„Moskau wettet auf unsere Schwäche“
Russland ist nach den Worten des Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes, Martin Jäger, weiterhin der gefährlichste Gegner des Westens. Deutschland ist in Gefahr, in einen gewaltsamen Konflikt mit Russland zu geraten, sagte Jäger bei der jährlichen Anhörung der Chefs der deutschen Nachrichtendienste im Bundestag. Die Dienste sähen zwar derzeit keine Hinweise auf einen groß angelegten Angriff Russlands gegen NATO-Gebiet, es könne aber jederzeit zu kleineren Aktionen zum Beispiel im Baltikum kommen.
Die Anhörung am (heutigen) Montag war die inzwischen zehnte für die Führung von Bundesnachrichtendienst, Bundesamt für Verfassungsschutz und Militärischen Abschirmdienst vor dem Parlamentarischen Kontrollgremium des Parlaments. Wie in den Vorjahren war diese Anhörung öffentlich – und damit eine Möglichkeit für die Spitzen der Nachrichtendienste, ihre Punkte für die Politik auch in der Öffentlichkeit zu setzen.
Die außen- und sicherheitspolitisch eindringlichste Nachricht kam dabei von BND-Chef Jäger, dem es vor allem um die Warnung vor Russland ging: Von keinem anderen Land geht aktuell eine so direkte, umfassende und konkrete Bedrohung gegen Deutschland aus. Hauptgrund sei die Unterstützung der Ukraine, für die die Bundesrepublik inzwischen führend sei. Deshalb versuche russische Regierung, mit Druck und Einschüchterung Deutschland davon abzubringen: Moskau wettet auf unsere Schwäche, sagte Jäger.
Dafür führe Russland bereits jetzt einen Schattenkrieg gegen Deutschland, warnte der BND-Chef: Dieser unerklärte Krieg ist nicht mit herkömmlichen militärischen oder rechtlichen Kategorien zu fassen. Wir befinden uns nicht im Verteidigungsfall – und werden trotzdem angegriffen. Der Bundesnachrichtendienst als Deutschlands erste Verteidigungslinie sei deshalb auch auf die geplanten neuen Möglichkeiten im vorgesehenen bND-Gesetz angewiesen, betonte Jäger.
Die Warnung von begrenzten Aktionen Russlands gegen einzelne NATO-Mitglieder verglich Jäger mit dem russischen Vorgehen gegen die Ukraine 2014: Auch bei baltischen Staaten könnten plötzlich grüne Männchen auftauchen, also Bewaffnete ohne klar erkennbare Zuordnung zu einem Staat. Zudem gebe es bereits jetzt niedrigschwellige russische Aktionen: So scheine es inzwischen völlig normal, dass russische Drohnen beim Krieg gegen die Ukraine auch den Luftraum von NATO-Staaten oder Moldawiens berührten. Es gehe nicht zuletzt darum, die Allianz zu testen – nicht im Hinblick auf die kollektive Verteidigung, sondern um genau zu beobachten: wer unter den NATO-Partnern äußert sich wie?
Wer die Anhörung (nicht nur die Statements, sondern auch die Nachfragen der Abgeordneten) insgesamt anschauen möchte:
… und das Audio als Sicherungskopie:
Zum Nachlesen:
Das Statement von Jäger hier
(und als Sicherungskopie: 20261005_Jaeger_BND_PKGr)
Das Statement des Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Sinan Selen, hier
(und als Sicherungskopie: 20261005_Selen_PKGr)
Das Statement der Präsidenten des Bundesamtes für den Militärischen Abschirmdienst, Martina Rosenberg
20261005_Rosenberg_BAMAD_PKGr
(Foto: Screenshot der Übertragung von Bundestag TV)
Anekdote: Ich meine es war in Beevors oder Hastings WW2 Kompendium als er die Stimmung in Warschau am 01.09.1939 nachdem „es“ begonnen hatte, beschrieb- u.a. – in der Tat- Erleichterung – Erleichterung, dass das „Warten“ ein Ende hat, und die Würfel endlich gefallen sind (und das ja bald FR mobilisieren wird, aber das ist ein anderes Thema …). Ich kann nur sagen, dass ich persönlich ebenfalls einen langen Stosseufzer (so unangebracht des kommenden Leids er auch immer sein mag) geben werde, wenn dieser endlose ‚phony war‘ mit unserem Feind Russland endgültig offenbar wird, und man gehobenen Hauptes all den useful ****** ein definiertes Fingerzeichen zuwerfen kann.
2:50h + ist Plicht… @Jäger: Endlich!
Jetzt aber gute Nacht 😴
@CurtisLM
Als Sohn von Vertriebenen, die alles Verlorenen und Schreckliches erlebt haben, und mit einem Onkel, der im Kursker Bogen gefallen ist, kann ich nicht beschreiben, was Ihre Worte an Entsetzen, Abscheu und Verachtung auslösen. Wir haben uns wieder Russland zum Feind gemacht. Wer glaubt, dass das gut ausgeht, der gehört…
Ich habe keine andere Wahrnehmung als der BND- Präsident, ich wüsste auch nicht wie man Alternativen realistisch begründen wollte.
Allerdings frage ich mich schon, ob RUS (unter Putin) eigentlich weiss, auf welche kostspieligen, konfrontativen und jeglichen Interessenausgleich behindernden Kurs geht. Eine Folge wird nämlich die weitere, erhebliche Schwächung der Wirtschaft sein; das Verhältnis zwischen Militärausgaben und Einnahmen ist jetzt schon in einer klaren Schieflage.
Auch davor hatten BND und unlängst die CIA gewarnt. Der CIA- Direktor flog eigens dafür nach Moskau.
Das bedeutet, wir müssen uns auch auf ein Szenario einstellen, das den (erneuten) Zusammenbruch der RUS Föderation bedeuten kann- mit allen Risikofeldern, die man sich vorstellen mag.
Es ist also so, wie dargestellt: Es ist RUS, von dem für uns und Europa die größte, komplexe Bedrohung ausgeht.
@CurtisLM
Sie sehnen also einen Krieg herbei, verstehe ich das richtig?
Ihnen ist schon klar das selbiger höchstwahrscheinlich NICHT konventionell bleiben wird sondern nuklear geführt werden wird, schon allein aus dem Grund das RUS der NATO konventionell gnadenlos unterlegen ist.
Ihr Stoßseufzer und ihr erhobenes Haupt werden eine sehr kurze Halbwertzeit haben.
Mir ist der „phony war“ lieber als ein heller Blitz und dann lange Dunkelheit.
@BS:
Können wir endlich mal mit diesem unsäglichen Blödsinn „wir haben uns ussland zum Feind gemacht“ aufhören?
@BS: Ihr Satz, dass wir uns Russland zum Feind gemacht hätten, ist offensichtlich falsch! Ganz im Gegenteil haben wir jahrelang eine Appeasmentpolitik gegen Russland gefahren, von der Nichtaufnahme der Ukraine in NATO und EU, North Stream & einem Bundespräsidenten, der die Bundesregierung für ein efp Bataillon in Litauen kritisiert hat als Säbelrasseln und noch immer im Amt ist. Russland hat dagegen alles getan, sich uns zum Feind zu machen, weil es wieder böse ist und Nachbarländer angreift. Russland achtet nur Stärke & Macht! Wie hätten die Zeitenwende schon nach dem Überfall auf die Krim ausrufen sollen!
@BS sagt: 06.10.2026 um 0:59 Uhr
„Wir haben uns wieder Russland zum Feind gemacht.“
Da machen Sie es sich aber sehr einfach und verkennen die Diskussionen, die die letzten (mindestens) 10 Jahre darüber geführt wurden.
Spätestens 2008 mit Georgien war der Wendepunkt. Wenn man sich so imperialistisch aufführt wie RUS, dann muss man sich nicht wundern, wenn man heute da steht, wo man steht. Und alle Staaten des ehemaligen Warschauer Pakts, die in die NATO eingetreten sind, sind in ihren Entscheidungen bestätigt worden.
RUS träumt von vergangenen Zeiten, als mit Drohung und Druck alle Vasallenstaaten bei der Stange gehalten wurden und so die in der sowjetischen Doktrin verankerte Pufferzone (kein Krieg auf russischem Boden) installiert wurde. Es wird eben verkannt, dass die Welt sich seitdem weitergedreht hat.
Also bitte, keine Täter-Opfer-Umkehr. Ich will auch keinen Krieg, aber man sollte schon bei den Fakten bleiben.
vielleicht in dem Zusammenhang zu erwähnen:
die Süddeutsche meldet das der ehemalige BND Präsident August Hanning wegen Spionageverdacht festgenommen worden ist. Es wird geprüft ob er Informationen an fremde Mächte verkauft hat.
Hanning ist zwar schon länger raus (1998-2005) hat aber wohl im Rahmen seiner Beratertätigkeit noch Information von seinem ehemaligen Büroleiter bekommen der noch beim BND aktiv ist. Dieser wurde ebenfalls festgenommen
[Auch wenn die Vermutung naheliegend schient – es hat wohl mit Russland nichts zu tun. Die Mitteilung der Bundesanwaltschaft (in der allerdings offengelassen wird, an welche fremden Mächte die Informationen abgeflossen sein könnten):
https://www.generalbundesanwalt.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/Pressemitteilung-vom-06-10-2026.html
Würde deshalb darum bitten, das erstmal nicht zum Teil der Debatte in diesem Thread zu machen.T.W.]
@Curtis
Den erhobenen Mittelfinger darfst Du jetzt schon zeigen. Selbst in den bisherigen Kommentaren würde ich da Zielgruppe finden…
„Wir haben uns Russland zum Feind gemacht.“ Solche Denkmuster werde ich nie akzeptieren können.
Hoffen wir, dass die Guten gewinnen.
Am 13.08.21 sagte die Vizepräsidentin des BND, die Taliban habe kein Interesse an einer militärischen Einnahme Kabuls.
36 Stunden später fiel Kabul in die Hände der Taliban.
Die Folgen kennen wir alle. Da die NATO-Kräfte viel militärisches Gerät an die Afghanische Armee sowie der Polizei überlassen hat, verfügt die Taliban jetzt über deutlich mehr Gerät als je zuvor.
[Erklären Sie noch, was Sie in diesem Fall damit zum Ausdruck bringen möchten? T.W.]
@TW
Dass solche Kommentare der Deutschen Dienste durch die AFD genutzt werden. Das ist ja nur ein Beispiel, welches den BND betrifft. Der Verfassungsschutz hat sich durch den NSU selbst brilliert. Und der MAD aktuell durch den Einsatz von KI bei der fragwürdigen Durchforstung von Internetaktivitäten von Bewerbern bei der Bundeswehr. Die Deutschen Nachrichtendienste stehen insgesamt also in keinem guten Licht. Durch so eine öffentliche Anhörung, die in den letzten Jahren immer nichtssagender wurde, kippt man evtl. noch mehr Wasser auf die blauen Mühlen.
Der Bericht des Wehrbeauftragten trägt sein Übliches bei. Der hat seit vielen Jahren den gleichen Inhalt – Copy Paste.
[Verstehe zwar nicht, wieso eine Warnung vor Russland der AfD nützen sollte, warum die Überprüfung von Rekruten fragwürdig ist etc., aber hey, Ihre Meinung ist Ihre Meinung. T.W.]
@BS
Warum, weil wir einen offensichtlich völkerrechtswidrigen Angriffskrieg beim Namen nennen und damit ausnahmsweise mal auf der richtigen Seite der Geschichte stehen?! Da passt Ihr Nickname tatsächlich gut: BS indeed….
Ihr Onkel ist vor über achtzig Jahren gefallen, weil er auf der falschen Seite stand, die einen ähnlichen Krieg angezettelt hat, der obendrein schließlich zu einem Vernichtungskrieg eskalierte – evtl. fangen Sie mal an, über sowas nachzudenken, bevor Sie die rote Fahne im Internet hochhalten.
Zum Text der Ursprungsmeldung:
„Auch bei baltischen Staaten könnten plötzlich grüne Männchen auftauchen…“
Grundsätzlich möglich, aber erst grüne Männchen, dann dreiste Lüge, dann Vollinvasion. Da sollte man doch draus gelernt haben… Wird man ( hoffentlich ) heute nicht mehr mit durchkommen…
„…So scheine es inzwischen völlig normal, dass russische Drohnen beim Krieg gegen die Ukraine auch den Luftraum von NATO-Staaten oder Moldawiens berührten.“
Na ja, wirklich normal ist das ja nicht. Kommt ( bei den Gesamtzahlen der Drohnen ) recht selten vor, gleichwohl gibts jedesmal Protestnoten.
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Es gibt ja auch diesen neuesten „Zwischenfall“ vor der Küste Bulgariens:
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/schwarzes-meer-drohnenangriff-100.html
Die Versenkung eines Frachters mit Toten vor Bulgarien ist ja schon eine andere Hausnummer. Interessant wird die Reaktion Moskaus werden. Bekennt man sich dazu ? ( ist mutmasslich ein Weizentransport aus der Ukraine )
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In diesem Zusammenhang wird öfter von möglicher Eskalation gesprochen, sprich die Kriegshandlungen weiten sich geographisch immer weiter aus.
Es sei in diesem Zusammenhang an die graue Vorzeit erinnert. Im zweiten Weltkrieg gab es sogar in der an sich neutralen Schweiz Tote und Verletzte bei ( fehlgeleiteten ) Bombenangriffen der Alliierten.
Die Schweiz internierte damals US-Flugzeugbesatzungen die sich verflogen hatten. Eine Überfluggenehmigung gab es ja nicht.
Die USA bekannte sich aber dazu und nach dem Krieg gabs Schadensersatz ( was die Toten natürlich nicht wieder lebendig machte… )
Wirklich ändern konnte die Schweiz die Situation nicht, ist bei den betroffenen Ländern heute ähnlich, Stichwort Atommacht…
Der in der TW-schen Meldung zitierte Satz
„So scheine es inzwischen völlig normal, dass russische Drohnen beim Krieg gegen die Ukraine auch den Luftraum von NATO-Staaten oder Moldawiens berührten.“
ist von Jäger nicht im schriftlichen Statement vorgetragen worden. Ich vermute, bewusst und mit gutem Grund. Die Verwendung des mehrdeutigen Possessivpronomens „russisch“ in diesem Attributionszusammenhang ist offenkundig polemisch. Und das weiss auch der BND-Chef.
Es geht um die Herrschaft über das Bewusstseins des Volkes – an dem Kampf darum beteiligt sich Herr Jäger mit diesem Statement mit illegitimen Mitteln. Mir zumindest ist keine methodisch und begrifflich saubere Attribution der vielen Drohnengrenzvorfälle bekannt.
Würde er sich auf die Verwendung legitimer Mittel beschränken, und die gibt es in hinreichender Menge, die Vorgehensweise Russlands mit hybriden Mitteln ist ja offensichtlich und strategisch naheliegend, wäre er erfolgreicher. Der Träger des Bewusstseins, welches er zu manipulieren versucht, der Souverän in der Demokratie, ist ja nicht dumm.
[Mal abgesehen vom Meinungsanteil: Die Drohnen, die z.B. in Rumänien aufschlagen, sind nach Ihrer Einschätzung keine russischen Drohnen? T.W.]
Mir fehlt bei alldem die Strategie. Was machen wir denn (Kurzfassung)?
1. Die Ukraine soweit unterstützen, daß sie standhält (was nicht bei uns, aber andernorts täglich unendlich viel Leid mit sich bringt).
2. Unsere eigene Armee wieder einsatzfähig machen, endlich.
3. Russland weiter sanktionieren (was unmittelbar nicht viel bringt, außer uns selbst wehzutun und China den roten Teppich auszurollen)
4. Den offenkundigen russischen Nadelstichen entgegen zu treten und resistenter zu werden (Erfolg naturgemäß zweifelhaft).
Es hat offensichtlich Wirkung, Russland leidet, die Ukraine leidet auch, fällt aber nicht, und wir gewinnen Zeit (ob wir das brauchen, bin ich nicht so sicher, aber wissen werden wir es nie).
Ich höre aber keinen Gedanken, wie wir unsere Interessen wirklich gegen und mit Russland mittelfristig/langfristig sichern wollen und kurzfristig den Krieg einfrieren.. Selbstverständlich ist Russland „nach Putin“ immer noch ganz in der Nähe – was wollen wir mit diesem Land anstellen?? Offensichtlich ist Putin so hoch auf seinen Verbrecherbaum geklettert, daß er bei Strafe des Todes da nicht mehr herunterkommt, wenn er nicht einen „Sieg“ ( in Diktaturen immer frei definierbar) behaupten kann.
Bislang sehe ich nur eine Politik bei uns, um zum Beenden des Krieges zu kommen: Immer weiter, mehr vom Gleichen. Vielleicht passiert ein Wunder, jemand bringt Putin um, oder das Land fällt auseinander ( wurde in den letzten 400 Jahren aber nicht beobachtet). Das ist die Strategie der OHL an der Westfront im großen Krieg. Da fehlt mir was.
@Thomas Becker
„Merkwürdige“ Takes.
1. Das Leid verursacht Russland, nicht unsere Unterstützung. In den besetzten Gebieten sieht es übrigens alles andere als rosig aus (Mord, Folter, Enteignung, Vertreibung, „Umerziehung“ …).
3. Der Druck auf dem Kessel steigt, langsam aber stetig. Sanktionen sind nie für schnelle Erfolge zu gebrauchen (siehe Iran, Nordkorea usw.). Ein Land mit dem BIP von Italien, das außer Rohstoffen wenig zu bieten hat, kann da auch nicht zaubern.
4. Hat alles keinen Sinn, also legen wir uns auf den Rücken? Es sind jetzt schmerzhafte Hausaufgaben zu machen und da muss öfter mal am Ohr des renitenten Penälers Deutschland gezogen werden. Aber es bewegt sich einiges. Von der allgemeinen Resilienz der Bevölkerung über eine funktionierende inländische Drohnenabwehr bis zu ersten zarten Pflänzchen der unmittelbaren Vergeltung.
Was soll da „einfrieren“? Die Ukraine macht das mit unserer Hilfe hervorragend, standhalten reicht völlig. Russland läuft derweil auf Verschleiß, läuft heiß und kollabiert (Sowjetunion 2.0). Was dann kommt, sehen wir. Eins nach dem anderen …
Der wichtigste Satz von Jäger ist, das Putin den Punkt von No Return überschritten hat. Das Putin keinen Frieden mehr machen kann ist die Tatsache, die AfD,BSW, ÖRR, Trump und alle anderen Friedensapologeten leugnen oder nicht wahr haben wollen. Putin kann keinen echten Frieden mehr schließen ohne gestürzt zu werden. Er braucht einen Sieg oder Siegfrieden.
Immerhin scheint der BND damit etwas gelernt zu haben seit dem 24.02.2022, wo der damalige BND Chef in Kiew vom russischen Angriff überrascht wurde. Gestern hat ein Bild Journalist auf Twitter dazu geschrieben, er habe im Dezember 2021 über den drohenden Angriff von Russland auf die Ukraine geschrieben, die Bundesregierung habe seinen Artikel dementiert. Interessant war die Begründung des Journalisten, dass der BND und die Bundesregierung an den Angriffskrieg nicht geglaubt hätten, weil der russische Geheimdienst dem BND versichert habe, der der Truppenaufmarsch solle nur Druck auf die NATO Staaten ausüben, ein Überfall auf Ukraine sei nicht beabsichtigt! Bisher hatte ich naiv gedacht, der BND hätte schlecht selbst aufgeklärt oder falsch seine Informationen ausgewertet, aber auf die Idee, dem russischen Geheimdienst mehr zu glauben als den US Diensten unter Präsident Biden, wäre ich nicht gekommen.
[Wenn es Ihnen um die Glaubwürdigkeit von Quellen geht, ist Ihre Auswahl allerdings auch zu hinterfragen.. T.W.]
@Thomas Becker:
Auch mich befremdet die Einlassung ein wenig.
Wie ein „Frieden“ zwischen der Ukraine und Russland aussehen soll, entscheiden nur die Ukraine und Russland, denn den Blut-Preis zahlen nur diese beiden Staaten.
Alle Unterstützer können, sollen und müssen entscheiden, was es Ihnen „Wert“ ist, dass Russland nicht einfach alles Überrennen kann und nur noch das Recht des (vermeintlich) Stärkeren gilt. Mit allen Konsequenzen in der „Zeit danach“.
Vor diesem Hintergrund können alle Interventionen von Deutschland, der EU, den USA nur mittelbar oder indirekt sein.
Sanktionen treffen meist die Falschen (Zivilbevölkerung) oder wirken nur langsam. In einem Land, wo Leid zur kulturellen DNA gehört, wirken diese Sanktionen halt langsamer, denn in den meisten Teilen Russlands ist das Leben seit Jahrhunderten von Hunger und Armut geprägt.
Aber die Leuchttürme des russischen Reichturms (Moskau, St. Petersburg im Großen und Ganzen) bekommen die wirtschaftlichen Auswirkungen immer mehr zu spüren und hier ist vielleicht der Hebel.
Dass die Versorgungslage russlandweit hier immer prekärer wird, interessiert nicht. Dazu ist man sich gegenseitig zu gleichgültig und daher wird es auch nie in einem „Marsch auf Moskau“ münden.
Der Russland ist in sich verbunden im Leid, aber Solidarität ist gänzlich unbekannt. So sind derlei Aufstände in Russland schon daher unvorstellbar.
Die Rücksichtslosigkeit des Staatsapparats gegenüber der eigenen Bevölkerung ist ebenfalls unglaublich, so dass auch die Eigenmotivation gering ist. Dafür ist man auch zu geübt, sich mit der Situation abzufinden und die eigene Betäubung herbeizuführen. (Putin-Wodka ist mit Abstand das meist getrunkene Getränk in Russland!).
So führen Rücksichtslosigkeit, Gewalt und Nepotismus auf Ebene der Oblaste zu einer gewissen inneren Stabilität. Russland wird nicht fallen. Es bleibt unregierbar, aber es erhebt sich nicht.
Dennoch braucht das Land nach außen (!) eine gewisse Stabilität und die wird immer schwerer sein aufrecht zu erhalten. Das ganze System ist auf Putin ausgerichtet. Es gibt kein Netz und keine Doppelten Böden und wenn Putin irgendwann stirbt, wird es ein Hauen und Stechen geben, der neue „Zar“ Russlands zu werden.
China ist als Parier natürlich Russland zur Seite gesprungen, um den eigenen Einfluss zu vergrößeren und Zugriff auf mehr Rohstoffe zu bekommen. Denn allein schon geostrategisch kann man sich hier nicht zurückziehen, denn ein Großteil der Rohstoffe, die China heute schon verbraucht kommen aus den üblichen „Schurkenstaaten“ (Nordkorea, Iran, Kasachstan, …).
Sollte das politische System dennoch instabil werden, hat China ein nicht zu unterschätzendes Problem, aber solange das auf die Geschäftsbeziehungen keinen Einfluss hat, ist der Zustand Russlands China egal.
Wie wir es drehen und wenden: Mit der Verteidigung unserer Kultur, Werte, Wirschaft, unseres Wohlstands unserer Freiheiten und unseres Lebensstils stehen wir allein da.
Da kommt kein „Uncle Sam“ oder eine Resolution in der „schwatzbude“ UN, die irgendwas bewegt.
Wir müssen also jetzt unsere Hausaufgaben machen und wir brauchen eine deutlich steilere Lernkurve. Militärisch, geopolitisch, wirtschaftspolitisch (Resilienz) und auch moralisch (Sonntagsreden sind vorbei).
Es bleiben also Appelle, militärische Unterstüzung und Solidarität der Anrheiner. Das ist zwar „mehr vom Gleichen“, aber mehr geht halt auch nicht.
Oder welche konkreten (!) Vorschläge haben Sie?
@TW
„Die Drohnen, die z.B. in Rumänien aufschlagen, sind nach Ihrer Einschätzung keine russischen Drohnen?“
Mein Punkt ist: Die Antwort hängt vom Verständnis des Possessivpronomens „russisch“ ab.
a) wenn die Bedeutung sein soll „aus russischer Produktion“, dann ist meine Antwort „ja“:
b) wenn die Bedeutung sein soll „von Territorium unter russischer Herrschaft gestartet““, dann ist meine Antwort ebenfalls „ja“
c) wenn die Bedeutung aber sein soll „zum Zeitpunkt des Grenzübertritts unter russischer Herrschaft“, und das ist ja die kriegsrechtlich relevante Definition, dann ist meine Antwort „ich weiss es nicht und habe bislang auch in keinem Fall gelesen, dass es geklärt wurde“
Aber Sie werden mich sicherlich eines Besseren belehren. Ich bin gespannt.
@Thomas Becker
Ich sage es nur ungern, vielleicht ist es auch eine typisch „westdeutsche“ Sicht der Dinge…
Wir brauchen gar keine „Idee was wir mit Russland mittelfristig / langfristig anfangen“.
Erstens entscheidet RUS schon selbst, was es tut, und hat damit den längstmöglichen Hebel dafür, wie man ihm begegnet,
zweitens: Wir müssten und würden uns mit RUS nicht beschäftigen, wenn sie keine Atomwaffen hätten.
Auch wenn es etwas überheblich klingen mag: RUS hat schon seit ca. 70 Jahren nichts mehr zu bieten.
Keine Ideen; keine Produkte; keine Marken; keine Kulturgüter (zeitgenössischer Art); keine Erfindungen; kein nachahmenswerter Lebensstil; usw. usw.
Natürlich ist das stark verkürzt, aber im Prinzip beharre ich darauf: RUS hat nichts, was eine fortschrittliche Gesellschaft interessieren kann (außer einer zugegeben reichhaltigen Geschichte, aber das weist nicht gerade in die Zukunft).
Früher gab es immerhin den Kommunismus – wenn auch aus gutem Grund gescheitert, so war er doch eine durchaus respektable Idee, hinter der sich Millionen versammeln konnten.
Aber jetzt ist gähnende Leere. Fossile Brennstoffe werden immer unwichtiger (und sind weltweit verfügbar, wann auch etwas teurer).
Ganz ehrlich: RUS soll einfach den Rest der Welt in Ruhe lassen und friedlich sein rückwärtsgewandtes Süppchen kochen. Nichts könnte mir mehr egal sein.
Aber halt! Man mag einwenden: was, wenn RUS weiter aggressiv expansionistisch und revisionistisch bleibt? Aktuell wäre das ja die einzige Alternative zu dem oben beschriebenen Szenario, nachdem RUS eigentlich irrelevant für uns ist.
Nun ja, dann gibt es leider nur einen Weg. Und das ist größtmögliche Wehrhaftigkeit.
Man kann es wenn man will also durchaus simplifizieren:
RUS wird friedlich —> fantastisch! Freut mich sehr, aber jetzt lasst mich in Ruhe. Ich sehe keinen Grund, mich mit euch zu beschäftigen.
RUS bleibt feindlich —> Schade! Dann müssen wir eben zeigen, dass mit uns im Konfliktfall „nicht gut Kirschen essen“ ist.
@Closius: Expectation Bias. Was nicht sein kann, darf nicht sein. Wir sind (zu) lange davon ausgegangen, dass ein Krieg für Russland ökonomische Nachteile bringt und er deswegen für Putin & Co. unattraktiv wäre. Sprich: die Hypothese, dass es viel Donnerdröhnen sein sollte um Konzessionen zu erlangen, passte in unser gewünschtes Wahrnehmungsbild. Ehrlich zugegeben: vor Beginn auch in meines.
Inzwischen wissen wir, dass der Treiber keine wirtschaftliche sondern eine politisch oder sogar persönliche ist. Wir wusste es auch vorher, haben die Signale aber nicht ernst genommen. Damit ist aber für uns im Westen jedes rationale Argument hinfällig weil man nichts aufbauen kann, was das persönliche Verlangen befriedigt, ohne dass wir jegliche Selbstachtung etc. (= Aufgabe der Ukraine) vor uns verlieren und uns in einer Position der Schwäche manövrieren.
Damit stellt sich auch durchaus die Frage, ob ein „Einfrieren der Front“ tatsächlich eine längerfristige Lösung bringen kann. Ich bin da ziemlich skeptisch geworden. Bis jetzt sind alle Waffenruhen dazu genutzt wurden, direkt nach Ablauf umso stärker draufzuhauen da man in den paar Tagen Arsenale füllen konnte. Und: die russische Wirtschaft ist inzwischen derart geschwächt, dass sie ohne die Produktion von Kriegsgütern vermutlich in einen Kollaps laufen würde. Was wiederum heißt, dass Krieg benötigt wird, um überhaupt sowas wie einen Anschein wirtschaftlicher Normalität wahren zu können.
Was vielleicht auch erkennen lässt, warum ernstzunehmende Bemühungen für einen Frieden aktuell kaum zu erkennen sind. Alle handelnden Personen sind sich im Klaren, dass die Lage aktuell der Quadratur eines Kreises entspricht. Und keiner hat eine plausible Idee, was denn tatsächlich eine Lösungslinie sein könnte.
Vielleicht war ich missverständlich. Ich kritisiere weniger das, was wir bislang gemacht haben ( es war allerdings sehr teuer, hat viel Blut gekostet und nur so mittelmäßig erfolgreich).
Da gab es nicht so viele anderen Optionen.
Es reicht aber ganz offensichtlich nicht. Mich stört, daß es keine andere Option zu geben scheint als „weiter so“.
Warum genau werden wir in den nächsten 3 Jahren Erfolg haben, nachdem es in den letzten 4 Jahren nicht geklappt hat???
Putin könnte am Ende mit seinem Kalkül recht haben: Unser Wille zum Durchhalten erodiert schneller als derjenige Russlands.
Wenn wir es nicht auf diesen Test ankommen lassen wollen, sollten wir an einem anderen Ansatz arbeiten.
(und nein, ich habe auch noch keine gute Idee, aber ich arbeite auch den ganzen Tag an anderen Dingen – das wäre der Job unserer Sicherheitspolitiker)
Nachtrag: Was mich wundert: Warum planen wir nicht ernsthaft, die Ukraine derart zu bewaffnen, daß sich Putin mit dem Gedanken einer Niederlage anfreunden muss? Das geht … auch wir könnten hybride Angriffe unternehmen.
„Mehr vom Gleichen“ bedeutet ja auch, daß wir immer noch uns selbst Handschellen anlegen, und uns selbst Auflagen machen, die für Putin alles gut kalkulierbar machen.
Hat bisher nichts gebracht, warum hinterfragen wir das nicht? Und da meine ich nicht die dämliche Debatte “ x Leo 2 liefern oder nicht“ von 2022 ….
Moskau wettet nach eigener Wunschvorstellung. Der Kreml hat in der Beurteilung der Standfestigkeit des Bündnisses, ohne sicheren U.S. Backup, kräftig falsch geschlussfolgert.
https://mezha.net/eng/news/0b3b663b_nato_military_committee/
Erstmals seit acht Jahren ist der NATO-Militärausschuss in Kyjiw – mit militärischen Vertretern aller 32 Bündnisstaaten. Das Bündnis steht zusammen.
„In einer Videoansprache aus Kiew bezeichnete Admiral Giuseppe Cavo Dragone/Vorsitzender NATO-Militärausschuss, die Reise als seinen ersten Besuch seit acht Jahren. Er sagte, damit erfülle er auch ein Versprechen, das er dem Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Mykhailo Drapatyi, in einem Gespräch im August gegeben hatte“.
@Flying-Tiger
„Damit stellt sich auch durchaus die Frage, ob ein „Einfrieren der Front“ tatsächlich eine längerfristige Lösung bringen kann“.
Einfrieren von Fronten war in der Nachkriegsgeschichte einmal in Koea erfolgreich, und später erneut in Vietnam. Die jeweiligen Kriegsparteien waren mit dem erreichten Status Quo in militärischer und politischer Hinsicht befriedigt. Die in beiden Fällen im Hintergrund stehende Großmacht, VR China bzw UdSSR, hatte an weitergehender Kriegsführung kein Interesse, da die Großmacht der Gegenseite gleichfalls die Kämpfe nicht fortsetzen wollte.
Aktuell ist die militärische UND politische Lage eine andere. Russland ist als Großmacht selbst Kriegspartei, niemand kann sie wirklich zügeln. Ein Einfrieren der Front brächte keine Seite auch nur annähernd in die Nähe der strategischen Ziele, die sich zudem exakt wechselseitig ausschließen.
Die Diskussion darüber bietet Berufspazifisten in akademischen Zirkeln, vor allem jedoch der deutschen Talkshow-Gilde aller Sendeanstalten, dauerhaften Gesprächsstoff,
Das war’s dann aber auch.
Keats sagt am 07.10.2026 um 14:32 Uhr:
“ … Natürlich ist das stark verkürzt, aber im Prinzip beharre ich darauf: RUS hat nichts, was eine fortschrittliche Gesellschaft interessieren kann (außer einer zugegeben reichhaltigen Geschichte, aber das weist nicht gerade in die Zukunft). …“
Ihr Beharrungsvermögen in allen Ehren, aber da liegen Sie falsch: RUS hat massenweise Rohstoffe und Bodenschätze aller Art, produziert in Teilbereichen hervorragende Waffen(-systeme), hat Atomwaffen-Knowhow und für kooperationsbereite Mittelmächte die passenden Feindbilder.
Das ist doch eine ganze Menge!
Hans Schommer, da mögen Sie recht haben.
Ich hatte Herrn Becker allerdings so verstanden, dass die Frage aufgeworfen wurde, was WIR mit RUS machen sollen.
Und da sage ich ganz ehrlich: nichts. Für uns gibt es nicht besonders viel zu holen. Für andere Länder mag es anders aussehen …
@Becker verstehe, da wurden Sie anscheinend falsch verstanden.
Ihren neuesten Punkt kann ich nachvollziehen.
Aber es hat eben alles Vorteile und Nachteile.
Wenn wir konsequenter Eskalieren, beispielsweise mit hybriden Gegenschlägen und noch mehr Unterstützung für die Ukraine … dann ist das im Zweifel noch teurer, würde den Krieg aber eventuell schneller beenden.
Oder schneller eskalieren lassen.
Ein weitgehendes Einstellen der Ukrainehilfe und Appeasement gegenüber RUS würde helfen, die radikalen Kräfte in D in Schach zu halten (AFD, BSW, teilweise Linke). Das könnte wenn’s dumm läuft irgendwann notwendig werden.
Das würde allerdings unsere Integrität und Glaubwürdigkeit beschädigen. Langfristig hohe wirtschaftliche und diplomatische Folgekosten.
Die aktuelle Strategie ist eigentlich gar nicht so dumm. Wir spielen ein bisschen auf Zeit. Die brauchen wir, um aufzurüsten. In der Zwischenzeit wird RUS nicht so stark bedrängt dass es um sich schlagen muss. Und Putin wird nicht jünger,
Irgendwie bin ich mir allerdings nicht sicher, ob das unsererseits wirklich aktuell eine bewusste Strategie ist, oder einfach die Variante mit den kurzfristig niedrigsten politischen und wirtschaftlichen Kosten…
Also was wurde von Herrn Jäger gesagt! : „Die Dienste sähen zwar derzeit keine Hinweise auf einen groß angelegten Angriff Russlands gegen NATO-Gebiet, es könne aber jederzeit zu kleineren Aktionen zum Beispiel im Baltikum kommen.“ und weiter lesen wir :“Von keinem anderen Land geht aktuell eine so direkte, umfassende und konkrete Bedrohung gegen Deutschland aus. Hauptgrund sei die Unterstützung der Ukraine, für die die Bundesrepublik inzwischen führend sei. Deshalb versuche russische Regierung, mit Druck und Einschüchterung Deutschland davon abzubringen: Moskau wettet auf unsere Schwäche, sagte Jäger.“
Vertraue ich also meinem BND heißt das
1. Ein großangelegter Angriff ist nicht zu erwarten.
2. RUS versucht uns davon abzuhalten, die UA weiter zu unterstützen, da die Bundesrepublik inzwischen darin führend sei.
Diese Kernaussage sagt mir, aber vermutlich auch nur mir, dass ich mir keine Sorgen machen muss, dass es demnächst zu einem Krieg der NATO mit RUS kommt. Ich spekuliere nicht, da es sich nicht gehört. Kriege fangen nicht einfach so an…
Fakt ist aber auch, dass wir mit einer Bundeswehr von 186.000 Personen bei ca. 82 Millionen Einwohnern kein allzugroßes Militär haben….also,
@CurtisLM 05.10.2026 um 21:00 Uhr, wenn Sie Vorne mitmarschieren, haben Sie meinen Respekt. Wenn nicht….lesen sie nochmal den Eintrag von
@BS vom 06.10.2026 um 0:59 Uhr und freuen sich über jeder ruhige Minute. Meine Urgroßeltern wurden als Ergebnis des verlorenen 1. WK 1923 aus Memel (heute Kleipeda) ausgebürgert und die zweite Flucht meiner (Groß) Eltern aus Allenstein und Danzig erfolgte 1945…,Diese Generation hatte eine ganz klare Einstellung zur Politik mit Waffengewalt namens „Krieg“…nämlich „Nie wieder“ und daher gibt es zum Glück auch das Verbot für die Bundesregierung einen Angriffskrieg vorzubereiten oder zu führen (Artikel 26 GG)..aber Verteidigungsfähig müssen wir schon sein…unbenommen…dazu hätte es aber auch kein „Feindbild“ gebraucht.
Zur Frage der Unterstützung der UA und wie groß denn Diese sein darf gibt es ja schon genug Umfrageergebnisse und anscheinend auch …Wahlergebnisse…
Zum Schluss, da es sich hier ja auch um einen sehr gut geführtes Info-Portal über unsere Bundeswehr plus dem militärischem Tagesgeschehen handelt, sei mir die Bemerkung erlaubt!:„Der Krieg hat niemals nur einen Vater“ …dieser Satz darf für die Jüngeren unter uns gerne „gegoogelt“ werden.
@Kieki sagt: 07.10.2026 um 20:43 Uhr:
Zu ihrem ersten Absatz: Zustimmung.
Zum zweiten Absatz: „Kriege fangen nicht einfach so an…“ Richtig.
Die dauerhafte „ich fühle mich von der NATO provoziert“- Leier aus dem Kreml kann ich aber auch nicht mehr hören. Wie weiter oben in den Kommentaren beschrieben, kann der Despot nicht mehr zurück. Außer im Sarg. Keiner zwingt ihn, die Ukraine weiter zu beschießen. Wenn sich in BLR alle Militärchefs der RUS- Freunde und Unterstützer träfen, wäre ich gespannt, inwieweit dies seitens der NATO als Provokation aufgefasst würde (ich bin gespannt auf die Reaktion RUS auf das Statement des Vorsitzenden NATO- Militärausschuss).
Wenn allerdings in DEU Sprengsätze irgendwo deponiert werden, die dann bei Umsetzung (auch das wird irgendwann passieren) unschuldige Menschen töten hört der Spaß auf. Denn auch dazu „zwingt“ Putin (oder- im Fall einer nicht eindeutigen Zuordnung der Herkunft der Ladung) niemand.
Ich bin froh, dass die NATO bei allen „Irrläufern“ und Hybriden Bedrohungen bis jetzt kühlen Kopf behält.
Ich trage selbst Uniform und hoffe bei Gott, dass es nicht zu einer wie auch immer gearteten Auseinandersetzung kommen möge.
Und zum Schluss: „Der Krieg hat niemals nur einen Vater“
Dazu dürfen Sie gern ausführen, denn so völlig klar ist mir Ihre Deutung dazu nicht. Bevor ich Ihnen eine solche unterstelle, können Sie gern beschreiben, in welchem Kontext dieses Zitat hier zu Aufklärung beiträgt.
@Kieki sagt: 07.10.2026 um 20:43 Uhr
„Der Krieg hat niemals nur einen Vater“ …
Da haben Sie recht. Der jetzige Krieg ist auch verschulden der westlichen Staaten. Diese haben 2014 bei der Annexion der Krim durch RUS nicht entschlossen reagiert und Putin gewähren lassen. Dadurch ermutigt, wollte er das 2022 einfach wiederholen.
Und was die Wahlergebnisse angeht, Dummheit ist nicht verboten.
@reddevil636 zu meinem Satz „„Der Krieg hat niemals nur einen Vater“
Fakt und nicht wegzudiskutieren ist, dass RUS den militärischen Schritt in die Ukraine gemacht hat uns somit gewaltsam in das Hoheitsgebiet eines eigenständigen Staates (UA) einmarschiert ist. Dieser Schrit war jedoch „nur“ die logische, geopolitische Schlussfolgerung nachdem weder „Minsk I“ noch „Minsk II“ ernsthaft gewollt waren. Unsere ehemalige damalige BKin hat es deutlich gesagt.
Wir haben zugelassen, das die demokratische UA 2014 undemokratisch (oder gehört Waffengewalt heutzutage zu legitimen, politschen Mittel?) und mit Gewalt ihre Regierung gestürzt hat und sich daraufhin die UA und zwei abgespaltete Oblaste (DVR und DVL) entwickelten. Es entwickelte sich daraufhin ein Bürgerkrieg, der ähnlich wie der „Jugoslawien-Krieg, letztendlich zum Zerfall der UA als alter „Gesamtstaat“ führte. Neutral betrachtet forderten nun die Großen (USA, RUS und EU) ihre geopolitischen Interessen ein. Minsk II führte ncht zum Erfolg…Schaut man auf das Verhalten der Nato 2008 in Bukarest, welches natürlich legitim aus westlicher Sicht ist, wundert mich nicht, das RUS nicht erfreut über einen Nato-Eintritt der UA sein konnte. Die USA zum Beispiel haben ständig sehr deutlich klar gemacht was geopolitsch geht und was für die USA geopolitisch ein „no go“ ist und militärisch dementsprechend gehandelt. 2022 hat RUS für sich entschieden, genauso zu handeln….
Ohne das Vorgeplänkel ab 2008, dem gewaltsamen Regierungswechsel 2014 und der „freundlichen Erklärung“ an RUS man würde die UA in die Nato aufnehmen und RUS hätte das zu akzeptieren, wäre die Welt vielleicht heute ohne diesen Konflikt. Daher mein Satz“ „Der Krieg hat niemals nur einen Vater“.
Und nun sollte „man“ versuchen so langsam einen Ausweg zu finden. Die damalige BR Jugoslawien exisitiert heute auch nicht mehr, daraus wurden ja bekanntlich Serbien, Kosovo, Montenegro bzw. davor noch andere Staaten wie Kroatien etc. Und auch bei der „Jugoslawie-Problematik“ hatte der Krieg viele Väter…in diesem Sinne ist ebend 1 plus 1 nicht immer 2…
[Hm. Ihre Meinung ist Ihre Meinung, ich bin dennoch ein bisschen irritiert über ein wenig Geschichtsklitterung. Welche freundliche Erklärung an Russland, „man würde die UA in die Nato aufnehmen und RUS hätte das zu akzeptieren“ meinen Sie? 2008 Bukarest eben keine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine… Vielleicht doch nicht nur RT als Quelle heranziehen? T.W.]
@ Kieki sagt: 08.10.2026 um 21:13 Uhr
„Wir haben zugelassen, das die demokratische UA 2014 undemokratisch (oder gehört Waffengewalt heutzutage zu legitimen, politschen Mittel?) und mit Gewalt ihre Regierung gestürzt hat und sich daraufhin die UA und zwei abgespaltete Oblaste (DVR und DVL) entwickelten.“
„Entwickelten“ sich die zwei Oblaste einfach so- oder wurde da vielleicht ein wenig „nachgeholfen“? Wie sehen Sie das? Die Gewalt, die angewandt wurde um die Regierung abzusetzen, wurde vorher versucht, die Regierung friedlich abzusetzen, etwas durch Demonstrationen? Ich war 2011 selbst in der Ukraine zu Besuch und hatte schon den Eindruck, dass eine „Öffnung“ gegenüber dem westlichen Europa bevor stand, nicht zuletzt nach der Fußball EM 2008. Und die „Oblaste“ die sich dann „selbstständig gewehrt haben“, wurden die mit Waffen aus Beständen der RUS Streitkräfte unterstützt und haben „aus Versehen“ ein Passagierflugzeug vom Himmel geholt?
Zitat Putins aus der Rede im Bundestag vom 25.09.2001 (Quelle: http://www.bundestag.de):
„…sodass wir behaupten können, dass niemand Russland jemals wieder in die Vergangenheit zurückführen kann.“
Er scheint seine Meinung in den Folgejahren geändert zu haben. Sicher wurde er „gezwungen“ das zu tun!
Und weiter:
„Niemand bezweifelt den großen Wert der Beziehungen Europas zu den Vereinigten Staaten. Aber ich bin der Meinung, dass Europa seinen Ruf als mächtiger und selbstständiger Mittelpunkt der Weltpolitik langfristig nur festigen wird, wenn es seine eigenen Möglichkeiten mit den russischen menschlichen, territorialen und Naturressourcen sowie mit den Wirtschafts-, Kultur- und Verteidigungspotenzialen Russlands vereinigen wird.“
Er war der Meinung, dass es eher mit RUS geht als mit den USA. Leider waren und sind wir noch immer von den USA hochgradig abhängig, insbesondere bei militärischen Fähigkeiten. Und wir waren und sind Mitglied in der NATO. Es GAB die G8, es GAB den NATO- RUS – Rat, es gibt die NATO- RUS- Grundakte, an die sich seitens der NATO bis 2022 gehalten wurde. Es gab die Verträge zur Non- Proliferation, es gab die KSZE- Kontrollen und das Wieder Dokument.
Ja, es gab auch wirtschaftliche Verflechtungen („Wandel durch Handel“), in denen versucht wurde, einiges aus Putins, wie ich finde sehr guten Rede (und symbolischer „ausgestreckter Hand“) umzusetzen. Dann gab es jedoch auch „Wandel“ auf der RUS Seite. Tschetschenien und (mehrmals) Georgien sowie der intensive „Umbau“ des RUS Staates hin zum vom Geheimdienst kontrollierten Apparat. Wurde sicher nicht ohne sein Wissen (aus der Geheimdienstausbildung) beschlossen. Und da sind wir wieder zurück beim Thema Geheimdienst.
Ich bestreite nicht, dass aus RUS Perspektive die Vorstellung, die NATO grenzt ans Schwarze Meer und die Krim gehört der NATO, geradezu Panik ausgelöst hat. Die NATO grenzt aber auch schon sehr lange an die Ostsee. Dort hat man sich mit Kaliningrad einen schönen Geschützturm ausgebaut.
Jeder Staat ist in der Wahl seines Bündnisses frei, so steht es in der Schlussakte von Helsinki. Die UdSSR hat das gezeichnet. Das ist fakt.
Ihr Punkt „Und nun sollte „man“ versuchen so langsam einen Ausweg zu finden.“ ist richtig und wird wie genau von RUS umgesetzt? Verhandlungen bzw. die Angebote dazu, werden seitens RUS kategorisch ausgeschlagen.
Das Angebot des UKR Präsidenten, persönlich mit Putin zu sprechen, wird immer mit „aber nur in MOSKAU“ beantwortet. Die Außenminister DEU und RUS treffen sich, statt Verhandlungsbereitschaft zu signalisieren lästert Lawrow über Wadephul.
Schade. Dann eben keine Verhandlungen. Hat sich einiges geändert seit 2001.
@Thomas Becker
„Bislang sehe ich nur eine Politik bei uns, um zum Beenden des Krieges zu kommen: Immer weiter, mehr vom Gleichen. Vielleicht passiert ein Wunder, jemand bringt Putin um, oder das Land fällt auseinander ( wurde in den letzten 400 Jahren aber nicht beobachtet). Das ist die Strategie der OHL an der Westfront im großen Krieg. Da fehlt mir was.“
Nun, die SU als verlängerter Arm ist auseinandergefallen, oder? Und auf welche Westfront beziehen Sie sich? Meinen Sie WWI, der damals als großer Krieg tituliert wurde? Oder meinen Sie den großen vaterländischen Krieg? Dann verstehe ich aber den Hinweis auf die Westfront nicht.
The collective impact of intelligence reforms by democracies
Democracies are establishing new intelligence services and updating their national security powers. The scale of reform is challenging, but democracies increasing their engagement with intelligence matters could revolutionise international security.
https://www.iiss.org/online-analysis/online-analysis/2026/10/the-collective-impact-of-intelligence-reforms-by-democracies/
@SGdR „Meinen Sie WWI, der damals als großer Krieg tituliert wurde?“
Natürlich. Das Agieren der Europäer im Ukraine-Krieg hat so Anwandlungen der „Strategie“ an der damaligen Westfront. Man optimiert taktisch, versucht aber ansonsten immer wieder, mit immer noch mehr und immer besserem Material, die bereits seit 2 Jahren nutzlosen Versuche ein weiteres Mal umzusetzen.
War seinerzeit nicht der richtige Ansatz, und ich fürchte, heute ist er es immer noch nicht.
Klar, auch im Großen Krieg hat dann eine Seite gesiegt, weil die Mittelmächte erschöpft waren. Es sieht aber derzeit nicht so aus, dass wir diesmal das bessere Ende haben. Also brauchen wir einen andern Ansatz.
@Kieki
Wir sollten aufhören, das Märchen vom angeblichen Bürgerkrieg im Donbass zu wiederholen.
Ich hatte vor der Vollinvasion und vor der Invasion der Krim mehrfach Kontakt mit Flüchtlingen aus dem Donbass (darunter ein Arzt der seine Praxis aufgeben musste). Sie haben unisono erzählt, dass es keinen Bürgerkrieg gibt. Bei den „russlandtreuen“ Donbassern sind in Führungspositionen auf einmal Russen aufgetaucht, die keiner jemals gesehen hatte; und deren Dialekt eindeutig belegte, dass sie nicht aus dem Donbass stammen. Sie haben mit russischen Truppen eine False Flag Operation durchgeführt indem sie so taten als seien sie russlandtreue Freischärler aus dem Donbass.
Diese Aussage ist gewissermaßen aus erster Hand von 3 Quellen bestätigt.
Wobei ich den Wahrheitsgehalt nicht überprüfen konnte. Ich hatte bei diesen drei unterschiedlichen Personen die sich nicht kannten aber keinen Grund, daran zu zweifeln.
Wohlgemerkt war RUS damals in der D Öffentlichkeit noch nicht der „Buhmann“ wie er es heute ist. Man wusste als Privatmann in D eigentlich wirklich noch nicht richtig was da los war.