Selbstmordattentäter greifen EU-Trainingsmission in Mali an (Zusammenfassung, Update EUTM)

Die Trainingsmission der Europäischen Union in Mali, die Soldaten der malischen Streitkräfte für den Kampf gegen Terroristen ausbildet, ist am (heutigen) Sonntag von Selbstmordattentätern mit Autobomben angegriffen worden. Bei dem Angriff auf das Camp in Koulikoro  am frühen Morgen wurden drei malische Soldaten verwundet, die Ausbilder aus den EU-Staaten blieben unverletzt. Die Einzelheiten blieben zunächst noch unklar, bei dem komplexen Angriff sollen sowohl Raketen als auch mit Sprengstoff bepackte Lastwagen genutzt worden sein.

Update: Die jüngste Mitteilung der EU Training Mission Mali (EUTM Mali) am Sonntagabend:

Koulikoro Training Centre (KTC) was attacked by unknown elements during the night from the 23rd to 24th February 2019 about three o’clock in the morning
In the attack 2 vehicles, loaded with explosives, as well as dismounted elements were involved
The attackers opened fire and tried to breach the main gate (south entrance) of Koulikoro Training Centre, but were stopped by Force Protection elements
One of the two vehicles burned down after being stopped at the main gate, and the second one exploded
Three Malian soldiers were wounded, and brought to ROLE 2 for further treatment
Koulikoro Training Centre was set to high alert status and manned its defensive positions
No EUTM Mali personnel were injured
All three Malian soldiers have been discharged from ROLE 2
We wish the three wounded Malian soldiers a speedy recovery
The number of killed attackers is under investigation

Der vorangegangene Bericht:

Die Mitteilung der Bundeswehr, die derzeit mit dem deutschen Brigadegeneral Peter Mirow die Führung der Mission EUTM Mali hat:

In den Morgenstunden des 24. Februar gegen 4 Uhr mitteleuropäischer Zeit, gab es einen Angriff auf das Camp Gecko der EU Mission EUTM Mali.
Der Angriff wurde mit Raketen, Handfeuerwaffen sowie mit Sprengstoff beladenen Kraftfahrzeugen durchgeführt. Deutsche Soldaten wurden bei dem Angriff nicht verletzt. Bei dem Angriff wurden jedoch zwei malische Soldaten verwundet. Die beiden malischen Soldaten werden derzeit sanitätsdienstlich versorgt.

Die Angaben der spanischen Streitkräfte, die das Sicherungskontingent stellen und rund 300 Soldaten dort im Einsatz haben, sind da etwas ausführlicher:

In den frühen Morgenstunden wurden zwei aufeinanderfolgende Autobombenangriffe und Angriffswaffen gegen die Einrichtungen des Kuolikuoro Training Center (KTC) in Mali eingesetzt. Bei den Terroranschlägen wurden keine Mitglieder des spanischen Kontingents, die in diesem Hauptausbildungszentrum der EUTM MALI-Mission eingesetzt wurden, verletzt.
Die erste Aktion fand nach drei Uhr morgens statt, als eine Autobombe am Hauptzugang zu den Einrichtungen explodierte. Einige Zeit später wurde ein zweiter Zugang zum Camp mit Gewehrfreuer angegegriffen, was bis nach vier Uhr morgens dauerte.
(Übersetzt mit Hilfe von deepl.com)

Nach Informationen des österreichischen Bundesheeres, das derzeit 29 Soldaten in diese Mission entsendet und 16 Soldaten im angegriffenen Camp hatte, wurden die Selbstmordattentäter in den Sprengstoff-Lkws von bewaffneten Motorradfahrern begleitet. Insgesamt habe die Attacke rund 30 Minuten gedauert.

Die EU-Mission selbst bestätigte via Twitter, dass es unter den Ausbildern keine Verwundeten gegeben habe:

Unklar blieb zunächst, ob und wie es neben den Angriffen mit Selbstmordattentätern weitere Angriffe gab. Nach Berichten malischer Medien sollen Raketen von der anderen Flußseite des Niger auf das Camp abgefeuert worden sein, eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Offen blieb vorerst auch, ob Zivilisten Opfer der Attacke wurden. Der Gouverneur der Region sprach laut örtlichen Medien in einer Erklärung von zwei nicht identifizierten Leichen:

Der Regionalgouverneur teilt der nationalen und internationalen Öffentlichkeit mit, dass heute, am 24. Februar 2019, gegen 2:50 Uhr morgens, zwei Kamikaze-Fahrzeuge mit einer unbekannten Anzahl von Angreifern, nachdem sie das Feuer auf den Kontrollpunkt Mafèya auf der Achse Koulikoro Banamba eröffnet hatten, auf das Militärische Ausbildungszentrum Boubacar S’ada SY zusteuerten, wo sie am Eingang detonierten.
Vorläufige Bewertung: Ein Zivilist wurde schwer verletzt, zwei Soldaten leicht verletzt und zwei Leichen noch nicht am Tatort identifiziert.
Der Regionalgouverneur versichert der Bevölkerung, dass die Situation unter Kontrolle ist und alle Maßnahmen ergriffen wurden, um die Sicherheit von Personen und deren Eigentum weiter zu erhöhen.
Colonel Major Mamary Camara fordert die Bevölkerung auf, die Sicherheitskräfte bei ihrer Mission zur Sicherung der Region zu unterstützen.
(Übersetzt mit www.DeepL.com)

Das malische Ministerium für Sicherheit und Zivilschutz sprach in einer Erklärung, die über dessen Facebook-Seite verbreitet wurde, von zwei getöteten Angreifern. Neben den beiden malischen Soldaten sei auch ein Zivilist verwundet worden. Der Sprengstoff auf dem zweiten Fahrzeug sei nicht detoniert und werde von Experten entschärft.

Koulikoro liegt rund 60 Kilometer von der malischen Hauptstadt Bamako entfernt, in einem Teil des Landes, der als weniger gefährlich gilt als der Norden. Im Unterschied zur UN-Mission MINUSMA, die regelmäßig Angriffen ausgesetzt ist, gab es bislang vergleichsweise wenige Attacken auf die EU-Ausbildungsmission. Die Bundeswehr beteiligt sich mit derzeit rund 180 Soldaten an EUTM Mali.

Auf Twitter kursieren Fotos, die von der Anschlagstelle stammen sollen:

(Archivbild Mai 2018: Ausbildung malischer Sicherungssoldaten – EUTM Mali)

23 Kommentare zu „Selbstmordattentäter greifen EU-Trainingsmission in Mali an (Zusammenfassung, Update EUTM)“

  • Memoria   |   24. Februar 2019 - 19:18

    Eine Lageverschlechterung in Mali ist ja wenig überraschend seit Jahren legen dies verschiedene Informationen auf verschiedenen Ebenen nahe.

    Aber – wie bereits bei Afghanistan – kommt es deswegen zu keinen anderen Entschlüssen auf politisch-strategischer und militärisch-operativer Ebene.

    Wir wursteln uns weiter durch und hoffen, dass es nicht zu häufig und zu viel knallt.

    Falls doch, sind wir halt (wieder) ratlos.

    Ähnliche oder noch schlimmere Meldungen sind aber nur eine Frage der Zeit.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   24. Februar 2019 - 20:20

    Die Ereignisse seit Jahresbeginn betreffen den gesamten Operationsraum Mali und in Teilen auch den Niger. Es drängt sich der Eindruck auf, die unterschiedlichen gegnerischen Kräfte unter Führung al-Quaida au Maghreb haben sich so einiges vorgenommen.
    Betroffene westliche Truppen gehören zu EUTM, MINUSMA und auch BARKHANE, deren Verantwortungsbereich sich aber auf den Sahel insgesamt bezieht.
    Die feine diplomatische Unterscheidung zur Ruhigstellung westlicher Parlamente und Öffentlichkeit nach:
    UN-beauftragt, EU-Ausbildungsmission bzw. aktive FRA Terroristenbekämpfung erkennt jeder Gegner als ausgesprochene Schwäche. Gegner-BdL bestimmt daher Angriffziele, die maximalen Erfolg versprechen und in der Öffentlichkeit Schlagzeilen versprechen. Diese Objekte bildet zuvorderst die EUTM ab.
    Wie sieht westliche Reaktion aus?
    Naheliegend ist eine zumindest gemeinsame Feindlagebeurteilung und -führung sowie planerische Zusammenfassung der bestehenden Krisenreaktionskräfte. Dies bedingt einheitliche Führung, Operationsplanung und logischerweise auch Übung.

    Findet das statt? Sicher nicht. Käme zuständige Führung von UN, EU und État Major de France zu einem OpPl mit dieser Einsatz übergreifenden Zielsetzung, mglw erzwungen durch einen massiven Anschlag, es würde scheitern, scheitern am Veto im Bundestag.
    Die Hoffnung besteht, eine „Tet-Offensive“ 2.0 wird es nicht geben. Falls doch, Kräfte vor Ort würden hinweggefegt.

  • Thomas Melber   |   24. Februar 2019 - 21:14

    Es war übrigens nicht der erste Angriff auf EUTM MALI; zur Erinnerung:

    https://augengeradeaus.net/2016/03/angriff-auf-eu-hauptquartier-in-mali-kein-angriff-in-koulikoro/

  • dxx   |   24. Februar 2019 - 22:05

    Zwar sind laut EinsFüKdo keine Deu Soldaten (körperlich) verletzt, aber wie mögen sich diejenigen im Augenblick des Angriffs gefühlt haben? Was wird denen durch den Kopf gegangen sein, die sich bereits vor einem Angriff gefragt haben: was tue ich eigentlich, wenns am und im Lager mal knallt? Gab es denn Schutzräume, gar gehärtete? Oder werden die jetzte endlich schnell errichtet werden, in einem Camp, in dem die Bw so rein nichts zu sagen hat?

    Es muss tatsächlich immer erst mal was passieren, bevor in Deutschland Verantwortliche Maßnahmen ergreifen, die vorausschauend für einen doch derart möglichen Fall sind. Was müssen sich die Angehörigen in der Heimat jetzt wohl alles Fragen…?

    [So weit mir bekannt ist, gibt es in diesem Camp gehärtete Schutzräume. Worauf bezieht sich Ihre Aussage „in einem Camp, in dem die Bw so rein nichts zu sagen hat?“ bzw. was ist die Grundlage dafür? T.W.]

  • wacaffe   |   24. Februar 2019 - 23:18

    @dxx

    „was wird denen durch den Kopf gegangen sein, die sich bereits vor einem Angriff gefragt haben: was tue ich eigentlich, wenns am und im Lager mal knallt? Gab es denn Schutzräume, gar gehärtete?“

    sollte sichd er Soldat nicht eher Fragen wie er zur Abwehr des Angriffs beitragen kann?

    Wenn sich Soldaten bei Attacke eines Agressors auf das Feldlager in “ gehärtete Schutzräume“ zurückziehen führt das m.E. den Daseinszweck eines Soldaten ad absurdum.

  • Paule66   |   24. Februar 2019 - 23:19

    Also der Haupteingang siehe Bild von Jigi, wo es die Explosion gab, ist max. 70 m vom deutschen Teil entfernt! Einige Fahrzeuge dürfte es mit Sicherheit erwischt haben, wenn sie noch immer da vorne am Tor stehen.

  • Kampfunterstützer   |   25. Februar 2019 - 7:16

    Es ist wieder interessant wie die „großen“ deutschen Nachrichtenagenturen EUTM und MINUSMA durcheinander würfeln. Peinlich.

    @wacaffe: Nein, der Soldat ist nicht zum „sich selbst fragen“ erzogen. Dafür gibt es die Force Protection. Wichtig ist Vollzähligkeit feststellen, eigenen Bereich sichern, melden, auf Informationen warten. Die Operationszentrale muss sich ein klares Lagebild machen, derweil räumt die Force Protection auf.
    Zudem sollten sie ganz deutlich unterscheiden zwischen den Soldaten die für die Sicherheit des Lagers zuständig sind und dem Rechenführer, der nur für den Einsatz Uniform trägt und Soldatenstatus hat.
    Gar nicht auszudenken was passiert wenn alle wie wild rumlaufen würden.

  • Rolf M   |   25. Februar 2019 - 8:23

    @ Klaus-Peter Kaikowsky: diesen massiven Anschlag gab es schon in GAO, 18.01.2017, 60 Tote und 100 Verletzte

  • JanLPunkt   |   25. Februar 2019 - 11:16

    @T.W.

    Ich vermute dxx bezieht sich mit seiner Aussage auf den Fakt, dass die Liegenschaft in malischer Verantwortung steht und EUTM dort nur „Mitnutzer“ ist. Dies führt regelmäßig zu Friktionen zwischen Hausherr und Gästen was Sicherheitsbestimmungen und Einlasskontrollen angeht, man kann es umgangssprachlich durchaus wie dxx zusammenfassen.

  • wacaffe   |   25. Februar 2019 - 11:27

    @ kampfunterstützer

    „Wichtig ist Vollzähligkeit feststellen, eigenen Bereich sichern, melden, auf Informationen warten.“

    ja eben. genau darauf wollte ich hinaus. Die von Ihnen geschilderten Handlungen sind aber schwierig wenn man passiv im „Schutzraum“ sitzt.

    force protection sollte Aufgabe jedes Einzelnen sein, zusätzlich zu der dafür spezialisierten Einheit.

    Alles eine Frage von organisation und (combat) mindset

  • Klauspeterkaikowsky   |   25. Februar 2019 - 11:39

    @RolfM
    Ok, nur bedeutet einzelner massiver Anschlag, ohne Fortsetzung, keine Qualität im Stil „Tet-Offensive“, als quasi Generaloffensive unter Zusammenfassung aller Kräfte.

  • Stoney   |   25. Februar 2019 - 12:28

    Ich möchte hier einmal anmerken, dass ich die Reaktion der Sicherheitskräfte bemerkenswert finde. Bei zwei SVBIEDS (Suicide-Vehicle-Borne-Improvised-Explosive-Devices) in einem komplexen Angriff hätte der Schaden enorm sein können. Das Eindringen in den eigentlichen Sicherheitsbereich scheint gemäß der öffentlichen Informationsquellen erfolgreich verhindert worden zu sein. Das die erste Explosion nicht stattfand kann Glück gewesen sein (technisches Versagen?) oder aber durch rechtzeitiges Ausschalten des Fahrers/Beifahrers erreicht worden sein, so oder so würde ich diesen Angriff aus Sicht der Angreifer nur schwer als Erfolg werten können.

    Mit Bezug auf andere Kommentare zu diesem Artikel möchte ich darauf hinweisen, dass im März ein Referendum zur Verfassung ansteht, im Mai Parlamentswahlen, im Juli Senatswahlen und im Oktober Regionalwahlen… also liegt vor Mali ein Zeitraum politischer Ungewissheit, welches sicherlich auch internationale Akteure nicht außen vor lässt. Strategische Neuentscheidung müssen mit Bamako abgestimmt werden. Operative Entscheidungen werden eigentlich immer auch mit den Regionen abgestimmt bzw. sind von der Lage Vorort abhängig.

  • T.Wiegold   |   25. Februar 2019 - 13:01

    Zu der Frage „Was machen die eigentlich alle bei so einem Angriff?“ hatte die Bw schon am 12. Februar vorbeugend einen Bericht veröffentlicht:

    Auf alles vorbereitet sein – Campverteidigung wird geübt

  • wacaffe   |   25. Februar 2019 - 13:36

    @ t.w.

    danke, der Artikel zeigt ja wie wichtig ein holistischer Ansatz ist.

    Das Spanische FP Element hat hier wohl ganze Arbeit geleistet.
    https://twitter.com/Bjoern__M/status/1099937855743369216

    Chapeau!

  • Unbekannt_123   |   25. Februar 2019 - 15:24

    @Kampfunterstützer

    „Zudem sollten sie ganz deutlich unterscheiden zwischen den Soldaten die für die Sicherheit des Lagers zuständig sind und dem Rechenführer, der nur für den Einsatz Uniform trägt und Soldatenstatus hat.“

    Genau diese Denkweise ist eines der größten Probleme der BW.
    Bevor man Rechenführer, Schirrmeistergehilfe oder S2-FW ist, ist man erstmal Soldat, und muss auch fähig und willens sein, im Fall der Fälle so zu handeln.
    Sicher ist diese Denkweise inzwischen weder gefordert noch gewünscht, aber es ist ein erforderliches „mindeset“.
    Man denke an „every marine is a rifleman“ der Amerikaner, es geht auch anders.

    [Nur als Hinweis: Die „every man is a rifleman“-Debatte ist hier in den vergangenen Jahren x-fach geführt worden. Einfach noch mal nachlesen und nicht erneut bei Null damit starten… T.W.]

  • Fussgaenger   |   25. Februar 2019 - 15:42

    Der hier beschriebene ReFü ist ggf. – so wie z.B. auch der juristische Berater – im „normalen“ Dienst Beamter und damit nicht Soldat – schon gar nicht notwendigerweise am Dienst an der Waffe ausgebildet. Er wird halt für den Einsatz in eine Uniform gesteckt.

  • pirat77   |   25. Februar 2019 - 18:55

    An alle:
    Es gibt in JEDEM Feldlager einen Alarmplan. Teil des In – Prozessing.
    In JEDEM Feldlager das Problem:
    Jedes Mitglied des Stabes glaubt, im kritischen Augenblick im Gefechtstand benötigt zu werden.
    Ansonsten ganz einfach.

  • Boots on the Ground   |   25. Februar 2019 - 19:06

    wacaffe | 24. Februar 2019 – 23:18

    Wenn sich Soldaten bei Attacke eines Agressors auf das Feldlager in “ gehärtete Schutzräume“ zurückziehen führt das m.E. den Daseinszweck eines Soldaten ad absurdum.

    Vor allem, wenn die Feldlagersicherung aus Soldaten von Hochwertnationen wie Armenien, Georgien oder Aserbaidschan gebildet wird. Ganz zu schweigen vom äußeren Ring aus einheimischen Sicherheitskräften.
    Aber das ist das Ergebnis einer solchen Einstellung:

    Fussgaenger | 25. Februar 2019 – 15:42

    Der hier beschriebene ReFü ist ggf. – so wie z.B. auch der juristische Berater – im „normalen“ Dienst Beamter und damit nicht Soldat – schon gar nicht notwendigerweise am Dienst an der Waffe ausgebildet. Er wird halt für den Einsatz in eine Uniform gesteckt.

    … und zum Eigen- und Feldlagerschutz bewaffnet und ausgebildet. Wie oben und durch andere Kommentatoren schon beschrieben ist das absurd.
    Gefechtsstände sehen übrigens Sammelpunkte/Alarmstellungen vor, an denen sich das Gefechtsstandpersonal im Falle eines Angriffs sammelt, durch die Sicherungskräfte in die Lage eingewiesen wird und dann aus vorbereiteten Stellungen die Sicherungskräfte bei der Verteidigung unterstützt. Warum das bei einem Feldlager anders sein soll, entzieht sich meinem Verständnis.

    dxx | 24. Februar 2019 – 22:05

    Zwar sind laut EinsFüKdo keine Deu Soldaten (körperlich) verletzt, aber wie mögen sich diejenigen im Augenblick des Angriffs gefühlt haben?

    Zumindest teilweise vermutlich wehrlos und ausgeliefert, vor allem wenn man obige Konstellation bedenkt. Dieses Gefühl der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertsein würde sehr wahrscheinlich nicht eintreten, wenn sich das Unterstützungs- und Gefechtsstandpersonal an der Verteidigung beteiligen würde, statt sich in Bunker zu verkriechen.

    [Die Bezeichnung „Soldaten von Hochwertnationen wie Armenien, Georgien oder Aserbaidschan“ ist schon hart an der Grenze zum Rassismus. Wenn nicht drüber hinaus. Künftige Kommentare dieser Art entsorge ich. T.W.]

  • Koffer   |   25. Februar 2019 - 20:08

    @Fussgaenger | 25. Februar 2019 – 15:42
    „Der hier beschriebene ReFü ist ggf. – so wie z.B. auch der juristische Berater – im „normalen“ Dienst Beamter und damit nicht Soldat – schon gar nicht notwendigerweise am Dienst an der Waffe ausgebildet. Er wird halt für den Einsatz in eine Uniform gesteckt.“

    Wenn das so ist, dann ist entweder eine Ausnahmegenehmigung erteilt worden oder etwas ganz schief und vorschriftswidrig gelaufen!

    Zivilbedienstete, die für einen Einsatz in den Soldatenstatus berufen werden sind grundsätzlich vorher (soweit sie nicht so oder so gedient sind) im Rahmen einer Erstausbildung zu qualifizieren und dann jeweils vor jedem Einsatz wieder auf Stand zu bringen.

    Niemand erwartet von einem ReFü eine Infanteriegruppe im Angriff führen zu können, aber zur Eigensicherung muss er in der Lage und ist hierfür auch ausgebildet worden.

    Unabhängig davon ist es aber natürlich die primäre Aufgabe der Lagersicherung das Lager zu sichern ;)

    Und im vorliegenden Fall hat das ja offensichtlich gut funktioniert :)

  • Atze Peng   |   25. Februar 2019 - 20:25

    Das Problem das ich hier in den Kommentaren sehe ist, das vieles hier mit Halbwissen gefüllt ist.
    „Campverteidigung“ im speziellen erst einmal die Verteidigung der normalen Soldaten, welche hier in ihren Gebieten wie zb militärische Sicherheit, Nachschub, Stab, Ausbildung der Soldaten, Verwaltung( der Refü zb. ohne großes F, welcher auch aktiver Soldat sein kann, der eine normale oder weiterführende infanteristische Ausbildung gehabt haben kann und Portepee ist inklusive aller Lehrgänge) ist Aufgabe der Force Protection. Diese haben „nur“ die Aufgabe das Camp zu verteidigen, sind nur dafür im Einsatz, damit der Rest sich auf seine Aufgaben im Einsatz konzentrieren kann.
    Die Soldaten des Camp Gecko, welches an das Hauptcamp angebunden ist, heißt KTC( KoulikoroTrainingCentre). Und natürlich gibt es Schutzeinrichtungen dort.

    Zu dem Angriff an sich ist bereits alles gesagt, hoffen wir das unsere Soldaten heil und unbeschadet zurück kommen und wünschen wir Ihnen alles Gute!

  • Boots on the Ground   |   25. Februar 2019 - 20:49

    @Atze Peng | 25. Februar 2019 – 20:25
    Nach meinem letzten Stand schließen die allgemeinen Aufgaben im Einsatz/in Landoperationen auch Sicherung mit ein – von dem Grundsatz, dass sich jede Truppe überall und jederzeit selbst sichert, mal ganz abgesehen.

    Dass das Stabspersonal sich – im Gegensatz zur Vorschriftenlage und bewährten Praxis! – nicht an der Verteidigung des eigenen Gefechtsstands/Feldlagers beteiligt und beteiligen soll ist der Absurdität und des Luxus der letzten zwei Jahrzehnte Aufstandsbekämpfung/Stabilisierung, bei dem die Widrigkeiten des Einsatzlandes und die Gefahren des Gefechts von einigen wenigen Soldaten erfahren und erlitten wurden, während erhebliche Teile der Truppe den Einsatz aus dem sicheren, von einheimischen und TCN-Soldaten gesicherten Feldlager, verwalteten und die logistische Unterstützung zu einem erheblichen Teil von einheimischen und TCN-Unternehmen sichergestellt wurden. Dabei kooperierten die einheimischen Sicherheitskräfte und Unternehmer mit dem Feind oder hatten zumindest Stillhalteabkommen und die Qualität der Leistung war insgesamt schlecht. Und alle diese Konflikte wurden verloren äääh es wurde eine „politische Lösung“ gefunden.

  • Atze Peng   |   26. Februar 2019 - 7:58

    @Boots on the Ground
    Ich war mir nicht bewusst dass noch erwähnt werden muss, dass die Soldaten natürlich auch im Ernstfall das Camp verteidigen und sich jederzeit selbst sichern( die beste Sicherung ist der Kamerad neben einem). Dennoch ist primär mit der Grundsicherheit die Force Protection betraut.

    Dass das KTC von „Einheimischen“, alias FAMa-Soldaten, mit der FP zusammen bewacht wird, ist vielleicht der Tatsache geschuldet, dass es eine mali’sche (und nicht deutsche oder europäische) Militärschule ist.

    Ich denke das gerade bei solchen Berichten/ Blogbeiträgen eher die Fakten zählen sollten und nicht persönliche Meinungen/ Spekulationen/ Halbwissen in den Raum geworfen werden sollten. So etwas kann für den „unbefleckten“ Leser irreführend sein.

  • 0815   |   26. Februar 2019 - 22:20

    Koffer | 25. Februar 2019 – 20:08
    EXAKT!

    Trotzdem ist das „Zivilpersonal im Soldatenstatus“ entsprechend in Form von „ASA 1,ASA 2, oder EGF mit Abschluß ELUSA (Abholpunkt 3) bis hin zur ELSA (Abholpunkt 4)
    entsprechend „Auszubilden“.

    ASA= allg.Soldatische Ausb.
    EGF= Erhalt Soldatische Grundfertigkeiten (nur für gedientes ZivPers)

    siehe auch : A-221/6 ; Kapitel 5; sowie die dazu geforderten Ausbildungsinhalte gem. Anlage 6.1, 6.2, 6.3

    Für alle ohne Zugriff….leider sind die Inhalte VS-NFD. Sorry!

    Kurzum: Halten sich ALLE an die Vorgaben im Rahmen der Ausbildung (der Mindeststandards !), somit ist jegliches Zivilpersonal im Soldatenstatus , vergleichbar zu allen anderen Teilen die an diese Vorschrift gebunden sind auszubilden!

    Von A wie ABC-Abwehr bis Z wie FeldlagerschutZ
    ;-)