Neue Computerkrieger: Verteidigungsministerin stellt Cyber-Abteilung in Dienst

Einrichtung der Abteilung Cyber / Informationstechnik

Im Bendlerblock in Berlin hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am (heutigen) Mittwoch offiziell die neue Ministeriumsabteilung Cyber- und Informationstechnik (CIT) in Dienst gestellt. Geleitet wird sie, wie schon vor einem halben Jahr vermutet wurde, vom früheren ThysenKrupp-Manager Klaus Hardy Mühleck.

Die im April von der Ministerin angekündigte Abteilung CIT mit rund 130 Dienstposten in Berlin und Bonn ist der erste Schritt der deutschen Streitkräfte zu einem eigenen Organisationsbereich für alles Digitale (die Kästchenkunde dazu steht hier). Ab April kommenden Jahres soll das Kommando Cyber- und Informationsraum (Kdo CIR, oder auch: CIRK) eingerichtet werden und langfristig, mit rund 13.500 Dienstposten fast so groß wie die Marine, vom elektronischen Kampf bis zur Bundeswehr-internen IT alle digitalen Bereiche abdecken.

Der neue Chief Information Officer der Streitkräfte hatte vor gut vier Jahrzehnten schon enge Berührung mit der Bundeswehr: Bei der Luftwaffe in Roth wurde er als Richtfunker ausgebildet, mein erster Kontakt mit der damals analogen Echtzeit-IT. weiterlesen

Cyberkrieger, Computernerds und IT-Einkäufer: Bundeswehr stellt sich neu auf

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Der Einberufungsbescheid für Captain CIRK ist konkreter geworden: Am (heutigen) Dienstag stellte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die Pläne für die künftige Aufstellung der deutschen Streitkräfte im Hinblick auf Computernetze, IT-Sicherheit und Cyberkrieg vor. Kernpunkte: Die digitale Arbeit wird in einer eigenen Abteilung im Ministerium und in einem neuen militärischen Organisationsbereich gebündelt, der neben die bisherigen Bereiche Heer, Luftwaffe, Marine, Sanität und Streitkräftebasis tritt und zunächst rund 13.500 Dienstposten umfassen soll

Damit will die Bundeswehr ihre Effizienz und Schlagkraft im schnell wechselnden Bereich der Informationstechnik ebenso verbessern wie den Schutz von Truppe – auch im Einsatz – und gegebenenfalls der Bevölkerung. Aber die Bundeswehr-Cyberkrieger sollen in eine Gesamtstrategie der Bundesregierung eingebettet werden – und in Abstimmung vor allem mit dem Bundesinnenministerium agieren.

Das Statement der Ministerin dazu (die Fragen sind zwar leise, aber verständlich):

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Und die hier natürlich besonders interessierenden Details plus Kästchenkunde: weiterlesen

Kein iPhone auf dem Bundeswehr-Schlachtfeld

Interessant für die IT-Spezialisten: Die Bundeswehr wird (nicht so überraschend) niemals mit iPhone oder iPad ins Gefecht ziehen. Sondern mit Geräten auf Basis des Google-Betriebssystems Android – was sinnvoll ist, weil es sich um eine open source-Plattform handelt.

Jedenfalls treiben die deutschen Streitkräfte offensichtlich eine Entwicklung voran, die auf Android-Basis sozusagen militärische Navis bringen soll: Bundeswehr finances an Open Source Application (und hier was dazu auf Deutsch, ich gebe zu, sehr speziell: Neben einem SVN-Repository wird es auch Maven-Artefakte der in Java implementierten Software geben.)

Da kriegt der J6 graue Haare

Das ist doch was: Bei den US-Verbündeten wird der iPad (wie zuvor schon der iPod touch und das iPhone) ein wichtiges Werkzeug auf dem Gefechtsfeld: Turning the iPad into a weapon

Bei der Bundeswehr würde vermutlich der J6 (auf Deutsch: der verantwortliche Offizier für das Aufgabengebiet 6, Führungsunterstützung) graue Haare kriegen, wenn er auch noch einen iPad in die IT-Struktur integrieren müsste. Ist es doch auch so schon schlimm genug, wie der gestrige Bericht über eine Tagung vom 24. Mai deutlich macht: Die Spanne der „kriminellen Handlungen“ gehe bei Computer-Nutzern von unbedachter Nutzung des Internets über die Weitergabe beruflicher Daten an private Adressen bis hin zum mobilen Arbeiten mit dem dienstlichen Laptop.

Mobiles Arbeiten! Mit dem dienstlichen Laptop! Die Strafe für so ein Vergehen kann gar nicht hart genug ausfallen.