Fürs Protokoll: Länder-Innenminister wollen engere Zusammenarbeit mit der Bundeswehr
Die Innenminister*innen der Bundesländer wollen künftig die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr im Interesse der Gesamtverteidigung Deutschlands verbessern. Verteidigungsministerium und Streitkräfte sollen dafür in die Arbeit der Innenministerkonferenz (IMK) einbezogen werden, erklärte das Gremium nach einer Tagung in Hamburg. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte erstmals als Chef des Wehrressorts an einer IMK-Plenartagung teilgenommen.
Aus der Abschlusserklärung der Konferenz vom (heutigen) Freitag:
Die IMK hält eine engere Zusammenarbeit zwischen den Akteuren der inneren und der äußeren Sicherheit für notwendig. Vorgesehen ist, das Bundesverteidigungsministerium und die Bundeswehr in die Arbeit der IMK einzubeziehen. So sollen zukünftig auch Vertreterinnen und Vertreter des Bundesministeriums der Verteidigung auf Leitungsebene an den Beratungen der IMK teilnehmen, um die Erfordernisse einer wirksamen Gesamtverteidigung zu beraten. In diesem Zusammenhang betont die IMK auch die große Bedeutung der Landeskommandos der Bundeswehr in den Bundesländern. Sie sollen für eine enge Zusammenarbeit zwischen zivilen und militärischen Strukturen als bewährte Partner erhalten bleiben und gestärkt werden (u.a. zur erfolgreichen Umsetzung des OPLAN Deutschland). …
Die Innensenatorinnen und Innensenatoren sowie die Innenministerinnen und Innenminister wollen zudem einen ressortübergreifenden Fahrplan zur Stärkung der zivilen Verteidigungsfähigkeit als zweite Säule der Gesamtverteidigung unter Federführung des Bundes entwickeln, um die Ziele und Fähigkeit zu definieren, die für eine wirksame Gesamtverteidigung bis 2029 notwendig sind. Die Zuständigkeit für die Zivile Verteidigung und insbesondere für den Zivilschutz liegt dabei primär beim Bund. Die operative Umsetzung wird zum überwiegenden Teil in den Ländern und Kommunen geleistet. Die IMK begrüßt dabei, dass das Bundeskabinett zuletzt die Eckpunkte zum Pakt für den Bevölkerungsschutz beschlossen hat, der bis 2029 Mittel in Höhe von 10,2 Milliarden Euro vorsieht. Gleichzeitig betonten die Länder, dass es für eine wirksame Aufgabenerfüllung und den Aufbau einer zivilen Verteidigungsfähigkeit weiterer, auch finanzieller, Anstrengungen bedarf.
Pistorius, früher auch niedersächsischer Innenminister, hob in der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem IMK-Vorsitzenden, dem Hamburger Innensenator Andy Grote, und Bundesinnenminister Alexander Dobrindet die Bedeutung der Zusammenarbeit der Bundeswehr mit Ländern und Kommunen hervor. Der Verteidigungsminister versicherte zugleich, der Umfang und die Arbeit der Landeskommandos der Bundeswehr stünden nicht zur Disposition. In den vergangenen Tagen hatte es entsprechende Meldungen gegeben.
Dobrindt verwies darauf, die vom Bund für den Zivilschutz zusätzlich bereit gestellten Milliardensummen für Rettungsdienste und andere zivile Helfer sollten in Ausbildung und Ausrüstung, nicht aber in den Bau von Bunkern wie in den 1980-er Jahren investiert werden. Statt dessen werde es darauf ankommen, mit modernen Warnmitteln wie der Smartphone-App NINA im Notfall den Weg zu sicheren Aufenthaltsorten zu weisen.
Zeitgleich mit dem Abschluss der Innenministerkonferenz veröffentlichte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) neue Unterlagen als Wegweiser zur Zivilen Verteidigung in Kommunen. In einer Übersicht über mögliche Gefahrensituationen, mit denen Kommunen künftig als Folge von Militärbewegungen oder Kampfhandlungen umgehen müssten, heißt es allerdings am Ende auch unmissverständlich: Auf Grundlage der „Basisszenarien Zivilverteidigung“ lassen sich keine unmittelbaren Forderungen nach zusätzlicher Ausstattung durch den Bund ableiten. Vielmehr gilt es, überörtliche Planungen auf Landes- und Bundesebene zur Aufgabenbewältigung zu berücksichtigen.
(Foto: Bundesinnenminister Alexander Dobrindt mit einem Notfallrucksack, den die IMK bei ihrer Tagung in Hamburg vorstellte – Valeria Witters/Behörde fuer Inneres und Sport Hamburg)
Ob die Struktur der LKdo so bleiben wird ? Dobrindt hatte dazu ja einen Brandbrief an das Hohe Haus geschickt, die Planungen für eine Ausdünnung und für einen neuen Aufgabenzuschnitt waren ja wohl bereits fertig.
Und: bleiben die LKdo und deren Verbindungskommandos (VKdo) definitiv beim OpFüKdoBw (OFK) oder gehen sie doch zum Heer ? Letztlich sind die LKdo der einzige Muskel des OFK, der direkt und unmittelbar in der Fläche den OPLAN vertreten und z.T. umsetzen kann und eine Rolle in der Zivilverteidigung hat.
„Statt dessen werde es darauf ankommen, mit modernen Warnmitteln wie der Smartphone-App NINA im Notfall den Weg zu sicheren Aufenthaltsorten zu weisen“ .
Mal sehen, was demnächst Dieter Nuhr dazu kommentiert, denn, das kann nur ein Scherz sein.
Bei meinem Heidekaff existiert im 50 km Umkreis NICHTS, was ein „sicherer Aufenthaltsort“ sein könnte.
@KPK
Deutschland wird nicht unter Flächenbombardements zu leiden haben, man geht ja sogar davon aus – zumindest habe ich nichts Gegenteiliges gehört – daß das normale Leben im Wesentlichen quasi im Friedensbetrieb weitergehen wird. Die Vorwarnzeiten sind so kurz geworden und die Zielorte so unscharf und unspezifisch daß man auf eine konkrete Warnung auch verzichten kann. Mit der Meldung: „eine ORESHNIK wurde auf Deutschland abgeschossen“ fangen wir „was“ an ?
Oder hat mach sich schon auf Rationierungen (z.B. bei Kraftstoff) vorbereitet ? Die UK Formulare für die Belegschaft in ausreichender Zahl bereitliegen oder hierzu ein Online-Portal programmiert ? Die Wehrerfassung digitalisiert ?
Oder vielleicht Evakuierungen im Umkreis von möglichen Zielen planerisch vorbereitet ? Bei notorisch ungenauen russischen Wirkmitteln wäre das sicher sinnvoll (Büchel, Strausberg, KNDS München und Kassel, Ramstein, u.v.a.).
Immerhin ist man wohl dabei zumindest Fluchtbewegungen planerisch zu berücksichtigen.
@Thomas Melber
„Deutschland wird nicht unter Flächenbombardements zu leiden haben, …“
Gut, dass Sie Putins Absicht kennen.
Ich bin erleichtert.
Dobrindt kann also alles abblasen.
Der einzige, der den OP-Plan DEU beim Veteranentag am vergangenen Sonntag, 14.06.2026, in Mannheim erwähnte, war der stv.Kdr LKdo BaWü Oberst Markus Vollmann. Dazu findet sich nichts auf bundeswehr.de, da hat der Veteranentag auch anderswo in BaWü stattgefunden.
OB Christian Specht sprach über Hafen Mannheim, Brücken und Bahn-Infrastruktur. LTPräs Strobel hatte vieles auch der mentalen Seite im Blick. Alles prima, aber NINA kann nicht alles abdecken !
DEU ist nicht verteidigungsbereit…
@KPK
Flächenbombardements i.e.S. – so wie wir sie im 2. WK, im Koreakrieg oder in Vietnam gesehen haben – gehören der Vergangenheit an.
Selbst in der Ukraine gibt es dies in dieser Form nicht außer wenn sie zahlreiche Einzeltreffer in einem relativ großen Gebiet wie z.B. Kiew als Flächenbombardement bezeichnen. Ganze Straßenzüge liegen dort aber auch nicht in Trümmer sondern „nur“ einzelne Gebäude.
Wie sieht denn die Luftbedrohung für Deutschland überhaupt aus ? Da wären wohl Marschflugkörper, Hyperschallflugkörper und ggf. ballistische Raketen zu nennen. Wie gesagt, die Vorwarnzeit ist recht kurz und den wahrscheinlichen „point of impact“ kann man i.d.R. nicht genau vorhersagen. Allgemeinen Luftalarm auslösen ist m.E.n. nicht zielführend, die Gefahr mag real sein aber sie ist dennoch abstrakt und für den einzelnen zu unspezifisch um handlungsleitend zu sein. Oder sie stellen tatsächlich bei jeder Meldung das öffentliche Leben ein.
Die kleineren Drohnen wie z.B. die GERAN-2 sollte man dann schon in Masse an der Oder abgeschossen haben sonst haben wir ganz andere Probleme. Und wenn diese bei uns im Land selbst in die Luft gebracht werden, erst recht.
@Mannerheim
„DEU ist nicht verteidigungsbereit…“
Wären wir denn verteidigungswillig ? Erforderlich sind ja: Bereitschaft und Fähigkeit, wobei für mich die Bereitschaft sogar der wichtigere Part ist.
@ Mannerheim Welches Land ist das schon?
Nach Erfahrungen und Gesprächen in den letzten Wochen ist mir noch klarer geworden, dass an einer Stärkung der LKdo unter dem OpFüKdoBw kein Weg vorbei führt. Auch die kommunalen Planungen für den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz müssen besser durchdacht werden. MIt Millionen aus dem II. Sondervermögen werden zum Beispiel neue „Katastrophen- und Bevölkerungsschutzzentren“ geplant – offen ist aber, ob die KVK dort mitgedacht werden und zum Beispiel beim Raumbedarf eingerechnet werden. Bei einigen der öffentlichen Termine zur Vorstellung der Planungen fehlte die Bundeswehr schon mal….. In den 16 Bundesländern und den ca. 400 Kommunen läuft es immer noch sehr unterschiedlich…
Interessant ist auch, dass der BMI explizit keine Zuständigkeit für Fragen der Gesundheitsversorgung hat – diese liegen klar bei der BMG. Auf Länderebene verschränkt sich das in Teilen in den Ressorts, Krankenhauswesen ist wie Bildung streng förderal organisiert und verantwortet, der ZSan läuft sich schon seit geraumer Zeit die Füße wund, dass hier Unterstützung durch den Bund notwendig sein wird (recht erfolgreich, was ich so überblicke und bewerten kann) – nichtsdestotrotz fehlt es hier dennoch der Durchschlagskraft Leitungsebene BMVg in zB der GMK der BuLä, um zu ähnlichen Vereinbarungen zu kommen. Ohne Kohle halt auch guter Wille nur heiße Luft,… Und die BMG hat bisher den lange angekündigten Referentenentwurf eines Gesundheitssicherstellungsgesetzes nicht vorgelegt, in dem der Bund entsprechende Kompetenzen zugewiesen bekäme – wir brauchen nämlich nicht nur ein „Kdo ZivVtg“ unter dem BMI (das KEINE Fragen der Gesundheit abbilden wird oder Krankenhauslagebilder), sondern auch eine entsprechende Instanz, die ankommende PatientInnen (nicht nur Militär, vorher kommen Flüchtlinge und ZivBev) verteilt. Das predigt ZSan ebenfalls, da läuft viel aber eben nicht institutionell mit entsprechenden Verlautbarungen für ähnlichen Ebenen wie jetzt und der IMK.
Als jemand, der seit einiger Zeit in und mit der Leitung eines KVK involviert/ betraut ist, kann ich da Windlicht nur Zustimmen. – Grob gesagt haben wir ja folgende Aufteilung: das OpFüKdo ist das „militärische Oberkommando der Streitkräfte“ und agiert/ „operiert“ national aus D heraus. Unter diesem stehen die „Dimensionskommanden“, die also grundsätzlich für die „Operationsfelder“ militärisch verantwortlich sind: Luftwaffe für alles (!) in der Luft und darüber, auch dieses operiert aus D heraus, stellt aber den Großteil seines „mobilen“ Anteils für die BV ab – NICHT in D. Genauso wird es bei der Marine sein. Natürlich werden einige wenige Fähigkeiten „in der Heimat“ verbleiben und MILITÄRISCHE „Standorte“ und militärisch notwendige Infrastruktur „sichern“; das wird wenig genug sein. CIR nun ja, überall und nirgendwo..hat spezielle Aufgaben. Dann bleibt das Heer: Schwerpunkt Feldheer wird der weitaus größte Anteil der Kräfte ausmachen; Das „Heeres-Führungs-Kommando“ wird sich sicherlich zweiteilen, in Feld- und Territorialheer und auch das Kommando wird dann so geteilt, da vermutlich (?) das deutsche „Feldheereskommando“ auch taktisch-operativ führen (soll) – als Korps oder sogar Armeekommando. Es bleibt also das Territorialheer – also die Reservisten! Wenn dann eine deutliche Aufstockung der Kräfte erfolgen wird, werden wir mehrere „Heimatschutzdivisionen“ haben, die sowohl zur klassischen LV befähigt werden sollen, als auch zu allen sonstigen „Unterstützungsleistungen“ (HNS, Sicherung, Abwehr infiltrierender Kräfte etc.); diese „Heimatschützer“ werden allerdings in der Fläche nicht ständig (!) „vor Ort“ sein, da erst „zu aktivieren“ uond auch nicht zu Beratungsleistung mit evtl. Ortskenntnis befähigt. Die „Fühung“ vor Ort wird die zivile Seite haben (Zivilschutz), an ihrer Seite „militärische Berater“, ob das über eine Weiterentwicklung der VerbElemente (LKdo/ BVK/ KVK) erfolgen wird.. mal schauen. OHNE die LKdo wird es jedenfalls nicht gehen; und deren Unterbau sind die BVK/ KVK – zu recht. Ob den LKdo dann HSchRgt wieder unterstellt werden – oder „zugewiesen“ – oder ob dann HSchBrig die taktische Führung übernehmen ist doch erstmal nebensächlich, denn diese Strukturen sind weit, weit, weit zurück.. Erstmal wird das „aktive“ Feldheer deutlich verstärkt werden müssen.
Und ob dann das OpFüKdo die LKdo DIREKT führen wird, oder das UstgKdoBw als „Logistiker“ und Unterstützer (HSN), ist auch eher „akademisch“; die jetzige Führungs-/ Unterstellungssituation erscheint mir selbst (subjektiv) jedenfalls als sinnvoll!
@Hille: Der eine Punkt ist meiner Bewertung nach besonders wichtig: Personen-, Orts- und Raumkenntnisse im Heimatschutz. Heimatschutztruppe aus Reservisten ist (zumindestens anfangs) per se weniger leistungsfähig als aktive Infanterie. Das war und ist seit Jahrhunderten so. Diese Defizite in Hinblick auf Ausrüstung, körperliche Leistungsfähigkeit (Alter, Training) und Ausbildungsstand (eben nur Reserve) können und konnten sehr oft durch Erfahrung (lange Stehzeiten) und die oben genannten Erkenntnisse ausgeglichen werden. Zusätzlich noch der Faktor Heimatverbundenheit, wenn Truppe den Raum sichert, in dem sie lebt. Denn wir reden hier von „normalen“ Heimatschutzeinheiten und nicht von Reserveeinheiten aus „Eliteverbänden“. Den Technokraten in Berlin sind diese Zusammenhänge wohl nicht mehr präsent…
Klingt nach Gaststatus. Im Krisenfall sollte es damit vorbei sein. Die IMK könnte a mal in die Fallex-Drehbücher schauen und den Rrgierungs bunker in Ahrweiler reaktivieren. Man muss das Rad nicht neu erfinden, was bei besagtem Deutschland-Tempo Jahrzehnte dauern kann.
@Hille
Grundsätzlich unterstehen im Fall der Fälle alle Kräfte – außer dem HSch – der NATO. Lw wird geführt werden aus RAMSTEIN und Marine aus NORTHWOOD.
Eine zweite HSchDiv ist ja angedacht, ob die kommt – fraglich. Aufgaben: HNS i.w.S. sowie Sicherungsaufgaben (verteidigungswichtige, ggf. -relevante Infrastruktur)..
Derzeit führen die VKdo gar nichts, das war „früher“ anders aber im Fall der Fälle wird Militär von Militär geführt, wir sind dann ja nicht mehr bei Amtshilfe gem. Art. 35 GG.
Der Unterstützungsbereich ist reiner Dienstleister, b.a.w. unterstehen die LKdo noch dem OFK. Sollten sie tatsächlich auch Truppe führen müssen so müssen sie personell stark aufwachsen. Wer Zugriff auf das Intranet hat kann sich ja die hierzu ausgeplanten DP anzeigen lassen.(„V-STAN“, ich weiß, die heißt jetzt anders).
@Thomas Melber: Die Struktur der Territorialen Verteidigung ist ein Chaos. Wie hatten Wehrbereichskommandos, zuletzt noch 4 Stück, mit jahrzehntelanger Erfahrung insgesamt und unterstellten Truppen, nicht nur Reservisten. Der Grundfehler war die WBK aufzulösen. Die Landeskommandos konnten dies nicht ersetzen, weil bei 16 Stück zu klein und vor allem überwiegend nur Reservisten, keine aktiven Truppen. Anfänglich hatten die Landeskommandos wenigstens noch die Heimatschutzkompanien/RSU, jetzt hat man den Landeskommandos die Heimatschutzkompanien weggenommen und diese in der Heimatschutzdivision konzentriert. Doch statt die Landeskommandos auch der Heimatschutzdivision zuzuschlagen, wurden die Landeskommandos – als Kaiser ohne Kleider- direkt dem Operativen Führungskommando unterstellt. Jetzt merkt das Ministerium, daß diese ausgeschlachteten Landeskommandos zu schwach sind, doch statt die Landeskommandos der Heimatschutzdivision zuzuschlagen oder die Wehrbereichskommandos wieder zu errichten, sollen die Landeskommandos ausgedünnt werden. Völliger Schwachsinn. Ich würde die Verbindungskommandos auflösen und deren Aufgabe den Landeskommandos übertragen, aber die Landeskommandos neuen Wehrbereichskommandos unterstellen, die ich der Heimatschutzdivision unterstellen würde.
Und dann macht es keinen Sinn, daß die Heimatschutzkompanien nur Sicherungssoldaten sind. Früher hatte das Territorialheer Panzertruppen, Jägerregimenter, Artillerie, Pioniere…. Es fehlen uns solche schweren Reserveeinheiten und die größte Bedrohung, sind 1000 Drohen und Marschflugkörper , die Russland täglich auf uns abschießen könnte im Kriegsfalle. Deshalb bräuchte die Heimatschutzdivision als erstes ein paar Hundert Geparden oder Skyranger Flugabwehrpanzer, um unsere Infrastruktur, Städte, Industrie zu schützen! Und für den Katastrophenschutz bräuchten wir als zweites vor allem Pioniertruppen mit schwerem Gerät beim Heimatschutz. Und der Vorteil von Flugabwehrkanonenpanzern ist, daß damit auch jeder Panzer abgeschossen werden kann im Erdkampf, den die Russen per Luftlandung landen könnten.
..mit Verlaub, ich halte diese letzten Gedanken für utopisch; auch nicht „wünschenswert“ – ja nicht mal mehr „denkenswert“.
Deutschland wird kein Frontstaat mehr werden. Dass die Russen durch Polen oder die Ostsee „durchbrechen“ halte ich für völlig ausgeschlossen. Bombardierungen mit Raketen und Angriffe mit Drohnen werden aller Wahrscheinlichkeit nach nicht zum „Kriegsrecht“ innerhalb D führen. Unsere Wirtschaft MUSS weiterlaufen; weitgehend normal. Es wird Einschränkungen in der „Bewegungsfähigkeit“ geben und logistische Prioritäten. Der Wiederaufbau einer „klassischen“ TV mit all‘ ihren Verbänden und Strukturen..wozu? Um die „nationale Durchregierbarkeit“ über und durch das Bundesorgan Bundeswehr zu ermöglichen? Genau das soll ja eben NICHT wiederkommen.
Und ob die VbKdo irgendwelche „Führung“ übernehmen sollen ist wenn ausschließlich operativ im Raum denkbar; kaum taktisch und als „Führung vor Ort“; das MUSS Auftrag aktiver Truppe sein; ein VbKdo kann nur (bei ausreichender Schulung) verschiedenste Einheiten/ Verbände „koordinieren“, also Führung der zivilen Seite in militärische Führung „umwandeln“; nichts anderes als GenInspBw und OpFüKdoBw mit politischen Führungsvorgaben der zivilen Ltg BMVg machen sollen..Nur (wenn überhaupt) im viel, viel kleineren Maßstab.
@Closius
Die Aufgaben der LKdo und der VKdo bei LV/BV werden ja derzeit festgelegt. Allerdings: Truppe führen werden sie wohl nicht, das haben sie schon beim CoVid-19 Einsatz (genauer: Verwendung) nicht getan.
Man kann ja in alten Schriften zur ZMZ einmal nachlesen was seinerzeit alles gemacht wurde, allerdings ist Deutschland eben auch kein Frontstaat mehr und von den 1,3 Mio Sdt im V-Fall zu Zeiten des Kalten Krieges sind wir doch etwas weit weg.
Wie gesagt, es gibt eine „V-STAN“ der LKdo, aber in wie weit man diese V-Stellen tatsächlich mit Personal (durch Res) hinterlegt weiß ich nicht.
@ Closius Die russische Luftlandung in Hostomel hat ja super geklappt. Von wem wurden die denn zusammengeschossen? Wenn die Russen hier eine Luftlandung durchführen können, dann ist aber schon einiges schief gegangen. Bevor wir hier Hunderte von Flak-Panzern anschaffen, brauchen wir erst mal Personal und eine Vollausstattung der aktiven Truppe. Und man kann nicht alles schützen. Das sieht man gerade in Russland und auf der Krim.
@Christian Bühring
In Ahrweiler ist das meiste zurückgebaut und der Rest ein nettes, kleines, zu besichtigendes Museum. Reaktivieren ist da nicht (klar, mit viel Geld geht…vieles).
@Hille 21.06.2026 um 12:39 Uhr
So so, „aller Wahrscheinlichkeit nach“. Solche Phrasen klingen doch mehr nach gedroschenem Stroh, als nach fundierter Analyse.
Was wären denn bitte die notwendigen Voraussetzungen dafür, dass DEU fortgesetzte Raketen- und Drohnenangriffe lediglich erduldet, und welche Gurkentruppe müsste dafür unter Drogen im Kanzleramt sitzen?
Moin ,
beim BBK gibt es neue Publikationen zum Thema:
https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/06/pm-19-basisszenario-kreisbeschreibung.html
Bei den Benennungen im Heimatschutz könnte man sich an den Traditionserlass halten und die aufgelösten Einheiten erneut aufstellen, auch weil es den gesellschaftlichen und intergenerationellen Zusammenhalt stärkt.
[Ah, ein Verweis auf den oben im Text bereits enthaltenen Link ;-) T.W.]
Also für mich ist das ein „Fluchtrucksack“, denn zu Hause brauche ich keinen Rucksack.
Das BMI hätte ja durchaus noch eigene Hausaufgaben zu erledigen. Wie will man Sabotage unter Zuhilfenahme ziviler Infrastruktur (z.B. Mobilfunksteuerung von Drohnen) unmittelbar erkennen und unterbinden?
@Brainstormer
Der Bunker in Ahrweiler war nur für die Hiroshima-Bombe ausgelegt und erfüllte schon damals die Anforderungen an einen Regierungsbunker nicht, auch nicht der DDR Bunker in Grunewald(?). Die Röhre existiert noch ein paar Kilometer, nach meinem Stand gibt es keine Führungen durch diese wegen des Brandschutzes. Laut Stasi-Archiv soll der Tunnel näher an Bonn heranreichen als offiziell bekannt.
Liest man die diversen Beiträge weiter oben wird immer wieder auf „den Mangel“ generell überall verwiesen.
Bunker, Flugabwehr(Panzer), Heimatschutz-Ausrüstung incl. Personal, seltsame Führungsstrukturen, ineffiziente Abläufe.
Das war im kalten Krieg alles unfassbar besser. Logisch – die „dunkle Bedrohung“ war ja greifbar.
Von den damals existenten, relevanten Parteien waren es fast nur die Grünen die ganz allgemein gegen eine weitere Aufrüstung waren. Vor allem gegen den damaligen Atom-Wahnsinn. In gewisser Weise nicht zu unrecht. Es gab alleine in Westdeutschland insgesamt eine vierstellige Anzahl von atomaren Sprengköpfen in Flugabwehrraketen über Rucksackbomben-Fallschirmspringer bis zu Atom-Minen u.a. in Autobahnverzweigungen.
Verrückt.
Heute gibt es zwei politische Lager:
1.) Bei den Linken wird mantra-artig auf die Auswirkungen von weiterer Aufrüstung hingewiesen wo sich unsere Freunde im Osten bedroht fühlen könnten.
In einem Flügel der SPD nehme ich Ähnliches wahr.
Bei der AfD scheint in weiten Teilen eher eine prorussische Einstellung zu herrschen incl. persönlicher Kontakte.
2.) Bei CDU/CSU, ( grösseren ? ) Teilen der SPD und heute sogar bei den Grünen (!) herrscht eher die Skepsis über eine deutsche Verteidigungsbereitschaft vor.
In einigen Bundesländern bilden heute bei Umfragen die Parteien von Gruppe 1 die Mehrheit, evtl. sogar 2/3 der Stimmen da es relevante Streichresultate gibt ( bspw. FDP & BSW ).
Da ist Deutschland gespalten. Womöglich demnächst auch auf Innenminister-Ebene.
Das ist wohl der grösste Unterschied zum kalten Krieg…
@ Alex 2.0 Ob das Teil jetzt „Notfallrucksack“ oder „Fluchtrucksack“ heißt, ist vollkommen egal. Ich wohne an der Elbe und habe beim letzten Hochwasser 2013 live und in Farbe mitbekommen, wie eine Behelfskonstruktion vor meiner ehemaligen Grundschule gebrochen ist. Das kann nach Investitionen durch die Stadt, dem Land und dem Bund heute eher nicht mehr passieren. Da mußte niemand flüchten. Die Leute mußten die betroffenen Häuser direkt an der Elbe verlassen, weil das Wasser im Erdgeschoß stand. Das ging ganz ruhig vor sich. Die sind innerhalb der Stadt untergekommen. Ich flüchte auch nicht, sondern gucke, wo ich helfen kann.