DroneWatch: Ukraine meldet Eroberung von Gelände nur mit unbemannten Systemen
Die Ukraine hat nach Angaben ihres Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erstmals Gelände nur mit unbemannten Systemen eingenommen, ohne die unmittelbare Beteiligung von Soldaten. Der Präsident erwähnte das bei seiner Rede zum Tag des Waffenmachers, ohne Einzelheiten zu nennen.
Aus der vom Präsidialamt veröffentlichten englischen Fassung der Rede:
The future is already on the front line – and Ukraine is building it. These are our ground robotic systems. For the first time in the history of this war, an enemy position was taken exclusively by unmanned platforms – ground systems and drones. The occupiers surrendered, and the operation was carried out without infantry and without losses on our side.
Selenskyj lobte in der Ansprache die Erfolge der ukrainischen Erfinder, Ingenieure und Unternehmen bei der Entwicklung unbemannter Systeme. Das Land schütze damit nicht nur sich selbst im Abwehrkampf gegen die russische Invasion, sondern helfe auch anderen Staaten, wie zuletzt Golfstaaten bei der Abwehr iranischer Angriffe.
Zu den Planungen gehöre auch ein gemeinsames Vorgehen mit anderen europäischen Ländern für ein gemeinsames Luftverteidigungssystem, kündigte der ukrainische Präsident an. Er sei sicher, dass die Ukraine Teil der europäischen Sicherheitsarchitektur werde – andererseits würden einige europäische Länder riskieren, Teil der russischen Welt zu werden:
Already this week, we will have discussions with Europeans – negotiations on creating a joint air defense system. I am confident: either Ukraine becomes an integral part of Europe’s security system, or some in Europe risk becoming part of the “Russian world.”
Mich würde sehr interessieren, wie sie ggü. den Drohnen ergeben haben. Ist dich noch Infanterie nachgerückt, um sie gefangen zu nehmen? Oder haben die Drohnen sie zu ukrainischer Infanterie begleitet?
Guten Morgen zusammen,
die Ukraine darf halt auch als Testfeld für neue Waffensysteme und Taktiken angesehen werden. Ein Zusammenwirkgen von unbemannten Luft und Bodensystemen erfordert einiges an logistischer Vorarbeit, darf somit also auch beacxhtliche Leistung gewertet werden. Ich gehe deshalb davon aus, dass aus mehreren Bodenbstationen heraus, diese Luft- und Bodensysteme ferngesteuert ins Ziel gelengt worden sind. Von einer richitigen autonom agierenden KI, welche selbstständig Ziele ermittelt und Taktiken anwendet darf man hier wohl eher nicht ausgehen.(Gibt glaub ich nirgendwo aktuell) Es ist ein Erfolg aber eben auch viel Werbung. Man sollte sich auch immer in Erinnerung rufen, dass wir uns hier mit einer 1.200 Kilometer langen Front konfrontiert sehen. Da sind die Kräfte nicht unbedingt gleichmäßig verteilt.
Wie sieht es da aber z.B. , in der Zukunft,mit der Sensorik aus? Kann so eine unbemannte Plattform ein Gebiet wirklich alleine halten, falls z.B. die Funkverbindung mit der Zentrale nicht mehr funktionieren sollte? Hier wurde ein erster Schritt getan, aber der Weg dürfte diesbezüglich noch lang und steinig sein.
Zur Luftabwehr sei anzumerken, dass die aktuellen Konflikte die Grenzen dieser Abwehrsysteme aufgezeigt haben. Konventionelle Geschosse jeglicher Art können nur begrenzt Wirkung erzielen., besonders bezogen auf so ein Massenprodukt, wie eine Drohne. Der Kosten-Nutzfaktor sprengt da jeden Rahmen.Die Entwicklung eines ergänzenden Systems bestehend aus einem elektromagnetischen Feld welches wie eine Art Kuppel aufgebaut ist, und die feindliche Sensorik massiv stört, sofern ein oder mehrere UAVs die erste Line durchbrochen haben sollten,würde die Abwehrchancen drastisch steigern.
MfG:
Wandersmann
@Singulativ, ich meine da gibt’s auch ältere Videos zu. Die Drohne begleitet einen dann zur Gefangennahme.
Guten Morgen @Singulativ,
Sie haben sie wohl zur den ukrainischen Linien begleitet. Videos in diese Richtung gibt es ja im Netz.
MfG:
Wandersmann
Wenn das Gebiet nicht besetzt ist, ist es nicht erobert.
Der Krieg der Zukunft wird in der Ukraine entwickelt und gemacht. Aber wir kaufen weiter Leoparden. Wenn die wenigstens autonom wären. Stattdessen suchen wir junge Männer die sich da freiwillig reinsetzen.
@JCR
„Wenn das Gebiet nicht besetzt ist, ist es nicht erobert.“
Wenn ein ferngesteuerter Panzer da unangefochten steht und auf beliebige Ziele schießen kann, dann würde ich es als erobert bezeichnen, auch wenn keine Menschen drinn sitzen. Entscheidend ist die Kontrolle über das Territorium.
@Wandersmann
„Von einer richitigen autonom agierenden KI, welche selbstständig Ziele ermittelt und Taktiken anwendet darf man hier wohl eher nicht ausgehen.(Gibt glaub ich nirgendwo aktuell)“
Hier sicher nicht, aber technisch ist das schon möglich, das gibt es schon im experimentellen Rahmen, aber das Szenario will man generell noch vermeiden. Aber keine Angst, der Terminator kommt schon noch. (China hat gerade ganz stolz verkündet, das zu integrieren https://www.scmp.com/news/china/science/article/3349429/china-deploys-new-battlefield-ai-command-tent-it-outsmarts-everyone)
@Insider sagt: 14.04.2026 um 8:58 Uhr
„Der Krieg der Zukunft wird in der Ukraine entwickelt und gemacht. Aber wir kaufen weiter Leoparden.“
Einfach mal den neuen Podcast (#106) hören, da wird genau diese Frage auch behandelt.
Mahlzeiot @Insider,
eine Drohne ist ein Wirk- aber kein Allheilmittel. Als Voraussetzung für eine ,rein auf KI-basierende ,Kriegsfühung benötigt man z.B. unglaublich große Serverstrukturen, der Datenverarbeitung wegen. Den Mann am Boden wird so eine Plattform ,egal wie ausgereift jedoch niemals ersetzen. In der Ukraine wird das mMn deshalb eher das Zusammespiel der Waffen „geübt“ und das unter Gefechtsbedingungen.
Anderes Beispiel:
Durch die Entwicklung der Atombombe wurde Überlegungen laut, dass alleine die nukleare Abschreckung ausreichen würde um einen Gegner in Schach halten zu können. Als Folge könnte man deshalb dazu übergehen und die konventionellen Streitkräte drastisch reduzieren, Ist ja nie erfolgt. Die B52 z.B. diente,wenn ich mich da jetzt nicht irre, auch erst als reines Trägersystem für Nuklearwaffen.
MfG:
Wandersmann
Guten Tag @lukan,
erstmal danke für den Link. Der Ansatz der PLA geht also dahin,dass die KI dem Führungstand als rechte Hand dienen soll und das auf Bataillons-Ebene erstmal. Laut Artikel konnte die Gefechtsfeld-AI Informationen ja nicht nur effizient verarbeiten sondern auch richtig einordnen.Unter Stress war sie dem Feldkommandanten somit eine effektive Hilfe. Sie agiert aber nicht autonom, sondern dem Menschen immer untergeordnet. Die Chinesen verfolgen hier mMn einen klugen Ansatz.
MfG:
Wandersmann
[Guten Tag Wandersmann! Sie müssen nicht zu jedem einzelnen Post hier ausführlich Stellung nehmen. Um ehrlich zu sein, das wirkt schon ein bisschen ermüdend, dass Sie wirklich auf jede einzelne Äußerung reagieren wollen. T.W.]
@ Insider, 14.04.2026, 8:58 Uhr:
„…Aber wir kaufen weiter Leoparden…..Stattdessen suchen wir junge Männer die sich da freiwillig reinsetzen.“
Gelände final und nachhaltig behaupten kann man eben nur mit „Boots on the ground“. Eine Panzerung ist da schon sehr hilfreich.
@ORR
Wir brauchen weiterhin konventionelle Streitkräfte. Da an der Doktrin festzuhalten, auf die unser Heer an sich ausgerichtet ist, ergibt Sinn – und dafür brauchen wir nun einmal KPz und TPz. Problematisch ist allerdings, dass wir uns dabei von einer Industrie beraten lassen, deren Führungsetage noch nicht verstanden hat, in welche Richtung sich das Gefechtsfeld entwickelt. Die ukrainischen Streitkräfte sind halt keine Armee, die von Hausfrauen mit Legodrohnen beliefert wird, sondern haben gezeigt, wie man auch mit geringen Ressourcen bestmöglich Erfolge erzielen kann.
Wir brauchen weiterhin konventionelle Waffensysteme. Wir brauchen aber auch ein Umdenken dahingehend, dass man sich nicht immer eine eierlegende Wollmilchsau leisten kann, die dafür teuer in der Beschaffung und komplex in der Instandhaltung ist. Wir brauchen Waffensysteme, die sich auch im Verteidigungsfall weiter in hinreichender Stückzahl herstellen und warten lassen, und die im Verbund gut miteinander funktionieren. Von daher ist die Kritik am eisernen Festhalten an jetzt überholten Denkansätzen völlig verständlich.
Die Entwicklung zum vollständig autonomen Terminator sehe ich einigermaßen gelassen, denn auch wenn dies natürlich in der unmittelbaren Gefechtsfeldsituation sehe spooky anmutet, ist natürlich erforderlich, dass ein solches System auch instandgesetzt, bevorratet, betankt oder mit Energie versorgt und aufmunitioniert werden muss, um effektiv zu bleiben. Und die Munition muss her- und auch bereitgestellt werden.
Richtig gruselig und brandgefährlich wird es, wenn die komplette Logistikkette der KI untersteht und diese ohne jedes menschliche Zutun in der Lage ist, ihrer Kontrolle unterstehende militärische Aktoren selbst auf Dauer funktionstüchtig zu halten, Diese Fähigkeiten sollten wir KI schlechthin nicht einräumen, ebensowenig wie nukleare Bewaffnung. Punkt.
November 2025:
Eine Drohne hält seit 1,5 Monaten eine Position. Nachts im Dunkeln zum Aufmunitionieren und Laden zurückziehen und früh morgens wieder irgendwo in Stellung gehen.
https://militarnyi.com/en/news/ugv-with-a-machine-gun-replaced-infantry-and-held-a-position-for-a-month-and-half/
Die ukrainische Firma DevDroid hat mit ihrer Droid Box ihren Missionscomputer inklusive Kommunikationsmodul für die ukrainische Industrie bereitgestellt.
Dadurch kann man jetzt eine Idee für eine Drohne schnell umsetzen und den standardisierten Missioncomputer verwenden, der dann von DevDroid aktuell gehalten wird.
https://militarnyi.com/en/news/ukrainian-defense-ministry-clears-droid-box-ugv-control-system-for-military-use/
Von den westlichen Bodendrohnen hört und sieht man eigentlich nichts.
Auch in dieser Waffenklasse ist scheinbar noch nicht viel mit KI. Das ist halt wie der Autofokus einer Kamera mit Gesichtserkennung. Navigation kann auch schon länger von KI unterstützt werden. Aber vollautonom ist da noch nichts.
Bei den „Loitering“ -Systemen findet ein KI-Wettrüsten statt.
@NervSVDst unbemannte Systeme haben den Vorteil, dass die A) günstiger und schneller in der Nachbeschaffung sind B) die Zeit der Ausbildung verringert sich und C) man muss bei Verlust in der Regel die Crew nicht neu ausbilden oder ersetzen.
Wir habe jetzt schon Probleme die Planziele was das Personal betrifft zu erreichen wie sollen wir uns dann weiterhin erlauben 3 oder 4 Personen in ein Fahrzeug zu stecken was in kürzester Zeit weg ist. Ukraine zeigt uns – die „konventionellen“ Waffensysteme sind high value targets!
Ich denke die Planer haben das noch nicht ganz begriffen, dass wir mehr und nicht weniger Bodengebundene Autonome Systeme brauchen (ob zum Kampf oder in der Logistik) und wenn die Angst haben die Autonomie ist zu gefährlich für die Allgemeinheit, werden die Entwickler die „konventionellen“ Waffensysteme soweit reduzieren, damit die Goldeneichenlaubträger immer noch einen Menschlein pro System reinstecken können (Mensch als letzter Entscheidungsträger). In Battlefield kann man einen Panzer auch alleine Fahren und schießen, warum sollte es in der Realität anders sein? Anscheinend fehlt es der Industrie noch an Mut oder Kreativität solche Systeme zu entwickeln.
@Wandersmann:
„eine Drohne ist ein Wirk- aber kein Allheilmittel. Als Voraussetzung für eine ,rein auf KI-basierende ,Kriegsfühung benötigt man z.B. unglaublich große Serverstrukturen, der Datenverarbeitung wegen. Den Mann am Boden wird so eine Plattform ,egal wie ausgereift jedoch niemals ersetzen“
– Von KOMPLETT ersetzen redet auch niemand
– Quasi alle Thinktanks etc tendieren bezüglich heißer Missionen zu fokussierten Einsatz von wenigen Personen als Kontrollern mit einer Wolke an verschiedenen unterstützenden Drohnen.
– KI basierte Kriegsführung ist nicht zwangsweise KI-Basiert. KI wird als synonym für Algorhytmen genutzt. Das geht auf einem 10 € chip.
– nein, für drohnenlenkung etc braucht es keine Serverfarmen.
– Ja, grundsätzlich wird es für die Armeen trotzdem wichtig werden, Rechenzentren aufzubauen.
@SvD
„Navigation kann auch schon länger von KI unterstützt werden. Aber vollautonom ist da noch nichts.“
Aus dem gleichen Grund, warum Tesla sein FSD immer noch nicht liefern kann. Meistens funktionierts, aber eben nicht immer. Und im Gelände im Gefecht ist navigieren nochmal eine Spur härter.
Aber grundsätzlich funktioniert es autonom, nur bei weitem nicht so gut, wie mit menschlichen Operatoren. Die können Befehle immer noch zuverlässiger umsetzen. Aber wenn da die Verbindung gestört ist .. werden auch Bodendrohnen wohl bald vollautomatikmodus haben (bzw haben ihn teilweise sicher schon im experimentalmodus)
@Robert Kruse
„KI basierte Kriegsführung ist nicht zwangsweise KI-Basiert. KI wird als synonym für Algorhytmen genutzt. Das geht auf einem 10 € chip.“
Der Begriff KI ist umstritten und im Wandel. Aber eine Schach KI etwa sind auch nur Algorithmen. Die läuft auf einem chip im cent und milliwatt bereich.
Das was gerade gehyped wird, sind Neuronale Netzwerke, aber kleine Modelle laufen auch schon auf einem 10€ Chip.
Vergleichbare Modelle wie ChatGPT 3.5 von vor 2-3 Jahren läuft aber inzwischen auch auf Consumer Hardware, Handelsübliche Laptops. Und das ist schon brauchbar was die können.
Für die Highendmodelle braucht man Rechenzentren, aber die berechnen dann gewissermaßen die ganze Front. Was ein Roboter an Rechenleistung braucht, könnte er lokal bei sich haben.
In jedem Falle passiert hier gerade sehr viel sehr schnell.
Der Mensch als letzter Entscheidungsträger kann ja durchaus auch am anderen Ende der Welt sitzen, anstatt im Panzer. Oder abgesetzt hinter der FEBA mit entsprechendem Glasfaserlink. Das ist eine Frage der Abwägung zwischen der schnellen Informations- und Befehlsübertragung und der Sicherheit des ausgebildeten Soldaten.
@Metallkopf
„Das ist eine Frage der Abwägung zwischen der schnellen Informations- und Befehlsübertragung“
Ein Problem hierbei ist tatsächlich die begrenzte Lichtgeschwindigkeit – bis zum anderen Ende der Welt braucht das Signal schon spürbar länger. Im E-Sport, also Computerspiele wie Shooter bedeutet das tatsächlich, dass etwa schon die USA zu weit weg sind, für einen schnellen Ping (heißt man denkt man schießt genau auf den Gegner, aber tatsächlich war der schon woanders, das Signal war nur zu langsam). Also taktische Entscheidungen lassen sich so noch umsetzen. Aber wenn es um Echtzeitsteuerung am Boden geht und um Bruchteile von Sekunden, Hindernissen ausweichen, Schießen oder nicht Schießen, da machen 100 ms schon viel aus. (also eine Reaperdrohne, die autonom fliegt und wo der Operator nur ggf den Schießbefehl für die Rakete gibt, da reicht die Reaktionszeit, aber etwa eine FPV Drohne durch einen Wald zu navigieren, da ist jede Verzögerung schlecht)
Und die Übertragung lässt sich über weite Distanz auf vielfältige Weise stören, sitzt der Operator aber gut geschützt wirklich in der Nähe, gibt es im Nahbereich noch einige Möglichkeiten der Signalübertragung, also insofern macht es schon Sinn, Menschen in gut geschützten Fahrzeuge, sprich Panzer, in der Nähe der Drohnen zu haben. Aber man muss vermutlich deren Rolle neu denken.