H145M heißt jetzt MBB BK-117, sonst ändert sich nix

Das Unternehmen Messerschmitt-Bölkow-Blohm, bekannt unter dem Kürzel MBB, war eines der großen in der Nachkriegsgeschichte der deutschen Luftfahrt, hervorgegangen aus einem Zusammenschluss der Traditionsunternehmen Messerschmitt und Bölkow und einer Tochterfirma der Werft Blohm&Voss. Schon Ende der 1980-er Jahre ging MBB in der damaligen Daimler-Tochter DASA auf, die Teil des europäischen Luftfahrtkonzerns EADS wurde, der inzwischen Airbus  heißt.

30 Jahre später hat die Luftwaffe die Bezeichnung MBB zu neuem Leben erweckt.Der 2015 in die Truppe eingeführte neue leichte Unterstützungshubschrauber für die Spezialkräfte (LUH SOF, Light Utiliy Helicopter Special Operations Forces) heißt seit diesem Monat MBB BK-117 – nach fünf Jahren, in denen Parlament, Verteidigungsministerium und Bundeswehr immer vom Hubschrauber H145M sprachen und schrieben, wurde die Bezeichnung kurzerhand geändert.

Nun hat dieser Hubschrauber in den vergangenen gut zehn Jahren mehrfach den Namen gewechselt. Angeboten worden war er von der Herstellerfirma Airbus Helicopters, damals noch Eurocopter, als EC645. Das entsprach der traditionellen Nummerierung, bei der die 6 für militärische Baureihen steht. Da die Maschine auf der zivilen Baureihe EC145 beruhte, wurde – nach Aufgabe des Namens Eurocopter – die Bezeichnung in H145M geändert, mit dem M als Kennzeichnung des militärischen Fluggeräts.

Unter dem Namen H145M zeigte der Hubschrauber in den vergangenen Jahren einen für Bundeswehr-Verhältnisse beeindruckenden Klarstand, nicht zuletzt, weil viele auch für die zivile Variante genutzte Ersatzteile problemlos zu beschaffen waren. Unter dieser Bezeichnung vermarktete Airbus das Modell auch international, zum Beispiel für die ungarischen Streitkräfte. Auch die Webseite der Bundeswehr, auf der die verschiedenen Waffensysteme erläutert werden, zeigte bis zum Sommer dieses Jahres den Helikopter unter dem Namen H145M.

Inzwischen allerdings mag die Luftwaffe den Namen H145M nicht mehr. Und so wurde – nicht nur – auf der Webseite der Name geändert:

H145M heißt jetzt MBB BK-117, sonst ändert sich nix. (Die Älteren unter uns erinnern sich an den Slogan…)

Warum eigentlich MBB BK-117, mit dem Kürzel, das für ein Unternehmen steht, das es seit Jahrzehnten nicht mehr gibt? Da hilft ein kurzer Blick in die Historie: Der BK 117 ist ein leichter zweimotoriger Mehrzweckhubschrauber, der 1979 als Gemeinschaftsproduktion des deutschen Herstellers Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) und der japanischen Kawasaki Heavy Industries (KHI) entstand, weiß Wikipedia. Und seit dieser Zeit, also seit rund 40 Jahren, zieht sich die Grundbezeichnung MBB BK-117 durch alle (technischen) Typenbezeichnungen und Musterzulassungen für die Hubschrauber, die aus diesem Modell entwickelt wurden: Sowohl das Luftfahrtamt der Bundeswehr als auch die europäische Luftfahrtbehörde EASA haben den nun deutlich jüngeren LUH SOF unter dieser Bezeichnung registriert.

Warum aber nach fünf Jahren die auch öffentlich eingeführte Bezeichnung des Hubschraubers recht plötzlich geändert wurde, das bleibt ein wenig unklar. Nach Auskunft des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) geschah das auf Wunsch der Luftwaffe. Aber was dafür ausschlaggebend war, das habe ich noch nicht herausfinden können.

Immerhin, so bleibt ein Traditionsname der deutschen Luftfahrt erhalten. Und die Luftwaffe muss alle möglichen internen Vorschriften und Papiere umschreiben. So was wie das Einsatzkonzept für das Waffensystem H145M LUH SOF vom 4. Januar 2016 ist ja jetzt schon vom Namen her nicht mehr zeitgemäß.

Nachtrag: Für die Kenner hier das EASA Type Certificate. Da steht auch drin: H145 is used as marketing designation for MBB-BK117 D-2 helicopters. Das Ursprungszertifikat für die MBB BK-117, damals Version A-1, wurde danach vom Luftfahrtbundesamt am 9. Dezember 1982 ausgestellt.

(Archivbild Mai 2019: Ein leichter Mehrzweckhubschrauber H145M LUH SOF vom Hubschraubergeschwader 64 fliegt über das Gelände während der Einsatzerprobung des Maschinengewehrs MG6 im Rahmen der Übung Heli Dust II 2019 auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz – Johannes Heyn/Bundeswehr [Original-Bildunterschrift der Bundeswehr])