslandseinsatz entschieden werden. Bewaffnet Drohne soll mit und mehr weiß man nicht. Als MdB verantwortet man eine Einsatz mit und kann nicht 100% wissen über was man da eigentlich abstimmt. Gibt es genug Sicherung für die eigenen Soldaten etc. Und falls dieses Beispiel Schule macht, könnte es nicht der einzige Aspekt sein über den MdBs nicht bescheid wissen können.

    Es mag zwar trivial erscheinen, aber als abstraktes Argument ist es dennoch sehr wichtig – zumindest in meinen Augen.

  • CRM-Moderator   |   23. August 2016 - 17:19

    @Detlef Borchers:

    Es stand noch nie ein Heron 1 irgendwo auf deutschem Boden.
    Nur auf der ILA ein Holzmodell.
    Mittlerweile gibt es 3 Totalverluste.

  • kvogeler   |   23. August 2016 - 17:24

    @CRM-Moderator | 23. August 2016 – 15:44

    @kvogeler Eurohawk hat nichts mit Israel zu tun.

    Das ist mir klar.
    Es geht um die offensichtlich etwas pragmatischeren Zulassungsbehörden.
    Wir hätten nicht 500 Mio abschreiben müssen.
    Aber vielleicht darf zur Unterstützung der Geschäfte auch nur israelische bei uns nicht zulassungsfähige Technik in Israel fliegen ….

  • CRM-Moderator   |   23. August 2016 - 17:47

    Der ist gut. :o)

    Israel soll den von den Amerikanern gebauten nicht zulassungsfähigen Eurohawk im eigenen Land stationieren. Gleichzeitig versucht ein anderes amerikanisches Unternehmen die strategische langfristige Zusammenarbeit zwischen D und ISR, die zur ersten Zulassung eines MALE-UAS im deutschen Luftraum führen soll, auf dem Rechtsweg stoppen.

  • AoR   |   23. August 2016 - 18:32

    Heron, Predator … ein Markenbegriff. Man kann technisch begeistert sein, aber man sollte sich die Wahrnehmung der Systeme auf „der anderen Seite“ ansehen. Hier der Goldstone Bericht zum letzten Gaza Krieg:

    http://www2.ohchr.org/english/bodies/hrcouncil/docs/12session/A-HRC-12-48.pdf

    Einfach mal „Drone“ suchen.

    Ich bin schockiert, dass die Bundeswehr sich ein derartiges System zulegt, das in direktem Zusammenhang mit möglichen Kriegsverbrechen steht. Zudem soll dann das System ( bewaffnet?) in Gebieten eingesetzt werden, in welchen eine generell propalästinensische Geisteshaltung besteht?

    Man lädt förmlich zur antideutschen Agitation ein … den Angreifern auf zukünftige und bestehende Basen der Bundeswehr in muslimisch geprägten Ländern ist die Unterstützung der Zivilisten vor Ort schon mal sicher. Die zeigen einfach mal die Folgen von Drohnenangriffen in Gaza.

    Daher die Frage, verliert man seinen Job in Deutschland, wenn man derartige Zusammenhänge aufzeigt oder will man das so?

  • T.Wiegold   |   23. August 2016 - 18:38

    @AoR

    Hm. Und der Predator ist belastet, weil die USA ihn in Pakistan, Afghanistan etc. einsetzen, also sind Sie dann auch schockiert, weil sich die Bundeswehr ein derartiges System zulegt?

    Mit der Argumentation darf außer Leopard (deutsche Fabrikation!) und G36 (deutsche Fabrikation) eigentlich von der Bundeswehr nix beschafft werden. Ach so, G3/G36 geht ja auch nicht. Weil irgendein Land das jeweilige System in einer politisch fragwürdigen Weise nutzen könnte…

  • AoR   |   23. August 2016 - 18:52

    Ich bin ein Vertreter der europäischen Sicherheitspolitik. Da wir zunehmend in diesem „Ring of Fire“ von der Ukraine bis Libyen auch robust aktiv werden würden, sollte man sich überlegen ob man eine eigene Marke prägt. Eurohawk war da eine Hoffnung im Hinblick auf unbemannte militärische Systeme.

    Im Bezug auf Predator verweise ich auf die sogenannte „12-1 = 20“ Logik und dass durch die unüberlegte Anzahl von 2+ Hellfireraketen pro HVT ( High Value Target ) derart viele Zivilisten zu Schaden kamen, dass man eher als indirekter Rekrutierer der Taliban wahrzunehmen war.

    Ja es gibt unterschiede zwischen den USA, Europa und Israel so sehr man die Verbundenheit zu beiden auch betont; Die post 9/11 Kriege und der Nahostkonflikt. Beides Dinge wo wir uns Fern halten sollten. Afganistan ist Arikel 5, da gibt es keine Fragen. Mit Bezug auf Westbank/Gaza und Irak schon.

    Die entschiedene Zurückhaltung der allermeisten europäischen Staaten war diplomatisch deutlich, aber Extremisten werden immer versuchen Grenzen zu verwischen. Wir brauchen da kein Wasser auf die Mühlen derer PsyOps schütten.

    Bzgl. G36 und Leo: Bei unseren Sytemen achten wir daher sehr Präzise darauf, wer die bekommt. Andersherum sollten wir darauf achten was wir beschaffen. Man stelle sich für einen Moment vor die Bundeswehr würde mit bewaffneten Heron über einem zukünftigen robusten Mandatsgebiet (was wohl kommen wird) Bilad As-Sham ( Irak und Syrien ) fliegen?

  • T.Wiegold   |   23. August 2016 - 18:57

    @AoR

    Sorry, jetzt werfen Sie einiges munter durcheinander. Nein, der deutsche Afghanistan-Einstz ist nicht Artikel 5. Und ihre Aussagen zu möglichen Einsätzen in Verbindung mit politisch korrekten Waffensystemen verstehe ich nicht wirklich…

  • Hans Schommer   |   23. August 2016 - 18:58

    tt.kreischwurst | 23. August 2016 – 16:53:
    “ … Mal als einfaches Beispiel. Es soll über das Mandat für einen Auslandseinsatz entschieden werden. Bewaffnet Drohne soll mit und mehr weiß man nicht. Als MdB verantwortet man eine Einsatz mit und kann nicht 100% wissen über was man da eigentlich abstimmt. …“
    Hier geht es nicht darum, über die DEU RoE eines Einsatzes zu befinden. Es geht vielmehr darum, unseren Kräften Optionen zu verschaffen, welche – auf politische Entscheidung im konkreten Falle hin – dazu beitragen können, Überlegenheit zu verschaffen und Überlebensfähigkeit zu verbessern!
    AoR | 23. August 2016 – 18:32:
    „… Ich bin schockiert, dass die Bundeswehr sich ein derartiges System zulegt, das in direktem Zusammenhang mit möglichen Kriegsverbrechen steht. Zudem soll dann das System ( bewaffnet?) in Gebieten eingesetzt werden, in welchen eine generell propalästinensische Geisteshaltung besteht? …“
    Die Bw hat sogar Sturmgewehre und Sprengmittel. Gehören Sie zu denen, die noch nicht aus dem Dornröschenschlaf erwacht sind? Und was wollen Sie den mit dem Hinweis auf die „propalästinensische Geisteshaltung“ ausdrücken? Die besteht ausnahmslos bei allen islamistisch-terroristischen Vereinigungen auf diesem Planeten. Mann oh Mann!
    Hans Schommer

  • AoR   |   23. August 2016 - 19:00

    Das versteht man wenn man die informellen Realitäten und Weltanschauung in muslimisch geprägten Ländern ebenso wie in Europa kennt. Dieser Zusammenhang wurde zum Beispiel sehr gut verstanden als Leos durch kurdische Wohnhäuser gerollt sind.

  • AoR   |   23. August 2016 - 19:04

    @Hans Schommer:

    Mein bescheidener Beitrag zum Objektschutz der Bundeswehr im MENA-Ausland. Und ihr anwurf zum Dornröschenschlaf halte ich dann schon für etwas fehl am Platz?

  • T.Wiegold   |   23. August 2016 - 19:10

    Hm. Bitte in die Runde: Nicht zu persönlichen Anwürfen kommen…

  • AoR   |   23. August 2016 - 19:21

    Lassen sie es mich in einem Satz zusammenfassen: Wir sollten uns weder politische noch militärische Konflikte anderer Staaten zu eigen machen. Dies gilt ins Besondere für die Nahost-Region.

  • Detlef Borchers   |   23. August 2016 - 20:50

    @CRM-Moderator Danke für die Information. Wenn sie stimmt, muss ich die Presse-Information zur ILA 2014 der damaligen CAS als Presse-Täuschung werten.

  • Georg   |   23. August 2016 - 23:29

    @ AoR

    Ja, wir sollten uns keine fremde Konflikte zu eigen machen. Wir können aber sehr wohl israelische bewaffnete Drohnen kaufen bzw. leasen. Nicht der Flugzeugtyp entscheidet über das zu bekämpfende Ziel, sondern der Mensch dahinter.
    Jede F16 kann Bomben tragen und Ziele bekämpfen aber nicht jede F16 bekämpft Palästinenser. Also insofern ist ihre Logik zu kurz gegriffen, obwohl natürlich bei den Palästinensern ein Unbehaben entstehen kann, wenn die verhasste Drohne an Deutschland geliefert wird. Nur hat das Eine mit dem Anderen meiner Meinung nach nichts zu tun.

    @t.t.kreischwurst

    Im Grunde genommen ist egal welche Bewaffnung der Heron TP haben wird. Bundestagsabgeordnete entscheiden über einen Einsatz der Bw, das Ziel der Mission aber nicht über die eingesetzten Waffen und schon gar nicht welcher Bombentyp politisch opportun ist. Das ist Mikromanagement und hat nichts mit der politischen Kontrolle der Streitkräfte zu tun.

  • es-will-merr-net-in-mei-Kopp-enei   |   24. August 2016 - 3:40

    @ Georg -> t.t.kreischwurst
    Sonst habe ich Sie deutlich differenzierender erlebt. Nach meinem Verständnis muss eine Waffe die die BW zum Einsatz bringen möchte, auch unter deren Verfügung und Verantwortung stehen.
    Man sollte also nicht eben mal den hauptsächlichen Dienstleistungserbringer ADAS anweisen können, seinem Unter-Dienstleistungserbringer Israel Aerospace Industries unsere Einsatzvorstellung mitzuteilen, worauf dieser im geheimen Arsenal der IDF nachschaut welches Wirkmittel passend erscheint, und der das dann unter unsere Heron TP schraubt mit dem Hinweis „Ihr müsst nur den Auslößer drücken – die Wirkung wird euch schon überraschen“. Das könnten – in weitester Auslegung – B und C-Waffen, Cluster-Bomben oder kleine dreckige Nukes sein.

    Das Problem liegt in der latenten Verlagerung der Verantwortlichkeit auf Sub-Sub-Unternehmen, welche natürlich alle zertifiziert sind. Unter Maßgabe der Wirtschaftlichkeit meint man Waffen nach momentanen Bedarf ohne Prüfung einkaufen oder „mieten“ zu können, wenn es aus Sicht des Subunternehmers als effektiv erscheint. Ein solches Vorgehen hat aber mit einer demokratischen Legimitation eines Waffeneinsatzes überhaupt nichts mehr zu tun.

  • Phantom711   |   24. August 2016 - 10:28

    Es steht doch überhaupt nicht zur Debatte, dass uns IAI irgendwelche Mun unter den Flieger hängt, von deren genauer Wirkung wir nichts wissen dürften. Ich gehe schwer davon aus, dass in der Anforderung von DEU Seite von konventioneller Mun ausgegangen wird, vmtl sogar „low collateral“ o.Ä.
    Desweiteren sind die Verträge mit IAI bzgl HERON TP doch noch nicht einmal fertig oder? Solange gibt es nunmal keinen Grund uns detaillierte GEHEIME Informationen bzgl der Bewaffnung zu geben. Das muss erst in zwischenstaatlichen Abkommen geregelt werden. Auch danach werden die Informationen GEHEIM belieben. Befugte Personen aus politischen Kreisen werden dann schon Zugang dazuu haben. Ist ja auch nicht da Erste und Einzige ausländische System, welches wir beschaffen, das GEHEIME Leistungsdaten hat (PATRIOT, AIM-120 AMRAAM etc….).
    Wo will man überhaupt die Grenze ziehen? Wird auch einem Infanteriebataillon gesagt, dass es zwar alles mitnehmen darf, aber nicht die HE Mun für die GraMaWa?

    Militär bekommt einen Auftrag…den führt es unter Berücksichtigung der Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit aus und wählt die dafür geeigneteste Waffe aus.

  • tt.kreischwurst   |   24. August 2016 - 10:40

    @ Hans Schommer:

    Das ist doch genau was ich meinte. Ich rede ja nicht von RoE sondern davon was ein Mandat umfasst. Da beschweren sich immer alle dass außer dem Wehrbeauftragten niemand im Bundestag Interesse and Ausrüstungsproblemen hat (oder überhaupt Probleme im Bereich BW) und dann macht man ihnen es unmöglich Detailinteresse zu zeigen. Wäre es ihnen lieber die Herren und Damen MdBs nicken einfach alles ab ohne die Details zu kennen und ohne sie in Erfahrung bringen zu können? Zudem war das ja nur illustrativ. Is geht hier salopp gesagt ums Prinzip. Ums demokratische Prinzip.

    Im wesentlichen ist meine Antwort die selbe für Sie @Georg:

    Niemand, und schon gar nicht ich, redet von Mikromanagement. Alle Welt die auf diesem Blog mitkommentiert beschwert sich ständig, dass von der Politik nie Interesse da ist und sich niemand auskennt. Wenn man dann darauf hinweist dass mit solchen Konstrukten sich im Bundestag überhaupt nie jemand auskennen können wird, ist das dann Mikromanagement.

    Ein MdB mag sich selbst nach Lektüre kein Spezialist sein, aber das ist auch nicht Sinn der Sache. Es geht darum dass man informierte Entscheidungen ermöglicht, was Beschaffung, Einsatz etc. angeht.

    @es-will-mer-net-in-mei-Kopp-nei hat das auch noch mal schön ausformuliert – mit ziemlicher Sicherheit klarer als ich es hab.

  • ONA   |   24. August 2016 - 15:58

    @ all
    Die Bewaffnungsoptionen von Heron TP sind auch in ISR nicht öffentlich gemacht worden. Die Gründe dafür können vielfältig sein (z.B. darin begründet liegen, dass ISR nicht mitteilen will, ob es auf US-Munitionen angewiesen ist oder über eigene Optionen (und vor allem welche) verfügt,).

    Politisch und rechtlich interessant wird es bei der Frage, ob die Bewaffnung ähnlich wie die Drohne geleast werden soll oder ob sie – weil nach einem Verschuss schwerlich zurückgebbar – gekauft werden muss. Schwer vorstellbar wäre, dass der Haushaltsausschuss der Beschaffung von etwas zustimmen würde, von dem er nicht weiß, was es ist. Möglich ist aber auch, dass die Bewaffnung zur Umgehung einer Zustimmungspflicht unterhalb von 25 Mio gehalten wird, um dem israelischen Wunsch nach Geheimhaltung leichter nachkommen zu können.

  • AoR   |   24. August 2016 - 16:10

    @Georg: Da haben sie recht, und mir und jedem meiner Freunde aus der nahöstlichen Friedensbewegung ist sich darüber im klaren. Nur kennt man dort auch den Zusammenhang mit dem Zynismus wie Heron auf Waffenmessen als „Praxiserprobt“ angepriesen wurde. Gaza gilt auch als Waffentestlabor für die israelische Waffenindustrie in den Augen eines jeden der nach einem nachhaltigen Frieden in der Region strebt.

    Wie kriegen wir nach 100 Jahren Totalversagen Israel in die Region integriert. Bei meinen Kurden steht schon ein zartes Pflänzchen, welches durch die Besatzung der Westbank und das Freiluftgefängniss Gaza bedroht ist. Heron ist zum einen ein Gerät, klar. Zum anderen ein Buzzword eines der schrecklichsten Besatzungskonflikte dieses und des letzten Jahrhunderts.

    Immernoch: Wir brauchen ein eigenes Drohnensystem, eine eigene Industrie für Flugzeuge haben wir doch? Und das Prinzip UAV wird die Aufgaben der Flugzeuge zunehmend ablösen. Dies gilt ins besondere für vergleichsweise demografiearme und technologiestarke Staaten wie Deutschland und unsere europäischen Nachbarn.

  • mietsch   |   24. August 2016 - 17:12

    @AoR
    Ich versuche sachlich zu bleiben. Sie sind also der Auffassung, dass sich Israel als einziger demokratischer Staat gefälligst besser in die Region integrieren soll? Ihre weiteren Äußerungen(Freiluftgefängnis Gaza) zeigen eindeutig, dass Sie wie viele andere “kritische Israelfreunde“ erst mit der Tilgung Israels von der Landkarte, das einzig wahre Friedenshindernis als beseitigt ansehen.

  • AoR   |   24. August 2016 - 17:26

    @mietsch: Beschäftigen sie sich doch einfach mal mit den vitalen Interessen Israels (Demografie, Geografie, Wirtschaft) …

    Vernichtend wäre die sofortige Rückkehr aller palästinensischer Flüchtlinge ebenso wie die Besatzung der Westbank und die Abriegelung Gazas. Angst, Hass und Terror! Alles was diese Maximen unterstützt ist zu unterbinden. Ein indirektes Loben der Drohnenverwendung und der Beschuss ziviler Ziele und Infrastruktur gehört da auch dazu.

    „Nicht in die Region integrieren“ vs. „Demokratie“ … Aussenpolitik vs. innenpolitik, sie sind gegeben der Vermischung und Verdrehung von Wesenswelten der Geopolitik definitiv ein Troll. Ein kleiner Gegentroll: Was ist mit europäischen Staaten geschehen die meinten sich nicht integrieren zu müssen? Nochmal, das hat nichts mit Innenpolitik zu tun.

    P.S: Daher, auf eine derart unsachliche Beleidigung gehe ich erst gar nicht weiter ein.

  • T.Wiegold   |   24. August 2016 - 17:32

    @mietsch, AoR

    Stopp. Beide. Wenn ihr euch beharken wollt, vermittele ich gerne die jeweiligen Mailadressen.

  • Thomas Melber   |   24. August 2016 - 17:38

    @ONA
    Der Operateur muß schon wissen, welche payload er mitführt und ggf. ins Ziel bringt.

  • emdeema   |   24. August 2016 - 18:53

    @ AoR

    Selten so einen solchen Schwachsinn gelesen: Worin sollte sich denn Israel im Nahen Osten integrieren? In ein System autokratischer und rück­wärts­ge­wandter arabischer Staaten? Nichts erstrebenswertes meiner Meinung nach …
    Wann hat es denn außer Israel zum letzten Mal einen demokratischen Staat mit einer fortschrittlichen Gesellschaft im Nahen Osten gegeben?

  • T.Wiegold   |   24. August 2016 - 18:58

    Noch mal: Dieser Drohnen-Thread wird jetzt bitte nicht in eine grundsätzliche Nahost-und-Israel-Debatte gedreht, die ziemlich am Thema hier vorbeigeht.

  • CRM-Moderator   |   26. August 2016 - 12:42

    Ich habe mich die letzten Monate aus den Threads rausgehalten und still mitgelesen.

    Ich werde das nun wieder tun.

    Zu viele Universalgelehrte, die immer und überall den Erklärbären spielen oder oft auch komplett Themenferne Poster, die irgendwas aufschnappen und in krude Theorien umsetzen…..

    Psssst….. schon gehört….. ADAS baut heimlich mit IAI einen Daisycutter an den Heron dran und lässt den dann aus Versehen bei einem Übungsflug in Gaza runterfallen…

    Nein! Wirklich?
    Ja….. aber pssst……übrigens willste eine 9 kaufen…..
    Eine 9?! …..pssst….

    Gruss an die 711

  • ONA   |   26. August 2016 - 13:46

    @Thomas Melber
    Zweifellos. Er schweigt aber auch gesicherter als manche/r PolitikerIn. :) Siehe Israel.

  • Georg   |   29. August 2016 - 20:40

    @ alle Antworten auf meine Post vom 23.08. 23:29

    Es geht doch nicht darum, dass Bundestagsabgeordnete nicht wissen dürfen, welche Bewaffnungsoptionen ein Heron TP bietet, sondern darum, dass sie in einem BT-Mandat für einen Einsatz nicht die Munitionssorte festlegen sollen. Dies würde ich als unangebrachtes Mikromanagement betrachten.

    Die BR erteilt der BW einen Auftrag, abgesegnet vom BT und die Bw soll den Auftrag ausführen. Die Bw benutzt dazu alle angebrachten Mittel um das Einsatzziel zu erreichen.
    Im Prinzip hat das @Phantom 711 (Gruß nach Wittmund) bereits erläutert.

    Was von der Traglast der Heron TP transportiert werden kann und welche Einsatzoptionen sich dadurch ergeben ist auch klar. Mit gelenkten Raketen der Größe von Hellfire u.ä. lassen sich relativ ungeschützte Punktziele, wie Autos, feindliche Waffenstellungen oder ähnliches bekämpfen. Mit diesen Drohnen führt man keinen Luftkrieg gegen eine feindliche Armee !
    Damit fliegt man Begleitschutz für eigenen Patroullien und bekämpft feindliche Punktziele. Man transportiert damit keine schweren Waffen und keine ABC-Waffen, wie von manchen befürchtet wird.

  • Memoria   |   30. August 2016 - 21:53

    Es wird wohl auch nichts mit 2019.
    Nach der Entscheidung der Vergabekammer hat GA nun wohl hiergegen Widerspruch beim OLG Düsseldorf eingelegt.
    Somit ist eine Auftragsvergabe vor der Bundestagswahl wohl kaum mehr möglich:
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-von-der-leyens-kampfdrohnen-projekt-verzoegert-sich-a-1110194.html

    Dann hat man mehr als 10 Jahre im Kreis geredet.

  • T.Wiegold   |   30. August 2016 - 22:27

    Ach, da ist man mal einen Abend offline…

    Neuer Eintrag zu dem Bericht, der mir jetzt auch vorliegt, folgt später.

  • Thomas Melber   |   03. September 2016 - 10:48