DroneWatch: Loitering Munition für den Nahbereich
So genannte Loitering Munition, umgangssprachlich als Kamikaze-Drohnen bezeichnet, wird künftig auch für den Nahbereich verfügbar sein und nicht mehr nur über weite Distanzen eingesetzt werden. Nach Angaben des Sprengkopf-Spezialisten TDW, einer Tochter des Raketenherstellers MBDA, wurde dafür nunmehr die Wirkung eines Gefechtskopfsystems für die Quadcopter-Drohne Gambit des Drohnenherstellers Stark nachgewiesen.
Gambit ist nach Darstellung von Stark für den Nah- und Nächstbereioch als vergleichsweise kleines unbemanntes System für Aufklärung, elektronische Kriegführung und eben auch für kinetische Angriffe vorgesehen. Die mit einem Gefechtskopf von bis zu zwei Kilogramm ausgerüstete, als Gambit Strike bezeichnete Variante soll bei einer Einsatzdauer von bis zu 25 Minuten eine Reichweite von 25 Kilometern haben und kann sowohl über Funk als auch über Glasfaser gesteuert werden, bei Bedarf in der Endphase aber auch autonom agieren.
Die TDW-Mutter MBDA verwies in ihrer Mitteilung dazu auf die Nutzbarkeit durch Infanterie:
TDW Gesellschaft für verteidigungstechnische Wirksysteme mbH
hat den erforderlichen militärischen Effekt des Gefechtskopfsystems für die neue Loitering Munition „Gambit“ von STARK im Versuch demonstriert. Damit ist eine zentrale Voraussetzung für die
Lieferung des Systems erfüllt.
Das von TDW entwickelte Wirksystem umfasst sowohl den Gefechtskopf, als auch die zugehörige Zünd- und Sicherungseinrichtung. Diese wurde bereits in einem beschleunigten Verfahren in das Gambit-System integriert. In der Sprengung am Standort in Schrobenhausen wurde nachgewiesen, dass der tragbare Quadcopter „Gambit“ leicht gepanzerte Ziele erfolgreich bekämpfen kann. Der Multi-Effekt-Gefechtskopf ist qualifiziert und bereits in der NATO eingeführt. (…)
„Gambit gewährleistet maximale Einsatzfähigkeit bei minimalem logistischem Aufwand,“ sagt Johannes Schaback, CTO von STARK. „Dank des faltbaren Designs lässt sich ein System oder mehrere
Systeme von einem abgesessenen Soldaten leicht transportieren, innerhalb kürzester Zeit einsetzen und flexibel an unterschiedliche Einsatzszenarien anpassen. Über eine modulare Erweiterung ist ein
Umschalten der Steuerung per Glasfaserkabel auch unter Gefechtsbedingungen möglich.”
(Foto: Gambit-Drohne – Foto Stark/TDW; Grafik: Screenshot der Stark-Webseite)
