Fürs Archiv: Jetzt offiziell – Keine Beschaffung der F-35

Ende Januar wurde im Verteidigungsministerium die Entscheidung getroffen, als Nachfolger der betagten Tornado-Kampfjets die Optionen Eurofighter von Airbus  einerseits und F/A-18 von Boeing andererseits zu untersuchen und damit auf das Modell F-35 von Lockheed Martin endgültig zu verzichten. Das war hier im Blog und auch anderswo nachzulesen; die Quellen dafür waren sehr gut – aber: es gab bislang keine entsprechende öffentliche Erklärung aus dem Ministerium dazu.

Das hat sich nunmehr geändert. In der Antwort auf eine entsprechende Frage des FDP-Abgeordneten Marcus Faber für die Fragestunde des Bundestages* am (gestrigen) Mittwoch erklärte der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Silberhorn:

Das Nutzungsdauerende des Kampfflugzeuges Tornado und die damit zusammenhängenden Betrachtungen geeigneter Nachfolgemuster zur Übernahme der Aufgaben und Rollen des Kampfflugzeuges Tornado werden aktuell untersucht.
Wesentliche Kriterien bei der Betrachtung sind die Harmonisierung zum binationalen Zukunftsprojekt Next Generation Weapon System/Future Combat Air System, der mögliche Einführungszeitpunkt eines Nachfolgers sowie der bruchfreie Fähigkeitserhalt einschließlich der Sonderrolle nuklearer Teilhabe. Vor diesem Hintergrund wurde am 31. Januar 2019 entschieden, die beiden Waffensysteme Eurofighter und F/A-18 im Weiteren als Lösungsoptionen zu untersuchen.

Mit dieser Stellungnahme on the record bestätigte Silberhorn nicht nur den Verzicht auf eine weitere Betrachtung der F-35, sondern auch, dass ein Nachfolger für die nukleare Teilhabe gesucht wird. Nun war das zwar allen, die sich mit dem Thema befassen, bislang auch schon klar – aber es fehlte die zitierbare öffentliche Erklärung. Die liegt jetzt vor.

(*Aus Zeitgründen wurde der Geschäftsbereich des Verteidigungsministeriums in der Fragestunde nicht aufgerufen. Frage und Antwort sind aber im offiziellen Plenarprotokoll des Bundestages enthalten.)

(Foto: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen vor einem Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 ‚Richthofen‘ am 5.2.2019 auf der estnischen Luftwaffenbasis Ämari)

 

72 Kommentare zu „Fürs Archiv: Jetzt offiziell – Keine Beschaffung der F-35“

  • Elahan   |   17. Februar 2019 - 23:26

    @SvD

    Was wir tun, was ich mir vorstelle, was machbar ist, was wir benötigen (je nach Szenar), was wir in 21 Jahren haben werden (ggf, evtl oder uU sogar verfügbar) und was unsere Partner wollen, sind mit Sicherheit verschiedene Dinge.

    Schauen Sie sich das Tornadoprojekt an, wie es begann, wer dabei war und dann nicht mehr, was am Ende dabei herauskam und was wir jetzt haben.

    Noch vor zwei Jahren war der Tornado bis 2035+ durch den Inspekteur Lw gesetzt und sollte durch das FCAS ersetzt werden, jetzt ist davon keine Rede mehr und der EF soll ersetzt werden. Schauen wir mal was 2025 so alles geschieht ;-)

  • Pmichael   |   18. Februar 2019 - 5:59

    Mir ist unklar welche wahnsinnigen Bombenlasten Einige hier transportieren will. Der Eurofighter kann mit CFT eine weitaus höhere Bombenlast weiter tragen als der Tornado.

    In welchen Größenordnungen träumen Einige hier?

  • Der Realist   |   18. Februar 2019 - 8:15

    Zum Theme FCAS:

    Wenn man etwas im Internet recherchiert, findet man Hinweise, dass es keine eierlegende Wollmilchsau werden wird, die alle Aufgaben mit einer Plattform abdeckt.

    Man unterscheidet jetzt schon zwischen 1-Sitzer und 2-Sitzer und landbasiert und seegestützt. Das ganze bemannt und unbemannt. Mit atomarer Rolle und ohne.

    Man darf nicht vergessen, dass es auch um Exporte geht.

    Am Ende werden es mehrere Plattformen mit ihren Aufgaben angepasster Auslegung werden, die technisch möglichst gleich sind. Ähnlich wie beim JSF-Programm.

    Wichtig ist jetzt etwas ganz anderes:

    Deutschland und Frankreich haben durch ihren Alleingang Großbritannien und Italien ziemlich verärgert, weshalb sich diese jetzt auf das Tempest-Programm stürzen.

    https://www.defensenews.com/global/europe/2019/02/15/taking-sides-italian-defense-industry-rep-attacks-franco-german-fighter-deal/

    Jetzt ist die Politik gefordert, die europäischen Staaten zur Vernunft zur bringen und EIN gemeinsames Projekt aus NGWS und Tempest zu machen. Alles andere wäre der gleiche Wahnsinn, den es bei Rafale, EF und Gripen gegeben hat.

    Weil das Ganze aber bis 2040 dauern wird, kommt das neue Projekt als Tornado-Ersatz nicht in Frage.

  • Zimdarsen   |   18. Februar 2019 - 10:52

    @Pmichael

    Es geht nicht um wahnsinnige Bombenlast, sondern um Ausrüstung (CFD, Recce, EloKa mit viel Ampere uem), Selbstverteidigung (LFK, BK und bis 2040 ggf Laser) und nicht zuletzt um Kraftstoff (Reichweite). Ein FCA-System ohne Reichweite um über die europäischen Grenzen zu wirken macht wenig Sinn.
    Dann besser das Geld in Flugabwehr und Grenzschutz investieren.

    @Der Realist

    Sie verwechseln FCAS mit NGF. Das FCAS ist ein System mit unterschiedlichen Plattformen, es spricht nichts dagegen, dass mehrere Kampfflugzeuge eingebunden werden

    Ich bin mir sicher, dass wir auch noch 2040 mind einen reinen Jäger benötigen und noch viel mehr eine OP-Plattform mit der Möglichkeit mind zwei Personen zu transportieren.

    Die Herausforderung wird auch 2040 eine stabile und breite Datenanbindung in rauem Umfeld zu gewährleisten und wenn es am Ende nur auf Sichtweise zu den Subsystemen (Drohnen, LFK etc) sein wird.

    Wir müssen uns auf ein Umfeld einrichten, bei dem so ziemlich alles was von Radiowellen abhängt, gestört wird.

  • Der Realist   |   18. Februar 2019 - 11:42

    @ Zimdarsen

    „Sie verwechseln FCAS mit NGF. Das FCAS ist ein System mit unterschiedlichen Plattformen, es spricht nichts dagegen, dass mehrere Kampfflugzeuge eingebunden werden<"

    Ich verwechsle es nicht. Darum schrieb ich Folgendes im selben Beitrag:

    "Jetzt ist die Politik gefordert, die europäischen Staaten zur Vernunft zur bringen und EIN gemeinsames Projekt aus NGWS und Tempest zu machen."

    NGWS ist nicht anderes als NGF.

  • Zimdarsen   |   18. Februar 2019 - 12:41

    @Der Realist

    Das eine Projekt ist dann wohl FCAS unter Umständen eben mit mehr bemannten Plattformen mit unterschiedlicher Auslegung.

    NGWS war als Nachfolger Tornado geplant und der EF sollte innerhalb FCAS eine Rolle spielen.
    NGF wurde von DEU und FR als Nachfolger EF ins Gespräch gebracht.

  • Zimdarsen   |   18. Februar 2019 - 13:06

    @Der Realist

    ….und zuvor:

    „Frankreich und Großbritannien haben nun den Auftrag für eine zweijährige Studienphase für ein Future Combat Air System (FCAS) unterzeichnet. Damit sollen Grundlagen für die Entwicklung eines unbemannten Kampfflugzeugs geschaffen werden.“ 05.11.2014 Flugrevue

  • moth   |   18. Februar 2019 - 13:09

    @Der Realist | 18. Februar 2019 – 8:15
    Ach was – der „Guido“ hatte eine schlechte Woche.
    Bin eh der Meinung dass Tempest final Teil des FCAS sein wird.

    Doch bevor wir uns jetzt in FCAS und „heavy bombloads“ verklumpen, auch etwas für die Popcorn- und Chips-Fraktion. Bitte keine Chips nach Mitternacht. Ist ungesund. ;-)
    https://www.youtube.com/watch?v=55xV3QcRgbM

    @Zimdarsen | 18. Februar 2019 – 10:52
    Volle Zustimmung.
    „Die Herausforderung wird auch 2040 eine stabile und breite Datenanbindung in rauem Umfeld zu gewährleisten ……“

  • Zimdarsen   |   18. Februar 2019 - 14:20

    Temptest wir den EF eher in den Schnittmengenfähigkeiten zum Tornado ersetzen. GB will vermutlich die F-35 und die EF im FCAS zusammen mit dem Temptest eher in der Klasse F22 betreiben.

    Da ist das deutsch-spanische-französische NGF eher eine Rafale und somit eher Ergänzung als Konkurrenz.
    Ist doch für die Entwicklung eine gute Aufteilung.
    Die Beschaffung kann ja dann europäisch laufen.

    The UK’s vision for Tempest
    – a large, twin-engined model with design traits broadly resembling those used on the Lockheed Martin F-22 and sixth-generation fighter concepts
    – is seen as incorporating a broad range of technologies, including an adaptable propulsion system, and a „virtual“ cockpit to be shown on a pilot’s helmet-mounted display. An operational platform could be manned or unmanned, and capable of deploying swarming munitions and carrying a laser directed-energy weapon.

    „….Tempest’s activities will span work across 50-60 national demonstrations, covering aspects such as low-observability, advanced sensors, propulsion and future cockpit design, contained within an existing FCAS technology initiative…..“

    Gavin Williamson:
    Early decisions around acquiring next-generation capability will be made by the end of 2020, with final investment decisions by 2025. By 2035, I want to see Tempest flying alongside world-beating Typhoons and [Lockheed] F-35s.“

    Key requirements for a future system include its developers‘ ability to call on spiral development techniques:

    – app-type software to support a system’s continued evolution through rapid capability enhancements.
    -future propulsion system, including meeting thermal management and cooling needs
    – diverted third stream of air from its gas turbine engines.
    -increased use of composite materials, plus – embedded generators
    – distortion-tolerant fan system
    – battery storage technology

    FlightGlobal

  • Der_Picard   |   18. Februar 2019 - 15:05

    Ich finde folgendes kam in den bisherigen Kommentaren zu dem Thema zu kurz :

    In 40 Jahren , in denen ich auf diversen LuftShows mit Luftwaffe Piloten gesprochen habe, kam immer eins klar heraus :
    Niemals mehr ein Kampfmuster mit nur einem Triebwerk fliegen !
    Egal ob Feindbeschuss, Vogelschlag oder technische Störung….beim Einmotorer bedeutet dies : Aussteigen, ggf. Pilotenverlust, sicherer Flugzeugverlust , ggf. Zivilverluste am Boden.
    Beim Zweimotorer bedeutet dies :
    Notfallflug zur nächsten Basis, Pilot heil, Flugzeug ggf. rettbar, keine Zivilverluste.

    Insofern ist dies allein aus Sicherheitsgründen schon ein Argument gegen die F-35.

    Stealth und High-Tech Kommunikatiosssysteme Hin, EU-NATO Kompatibilität Her :
    Ein Mix aus Eurofighter (die können beschafft undStück für Stück ggf. für nukleare Zwecke „vorbereitet “ werden und einer nuklear/SEAD fähigen F/A-18 wäre bis zum Eintreffen eines (wie auch immer gearteten) 6th Gen Fighters jenseits der 2040er ein durchaus ansprechendes Paket.

    Die Entscheidung nur für den Eurofighter (ohne F/A-18) wäre für mich die zweitbeste Option sofern endlich mal AIRBUS endlich gezwungen wird , sein Produkt so zu liefern , wie es versprochen wurde (aber das schaffen wohl nur noch die Chinesen mit Ihren offenbar perfekt funktionierenden 5th Gen. Kampfflugzeugen.)

    Und was soll diese dämliche Nuklearoption heutzutage noch ?

    Die USA und GB scheren sich nen Sch… um Europa (Kontinent) und werden im Falle eines RUS Einmarsches o.ä. NICHTS tun…
    Ich bezweifle eh, dass es bei einer möglichen zukünftigen CDU/Grünen/Linksregierung (Gott bewahre !) noch eine NATO Zukunft für D gibt und dass wir uns weiter mehr dem „Feind im Osten“ ausliefern und zur nicht wehrfähigen RUS Kolonie mutieren !

    Aktuell betrachtet benötigen wir, PL, HUN, CZ und alle anderen von RUS ehemals „Unterdrückten“ eine potente konventionelle (!) Abschreckung !

    Die F/A-18 alleine (ohne EF dazu) wäre dafür dann zuletzt die schlechteste Variante für die BW Beschaffer, da die F/A-18 dann als Zweitmuster in zu großer Stückzahl beschafft wäre (und somit nicht mehr als Übergangslösung zum 6th Gen Fighter angesehen werden kann) und der Eurofighter in allen Belangen (außer Trägerfähigkeit und SEAD) definitiv, trotz Industrieprobleme, das etwas bessere Kampfflugzeug wäre …und deutsche Arbeitsplätze sichert.

    Ich hoffe auf 40+ EF als Ersatz für 33 alte EF (1 Geschwader mit 2 Staffeln ausrüsten + Rederve) und 40+ EA-18 (Neuausstattung des TLW 51 inkl. SEAD)

    P.

  • Der Realist   |   18. Februar 2019 - 15:14

    @ Zimdarsen

    Und wer soll das bezahlen?

    Dann würden also in Europa Gripen E, Rafale, EF, NGF, Tempest und F-35 als Teil des FCAS eingesetzt werden?

    Wofür…?

    Schon die Rafale und EF waren ein Flugzeug zuviel, was man an den Entwicklungskosten und den Stückzahlen sieht.

  • moth   |   18. Februar 2019 - 15:49

    @all
    Ist ihnen etwas auf der Seite des Tornado der Luftwaffen-HP aufgefallen?

    https://www.luftwaffe.de/portal/a/luftwaffe/start/waff/jets/torn/!ut/p/z1/04_Sj9CPykssy0xPLMnMz0vMAfIjo8zinSx8QnyMLI2MfMIsXQw8DX29TS0tnTxDA4z0wwkpiAJKG-AAjgb6wSmp-pFAM8xxmOFoaGGqH6wfpR-VlViWWKFXkF9UkpNaopeYDHKhfmRGYl5KTmpAfrIjRKAgN6LcoNxREQCKfkYh/dz/d5/L2dBISEvZ0FBIS9nQSEh/#Z7_B8LTL2922LV9D0I1MK599BA185

    Da ist Reccelite 2x falsch geschrieben. Ich will hoffen dass Qualitätssicherung am „lebenden“ Objekt besser funktioniert.

  • Zimdarsen   |   18. Februar 2019 - 16:04

    @Der Realist

    Sie müssen das auf der Zeitachse sehen und was sich am Ende geplant und ungeplant ergibt.

    Im Moment haben wir in Europa eine Unzahl von Flugzeugen in der Klasse EF und darunter, bis auf die F-35 wird wohl keines 2050 erreichen oder eben dann auslaufen. Auch ist noch nicht klar, wie weit die USA in FCAS eingebunden werden (Evtl NATO Standards als Schnittstellen) aber dafür werden die Briten schon Sorgen.

    Zwei OP Plattformen plus F35 ab 2035 (eher CR nach 2040) ist nicht viel. Die Entwicklung wird eh bezahlt, zudem will GB ja auch viele nicht EU Staaten mit ins Boot (Flieger) holen. Der Kauf der Lfz wird sich nach Bedarf und Haushaltskasse richten. Bazahlen werden das die welche sich mit 2% Forderungen in die Welt begeben und das Geld locker machen. Wer Geld für Berater, A-Waffen, Flugzeugträger, U-Boote hat, muss eben auch die Fähigkeiten in der Luft für 2040 plus entwickelt. Man kann es auch lassen, ist halt dann nix. USA freuen sich auf Kunden und Abhängigkeiten in diesem Bereich, Autos können Sie ja nicht.

    Auf dem Weg wird noch viel geschehen, siehe ach die letzten zwei Jahre.

  • Der Realist   |   18. Februar 2019 - 16:16

    @ Der_Picard

    Ich bin absolut bei Ihnen.

    Sowohl, was die Single Engine Auslegung der F-35 angeht, als auch Ihre Idee, dass die Kombination weiterer EF plus Growler die beste Option darstellt.

  • Magmakammer   |   18. Februar 2019 - 16:50

    @Moth
    Eigentor!
    Er heißt RecceLite
    Siehe
    http://www.rafael.co.il/5651-1038-en/Marketing.aspx

    [Ja eben, da steht unten „Recce Light“.. T.W.]

  • Pmichael   |   18. Februar 2019 - 18:21

    @Zimdarsen

    Und nun müssen Sie mir erklären wieso dies nicht möglich wären, mit den momentanen Reichweiten des Eurofighters und Rafale.

  • SvD   |   18. Februar 2019 - 19:44

    Der Realist | 18. Februar 2019 – 8:15

    „Am Ende werden es mehrere Plattformen mit ihren Aufgaben angepasster Auslegung werden, die technisch möglichst gleich sind. Ähnlich wie beim JSF-Programm.“

    Alles, nur das nicht. Es sind gerade mal um die 25% der A, B und C Variante gleich. Die anderen Teile sind für das jeweilige Modell abgewandelt oder gänzlich anders.

    @all
    Die Reichweite ist relativ. Bitte nicht wieder die Frage wie die B61 nach Russland gelangen soll… Feifallbomben sind OBSOLET.

    Und die B61 ist Wahnsinn, wie oben bereits von mir angeschnitten:

    „Das eigentliche Himmelfahrtskommando ist das Ausklinken einer B61-12 in mehreren Kilometern Höhe, dort wo einen die „passable Luftverteidigung“ gut erfassen kann, um die tollen Lenkeigenschaften und die Reichweite nutzen zu können.“

    Man hat noch nicht mal einen Flügelsatz angebaut, wie bei der JDAM-ER, um aus der einfachen Gleitbombe einen Gleitsegler zu machen. Der Flügelsatz kostet quasi nix und ihn an die B61 anzupassen kann nicht so schwer sein. Boeing bietet sogar einen für Torpedos an. Stattdessen hat man wieder einen Rotationsraketenmotor verbaut, der die Bombe in eine Drehung versetzt…

    Die olle B61 sollte vor über 30 Jahren ersetzt werden, weil die Sprengköpfe nicht Feuerfest sind und der Abwurf von Freifallbomben anachronistisch ist. Der Marschflugkörper SRAM-T wurde 1991 zusammen mit der Version für die USAF eingestellt. Der für die nukleare Teilhabe geplante W91 Sprengkopf war der letzte in den USA entworfene, welcher die letzte Entwicklungsphase erreicht hat. Seit dem herrscht Stillstand.

    Man hätte aber nach dem Urlaub russischer Truppen auf der Krim ein Programm zur Einrüstung von Nuklearsprengköpfen in Waffensysteme, die sich bereits im Bestand befinden, starten können:

    AGM-154 JSOW (Joint Standoff Weapon) – Gleitsegler, Marschflugkörperversion in Arbeit

    AGM-158 JASSM (Joint Air-to-Surface Standoff Missile) – Marschflugkörper

    AGM-84H/K SLAM-ER (Standoff Land Attack Missile-Expanded Response) Marschflugk.

    Die W85 der Pershing II, die man in eine etwas krude B61-10 umgebaut hat, reichen von der Stückzahl her aus (ca 200). Die liegen eh seit 2005 irgendwo eingelagert rum. Yield von 0.3 / 5 / 10 / 80 kt ist nutzbar. Das ist mehr als die B61-12 liefern würde und liegt zwischen den max. 45 und 170 kt die die Mod 3/4 der Nuklearen Teilhabe liefern.

    Allerdings sollen aktive und eingelagerte Mod 3, 4, 7 und 10 ausgeschlachtet werden um die Mod 12 zu bauen. Die Gesamtsumme der Bomben sinkt dabei signifikant. Es hängt aber davon ab wie viele Mod 12 gebaut werden. Die Sprengköpfe der Mod 10 werden nicht übernommen, höchstens Anbauteile.
    Bleibt noch ein Typ übrig; die 11er ist ein sehr spezieller Bunkerbrecher und bleibt erst mal außen vor, sind eh nur ca. 50 Stück gebaut worden.

    Da die USA nun wieder ihre Marine mit nuklear bestückten Marschflugkörper bewaffnen wollen, ist fraglich welche Sprengköpfe am Ende übrig bleiben. Man wird aber wohl hunderte W-80 reaktivieren oder modifizieren.

    https://fas.org/blogs/security/2014/10/w80-1_lrso/

  • moth   |   18. Februar 2019 - 19:55

    @ Magmakammer
    Zu RecceLite:
    Bedenklicher als 2x „Reece Light Pod“ zu schreiben ist, dass das offensichtlich niemand von RAFAEL aufgefallen ist.
    Wenn einer meiner „strategischen“ Kunden Produktnamen falsch publizieren würde….oha dann wäre was los.

    @Der Realist
    Typhoon und Growler. Yeppppp!

  • Magmakammer   |   18. Februar 2019 - 20:48

    @Moth + T.W.
    Ok. Meines Wissens nach sind Recce Light und RecceLite tatsächlich 2 verschiedene Pötte. Melde mich wenn ich weitere Quellen habe.

  • Der Realist   |   19. Februar 2019 - 14:58

    @ SVD

    Möglichst gleich bedeutet nicht umbedingt, dass man so viele Kompromisse, wie bei der F-35 eingehen muss.

    Aber wenn die Systeme, Triebwerke, Fahrwerke, usw. sehr ähnlich oder sogar gleich werden, ist in der Logistik viel gewonnen.

    Die aerodynamische Auslegung, Gewichte, Besatzung ja oder nein, bzw. 1 Mann oder 2 Mann-Cockpit ist dann entsprechend der Aufgabe zu wählen.

    So entstehen am Ende verschiedene Varianten mit einer technischen Basis.

  • Der Realist   |   19. Februar 2019 - 15:31

    Die Growler wird anscheinend auch für andere europäische Luftwaffen interessant:

    https://www.flightglobal.com/news/articles/finland-approved-to-be-offered-ea-18g-growler-455884/

  • Der Realist   |   27. Februar 2019 - 13:25

    Falls es wirklich die Boeing werden sollte, bietet sich Folgendes als Ergänzung an:

    https://www.flightglobal.com/news/articles/picture-being-unveils-new-loyal-wingman-drone-in-au-456123/

    Diese Drohne wird explizit für den Einsatz als Loyal Wingman der F-35 und F-18 entwickelt.