Zur Dokumentation: Hubschraubergeschwader 64 zieht nach Brandenburg
Das Hubschraubergeschwader 64 (HSG64) der Luftwaffe, bislang schon einziger Verband mit dem Transporthubschrauber CH-53 und künftig mit dem neuen schweren Transporthubschrauber CH-47F Chinook, ist nach Brandenburg umgezogen. In Schönewalde südlich von Berlin wurde das Geschwader, bislang überwiegend in Laupheim stationiert, neu aufgestellt. Der Standort in Hauptstadtnähe, zudem noch Stationierungsort für das Luftverteidigungssystem Arrow, bekommt damit zusätzliche Bedeutung.
Die Mitteilung zur Neuaufstellung Anfang Oktober war vergangene Woche nur an die Regionalmedien herausgegeben worden; ich musste sie mir erstmal besorgen. Zur Dokumentation im Wortlaut:
Neuaufstellung des HSG 64: Schönewalde wird zentraler Standort
Heute, am 1. Oktober 2026 wird das Hubschraubergeschwader 64 am Standort Schönewalde neu aufgestellt. Anlass ist die Einführung des schweren Transporthubschraubers CH-47F Chinook und die damit verbundene Neuausrichtung der Hubschrauberkräfte der Luftwaffe.
Mit der Neuaufstellung verlagert die Geschwaderführung ihren Sitz von Laupheim nach Schönewalde. Künftig werden dort der Geschwaderstab sowie die Fliegende und die Technische Gruppe angesiedelt. Die Einsatzgruppe SOF Air verbleibt in Laupheim. Kommodore Oberst Sascha Bleibohm bezeichnete den Schritt als Beginn einer neuen Phase: „Heute beginnt ein neuer Abschnitt für unser Hubschraubergeschwader 64.“
Für die neue Aufgabe wird auch der Fliegerhorst Holzdorf umfassend ausgebaut. Bis 2030 sollen die wesentlichen Baumaßnahmen abgeschlossen sein. Vorgesehen sind rund 700 zusätzliche, überwiegend militärische Dienstposten sowie 47 neue Transporthubschrauber. Bereits vorhandene Hallen können die CH-47F aufnehmen, weitere Wartungs- und Unterkunftsgebäude sollen bis Ende 2026 hinzukommen.
Damit entstehen schrittweise die Voraussetzungen für den künftigen Flugbetrieb. „Mit dem Geschwaderstab, der neuen fliegenden und technischen Gruppe sowie den zugehörigen Einheiten schaffen wir nun auch strukturell die Bedingungen für den ab Herbst nächsten Jahres beginnenden Flugbetrieb der CH-47 in der Luftwaffe“, so der Kommodore.
Auch die Struktur des HSG 64 wird angepasst. Aus der bisherigen Transporthubschrauberstruktur sollen drei Staffeln entstehen: Zwei Staffeln übernehmen Aufgaben im Lufttransport, eine weitere ist für Rettungs- und Rückführungsaufgaben, insbesondere Combat Search and Rescue (CSAR), vorgesehen.
Die Neuaufstellung verbindet damit organisatorische Veränderungen mit dem Ausbau des Standortes und der schrittweisen Einführung des neuen schweren Transporthubschraubers. Oberst Bleibohm hebt dabei die Bedeutung des Wandels hervor: „Dieser Moment ist weit mehr als ein Verwaltungsakt oder organisatorischer Schritt. Er ist ein sichtbares Zeichen von Entschlossenheit und Stärke, von Veränderung und Fortschritt in der Bundeswehr.“
Mit der Ankunft der ersten deutschen CH-47F ab Ende 2027 soll die nächste Phase der Entwicklung des HSG 64 beginnen.
(Archivbild: CH-53-Hubschrauber in Holzdorf/Schönewalde beim Tag der Bundeswehr im Juni 2018 – Johannes Heyn/Bundeswehr)
Naja, „Neuaufstellung“ ist etwas vollmündig, wenn auch als Soll-Org-Maßnahne formell korrekt so bezeichnet.
Die bisherige ca. 2/3 – 1/3 Aufteilung zwischen den beiden Standorten Laupheim (Stab + 2 Gruppen) und Holzdorf-Schönewalde (1 Gruppe, etwas angefettet) wird einfach nur umgekehrt. Neu: Stab + 2 Gruppen in Holzdorf, 1 (etwas angefettete) Gruppe in Laupheim.
Der Hauptgrund dafür ist recht simpel; der Flugplatz ETSH hat enorm Fläche, ETHL platzt aus allen Nähten. Einen Verfügungbestand an Luftfahrzeugen, wie er absehbar mit CH-47 bestehen wird, ist in Laupheim nicht unterzubringen.
ich sehe das als eine der vielen kleineren Strukturmaßnahmen (und Kommandoübergaben usw.), die zum jedem 1. Oktober traditionell halt so statt finden.
Auf die zu bildende Fähigkeit mit dem neuen Waffensystem Chinook hat das letztlich wenig Einfluss, außer das die Einführung in einen Verband passiert, der gerade frisch (auch personell) durcheinandergewürfelt wurde. Das muss nicht unbedingt hilfreich sein.
Macht Sinn …
Die SOF Air Komponente in Laupheim soll 12 x CH47F SOF und 20 x H145M SOF umfassen…
da ist dann quasi auch gut voll …
und die Nähe von Laupheim zum KSK in Calw ist mit Sicherheit auch wichtig für diese Entscheidung
Ich halte nichts von diesem Teilumzug des HSG 64. Ich sehe keinen Vorteil
vom Umzug des Geschwader Stabes von Laupheim nach Holzdorf. Bisher war Laupheim der Hauptstandort des Geschwader s und Holzdorf die Außenstelle. Jetzt wird es ohne sachlichen Grund umgedreht. Vor allem fürchte ich, das ein Teil des Personals lieber die BW verlässt, als von Laupheim nach Holzdorf umzuziehen! Denn Holzdorf ist nicht nahe bei Berlin, sondern an der Grenze zu Sachsen-Anhalt und als der unbeliebteste Standort der Luftwaffe bekannt. Die BW baut Holzdorf aus, aber hat vergessen endlich eine Autobahn nach Holzdorf bauen zu lassen, damit der Standort nicht weiter in der Pampa ist. Und wenn man Holzdorf ausbauen will, hätte ich eher an die zusätzlichen A 400 m oder zusätzliche EF als Tornado Ersatz für Holzdorf gedacht. Hoffen wir Mal, dass der Umzug nicht zuviel Personal gekostet hat.