Neue Computerkrieger: Verteidigungsministerin stellt Cyber-Abteilung in Dienst

Einrichtung der Abteilung Cyber / Informationstechnik

Im Bendlerblock in Berlin hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am (heutigen) Mittwoch offiziell die neue Ministeriumsabteilung Cyber- und Informationstechnik (CIT) in Dienst gestellt. Geleitet wird sie, wie schon vor einem halben Jahr vermutet wurde, vom früheren ThysenKrupp-Manager Klaus Hardy Mühleck.

Die im April von der Ministerin angekündigte Abteilung CIT mit rund 130 Dienstposten in Berlin und Bonn ist der erste Schritt der deutschen Streitkräfte zu einem eigenen Organisationsbereich für alles Digitale (die Kästchenkunde dazu steht hier). Ab April kommenden Jahres soll das Kommando Cyber- und Informationsraum (Kdo CIR, oder auch: CIRK) eingerichtet werden und langfristig, mit rund 13.500 Dienstposten fast so groß wie die Marine, vom elektronischen Kampf bis zur Bundeswehr-internen IT alle digitalen Bereiche abdecken.

Der neue Chief Information Officer der Streitkräfte hatte vor gut vier Jahrzehnten schon enge Berührung mit der Bundeswehr: Bei der Luftwaffe in Roth wurde er als Richtfunker ausgebildet, mein erster Kontakt mit der damals analogen Echtzeit-IT. Nach Jahren in der Industrie sei er gerne in das Ministerium gewechselt. Ich habe diesem Land viel zu verdanken … und ich gebe das gerne zurück, sagte Mühleck bei der Indienststellung. Bei der Bundeswehr sehe er hohe Kompetenz in vielen Bereichen, die teilweise der Industrie voraus sei.

Die Ministerin betonte, es sei allerhöchste Zeit, dass die Bundeswehr in diesen Bereichen schlagkräftiger werde, neue Fähigkeiten entwickle und mit der gesellschaftlichen und technischen Entwicklung Schritt halte. Der Bereich Cyber- und Informationstechnik sei ein Top Thema, da spielt die Musik. Mit  der Einrichtung der neuen Abteilung und des geplanten militärischen Organisationsbereiches schaffen wir klare Zuständigkeiten, damit die Dynamik auch nach vorne geht.

Mühleck wird Chef über ein breites Themenspektrum: Neben den militärischen Aspekten spielt dabei auch die Verwaltung der Streitkräfte eine Rolle. Die inzwischen komplett im Bundesbesitz befindliche Bundeswehr Informationstechnik GmbH (BWI) gehört ebenfalls zu seinem Aufgabenbereich.

(Foto: von der Leyen und Mühleck bei der offiziellen Indienststellung der Abteilung CIT; im Hintergrund der Leiter des Aufbaustabes Cyber- und Informationsraum, Generalmajor Ludwig Leinhos, und der stellvertretende Generalinspekteur Generalleutnant Markus Kneip – Bundeswehr/Jonas Weber)

 

34 Kommentare zu „Neue Computerkrieger: Verteidigungsministerin stellt Cyber-Abteilung in Dienst“

  • Werferfehler   |   05. Oktober 2016 - 16:59

    Eine Frage:
    Was hat der neue Chief Information Officer der Streitkräfte denn als Unterbau?
    Also ist er für einen gewissen Teilbereich der Streitkräfte selbst verantwortlich?
    Vor allem wenn ich lese: “ Der Bereich Cyber- und Informationstechnik sei ein Top Thema, da spielt die Musik. Mit der Einrichtung der neuen Abteilung und des geplanten militärischen Organisationsbereiches schaffen wir klare Zuständigkeiten, damit die Dynamik auch nach vorne geht.“
    Gibt es da schon Ideen?
    Werferfehler

  • Werferfehler   |   05. Oktober 2016 - 17:04

    Nachtrag: Ich schau erst mal http://augengeradeaus.net/2016/04/cyberkrieger-computernerds-und-it-einkaeufer-bundeswehr-stellt-sich-neu-auf/ in Ruhe an, danach frage ich vielleicht nochmal.
    Werferfehler

  • Napoleon   |   05. Oktober 2016 - 17:08

    Der heute veröffentlichte Organisationsplan auf der Internetseite des BMVg gibt da Auskunft.

  • Peter G. Döns   |   05. Oktober 2016 - 19:11

    Der Begriff „Cyber“ ist in IT Fachkreisen verpönt. Denn dort der Begriff nichtssagend, und wer ihn verwendet, gibt sich gleich als Fachfremd zu erkennen. Zumindest wird es von einigen (tatsächlich hochkompetenten Fachleuten) so gesehen. Wenn hier Top Leute gesucht werden, dann konkuriert die Bundeswehr als Arbeitgeber mit Google, Amazon, der Automobilindustrie und anderen. Diese kämen nicht auf die Idee, Fachleute als „Cybernerds“ oder ähnliches anzusprechen. Es bleibt zu hoffen das dennoch fähige Leute gefunden werden können – Mathematiker und Informatiker sind hier gefragt, und wer die Wahl hat, fordert vermutlich auch eine konkurrenzfähige Bezahlung…

  • Thot   |   05. Oktober 2016 - 19:31

    Frage: Da ich nichts davon gehört oder gelesen habe das die BW ein neuen Serverraum gebaut hat um die Rechenkapazitäten für das CIT bereitzustellen, vermute ich Marktlösungen. Weiß jemand hier mehr zur Hard-und Softwareausstattung?

    Mein Verdacht, da mir keine großen deutschen Cloudanbieter bekannt sind, Cyberabwehr mit Unterstützung durch Amazon und Co. mit allen bekannten Problemen. Ich hoffe ich irre mich.

  • SER   |   05. Oktober 2016 - 19:33

    Das wäre mit Verlaub die erste Bw-Dynamik die seit 15 Jahren nicht nach hinten geht …
    Richtfunk-IT in der Vita … Hurra !
    Solen sie mal die Branche fragen was gezahlt wird für Könner … nicht A10 oder so, oder doch dann mehrmals monatlich !

  • Memoria   |   05. Oktober 2016 - 20:59

    „Ich habe diesem Land viel zu verdanken … und ich gebe das gerne zurück“

    Wird der CIO als B9 (MinDir) verbeamtet oder bekommt er ein frei verhandelten Gehalt?

  • Koffer   |   05. Oktober 2016 - 21:53

    Nur als Hinweis: die ministerielle Abteilung CIT wird vermutlich sowohl inhaltlich, als auch operativ nur wenig mit dem milOrgBer CIR zu tun haben. Wenn man sich die Kästchenkunde der beiden Elemente und den Aufgabenzuschnitt der ministeriellen Referat anschaut, dann dürfte CIT mehr mit BAUIDBw und BAAINBw zu tun haben, als mit CIR…

    Vorgesetzt ist dem CIR ja auch (logischerweise) der GI und nicht der den AL CIT (vulga CIO Bw).

    Oder um es anders zu sagen: auch wenn CIR „toll und modern“ klingen soll. Überwiegend sind das ja Elemente der militärischen FüUstg und ergänzt um Teile MilNW und ggf. (neue) operative Elemente für das „digitale Gefecht“.

    CIT hingegen ist ja für IT Infra, IT Dienstleistung etc. zuständig. Also BWI ministeriell…

    Die Details bleiben natürlich abzuwarten und es wird sicherlich (den Besonderheiten von IT folgend) auch Überschneidungen geben, aber in der Hauptschussrichtung dürfte ich richtig liegen ;)

  • Edgar Lefgrün   |   05. Oktober 2016 - 21:56

    Ein Richtfunker, ob er noch das FM 12/800 absitimmen und eine Strecke inbetriebnehmen und mit EVZ4 einpegeln kann? :)

    Den Begriff IT haben wir jedenfalls damals nicht gekannt.

  • Adelheid   |   05. Oktober 2016 - 22:21

    Nur ein paar Gedanken eines unbedarften Beobachters: Die Aufbau/Aufstellung eines Cyber (Fähigkeits-) Kdo (!) ist sinnvoll, notwendig und überfällig, aber….
    – warum muss es außerdem einen OrgBer (!) CIR geben?,
    – reicht nicht auch eine UAbt Cyber im BMVg, warum gleich eine neue Abt?,
    – wird das „Stove-piping“ bzw „Silo-Denken“ im BMVG mit einer neuen Abt, die in alle OrgBer/TSK hinein agiert und mit einem weiteren OrgBerKdo nicht weiter verstärkt?,
    – werden damit nicht weitere „Wasserköpfe“ mit zusätzlichem Koordinierungsbedarf (= unproduktive Selbstbeschäftigung) geschaffen?,
    – was hat das KdoStratAufkl (KSA) oder das Amt für GeoInfo mit Cyber zu tun (außer das es IT und CIS nutzt), warum wird es dem Kdo CIR unterstellt (außer einen OrgBer zu rechtfertigen)?,
    – etc, etc.
    Vielleicht, weil es sonst keine ordentlichen Schlagzeilen und keinen neuen „Chief Info Officer“ mit umfangreichem Know how aus der Wirtschaft, der das alles in den Griff bekommen wird, gäbe?
    „Gut“, dass für die o.a. Aufstellungen die Masse des (knappen) Fachpersonals aus der gesamten Bw zusammengezogen wird, so dass es zumindest in der neuen Abt und im neuen OrgBer funktioniert. Vermutlich sind die daraus resultierenden Einschränkungen für alle anderen Bereiche vertretbar, da Cyber ja die neue „Allzweck-Waffe“, das „Allheilmittel-Mittel“ der Zukunft ist, und der Rest der Bw ja sowieso nicht mehr gebraucht wird bzw mit Masse eh nicht einsatzbereit ist.
    Wie gesagt, nur ein paar unwesentliche Gedanken eines unbedarften Beobachters….

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   05. Oktober 2016 - 23:29

    Genau das: „… da Cyber ja die neue „Allzweck-Waffe“, das „Allheilmittel-Mittel“ der Zukunft ist, und der Rest der Bw ja sowieso nicht mehr gebraucht wird, bzw mit Masse eh nicht einsatzbereit ist, …“ gibt mir zu denken.
    Um nicht als weltvergessener ewig Gestriger zu gelten, ohne Cyber geht es ganz bestimmt nicht. Diese Anstrengungen in einem eigenen Kdo zu konzentriren, ist der allein richtige Schritt, um durchschlagskräftig, auch im internationalen Rahmen, zu agieren.
    Und, da Cyber defensiv Richtung ‚abwehren von‘ ausgerichtet sein muss, parallel aber auch offensiv Richtung ‚verhindern von‘ sind Fähigkeiten der Aufklärung a priori angesagt. ZNBw, KdoStratAufkl, und auch GeoInfo als Untermenge von Aufkl, gehören genuin zum Thema.
    Die beabsichtigte Konzentration ist folgerichtig, endlich einmal Konsequenz in der Entschlussfassung.
    Nur, im Gefecht traue ich kaum meinem Smartphone, sehr wohl aber der BK 120 mm, will sagen: schlussendlich entscheidet Kinetik das Gefecht, nicht vergessen!

  • Klangkörper   |   05. Oktober 2016 - 23:40

    Aus Sicht der Rüstung erlaube ich mir folgende Anmerkung: Bis Mitte 2012 hatten wir die Abteilung Modernisierung (IT) und die Hauptabteilung Rüstung im BMVg. Der M war das IT-Amt nachgeordnet, der Rü das BWB. Aus mir unbekannten Gründen hat man das Ganze dann zur Abteilung AIN mit dem BAAINBw im nachgeordneten Bereich vereinigt. Dadurch hat man sich immerhin einen Amts-Präsidenten gespart! Zumindest wurde die Grundlage geschaffen Rüstung ganzheitlich zu betrachten. Ein Amt welches die Plattform kauft und ein Amt welches das Funkgerät beistellt, hat wohl nicht so funktioniert.
    Jetzt wird dem CIT Teile des BAAINBw (Abteilungen im Strang VPräs mil) unterstellt und der Ex-AIN (neu A) der Rest. Das ist m.E. ein Schritt in die Vergangenheit.
    Das eigentliche Problem im Bereich „Cyber“ ist wohl eher finanzieller Natur. Einerseits die Bezahlung der vermeintlichen Spezialisten. Aber auch die IT-Rüstungs-Projekte wurden jahrelang im Haushalt zugunsten Eurofighter, A400M, „you name it“ vernachlässigt. Ich erkenne nicht, wie der neue Organisationsbereich und die ministerielle Aufstellung bestehende Probleme beseitigen soll. Wenn es darum ginge dem Bereich „Cyber“ mehr Aufmerksamkeit zu schenken, wäre dies einfach im Haushalt zu steuern gewesen.

  • L.P.   |   06. Oktober 2016 - 1:49

    Ich denke bei allen sinnvollen Gedanken zu dem Thema muss man am Ende immer auf die Grundsatzproblematik zurueckverweisen:

    Den Unwillen der Poltiker/Militaers/Geheimdienstler die Kompetenzen zwischen dem BND und der Bundeswehr in diesem Bereich sinnvoll neu zu sortieren.

    In so einem kapitalintensiven Bereich wie IT, sei es fuer Personal oder Infrastruktur, kann man sich einfach solche zweigleisigen Wege nicht leisten. Defensiv- sowie Offensivkapazitaeten in Form von spezifischen Serverzentren gehen hier sehr schnell in die hunderte Millionen Euro. Ich denke, dass man solche Moeglichkeiten wie Botnetzwerke hierbei aussen vor lassen sollte, da ich hierfuer keinen politischen Willen in Deutschland sehe.

  • L.   |   06. Oktober 2016 - 7:04

    Scherz am Rande, dann wird folglich das BAAINBw zukünftig das BAANBw?

  • Mike   |   06. Oktober 2016 - 10:55

    Der aufmerksame Beobachter wird feststellen, dass mit der Entscheidung „neuer sechster OrgBer“ der Wasserkopf weiter vergrößert wird, die Schnittstellenproblematik u.a. bei der Einsatzplanung erhöht wird und insgesamt auch aufgrund der querschnittlich benötigten DP der Wirkungsgrad der Maschine Bundeswehr weiter verringert wird. Über die Motive der Handelnden hierbei kann nur spekuliert werden. Eine Aufstellung eines Zentrums für „Cyber-Krieg“ innerhalb der SKB / KSA hätte es auch getan, bei gleichzeitiger Verortung einer entsprechenden Abteilung im BMVg, die fachlich-prozessorientiert führt und das Thema „Cyber“ mit Innenministerium und BND abstimmt.

  • Pham Nuwen   |   06. Oktober 2016 - 11:01

    Thot | 05. Oktober 2016 – 19:31
    Frage: Da ich nichts davon gehört oder gelesen habe das die BW ein neuen Serverraum gebaut hat um die Rechenkapazitäten für das CIT bereitzustellen, vermute ich Marktlösungen. Weiß jemand hier mehr zur Hard-und Softwareausstattung?

    Mein Verdacht, da mir keine großen deutschen Cloudanbieter bekannt sind, Cyberabwehr mit Unterstützung durch Amazon und Co. mit allen bekannten Problemen. Ich hoffe ich irre mich.

    Man glaubt es kaum, aber die größte Cloud Company ist … SAP (Info aus erster Hand). Und ein Trumpf der von SAP gerne gespielt wird, sind Rechenzentren nah am Kunden. D.h. wer auf Server in der EU oder gar Deutschland besteht, bekommt die auch.

    Dieser Standortvorteil wird in Zukunft noch absehbar wachsen.

    Die harten und härter werdende Datenschutzvorschriften und das Wissen, dass sich beispielsweise eine US-Regierung nicht jederzeit einfachen Zugang zu den Cloud-Daten verschaffen kann, ist für einige Köpfe der Branche ein Killer-Argument.

  • Gaius Bruxellus   |   06. Oktober 2016 - 11:13

    @Mike: +1
    *Ironie on* Zentralisierung und Auslagerung in einen eigenen OrgBer hat sich doch bei den Erfolgsgeschichten SKB und mehr noch bei ZSan auch bewährt. Deutlich mehr „power to the edge“ bei beiden. *Ironie off*

    Wäre nicht eine UAL der Abt CIT in Berlin verortet, wäre diese Entwicklung für den geneigten IT-Offz/StOffz die Garantie eines personalisierten regionalisierten Verwendungsaufbaus. Hat doch auch was Gutes;)

  • Uwe   |   06. Oktober 2016 - 14:14

    @Mike 10:55 Uhr:
    Ich bin mir sicher, Dr. Suder weiß, dass der weitere Organisationsbereich zusätzliche personelle Ressourcen frisst, namentlich Regiepersonal zu Eigenverwaltung. Ich ahne, dass ihr bei Ansprache des (aus ihrer Sicht) strategischen Faktors IT aus den Spitzen der ministeriellen Abteilungen und unterstellten Bereiche so viel Betroffenheitslosigkeit und Unkenntnis entgegengeschlagen ist, dass das ihre am Anfang vielleicht nicht so feste Entschlossenheit zur Aufstellung auch eines eigenen Bereiches zementiert hat. Wenn Abteilungsleiter und Inspekteure sich z.B. wenig auskunftsfähig zu ihren IT-Belangen zeigen (d.h. versuchen, „Spezialisten“ von unteren Ebenen vorzuschieben), dann dürften sie wohl z.B. kaum zur Gewinnung und Entwicklung von IT-Personal oder sonstwie gestalterisch beitragen können. Also muss der Preis für einen gesonderten Bereich gezahlt werden, in dem IT-Aspekte auf keiner Ebene ausgeblendet werden.
    Ohne Kenntnis von Vorgeschichte würde ich den zusätzlichen CIR-Bereich wegen des „unnötig“ erhöhten Ressourcenbedarfs auch nicht begrüßen. Heute finde ich es aber nachvollziehbar, dass die bisherigen obersten Akteure ein Stück weit „entlastet“ werden.

  • Mike   |   06. Oktober 2016 - 16:04

    @ Uwe:
    Zustimmung hinsichtlich des angeblich wenig professionellen Auftritts der Goldsterne. Dennoch gilt immer der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Und der ist hier deutlich verletzt! Wenn man einerseits die Trendwende Personal nur schafft, weil man permanent die Altersgrenze erhöht, kann man nicht andererseits sehenden Auges weitere personelle Ressourcen „verbraten“. Das jetzige Vorgehen zeugt nicht gerade von einer ganzheitlichen Führung. Führungskunst wäre gewesen, eine „Cyber-Vg“ zu kreieren ohne hierbei den Wasserkopf zu vergrößern, bloß weil ein Dreisterner mal wenig auskunftsfähig war.
    Denn: Wer einen „Spezialladen“ wie die SKB eben als „Speziellen Gemischtwarenladen“ aufbaut und immer mehr auf Zentralisierung setzt, muss anschließend auch damit leben, dass der Spezialist auf der unteren Ebene dann der ist, der im konkreten Fall auskunftsfähig ist.

  • Uwe   |   06. Oktober 2016 - 18:01

    @Mike 16:04 Uhr:
    Wenn man den zusätzlichen Organisationsbereich nicht will, muss man aber die Chefs der bestehen Bereiche dazu bringen, auch IT als Bestandteil ihrer Führungsaufgabe anzusehen. Das gilt ja auch für viele andere Themen, für die die Chefs nicht selbst ausreichende Fachkenntnisse besitzen können und sich also beraten lassen müssen.
    Schön wär’s.

  • Mike   |   06. Oktober 2016 - 20:20

    @Uwe – 18:01:
    Zustimmung: Dann braucht man Chefs und Generale, die mehr als nur „Politbüro“ können. Die gibt es auch (manchmal). Vielleicht müsste man dann mal über Auswahl und Ausbildung ab A15 aufwärts nachdenken….

  • Cleve Hops   |   06. Oktober 2016 - 21:34

    Wer im digitalen Umfeld auf Weltniveau mitspielen will, MUSS sich am Sillicon Valley orientieren. Dessen Geschwindigkeit und Qualität im digitalen Fortschritt muss man mithalten können. Alles andere ist albernes Popelkram. Einfache Frage: Über welche Fachkenntnisse und Kontakte verfügt denn dieser CIT (dieses Frage wage ich beim „Cyber-General“ gar nicht zu stellen – der LGAN reicht aber garantiert nicht!)? Hier werden wieder Ressourcen für ein aufgeblähtes aber dennoch zahnloses Tigerchen ausgegeben. Wird sich auf jeder Powerpointpräsentation gut machen, aber in Praxis ob mangelnden Hintergrundwissens der beteiligten Schlieffenjünger kläglich scheitern. Dr. Suder müsste das eigentlich wissen.

  • Uwe   |   07. Oktober 2016 - 1:10

    Jetzt hat das System meinen gründlicheren Kommentarentwurf verschluckt. Sollte man wohl nur offline machen und erst dann „einkleben“. Als Rest erneut:

    @Mike 20:20 Uhr:
    Ihr „mehr als nur ‚Politbüro‘ trifft es messerscharf. Ich hatte mir nur weiteres Bashing in dieser Richtung nicht erlaubt.

  • Tom   |   07. Oktober 2016 - 6:45

    Warum ist eigentlich der OrgBer Cyber als einziger Bereich im BMVg repräsentiert, wo doch die Inspekteure nicht mehr Teil desselben sind?

  • KlausK   |   07. Oktober 2016 - 9:24

    @Uwe
    Bravo, so ist es!
    @Mike
    Es geht nicht nur um Golsterne, das setzt sich auf der AbtLtr Ebene fort bis zum OTL, die den G6 dann wegen jeder Frage an ihren Spezialisten – SFw verweisen wollen! (Nichts gegen SFw)
    Umgekehrt erwarten sie aber volles Verständnis für ihr Gedöns!

  • Uwe   |   07. Oktober 2016 - 9:41

    @ Tom 06:45 Uhr:
    Der OrgBer CIR wird durch die ministerielle Abteilung CIT eben nicht in dem Sinne repräsentiert, dass bei CIT alle Fachanteile von CIR auf abstrakterer Ebene abgebildet sind. Beispiel: (Fernmeldeelektronische) Aufklärung, Militärisches Nachrichtenwesen. Insofern dient CIR mehreren Herren zugleich, was erfahrungsgemäß nicht ganz reibungsfrei abläuft.

  • Mike   |   07. Oktober 2016 - 21:05

    @KlausK 09:24
    Korrekt, mangelnde Fachkenntnisse existieren nicht nur höheren Ortes. Fairerweise muss man aber auch zugestehen, dass gerade die Bereiche FüUstg und MilNW mit EloKa ein dermaßen breites Spektrum abdecken, dass man eben häufig erst wirkliche Erhellung erfährt, wenn man den Spezialisten, fragt. Der ist dann häufig Fw. Alternativ könnte man langsam auch zur Erkenntnis kommen, dass auch bei StOffz „Breite vor Tiefe“ in manchen Bereichen keinen Sinn (mehr) macht.

  • Thomas Melber   |   07. Oktober 2016 - 21:11

    @Mike
    Über den Verwendungsaufbau MilNW (auch Offz / StOffz) wird schon länger diskutiert – er kommt.

    Was mich interessiert: wird das MilNW der TSK / MilOrgBereiche dem CIRK zugeschlagen? Die Mutterschiffe KSA und SchuleStrat sind dies ja.

  • Koffer   |   07. Oktober 2016 - 22:50

    @Tom | 07. Oktober 2016 – 6:45
    „Warum ist eigentlich der OrgBer Cyber als einziger Bereich im BMVg repräsentiert, wo doch die Inspekteure nicht mehr Teil desselben sind?“

    Ist er nicht! Wie ich bereits weiter oben geschrieben habe, haben CIR und CIT fachlich nur ein bißchen und truppendienstlich gar nichts mit einander zu tun!

    CIT ist so etwas wie eine BWI+ ministerielle Führung.

    CIR ist ein milOrg und wird durch den FüSK geführt werden.

    Natürlich gibt es hier (aufgrund des Themas) ungewöhnliche viele Überschneidungen/Graustufen, aber der „Führer“ des OrgBer CIR ist NICHT der AL CIT (aka CIO), sondern der Insp CIR und damit im weiteren der GI.

  • Tom   |   08. Oktober 2016 - 11:25

    @ Uwe & @Koffer

    Danke für die Erläuterungen.

    Die truppendienstliche Führung stelle ich hinten an, meines Wissens unterstehen dem Kdo CIR (noch?) keine Verbänd?.

    Einerseits nehme ich mit, dass eine AL CIT eigentlich gar nicht so viel mit dem Kdo CIR zu tun hat. „CIR und CIT fachliche nur ein bisschen“, „nicht alle Fachanteile abgebildet“ etc.
    Andererseits halte ich für mich fest, dass es viele Grauzonen und fachliche Überschneidungen geben wird.

    Das überzeugt mich aber leider nicht. Einerseits nicht so viel miteinander zu tun, dann aber doch Fachexpertise binden, auf das Kdo Cir zurückgreifen und querschnittlich arbeiten.

    Unterm Strich sehe ich unverändert einen neuen OrgBereich in den „meisten“ (das zumindest stimmt ja wohl) fachlichen Belangen direkt auf Ebene AL *** repräsentiert. Zumindest die Inspekteure der TSK üben solchen Einfluss gegenwärtig nicht so direkt und gebündelt. Damit stellen wir einen Bereich strukturell (von der Ebene her gesehen) über die anderen.

  • Koffer   |   08. Oktober 2016 - 12:58

    @Tom | 08. Oktober 2016 – 11:25
    Natürlich werden dem Kdo CIR Verbände unterstellt! Das Kdo ist ja nur die höhere KdoBeh.

    Das ist ja gerade das, worin sich (vermutlich) ihr Missverständnis begründet!

    Die Verbände des OrgBer CIR (geführt durch die KdoBeh KdoCIR unter Führung des InspCIR) sind u.a. die (umfangreichen) Fm/FüUstgtBtl der SKB (ehemals des Heeres), die nur aus „coolness-Gründe“ in IT-Btl umbenannt werden, aber normale FüUsgtVbde bleiben.

    Also reines Militär, hat nix mit CIT zu tun, sondern mit FüSK.

    Außerdem die Vbde des KSA (EloKa etc.) hat ebenfalls nix mit CIT zu tun, sondern mit FüSK und über den Fachaspekt MilNW möglicherweise etwas mit POL.

    Dann kommt noch GeoInfo hinzu. Das hat schon etwas (!) mehr mit CIT zu tun (z.B. über die notwendige Software), aber ist im Ergebnis auch Hauptzulieferer für die milOrgBer.

    Und ich glaube (da bin ich mir aber nicht mehr sicher), es war auch noch von OpKom die Rede?! Aber auch das hätte nix (!) mit CIT zu tun, sondern auch mit FüSK und einigen anderen Abteilungen/UAL/Ref, im Ministerium aber eben nicht mit CIT

    CIT soll so etwas wie der Einkäufer für IT werden und SASPF fachlich verantworten und das Thema digitale Verwaltung verantworten etc. etc.

    Natürlich gibt es da auch Überschneidungen mit CIR (denn die Hardware in Einsatz der ITBtl wird dann natürlich über CIT beschafft), aber das wäre ja das gleiche, als würden Sie behaupten, die heutige Abteilung AIN führt die am FüSK und dem Kdo SKB vorbei heutzutage die Vbd des FüUsgtKdo…

    Wie gesagt, es wird vermutlich mehr Graustufen geben, als bei man anderen Vbde, aber auch die anderen milOrgBer erhalten ja teilweise fachliche Vorgaben von anderen Abteilungen (Beispiel IUD im Grundbetrieb von Liegenschaften)…

    Das Problem ist also nicht das Herausheben des milOrgBer CIR aus den anderen, sondern dass er überhaupt geschaffen wurde. Damit schwächt man die TSK ansich (Teile und Herrsche)… Genau das gleiche Spiel wie weiland mit der SKB oder der Stärkung von San zulasten der TSK

  • Uwe   |   08. Oktober 2016 - 23:43

    Stimme @Koffer zu.

  • Danyx   |   09. Oktober 2016 - 9:29

    Moin,

    zwecks der Debatte über die Kompetenz der StOffze / GenStOffze denke ich, dass es leider allein aufgrund des damaligen Verwendungsaufbaus / Lagebilds / Ausbildungsschwerpunkts einfach verdammt schwer ist Kompetenz im Bereich IT zu finden. Nahezu alle jetzigen A14+ haben vielleicht (und wenn überhaupt) mal vor 12 Jahren+ ein Elektro / IT nahes Studium gemacht und wenn ja, sind viele „Nerds“ wahrscheinlich kein BS geworden (oder wollten nicht) oder eben niemals fachlich eingesetzt worden. Dann benötigt man neben so einem Studium natürlich auch einfach das Interesse an IT und das fehlt oftmals dem (St)Offz (kenne da genug Beispiele aus der FüUstg)
    Wie viele „rote“ Baretts hat man denn im Heer / SKB noch vor 10 Jahren in Spitzenpositionen gesehen? Also ich sah da immer nur schwarz / grün auf dem Kopf. Dieser Wandel auch mal rote Kopfbedeckung zu sehen kommt meiner Erfahrung nach erst seit einigen Jahren immer mehr.

    Im übrigen kann ich aus erster Hand sagen, dass auf dem aktuellen BGAN mindestens ein junger Major ist, welcher fachlich in seiner letzten Verwendung im FüUstgBtl jedem Fw-Dienstgrad etwas vorgemacht hat und davor fast 10 Jahre im Bereich CNO tätig war.
    Es gibt also fachliche Kompetenz, diese muss aber eben laufbahntechnisch erst zu Ende aufgebaut werden um zu wirken.

  • Mike   |   09. Oktober 2016 - 10:00

    @Danyx:
    Es gab Zeiten im Heer, da war auf BrigEbene aufwärts die Litzenfarbe nachrangig. Man brauchte gute Truppenführer (was auch heute noch der Fall sein sollte).
    Und ob ein General noch IT-Nerd sein muss, sei dahingestellt. Aber, mal beispielhaft erklärt:
    Im KdoH setzt man weiter hauptsächlich auf den jungen, dynamischen und gut ausgebildeten GenStOffz als Referent. Der ist kaum eingearbeitet und schon wieder weg. Das ging 1986 vielleicht noch gut, der heutigen Komplexität des Systems Bw wird das aber nicht gerecht. SKB und San z.B. nehmen auch den Truppendiener als verantwortlichen Referenten. Der kann vorher auch eine „schwarze“ oder „grüne“ Vergangenheit gehabt haben. Aber aufgrund der Stehzeit wird er sich irgendwann deutlich auswirken können. Vielleicht wäre ähnliches mal für GenStOffz auch denkbar. (Und zwar nicht nur wegen Vereinbarkeit Familie und Beruf).
    Immerhin „leistet“ sich die SKB ja meines Wissens sogar einen StvInsp, der das, was er macht, auch schon jahrelang tut, (auf verschiedenen Verwendungen).