„Die Digital Natives ziehen in den Krieg“ – so war’s auf der re:publica

©CommonLens.de

 

Am (gestrigen) 8. Mai haben der Bendler-Blogger Sascha Stoltenow und ich (siehe Foto oben) auf der re:publica in Berlin unseren Vortrag Die Digital Natives ziehen in den Krieg gehalten – und wir waren vorher sehr gespannt, wie das bei den Digital Natives (und den assimilierten digital immigrants) ankommen würde. Die Reaktionen waren fast ausschließlich positiv (mehr dazu unten), und eigentlich würden wir diesen Vortrag gerne allen zeigen. Leider ist das derzeit in Deutschland nicht so ohne weiteres möglich:

Nachtrag: So scheint es zu klappen:

Die Digital Natives ziehen in den Krieg from Sascha Stoltenow on Vimeo.

Wir haben halt etliche Beispiele dafür gezeigt, wie die Digital Natives mit Krieg umgehen, und bisweilen sind diese Videobeispiele mit Musik unterlegt, was zu Problemen führt.

Für dieses Problem gibt es Lösungshinweise in den Kommentaren, hier nur zwei Möglichkeiten:

Die Vortragsfolien (nehmen wir mal runter, so lange Slideshare datenschutzrechtlich problematisch ist)

und dazu das Audio

oder die Videodatei hier herunterladen – sind allerdings 175 MB.

Die in unserem Vortrag verwendeten Videos und Grafiken versuche ich hier auch aufzulisten und zu verlinken (noch ist das allerdings nicht vollständig und wird noch ergänzt):


Call me maybe – U.S. Marines & Miami Dolphin Cheerleaders


Al Jazeera: Exclusive footage shows taliban attack in Afghanistan

Nach unserem Vortrag haben wir mit dem re:publica-Live-Radio Die Sondersendung über unseren Vortrag gesprochen (

die gesamte     
), daraus der Ausschnitt mit uns beiden:

rp13_DieSondersendung_Digital_Natives.mp3     

Und die Reaktionen im Netz, vor allem auf Twitter, hat Sascha via Storify zusammengefasst:


(Urheberhinweise: Das Foto oben stammt von Axel Schmidt/commonlens.de; der Ausschnitt aus der Sondersendung steht unter CC-BY-Lizenz)

Blogthings · 20:30h ·  

133 Kommentare zu „„Die Digital Natives ziehen in den Krieg“ – so war’s auf der re:publica“

  • J.R.   |   11. Mai 2013 - 11:29

    @ MD
    zusammen mit einem Jugendoffizier plus einer ‘kritischen’ Stimme (bitte keine Ideologen) die Themen durchexzerzieren.

    Könnte sie.
    Wobei es diese Diskussion auf Augengeradeaus ja auch schon hatte, und da war der Tenor, dass ein Jugendoffizier als Staatsbediensteter diese Pluralität ja gar nicht nötig hätte.

    Während meiner Schulzeit damalshatte ich einige „einseitige“ Veranstaltung (Besuch eines Vortrags zu einem Lehrplan-Buch – eine SPD Veranstaltung, eine Diskussion mit den beiden Landtagsfraktionsvorsiztenden von SPD und CDU, Besuch im Kernkraftwerk Biblis), und empfand die trotzdem als Bereicherung. Das waren aber alles im Einzelfall abgewägte opt-out bzw. opt-in Veranstaltungen, und jedesmal wurde diese Möglichkeit auch genutzt (auch teils mit viel Empörung). ;)

    Was vielen hier hingegen vorzuschweben scheint ist sowas wie das Solomon Admentment. Und da gehen bei mir die Alarmglocken an.

    Und ein Kernproblem dabei ist eben die Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr. Die ist eben nicht ehrlich, und die ist sehr viel stärker auf Nachwuchswerbung ausgerichtet als auf Information. Wenn die Bundeswehr über Krieg und Sicherheitspolitik und Soldatsein diskutieren woilte, dann könnte sie das. Tut sie aber nicht, im Gegenteil (alles doppelplusgut in Afghanistan). Und das kostet letztlich auch das Jugendoffiziersprogramm die Glaubwürdigkeit. Weil da eben geschulte Repräsentanten in einseitigen Veranstaltungen gezielt auf ein nachwuchsrelevantes Publikum angesetzt werden.
    (Das verschwimmen dann auch die Grenzen zum PR-Vertreter der Atomindustrie, der auch in einem Staatsunternehmen arbeitet und wohl auch ein schlauer und weitgehend ehrlicher Mensch ist der an seine Arbeit glaubt.)

  • Sönke Marahrens   |   11. Mai 2013 - 11:40

    Herr Marmann,

    Ich finde Sie überzeichnen etwas stark, schließlich haben wir es in der Bundeswehr ueber Jahrzehnte geschafft, junge Leute zu motivieren, die noch nicht mal kommen wollten, sondern mussten….

    Was Ihren Elite Anspruch anbelangt, würde ich ein 2 Stufen System vorschlagen…. Einstiegstruppenteile und von dort aus weiter zu den von Ihnen präferierten Truppenteilen…

    Soziale Inkompetenz ist keine Eigenschaft von Menschen (zumindest nicht in meinem Menschenbild) sondern aus meiner Sicht eine Folge von Umstaenden…..
    Und wenn wir Kameradschaft, Einstehen für Andere, Auch Helfen (Marine Corps) propagieren, ohne dabei in Korpsgeist zu verfallen, dann klappt’s auch mit der Motivation und der Weiterverpflichtung.

    J.R ich kann ihrer wohlgeformte Argumetation nachvollziehen, aber was hilft es Ihnen, wenn Sie im kleinen Dienstanzug von 10 Menschen umgeben werden, die sich plakativ mit Blut Überspritzen und dann vor Ihnen Tod spielen oder sowie wie der Minister an der Uni einfach niedergebrüllt werden….. Von denen will niemand auf der Sachebene argumentieren, muss er ja auch nicht, weil die Emotionsebene das in diesem Fall ja alles überwiegt…., wenn er aber dann von einer Glatze verprügelt wird, der halt nicht so gut argumentieren kann, ruft er die gleiche Polizei gegen die er gerade demonstriert hat…. Mit dem Logos hat das nicht viel zu tun.

  • klabautermann   |   11. Mai 2013 - 12:15

    @J.R.

    Unterstellungen sind nie hilfreich und BW = „Gewaltdienstleister“ ist ziemlich platte Propaganda.

    Nun, Lehrer und Schulen haben auch einen staatlichen Auftrag, nämlich den Erziehungs- und Ausbildungsauftrag und der ist auch aus dem GG abgeleitet, also kann man doch erwarten, dass sich Schulen und Lehrer auch an die FDGO halten ….oder nicht? In diesem Zusammenhang sollte man mal nachlesen in einschlägigen Kommentaren, ab wann die Schule nur noch einen Ausbildungsauftrag hat und der Erziehungsauftrag erlischt.
    Wenn also eine Schule einen Bannspruch über die BW ausspricht und dann auch noch dafür prämiert wird, da frag ich mich schon als schlichter Bürger ob die Damen und Herren des Kollegiums und die Schulleitung und das verantwortliche Kultusministerium die FDGO wirklich verstanden hat.

  • Sönke Marahrens   |   11. Mai 2013 - 12:19

    @Klabautermann

    B.Z. Und mir stellte sich dann noch die Frage, wieso ein Verein, der so etwas mit Auszeichnung unterstützt, als gemeinnützig gilt…

  • klabautermann   |   11. Mai 2013 - 12:20

    @Sönke
    „……..die sich plakativ mit Blut Überspritzen und dann vor Ihnen Tod spielen …….“

    Einfach einen San-Trupp anfordern und Erste Hilfe leisten, bis der Sani kommt ;-)

  • Sönke Marahrens   |   11. Mai 2013 - 12:25

    klabautermann

    Das merke ich mir, …. Ich hatte das bisher nur für Castor Transporte auf dem Radar….

    Einfach abkoppeln und sagen, da habt ihr ihn…. Viel Spass damit ;-) wir warten in Gorleben auf euch, bis ihr damit zu Ende gespielt habt….. P.S das Lagern v. Atommüll auf Privatgrundstücken ist nicht zu empfehlen ;-)

  • klabautermann   |   11. Mai 2013 - 12:37

    @Sönke

    das Problem ist, dass die BW in ihrer Werbung immer versäumt das Naheliegenste heraus zu stellen : Soldat ist ein komplexer Beruf. Will sagen: „Soldat“ ist ein Kämpfer, ein Bäcker oder Ingeneur und manchmal sogar auch noch ein Seemann oder ein Flieger. Soldat sein heißt, mehrere Berufe in sich zu vereinen. Das kann verdammt viel Spaß machen ;-)

  • Voodoo   |   11. Mai 2013 - 12:54

    Iiiiiiiiiih… Arbeiten fürs Geld ??! ;-)

    Zum Thema Diskussion: Beim jüngsten Auftritt des Ministers an einer Uni hat es ein „Demonstrant“ doch auf den Punkt gebracht: Er wolle gar nicht diskutieren, schließlich er wäre Anarchist. Wie wollen sie bei sowas auf die vielzitierte Sachebene kommen?

  • Sascha Stoltenow   |   11. Mai 2013 - 13:05

    Bemerkenswert finde ich den Passus, dass die Friedensbewegung nicht mit 100 Jugendoffizieren mithalten könne. Klingt, als hätte sich die Bewegung fast erledigt, wodurch auch plausibel wäre, dass sie vor allem durch mediale Präsenz auffällt. Wir sollten versuchen, sie noch nicht einmal zu ignorieren, bis sie wieder dazu in der Lage ist, einen substantiellen Dialog zu führen. http://www.aachener-friedenspreis.de/preistraeger/archiv/jahr-2013.html

  • Prediger   |   11. Mai 2013 - 13:39

    @Sascha Stoltenow
    „Wir sollten versuchen, sie noch nicht einmal zu ignorieren, bis sie wieder dazu in der Lage ist, einen substantiellen Dialog zu führen.“

    Das dürfte angesichts solcher „Argumente“ nicht schwerfallen :

    „Die Bundeswehr sei integraler Bestandteil unseres Staatswesens und daher sei es selbstverständlich, dass die Armee an den Schulen präsent sein müsse. Dagegen lassen sich viele Argumente anführen, z.B. die Tatsache, dass die Bundesrepublik zu Beginn ihrer Geschichte keine Armee hatte. Offenbar ist unser Staat also auch ohne eine Armee denkbar.“

  • Sönke Marahrens   |   11. Mai 2013 - 14:22

    Hübsch ist auch die Nummer mit dem Jugoslawienkrieg…..vielleicht sollten wir mal hier zusammenlegen und denen einen vernünftigen Text schreiben, die armen Schueler, die einen solchen Preis annehmen müssen…..sowas muss in einem Bildungsland nun wirklich nicht sein…. ;-)

  • ZDL a.D.   |   11. Mai 2013 - 14:40

    @ Sönke:
    „Ich denke mal, das warum ist mittlerweile auch umfassend diskutiert, selbst bei den Grünen“
    Für die politische Klasse stimmt das sicher – aber auf Bürgerebene sieht es IMHO völlig gegenteilig aus, da muss ich @autostaedterin wirklich zustimmen! Da herrscht eher ein Gefühl der Agonie man will sich damit wenn’s geht lieber gar nicht beschäftigen. Und das hat meines Erachtens viel damit zu tun, dass die politische Klasse einer breiten öffentlichen Diskussion über Sinn und Zweck der Bundeswehr und noch wichtiger der Aufgaben und Idealen einer deutschen Militärpolitik seit Jahren aus dem Weg geht. Das ist nur zu verständlich. Jeder Politiker weiß, dass man sich bei diesem Thema ganz schnell die Finger verbrennen kann, wie der von Ihnen angesprochene Fall des letzten Bundespräsidenten ja in aller Deutlichkeit beweist. Außerdem offenbart es die inneren Widersprüche der Parteien, wie kaum ein anderes Thema: Man denke nur an den Parteitag der Grünen (die ich wähle) bei dem Joschka Fischer schier geschlachtet wurde, weil er es wagte aus dem pazifistischen Opportunismus auszusteigen, weil es ihm Angesichts des Massakers von Srebenica sonst das Herz zerrissen hätte. Da blinkte er auf, dieser Verantwortungspatriotismus, den @J.R. ja fordert. Und ganz persönlich: genau an diesem Tag, habe ich mich innerlich von meiner Kriegsdienstverweigerung distanziert.
    Damals keimte für kurze Zeit eine Debatte auf, die in allen Teilen der Bevölkerung Resonanz fand, obwohl der Einsatz verglichen mit AFG dann doch eher überschaubar war. Leider hat man aber damals nicht den Mut gefunden, auch den Auftrag der BW im GG neu zu definieren, sondern hat den alten Auftrag Landesverteidigung mit Bündnisverpflichtungen immer mehr gedehnt. Damals wäre die Chance dagewesen, die Bundeswehr als Friedensarmee in der Verfassung zu verankern, die in unserem Auftrag an ausgewählten Stellen der Welt Sicherheit und Schutz für die geschundene Zivilbevölkerung erkämpfen kann. In der Menschen dienen, die nicht wegschauen wollen, wenn anderswo Unschuldige massakriert werden, sondern für diese einstehen wollen, aktiv, stark und wenn es sein muss auch mit Waffengewalt in unsere aller Auftrag und Idealismus.
    Aber leider hat man das Feld, dann immer mehr der Linken überlassen, die mit ihrem „völkerrechtswidrigen Angriffskrieg“ (gegen das Milosevic-Yugoslavien) noch heute Stimmung gegen Bundeswehreinsätze macht.
    Und diese Partei verstand es perfekt, die an sich ja gute Friedenssehnsucht der Deutschen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren dabei kategorischer gegen den ja mittlerweile freiwilligen Wehrdienst zu agitieren, als ich das in meiner friedensbewegten Zeit im heißen Herbst 1983 jemals getan hätte. Die ganzen unreflektierten Parolen, deren Schärfe in der Zeit von Wehrdienst und tödlicher Blockkonfrontation noch verständlich waren, landen jetzt auf einem professionell designten Flyertisch mit 5 aggressiv auftretenden Aktivisten vor Schulhäusern zu Zeiten, in denen jeder völlig frei entscheiden kann, ob er Soldat werden will oder nicht.
    Und da wird nicht mit dem Gewissen oder christlichen Werten oder gar Idealismus argumentiert, sondern eisenhart mit der eigenen Unversehrtheit, dem eigenen Vorteil, dem Vorrang des eigenen Individualismus vor der Gesellschaft.
    @J.R. hat schon recht, wenn er die Ungleichheit von BW-Werber und Schulabgänger anspricht. Und daher darf man die Schüler auch nicht mit den Werbern alleine lassen und sie natürlich vorher auf deren Eigeninteresse hinweisen. Und sicher will kein Lehrer sehen, dass einer seiner SchülerInnen in AFG fällt – wer will das schon.
    Und ja die Streitkräfte haben „coole Alleinstellungsmerkmale“, die eine bestimme Gruppe von Schülern sicher anspricht. – Ist das an sich schlecht? Darf nur der Soldat werden, der einen politisch korrekten Idealismus vorweisen kann? Oder soll ich die alle gleich nach Straßburg zur Legion Etranger schicken?
    J.R. hat auch Recht, dass „die Streitkräfte-Vertreter nicht als ehrlich empfunden werden. Verdienterweise.“
    Stimmt, das Herumwedeln mit tollen Bildungschancen oder finanziellen Vergünstigungen ist unehrlich, denn die BW ist kein Bildungs- und Karrieredienstleister, sondern ein Gewaltdienstleister, der kampfbereiten Nachwuchs sucht. Aber da sitzen die Werber auch echt in der Klemme, denn das dürfen sie eben nicht laut sagen (so ist jedenfalls mein Eindruck). Genau da rächt sich, dass man unserer Armee keinen neuen idealistischen Daseinsgrund gegeben hat, für den es wert ist, auch mit Waffengewalt zu kämpfen. (siehe oben).
    Aber meine Berufsschüler gehen mit dem Thema viel selbstbewusster um, als man vielleicht denkt, die wägen kühl Chancen und Risiken ab, von Idealismus ist da – leider – wenig zu spüren. Die Werber hingegen kommen mir völlig verunsichert vor, denn sie bewerben einen Beruf, dessen eigentliches Wesen sie nicht benennen dürfen, weil sie sonst von den eigenen Leuten und den Friedensaktivisten gleichermaßen geschlachtet werden. Sie bewerben einen Beruf der unglaublich viel Mut voraussetzt und zeigen selber wenig davon, weil auch ihre Führung nicht in die Meinungsoffensive gehen will. Und ja, die Marinesvideos viel „cooler“ und eigentlich auch ehrlicher sind.
    @Prediger:
    „Und wir wollen auch nicht, dass sich die Bundeswehr als friedensschaffende Kraft anpreisen kann.“
    Wenn sie es doch nur lauter täte !!! – Ob das Ergebnis den Aufwand und die Opfer rechtfertigt ist eine ganz andere Frage.
    Aber diese Aussage ist schon ehrverletzend nicht nur für Soldaten, sondern auch für den Bürgerstaat, der die BW unterhält und mit dem Friedenserzwingen beauftragt hat.

    @ TB van Echter.
    „In einem funktionierenden Deutschland würden die dafür verantwortlichen Lehrerinnen und Lehrer umgehend aus dem Schuldienst ausgesondert werden, der Verteidigungsminister fände deutliche Worte“
    Ich kann Ihre Empörung nachvollziehen und als Beamter haben ich u. a. geschworen dass:
    „ …ich das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, die Landesverfassung und das Recht achten und verteidigen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.“
    Das haben auch die Kollegen der bepreisten Schule getan und sollten sich vielleicht noch mal ganz genau daran erinnern. Natürlich sollten gerade Beamte den Staat und seine Institutionen aktiv verteidigen – aber eben auch Rechte, wie die Meinungsfreiheit, wie sie die Soldaten ja auch. Wenn Ihnen dabei alledings pauschal die Fähigkeit abgesprochen wird „im Geiste der im Geiste der Menschlichkeit, der Demokratie und der Freiheit, zur Duldsamkeit und zur Achtung vor der Überzeugung des anderen zu handeln“ so ist wirklich ein Grenze überschritten – ich schäme mich für meine Kollegen!. Doch mit Zwangsmaßnahmen gegen die Lehrer, spielen sie den politischen Aktivisten nur in die Hände. Auch hier hilft IMHO nur wieder die ehrliche Grundsatzdiskussion, bei der man offen für seine Positionen wirbt, anstatt mit der beamtenrechtlichen Keule zu drohen:
    Wer tritt für das Menschenrecht in der Welt ein, wenn es mit Gewehrläufen zerschossen wird. Wer steht dagegen, wer opfert sich dafür? Du nicht? Wer dann? Und wenn es einer für dich tut, welche Wertschätzung bringst du ihm dann entgegen?

    Wie neidisch schaut man sich den niederländischen General van Uhm an, der sich in Uniform mit einem Sturmgewehr vor ein ziviles Publikum von Freidenkern stellt und es wagt, in 18 Minuten zu erklären, warum er mit dem Gewehr für den Frieden kämpft. Ohne Videos, Bilder oder Musik nur mit Worten und trotzdem eine Empathie für seinen Vater, seine Landsleute, seine Soldaten und die entrechteten Menschen in der Welt überbringt, die wirklich ins Herz trifft.

    Was braucht es also? – Mehr Mut!

  • Prediger   |   11. Mai 2013 - 14:53

    @Sönke Marahrens | 11. Mai 2013 – 14:22
    „Hübsch ist auch die Nummer mit dem Jugoslawienkrieg….“

    Sie meinen diese?

    „Unsere Vorstellung ist, dass junge Menschen sich für Freiheit und Gerechtigkeit in Frieden, ohne Gewalt und Krieg, stark machen.
    Die Entscheidung deutscher Regierungen der vergangenen Jahre, sich seit dem völkerrechtswidrigen Jugoslawienkrieg immer wieder an Kriegs- und militärischen Gewalthandlungen zu beteiligen, führt unsere Gesellschaft in eine Kriegsnation zurück, wie sie schon einmal vor mehr als 300 Jahren begonnen hat.“

    Vielleicht hätten die einfach mal die jungen Menschen in Kroatien, Bosnien und dem Kosovo fragen sollen. Schade nur, daß sehr viele von denen nicht mehr antworten können…und die Zahl derer, die es noch können, dem wenn auch verspäteten Eingreifen der NATO zu verdanken ist.

    Aber das würde wohl lediglich deren Weltbild stören…

    Anderer Zusammenhang, aber trotzdem passend:

    „Mit der Attitüde des Gutmenschen infiltrieren sie die öffentliche Debatte. Nachdem sie es waren, die allein – zumindest in der eigenen Wahrnehmung – den Wald gerettet und den Atomkraftwerken den Stecker gezogen haben, kommt nun das Projekt „besserer Mensch“ zum Tragen.“
    vgl. Focus Online

  • Stefan   |   11. Mai 2013 - 16:10

    Nun, ich habe noch kein Filmchen über Militär bzw. Krieg gesehen, welches man nicht als Propaganda klassifizieren könnte. Egal ob von Profis oder Amateuren geschaffen. Die Wahrheit kann nie gezeigt werden. Dafür ist diese viel zu komplex. Solche Filmchen zeigen die „Welt“ immer aus der sujektiven Sicht der Macher.

    Digital Natives – Infanterist der Zukunft – Wir sind Borg. Widerstand ist zwecklos. Ich habe schon nativere Dinge kennengelernt. ;-)

  • Prediger   |   11. Mai 2013 - 16:29

    @Stefan
    „Ich habe schon nativere Dinge kennengelernt. ;-)“

    Auf RIA Novosti; Ihrer Lieblingsquelle?

    Zu den Aufgaben gehört es ferner, offizielle Verlautbarungen der russischen Regierung, Ministerien und Dienststellen wie auch gesellschaftlicher Organisationen zu verbreiten.
    http://de.wikipedia.org/wiki/RIA_Novosti

  • Memoria   |   11. Mai 2013 - 16:35

    @T.W.:
    Das französische Museum zum ersten Weltkrieg (Musée de la Grande Guerre) hat einen facebook-Account eines fiktiven franz. Soldaten eingerichtet, der von seinen Fronterlebnissen auf fb berichtet – seine Frau u.a. antworten hierauf:
    https://www.facebook.com/leon1914

    Digital Native 1914…

    Museumspädagogisch interessante Sache – find ich.

  • J.R.   |   11. Mai 2013 - 16:38

    @ Klabautermann
    Unterstellungen sind nie hilfreich und BW = “Gewaltdienstleister” ist ziemlich platte Propaganda.

    Den Begriff hab ich von Herrn Stoltenow übernommen, so auch wieder in der Sondersendung zu hören. ;)
    „Streitkräfte sind Gewaltdienstleister“ find ich einfach eine gut auf den Punkt gebrachte Beschreibung. Natürlich stellt sich die Frage, ob das ausreicht, auch gerade in unkonventionellen Konflikten, aber es bringt die Notwendigkeit und Kernkompetenz knackig rüber.

    Nebenbei: Propaganda für wen oder was denn?

    @ Soenke Marahrens
    aber was hilft es Ihnen, wenn Sie im kleinen Dienstanzug von 10 Menschen umgeben werden, die sich plakativ mit Blut Überspritzen und dann vor Ihnen Tod spielen oder sowie wie der Minister an der Uni einfach niedergebrüllt werden

    Mal fies-pragmatisch gegengefragt: Wenn die strategische Situation so gegen einen steht, dass eine handvoll Radikale das Geschehen bestimmt, sollte man sich dann nicht darauf einstellen?

    Die Bundeswehr kann kein „bevölkerungszentriert“, weder in der Kommunikation in Deutschland, noch im Krieg in Afghanistan. Man verkriecht sich in den Kasernen, bleibt unter sich, entkoppelt sich von der Gesellschaft, weiß selbst nicht warum man da ist, wenn man mal unter Leute geht dann hochoffiziell, ohne einheimische Unterstützung, unflexibel und mit dem Anspruch ja die Guten zu sein. Und wenn man dann zum Ziel einer radikalen Minderheit wird fragt man sich, warum einem niemand beisteht oder sich überhaupt dafür interessiert.

    Da wäre es vielleicht nicht schlecht, mal einzusehen dass man Vertrauen und Initative verloren hat, und das eigene Vorgehen entsprechend anzupassen.

    Dazu könnte gehören, dass man anfängt zu Netzwerken und Einheimische zur Ünterstützung einbezieht. Dass man den Dienst an der Gesellschaft in den Vordergrund stellt, und nicht den Selbstschutz. Und die ganze Nachwuchswerbung ist ja nichts anderes als Selbstschutz der Institution Bundeswehr. Dass wir trotz des sehr viel vielschichtigeren Themas „Krieg in den Social Media“ doch wieder nur beim Selbstschutz der Institution Bundeswehr angekommen sind zeigt doch, wie verquer und einseitig die sicherheitspolitische Debatte in Deutschland ist.

    Weder die Bundeswehr noch unser Verteidigungsminister schaffen es einen nennenswerten Teil der Bevölkerung anzusprechen oder gesellschaftliche Koalitionen zu bilden.
    Ein Verteidigungsminister, der für eine parteipolitische Splittergruppe wie die RCDS an die Uni kommt um sich selbst darzustellen hat das nicht verstanden. Der spaltet und macht sich angreifbar, so eigentlich Bevölkerungsgruppen zusammengebracht werden sollten.

    Genauso mit dem Jugendoffizier: Wenn der allein in eine fremde Umgebung kommt, dann ist er „verwundbar“. Mit „einheimischer Unterstützung“ wäre er das nicht. Nur die fällt nicht vom Himmel, die muss erarbeitet werden. Beispiele gibt es.
    Nur muss man dazu vielleicht auch etwas von der eigenen Selbzentriertheit, Selbstgefälligkeit und dem eigenen Anspruchsdenken abrücken. Kann die Bundeswehr das?

  • Prediger   |   11. Mai 2013 - 16:48

    @J.R.
    „Man verkriecht sich in den Kasernen, bleibt unter sich, entkoppelt sich von der Gesellschaft, weiß selbst nicht warum man da ist, wenn man mal unter Leute geht dann hochoffiziell, ohne einheimische Unterstützung, unflexibel und mit dem Anspruch ja die Guten zu sein.“

    Klingt wie die Handlung von „Der mit dem Wolf tanzt „. Muß ja spannend bei Ihnen in Ihrem Fort sein.

  • Stefan   |   11. Mai 2013 - 17:16

    @Prediger | 11. Mai 2013 – 16:29

    @Stefan
    “Ich habe schon nativere Dinge kennengelernt. ;-)”

    Auf RIA Novosti; Ihrer Lieblingsquelle?

    Zu den Aufgaben gehört es ferner, offizielle Verlautbarungen der russischen Regierung, Ministerien und Dienststellen wie auch gesellschaftlicher Organisationen zu verbreiten.

    Ist zwar O.T., aber wenn Sie mich schon darauf ansprechen.
    Zu offizielle Verlautbarungen muß man stehen. Das macht die Sache viel seriöser, als Meldungen in privaten Medien. Leider gibt es in Deutschland keine staatliche Nachrichtenagentur. Aber da kann man ja nicht heute so und morgen so und übermorgen ganz anders.

  • ZDL a.D.   |   11. Mai 2013 - 17:52

    Also jetzt muss ich doch mal eine Lanze für das linke Parteienspektrum in Deutschland brechen, das nicht nur aus den Fundamentalpazifisten von „der Linke“ besteht. Gerade die Realos bei den Grünen haben es sich mit der Anerkennung der Bundeswehr als Teil der Lösung von humanitären Konflikten nicht leicht gemacht und wurden für diesen „Verrat“ im linken Lager regelrecht gehasst.
    Dass SPD und Grüne differenziert Verantwortung übernommen haben: Kosovo ja, Irak nein, AFG ja und damit große Teile ihrer pazifistischen Stammwähler vor den Kopf gestoßen haben ist für mich ein Beweis, dass es auch in der Politik noch den Verantwortungspatriotismus geben kann. Leider hat das aber nicht vorgehalten, das ist wahr.
    Nur die Friedenspreisleute sind eben Fundamentalpazifisten, die die Partei „die Linke“ auf der Suche nach einer Stammwählerschaft praktisch adopiert hat. Die Linke, war es denn auch die durch eine Eingabe im Bundestag, die BW gezwungen hat, die Kooperations-Schulen und die Besuchstermine ihrer Werber bekannt zu geben, damit diese dann ganz gezielt von Aktivisten begleitet werden konnten.

    @Sönke Marahrens:
    Man kann der Bundeswehr positiv gegenüberstehen und trotzdem gegen Atomkraft und für die Energiewende sein, die Zeiten in denen man alle Positionen eines Lagers unbesehen übernehmen musste sind gottseidank vorbei.

    @ J.R.
    „Die Bundeswehr kann kein “bevölkerungszentriert..man verkriecht sich in den Kasernen, bleibt unter sich“
    kommt mir auch so vor – wenn man nicht dabei gewesen ist, kommt man kaum an sie ran. Beispiel:
    Aktiver Reservist werden kann nur, wer wenigstens einen Tag Soldat war.
    Nur ohne Wehrplicht wird diese Basis schnell sehr klein werden – und wie soll dann die angebliche Mittlerfunktion mit der Bevölkerung funktionieren, wenn nur Veteranen beordert werden?

    „Dass man den Dienst an der Gesellschaft in den Vordergrund stellt, und nicht den Selbstschutz.“
    Nun dazu ist der Slogan WDD ja schon mal ein Ansatz – Aber das könnte man viel stärker machen – es gibt IMHO viel mehr verkappte Idealisten, als man so denkt, nur wollen die auch motiviert werden, dass es gut ist, für das große Ganze einzutreten.

  • J.R.   |   11. Mai 2013 - 17:54

    @ Prediger
    Achtung, Polemik:
    Ich weiß, im Bundeswehr-Intranet gibt es sicherlich eine sehr hochwertigen Diskurs über das Führen von sicherheitspolitischen Debatten mit der Öffentlichkeit. ;)

    Nur weil man davon außerhalb nichts mitbekommt, und einige realweltliche Beispiele kräftig schiefgehen, heißt das ja nicht, dass die Bundeswehr nicht könnte. Die BW darf wohl sicherlich nicht mitdiskutieren, weil das irgendwie der poltische Wille sei, und in Deutschland gilt ja das Primat der Poltik vor dem Staatsbürger in Uniform. Oder so.

  • Sascha Stoltenow   |   11. Mai 2013 - 18:28

    @Memoria: Das ist sensationell.

  • Sönke Marahrens   |   11. Mai 2013 - 18:29

    @zdl

    Natürlich kann man gegen Atomkraft sein, aber wenn ein gruener Umweltminister die Castoren (richtigerweise) zurückholt, dann ist der gruene Protest dagegen aus meiner Sicht eine Farce, und jeder Verletzte Polizist bei den insurgency artigen Aktionen einer bzw eine zuviel…. Daher mein Kommentar: Gebt Ihnen einen, dann haben sie mal einen gehabt, und dann können wir das Problem Professionell ohne diese irrsinnigen Kosten für die Bewachung gegen Störer beenden… ;-)

  • klabautermann   |   11. Mai 2013 - 18:33

    @ZDL a.D. und @J.R.

    The good (cop), the bad (cop) and ….wo zum Teufel ist der ugly (cop)??? ;-))

    Ist schon ihr persönliches Schicksal, dass sie nie „dabei “ gewesen sind; aber trösten sie sich, ich bin fast 42 Jahre dabei und mir ist einiges immer noch oder wieder oder immer wieder ein Rätsel ;-)
    Bedenken sollten sie bitte eines: die BW ist in der Tat in mehrerlei Hinsicht politisch kontrolliert und das ist gut so. Verwechseln sie bitte auch nicht BMVg mit BW, das eine ist nicht Teil des anderen und umgekehrt. Und dann gibt es da noch die Streitkräfte und die Wehrverwaltung. Und besonders die Streitkräfte sind natürlich von der Bundesebene bis auf die kommunale Ebene in vielfältiger Weise in die zivilen geschellschaftlichen Strukturen eingebunden. Und wenn der Soldat nach Dienst nach Hause geht, dann nimmt er als Bürger am gesellschaftlichen Leben Teil und nicht als Soldat. Denn die Streitkräfte sind kein Staat im Staate und daran wird sich auch nach Wegfall der Wehrpflicht so lange nichts ändern so lange man den Soldaten in ihrer Rolle als Soldat den Zugang zur Gesellschaft nicht verwehrt….wie so manche prämierte Schule.

    Schönes Wochenende ;-)

  • Sascha Stoltenow   |   11. Mai 2013 - 18:33

    @J.R.: Aus sicherer Quelle weiß ich, dass es diese Debatten nicht gibt. Stattdessen läuft seit 2007 unter http://www.bendler-blog.de ein Fernlehrgang für Kommunikatoren der Bundeswehr, der konfrontativ-pädagogisch angelegt ist und immerhin mehrere tausend Besucher_innen pro Tag verzeichnet ;-)

  • klabautermann   |   11. Mai 2013 - 18:43

    @Sascha Stoltenow

    ist imho auch gut, dass es im Intranet diesen sicherheitspolitischen Diskurs nicht gibt….wenn sie verstehen, was ich meine. Die Nummer mit den Politoffizieren kann sich dieses Land sparen ;-)

  • klabautermann   |   11. Mai 2013 - 19:00

    ach und btw @Sascha Stoltenow, wollte Ihnen noch sagen, dass imho Ihr „Sparthener“ ein sehr guter Begriff ist, sollten Sie sich schützen lassen ;-)

  • J.R.   |   11. Mai 2013 - 19:22

    @ klabautermann
    Ist schon ihr persönliches Schicksal, dass sie nie “dabei ” gewesen sind

    Ach, nicht jeder der sich um Sicherheitspolitik und Bundeshaushalt sorgt sehnt sich ingsgeheim nach bezahltem Abenteuerurlaub in Flecktarn. ;)
    (Und bevor das jetzt falsch verstanden wird: Das Abenteuerurlaub bezieht sich ausdrücklich auf den Wehrdienst.)

    Verwechseln sie bitte auch nicht BMVg mit BW, das eine ist nicht Teil des anderen und umgekehrt.

    Wie war das nochmal mit „unity of purpose“? Und wie soll der deutsche Michel überhaupt beides außenanderhalten, wenn die eine Seite das Reden übernimmt, und die andere nur gehorsam nickt?

  • Sascha Stoltenow   |   11. Mai 2013 - 20:05

    @klabautermann: ;-)

    Und das mit dem Schützenlassen lassen wir mal, nicht, dass bestimmte Inhalte wegen Urheberrechten nicht verfügbar sind.

  • ZDL a.D.   |   11. Mai 2013 - 20:15

    @klabautermann: touché – wenn sie mich doch noch nehmen, werde ich Feldjäger…aber ein ganz ein hässlicher ;-)

    Ebenfalls ein schönes WE!

  • autostaedterin   |   11. Mai 2013 - 20:35

    Nachdem ich zurückgekehrt bin und doch noch neuere Beiträge gefunden habe: Angesichts der positiven Ausbildungs- und weiterhin erstaunlichen Wirtschaftsent-wicklung (es ist schier unglaublich, wieviel um mich herum neu gebaut wird), finde ich es ohnehin höchst ersaunlich, dass sich so viele Freiwillige bei der BW melden. Gibt es eigentlich eine Statistik über die Gründe, WARUM Freiwillige DABEI geblieben sind (ich lese häufiger Gründe für einen Abbruch). Diese Gründe, dabeizubleiben, wären vielleicht ein guter Ansatz zur Werbung und Argumentation oder zeigen das Dilemma erst auf.

  • Fred   |   11. Mai 2013 - 21:32

    ich tippe auf letzteres ;-)

    ich denke Links auf den DBWV gehen okay

    https://dbwv.de/C125747A001FF94B/vwContentByKey/W28YFDT6573DBWNDE/$FILE/Zielgruppenbefragung_Magazin102012.pdf

    Einfach mald en Artikel durchlesen ist zwar nicht die Antwort auf die spezielle Zielgruppe aber gibt ein Färbung an.

  • Facebook 1914 « Bendler-Blog   |   11. Mai 2013 - 22:18

    […] Dank an den Leser Memoria, der mich auf Augen geradeaus auf das Projekt aufmerksam gemacht […]