Neue Regeln für die Flugbereitschaft: Reservemaschinen für Kanzlerin und Außenminister (m. Korrektur)

Als Konsequenz aus den Problemen mit Maschinen der Bundeswehr-Flugbereitschaft in den vergangenen Monaten werden künftig vier herausgehobene Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei Reisen auf ein Reserveflugzeug zurückgreifen können. Eine entprechende Regelung habe die Leitung des Verteidigungsministeriums auf Vorschlag von Luftwaffeninspekteur Ingo Gerhartz gebilligt, sagte ein Ministeriumssprecher am (heutigen) Freitag und bestätigte damit im Wesentlichen einen Bericht des Spiegels.

Nach Angaben der Luftwaffe sollen künftig für Bundespräsident, Bundeskanzlerin, Vizekanzler und Außenminister auf Wunsch Ersatzmaschinen zumindest beim Start bereitstehen. Das Staatsoberhaupt und die Regierungschefin können darüber hinaus auch anweisen, dass die Reservemaschine während der ganzen Reise mitfliegt.* Angesichts der begrenzten Zahl der Maschinen der Flugbereitschaft könne das dann eben auch bedeuten, dass für andere Regierungsmitglieder kein Flugzeug mehr verfügbar sei.

Unverändert habe die Luftwaffe den Anspruch, alle berechtigten Politiker mit ihren Maschinen auch zu befördern, sagte der Luftwaffensprecher. Ob diese bei Nutzung der vorhandenen Maschinen durch die vier herausgehobenen Politiker ihre Reisepläne ändern und zum Beispiel auch mit Linienmaschinen fliegen müssten, hänge aber von der Verfügbarkeit der Flugzeuge im jeweiligen Einzelfall ab.

Die grundsätzliche Bereitstellung einer Reservemaschine ist in einzelnen Fällen allerdings bereits jetzt schon geübte Praxis: Bei der gescheiterten Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum G20-Gipfel in Buenos Aires im November vergangenen Jahres hatte auf dem Berliner Flughafen Tegel ein weiterer Airbus A340 samt Besatzung startbereit gestanden. Die zweite Maschine war jedoch nach dem zunächst erfolgreichen Start des ersten Flugzeugs zur Basis der Flugbereitschaft in Köln zurückgeflogen; als die Kanzlerinnen-Maschine mit einem Defekt in Köln landete, gab es keine weitere Besatzung mehr für den Flug nach Südamerika. Außenminister Heiko Maas hatte bei seiner Afrika-Reise Ende Februar zwar keine Reservemaschine dabei, wurde aber nach Panne eines Airbus A319 von einem A340 der Flugbereitschaft abgeholt. (Korrektur: Maas musste nicht mit Linie zurückfliegen, wie hier zuerst falsch stand.)

Die technischen Ausfälle, bei denen in den vergangenen Monaten Finanzminister Olaf Scholz, die Kanzlerin, Entwicklungsminister Gerd Müller, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und zuletzt Maas im Ausland liegen blieben und zum Teil ihre Reise mit Linienmaschinen fortsetzen mussten, hatten zwar Aufmerksamkeit erregt – statistisch gesehen sind die Probleme bei der Flugbereitschaft mit ihren zivilen Flugzeugmustern allerdings nicht größer als bei einem zivilen Luftfahrtunternehmen.

Mit der Neuregelung geht die Flugbereitschaft faktisch auch von der bisherigen Praxis ab, die eine Staffelung der Anforderungsberechtigten für die Flugzeuge vor allem nach protokollarischer Rangordnung vorsah – danach wäre zum Beispiel der Bundestagspräsident noch vor der Kanzlerin, die Präsidenten von Bundesrat und Bundesverfassungsgericht noch vor den Mitgliedern des Bundeskabinetts anforderungsberechtigt. Der Vorrang für Staatsoberhaupt, Regierungschefin und zwei Regierungsmitglieder hebelt das in Teilen aus.

*Korrektur: Damit ist klargestellt, dass nur Bundespräsident und Bundeskanzlerin während der ganzen Reise eine Ersaztmaschine zur Verfügung haben. Die Luftwaffe hat ihre ursprünglichen Angaben berichtigt.

(Archivbild August 2018: Eine Blaskapelle wartet auf dem Flughafen von Accra in Ghana auf die Ankunft von Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU, deren Flugzeug auf die Parkposition rollt –  Ute Grabowsky/ photothek.net )

50 Gedanken zu „Neue Regeln für die Flugbereitschaft: Reservemaschinen für Kanzlerin und Außenminister (m. Korrektur)

  1. Das heißt, die IBUK selber darf nicht mehr FlgBereitschaft fliegen? Irgendwie lustig.

    [Das ist ja nun nix Neues, der/die Verteidigungsminister(in) stand schon immer ziemlich weit hinten in der Reihe der Anforderungsberechtigten. T.W.]

  2. @T.W. danke für den Hinweis. Das war mir jetzt wirklich neu, dass sich der „quasi-Eigner“ der Flieger recht weit hinten anstellen muss.

  3. Eigentlich ist es ja eh schon ungünstig, dass für jeden Politikerflug ein Jet von Köln nach Berlin und nach dem Auftrag von Berlin nach Köln fliegt.
    Mit Reserveflugzeug fallen dann aber pro Politikerflug jetzt insgesamt sechs Einzel-Flüge an?

  4. @Sir Henry

    Das heißt, die IBUK selber darf nicht mehr FlgBereitschaft fliegen? Irgendwie lustig.“

    Nein, steht da nicht, denn die FlgBereitschaft hat ja noch mehr Flieger und die Luftwaffe zusätzlich noch die A400M.
    Piloten gibt es ja genug die Flugstunden benötigen :-))
    Muss man eben mit Doppellizenzen planen ;-)

    Da hat sich in jedem Fall Herr Müller mit seiner unangebrachten Aussage kein Gefallen getan.

  5. @Sir Henry | 08. März 2019 – 14:31
    „Das heißt, die IBUK selber darf nicht mehr FlgBereitschaft fliegen?“

    Natürlich darf sie das. Nur halt (offiziell) nicht mit erhöhter Prio für Doppelmaschinen der weißen Flotte.

    Da sie (nahezu) unbegrenzten auf die anderen Maschinen (zB A400M) hat, sollte das kein Problem sein.

    Was ich inhaltlich eher seltsam finde ist die Regelung für den „Vizekanzler“.

    Als „Vize“ hat er außenpolitisch keine herausgehobene Rolle ggü. anderen Ministern und als BMF sogar eine geringere als zB BMZ.

  6. Was ich jetzt nicht so ganz verstehe: Im Bedarfsfall kann man Flugzeuge doch auch mit und ohne Personal mieten. Anstelle von Linienflügen für Minister warum nicht auf sowas zurück greifen. Die Bundeswehrpiloten der weissen Flotte können A318, A319, A320, A321 und A340 fliegen. Davon hat die Lufthansa immer eine große Anzahl auf Abruf die man bei Bedarf sicher mieten könnte. Weiterhin gibt es zahlreiche deutsche Firmen, bei denen man Businessjets mit Besatzung mieten kann. So viel Flexibilität müsste doch eigentlich möglich sein zumal andere Länder das bei Bedarf auch so machen.

  7. Da der Vizekanzler immer zu einer anderen Partei gehört, als der Kanzler, will der Koalitionspartner auch nicht zurück stehen bei Flugreisen.

    Das Amt des Vizekanzlers ist meist bedeutungslos, aber es bekommt eben in der Regel der mächtigste Politiker des Koalitionspartners, der am Kabinettstisch platz nimmt. Die Macht des aktuellen Vizekanzlers folgt eher daraus, daß er Finanzminister ist.

    Für die Flugbereitschaft wäre es sicher besser, wenn diese sofort ganz nach Berlin verlegen würde, um sich die Flüge zwischen Köln und Berlin zu sparen. Denn ob der Hauptstadtflughafen je fertig wird, wohin die Flugbereitschaft sowieso umziehen sollte. steht doch in den Sternen.

  8. Tja sowas wie Airline kann die Luftwaffe einfach nicht. Echt traurig mehr kann man dazu nicht sagen.
    Vorschlag…
    Wartung übernimmt zu 100% eine Zivile Wartungsfirma (LH Technik) und Betrieb eine Airline. Macht man halt einen Vertrag das man xY Flugstunden pro Jahr haben möchte.
    Und eh jetzt das gekläffe los geht…. Schiffe und Flugzeuge die durch Staaten gechartert sind dürfen Hoheitliche Aufgaben wahrnehmen.
    Die Luftwaffe kann sich dann halt auf ihr Kerngeschäft verlegen und wenn man Mal einen Heli Bracht kommt halt nen Superpuma der BPol.

  9. Das klingt ja mal schon ganz anders als bei SPON. Dort hieß es heute morgen alle anderen, außer den 4 herausgehobenen (dort war auch der Innenminister inkludiert) müssen ab sofort Linie fliegen.

  10. Jetzt sind unbedingt noch die Leerflüge Wahn-Tegel korrigiert werden: Flugbereitschaft nach Berlin, mit/ohne BER.

  11. @Küstengang01

    Es ist auch nicht der Auftrag der FlgBeretschaft Linie zu fliegen.
    Was bitte hat die Technik der Flugbereitschaft falsch gemacht?

    Könnte es sein, dass Sie kein fundierte Kritik üben?

    Aus den gegebenen Rahmenbedingungen holen unsere Kameraden das Beste raus. Mit hoher Zuverlässigkeit und Flugsicherheit.

  12. @Klaus-Peter Kaikowsky

    …..und wo hin? Man müsste in Tegel investieren und das wird leider nicht geschehen.

    In Schönefeld dauert jede Baumaßname mind. 7Jahre.

    Also, jetzt geht da gar nix.

  13. @Arno Schmidt:
    Die Lufthansa hat immer eine große Anzahl an Flugzeugen der A320-Familie bzw. A340 auf Abruf, die von der Flugbereitschaft gemietet werden können?
    Das klingt in meinen Ohren sehr unglaubwürdig.

  14. @Küstengang01:
    Und im Übrigen muss auch nicht jeder Politiker mit der Flugbereitschaft fliegen. Lufttransport ziviler Personen ist eine Leistung, die sich prima auslagern lässt. Immerhin war die hohe Politik die ganzen Jahre über ein Fan von Outsourcing. Da kann der Entwicklungshilfeminister auch mal in seinen Einzelplan schauen, ob nicht noch Knete für das Chartern eines Lear Jet o.ä. übrig ist.

  15. @closius | 08. März 2019 – 16:06
    „Da der Vizekanzler immer zu einer anderen Partei gehört, als der Kanzler, will der Koalitionspartner auch nicht zurück stehen bei Flugreisen.“

    Das ist sicherlich zutreffend, aber amS kein Grund Steuergelder zu verschwenden oder andere Anspruchberechtigte mit dringendenderen Aufgaben im Ausland zurück treten zu lassen…

    International wahrgenommen werden BPr, BK, AA, BMVg und BMZ.

  16. Seine flying spare bekommt natürlich auch der Minister AA, wenn auch „nur“ in Form eines A400M. Zumindest falls er in Teilen der Reise sog. „geschützten Lufttransport“ benötigen sollte (BTW was beinhaltet das „Armouring Kit“ nochmal?).
    Der A400M wird ja auch sonst mittlerweile ganz gerne von allerlei für die LFZ der FlgBschftBMVg nicht-Anforderungsberechtigte „(V)VIP“ genutzt.
    So wie z.B. die Reise eines Sts nach Afrika oder des GI nach Asien. Wieviele Transportaufträge für die Truppe dafür wohl gestrichen bzw. verchartert wurden?
    Apropos Afrika und Minister AA. Warum hatte man noch gleich den A400M nicht eher nach Hause starten lassen bevor der A340 in Köln Richtung Bamako zur Abholung gestartet war? Ich vergaß, „fest eingeplant“ mit 10% Auslastung usw. , deshalb nicht als „spontan spare“ einsetzbar.

    [Jetzt wird’s ein bisschen verwirrend – welcher A400M? Von dem war in diesem Zusammenhang bislang nicht die Rede. T.W.]

  17. Die Flugbereitschaft hat wiederholt demonstriert das sie Airline einfach nicht mehr kann. Eigentlich ist das nur die Medienwirksame Zustandsbeschreibung der gesamten Bundeswehr.
    Der Zivile Personentransport mit Flugzeugen ist eine Marktverfügbare Wirtschaftsleistung die auf dem freien Markt eingekauft werden kann und das für weniger Finanzmittel und zuverlässiger als sie derzeit abgebildet wird. Die Crews und Techniker sollen lieber in Tankflugzeugen, Militärischen Transportmaschinen, Medevac arbeiten.
    Die Herren und Damen der Bundesregierung können gefälligst Linie fliegen oder eine Maschine Chartern. Wenn die Streitkräfte ihren Auftrag wieder erfüllen können, dann kann man auch wieder Personal / Geld / Infrastruktur für Repräsentative Zwecke vorhalten.

  18. Vielleicht wäre es ohnehin das Beste, auch als Schritt hin zur finanziellen Gesundung der Bundeswehr, die Flugbereitschaft aufzulösen und diese Aufgabe an die Lufthansa abzugeben.
    Andere Staaten greifen ja auch auf ihren jeweiligen Flag Carrier zurück, z.B. die Türkei.

  19. @Zimdarsen | 08. März 2019 – 15:03

    Da hat sich in jedem Fall Herr Müller mit seiner unangebrachten Aussage kein Gefallen getan.

    Welche Äußerung meinen sie denn? Bei SpOn kann man folgende Aussage lesen:

    Müller kritisierte die neue Regelung. „Zur Wahrnehmung meiner Verpflichtungen in unseren rund 80 Partnerländern in Afrika, Asien und Lateinamerika ist es nicht ganz einfach, und zum Teil auch nicht möglich, per Linie zu fliegen“, sagte der Entwicklungsminister dem „Spiegel“.
    Laut Müller müssten Präsident und Kanzlerin natürlich jederzeit auf die Regierungsflugzeuge zugreifen können. Allerdings sollte sich die Nutzung aus den Notwendigkeiten und „nicht aus einer überholten rein protokollarischen Rangordnung der Ressorts“ ergeben.

    Das finde ich jetzt nicht so verkehrt, sondern zutreffend.
    Ihren Alternativvorschlag, einen Minister mit einer A400M auf eng getaktete Dienstreise nach Asien oder Lateinamerika schicken zu wollen, würde ich gerne mangels sinniger Durchführbarkeit verwerfen.

  20. Zum Verständnis: Unsere Spitzenpolitiker müssen schnell von A nach B kommen um wichtige Entscheidungen zum Wohle unsere Demokratie (unseres Landes, Verbündeten )treffen oder Informationen auszutauschen.
    Jetzt mal ehrlich diese Punkte liegen mit Masse da wo auch Commercial Flieger Linie fliegen mit sehr guten Verbindungen.
    Sollte es natürlich an Orten sein (Truppenbesuche) die nicht frequentiert werden, dann mit der Flugbereitschaft oder anderen Maschinen der LW.
    Ich finde man sollte mal realistisch bleiben was für ein Aufwand da zur Zeit betrieben wird, vielleicht auch getrieben durch die Presse.

  21. @Reiter | 08. März 2019 – 22:54
    „Jetzt mal ehrlich diese Punkte liegen mit Masse da wo auch Commercial Flieger Linie fliegen mit sehr guten Verbindungen.“

    Äh, nein?! Zudem geht es auch Uhrzeiten, Wartezeiten, Umsteigeaufenthalte, gerade bei den relevanten Ressorts (BPr, BK, AA, BMVg und BMZ) auch um Ketten von Ländern die untereinander und/oder nach Berlin nicht gut angebunden sind.

  22. Zitat: Bei der Afrika-Reise von Außenminister Heiko Maas Ende Februar musste der Chefdiplomat allerdings mit Linie zurückfliegen.

    Will ja nicht klugsch…en, aber wurde der AM zuletzt nicht per A340 aus Mali abgeholt?

    [Oh weh, Sie haben natürlich Recht, mein Fehler. Und Sie sind der erste, dem das aufgefallen ist?! ;-) T.W.]

    @Tom
    Zitate BM Müller: Vor dem Abflug in Sambia hatte Müller noch erklärt: „Bei der Flugbereitschaft muss sich dringend etwas ändern. Dass man drei Tage braucht, um ein Ventil auszutauschen, das kann sich kein deutsches Unternehmen leisten, auch kein Mittelständler.“ In Afrika seien die Probleme mit dem Regierungsflugzeug genau verfolgt wurden. „,Made in Germany‘ hat einen erheblichen Schaden genommen in Afrika“, erklärte der 63-jährige CSU-Politiker. Ein dreitägiger Ausfall wegen eines Ventils würde einem afrikanischen Regierungsmitglied nicht passieren. „An der Stelle sind wir eben Entwicklungsland“, sagte Müller der ARD. Quelle: Welt.de 11.01.19

  23. @Reiter
    „Jetzt mal ehrlich diese Punkte liegen mit Masse da wo auch Commercial Flieger Linie fliegen mit sehr guten Verbindungen.“

    Klingt nach Bus& Bahn bieten eine super Alternative zum Auto

    Fast Jeder, der sich ein Auto leisten kann, nimmt in den meisten Fällen auch das Auto. Egal ob bei 9,50€ zur Schicht, oder der Manager.
    Warum? Spart unglaublich Zeit. Jede Minute Arbeitsweg tut weh!

    Ganz ehrlich: Die Flugbereitschaft ist das Auto der Spitzenpolitiker.

  24. @Tom

    Nein, ich meine seine Äußerungen bei seinem letzten Boxenstop in Afrika.

    Die Notwendigkeiten ergibt sich aus dem Schutzbedarf und Troß und nicht aus dem Thema. Ein Minister ist kein Staatsoberhaupt oder Repräsentant eines Parlamentes. Er ist einer von vielen. Der Engpass ist auch nicht zwingend ein Lfz sondern die Besatzung.
    Innerhalb der 80 Partnerländern ist man mit ortsüblichen Lfz oft besser unterwegs auch mit der Möglichkeit zur schnellen Instandsetzung. In die Länder fliegt Linie.

    Flugplätze die nicht frequentiert werden, gibt es nur in Deutschland ;-)

  25. @Micha

    Am Terminal hängt es nicht, da geht auch zu Not ein VIP Zelt. Das Terminal der Bundesregierung und die Infra für Flugbetrieb der Flugbereitschaft sind verschiedene Dinge.“

  26. Einige scheinen hier zu vergessen, daß die Minister oft mit Delegationen und Presse-Tross reisen. Das bekommt man schlecht einfach mit Linienflügen unter.

    Es ist jedenfalls typisch BW-Bürokratie, um Reservemaschinen bzw. Piloten zu haben, die Flugberechtigungen der Minister einzuschränken.

    Denn schließlich gäbe es einfache Sofortlösungen, wie Maschinen und/oder Piloten und Flugbegleiter der Pleitefluglinie Germania zu übernehmen(wie hier schon vorgeschlagen wurde), um das Problem schnell und einfach zu lösen. Und Flugzeuge aus einer Insolvenz dürften meistens preiswert sein. Und die zusätzlichen Maschinen könnten nicht nur die Politiker fliegen, sondern auch die Soldaten schneller und zuverlässiger auch aus Malli, Jordanien oder AFG zurück holen.

    Und was den Entwicklungshilfeminister angeht, so wüsste ich keinen Grund, warum dieser nicht mit einem A 400 M durch Afrika, Südamerika oder Asien touren sollte?

    Und die BW hat weiterhin viel zu wenige MRRT, Regierungsflieger und A 400 M, sonst müsse die BW nicht ständig Flugzeuge chartern, um Soldaten aus Afghanistan oder Maili zurück zu holen oder hin zu bringen.

  27. @ Closius, bin ja auch ein Freund pragmatischer Lösungen. Aber vorher sollten Sie die Beschäftigten der Germania fragen. Oder wollen Sie die zwangsverpflichten?

    Es ist eben aktuell in der Bw so, das man priorisieren und offiziell formal diese Einschränkung aussprechen muss um zu belegen was alles nur eingeschränkt geht. Wer die Musik bestellt muss auch bezahlen.
    Bei der anstehenden Verhandlung mit dem Finanzminister für das Geld der neuen Maschinen für die Flugbereitschaft sollte allen klar sein, dass die Gelder on top zur derzeitigen Finanzplanung gebraucht werden

  28. @Closius

    Es ist eine Unart dies sich bzgl der Pressebegleitung eingeschlichen hat. Dieser Pressetroß ist kein Naturgesetz und wenn Presse reisen möchte, dann können die das tun.
    Der Steuerzahler zahlt den Presse-Infostab des jeweiligen Ministeriums und das muss genügen.

    Nichts spricht gegen abwechselnde Einladungen von Einzelnen Pressevertretern. Aber der Zirkus der sich da entwickelt hat, kommt auch oft nicht gut beim Gastgeber an ………und schön gar nicht in der Truppe.

    Presse reist oft genug schon vorher an, denn die müssen vieles vor Ort klären.

    Die Presse (und Wirtschaftsvertreter) ist keine Begründete Förderung.

    [Ich halte mich mal mit einer Bewertung zurück, aber Falschbehauptungen lasse ich hier nicht stehen. Natürlich zahlt Presse für den Flug, und zwar nicht wenig (mit einer Ausnahme: Truppenbesuche). Diese vordemokratische Haltung „Der Steuerzahler zahlt den Presse-Infostab des jeweiligen Ministeriums und das muss genügen“ entspricht zum einen, wie gesagt, nicht den Fakten, und ist andererseits ein bisschen dreist. Sollen die Preßbengels doch mit dem zufrieden sein, was die Obrigkeit ihnen zuteilt? Nehme an, wir könnten die Berichterstattung über die Streitkräfte auch wieder Propagandakompanien überlassen? T.W.]

  29. Kapitulation vor den Fakten
    – organisatorischer Unfähigkeit,
    – politischen Unwillens und
    – finanzieller Falschdisposition.
    Eine never-ending-story, seit Jahren, in dem nur noch der Absturz fehlt.
    Sie resultiert im gleichsam Eingeständnis der Niederlage mit dem Wissen, es mangelt uns als der regierenden politischen Klasse die Kraft zu ernsthafter Veränderung.
    Auf den Punkt gebracht: „An der Stelle sind wir eben Entwicklungsland“, sagte Müller der ARD. [Quelle: Welt.de 11.01.19 (s. @Hunter)]
    Die Nummer 4 der Staaten nach Bruttoinlandsprodukt dümpelt, kommt nicht vom Fleck, in der so überaus wichtigen Frage der Optik, des internationalen Renommées.

  30. @Kay | 09. März 2019 – 0:21
    „Egal ob bei 9,50€ zur Schicht, oder der Manager.
    Warum? Spart unglaublich Zeit. Jede Minute Arbeitsweg tut weh!

    Ganz ehrlich: Die Flugbereitschaft ist das Auto der Spitzenpolitiker.“

    Zustimmung. Aus meiner Sicht aber sogar noch deutlicher, denn der Flugweg von hohen Staatsrepräsentanten und Politikern ist ja wiederum Arbeitszeit für das deutsche Volk welche an anderer Stelle nicht zur Wirkung gebracht werden kann (natürlich kann man auch in der Luft die eine oder andere Akte bearbeiten, aber zum einen ist das auch endlich und bei Linienflügen fällt das nahezu komplett aus).

    @Zimdarsen | 09. März 2019 – 1:09
    „Ein Minister ist kein Staatsoberhaupt oder Repräsentant eines Parlamentes.“

    Stimmt, er ist weder das eine noch das andere, aber Repräsentant der Bundesregierung nd dadurch auch Deutschlands. Und gerade AA und BMZ machen einen Großteil der relevanten Außenvertretung und Repräsentation!

    „Innerhalb der 80 Partnerländern ist man mit ortsüblichen Lfz oft besser unterwegs auch mit der Möglichkeit zur schnellen Instandsetzung. In die Länder fliegt Linie.“

    Das will ich sehen.

    @Zimdarsen | 09. März 2019 – 9:57
    „Es ist eine Unart dies sich bzgl der Pressebegleitung eingeschlichen hat.“

    Ich glaube Sie übertragen hier die Kritik an den manchmal in der Tat etwas übersandt nehmen und lästigen Besuchen von Politikern mit große Troß in den Einsätzen auf allgemeine Delegationen außerhalb von Streitkräftebesuchen.

    „Die Presse (und Wirtschaftsvertreter) ist keine Begründete Förderung.“

    Sowohl das eine, als auch das andere ist im Interesse des deuschen Volkes. Die Pressebegleitung bei Auslandsreisen stellt eine unabhängige Berichterstattung über politische Aktionen dar und die Wirtschaftsvertreter erhöhen den DEU Wohlstand.

  31. @Closius:
    „Denn schließlich gäbe es einfache Sofortlösungen, wie Maschinen und/oder Piloten und Flugbegleiter der Pleitefluglinie Germania zu übernehmen(wie hier schon vorgeschlagen wurde), um das Problem schnell und einfach zu lösen.“

    Man sollte vielleicht bedenken das weder die Piloten noch die Begleiter wollen würden ;-)
    Denkt hier wer ernsthaft über die vielgelobte und propagierte Attraktivität der Bw nach ?

    Leute es wollen mehr Piloten gehen als bleiben … und das gilt übergreifend für alle TSK !
    Und gegenwärtig zieht es mehr denn je die ganz jungen Anwärter oder frisch ausgebildeten weg in andere Bereiche … nur falls es noch nicht vom Rest-Bw wahrgenommen wurde und die expertenbestätigten Zahlen des BMVg fehlen ^^

  32. Im besagten TAZ-Artikel heisst es ja:
    „Dann soll unweit davon das eigentliche Regierungsterminal Platz für alle 14 Flugzeuge und die Helikopter der Flugbereitschaft bieten, die heute zum Großteil in Köln Bonn stationiert sind.“

    Also ist davon auszugehen, dass in „naher“ Zukunft die Flugbereitschaft komplett nach Berlin verlegt und die Leerflüge somit entfallen?

  33. @Kay: wie oft wird denn das „Auto“ benötigt? Um den Gedanken anderer aufzunehmen : so oft, dass ich ein Eigenes benötige bzw. Ein zweites hinterherfahren lasse? Teures Unterfangen.
    @Koffer: Stimne ihn teilweise zu, ein paar Ziele werden vielleicht nicht so oft frequentiert, da könnte man darüber reden aber die letzten Meldungen der Pannenserie waren von Orten wo man auch commercial hinkommt.
    Mir fällt jetzt ehrlich gesagt kein Beispiel ein wo man in einem Regenwald eine Landebahn für ein wichtiges Treffen gebaut hat um wichtige Persönlichkeiten einzufliegen.

  34. Ich bin erstaunt, mit welcher Inbrunst das Thema Flugbereitschaft hier beackert wird. Haben dieses Land, seine Sicherheit und die Streitkräfte keine wichtigeren Baustellen, deren Abarbeitung sich lohnen würde? Oder sind meine Antenne nicht fein genug für fortlaufende Reasatire…

  35. @Koffer

    „Sowohl das eine, als auch das andere ist im Interesse des deuschen Volkes. Die Pressebegleitung bei Auslandsreisen stellt eine unabhängige Berichterstattung über politische Aktionen dar und die Wirtschaftsvertreter erhöhen den DEU Wohlstand.“

    Stimmt und es soll sie ja auch keiner hindern. Nur darf die Frage erlaubt sein, ob der Troß bei all den Politikern in der Flugbereitschaft mitfliegen muss.

    Wenn das der Fall ist, dann sollten wir die Flugbereitschaft aufbohren, den Technikern und Piloten anständige Gehälter zahlen und dem Steuerzahler erklären was es uns wert ist.

  36. Wenn Deutschland als größte Volkswirtschaft Europas und viertgrößte Volkswirtschaft der Welt, es nicht schafft eine zuverlässige Flugbereitschaft für die Regierung zu betreiben, sollte man es entweder bleiben lassen oder richtig machen. Das Gegurke im Moment wird für alle Beteiligten langsam peinlich. Dann lieber so wie Großbritannien bis 2016. Dort flog man bis vor drei Jahren die Regierung mit Charterflügen. Ging auch.

  37. @Sven Rothe

    „Haben dieses Land, seine Sicherheit und die Streitkräfte keine wichtigeren Baustellen, deren Abarbeitung sich lohnen würde?“

    Klar und als Leser hier im Blog dürfte ihnen nicht entgangen sein, dass es nicht nur einen Thread gibt ;-)

  38. @Reiter | 09. März 2019 – 16:21
    „aber die letzten Meldungen der Pannenserie waren von Orten wo man auch commercial hinkommt.“

    Die Frage ist ja nicht, ob man die nicht auch per Linie hinkommen KANN, sondern vielmehr wieviel Umsteigen notwendig ist, mit welcher täglichen/wöchentlichen Frequenz Verbindungen angeboten werden, unter welchen Sicherheitsbedingungen, wie kurzfristig Umbuchungen möglich sind etc. etc.

    An diesen Fragen können Sie vielleicht erkennen, dass das für den vollen und vor allem äußerst volatilen Terminplan eines Spitzenrepräsentanten und/oder Spitzenpolitikers erhebliche Nachteile bringen würde mit „Linie“ zu fliegen. Und da es die Vertreter des deutschen Volkes sind, wären es Nachteile nicht zu lasten des Privatvergnügens, sondern vielmehr zu lasten der Amtsausübung.

    @Zimdarsen | 09. März 2019 – 17:28
    „Stimmt und es soll sie ja auch keiner hindern. Nur darf die Frage erlaubt sein, ob der Troß bei all den Politikern in der Flugbereitschaft mitfliegen muss.“

    Sicherlich ist ein Troß nicht bei allen Flügen notwendig, aber das erfolgt ja auch nicht bei jedem Flug.

    Und bei den Flügen bei denen es einen „Troß“ gibt, ergibt sich ja meistens aus der Natur der Sache heraus, warum ein dienstliches Interesse an der umfassenden und organisatorisch friktionslosen Berichterstattung gegeben ist.

    Und mit Blick auf die Wirtschaftsdelegation, dass diese mit der offiziellen Maschine fliegt ist ja insofern schon klar, weil die Wirtschaftsdelegation ja bewusster Teil der „Mission“ ist.

  39. @Zimdarsen
    01.03.2019 · Zur Panne bei der Flugbereitschaft in Mali erklärt die verteidigungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann: „Die Pleiten, Pech und Pannen-Serie … beenden“ – und plädiert für eine umfassende Erneuerung sowie Vergrößerung der Regierungsflieger-Flotte. Und dies will sie über die avisierten 3 x A350 hinaus verstanden wissen.
    Nun lässt sich’s in der Opposition gut fordern, vor allem weil nach menschlichem Ermessen eine FDP nie im Bendler-Block verantwortlich sein wird.
    Wenn aber vor den Augen der Welt unser „nicht vom Fleck kommen“ neben BER etc nicht noch üblere Ausformungen annehmen soll, muss rasch und entschlossen gehandelt werden.

  40. @ Reiter | 09. März 2019 – 16:21
    Sie haben selber die Spitzenpolitiker, welche hier in diesem Thema von TW auch behandelt werden…
    Jetzt bleiben Sie bitte dabei. Meine Argumentation ist sehr eindeutig und lässt keinen Spielraum für Gegenargumente mit Kosten.

    Es ist einfach deutlich komfortabler und bringt eine deutliche Zeitersparnis. Daran lässt sich nichts wegdiskutieren. Dies inkludiert auch das Erstzflugzeug!

    Sie dürfen gern der Meinung sein, dass es Geldverschwendung ist, ich kann Sie eh nicht vom Gegenteil überzeugen. Die bereits von anderen Kommentatoren genannten Argumente möchte ich nicht wiederholen, sind bereits genannt und ich tippe mir ungern die Finger wund.

  41. Wurde hier schon mal geschrieben:

    Einfach ein Budget pro Jahr für Charterflüge bereitstellen.

    Und dann bei Ausfall oder Nichtverfügbarkeit eines Regierungsfliegers auf dem freien Markt einen Privatjet mieten.
    Sollte sogar die FDP freuen.

    Ist am Ende billiger und verfügbarer.

    Aber wenn mans kompliziert machen kann, wieso es einfach lösen…

  42. @Klaus-Peter Kaikowsky

    Das kann Frau Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, schon fordern aber ich bin mir sicher, dass wir demnächst froh sein können, wenn wir die Flugzeuge die wir jetzt haben mit Piloten besetzen können.

  43. @T. Wiegold:

    „statistisch gesehen sind die Probleme bei der Flugbereitschaft mit ihren zivilen Flugzeugmustern allerdings nicht größer als bei einem zivilen Luftfahrtunternehmen.“

    Könnten Sie als Hintergrundinfo schreiben, aus welcher Art von Quelle die Information kommt? Danke!

    [Muss ich noch mal raussuchen; nach meiner Erinnerung wurden in einem der zahlreichen vorangegangenen Threads zur Flugbereitschaft aber schon solche Zahlen nicht nur genannt, sondern auch die Quelle genannt? T.W.]

  44. Zu Poltikerflügen mit „Linie“:

    Es gibt durchaus Reisen auf denen Linie „Sinn“ macht und Flugbereitschaft Geldverschwendung ist. Und das Argument mit dem „Tross“ zieht nicht. Der ist im engeren Sinn (Staatsbedienstete wie Leibwächter, Assistenten, Referenten etc.) auch nicht grösser als anderthalb Dutzend, und bei zwei Dritteln davon macht es mehr Sinn dass diese „vorreisen“, also bis zu mehrere Tage vor dem „Principal“ am Ziel Vorbereitungen treffen. „Mitreisende“ Presse und Wirtschaft organisieren und bezahlen ihre Reisen auch selbst wenn sie darin Sinn sehen.

    Bei solchen Reisen handelt es sich meist um Strecken die gut mit „Linie“ erreichbar sind und unsere Fluggesellschaftgen gäben Spitzenpolitikern „Extrasuperplatinum“ Privileg, da klappt es auch mit der besten Buchung. Ziele die ich meine sind z.B. Washington, London, Brüssel, Paris, aber auch Tokio oder Singapur wenn es „hin und zurück“ geht, also keine breite Kontinentalreise läuft…

    Und selbst die nukleare Kommandogewalt steht dem nicht entgegen, da kann man als Deutscher nicht mit Sicherheitslage und verschlüsselter Kommunikation kommen. Zielorte sind Hauptstädte, da hat die Botschaft solche Infra. Als David Cameron noch Premierminister war flog der auch Linie, so z.B. zwischen London und Washington und zurück, habe ich selbst im Flieger erlebt. Wenn der Britische Premierminister mit British Airways Linie zum US-Präsidenten fliegen kann braucht auch die Deutsche Kanzlerin dafür keinen Luftwaffen A340 sondern kann mit Lufthansa über Frankfurt fliegen, kostet auch nur zwei Stunden mehr als direkt von denen eine in der VVIP Lounge in FRA produktiv genutzt werden kann. Bei den für solche Reisen üblichen Vorläufen arrangiert the LH sogar ohne großen Aufwand dass in einer 747 das Business Class Oberdeck (oder die Nasensektion) für die Kanzlerin und ihre Begleiter alleine gebucht wird, im A380 gibt es mehr Optionen. Und selbst die „kleinen“ Airbusse haben in der Regel die Möglichkeit einen Teil der Business Class (oder die First wenn es die noch gibt) mit Vorhang abzutrennen, da gibt es dann auch keine „Selfiegefahr“. Und das Ausfallrisiko fängt die LH mit ihrem Flugzeugpark auf ohne dass es irgendwer merkt.

    Der BMZ hingegen ist wirklich oft „abseits“ unterwegs, das liegt im Amt, und ein (kleines) Reiseflugzeug mit „Hoheitsprivileg“ und Ausfallreserve macht dort oft Sinn.

  45. @Zimdarsen
    Das Problem des BER ist doch das Zivile Terminal. Das Flugfeld von BER und Schönefled sind doch verbunden Also könne man das Interims Regiserungsterminal in Betrieb nehmen und rollt zu Start dann nach Schönefeld rüber. Ein Vorfeldkontrolle solle für die paar Maschinen auch provisorisch einrichten lassen um die in Schönefeld zu integrieren.
    Und platz um die Flieger zu parken ist ja wohl reichlich vorhanden ;)

  46. Der erste A350 für die Flugbereitschaft scheint ein Flugzeug zu werden, welches eigentlich für Air Mauritius bestimmt war.

    In der folgenden Auflistung sind sämtliche A350 enthalten.
    Demnach müsste es Seriennummer MSN 354 oder MSN 365 werden:

    https://sites.google.com/site/a350xwbproduction/production-list

    Das würde auch erklären, warum die Luftwaffe so schnell an ein Flugzeug kommt, ohne einen Prototypen zu kaufen.

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