Personalstärke Dezember 2025: Trotz leichter Abnahme über 184.000; 3.000 mehr als Ende 2024
Die Zahl der aktiven Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr ist zum Jahresende 2025 im Vergleich zum November leicht gesunken, blieb aber oberhalb der Schwelle von 184.000. Im Vergleich zum Jahresende 2024 bedeutet das eine Steigerung um rund 3.000 Soldaten.
Die Statistik für Dezember 2025 und damit zum Jahresabschluss, M (heutigen) Mittwoch wie üblich unter dem immer gleichen Link veröffentlicht (seit der Statistik für den Monat März 2023 wurde das Format der Darstellung verändert; der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit halber bleibt es hier bei der Art der Darstellung vor den März-2023-Zahlen):
Insgesamt leisten 184.194 Soldatinnen und Soldaten ihren Dienst bei der Bundeswehr
Bundesministerium der Verteidigung 1.079
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 3.915
Heer 63.164
Luftwaffe 28.492
Marine 15.750
Cyber- und Informationsraum 13.904
Unterstützungsbereich 47.433
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 1.075
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 1.912
Bereich Personal 7.470
davon bis zu 5.400 Studierende an Bundeswehr-Universitäten
Berufssoldaten 59.447
Soldaten auf Zeit 112.578
Freiwilligen Wehrdienst Leistende 12.169
Die Zahl der Frauen in den Streitkräften:
25.248 Soldatinnen sind aktuell bei der Bundeswehr; mehr als 13 Prozent (beträgt der) Anteil der Soldatinnen bei der Bundeswehr
Heer 4.990
Luftwaffe 2.986
Marine 1.778
Cyber- und Informationsraum 1.433
Unterstützungsbereich 11.718
Ministerium und andere Bereiche 2.343
Laufbahngruppe/Laufbahnen (auch Anwärterinnen)
Offizierinnen 7.277
Unteroffizierinnen mit Portepee 8.941
Unteroffizierinnen ohne Portepee 3.397
Mannschaften 5.633
Status
Berufssoldatin 5.886
Zeitsoldatin 17.316
Freiwilligen Wehrdienstleistende 2.046
Die wie immer von einem Leser zusammengestellte Übersicht mit den Zahlen der vergangenen Jahre:
Dezember_2025_BWPers
Die gesonderte Statistik zu den Zivilbeschäftigten – analog zu den Soldat*innen nach Teilstreitkräften und Organisationsbereichen aufgeschlüsselt; zusätzlich werden Militärseelsorge und Rechtspflege ausgewiesen.
Beschäftigt sind 81.958 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Bundesministerium der Verteidigung 1.852
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 1.614
Heer 2.555
Luftwaffe 4.889
Marine 1.837
Cyber- und Informationsraum 1.838
Unterstützungsbereich 11.426
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 33.058
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 11.744
Bereich Personal 10.563
Militärseelsorge 490
Rechtspflege 92
Der Anteil von Frauen am zivilen Personal wird nur nach Statusgruppen ausgewiesen:
Von den insgesamt 81.985 zivilen Beschäftigten sind 32.192 Frauen (rund 39 Prozent), die in allen Bereichen der Bundeswehr tätig sind.
Beamtinnen insgesamt 10.871
im höheren Dienst 2.253
im gehobenen Dienst 4.569
im mittleren Dienst 4.030
im einfachen Dienst 19
Arbeitnehmerinnen 19.241
im Vorbereitungsdienst, in einem Ausbildungs- oder Praktikantenverhältnis 2.080
(Stand 31. Dezember 2025)
Die frühere ausführliche Statistik der Personalstärke in den Auslandseinsätzen und einsatzgleichen Verpflichtungen wurde durch die Gesamtzahl nur in den Auslandseinsätzen ersetzt. Der Stand vom 5. Januar 2026:
Insgesamt sind 952 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr unmittelbar bei Auslandseinsätzen eingesetzt.
Darüber hinaus gibt es noch die Anerkannten Missionen.
(Die diversen Anerkannten Missionen wie z.B. die NATO-Battlegroup oder auch die neue Panzerbrigade 45 Litauen sind eben damit nicht erfasst.)
Den Service von Augen geradeaus!, die Vergleichszahlen, gibt es auf einer gesonderten Übersichtsseite.
(Archivbild Oktober 2025: Rekruten bei der Grundausbildung in Wilhelmshaven – Leon Rodewald/Bundeswehr)
3.000 Soldaten mehr in einem Jahr kann sich sehen lassen. Auch die über 12.000 FWDL sind ein klarer Fortschritt. Der leichte Rückgang dürfte vor allem auf Abbrechern beruhen, vermute ich mal. Diese Woche soll mit der Versendung des Fragebogens angefangen werden. Es wird deshalb sicher spannend dieses Jahr, wie sich die Truppenstärke mit Fragebogen & deutlich mehr Gehalt entwickeln wird. Auf jeden Fall muss die BW dieses Jahr deutlich steigen, sonst wird der Glaube an eine freiwillige Wehrpflicht sich schnell in Luft auflösen.
Die Jungs von „Sicherheit & Verteidigung“ hatten vor ein paar Tagen ein Recht gutes Video auf YT gemacht zur Aufwuchsplanung des Heeres.
*5 Divisionen (ohne Heimatschutz)
*15 Kampfbrigaden
*397.000 Soldaten (Aktiv+Reserve)
*13.000 zusätzliche gepanzerte Fahrzeuge
*45.000 zusätzliche Logistik LKW
und da sprechen wir lediglich über das Heer. Die vier anderen TSK+Unterstützungsbereich sind da noch nicht Mal erwähnt. Achja und der Heimatschutz alleine soll auf 145.000 beorderte Reservisten aufwachsen. Die Luftwaffe will ja auch wieder auf 60.000 aufwachsen. Und in all den Planungen ist noch nicht berücksichtigt das man evtl. die US Truppen ersetzen muss wenn die Amis Europa den Rücken kehren… da die bisher knapp 40% der gesamt Truppenstärke in Europa im Konfliktfall ausmachen kann man sich ausrechnen was das für uns heißen würde.
Sorry, um in 5 bzw. 10 Jahren auf diese Personalstärken zu kommen geht es nicht ohne Wehrpflicht. Für die Wehrgerechtigkeit muss dann eben vom Grundgesetzlichen Recht Gebrauch gemacht werden und auch zur Bundespolizei und in den Zivilschutz eingezogen werden. Mir egal ob dann jemand die nächsten 5-6 Jahre einen Tag im Monat beim THW aufm Hof stehen muss… sollen die Kids zum Heilen in den Keller gehen oder wieder Bettpfannen im Altenheim leeren wenn sie ein Problem damit haben. Das sensibiliert dann früh für die Rentenlücke.
Es kommt wie immer darauf an … wie man die Statistik interpretiert… ;-)
Dezember 2024 >> Dezember 2025
plus 1634 Berufssoldaten
minus 441 SaZ
plus 2050 FWDL
BS … Folge der angewiesenen Erhöhung der BS-Übernahmequote um 30 %
FWDL … Folge der Ende 2024 für 2025 angewiesenen Erhöhung des Einstellungssoll für die KarrC um 5.000 ( aber nicht zu Lasten der SaZ… )
SaZ … nun, die KarrC können auch nicht zaubern… da ging ggf. doch die FWDL-Vorgabe zu Lasten der SaZ-Einstellungen…
Das Gelingen des WDmodG und damit das Erreichen der Soll-Zahlen FWDL und SaZ-kurz wurde zum „Leuchtturmprojekt“ erklärt, dass gelingen muss…
Da bleiben naturgemäß andere Bereiche weniger im Fokus… hier die SaZ-lang…
Und die Erhöhung des BS-Quoten ist auch eine schlichte Folge der fehlenden SaZ-lang…
Irgendjemand muss ja die Arbeit machen…
Da musste die Abwägung getroffen werden zwischen vakanten Dienstposten und weiterer Überalterung der Bundeswehr…
Ich finde die monatliche Berichterstattung über die Personalzahlen ganz interessant. Interessanter wäre jedoch, wenn sich die Zahl der Kampftruppen, die Zahl der Bataillone oder die Zahl der kampfbereiten Soldaten erhöhen würde.
Noch mehr Referate im Streitkräfteamt oder Zentrum Innere Führung bringen keine Erhöhung des „Fire Power Index“.
Ich fand zu den Themen Personal, den akt. Problemen der Bundeswehr, deren Aufwuchs und auch den Hindernissen dabei, die Ausführungen von Prof. Sönke Neitzel auf YT interessant. Im Video ab Minute 10:05 geht’s los.
https://www.youtube.com/live/HnuA7O8wA3M?si=kCKUm1MnjLvYLMxG
Mir als Militär-Laien helfen solche Formate, um besser zu verstehen, warum sich die BW akt. so schwer tut.
@Küstengang01 sagt:
15.01.2026 um 6:12 Uhr
Die Jungs von „Sicherheit & Verteidigung“ hatten vor ein paar Tagen ein Recht gutes Video auf YT gemacht zur Aufwuchsplanung des Heeres.
*5 Divisionen (ohne Heimatschutz)
*15 Kampfbrigaden
*397.000 Soldaten (Aktiv+Reserve)
*13.000 zusätzliche gepanzerte Fahrzeuge
*45.000 zusätzliche Logistik LKW
und da sprechen wir lediglich über das Heer. Die vier anderen TSK+Unterstützungsbereich sind da noch nicht Mal erwähnt. Die Luftwaffe will ja auch wieder auf 60.000 aufwachsen. (…)
Sorry, um in 5 bzw. 10 Jahren auf diese Personalstärken zu kommen geht es nicht ohne Wehrpflicht….“
Die Wehrpflicht löst nicht das Problem des Personalfehl oberhalb der Mannschaften…
Für den genannten Aufwuchs benötigt die Bw auch 10.000de zusätzliche Uffz/Fw/Offz.
Da nützt eine Wehrpflicht nur marginal… Denn aus diesem Pool wird man nicht einen
sehr hohen Anteil für die höheren Laufbahnen gewinnen. Das war „früher“ nicht anders.
Und heute hat die GenZ und GenA ein ganz anderes Mindset als die Jugend „früher“.
Immer nur auf die Gesamtsollstärke zu schauen… ist doch nicht sachgerecht.
Klar … man könnte … wenn strukturell möglich … 100.000 Wehrpflichtige einberufen…
Somit Erhöhung des Gesamt-IST auf 284.000 … klingt doch super…
Ich bezweifle aber das dies eine kampfbereite Armee wäre… ohne die fehlenden Uffz/Fw/Offz… die es ausschließlich (!!) auf freiwilliger Basis geben wird …
@Felix2 sagt:
15.01.2026 um 12:38 Uhr
…Die Wehrpflicht löst nicht das Problem des Personalfehl oberhalb der Mannschaften…
Für den genannten Aufwuchs benötigt die Bw auch 10.000de zusätzliche Uffz/Fw/Offz.
Da nützt eine Wehrpflicht nur marginal…
Doch auch diese Probleme löst sie. Da sie Weiterverpflichtungen auslöst. Als es noch Wehrpflichtige gab hatte die Bundeswehr kein Problem Uffz/FW/Offz Dienstposten zu besetzen. Da war es auch kein Selbstläufer BS zu werden, damals konnte man genug Bewerber nach Hause schicken.
Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern das regelmäßig GWDL’er und FWDL’er zum Spieß gerannt sind und Anträge auf Laufbahnwechsel und Dienstzeitverlängerung ins Geschäftszimmer geworfen haben. Deshalb hat man damals auch keine Werbung für die Bundeswehr gesehen… Personal gab’s auf Versorgungsnummer und von denen wollten genug Bleiben oder haben sich von Kohle, Ausbildung, Verantwortung locken lassen.
Schauen sie in moderne westliche Wehrpflichtarmeen (Finnland, Schweiz, Israel, Singapur, Süd Korea) und gucken sie ob da Unteroffiziers oder Offiziers Dienstposten nicht besetzt werden können… und dann reden wir weiter.
THW das gleiche…. zum Ende des kalten Kriegs hatten die 200.000 Helfer in ihren Ortsverbänden…. Heute haben sie noch 80.000 gesamt Mitglieder und knapp 35.000 die auch Einsatzbefähigt sind.
Feuerwehren das selbe… seit Aussetzung der Wehrpflicht gibt es mehr und mehr Gemeinden die Pfluchtwehren auf machen müssen oder wo die Freiwilligen an der Brechtgrenze sind. Achja und der Pflegenotstand der mit Ende des Zivildienstes prophezeit wurde ist auch gekommen…. und die Bundespolizei würde sich auch über genug Wach-& Divherungskräfte für ihre Grenzkontrollstellen freuen.
Aber Wehrpflicht löst keine Probleme…
Wehrpflicht löst einige Probleme, da sie die Grundgesamtheit an verfügbaren Soldat:innen erhöht und somit schlechte Planung quantitativ unsichtbarer macht. Als Zwangsdienst unterliegt sie aber einer gewissen Gerechtigkeitsproblematik …
Zwang löst vielleicht quantitative Probleme, aber keine qualitativen Herausforderungen in der Ausgestaltung des Dienstes und der Verfügung über Material sowie der Befriedigung individueller Motivlagen. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit liegt doch eine gewisse Leerstelle im Betrieb der Streitkräfte.
@Felix2 was ist Ihre Quelle, dass das früher nicht so war? Die meisten älteren Uffz, die ich kenne, erzählen dass sie als Wehrpflichtige zur Bundeswehr gekommen ist und sich dann entschieden haben, zu bleiben
3.000 Aufwuchs sind jetzt ein klares und auch notwendiges Zeichen! Der Fragebogen wird, da bin ich mir sicher, eine positive Wirkung haben. Erfahrungen gibt es bisher keine, da Vergleichbares noch nicht dagewesen ist. Das BMVg und die zuständigen Ämter arbeiten in einem selten dagewesenen Schulterschluss für diese Sache.
Das ist gut!
Und an alle Kritiker: Dies ist in Sachen Personalstärke der erste Schritt zur Steigerung der Verteidigungs- und Abschreckungsfähigkeit. Weitere werden folgen. Es gilt, das jetzt entstehende positive Mindset und die Aufbruchstimmung zu verstetigen. Schlechtreden und Zerreden kann man am Ende immer alles, Das nützt am Schluss leider nur denjenigen, die sich aktuell an rein gar nichts mehr halten und Willkür zu Ihrem Politikstil erklärt haben.
@Küstengang01 sagt:
15.01.2026 um 13:48 Uhr
„@Felix2 sagt:
15.01.2026 um 12:38 Uhr“
@Julian sagt:
15.01.2026 um 19:26 Uhr
„@Felix2 was ist Ihre Quelle, dass das früher nicht so war?“
@Julian, aus über 3 Jahrzehnten Tätigkeit im Personalwesen der Bw von „Schlammzone“ bis BAPersBw…
@Küstengang01, @Julian
Wenn wir über „früher“ reden… reden wir über ganz andere Ausgangslagen:
Eine deutlich größere Bw, größere Geburtsjahrgänge, ein anderes Mindset der Jugendlichen, ein in weiten Teilen Arbeitgebermarkt, keine Baby-Boomer-Generation die in den nächsten Jahren in Rente/Pension geht… etc. etc. …
Und ich habe ja nicht geschrieben das wir früher nicht Langdiener aus dem Pool der
Wehrpflichtigen gewonnen haben, auch nicht wenige, aber eben auch nicht einen sehr
hohen Anteil. „Früher“ war eben „Früher“ … und diese Bedingungen kommen nicht wieder!
HEUTE ist die Situation gänzlich anders. Allein schon das Mindset der GenZ und GenA.
Die weitestgehend ausgedünnte Präsenz von Großstandorten in der Fläche…
In weiten Teilen ein Arbeitnehmermarkt… z.B. im Handwerk mussten früher auch die guten
Schüler zig Bewerbungen schreiben… Heute „schlagen“ sich die Betriebe um diese, bieten
schon den Lehrlingen z.B. die Nutzung von Firmenwagen…
Ich erlebe im täglichen Dienst immer wieder wie diese Generation drauf ist…
Da werden selbst Fördermöglichkeiten abgelehnt, nur weil ein (!!!) kleiner Aspekt nicht passt… z.B. zu weit von zu Hause weg, keine Möglichkeit als SaZ jederzeit „aus dem Vertrag zu kommen“, etc. … Letztens hatte ich einen… seine Wunschverwendung – erfüllt…sein Wunschstandort (10 km vor der Haustür) – erfüllt… warum hat er dann doch zurückgezogen… weil die Freundin „Veto“ eingelegt hat…
Wer glaubt das diese Generation ihre Ansichten ändert, nur weil ich sie zu einem Pflichtdienst zwinge…. der wird scheitern… Denn aus diesen Pool der NEUEN Wehrpflichtigen werden wir nicht die Umfänge an Uffz/FW/Offz gewinnen,
die der geplante Aufwuchs erfordert.
Deshalb ist der neue Wehrdienst, inkl. einer Möglichkeit zur formalen Wehrpflicht,
vom Gesetzgeber nicht primär zur Generierung von SaZ-lang gedacht, sondern
primär sollen Reservisten „erzeugt“ werden. SaZ-lang zu generieren wird nur als
positiver Nebeneffekt angesehen…
Und ein Vergleich mit Armeen wie Finnland, Israel und Schweiz ist Apfel vs Birnen…
Denn gerade dort herrscht ein vollkommen anderes gesellschaftliches Mindset
seit Jahrzehnten… Da IST das militärische System von weiten Teilen der Gesellschaft
uneingeschränkt mitgetragen. Dem entsprechend finden sich auch mehr Freiwillige.
Aber jeder soll halt glauben was er will … die Zeit wird zeigen wer richtig lag … :-)
Küstengang01 sagt:
15.01.2026 um 13:48 Uhr
„Als es noch Wehrpflichtige gab hatte die Bundeswehr….“
Nichts für ungut, kann man aber so nicht stehen lassen. Diese Argumentation blendet komplett den historischen Kontext und die gesellschaftlichen Entwicklungen aus. „Früher“ war es üblich, von der Ausbildung bis zur Rente bei einem Arbeitgeber zu sein. „Früher“ hat es auch ausgereicht, wenn nur eine Person in der Ehe arbeiten musste. „Früher“ war in der Familie fast immer der Mann arbeiten, die Frau nicht (Hausfrauen-Ehe).
Das alles gilt heute nicht mehr. Die Zeiten haben sich gewandelt. Und sie unterschlagen, dass ab den 90ern die Bw am Schrumpfen war. Somit war qua Gesezt immer ein Personalüberhang vorhanden, der abgebaut werden musste („Friedensdivende“).
Und wenn wir richtig in die Geschichte schauen: Die Bw wurde 1955 gegründet mit einer geplanten Sollstärke von 500.000 Soldaten. Diese Marke wurde NIE erreicht. 1989 hatte die Bw – auf dem Personalzenit – rund 480.000 Soldaten. Dafür hat sie über 30 Jahre gebraucht – bei einer viel besseren Demografie, einer auf hochtouren laufenden Wehrpflicht und einen für die Bw eher förderlichen Gesellschaftsbildes
(Quelle: https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/231388/1956-das-wehrpflichtgesetz-tritt-in-kraft/).
Auf welche Grundlage soll ich jetzt glauben, dass die Wehrpflicht – wie hier vielen unterschwellig postuliert – das Personalproblem alleine löst?
Sie ist ein richtiger Weg, um viele Einzelschützen zu generieren, von denen wir viel zu wenige haben. Die macht die „Werbung“ und Ansprache auch einfacher.
Aber ob eine ausreichende Masse sich für 13+ Jahre verpflichten möchte (gemäß Wunschvorstellungen der TSKs), sehe ich nicht (außer die Wirtschaft geht denn Bach hinunter – aber dann ist die äußere Sicherheit nicht mehr das Problem).
@JFE:
Interessanter Link auf die Diskussion mit Prof. Neitzel.. Wehrgerechtigkeit war eine Frage gegen Ende.
***************************
Die ersten Briefe sind ja unterwegs. Interessant werden dann die ersten Reaktionen der Verwaltung auf das Nichtausfüllen.
Und ( noch viel interessanter ) die Reaktion auf das Nichterscheinen bei der Musterung.
Da könnte dann die Polizei zum Einsatz kommen. Und dies zum ersten Mal in der Geschichte der BRD trotz Nichtbestehens einer Wehrpflicht.
Beides wird mit Sicherheit passieren, man darf gespannt sein wie genau darauf reagiert wird.
Und wie das bestimmte Oppositions-Parteien ausschlachten…
Unabhängig davon gilt ja die neue Tarifregel für Berufsanfänger in der BW seit zwei Wochen.
Mal gespannt wann genau etwas über die Wirksamkeit kommuniziert wird.
@Felix2 sagt:
16.01.2026 um 8:54 Uhr
…In weiten Teilen ein Arbeitnehmermarkt… z.B. im Handwerk mussten früher auch die guten
Schüler zig Bewerbungen schreiben… Heute „schlagen“ sich die Betriebe um diese,…
Da sind die schon wieder zu spät dran. Arbeitsmarkt kippt gerade, normal in einer Wirtschaftskrise und selbst die Absolventen in MINT Fächern schreiben wieder unzählige erfolglose Bewerbungen.
…Letztens hatte ich einen… seine Wunschverwendung – erfüllt…sein Wunschstandort (10 km vor der Haustür) – erfüllt… warum hat er dann doch zurückgezogen… weil die Freundin „Veto“ eingelegt hat…
Ja, da hat die Freundin aus Prinzip VETO gerufen. Mal abgesehen das unter solchen Bedingungen die Beziehung eh nicht lange halten wird. Am Ende ist es daran gescheitert das der Bewerber und sein privates Umfeld die Bundeswehr nicht kennt. Wär der selbe Mann erstmal als Wehrpflichtiger gekommen, dann wär er auch geblieben weil er besagte Freundin entweder schon lange nicht mehr gehabt hätte oder Madame gesehen hätte das der Bund eben kein Rechtsextremer Okulter Satanistenzirkel ist.
…Und ein Vergleich mit Armeen wie Finnland, Israel und Schweiz ist Apfel vs Birnen…
Denn gerade dort herrscht ein vollkommen anderes gesellschaftliches Mindset…
Dann sollte man mal anfangen das hier in unserer Gesellschaft zu ändern. Das geschieht auch langsam… die Menschen sehen was es bedeutet die russische Armee im Land zu haben und das die russische Luftwaffe lieber Wohnblicks zerbommt als Militärische Führungsinfrastruktur, da sie zu unfähig ist letzteres zu treffen.
…ein anderes Mindset der Jugendlichen…
Ja, nee ist klar. Wer in den 70’er/80’er Jahren zum Bund ist der wurde von Teilen seines Bekanntenkreises gnadenlos gecancelt. Da hat die Friedensbewegung Millionen auf die Straßen Mobilisiert. Wenn sie vom Fach sind gehen sie doch ins Archiv und schauen für das Jahr 2010, dem letzten Jahr der alten Wehrpflicht… wieviel Dienstposten die Bundeswehr nicht besetzen konnte? Und das war das Jahr des Karfreitagsgefechts wo alle paar Wochen die Flaggen in den Kasernen auf Halbmast gesetzt wurden.
Aber jeder soll glauben was er will, ich glaube eine Wehrpflicht ist nicht das Allheilmittel aber schonmal eine zielgerichtete Therapie.
Auch wenn ich die Arbeit von „Sicherheit & Verteidigung“ sehr schätze halte ich diese Ableitungen für wenig seriös und wenig aussagekräftig.
pi
@DrStOffz
Ich denke, der Vergleich zur allein westdeutschen (!) Bundeswehr bis zum Jahr 1989
springt zu kurz, was potentielle Personalstärkezahlen angeht.
@ Florian Staudte sagt, 15.01.2026, 8:38 Uhr
„…Interessanter wäre jedoch, wenn sich die Zahl der Kampftruppen, die Zahl der Bataillone oder die Zahl der kampfbereiten Soldaten erhöhen würde.“
@ Felix2 sagt, 15.01.2026, 12:38 Uhr
„… Immer nur auf die Gesamtsollstärke zu schauen… ist doch nicht sachgerecht.
Klar … man könnte … wenn strukturell möglich … 100.000 Wehrpflichtige einberufen…
Somit Erhöhung des Gesamt-IST auf 284.000 … klingt doch super…“
Aus meiner Sicht liegen Sie beide völlig richtig. Am Ende ist entscheidend, was ich mit den Menschen, die bei der Bw dienen und dem Material, dass einsatzklar verfügbar ist, machen kann. Früher hieß das wieviel Manöverelemente man damit aufstellen kann. Also eine qualitative Betrachtung. Da sind wir heute längst nicht (mehr). Es ist doch viel einfacher und politisch viel attraktiver mit rein quantitativer Betrachtung an die Öffentlichkeit zu gehen. Der Personaler, der StS f. Aufwuchs und letztlich der BM lassen sich an reinem Zahlenwerk messen und wollen gut dastehen. Es bleibt spannend, wieviel „Augenwischerei“ dabei ist.
@ DrStOffz sagt:
16.01.2026 um 9:26 Uhr
@ Felix2 sagt:
16.01.2026 um 8:54 Uhr
Vielen Dank für Ihre treffende Beschreibung der geänderten gesellschaftlichen Realitäten seit den 80ern. Einen Punkt möchte ich ergänzen, und zwar den wachsenden Anteil der Studenten pro Jahrgang. Zwischen 1990 und 2010 ist der Anteil der Studenten von ca. 25% zu Wendezeiten auf 55% seit den 2010er Jahren angestiegen, der Anteil mit Ausbildung nach der Schule entsprechend gefallen.
Die Unteroffizierslaufbahn spricht aber gezielt die zweite Gruppe an, während sie für Menschen mit akademischen Ambitionen ziemlich uninteressant ist.
Ja, nicht alle Studenten haben Abitur, aber die Tendenz ist eindeutig.
Will die BW hier auf Dauer genügend Bewerber finden braucht es Wege, wie die Unteroffizierslaufbahn auch für Abiturienten interessanter wird. Eine Wehrpflicht kann bei diesem Prozess nur wenig helfen.
@ Küstengang01 sagt:
16.01.2026 um 10:52 Uhr
„Ja, da hat die Freundin aus Prinzip VETO gerufen….Am Ende ist es daran gescheitert das der Bewerber und sein privates Umfeld die Bundeswehr nicht kennt.“ (auf das von Felix2 gebrachte Beispiel)
Woher wollen Sie das wissen? Mein Gedanke war „OK, die BW ist nunmal kein familienfreundlicher Arbeitgeber und sie hat deutlich gemacht nicht alleine mit den Kids zu Hause hocken zu wollen während er irgendwo im Auslandseinsatz ist“. Meine Vermutung ist genauso spekulativ aber ähnlich plausibel wie Ihre, um etwas ändern zu können müsste man also nachfragen um nicht spekulieren zu müssen.
Mich hat an dem Beispiel von @Felix2 mehr überrascht weshalb ein Veto der Freundin überhaupt überraschend gekommen sein kann. In jedem Bewerbungsprozess den ich bisher durchlaufen habe war immer die familiäre Situation und ob der Stellenwechsel vom Partner mitgetragen wird ein Thema. Auch mit Anfang 20 haben nicht wenige schon langjährige und stabile Partnerschaften und treffen weitreichende Entscheidungen nicht ohne den Willen des Partners.
Aber da sind wir wieder beim Thema „geänderte gesellschaftliche Realitäten“.
@Küstengang01 sagt:
16.01.2026 um 10:52 Uhr
Sie verkürzen permanent den Blickwinkel.
Es sind nur bestimmte industrielle Bereiche und mitnichten z.B. das Handwerk, der Dienstleistungssektor betroffen.
@ Felix2
Wenn es der Bundeswehr an einem nicht mangelt, dann sind es die „Häuptlinge“ – und dank der stetig steigenden BS-Übernahmequoten werden es beständig mehr. Wenn nun also die Wehrpflicht mehr „Indianer“ bescheren sollte, fällt es mir schwer, hieran etwas negatives zu sehen.
@Felix2 sagt:
16.01.2026 um 17:04 Uhr
…Der Besagte war im Dienst…. und
wollte einen Laufbahnwechsel zum Feldwebel…
Seien sie mal lieber Froh das so eine Person die Truppe verlässt. Kein normal Tickender Mensch bewirbt sich auf etwas. Nimmt ein mehrtägiges Assessment inkauf. Fährt für dieses Assessment mit unter stundenlang quer durchs Land und sagt dann nach dem der Arbeitgeber einem alle wünsche 1:1 erfüllt ab mit der Begründung… die Freundin will das nicht. Was hätte man den mit einem Feldwebel anfangen wollen der sich vor der Bewerbung anscheinend noch nicht Mal fünf Minuten mit seiner Lebensgefährtin unterhalten kann ob der Karriereweg ins gemeinsame Leben passt…
Nee, nee… macht den Laden zu lässt uns alle russisch lernen. Dieses Land ist dem Untergang geweiht. Vielleicht nimmt Dänemark Schleswig Holstein wieder zurück, dann ist wenigstens meine Rente gesichert.
@Hans Dampf, nein eine Wehrpflicht wird nix besser machen und lösen.
Ja auf dem Papier spült eine Wehrpflicht ganz viele Indianer rein ( wie ggf motiviert die sind weil die Hürde für eine Verweigerung gewollt hoch angelegt wird, siehe Felix2 direkt darüber).
Aber, um die Indianer auszubilden brauche ich auch viele kleine Häuptlinge die mitgehen in dem Schlamm im Biwak und nicht auf ein Plätzchen im warmen Büro mit Homeoffice und geregelten Arbeitszeiten bestehen. Zumal man ja auch einen Plan braucht was man mit den Indianern anfangen will. Für die jetzt kommenden freiwilligen Indianer ist der Plan klar, entweder Basisausbildung und als Reservist im Heimatschutz beordern oder länger bleiben und in ausgewählte Kampfeinheiten gehen. Das Konzept trägt aber nur für die aktuell geplante Zahlen, für alles darüber hinaus brauche ich einen neuen Plan und die nötigen Ressourcen an Material und kleinen Häuptlingen im Schlamm.
@Küstengang01 sagt:
16.01.2026 um 20:30 Uhr
Sehen Sie, jetzt haben Sie verstanden mit welchem Mindset wir es tagtäglich HEUTE zu tun haben. Vergleiche mit „früher“ sind da nutzlos.
Die GenZ und bald GenA ticken vollkommen anders…!!
Der Besagte hat mit seiner Freundin geredet, sogar mehrfach, trotzdem mit dem o.g. Ergebnis…
Wobei ich natürlich nicht alle in einen Sack stecken will. Es gibt natürlich auch Gute…und das ein oder andere Goldkörnchen. Keine Frage.
Ich bleibe aber bei meiner Aussage, aus Erfahrung über 3 Jahrzehnte im Personalgeschäft, dass wir über den neuen Wehrdienst (FWDL/SaZ-kurz), bzw. eine ggf. kommende Wehrpflicht, nicht den Bedarf an 10.000den zusätzlichen (!) Uffz/Fw/Offz signifikant decken werden können.
Selbst bei den Mannschaften hat die Bw ja jetzt (!) schon Probleme. So hat das Heer ca. 6.000 unbesetzte Dienstposten…
Ein Problem, z.B. der Fokus der GenZ auf eine regionale Verwendung. Diesen Wunsch kann man aber oft nicht erfüllen… denn in weiten Teilen ist die Bundeswehr nicht mehr präsent.
Und es ist auch nicht damit zu rechnen, dass in absehbarer Zeit wieder viele neue (alte) Liegenschaften in der Fläche in Betrieb gehen…
Denn was benötigte ich dafür u.a. auch… zusätzliche Uffz/Fw/Offz… die wir nicht haben…
Bei uns in der Dienststelle sind z.B. 7 Offz- und 4 Fw-Dienstposten schon länger vakant… Aussage der Personalführer… nichts zu machen… Wann ggf. Lösung des Problems…?,.. Glaskugel…
Ich weiß, die Wahrheit will keiner gerne hören… Auch ein Problem der Bundeswehr… Aber mit Schönreden und dem Prinzip Hoffnung löst man keine Probleme… man kaschiert sie nur.
Den Preis zahlt das Bestandspersonal.
Wie bei uns, wo dann z.B. 1 Offz die Arbeit für 3 machen muss… und dadurch zu Hause auch schon der Segen schief hängt… weil die Ehefrau es nicht toll findet… wenn Männe laufend erst deutlich nach 20 Uhr nach Hause kommt… und sie Kids, etc. allein händeln muss…
und wie viel dieser Deltas kommt durch andere Wunschvorstellungen von Vorgesetzten zustande?
wie viel dieser Deltas kann durch Abschneiden verstaubter Zöpfe gelöst werden?
Mal überlegen warum die “ Freundin“ ihr Veto einlegte, wäre hier mMn auch angebracht und ggf produktiv?
Pistorius behauptet heute laut Tagesschau, dass die BW die größte Truppenstärke seit 12 Jahren habe. Dank der monatlichen Truppenstärke Veröffentlichung von Hr. Wiegold nebst Archiv wissen wir dies natürlich besser. Es ist aktuell nur die höchste Truppenstärke seit Juli 2021 und damit nur seit 5 Jahren, da die BW im Juli 2020 über 185.000 Soldaten hatte und im Juli 2021 mit 184.507 Soldaten auch noch mehr als im Dezember 2025.
Vielen Dank für die aktuellen Personalzahlen der Streitkräfte. Der Anstieg der Soldaten der Bw ist erfreulich, unabhängig von den individuellen Beweggründen. Interessant wäre es auch gewesen, die Aufteilung nach Laufbahngruppen für alle Militärs darzustellen und nicht nur für die weiblichen Soldaten. Dort zeigt sich ein erstaunliches Verhältnis zwischen Offz + Fw gegenüber Uffz + Mannschaften. 64.2 % der weiblichen Soldaten sind entweder Offz oder Fw. Ich hoffe nur, dass das Verhältnis Offz/Fw Uffz/Mannschaften der Streitkräfte insgesamt anders darstellt.
Bei allen Rekrutierungsproblemen der Bundeswehr darf doch eine interne Umstrukturierung zugunsten der Truppe – und damit meine ich Kompanie/Bataillon/Brigade- nicht außer Acht gelassen werden. Das quantitative Missverhältnis zwischen Kommandos/Stäben und Ämtern einerseits und der Truppe andererseits ist ja hinlänglich bekannt.