Krieg gegen Iran: Deutschland bei Bedarf zur Hilfe bei Raketenabwehr bereit (Nachtrag: Wadephul)
Der seit dem (gestrigen) Samstag laufende Krieg der USA und Israels gegen Iran ist hier – vorerst – als politische und noch nicht militärische Entwicklung noch nicht Thema. Vorsorglich aber der Hinweis darauf, dass sich das noch ändern könnte: Zusammen mit Frankreich und Großbritannien erklärte Deutschland die Bereitschaft, notfalls auch dazu beizutragen, die Fähigkeit des Iran, Raketen und Drohnen abzufeuern, an der Quelle zu zerstören.
Die Aussage ist Teil einer gemeinsamen Erklärung der drei Länder vom (heutigen) Sonntagabend. Der Wortlaut, in der deutschen Höflichkeitsübersetzung des Auswärtigen Amtes:
Gemeinsame Erklärung
Die Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Deutschland und des Vereinigten Königreichs sind entsetzt angesichts der wahllosen und unverhältnismäßigen Raketenangriffe des Iran auf Länder in der Region, darunter auch solche, die nicht an den ursprünglichen militärischen Operationen der USA und Israels beteiligt waren. Die rücksichtslosen iranischen Angriffe richten sich gegen enge Verbündete und bedrohen unser Militärpersonal und unsere Bürgerinnen und Bürger in der gesamten Region.
Wir fordern den Iran auf, seine rücksichtslosen Angriffe unverzüglich einzustellen. Wir werden die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um unsere Interessen und die unserer Verbündeten in der Region zu verteidigen. Dies kann potentiell auch, falls notwendig, das Ermöglichen von verhältnismäßigen militärischen Defensivmaßnahmen einschließen, um die Fähigkeit des Iran, Raketen und Drohnen abzufeuern, an der Quelle zu zerstören.
Wir haben vereinbart, in dieser Angelegenheit mit den USA und den Verbündeten in der Region zusammenarbeiten.
Was das Ermöglichen von verhältnismäßigen militärischen Defensivmaßnahmen konkret heißt, muss am Sonntagabend wohl offenbleiben, wird aber für die neue Woche interessant.
Denkbar wären ja verschiedene Möglichkeiten – mir fiel spontan Flugabwehr ein, die aber natürlich nicht die Fähigkeit des Iran, Raketen und Drohnen abzufeuern, an der Quelle zerstört. Also doch eine Beteiligung an Angriffen auf iranische Raketenstellungen? In bewährter Manier mit deutscher Luftbetankung für französische und britische Jets, von Jordanien aus? Und wäre für was auch immer geplant ist ein Bundestagsmandat erforderlich? (KORREKTUR der vorherigen missverständlichen Aussage zu Luftverteidigungssystemen)
Der Vollständigkeit halber auch noch der Verweis auf das Pressestatement von Bundeskanzler Friedrich Merz ebenfalls am heutigen Sonntag.
Nachtrag Montag, 2. März: Außenminister Johann Wadephul sagte im Deutschlandfunk, Deutschland werde keine militärischen Mittel einsetzen, außer zur Sicherung von deutschen Soldaten, die in der Region stationiert sind. Damit bleibt weiter offen, was die E3-Aussage konkret bedeutet.
@Teetrinker
„Manch einer mag sich da einen anderen Dienstherren wünschen weil diese Politik nicht ruhmreich ist. Das mag sein. Sie wird aber unseren Interessen und Möglichkeiten gerecht. Keiner will es sagen:
Merz macht einen ausgezeichneten Job.“
Nein macht er nicht und es geht hier nicht um Ruhm. Bei Trump zu kriechen mag, wenn es gut läuft, kurzfristige finanzielle Vorteile bringen, aber wenn der Preis dafür ist, dass etwa die europäische Einigkeit dahin ist, weil Merz Trump nichtmal andeutungsweise widerspricht, wenn der die Spanische Souveränität negiert, dann ist alleine das ein sehr hoher Preis, der uns mittel und langfristig noch sehr viel Kosten kann.
@Muck
Den Punkt haben sie aber mitbekommen, dass es auch darum geht
„die Fähigkeit des Iran, Raketen und Drohnen abzufeuern, an der Quelle zerstört“?
Grundlegend denke ich dass es aus moralisch/ethischer Sicht sehr viele Gründe gäbe, das Regime im Iran auch militärisch zu bekämpfen. Aber Trump hat ja bereits klar gemacht, dass es nicht um Regime Change geht, oder vlt doch, oder auch nicht. Oder wieder doch. Hauptplan scheint aber eher zu sein wie in Venezuela das Regime zu unterwerfen, also solange die Spitze zu eliminieren, bis jemand an der Macht ist, der lieber über Öl verhandelt, als alles zu verlieren. Den Aufständischen auf der Straße hilft das nicht. Das Öl fließt dann nur wieder.
Und zur Art und Weise wie Druck ausgeübt wird, nun es wurde ja schon kommuniziert dass sämtlicher woker quatsch wie „rules of engagement“ nicht mehr gelten. Stattdessen maximale Härte. Wer aber der Logik der maximalen Härte folgt, der kommt vlt auch auf Gedanken nicht nur das Leben der gegnerischen Spitze zu bedrohen, sondern auch das Leben deren Familien, um mehr Druck aufzubauen. Die getroffene Mädchenschule etwa war übrigend nicht irgendeine Schule, sondern da waren die Kinder der Revolutionsgarden. Das hier Absicht vorlag, wird wohl nie zu beweisen sein, aber es würde mich nicht wundern, denn es würde sich im vieles gesagte einfügen.
Alles in allem gibt es gute Gründe Trump als Faschist zu klassifizieren. Historisch gesehen ging es nie gut, sich mit denen zu verbrüdern und anzuschmeicheln und schon gar nicht Kriege gemeinsam mit ihnen zu führen.
@Sven
Das Problem ist, daß dieser Angriff den Kriegsschauplatz räumlich entgrenzt und quasi auf die ganze Welt ausgedehnt hat. Im Falklandkrieg wurde eine kill zone festgelegt außerhalb derer es keine Kampfhandlungen geben sollte, daher auch die harsche Reaktion als die ARG ARA GENERAL BELGRANO außerhalb der Zone durch GBR angegriffen und versenkt wurde:
https://en.wikipedia.org/wiki/Sinking_of_ARA_General_Belgrano
@Thomas Melber: Die Rhein-Main-Airbase der USAF (nicht der USArmy) ist aber seit 2005 geschlossen. Vielleicht meinen Sie Wiesbaden Erbenheim? Stuttgart hat in Echterdingen in der Tat noch einen militärischen Teil mit dem dortigen Army Airfield.
Sei’s drum. Nicht jede Form oder Unterstützung ist übrigens nach dem Wortlaut gleich Beihilfe zum Tatbestand des § 13 VStGB. Siehe hier auch dessen Abs. 4: „Beteiligter einer Tat nach den Absätzen 1 und 2 kann nur sein, wer tatsächlich in der Lage ist, das politische oder militärische Handeln eines Staates zu kontrollieren oder zu lenken.“
Eine solche Lenkungsmöglichkeit besteht durch die Versagung der Nutzung ansonsten rechtmäßig genutzter Liegenschaften im Rahmen der NATO nicht.
Eine Pflicht für deutsche Politiker zu konstruieren, beispielsweise Ramstein für die Amerikaner zuzumachen, weil man sich sonst durch bloße Untätigkeit strafbar machen könnte, ist ein etwas schmales Brett.
Jedenfalls erfüllen bloße Untätigkeit oder Gewährenlassen seitens wohl nicht die in §13 VStGB als Verbrechen der Aggression unter Strafe gestellten Tathandlungen des Führens oder Begehens von Angriffshandlungen bzw. der Planung, Vorbereitung oder Einleitung eines Angriffskrieges.
Dass dieser Krieg ein Angriffskrieg ist, dürfte freilich klar sein. Und zumindest dem Grunde nach müssten die deutschen Behörden gegen aktiv auf und von deutschem Boden handelnde Angehörige der US-Streitkräfte aufgrund von § 13 VStGB ermitteln, soweit dies möglich ist. Bezüglich Hegseth und Trump oder alle außerhalb Deutschlands handelnden Verantwortlichen steht § 1 S. 2 VStGB entgegen: „Für Taten nach § 13, die im Ausland begangen wurden, gilt dieses Gesetz unabhängig vom Recht des Tatorts, wenn der Täter Deutscher ist oder die Tat sich gegen die Bundesrepublik Deutschland richtet.“
@Hans Schommer
Fregatten haben üblicherweise ASW-Fähigkeiten, und sie als U-Boot über die eigene Präsenz zu informieren und dadurch seinen einzigen taktischen Vorteil aufzugeben, wäre nicht nur unüblich, sondern vor allem verantwortungslos. Darüber, dass faktisch Krieg herrscht, war der Kommandant der Fregatte sicherlich informiert und hatte daher hinreichend Möglichkeit dazu, sein Aufgeben erkenntlich zu machen, wenn er es denn gewollt hätte.
@Sven
Ich würde nicht ausschließen, dass unter den Kommentatoren auch solche sind, die eine gewisse Ahnung vom Thema Völkerrecht haben. Spätestens wenn der LGAN auf dem Plan steht, muss man sich mit diesem Thema hinreichend auskennen und auch seinen Stellenwert im strategischen Gesamtkontext richtig einzuordnen wissen. Ich meine sogar den prägenden Ton mancher Dozenten hier stellenweise durchzuhören, Stichwort: „Macht bändigt Macht, Recht nicht.“
@ Sven
Jetzt nähmen wir einmal an, ein iranisches Kriegsschiff wäre vor dem Angriffskrieg der USA und Israel zum Besuch einer deutschen Werft aufgebrochen und würde sich in internationalen Gewässern der Nordsee befinden.
Nach Ihrer Logik müssten die USA dann auch hier in Europa dafür sorgen, dass dieses Schiff versenkt wird.
Oder verstehe ich Sie da falsch?
@Hans Schommer:
Für wie wahrscheinlich halten Sie es denn, dass ein Angriffs-U-Boot sich einer mit Torpedos bewaffneten U-Jagd-Fregatte (einer der Hauptaufträge der Moudsch-Klasse) in feindlicher Absicht zu erkennen gibt und das Schiff auffordert, sich zu ergeben?
Merken Sie selbst, oder?
@ Sven sagt:
05.03.2026 um 11:54 Uhr
„Die Bewertung ob das Ganze vom Völkerrecht gedeckt ist oder nicht sollte man Experten überlassen.“
Können Sie gucken, wo Sie wollen, die maßgeblichen Experten zumindest in Europa sind sich da bislang ziemlich einig, bis auf sehr politiknahe Ausnahmen mit eigener Agenda, ich empfehle die einschlägigen Suchmaschinen.
Die Grundregeln zum Verbot des Angriffskrieges sollte auch jeder, der mal Soldat war und in PolBi nicht geschlafen hat oder benebelt war, drauf haben.
Und für das „Präemptive“ als Ausnahme gibt es ja die Caroline/Webster-Formel im Völkerrecht, schön verständlich hier erläutert: https://de.wikipedia.org/wiki/Caroline-Kriterien#:~:text=Die%20Caroline%2DKriterien%20(nach%20dem,(nothing%20unreasonable%20or%20excessive).
„a necessity of self-defence, instant, overwhelming, leaving no choice of means, and no moment for deliberation….nothing unreasonable or excessive“
@Sven: „… Der Gedanke, das amerikanische U-Boot taucht auf und sendet eine Prise an Bord, empfinde ich als lächerlich. …“
Zustimmung. Ich schrieb aber vom „Versuch einer Kontaktaufnahme gab mit dem Ziel, eine Prisennahme zu erreichen“
@all tourists:
Nachdem die ersten Rückholflieger in D gelandet sind hier mal der Ablauf bei Selbstorganisation in drei Preiskategorien:
– Lufthansa-Evakuierung eigener Crews: Reisebus bis Muskat ( Oman ), dann Plätze im Linenflugzeug.
( alleine die können heute bis zu 3000 € kosten bei Selbstorganistaion )
– Sohn & Familie von Carsten Maschmeyer ( lt. Talkshowauftritt gestern ): Mit dem Auto an die Grenze zum Oman, Mit dem Leihwagen Grenzübertritt verboten, zu Fuß über die Grenze, stundenlanges Warten auf Weitertransport, dann zum wartenden Miet-Privatjet ( Netjets ) für 14 Personen. Die 11 freien Plätze bekamen grosszügig andere Touristen-Flüchtlinge. Kosten des Jets: 140.000 € lt. Aussage Maschmeyer.
– Evakuierung VVIP’s ( CEO’s, Geschäftsleute etc. ) zum Flughafen Riad mit grosser Sicherheitseskorte in Geländewagen durch die Wüste mit wartendem Privatjet.
Vollorganisiert durch Sicherheitsfirmen. Kosten unbekannt.
**********************************************
Und noch ein Nachtrag zu dieser spanischen Airbase ( Rota ) deren Nutzung den USA zu Anfang verboten wurde:
Mir war nicht klar das es sich hierbei um eine rein amerikanische Einrichtung handelt. Auf der Airbase sind ca. 3000 US-Soldaten und 1000 spanische Zivilangestellte. Im Grunde kein Flugbetrieb mit spanischem Fluggerät. Die USA zahlen alles.
Das Gebiet ist aber im Gegensatz zu Ramstein ohne Sonderrechte, der „Chef“ ist ein spanischer Admiral da angeschlossen eine spanische Marinebasis ist…
Ist im Grunde wie Ramstein ( da dürfen dt. Beamte incl. Polizei erst mal nicht rein ), nur ohne Sonderrechte.
Seit 1953 ohne Probleme. Bis auf jetzt…
es wurde aus Indien berichtet, dass das iranische Schiff auf Einladung Indiens in Indien war. es sei wohl unbewaffnet gewesen sein, da das bei solchen Anlässen üblich sei. die Amis hätten das gewusst, da sie auch eingeladen wurden, aber kurz vorher abgesagt haben. vielleicht hat hier jemand Kenntnis, ob Kriegsschiffe bei solchen Anlässen tatsächlich unbewaffnet sind bzw. diese Geschichte wahr ist.
Eine Entgrenzung des Krieges hat schon längst stattgefunden.
Im Grunde ist der gesamte Nahe Osten betroffen und ja, überall da wo auch internationales Gewässer ist.
Nordsee und auch Ostsee potentiell auch. Ich glaube nicht das es eine potentiell eine gute Idee ist, ein bewaffnetes Schiff des Irans die Möglichkeit zu geben z. B. vor Kiel zu kreuzen oder auf den Weltmeeren, um sich dann weit ab von zu Hause an den Kampfhandlungen zu beteiligen. Oder an Terrorakten.
Das iranische Regime kämpft praktisch ums Überleben, somit ist denen noch mehr negatives zuzutrauen als Ohne hin schon
Und ja ich sehe den amerikanischen Angriff als völkerrechtswiedrig, bin aber kein Experte ob man das ganze noch so verbiegen könnte, dass es anders klingt.
Ich bleibe aber dabei, ich habe kein Mitleid für die iranischen Streit- und Exekutivkräfte, sowie der Regierung.
Ich habe aber Mitgefühl mit den Zivilisten.
Wie ich schon erwähnte, die Gründe sind falsch, aber das Mullahregime zu stürzen und Sie davon abzuhalten sich Atomwaffen zuzulegen, sowie mit Ihren Proxys herumzuzündeln. Findet meine volle persönliche Zustimmung.
Dass, die aktuelle amerikanische Administration.eine Witzveranstaltung ist, halte ich für unbestritten.
Ich bezweifele das es einen echten Plan gibt und sehe im schlimmsten Fall, eine Art Syrien Szenario für den Iran, oder die religiösen Hardliner bleiben an der Macht und Sinnen auf Rache.
Kann sich jeder aussuchen was ihm lieber ist….
Die aktuelle israelische Regierung ist ebenso für mich eine Katastrophe.
Die Welt wurde schon seit langer Zeit nicht mehr von so vielen Idioten regiert.
Die Aussichten sind so düster, dass ich kaum glaube, dass es der iranischen Zivilbevölkerung danach besser gehen wird.
Guten Abend
Deutsche Soldaten sind Staatsbürger in Uniform und das Prinzip der „Inneren Führung“ wird eine deutsche Beteiligung an diesem völkerrechtswidrigen Krieg Gottseidank unmöglich machen…das ist Herrn Merz offenbar gar nicht so richtig klar!
Seit 1953 ohne Probleme?
1986: Spanien (und auch Frankreich) verweigerte den USA Überflugsrechte und die Nutzung von Basen für die Operation El Dorado Canyon gegen Libyen, was dazu führte, dass die US-Luftwaffe einen weiten Umweg über den Atlantik nehmen musste.
Dass souveräne Staaten nicht jede Militäraktion vom eigenen Territorium aus erlauben, ist nicht so ungewöhnlich. Gegenüber Trump offen „Nein!“ zu sagen führt zu Spannungen (und vermutlich auch Racheplänen).
@Metallkopf
„Für wie wahrscheinlich halten Sie es denn, dass ein Angriffs-U-Boot sich einer mit Torpedos bewaffneten U-Jagd-Fregatte (einer der Hauptaufträge der Moudsch-Klasse) in feindlicher Absicht zu erkennen gibt und das Schiff auffordert, sich zu ergeben?“
Geschenkt. Ist halt Krieg, muss einem nicht gefallen, aber zwei Punkte hätte ich doch:
– Hinterher zu helfen die Seeleute aufzufischen – hätte drin sein können, oder?
– Das Abfeiern von getöteten Soldaten, auch wenn es die Gegenseite betrifft, durch Hegseth, seinen Dienstherrn und andere Herrschaften auf der anderen Seite des Atlantiks ist abgrundtief widerlich. Im Krieg sterben Menschen, ist klar – aber man muss es nicht auf die Ebene eines Jagdausflugs ziehen.
Eine militärische Unterstützung völkerrechtswidrig angegriffener Staaten (z.B. der arabischen Golfstaaten) durch Deutschland wäre sowohl völkerrechtlich als auch nach nationaler Rechtslage (u.a. GG) prinzipiell möglich. Die durch den Iran verhängte Seeblockade über die Straße von Hormuz ist zudem ein kriegerischer Akt nach VN-Charta, der die betroffenen Staaten (dazu zählt auch Deutschland) zur Selbstverteidigung nach Art. 51 VN-Charta berechtigt.
@Bs
Auch ein unbewaffnetes Kriegsschiff ist im internationalen bewaffneten Konflikt grundsätzlich ein legitimes militärisches Ziel. Der völkerrechtliche Status hängt nicht von der Bewaffnung ab, sondern von der Eigenschaft als Schiff der regulären Streitkräfte einer Kriegspartei. Eine Ausnahme wäre ein Lazarettschiff, das die Fregatte aber eindeutig nicht war.
Das Abfeiern des Todes von Gefallener der Gegenseite durch Hegseth („We are punching them while they are down, and so it should be.“) ist unabhängig davon widerlich, abstoßend, unritterlich und eines Offiziers unwürdig.
„Seit 1953 ohne Probleme“ Jaja, die bösen Kommunisten, die waren ein Problem, aber der „gute“ Diktator Franco war ja auf der richtigen Seite. Da hat sich bis heute nichts geändert. Da kann man auch mal Leute zersägen.
Aktuell ist nicht zu erkennen, in Teheran ein „Regime Change“ ansteht. Auch wenn die Bomben und Raketen erhebliche Schäden im Iran anrichten, so scheint es trotz der Enthauptungsschläge weiterhin einen funktionierenden Regierungs- und Militärapparat zu geben. „Boots on the ground“ würde wohl in einem Vietnam oder Afghanistan reloaded enden, auch wenn an diversen Stellen zu hören ist, dass genau solche Vorbereitungen wohl laufen sollen, aller Dementis zum Trotz. Wie aber will man 1,5 Millionen km² und 90 Millionen Menschen besetzen und „einfach so“ zu einem „Regime Change“ bewegen?
Zumal der Ruf nach ukrainischer Unterstützung zur Drohnenabwehr nach noch nicht einmal einer Woche, diverse Berichte über einen Mangel an Patriots, THAAD etc. und eine anscheinend massive Unterdrückung von Bildern auf Social Media aus Kuwait, Saudi, VAE, Israel etc. darauf hindeutet, dass der Iran deutlich stärker ist als erwartet und die Schäden und Verluste vermutlich ganz andere Dimensionen haben, als CENTCOM Glauben machen will. Und warum die Golfstaaten (vermutlich) bis jetzt nicht aktiv an Seiten der USA eingegriffen haben sondern passiv dabei sind (Bereitstellung Infrastruktur) bzw. rein in der Abwehr, sollte in dem Kontext auch zu denken geben.
Damit stellt sich doch recht bald die Frage, welches Ziel die USA verfolgen, und wie bzw. ob dieses überhaupt erreichbar ist. Für mich macht dieses immer mehr den Eindruck eines (politisch) unkoordinierten Angriffes ohne klare Zielsetzung. Aus dem Loch rauszukommen wird echt eine Herausforderung, für alle Beteiligten.
Trump nimmt Sanktionen zurück, erlaubt Indien den massenhaften Import russischen Öls.
Putin wird zum wirtschaftlichen Kriegsgewinnler durch die Lage am Golf.
Source: https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-03-06/us-issues-license-to-allow-some-russian-oil-sales-to-india-mme5qix4
Die Auswirkungen auf die UKR liegen klar auf dem Tisch: Die Munition für die Luftabwehr wird andernorts verschossen, die Kriegskasse im Kreml füllt sich weiter. Wenn das so weiter geht, verbinden sich die zwei „theaters“ zu einem great big cluster fuck vom Nordkap bis zum Indischen Ozean.
Bei ZDFheute live spricht Nico Lange von „strategischem Versagen“ des Westens, was die Produktion für die Luftverteidigung betrifft. Den Umgang des Westens mit russischem Öl nennt er gar „strategische Dummheit“.
30 Minuten Klartext:
https://www.zdfheute.de/politik/ausland/zdfheute-live-nico-lange-iran-patriot-ukraine-krieg-russland-100.html
Das iranische Schiff war Teil einer militärischen Übung mit der indischen Marine.
Von dieser Übung war das Schiff wohl auf dem Rückweg in internationalen Gewässern.
Ich bleibe dabei: Die Aktion war das Allerletzte der Amerikaner.
Die Besatzung hätte man vorher retten können.
@Orentes
Das macht man einfach nicht, wenn es so war, Hinterrücks ohne Warnung oder Chance auf Kapitulation einen Unbewaffneten in die Luft jagen, der ja wohl auch keine Chance auf Flucht hatte. Angesichts der Aussage des Kriegsministers muss man annehmen, dass die Entscheidung über die Befehlskette gelaufen ist. Dann wäre es sogar ein Organisationsversagen: Jeder Einzelne in der Befehlskette hätte den Befehl verweigern müssen.
Im Ergebnis müssen wir einen Zivilisationsverfall in der Kriegsführung zur Kenntnis nehmen. Da ist noch viel Luft nach unten. Wobei mein Eindruck ist, dass exzessive Brutalität ein Vorzeichen der Niederlage dieser Seite ist.
Der Herr Lange ist auch so ein Unsicherheitsexperte. Außer Waffenlobbyismus und irgendwelchen verträumten „geostratigischen“ Luftschlössern fällt ihm nichts ein. In ein paar Tagen wird unser großartiger Verbündeter USA ein Exportverbot für Öl und Gas einführen, nachdem er die Welt in eine Enrgiekrise gestürzt hat. Unsere Staatsräson wird nebenbei diktieren, dass wir die ethnischen Säuberungen im Libanon appplaudieren. Unser Transatlantikertrashnetzwerk darf sich aus den Fingern saugen, warum es im deutschen Interesse ist, amerikanischen Militärflugzeugen zu erlauben, deutschen Luftraum zu benutzen, während mehrere zehntausend deutsche Zivilisten sich in der Konfliktzone aufhalten. Für Frankreich, Italien und Großbritannien sieht es im übrigen noch düsterer aus. Über eine halbe Millionen insgesamt und das ist vorsichtig geschätzt.
Sogar die irakischen Kurden haben dankend abgelehnt, als Kanonenfutter in diesem Fiasko verheizt zu werden. Bleiben noch die Isisinternierten als Befreiungsarmee für den Iran und auxch die werden nicht ausreichen. Aber hier wird immer noch dafür getrommelt, dass man mit diesen Brandstiftern gemeinsame Sache machen sollte.
Trump hat im übrigen Selenskij die Tage wiederholt als Hauptproblem für einen russisch-ukrainischen Waffenstillstand bezeichnet. Die ganze Kriecherei von Merz hat also nichts, absolut gar nichts gebracht.
Der einzige Deeskaltionsweg ist, dass die arabischen Staaten Amerika rausschmeißen und den Chinesen die Gewährleistung ihrer Sicherheit und der Schiffbarkeit des persichen Golfes übertragen. Die USA sind dazu ja offensichtlich nicht imstande. Und unser großstratigeisches Transatlantikernetzwerk hat dann dazu beigetragen, dass wir außen vor stehen. Gut gemacht.
Die Rubioversion stimmt nebenbei, dass Israel die USA in seine Hsardeursspielchen mitreingezogen hat. Wurde von Katz bestätigt.
https://www.timesofisrael.com/katz-pm-set-goal-in-november-to-kill-khamenei-iran-protests-moved-up-war-plans/
Von dieser Unternehmung sollte man sich so fern wie möglich halten.
Angesichts der jetzt von den USA erhobenen Forderung nach „bedingungsloser Kapitulation“ des Iran ist ein unguter Ausgang für die Amerikaner wahrscheinlich. Mit Luftangriffen allein werden die Amerikaner das nicht erzwingen können, und wenn ihnen in nicht ferner Zukunft die Munition knapp wird und sie ihre Luftangriffe nicht aufrechterhalten können ohne dass die bedingungslose Kapitulation erfolgte, wird der Offenbarungseid oder eine Eskalation z,B. Bodentruppen folgen müssen. Was auch immer sich Trump dabei gedacht haben mag: Politisch wird es sein Ende sein.
Nachtrag zur “ Benutzung“ von Flugfeldern der USA in Europa:
Die amerikanische Regierung hatte tatsächlich in der Vergangenheit zuweilen Probleme mit nicht deutschen Flugplätzen bei der Benutzung zu Kriegseinsätzen.
In Deutschland ist das anders. Seit 2005 der militärische Bereich des Frankfurter Flughafens geschlossen wurde sind die nach Ramstein und Spangdahlem umgezogen.
In Spangdahlem landen und starten derzeit viele laute Militärflieger auch mitten in der Nacht, bspw. Globemaster 3 Transporter.
Wenn danach gegoogelt wird kommen wütende Stimmen von Anwohnern und Bürgermeistern..
Sowohl Spangdahlem als auch Ramstein geniessen Sonderrechte, u.a. aufgrund des NATO Truppenstatuts.
Ausser eingestellten Nachforschungen ( „Drohnensteuerung“ ) wird da nichts verboten.
Da könnte auch mal ein Lob kommen…
Die Versenkung eines gegnerischen Kriegsschiffes während eines breiteren bewaffneten Konflikts in internationalen Gewässern ist rechtlich in keinster Weise zu beanstanden. Abgesehen vom Ort und dem Bestimmungszweck des Schiffes (Kriegsschiff in internationalen Gewässern welches erkennbar unter Kriegbeflagung und nicht unter weisser Flagge fährt) gibt es keine Softfaltspflicht seitens des Kombatanten. Man kann über die Hintergründe des bewaffneten Konflikts diskutieren aber nicht über diesen einzelnen Vorfall: Das iranische Schiff hätte sich entsprechend des Seerechts einfach in einem neutralen Hafen auf Anker legen können und den Krieg samt Besatzung aussitzen können.
Seekriegsrecht ist ein zweischneidiges Schwert.
Die Kritik an Merz ist imho unsachlich, was hat er gesagt, dass das iranische Mullah-Regime eines der schlimmsten ist – was wohl wahr ist. Dann Trump etwas Honig ums Maul geschmiert und freundlich geschwurbelt „viel Glück aber ohne uns!“ – ich sehe seitens Merz keine Ambition mehr als Überflugrechte zu gewähren und das gibt ihm ja sogar ein Druckmittel gegenüber Trump in die Hände. Auch kinetisch sehe ich nicht viel mehr als Eigen- und Bündnisschutz defensiver Art auf der Agenda. Das als Kriecherei vor Trump zu verkaufen verlangt eine Menge Chuzpe.
Und was Spanien angeht… Da hat Merz praktisch nur mit den Achseln gezuckt und Trump irrlichtern gelassen. Merz wird das handhaben wie das Hornberger Schiessen.
Kurz, er hat Trump mit Schmeicheleien ruhig gestellt. Viele vergessen dass Trump absolut berechenbar ist und kein 5D-Schachspieler ist. Wenn man ihn mit schönen Worten ruhig stellen kann denen keine Taten folgen dann ist falscher Lob eine billige Alternative zu harten Maßnahmen.
@Metallkopf (05.03., 13:45): „Für wie wahrscheinlich halten Sie es denn, dass ein Angriffs-U-Boot sich einer mit Torpedos bewaffneten U-Jagd-Fregatte (einer der Hauptaufträge der Moudsch-Klasse) in feindlicher Absicht zu erkennen gibt und das Schiff auffordert, sich zu ergeben? Merken Sie selbst, oder?“
Ja, da bin ich Ihrer Meinung. Aber auf das von Ihnen beschriebene, recht dümmliche Verfahren wäre selbst ich als maritimer Laie nicht gekommen. Da gäbe es bestimmt noch andere Verfahrensweisen, die weniger kompromittierend für das U-Boot wären. Merken Sie selbst, oder?
@Der Realist (06.03., 14:24): Das „vorher retten“ hätte wohl nur durch ein „vorher ergeben“ geschehen können. Ansonsten ginge ich bezüglich der Einordnung des Vorganges mit Ihnen konform. Aber nur unter dem Vorbehalt, dass es da keine Bemühungen (von beiden Seiten!) gab, die Versenkung mit Mann und Maus zu umgehen.
Heute.
French aircraft carrier Charles de Gaulle has just crossed the Strait of Gibraltar
Its carrier strike group includes:
– 2 French 🇫🇷 frigates
– 1 Spanish 🇪🇸 frigate
– 1 Dutch 🇳🇱 frigate
– 1 Italian 🇮🇹 frigate
as well as a French submarine and supply ships.
Die Strike Group kann als Beispiel gelungener EU Zusammenarbeit deklariert werden. Dass Mittelmeeranrainer ein besonderes Interesse an maritimer und Luftraumsicherheit im ostwärtigen Mittelmeer haben, liegt auf der Hand.
(Athen kündigte an, zwei Fregatten und Kampfflugzeuge zur Verteidigung Zyperns zu entsenden, 4 F16 sind mittlerweile auf der Insel gelandet).
Die deutsche Zurückhaltung haben Kanzler und Verteidigungsminister ausführlich, mehrfach begründet. Tatsächlich stehen wir aber wieder einmal wortreich abseits. Jenseits einer Beteiligung mit Marine und/oder Luftwaffenwaffe sollte eine logistische und medizinische Unterstützung Israels der Normalfall sein.
Die besondere Verpflichtung in Sachen Sicherheit Israels können wir uns anderenfalls sparen.
@Wait&C
Dann warten wir auf die OP USS COLE 2.0
@ Wait&C
Das Schiff wollte in Sri Lanka in einem Hafen Zuflucht suchen. Hat nicht mehr geklappt.
https://www.navalnews.com/naval-news/2026/03/sri-lanka-takes-charge-of-iranian-naval-auxiliary-ship-irins-bushehr/
Was die Amerikaner gerade im Nahen Osten tun, mag völkerrechtlich legitim sein oder nicht, dazu gibt es unterschiedliche Ansichten. Unabhängig davon ist deren Verhalten aber vor allem ethisch aber äußerst fragwürdig, Die Rhetorik der Trump-Administration und vor allem die des „Kriegsministers“ Hegseth hat ein Niveau an Verwahrlosung erreicht, das Widerspruch gerade von jenen erfordert, die ansonsten pro-westlich eingestellt sind und sich nicht am allgemeinen USA-Bashing beteiligen. Ich erlaube mir daher einen Hinweis auf eine leider nur anonym vorgetragene Hegseth-Kritik eines ansonsten eher konservativen und mir nicht gerade als Trump-Hater aufgefallenen Dozenten einer militärischen Bildungseinrichtung:: https://sanctumgladium.substack.com/p/kriegerethos-versus-ritterlichkeit
@Klaus-Peter Kaikowsky (KPK), 06.03.2026, 20:19 Uhr:
„…Die deutsche Zurückhaltung haben Kanzler und Verteidigungsminister ausführlich, mehrfach begründet. Tatsächlich stehen wir aber wieder einmal wortreich abseits….“
Das ist eine mögliche Interpretation.
Man darf aber nicht vergessen, dass parallel zu dem aktuell sehr heißen Konflikt in der Golfregion auch der Konflikt mit RUS unverändert besteht. Dies bedeutet, dass Deutschland in der „Ostsee“ zusammen mit den anderen Ostseeanrainern besondere Verantwortung trägt. Und hier spielt dann einfach die begrenzte Anzahl einsatzklarer Schiffe/Boote incl. Besatzungen die limitierende Rolle.
Und den Fluch der kleinen Zahlen der aktuellen Regierung anzulasten ist sicherlich möglich, aber nicht richtig. Einzig über die Kommunikation könnte man reden. Hätten Sie es besser gefunden, wenn der Kanzler / BM sich vor die Mikrofone gestellt hätten mit einem Statement á la „Wir würden ja gerne, aber wir sind blank“. (SARC)
Wie viele polnische, schwedische, dänische Kriegsschiffe beteiligen sich denn in der Golfregion?
Darüberhinaus erwarte ich, dass dieses Vorgehen europäisch abgestimmt ist.
@KPK:
Sehe ich bezüglich Israel anders.
Die besondere Verpflichtung in Sachen Sicherheit Israels bzw. dessen Volkes kann kein Blanko-Check für jedwedes Handeln dessen Regierung sein. Dass ISR vorliegend treibende Kraft an dem Einsatz war, obschon man laut Oman US-Iran-Verhandlungen erste Erfolge erzielte, ist nicht zu bezweifeln.
Mit Blankochecks haben wir unsere Erfahrungen gemacht.
@ORF und KPK:
Ich halte es für sachlich begründet und nachvollziehbar, dass Deutschland sich nicht mit Marineeinheiten an der Charles de Gaulle – Carrier Strike Group oder sonst wie im Mittelmeer beteiligt. Die Kapazitäten der Deutschen Marine sind, genauso wie die der Briten (siehe hierzu aktueller BFBS-Beitrag „Ageing Ships, fewer Sailors: Why a Royal Navy ship is not already in Cyprus“, https://www.youtube.com/watch?v=_9MT1FVXbSs), Franzosen und aller anderen NATO-Partner (Ausnahme USA) begrenzt. Deutschlands maritimer Hauptauftrag liegt in der Ostsee und Nordsee. Hier sollten die begrenzten maritimen Fähigkeiten konsequent eingesetzt werden, zusammen mit denen der NATO-Ostsee und -Nordsee-Anrainerstaaten. Wenn laut Beitrag von KPK die Niederländer mit einer Fregatte am Mittelmeereinsatz beteiligt sind – ok. Ich hätte das Schiff lieber in der Ostsee vor dem Baltikum präsent. Im Mittelmeer befinden sich die NATO-Länder Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland und Türkei mit teilweise sehr leistungsstarken maritimen Kräften. Diese Staaten können im aktuellen Konflikt gerne eine stärkere Rolle spielen, da sie geografisch näher dran sind. Die Deutschen, Niederländer, Belgier, Dänen, Norweger, Schweden, Finnen, Polen und auch die Briten und Kanadier würde ich lieber im Nordatlantik, in der Nordsee und in der Ostsee dauerhaft und stark präsent sehen.
By the way: Ich hoffe, der deutsche maritime UNIFIL-Beitrag wird endlich beendet. Die jeweils entsendete Einheit würde in der Ostsee einen sinnvolleren Beitrag im LV/BV-Kontext leisten.
Meine Sichtweise zur Marine kann analog auf Fähigkeiten der Luftwaffe übertragen werden. Deutsche Eurofighter und Patriots sind an der Ostflanke gefordert, nicht auf Zypern. Auch hier können und sollen die NATO-Mittelmeer-Staaten mit ihren teilweise starken Luftwaffen (Türkei, Griechenland, Italien, Frankreich, (Spanien)) die Hauptlast zum Schutz und zur Abschreckung im aktuellen Konflikt tragen.
@ KPK Wie wäre es, wenn die Israelis erst mal ihre zu Hunderttausenden völkerrechtswidrig im Westjordanland siedelnden Bürger, inklusive nicht weniger Terroristen, nach Israel zurückholen? Gilt für die auch die deutsche Staatsräson? Wenn ja, warum?
Eine auch von Deutschland geforderte Zwei-Staaten-Lösung wird da aktiv hintertrieben. Auch Teile der israelischen Bevölkerung sind Teil des Problems.
Orontes
Es ist nur noch abstoßend, was die Amerikaner unter Trump tun. Das weiße Haus hat dieses Propagandavideo über den Krieg veröffentlicht. Offenbar hält man den Krieg dort für eine Mischung aus Witz, Meme und Videospiel: https://www.youtube.com/shorts/y-L_vrCqkRU
Die größte Militärmacht der Welt wird von offensichtlich unzurechnungsfähigen und verantwortungslosen Menschen geführt, die diese Macht offenbar auf der Grundlage von Launen einsetzen.
Das realistische „Kriegziel“ von Herrn Trump wird immer unklarer.
„Total Victory“ und „Bedingungslose Kapitulation“ ohne Bodentruppen.
Wie soll das gehen ?
Immerhin scheinen die iranischen Drohnenangriffe gegen Militärstützpunkte der USA in der Region gerichtet zu sein.
Wenn irgendwo außerhalb was brennt / runterkommt / Schäden verursacht dann sind das über bewohntem Land niedergehende Trümmerteile durch Abschuss so scheint es.
Das erste was da immer eingestellt, und das letzte was wieder aufgenommen wird ist der uneingeschränkte Linien-Flug-Verkehr.
Das kann lange dauern. Und ist dummerweise ja Gundlage für den Entwicklungsplan der meisten Golfstaaten. Eine Immobilie würde ich da nicht mehr kaufen. Die Länder sind nicht amüsiert…
Solange der Iran auch nur ein paar (Shahed)- Drohnen unterirdisch produzieren kann wird sich das nicht wirklich ändern.
Von 5 Wochen Kriegsdauer ( “ da geht den USA die Munition aus “ ) bis zu September ( “ Politico “ ) hab ich schon alles gehört. Auch die Version der trumpschen Kriege die im Allgemeinen kurz sind wird berichtet. Nach 2 Wochen ist Schluss und Trump findet natürlich sodann einen Grund warum er glorreich gewonnen hat.
Unrühmlichstes Detail der US-Planung bis jetzt:
Die getöteten 6 ( ? ) Soldaten einer Unterstützungs-Einheit wurden in einem Führungszentrum erwischt das aus Zelten (!) bestand. Mit jeder Menge Antenne drumherum.
Man nimmt an aufgeklärt durch russische Satelliten. Da könnte was dran sein…
Zur möglichen Resilienz der IRN SK:
„Basij – Iranian Militia As An Element Of „Mosaic Defence“ And The Guarantee Of The Islamic Regime“
https://www.jomswsge.com/Basij-Iranian-Militia-As-An-Element-Of-Mosaic-Defence-And-The-Guarantee-Of-The-Islamic,206960,0,2.html
Und hier die Studie (viel Text):
https://www.jomswsge.com/pdf-206960-127009?filename=Basij—Iranian-Militia-A.pdf
Das wird wohl erst bei einer Operation am Boden relevant; abzuwarten bleibt ob nicht der Widerstand so schnell zusammenbricht wie in AFG. Die BASIJ sind aber eine Miliz, nicht unbedingt gut ausgebildete bzw. ausgerüstete Soldaten, aber das waren die TLB auch nicht.
Bericht von gestern:
China hat jetzt nur noch für rund 100 Tage Ölreserven, weil die USA erst das Öl aus Venezuela und nun das Öl aus dem Golf durch ihren Krieg blockieren.
Dann wird dort die Wirtschaft kollabieren.
Sollte Trump die Lage im Golf nicht in den Griff bekommen und die Öl-Lieferungen nach China schnellstens wieder möglich machen, können wir davon ausgehen, dass China in diesen Krieg eingreift.
Uran fortschaffen, Ölexport-Insel stürmen, evtl. um sie vom Golf-Kooperationsrat als Pfand für Reparationen sichern zu lassen… wie soll man bei so vielen Optionen einfach mal so einen Plan aus dem Ärmel schütteln?
„Beyond the uranium, administration officials tell Axios there has also been discussion of seizing Kharg Island,
a strategic terminal responsible for roughly 90% of Iran’s crude oil exports“
https://www.axios.com/2026/03/08/iran-ground-troops-special-forces-nuclear
Die Amerikaner haben sich z.T. völlig überschätzt. Der Schaden an Frühwarnradaren ist nachhaltig und der politische Schaden wird sich in den nächsten Monaten zeigen. China als neuer Best Buddy der Golfanrainer?
Trennung.
Hoffentlich bekommt unsere Fregatte in Limassol ein Upgrade. Vernünftige Drohnenabwehr und Container mit Iris-T.
@Y-998201
Jeder mit hinreichend politischem Realismus weiß, die 2-Staaten-Lösung wird freiwillig nicht kommen: Israel akzeptiert das nie, aber auch Hamas, Hezbollah (und Iran) lehnen ab. Beide wollen Palästina in den Grenzen des früheren britischen Mandatsgebietes, damit vom Jordan bis zur See (s. Hamas-Grundlagendokument). „Der Westen“, der das seit dem Oslo-Abkommen lauthals verkündet, zeigt lediglich seinen Unwillen und Ohnmacht. In jeder westlichen Regierungserklärung und x-beliebigem Statements zu Israel wird pflichtschuldigst die 2-Staaten-Lösung bemüht, alle sind zufrieden. Thema beendet. Tagesordnung.
@Lehrer
Deutsche Marine offenbar dabei.
https://cyprus-mail.com/2026/03/08/german-frigate-arrives-in-limassol
@ORR
„Wie viele polnische, schwedische, dänische Kriegsschiffe beteiligen sich denn in der Golfregion“? – spielt keine Rolle. Deren Hausgewässer bilden Nord/Ostsee.
Die Mittelmeer-Anrainer sind dabei, auch die NLD als sich stets maritim begreifend mit einer Flugabwehr-Fregatte. Und die Deutsche Marine? Nun, beide Regierungsparteien wollen uns als europäische Führungsmacht. Dann muss (!) dies auch gezeigt werden.
@KPK und Lehrer: Die Nordrhein-Westfalen ist schon vor Zypern. Dies ist aber natürlich absolut keine Luftverteidigungsfregatte. Man darf mal gespannt sein, wie sich ihr Einsatz gestaltet. Der Libanon ist ja schließlich gerade auch Kriegsgebiet. Die Gerald Ford Strike Group ist nicht weit entfernt, mehrere europäische Fregatten sind auch bereits da und die Charles de Gaulle Gruppe wird auch bald kommen. Gut möglich, dass man sich da mal zusammen setzt und die Aktivitäten koordiniert. Da könnte dann auch die Nordrhein-Westfalen eingebunden werden und ihren Beitrag leisten.
@ Klaus-Peter Kaikowsky (KPK), 08.03.2026, 17:31 Uhr:
„… Deren Hausgewässer bilden Nord/Ostsee. Die Mittelmeer-Anrainer sind dabei, auch die NLD als sich stets maritim begreifend mit einer Flugabwehr-Fregatte….. “
Das deutsche Hausgewässer ist auch die Ost-/Nordsee. Das Mittelmeer ist nicht unser Hausgewässer.
„…..Nun, beide Regierungsparteien wollen uns als europäische Führungsmacht. Dann muss (!) dies auch gezeigt werden.“
Zu meiner aktiven Zeit sprachen wir immer von Kräften – Raum – Zeit u. Informationen.
Natürlich kann sich die Bw an der Operation beteiligen, aber wahrscheinlich nur zu Lasten anderer Aufträge. Alles gleichzeitig wird halt schwer. Welchen Auftrag priorisieren wir denn dann als „weniger wichtig“?
@ KPK Dann sollten wir vielleicht mal aufhören, beide Seiten zu finanzieren. Und beim Völkerrecht sollten wir mal still sein.
@KPK
„Israel akzeptiert das nie, aber auch Hamas, Hezbollah (und Iran) lehnen ab. “
Palästina besteht nicht nur aus Hamas. Und Israel hat auch religiöse Fanatiker an der Regierung beteiligt. Ist es so schwer einfach keine extremen Kräfte zu unterstützen?
Deutschland hat historische Verpflichtung Israel von der Vernichtung zu bewahren, aber immer noch das Verbot sich an Angriffskriegen zu beteiligen. Auch Hamas Funktionäre, auch Revolutionsgardisten haben meist Familie die sie in Sicherheit aufwachsen sehen wollen. Man kann mit fast allen Parteien verhandeln und Kompromisse abschließen. Und wenn Krieg sein muss, ja, dann wenigstens mit einem klaren Plan.
Aber das was da unten passiert, ist einfach nur Chaos und ein Flächenbrand der sich ausweitet. Wir haben da nichts verloren, außer bestenfalls in einer Vermittlerrolle.
@Der Realist
Dann brauchen die USA nur noch ein paar russische und für China bestimmte Tanker zu kapern – äh, aufzubringen und es wird „spannend“.
100 Tage ./. Transportzeit ./. Zeit für Entladung und Verarbeitung – da ist nicht mehr viel Puffer da. Zumal ja sicher auch die PLA auf Handlungsfähigkeit durch Mobilität Wert legt. Und die Frachtschiffe, die von CHN abgehen, wollen dort sicher auch noch bunkern.
Ein Nachtrag dazu, ein altes Zitat von Trump, als er noch nicht Präsident war:
„The other thing with the terrorists is you have to take out their families, when you get these terrorists, you have to take out their families. They care about their lives, don’t kid yourself. When they say they don’t care about their lives, you have to take out their families,” Trump said.
https://edition.cnn.com/2015/12/02/politics/donald-trump-terrorists-families
Das war kein Witz, siehe der Angriff auf die Mädchenschule. Sich daran auch nur ein bisschen zu beteiligen ist nach normalen Maßstäben kriminell. Aber Normalität ist scheinbar Geschichte, jetzt regiert Brutalität, unterstützt von geschmacklosen Propaganda Memes. Und das Ganze soll dann auch noch irgendwie „Christlich“ sein.
@Der Realist:
Ob Trump hiermit wirkliche Ziele verfolgt, oder lediglich Nebeneffekte weiß wohl nur er allein, bzw. die, die ihm diesen Krieg aufgeschwatzt haben.
Allerdings ermöglicht dies Russland wieder, Öl in größerem Stil zu exportieren. Nach Indien und wohl auch nach China.
Wenn China tatsächlich militärisch eingriffe, wäre das auch von der außenpolitischen Doktrin her ein ziemliches Novum. Und vermutlich der Auftakt für einen weitaus größeren Konflikt. Aber ich sehe gerade nicht, wie China in signifikanter Größenordnung Force Projection in der Golfregion hinbekommen sollte. Der Träger „Fujian“ fährt mit Schweröl, die Kilo-U-Boote, die ggf. amerikanischen Flottenverbänden wohl am ehesten gefährlich werden könnten, mit Diesel. Die liegen gerade bei Ölmangel recht schnell still.
Bliebe noch nukleare Erpressung, aber damit könnte China sein Ölproblem gerade nicht entscheidend lösen, sondern lediglich als schlechter Verlierer und erster nuklearer Aggressor seit 1945 dastehen.
Diplomatisch wird sich vermutlich mehr tun, die Achse Peking-Moskau-Pyöngyang wird fester zusammenrücken und Trump wird weiter Kapital verspielen, aber da er China ohnehin als Gegner sieht, wird ihn das wenig scheren.
Aber China im Krieg mit den USA auf Seiten des Iran? Da müssten sie ja mit dem Klammersack gepudert sein…