Lesestoff: Chinas Basis in Djibouti

Die Marine der chinesischen Volksbefreiungsarmee war seit einigen Jahren immer wieder mit Kriegsschiffen vor der Küste Ostafrikas präsent, um den Kampf gegen die Piraterie zu führen – teilweise in Abstimmung mit anderen Seestreitkräften zum Beispiel in der EU-Mission Atalanta oder den überwiegend US-geführten Combined Maritime Forces in der Region.

Inzwischen hat China allerdings in Djibouti eine Militärbasis gebaut – die erste Übersee-Basis der Volksbefreiungsarmee, und es geht längst nicht mehr um die Bekämpfung der Piraterie. Die dort stationierten Soldaten führten vor wenigen Tagen ihre erste Live Fire Exercise durch

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Nach Anschlag in Djibouti: MedEvac-Airbus der Luftwaffe unterwegs

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Nach einem Anschlag auf ein vor allem von Ausländern besuchtes Restaurant in Djibouti am Samstag  ist der Luftwaffen-Airbus Hans Grade als MedEvac-Flieger in den afrikanischen Küstenstaat unterwegs, um verwundete deutsche Staatsbürger auszufliegen. Deutsche Soldaten, die sich im Rahmen der EU-Antipirateriemission Atalanta in Djibouti aufhalten, sind nach Angaben der Bundeswehr aber nicht von dem Anschlag betroffen.

Die Mitteilung der Bundeswehr vom (heutigen) Sonntag:

Am 25.5. gegen 10.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit, ist ein Airbus A310 MRTT MedEvac der Luftwaffe von der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) vorzeitig abgeflogen, um im Ausland verletzte deutsche Staatsbürger nach Deutschland zu holen. weiterlesen

Übrigens: Djibouti.

Djibouti, dieser kleine Staat in Afrika, wird in Deutschland praktisch nicht wahrgenommen – im Unterschied zum benachbarten Somalia oder anderen – zugegeben: größeren und bedeutenderen – Ländern Afrikas. Das ist zwar nachvollziehbar, aber ein bisschen kurzsichtig: In dieser wichtigen Hafenstadt am Golf von Aden befinden sich die wichtigen Militär-Basen praktisch aller westlichen Nationen. Angefangen bei den Franzosen, die in ihrer früheren Kolonie eine sehr massive militärische Präsenz haben, und den USA, die vom Camp Lemonier aus Soldaten, Flugzeuge und Drohnen nach Ostafrika und vielleicht auch auf die arabische Halbinsel schicken. Die deutsche Marine hat dort ihren Stützpunkt für den Anti-Piraterie-Einsatz vor der Küste Somalias, ebenso die Spanier und die Japaner.

Deshalb empfiehlt sich bei Gelegenheit ein genauerer Blick auf dieses Land. In diesen Tagen besonders, denn es gab eine Wahl, aus der die bisher herrschende Koalitionsregierung als Sieger hervorging. An der Wahl selbst und am Ausgang gab es heftige Kritik, und seit ein paar Tagen hat sich das in inneren Unruhen Luft gemacht:

Djibouti security forces fought running battles with opposition supporters for a second day on Tuesday in an attempt to disperse protests against the ruling coalition’s parliamentary election victory, witnesses said. (…)
Riot police fired tear gas to scatter hundreds of chanting demonstrators outside the Justice Ministry who were demanding the release of Sheikh Bashir Abdourahim, a prominent opposition figure whose family said he had been arrested on Monday. (…)
Protesters pledged to keep up the unrest until President Ismail Omar Guelleh’s government collapses.

berichtet Reuters.

Nun kann man ja nicht in jedem kleinen, halbwegs autoritär regierten Staat alle Entwicklungen verfolgen. Wenn man wichtige Stützpunkte dort hat, sollte man das vielleicht dennoch tun.

Nachtrag: Das Auswärtige Amt hat – wie die Außenministerien anderer westlicher Länder – deutsche Staatsbürger in Djibouti zur Vorsicht aufgefordert. Die aktualisierte Warnung vom 27. Februar:

Das Ergebnis der Parlamentswahlen vom 22. Februar 2013 wird von der dschibutischen Opposition nicht anerkannt. Es kommt in diesem Zusammenhang zumindest in Dschibuti-Stadt zu Demonstrationen und Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften, insbesondere entlang der Siesta-Uferstraße und der Route de Venise. Es lässt sich nicht voraussehen, wann diese Auseinandersetzungen abklingen werden. Deutsche Staatsangehörige in Dschibuti sollten bei Bewegungen Vorsicht walten lassen und sich von Menschenansammlungen und Auseinandersetzungen fernhalten.

(Archivbild 2004: Abmarsch der Präsidentengarde in Djibouti)

Japanische Anti-Piraten-Basis in Djibouti

Hoppla, jetzt geht’s aber rund: Die Japaner planen eine Basis in Djibouti, für den Kampf gegen die Piraterie am Horn von Afrika. Ich kann mich täuschen – aber ist das eventuell die erste Basis japanischer Streitkräfte außerhalb des Mutterlandes seit dem Zweiten Weltkrieg?

YOKOSUKA, JAPAN - MAY 28:  US navy soldiers line up in front of the national flag of Japan to see off the Kitty Hawk during the USS Kitty Hawk Departure Ceremony at the US Navy Yokosuka Base on May 28, 2008 in Yokosuka, Kanagawa, Japan. Nuclear-powered supercarrier USS George Washington will be deployed as the replacement to the Kitty Hawk in August 2008. (Photo by Koichi Kamoshida/Getty Images)

Foto: Koichi Kamoshida/Getty Images via picapp