Bisheriger Stabschef der U.S. Army Europe wechselt nach Ulm (mit Korrektur)

Fürs Protokoll, weil diese Personalie doch interessanter ist als der übliche Kommandowechsel: Der bisherige – deutsche – Stabschef der U.S. Army in Europa, Kai Rohrschneider (Foto oben) wechselt im September als neuer stellvertretender Kommandeur und Stabschef zum Multinationalen Kommando Operative Führung nach Ulm. Rohrschneider, der bereits vom Brigadegeneral zum Generalmajor befördert wurde, (s. Korrektur unten) folgt auf Generalmajor Klaus Habersetzer, der neuer Kommandeur Zentrum Luftoperationen in Kalkar wird.

Nun ist das Ulmer Kommando ja nicht mehr nur das Multinationale Kommando Operative Führung: Dort wird auch das in der NATO vereinbarte neue Joint Support and Enabling Command (JSEC) aufgebaut. Aus der Aufgabenbeschreibung der Streitkräftebasis:

Das Kommandozentrum wird bei Aktivierung im Bündnisfall für Truppen- und Materialtransporte innerhalb Europas zuständig sein und ihren Schutz koordinieren. Bereits auf dem Weg in das Einsatzgebiet und deutlich im Voraus können Planungen zentralisiert und die Aufgaben zum Schutz harmonisiert werden. Die Verantwortung erstreckt sich auf den Verantwortungsbereich des SACEURs und reicht von Grönland bis nach Afrika, Europa und dessen Randmeere.

Da ist es doch nicht verkehrt, jemanden in dieses Kommando zu holen, der gute Verbindungen zum größten und wichtigsten NATO-Partner hat und vor allem in seiner vorherigen Verwendung über den Bundeswehr-Rahmen hinaus im Bündnis und bei Partnern darüber hinaus unterwegs war. Neudeutsch heißt so etwas: Synergieeffekte. Rohrschneider wird ja auch Chef des Aufbaustabes für das JSEC (Hinweis: die Info hatte ich in der Ursprungsfassung vergessen reinzuschreiben). Die Kommandoübergabe ist für den 6. September vorgesehen.

*KORREKTUR: Nach Angaben des Kommandos Heer vom 29. August ist die Beförderung Rohrschneiders zum Generalmajor noch nicht erfolgt – da gab es widerstreitende Informationen; zu diesem Datum ist er also noch Brigadegeneral.

(Archivbild März 2017: German Brig. Gen. Kai Rohrschneider, chief of staff for U.S. Army Europe, is briefed by a Ukrainian officer about the improvements to range operations at the Yavoriv Combat Training Center on the International Peacekeeping and Security Center, near Yavoriv, Ukraine – Photo by Sgt. Anthony Jones, 45th Infantry Brigade Combat Team)

Neues NATO JSEC in Ulm: Sag‘ nicht Logistikkommando

Die NATO-Verteidigungsminister haben am (gestrigen) Donnerstag in Brüssel, wie erwartet, die Aufstellung von zwei neuen Kommandos der Allianz beschlossen. Ein neues Joint Force Command in Norfolk im US-Bundesstaat Virgina soll im Krisen- und Kriegsfall den Nachschub an Truppen und Material über den Atlantik organisieren; in Europa gibt es für diese Organisation ein neues Joint Support Enabling Command (JSEC), das die Bundeswehr in Ulm aufbauen wird. weiterlesen

Bundeswehr bietet Ulm als Standort für NATO-Logistikkommando an

Fürs Protokoll: Wie am (heutigen) Dienstagnachmittag schon bekannt wurde, hat Deutschland der NATO Ulm als Sitz des neuen NATO-Logistikkommandos vorgeschlagen, dass den Namen Joint Support and Enabling Command (JSEC) tragen soll (klingt ja auch unverfänglicher als Rear Area Command). Die Aufstellung eines solchen Kommandos, das die Mitglieder des Bündnisses im November vergangenen Jahres beschlossen hatten, soll vor allem die Bewegung von Truppen und Gerät in Europa besser und schneller organisieren – für die NATO-Ostflanke.

Das deutsche Angebot teilte die zuständige Streitkräftebasis am Abend offiziell mit:

Deutschland hat angeboten, die Verantwortung für den Aufbau eines neuen NATO-Kommandos zu übernehmen. Kernaufgaben: Schutz, Logistik, militärische Mobilität und weitere unterstützende Aufgaben. Als möglicher Standort wurde Ulm vorgeschlagen. Die Streitkräftebasis verfügt dort mit dem Multinationalen Kommando Operative Führung schon heute über eine für diese Aufgabe geeignete Dienststelle. weiterlesen