Nach Alarmmeldung: (Fast) Schluss mit Lariam bei der Bundeswehr

Die (befohlene) Einnahme des umstrittenen Malaria-Mittels Mefloquin, Handelsname Lariam, bei Bundeswehreinsätzen (wie oben in Uganda) hat in den vergangenen Jahren mehrfach Aufmerksamkeit erregt: Nebenwirkungen des Medikaments sind schon länger bekannt, vor allem Nebenwirkungen, die man bei keinem Menschen mit einer Waffe in der Hand sehen möchte: Depressionen, Angstzustände oder Halluzinationen. Die US Army hatte deshalb schon im November 2011 Lariam von ihrer Medikamentenliste gestrichen.

Bei der Bundeswehr dauerte es etwas länger, nachdem der Sanitätsdienst das Medikament lange verteidigt hatte: Recht unauffällig ist die Truppe im September dieses Jahres von Lariam als Mittel der Wahl abgerückt – und empfiehlt stattdessen Malarone als erste und Doxycyclin als zweite Wahl. Offensiv hat die Bundeswehr das nicht nach außen kommuniziert, weiterlesen

Echte Überraschung: ‚Goldener Igel‘ für Augen geradeaus!

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In den vergangenen Jahren hatte ich mich schon an die Rolle des ewigen Nominierten-und-dann-doch-nicht-Gewinners gewöhnt: Bei verschiedenen Medienpreisen (Lead Awards 2011, Grimme Online Award 2011, Nannen-Preis 2012, Nannen-Preis 2013) war ich zwar (mit-) nominiert, aber am Ende war es dann doch nix mit dem Preis (oder dem ersten Platz).

Deshalb bin ich um so überraschter, dass mir ein Medienpreis zuerkannt wurde, bei dem ich bis vor wenigen Minuten gar nicht wusste, dass ich nominiert bin: Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. hat mir für Augen geradeaus! den Sonderpreis seines Medienpreises Goldener Igel verliehen.

Ich bin nicht nur überrascht, sondern freue mich natürlich – und fühle mich wirklich geehrt. Und ich weiß, dass es nicht nur ein Preis für mich ist – sondern auch für die ganze – neudeutsch – Community, die mit ihren fachkundigen Kommentaren auf Augen geradeaus! dieses Blog zu dem gemacht hat, was es ist. Insofern ist das eine Anerkennung ebenso für die Kommentatoren und Leser. (Falls ihr wissen wollt, wie fleißig ihr wart: Seit August 2013 2010 gab es hier gut 2.800 Einträge – und fast 68.000 Kommentare. Kein Tippfehler. In Worten: Achtundsechzigtausend.) weiterlesen

‚Niedersachsen‘ stoppt Piraten vor der Küste (Update mit Bundeswehr-Infos)

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(Entschuldigung für die leicht irreführende Überschrift…)

Vom Anti-Piraterieeinsatz der Deutschen Marine vor der Küste Somalias ist in jüngster Zeit recht wenig zu hören, deshalb ist diese Geschichte um so interessanter: Die deutsche Fregatte Niedersachsen hat am vergangenen Dienstag Piraten daran gehindert, von Somalia aus in See zu stechen. Bei Annäherung der Fregatte habe die Besatzung zweier kleiner Boote, eines so genannten Whalers und eines Skiffs, typische Piraten-Ausrüstung wie Leitern über Bord geworfen (Foto oben; Bilder in besser Qualität sind versprochen), berichtet die EU-Antipirateriemission Atalanta. Nach Angaben der Bundeswehr gaben die mutmaßlichen Seeräuber auf, als ein Speedboat mit dem Boarding-Team der Fregatte eines der Boote näher inspizieren wollte:

Die Fregatte „Niedersachsen“ befand sich auf Patrouillenfahrt vor der somalischen Küste in der Nähe eines vermuteten Piratencamps. Parallel dazu war bereits der bordeigene Hubschrauber zur Aufklärung in der Luft und entdeckte ein verdächtiges Boot.
Es handelte sich um einen sogenannten „Whaler“ (Kleinboot), das ein Skiff hinter sich herzog. Es war ersichtlich, dass sich keine Fischereiausrüstung an Bord befand, sondern Leitern und mehrere Fässer mitgeführt wurden.
Da sich die Hinweise auf Piraterie erhärteten, fuhr die Fregatte bis auf eine nautische Meile an die Küste heran und bereitete ein Boarding vor. weiterlesen

Schwarz-rot verständigt sich auf schnellere Info über Rüstungsexporte

Der Streit zwischen den Wunsch-Koalitionspartnern Union und SPD über den Umgang mit deutschen Rüstungsexporten scheint abgeräumt. Die Arbeitsgruppe Außen, Verteidigung, Entwicklung der Koalitions-Unterhändler verständigte sich am (gestrigen) Mittwochabend auf eine Formulierung für den Koalitionsvertrag, die allerdings noch von der Gesamtrunde gebilligt werden muss. Der Textvorschlag hat zwei wesentliche Punkte: Zum einen wird noch einmal die Verbindlichkeit der Rüstungsexportregeln aus dem Jahr 2000 betont, zum anderen sollen abschließende Genehmigungsentscheidungen des Bundessicherheitsrats sofort dem Bundestag mitgeteilt (und damit faktisch öffentlich) werden.

Der Wortlaut des Textes  (in der von der SPD veröffentlichten Form):

In der gestrigen dritten Sitzung der Koalitionsarbeitsgruppe „Außen-, Verteidigungs- und Entwicklungspolitik“ haben sich CDU/CSU und SPD auf einen gemeinsamen Textvorschlag zum Thema Rüstungsexporte für den Koalitionsvertrag verständigt.
Der Textentwurf lautet:
„Bei Rüstungsexportentscheidungen in sogenannte Drittstaaten gelten die im Jahr 2000 beschlossenen strengen „Politischen Grundsätze für den Export von Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern“, die für unser Regierungshandeln verbindlich sind. Über ihre abschließenden Genehmigungsentscheidungen im Bundessicherheitsrat wird die Bundesregierung den Deutschen Bundestag unverzüglich unterrichten. weiterlesen