Personalstärke Januar 2026: Größte Bundeswehr seit 2013
Kurz nach den vorläufigen Zahlen der Personalstärke Ende Januar hat das Verteidigungsministerium die endgültige Statistik veröffentlicht, und der absehbare Trend bestätigt sich: Etwa 2.200 aktive Soldaten und Soldatinnen mehr als Ende Dezember 2025, rund 3.500 mehr als Ende Januar 2025 – zudem die höchste Gesamtzahl seit dem Jahr 2013. Der Zuwachs ist vor allem auf die Kurzdiener (bis zu 23 Monate Dienstzeit) zurückzuführen. Auffällig jedoch zweierlei: die Zahl der Frauen in der Truppe stieg nicht so stark wie die Truppe insgesamt, und trotz Positiv-Meldungen (Neben dem militärischen Personalkörper wächst auch der zivile Bereich der Bundeswehr weiter auf) ging die Zahl der Zivilbeschäftigten im Januar um fast 700 zurück.
Die Statistik für Januar 2026, am (gestrigen) Mittwoch wie üblich unter dem immer gleichen Link veröffentlicht – ich habe inzwischen auch geklärt, dass durch einen redaktionellen Fehler auf der Webseite die FWDL scheinbar nur bis zu elf Monaten Dienstzeit angegeben wurden; tatsächlich sind laut Ministerium trotz der nunmehr falschen Angabe FWDL alle Kurzdiener von sechs bis 23 Monaten erfasst. Das soll mit den Februar-Zahlen korrigiert werden. (Seit der Statistik für den Monat März 2023 wurde das Format der Darstellung verändert; der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit halber bleibt es hier vorerst bei der Art der Darstellung vor den März-2023-Zahlen):
Insgesamt leisten 186.423 Soldatinnen und Soldaten ihren Dienst bei der Bundeswehr
Bundesministerium der Verteidigung 1.079
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 3.921
Heer 64.800
Luftwaffe 28.749
Marine 15.923
Cyber- und Informationsraum 13.820
Unterstützungsbereich 47.649
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 1.085
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 1.924
Bereich Personal 7.473
davon bis zu 5.400 Studierende an Bundeswehr-Universitäten
Berufssoldaten 59.814
Soldaten auf Zeit 113.049
Freiwillig Wehrdienst Leistende 13.560
(Kurzdiener v. 6 bis 23 Monaten)
Die Zahl der Frauen in den Streitkräften:
25.417 Soldatinnen sind aktuell bei der Bundeswehr; mehr als 13 Prozent (beträgt der) Anteil der Soldatinnen bei der Bundeswehr
Heer 5.063
Luftwaffe 3.009
Marine 1.789
Cyber- und Informationsraum 1.421
Unterstützungsbereich 11.785
Ministerium und andere Bereiche 2.350
Laufbahngruppe/Laufbahnen (auch Anwärterinnen)
Offizierinnen 7.253
Unteroffizierinnen mit Portepee 8.981
Unteroffizierinnen ohne Portepee 3.399
Mannschaften 5.784
Status
Berufssoldatin 5.957
Zeitsoldatin 17.257
Freiwilligen Wehrdienstleistende 2.203
Die wie immer von einem Leser zusammengestellte Übersicht mit den Zahlen der vergangenen Jahre:
Januar_2026_BWPers
Die gesonderte Statistik zu den Zivilbeschäftigten – analog zu den Soldat*innen nach Teilstreitkräften und Organisationsbereichen aufgeschlüsselt; zusätzlich werden Militärseelsorge und Rechtspflege ausgewiesen.
Beschäftigt sind 81.281 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Bundesministerium der Verteidigung 1.853
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 1.613
Heer 2.510
Luftwaffe 4.817
Marine 1.823
Cyber- und Informationsraum 1.822
Unterstützungsbereich 11.292
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 32.792
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 11.660
Bereich Personal 10.525
Militärseelsorge 482
Rechtspflege 92
Der Anteil von Frauen am zivilen Personal wird nur nach Statusgruppen ausgewiesen:
Von den insgesamt 81.281 zivilen Beschäftigten sind 31.988 Frauen (rund 39 Prozent), die in allen Bereichen der Bundeswehr tätig sind.
Beamtinnen insgesamt 10.885
im höheren Dienst 2.258
im gehobenen Dienst 4.571
im mittleren Dienst 4.037
im einfachen Dienst 19
Arbeitnehmerinnen 19.082
im Vorbereitungsdienst, in einem Ausbildungs- oder Praktikantenverhältnis 2.021
(Stand 31. Januar 2026)
Die frühere ausführliche Statistik der Personalstärke in den Auslandseinsätzen und einsatzgleichen Verpflichtungen wurde durch die Gesamtzahl nur in den Auslandseinsätzen ersetzt. Der Stand vom 9. Februar 2026:
Insgesamt sind 964 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr unmittelbar bei Auslandseinsätzen eingesetzt.
Darüber hinaus gibt es noch die Anerkannten Missionen.
(Die diversen Anerkannten Missionen wie z.B. die NATO-Battlegroup oder auch die neue Panzerbrigade 45 Litauen sind eben damit nicht erfasst.)
Den Service von Augen geradeaus!, die Vergleichszahlen, gibt es auf einer gesonderten Übersichtsseite.
(Archivbild Januar 2026: Ein Soldat der Panzerbrigade 45 ‚Litauen‘ steuert in Nemencine eine Drohne – Juliane Sonntag/photothek.de)
Es bleibt, bezogen auf die SaZ-lang und BS, eine bedenkliche Fehlentwicklung,
wenn man keine „Überalterung“ der Truppe will…, bzw. die Lücken bei den
SaZ-lang (insbesondere den Fachspezialisten wie z.B. Elo) nicht geschlossen werden…
Von 07/2025 bis 01/2026
ca. 1800 BS plus
ca. 600 SaZ-lang minus
Aber die Gesamtkopfzahl 186.423 erfüllt ja den § 91 SG für 2026 … da ist natürlich Schulterklopfen angesagt…
Das wir ursprünglich schon 2025 bei ca. 198.000 SaZ-lang/BS sein wollten… – jetzt im § 91 für spätestens 2029
vorgesehen, inkl. (!) der FWDL/SaZ-kurz – längst vergessen…
@Felix2
Die Krux ist doch bereits, daß man Kp-Chef BS sein muß, da regelmäßig A13H dotiert. Früher: A11 (A12 ?) in Letztverwendung als SaZ 12 / SaZ 13.
Da entschied sich dann auch oft: Übernahme als BS und Führungs- oder, wenn BS, dann doch eher Fachverwendung.
Es zeigt sich das der SaZ Kurz scheinbar attraktiv ist… sollte sich der Trend über die nächsten Quartals so bewahrheiten ist das allen Unkenrufern zum Trotz ein gutes Zeichen.
SaZ Lang braucht jetzt ein wenig… aber auch die werden mittelfristig wieder Steigen wenn die Spieße der Einheiten nach und nach die Weiterverpflichtungszahlen pushen können. Da kommt es halt auf die Einheit an in der gedient wird, werden die jungen Soldaten da vernünftig und positiv überzeugt in einer guten Truppe zu dienen kommen die Weiterverpflichtungsanträge ganz von alleine. Braucht jetzt einfach etwas Zeit. An fehlendem Material, fehlendem Sinn des Dienstes und fehlender Ausbildung kann es definitiv nicht mehr liegen.
Das ist jetzt aber Aufgabe der Chefs und Spieße die Leute aktiv anzusprechen…
@Felix2: Die aktuellen Sollzahlen der BW wurden bewusst niedrig angesetzt, um eine Debatte über echte Wehrpflicht WG niedrigen Bewerberzahlen möglichst zu vermeiden. Da ist man lieber hinter die alte Planung zurückgefallen.
Dass die BW FWDL und Saz kurz diesen Monat nicht auseinanderhalten könnte, nach der langen Diskussion, ist etwas peinlich, aber immerhin soll es ja ab dem nächsten Monat stimmen und uns dann verraten, wie viele Bewerber sich für bis zu 11 Monaten verpflichtet haben & wie viele sich bis zu 23 Monate verpflichtet haben. Die Entwicklung der SaZ 2 werden wir mit diesen Zahlen nicht vergleichen können.
Leider fehlt jede Erklärung in den Zahlen, wie viele Fragebogen verschickt wurden, wie hoch die Antwortquote war und ob schon neue Wehrpflichtige nach Beantwortung des Fragebogens eingestellt wurden oder ob die dafür notwendigen Musterungen erst in Monaten erfolgen sollen? Und damit ist offen, beruht der Anstieg nur auf mehr Sold oder auch auf den Fragebogen?
In den Januarzahlen habe ich ja immer den Frauenanteil besonders im Fokus.
Da fällt dieses Jahr auf, dass dieser nahezu uinverändert ist und die Zwachsrate seit 5 Jahren kontant rückläufig ist. Ich bin auf das aktuelle Jahr gespannt.
Hier als Grafik:
https://i.ibb.co/hJ3w2cCF/grafik.png
@Closius
Zahlen zu den Fragebögen sind aktuell nicht aussagekräftig, man sollte erst einmal sechs Monate ins Land gehen lassen um eine ausreichende Datenbasis zu haben.
@Küstengang01 sagt:
20.02.2026 um 13:48 Uhr
„Da kommt es halt auf die Einheit an in der gedient wird, werden die jungen Soldaten da vernünftig und positiv überzeugt in einer guten Truppe zu dienen kommen die Weiterverpflichtungsanträge ganz von alleine.
Das ist jetzt aber Aufgabe der Chefs und Spieße die Leute aktiv anzusprechen…“
Die Chefs und Spieße haben die letzten 5 Jahre nicht geschlafen.
Aber nach den ersten 3…4 Jahren
der „Trendwende Personal“ ab 2016
war Stagnation….und die Luft raus… weil Demographie und Mindset der GenZ nicht mehr hergeben.
Oder warum glauben Sie wurde das Erreichen der Soll-Stärke 203.000 von
2025 auf 2031 gestreckt… ?
Bestimmt nicht weil sich Chefs und Spieße nicht bemüht hätten ihre guten Leute zu halten.
Und zum Punkt „Zeit: mittelfristig“ … gibt es schon interne Schaubilder da wird… vollkommen realistisch… mit Zeitpunkten deutlich jenseits der 2035’er gearbeitet… und auch nur als „best case – Szenario“… wenn es um die Laufbahnen oberhalb der Mannschaften geht.
Das „worst case – Szenario“ in diesen Schaubildern kann man sich ja denken…
Passt nur nicht zum „worst case – Szenario“ das RU 2029 aktiv wird und wir deshalb zu diesem Zeitpunkt kriegstüchtig sein müssten…
Da bleibt ein sehr großes Delta und nur das Prinzip Hoffnung…
@ Küstengang01
„An fehlendem Material […] und fehlender Ausbildung kann es definitiv nicht mehr liegen.“
Na wenn Sie das sagen, muss es ja stimmen. Schade nur, dass sich die Realität nicht Ihrem Diktat unterwirft, denn insbesondere im Heer ist das in einem nicht unerheblichen Anteil der Fall, was Sie in Anrede stellen.
Und ja, als Überbrückung zum Studien- oder Ausbildungsbeginn ist der SaZ in der Tat finanziell attraktiv, das Ganze folgt dem weit verbreiteten Glauben in der Politik, alle Probleme mit Geld beheben zu können.
Küstengang01 schreibt am 20.02.2026, 13:48 Uhr
„ … Das ist jetzt aber Aufgabe der Chefs und Spieße die Leute aktiv anzusprechen…“
Das kennen Sie und ich sicher auch noch – genau so wurde das ja schon ab der Zugführerebene praktiziert. Auf diesem Wege hatten wir (jedenfalls bei der Fla) die wirklich tauglichen UA und ROA gewinnen können. Die Aspiranten wurden von den Chefs dann dem Kdr vorgestellt und verpflichtet. Ich habe mir die Kameraden noch im Beisein von BttrChef, BttrFw und Zugführer vor einer Zustimmung zur Verpflichtung persönlich angesehen. Dann kam der Zeitpunkt, zu dem – sicher berechtigt – die Interessierten einer Eignungsprüfung in einer UPZ (nenn ich jetzt einfach mal so) unterzogen wurden. An sich nicht schlecht. Von Übel war nur, dass der Kommandeur das Eignungsurteil nicht mehr übersteuern konnte (wie das vorher sogar bei der OPZ bei Truppenwerbungen war). Weder bei Offz-Bewerbern noch bei Uffz- Bewerbern. Und dass in diesem Eignungsbeurteilungsprozess ein negatives Urteil der Wehrpsychologen von seinem beratenden Charakter zum Ausschlusskriterium erhoben wurde. M.E. ein ebenso grandioser wie absurder Fehler. Diesen zu korrigieren – das wäre mal ein erster Schritt.
PS: Ich hoffe, dass es diese unsinnige BO-Zusage bei den OPZ nicht mehr gibt. Was hat man sich da an Blindgängern eingefangen.
Doch, den BOA gibt es noch. Einige nutzen den freiwillig nicht, wenn es so weit ist und andere ruhen sich auf A14 ohne größere Anstrengung aus. Es gibt das volle Spektrum.
@Küstengang01 SaZ kurz ist vor allem als Übergang von Abitur zu Studium finanziell extrem attraktiv und deshalb derzeit so beliebt. Ich bin selber Chef, ab TE Führer aufwärts motivieren in meiner Einheit alle die guten Soldaten länger zu machen und das war auch schon immer so. Ein paar SaZ konnten wir aus den FWDL immer gewinnen und haben damit 80 bis 90% des Nachwuchs gewonnen oder bei Eignung sogar für einen Laufbahnwechsel motivieren können. Irgendein Genie hat sich nun aber überlegt, dass die SaZ kurz fast alle in den Heimatschutz gehen. Das bricht mir personaltechnisch aktuell das Genick, da keiner mehr kommt bis auf ganz wenige SaZ lang. Die Stellenbesetzungsquote wird Ende diesen Jahres die 50% reißen, wenn das so weiter geht. Vorher konnten wir die mit der Weiterverpflichtung von FWDL wenigstens bei knapp unter 70% halten. Die SaZ lang sind dann in der Regel auch nur aufgrund des hohen Gehalts motiviert Soldat zu werden. Von sinnvollem Dienst, guter Ausrüstung o.ä. wollen die gar nichts wissen, das interessiert die überhaupt nicht. Die interessieren sich für ihre Freizeit und den Kontostand und sonst nichts. Der ein oder andere Lichtblick ist auch da immer mal wieder dabei, aber das werden auch weniger.
@HansSchommer die BO-Zusage gibt es leider immer noch und die Stellungahme der Disziplinarvorgesetzten sind da auch völlig egal. Wenn Chef und Kommandeur beide schreiben, dass der Mensch absolut nicht zum Offizier geeignet ist kommt der trotzdem mit einer Offz Eignung in irgend einer Mangel Verwendung wieder. Bedarf schafft nunmal Eignung. Andersrum ist es aber manchmal ein extremer Kampf mit BAPersBw einen sehr guten Mannschaftssoldaten zum Feldwebel zu machen. Das System läuft derzeit nicht optimal.
Wenn ich so etwas lese, schwillt mir schon wieder der Kamm. Gute Leute, die bestenfalls in der Einheit und damit TrGttg bleiben, sind doch der Grundstock zum Erfolg. Und im Ernst – als junger FWDL, gerade frisch (angebrütet in und) aus der aktiven Truppe und willig zu verlängern, will ich doch nicht jetzt schon beim Heimatschutz enden?! Wer überlegt sich diesen Schwachsinn immer, jemand in Köln oder doch in Berlin?
@DD, 22.02.2026, 19:07 Uhr:
„Das System läuft derzeit nicht optimal.“
Das war aber vor 20 Jahren schon so. Nicht gut, aber solange die Personaler sich Ihre Welt bunt machen können, ist die Truppe ziemlich egal.
Es zählt Quantität, die ist sehr einfach messbar und daran werden die „Bedarfsdecker“ des BAPersBw gemessen.
Wenn die Summe der Soldaten nicht ausreichend ist, um alle Bedarfe zu decken, legt irgendein Entscheider fest, wie die Priorisierung ist.
Nicht schön, aber so ist es.
Qualität ist schwer messbar..
@DD @Voodoo
Die Kameraden SaZ kurz sind eben auch nur kurz ausgebildet. Für die Einheiten stehen doch die länger dienenden Kameraden in der GBO zur Verfügung. Zudem: die GBO ist zwar verpflichtend, aber wenn man dem ausscheidenden Kurzdiener ein interessantes Angebot macht – z.B. Reservedienst in der vorlesungsfreien Zeit – wird er sich auch in der Einheit grundbeordern lassen.
Allerdings haben doch viele dann ihren Focus auf Studium und Beruf, so daß sie für die Bw dann mehrere Jahre nicht zur Verfügung stehen, dann sind sie tatsächlich im HSch besser aufgehoben, da heimatnah und die zeitliche Belastung ist auch deutlich niedriger, wenn man doch aktiv sein möchte.
@Thomas Melber: Vergessen Sie die Worte „Vorlesungsfreie Zeit“ als verfügbare Zeit für WÜ für Studierende. In diesen Phasen werden durch die Bank weg Klausuren oder Hausarbeiten geschrieben, bzw. findet die eigenverantwortliche Klausurvorbereitung statt. Bologna lässt fröhlich grüßen.
Bezüglich der Weiterverpflichtung von SaZ kurz.
War nicht die Idee das die nur in ausgewählten Einheiten eingesetzt werden je nach ihrer Dienstzeit? Bei 6 Monaten komplett in einer Ausbildungseinheit um dann Reservist im Heimatschutz zu werden oder bis 23 Monate um eine Division vollständig einsatzbereit zu bekommen?
@DD, 22.02.2026, 19:07 Uhr:
„Das System läuft derzeit nicht optimal.“
Das war aber vor 20 Jahren schon so. Nicht gut, aber solange die Personaler sich Ihre Welt bunt machen können, ist die Truppe ziemlich egal.
Es zählt Quantität, die ist sehr einfach messbar und daran werden die „Bedarfsdecker“ des BAPersBw gemessen.
Wenn die Summe der Soldaten nicht ausreichend ist, um alle Bedarfe zu decken, legt irgendein Entscheider fest, wie die Priorisierung ist.
Nicht schön, aber so ist es.
Qualität ist schwer messbar..
Es war ein cleverer Schachzug ab 2026, FWDLern (Bewerber) die Möglichkeit zu geben, nach abgeschlossener Eignungsfeststellung per Mail die Laufbahn zu wechseln und SaZ zu werden, ohne nochmal ins Karrierecenter antreten zu müssen, um den PC-Test oder Sporttest zu wiederholen.
Wer sowieso bleiben will und sich im Dienst bewährt hat, kann so deutlich schneller übernommen werden und geht nicht an unnötiger Bürokratie verloren.
So werden aus FWDLern zügig Soldaten auf Zeit, die man ohnehin schon ausgebildet hat – und die Zahlen bzw. die Statistik werden damit zumindest kurzfristig natürlich auch stabilisiert bzw. verbessert.
Da auch in anderen Bereichen (nicht nur der Bundeswehr) großer Personalbedarf besteht, hat man u.a. für den gehobenen technischen Dienst flugs die Zugangsvoraussetzungen („Sonderzugang“ hüstel) heruntergesetzt. Das kann ja heiter werden! Mal sehen, ob das Kreise zieht, erweitert wird und wie es sich dann auf die Bundeswehr auswirkt. Koblenz & Co. suchen ja auch nicht erst seit gestern händeringend Fachpersonal …
„So wird im gehobenen technischen Verwaltungsdienst sowie im gehobenen naturwissenschaftlichen Dienst ein Sonderzugang für Personen mit den beruflichen Fortbildungsabschlüssen „Bachelor Professional“ oder „Master Professional“ geschaffen.“
https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2026/02/novelle-bundeslaufbahnvo.html
Solange der Aufschwung hauptsächlich von Kurzdienern getragen wird, ist das für mich keine wirkliche und vor allem nachhaltige Trendwende. Die Zahl der Zivilbeschäftigten sinkt also auch schon… Auf der anderen Seite stellt man aber nie jemanden ein obwohl man doch angeblich soviel militärisches und ziviles Personal benötigt.
Aus eigener Anschauung, mein jetzt studierender Sohn absolvierte bis März 2024 achtzehn Monate FWD, weiß ich welchen Einfluss diese „Kurzdiener“ auf das jeweilige gesellschaftliche Umfeld haben.
Viele FWDler wirken, ob bewusst oder unbewusst, mit ihren ebenso realistischen wie positiven Eigenerfahrungen als MultiplikatorInnen für unsere Bundeswehr.
Zumal die meisten FWDler am Beginn ihres Berufsleben stehen.
Was ich ja u.a. auch immer wieder anmerke, wenn es um die Folgen der Demographie
und der Millionen Abgänger aus dem Arbeitsmarkt in Rente/Pension bis Anfang der 30’er geht…
Nicht nur die Bundeswehr sucht den guten Nachwuchs für ein LANGES Verbleiben…
Der Konkurrenzkampf wird sich hier deutlich verschärfen… allein schon im Öffentlichen Dienst.
Denn ich persönlich glaube nicht das z.B. BMI/BMF/BMVg hier eine einheitliche und
aufeinander abgestimmte Strategie entwickeln werden…
Jeder wird bestrebt sein SEINE eigenen Personalprobleme zu lösen…
Und zum Punkt Übergang von FWDL/SaZ-kurz zu einer Blaulichtorganisation wie der Polizei…
Der neue Wehrdienst soll primär Reservisten erzeugen, die auch möglichst beordert sind und üben…
Wenn dann z.B. die Polizei den Reservisten nicht für eine Beorderung/Übungen frei gibt… erzeugt dies
auch wieder „Spannungen“…
https://www.gdp.de/brandenburg/de/stories/2026/02/pressemitteilung-gestiegenes-interesse-bundeswehr
Zitat:
„Anita Kirsten, GdP-Landesvorsitzende: „Wir brauchen eine Gesamtstrategie für sicherheitsrelevante Berufe. Die Konkurrenz zwischen den Bundesländern, der Bundespolizei und der Bundeswehr tut niemanden gut. Eine Abgestimmte Besoldung wäre ein klares Zeichen für alle, die Dienst für unser Land leisten.“
Die GdP sieht im freiwilligen Wehrdienst auch eine Chance: Wer Wehrdienst leistet, bringt häufig Disziplin, Belastbarkeit und Verantwortungsbewusstsein mit – Eigenschaften, die auch in der Polizei gefragt sind. Deshalb sollten Übergänge zwischen Bundeswehr und Polizei erleichtert und staatliche Karrierewege besser verzahnt werden.“
@Felix2
Das Heer hat ja schon anklingen lassen, daß die Freiwilligkeit zum Ableisten von Reservediensten fallen sollte. Bisher gibt es ja die sog. doppelte Freiwilligkeit: Reservist und Arbeitgeber müssen zustimmen.
Welche Zustimmungserfordernis gekippt werden soll weiß ich jetzt nicht, aber vielleicht kann man beim nächsten Vorstellungsgespräch die Frage: „Sind Sie Reservist / grundbeordert“ erwarten. Davon ab, die Grundbeorderung wurde entfristet, bisher war sie ja auf sechs Jahre begrenzt.
@Heinz Herrmann, 25.02.2026, 10:58 Uhr:
„…Viele FWDler wirken, ob bewusst oder unbewusst, mit ihren ebenso realistischen wie positiven Eigenerfahrungen als MultiplikatorInnen für unsere Bundeswehr. …“
Nicht nur die FWDler wirken als Multiplikatoren. Alle, egal ob aktiv oder in Reserve, sind Multiplikatoren; nur halt nicht immer gute Multiplikatoren.
Dafür gibt es aber gute Gründe. Der Blog hier ist voll davon.
Litauen-Brigade – dbwv.de
„Positiv blickte Minister Pistorius auf den Aufwuchs der Litauen-Brigade: „Wir liegen im Zeitplan“, sagte er. Derzeit gebe es außerdem keine Anhaltspunkte, dass die Freiwilligkeit der Soldatinnen und Soldaten nach Litauen zu gehen, nicht ausreichen würde. „Wir geben uns größte Mühe, die Dienstposten in Litauen attraktiv zu gestalten“, betonte Pistorius. Im zweiten Quartal dieses Jahres solle das neu aufgestellte Versorgungsbataillon 456 schrittweise nach Litauen verlegt werden*.
Was ist jetzt Tatsache? Spiegel vom 12. Februar: 50 – 90% Fehl bei Kampf/Einsatzunterstützung.
@Klaus-Peter Kaikowsky (KPK) sagt:
26.02.2026 um 18:44 Uhr
„Litauen-Brigade – dbwv.de
(…)
Was ist jetzt Tatsache? Spiegel vom 12. Februar: 50 – 90% Fehl bei Kampf/Einsatzunterstützung.“
z.B. auf YNSIDE… der offiziellen Informationsplattform für alle Bw-Angehörigen:
„Es fehlen der Brigade Litauen noch an circa 2.500 freiwillige Soldatinnen und Soldaten.“ (Stand: 23.02.26)
Dies ist ja aber aus Sicht des Ministers kein Wiederspruch.
Er geht eben weiterhin davon aus… das sich auch diese 2500 schon freiwillig finden werden…
Weil, wie immer in der Politik, nicht sein kann, was nicht sein darf… ;-)
Wenn es dann doch nicht klappen sollte… und es werden Soldaten/innen zwangsweise versetzt…
Lag es bestimmt nicht am Minister oder dem GI… ;-)
@Thomas Melber sagt:
26.02.2026 um 13:28 Uhr
„@Felix2
Das Heer hat ja schon anklingen lassen, daß die Freiwilligkeit zum Ableisten von Reservediensten fallen sollte.“
Kann man machen, aber spätestens dann wird Personal aus den Blaulichtorganisationen, die dort
im V-Fall ihren staatlichen Auftrag zu erfüllen haben, nicht mehr beordert werden.
Darüber wird ja aktuell schon diskutiert…
Zum Beispiel für das Zivilpersonal der Bw hat aktuell der StS Hilmer entsprechende Vorgaben zu einer möglichen Beorderung erlassen…
Zitat aus dem Internet:
„Eine Beorderung kann nur erfolgen, wenn der Soldatenstatus nachweislich zwingend erforderlich ist;
ein mit militärischer Grundzuordnung versehener Dienstposten allein ist nicht ausreichend.
Da das beorderte Zivilpersonal nicht dem strukturgebundenen Fähigkeitsaufwuchs (V-DP) der Streitkräfte dient, erfolgt die Beorderung in die Personalreserve.
Eine Beorderung in die Verstärkungsreserve ist lediglich in den Fällen möglich, in denen die betroffene Person nach Bewertung der zuständigen zivilen Personalführung in einem Spannungs- oder Verteidigungsfall voraussichtlich entbehrlich ist.
Wehrdienstleistungen erfolgen ausschließlich zur Inübunghaltung nach § 61 des Soldatengesetzes (SG) und dürfen die Dauer von insgesamt vier Wochen im Kalenderjahr nicht überschreiten. Reservistendienst nach § 63b SG zur temporären Verbesserung der personellen Einsatzbereitschaft ist für das Zivilpersonal im Geschäftsbereich BMVg ausgeschlossen.
Die Zulassung von Zivilpersonal im Geschäftsbereich BMVg zu einer Laufbahn der Reserve und der Aufstieg in eine höhere Laufbahn der Reserve sind ausgeschlossen.“
@Klaus-Peter Kaikowsky (KPK), 26.02.2026, 18:44 Uhr
„…Was ist jetzt Tatsache? Spiegel vom 12. Februar: 50 – 90% Fehl bei Kampf/Einsatzunterstützung.“
Sagte der BM nicht auch, dass man bei DLBO im Zeitplan liege und alles würde laufen, wie geplant?
Ich erkenne Übereinstimmungen.
@Felix2, 27.02.2026, 6:08 Uhr:
„…Weil, wie immer in der Politik, nicht sein kann, was nicht sein darf… ;-)“
Das ist immer so. Traurig, aber wahr.
„…Wenn es dann doch nicht klappen sollte… und es werden Soldaten/innen zwangsweise versetzt…
Lag es bestimmt nicht am Minister oder dem GI… ;-)“
Bei dem BM stimme ich zu. Der GI könnte hingegen das Bauernopfer werden, das dann frühzeitig verändert wird. Man spricht ja hier im Blog schon sehr deutlich davon, dass der GI die Fahrkarte zur NATO gebucht hat.