Neues NATO JSEC in Ulm: Sag‘ nicht Logistikkommando

Die NATO-Verteidigungsminister haben am (gestrigen) Donnerstag in Brüssel, wie erwartet, die Aufstellung von zwei neuen Kommandos der Allianz beschlossen. Ein neues Joint Force Command in Norfolk im US-Bundesstaat Virgina soll im Krisen- und Kriegsfall den Nachschub an Truppen und Material über den Atlantik organisieren; in Europa gibt es für diese Organisation ein neues Joint Support Enabling Command (JSEC), das die Bundeswehr in Ulm aufbauen wird.

Nun habe ich, wie die meisten Kollegen, dieses neue Kommando in Ulm schlicht als Logistikkommando bezeichnet, weil es ein griffiger Begriff ist – aber das JSEC soll weit mehr als das sein: Kernaufgaben: Schutz, Logistik, militärische Mobilität und weitere unterstützende Aufgaben, hatte die Streitkräftebasis, der zuständige Organisationsbereich der Bundeswehr, exemplarisch genannt.

Der Aufbau des neuen Kommandos in Deutschland wird im Juli beginnen, und erst mal wird es an das bereits bestehende Multinationale Kommando Operative Führung in Ulm angeflanscht und kann auf dessen Ressourcen zurückgreifens. Eine Anfangsbefähigung ist für das vierte Quartal kommenden Jahres vorgesehen. Das multinational besetzte JSEC soll bis 2021 die volle Einsatzbereitschaft erreichen; im Friedensbetrieb sind rund 100 Dienstposten vorgesehen, die im Krisenfall auf rund 500 aufwachsen können.

Von der Streitkräftebasis heißt es dazu:

Das Kommandozentrum wird bei Aktivierung im Bündnisfall für Truppen- und Materialtransporte innerhalb Europas zuständig sein und ihren Schutz koordinieren. Bereits auf dem Weg in das Einsatzgebiet und deutlich im Voraus können Planungen zentralisiert und die Aufgaben zum Schutz harmonisiert werden. Die Verantwortung erstreckt sich auf den Verantwortungsbereich des SACEURs und reicht von Grönland bis nach Afrika, Europa und dessen Randmeere.
Nach derzeitigen Vorgaben der NATO wird das JSEC nur in einer krisenhaften Entwicklung hin zu einer drohenden Auseinandersetzung mit einem ebenbürtigen Gegner aktiviert. Dieser Vorgang wird auch als „Maximum Level of Effort“ der NATO (MLE) bezeichnet. Um optimal bei einer Aktivierung agieren zu können, sind bereits zuvor Aufgaben im Frieden zu erfüllen.

Nun bleiben noch etliche Details offen: die Verteilung bzw. Beteiligung der verschiedenen NATO-Mitglieder am JSEC muss erst noch vereinbart werden; und davon dürfte auch abhängen, wer der Kommandeur wird (obwohl die Anbindung an das Multinationale Kommando Operative Führung da schon gewisse Schlüsse nahelegt).

Bei einem weiteren Beschluss der NATO-Verteidigungsminister sind die Auswirkungen weit unklarer: Wie bereits bekannt und von den USA vorangetrieben, soll der Bereitschaftsstand der Truppen in den Mitgliedsländern deutlich erhöht werden; eine so genannte Readiness Initiative. NATO-Generalsekretär Stoltenberg sagte dazu:

Ministers also agreed a NATO Readiness Initiative, the so-called ‘Four Thirties’. This is not about new forces. But about increasing the readiness of the forces our nations already have.
Today, Allies committed, by 2020, to having 30 mechanised battalions, 30 air squadrons and 30 combat vessels, ready to use within 30 days or less. This shows our determination to instill a culture of readiness across the Alliance.

Da werden natürlich die Details interessant: Bis 2020, das sind noch knapp zwei Jahre, sollen die genannten Truppen in einer 30-Tage-Bereitschaft verfügbar sein. Was ich – und andere wohl auch – gerne wüsste: Wie viele dieser mechanisierten Bataillone, wie viele Staffeln und wie viele Kriegsschiffe soll dabei Deutschland als einer der großen Partner in der Allianz in dieser 30-Tage-Bereitschaft stellen? Und, pardon, was wird der Plan, das auch durchzuziehen?

Denn wenn ich die Inititative dahinter richtig verstehe: Die bereits in einem hohen Bereitschaftsstand stehenden Verbände für die VJTF, die NRF oder eFP zählen da nicht mit. Es geht um zusätzliches Personal und Material.

(Archivbild 2007: Luftaufnahme der Wilhelmsburg-Kaserne in Ulm – Foto Multionationales Kommando Operative Führung)

33 Kommentare zu „Neues NATO JSEC in Ulm: Sag‘ nicht Logistikkommando“

  • Teute   |   08. Juni 2018 - 13:43

    VJTF, JFC, SACEUR, NRF, eFP, JSEC….

    Irgendwann wäre es doch sehr praktisch, wenn die Technokraten in den Stäben wieder mal zu etwas eingängigeren Namen zurückkehren könnten und weniger versuchen, was mittlerweile auch die Bundeswehr gerne gemacht wird (s. ex-Artillerieschule, heute Ausbildungszentrum streitkräftegemeinsa……. etc.) , die gesamte Funktion im Namen unterzubringen. Daher ist das Kommando in Ulm für mich ein Logistikkomando. Von mir aus gerne auch noch NATO-Logistikkommando Europa. Irgendwann steigt man bei all den Abkürzungen wirklich aus. Wer eigentlich wann vom wem, wie und wo geführt wird erschließt sich da auch bald nicht mehr.

  • Pete   |   08. Juni 2018 - 13:55

    „Nach derzeitigen Vorgaben der NATO wird das JSEC nur in einer krisenhaften Entwicklung hin zu einer drohenden Auseinandersetzung mit einem ebenbürtigen Gegner aktiviert“

    Das bedeutet:
    Das „nur …hin zu einer drohenden Auseinandersetzung mit einem ebenbürtigen Gegner…“ beunruhigt mich doch sehr.
    Das heißt ja nichts Anderes als das die NATO sich ganz konkret auf eine drohende Auseinandersetzung mit Russland vorbereitet. Das bestätigt leider meine Befürchtungen.

  • Sommerbiwak   |   08. Juni 2018 - 14:59

    @Teute: Aber nur mit überlegener Buchstabensuppe gewinnt man als Powerpoint Ranger (Chairborne) den Bullshitbingokrieg und wird befördert. Das ist, was wirklich zählt heute. Verteidigungsbereitschaft und Effizienz oder Verständlichkeit ist sowas von letztes Jahrtausend.

  • Reiter 90   |   08. Juni 2018 - 15:01

    Bin verwirrt. 4×30? Check. Bis 2020? Ein nicht uncharmanter Ansatz, der sich gewiss bereits im Haushaltsentwurf für 2019 wiederfindet? Sportlich. Sollte der Haushalt wirklich in Zahlen gegossene Politik sein, dann bin ich auf die beginnenden Diskussionen gespannt…

  • Thomas Melber   |   08. Juni 2018 - 15:01

    Das JSEC muß zertifiziert und beübt werden, daher wird es wohl öfter aktiviert werden.

    Ich bin gespannt, wie das dann mit den Personalabstellungen läuft.

  • Sailor1995   |   08. Juni 2018 - 15:04

    Ursprünglich hatte die NATO ein Rear Area Command (RAC) vorgesehen, das unter anderem Raumverantwortung übernehmen sollte.
    Das war in Berlin nicht gewollt und deshalb liegt der Schwerpunkt jetzt in der „Zuständigkeit“ für Truppen- und Materialtransporte, what ever that means. Insofern ist das Verständnis T.W.s et al vom Logistikkommando nicht völlig abwegig, zumal die Joint Logistics Support Groups ja eingebunden werden.
    Die Aufgabe Schutz wurde heruntergestuft von „command and control“ auf „co-ordinate“, oder wie KdoSKB sagt „koordinieren und harmonisieren“.
    Was bedeutet das dann in der Praxis? Jeder Transport schützt sich selbst und der Schutz der entsprechenden Infrastruktur obliegt der jeweiligen Host Nation.
    Andere als das DEU Angebot gab es nicht und so sind wir jetzt beim JSEC gelandet, besser als nichts.
    Völlig unklar scheinen mir auch noch die Roles&Responsibilities am Standort Ulm und die Command and Control Beziehungen der einzelnen Kommandos und Stäbe zu sein, z.B. MNJHQ, JSEC, sJLSG, KdoSKB, KdoTerrAufg, etc.

  • Klauspeterkaikowsky   |   08. Juni 2018 - 15:06

    @Teute
    Bei NATO-einheitlichen Akronymen bzw. Abkürzungen ist weder Bw noch BMVg Entscheider. Des weiteren, NATO spricht/kürzt ab in englisch. Nach meiner Erfahrung von 7 Jahren in multinationaler Verwendung gibt es nur Deutsche Soldaten, die, immer noch, an und ab mit dergleichen fremdeln.
    @Pete
    Jede Vorbereitung lässt mich ruhig den Tag angehen. Sorgen machte ich mir ausschließlich bei Nicht-Vorbereitung im Stil „Peace in our time“!

  • ede144   |   08. Juni 2018 - 15:09

    @Pete

    Wofür wurde die NATO eigentlich gegründet? Richtig, als Verteidigungsgemeinschaft. Wieviele Angriffskriege hat sie eigentich seit 1949 geführt?
    Wieviele Verträge hat Russland seit dem Verfall der UdSSR gebrochen?

    Also ist es sinnvoll die BW wieder in eine richtige Armee zu verwandeln, die nicht mit Besenstielen ins Manöver zieht und sich Munition zur Schießausbildung bei Nachbareinheiten leihen muß.

  • Pirat77   |   08. Juni 2018 - 15:11

    Ist schon bekannt, ob dieses Kommando auch im Frieden konkrete Aufgaben wahrnimmt, z. B. Verlegung von Truppen innerhalb des Bündnissgebietes bei Großübungen wie z.B. TRIDENT JUNCTURE?

  • politisch inkorrekt   |   08. Juni 2018 - 15:21

    @Pete

    Das heißt ja nichts Anderes als das die NATO sich ganz konkret auf eine drohende Auseinandersetzung mit Russland vorbereitet. Das bestätigt leider meine Befürchtungen.

    Welcher Teil von ernsthafter Verteidigungsplanung in einem Verteidigungsbündnis (sic!) stört sie konkret? Hier wird endlich wieder damit begonnen nach jahrzehntelanger Agonie und Nichtwahrhabenwollen seinen Job ernstzunehmen.
    Snapdrills mit über 100000 Soldaten an unserer Bündnisgrenze mögen für sie Spielerei sein aber es muss darauf reagiert werden um von den anderen Spielern noch Ernst genommen zu werden.

    Und nochmal zu ihren ständigen Fragen ob Russland ein potentieller Kriegsgegner sei oder es konkrete Indikatoren gäbe die darauf hindeuten…

    Russland hat die Fähigkeit konventionell Teile des Bündnisgebietes angriffsweise zu nehmen.
    Russland hat derzeit nicht die Absicht dazu.

    => Unsere Aufgabe als Gesellschaften des Westens ist es dafür zu sorgen, dass das auch so bleibt indem einerseits kommuniziert wird und anderseits wieder glaubwürdige Abschreckung hergestellt wird.

    pi

  • Werferfehler   |   08. Juni 2018 - 15:35

    @Pete:
    Für mich ist es eher interessant, wer wann wo feststellt dass es soweit ist, unabhängig vom vermeintlichen Gegner.
    Also: Wer stellt fest dass es notwendig ist das neue Logistikkommando zu aktivieren?
    Werferfehler

  • Memoria   |   08. Juni 2018 - 17:20

    Auch aus meiner Sicht nicht das JSEC das interessante Thema, sondern die 4×30-Initiative.

    Dies ist umfänglich und zeitlich nochmal schwieriger als die VJTF (NTM 30 Tage erfordert auch Vollausstattung).

    Dieses Thema müsste auch im Fähigkeitsprofil berücksichtigt werden und bereits im Haushalt 2019 veranschlagt sein. Dort ist aber aktuell nicht mal Geld für die VJTF 2023.

    Politisch scheint jedoch in der Koalition etwas mehr Dynamik aufzukommen. Auch über Parteigrenzen hinweg:
    Auch SPD-Fachpolitiker sprechen sich nun für Berücksichtigung der Forderungen des BMVg aus (FAZ.net, „Union will Verteidigungsetat rascher anheben“).

    Die Koalitionsspitzen werden sich bald entscheiden müssen.

  • Thomas Melber   |   08. Juni 2018 - 17:51

    Einmal zur Erinnerung:

    „Merkel – Ganze Bundesregierung steht zu Zwei-Prozent-Ziel der Nato“

    https://de.reuters.com/article/deutschland-nato-merkel-idDEKBN1871BX

  • Klauspeterkaikowsky   |   08. Juni 2018 - 18:15

    Die Praxis der deutschen Verantwortungshandhabung wird sich in den Kommenden 2 Jahren handgreiflich im Sicherheitsrat manifestieren dürfen.
    Deutschland hat heute einen nicht-ständigen Sitz im UNSR erhalten (184 von 193 Stimmen), u.a. auch Belgien.
    Das Äußern von Erwartungen und Forderungen an die UN, die keinerlei Konsequenzen nach sich ziehen, wird künftig mit hardware unterfüttert werden müssen.
    Die Koalition wird auch hier permanentem Entscheidungsdruck unterliegen, Außenminister Maas ist bereits in NY. Die tatsächliche Ausgestaltung EP 14 und Entwicklungshilfe werden daher auch an UN-Erwartungen orientiert sein.

  • Matthias Hake   |   08. Juni 2018 - 20:32

    „Stäbe, Stäbe und nochmals Stäbe“ – und wo bleibt die Truppe? und ich habe lange genug in hohen Kommandobehörden gedient, und vorher lange in Truppe.

    aber so ist das wohl, wenn man zu lange „Frieden“ hat. und übrigens, sind diese „Kunstgebilde“ auch im Schichtdienst durchhaltefähig, und nicht nur mit zwei Schichten a 13+ Stunden – was keiner, ohne „Blödsinn“ zu machen kaum 14 Tage macht.

  • Koffer   |   08. Juni 2018 - 21:21

    @ede144 | 08. Juni 2018 – 15:09
    „Wofür wurde die NATO eigentlich gegründet? Richtig, als Verteidigungsgemeinschaft.“

    +1

    „Wieviele Verträge hat Russland seit dem Verfall der UdSSR gebrochen?“

    :( Leider wahr…

  • 0815   |   08. Juni 2018 - 21:32

    politisch inkorrekt | 08. Juni 2018 – 15:21
    …Russland hat derzeit nicht die Absicht dazu…
    Kennen wir das nicht?

    „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“
    (Walter Ulbricht am 15. Juni 1961)

    Absicht hin, Absicht her!

    Mit Stäben und Kommandos ohne schlagkräftige Truppe ( die auch mal endlich wieder richtig geführt und nicht nur verwaltet wird), können wir nur noch hoffen das diese Papier-und LotusNotes Fabriken abschreckend genug sind!

  • JMWSt   |   09. Juni 2018 - 10:20

    Um mal etwas zusammenzufassen: Stäbe haben wir wieder/noch immer genug (soweit ich weiß hat die Bw immer noch so viele Goldsternchen wie zu 500.000 Mann Zeiten) und der (potentielle) Feind steht wieder im Osten. Da ist die Welt doch fast wieder in Ordnung. Wann kommen die ersten Wetten zur Reaktivierung der Wehrpflicht oder Einführung einer genderneutralen Dienstpflicht? „Boots in the ground“ ohne Füße drin bringen ja nix…

  • Couthon   |   09. Juni 2018 - 18:19

    Salve,

    definiere „ebenbürtiger Gegener“? Also Rußland kann es ja kaum sein, die haben zwar ein paar gutausgerüstete Korps, aber wie will man einen „richtigen“ Krieg damit gewinnen?
    Wenn die Russen das aber wiklich vor hätten, wie sehen dann da die Planungen zur Verteidigung aus? 30 Tage bis man Truppen da hat, wo man sie glaubt zu brauchen? Ab wann soll denn die „30 Tage Frist“ gelten, wenn die russ. Panzer ins Baltikum rollen? Oder nach Polen? Das erscheint mir dann doch sehr spät, UND ist die Flüchtlingswelle (von Osten nach Westen fliehende Zivilisten) dann da schon mit eingelpant, oder wurde die, wie in jedem Krieg, wieder vergessen?

    Rußland hat, wie seinerzeit Deutschland, nicht die Wirtschaftskraft und das Geld sich einen „richtigen“ Krieg zu erlauben. Wenn Putin nicht völlig schwachsinnig ist, wird er das auch wissen. Er wird, besonders da er vom Geheimdiesnst kommt, eher asymetrisch vorgehen, siehe Krim, Donbas, Syrien, Kaukasus… und da nützen uns reguläre Streitkräfte wenig.

    Hier wäre wieder der Primat der Politik gefordert, was man wiklich will oder auch verhindern will und welche Mittel denn dafür notwendig sein könnten. Denn jedes (größere) Land kann einen kurzen Krieg gegen einen wirtschaftlich stärkeren gewinnen (Preußen – Frankreich 1870/71), aber niemals einen langen Krieg Siebenjähriger Krieg / Krieg gegen die Franzosen und Indianer / Dritter Karnatischer Krieg / britische Invasion der Philippinen 1754 bis 1763.
    Und einen kurzen Krieg kann man gegen die USA nicht führen.

    Ich bin nicht dafür, daß man die Bundeswehr auflöst. Aber der Begriff Parlamentsarmee jagt mir kalte Schauer über den Rücken. Aber ich bin wohl der Einzige, der eine Parlamentsarmee mit Oliver Cromwell verbindet.

    Selbstverständlich weiß ich auch, daß eine Vollausstattung der Bw Utopie ist und es hat auch in Deutschland nie eine solche gegeben. Selbst im II. WK hatten viele Truppen nur eine Karabinerbestand von 70% und ein Karabiner ist kein Leo2!

  • Memoria   |   09. Juni 2018 - 19:22

    Interessanterweise gibt es zur NATO Readiness Initiative noch keine weitere Berichterstattung – obwohl Deutschland hier politisch (burden-sharing) und militärisch (Einsatzbereitschaft) im Fokus steht.

    Die Aufgabe wird auch für die Marine materiell ubd personell ein Kraftakt:
    http://www.atlanticcouncil.org/blogs/new-atlanticist/nato-allies-poised-to-sign-off-on-us-plan-to-deter-russian-aggression

    Ein weiterer Schaden an einer Korvette in dieser Woche (Kieler Nachrichten, „Marine muss Korvette aus Nato-Verband abziehen“, online verfügbar – ebenfalls medial untergegangen) zeigt wie unflexibel das Gesamtsystem jetzt schon sogar bei NATO-Verpflichtungen ist.

    Und nun noch die weiteren Anforderungen.

    Übernehmen wir uns nicht…?

  • aufmerksam   |   09. Juni 2018 - 20:00

    Wenn sich also NATO- Logistik in 2021 durch DEU bewegt, dann wird sich das JSEC abstimmen müssen mit:

    EinsFüKdoBw, LogZBw, LogKdoBw, KdoFJgBw, KdoTerrAufgBw, KdoSKB, KdoH, KdoSan, BMVg SE, BMVg FüSK, BMVg Pol (…) habe ich jemanden vergessen? KdoCIR? Ach ja, die jeweils passenden Landeskommandos.

    Na, das nenne ich mal „Einsatzbereitschaft“!

  • Koffer   |   09. Juni 2018 - 21:16

    @JMWSt | 09. Juni 2018 – 10:20
    „Stäbe haben wir wieder/noch immer genug“

    Stimmt leider :( Sogar mEn zu vielen…

    „soweit ich weiß hat die Bw immer noch so viele Goldsternchen wie zu 500.000 Mann Zeiten“

    Ich denke nicht, dass das stimmt. Zwar haben wir nach meinem Kenntnisstand nicht im gleichen Maße reduziert, aber sehr wohl reduziert…

  • Klauspeterkaikowsky   |   09. Juni 2018 - 22:47

    @aufmerksam
    Oh Gott, mit Mar/Lw mehr Kdo als funktionierende Btl der KpfTr?

  • Memoria   |   10. Juni 2018 - 7:57

    Die absehbaren zusätzlichen Verpflichtungen im Rahmen der NATO Readiness Initiative spielen in einem neuen Schreiben der Ministerin an die Abgeordneten der Koalition offenbar noch keine Rolle:
    http://www.tagesschau.de/inland/bundeswehr-brief-vonderleyen-101.html

    Da Einsatzbereitschaft ja auch von der SPD gewollt ist, könnte somit die Diskussion weg von den Prozentangaben am BIP und hin zu den Fähigkeiten gerichtet werden. Aber man will sich ja für die Ausplanung von „four thirty“ bis Jahresende Zeit lassen.

    Wenn die Ministerin in den Koalitionsverhandlungen schon so beharrlich verhandelt hätte, wie sie jetzt Briefe schreibt, dann wäre so manches einfacher.

    [Zur Info: Der Brief ist vom Donnerstag, und deswegen könnte er auch theoretisch vor dem entsprechenden Beschluss gefallen sein… Aber greife ich später noch mal auf. Es ist schließlich, sorry, Wochenende… T.W.]

  • Memoria   |   10. Juni 2018 - 9:13

    @T.W.:
    Ich verstehe es auch so, dass der Brief vom Donnerstag ist.
    Aber die neuen absehbaren Beschlüsse der NATO hätte das BMVg ja bereits einarbeiten können und den Brief dann los schicken wenn es passt. Aber das wird das BMVg ja sicher erläutern können – nach dem Wochenende.

  • Thomas Melber   |   10. Juni 2018 - 16:47

    Sehr bedauerlich, daß der rückwärtige Raum wohl nicht mit betrachtet wird (@Sailor1995, RAC) – ist er doch bei einer Verschärfung der Lage der erste „Kriegsschauplatz“ (Sabotage, Lähmung, u.a.).

    A2/AD fängt vor dem eigentlichen offenen Konflikt an.

  • Memoria   |   11. Juni 2018 - 6:28

    @T.W.:
    Die Diskussion um den Brief der Ministerin für mehr Geld fängt bereits – ganz modern – auf Twitter zwischen Kahrs und Silberhorn an:
    https://twitter.com/SilberhornMdB/status/1005924542575935489?s=20

    Die Diskussion wird wohl leider weiter nicht wirklich konstruktiv geführt (Zweck, Ziel, Mittel). Vielmehr möchte jeder seine Erzählung dem Publikum präsentieren.

    [Oh, da geht’s offensichtlich um weit mehr als den aktuellen Ministerinnenbrief. Und ja, jeder will sein Narrativ nach vorne bringen… T.W.]

  • Memoria   |   11. Juni 2018 - 10:23

    @T.W.:
    Klar ist der Brief nur der letzte Anlass.
    Die Diskussion kreist jedoch weiter um % vom BIP in 2024 und nicht um die praktische Umsetzung in den Haushalten 2019-2021.

    Diese Woche ist ja auch der NATO-Generalsekretär bei der Bundeskanzlerin zu Besuch. Anfang Juli geht der Haushalt 2019 und der neue FinPlan durch das Kabinett, Mitte Juli dann der NATO-Gipfel.

    Offenbar versucht die Kanzlerin weiter den Blick auf 2024 zu lenken. Wenn man die NATO Readiness Initiative ernst nimmt, ist dies jedoch nicht mehr der Fokus.

    Schau mer mal.

  • Zimdarsen   |   11. Juni 2018 - 11:42

    Beschlüsse der NATO brauchen wir bald nicht mehr ernst nehmen weil Trump dies auch nicht tun wird. Er wird mit Putin einen Deal machen und dann ist der Zauber im Baltikum Geschichte und wir nähern uns den 2% weil die Wirtschaft in DEU kurzfristig in Keller geht.

    Alles eine Frage der Zeit und mit Entspannung zu betrachten. Europa gefährdet sich höchstens selbst bis in seine Grundfesten.

  • Pete   |   11. Juni 2018 - 15:59

    @Zimdarsen

    Ich stimme Ihnen zu.

    Während die EU brav Sanktionen gegen Russland aufrecht erhält und seinen potenziellen Absatzmatut nach Osten mit einer Art „Maginotlinie“ zurüstet, werden wir Kontinentaleuropäer irgendwann in den Nachrichten hören, dass die USA und GBR und Japan sich mit Russland geeinigt haben.

    Und.auf einmal ist es dann die EU, die sich isoliert hat. Ich hoffe auf den österreichischen Kanzler kurz. Der hat gesunden Menschenverstand und könnte während seiner EU-Präsidentschaft dieses Szenario verhindern.

  • SuumCuique   |   12. Juni 2018 - 10:13

    Zur Sache:

    Weiß denn irgendjemand ob dem JSEC dann das EATC unterstellt werden soll, oder soll das geliebte Kind der EU vorbehalten bleiben??

    Ist die Aufstellung des JSEC Eingeständnis für die Unfähigkeit von AMCC und JMCC oder legt man deswegen speziellen Wert auf die erweiterten Kernfähigkeiten des neue JSEC?

    JSEC = Verantwortung des inner-europäischen Transport (+) mit welchen rechtlichen Befugnissen um eben den Transport in Nicht-Krisen-Zeiten (das wird man sicherlich sehr spät feststellen auf politischer Ebene) sicherzustellen, da es im Wesentlichen wohl auch darum geht die nationalen Regelungen zu harmonisieren?

    Ich bin sehr gespannt darauf wie insbesondere das Thema „Gefahrgut-Transport“ multinational geregelt wird, da hier sicherlich Welten aufeinander treffen (Ausnahmeregelung für Militär vs. „wie im Zivilen“).

    Welche Zuständigkeiten bleiben denn dann noch beim NMCC?

    Ich befürchte ein heilloses Kompetenzgerangel und höhere Schnittstellenverluste…

    Und zum Thema RAC: Sollte das nicht ein nicht-näher genanntes MN HQ im ostwärtigen Raum übernehmen?

  • DIN A4   |   12. Juni 2018 - 16:29

    Ich hatte ja die Hoffnung, dass das (aus meiner Sicht eher entbehrliche) MN KdoOpFü umgewandelt wird in das NATO „Logistikkommando“. Offenbar vergeblich, zukünftig gibt es in Ulm zwei Kommandos.

  • Zimdarsen   |   13. Juni 2018 - 12:12

    @SuumCuique

    „Weiß denn irgendjemand ob dem JSEC dann das EATC unterstellt werden soll, oder soll das geliebte Kind der EU vorbehalten bleiben??“

    Das EATV ist denen vorbehalten welche Mitglied im EATC sind und das ist nicht die EU. Die deutschen Lufttransportgeschwader sowie die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung  sind truppen- und fachdienstlich dem Luftwaffentruppenkommando unterstellt.

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