Lesestoff: ‚Missile Defense Review‘ der USA – und: Rückkehr zu Star Wars?

Das ist ausführlicher Lesestoff fürs Wochenende: Die US-Regierung hat am (gestrigen) Donnerstag ihren neuen Missile Defense Review vorgelegt, die Planung zur Abwehr von Raketenangriffen. Offensichtlich über das hinaus, was in diesem Review selbst drin steht, hat Präsident Donald Trump bei der Vorstellung im Pentagon deutlich weit reichendere Vorstellungen skizziert:

We are committed to establishing a missile defense program that can shield every city in the United States. And we will never negotiate away our right to do this.
Second, we will focus on developing new technology, not just investing more money into existing systems. The world is changing, and we’re going to change much faster than the rest of the world. (…)

The United States cannot simply build more of the same, or make only incremental improvements. What we’ve done to Iran since I’ve become President is rather miraculous. I ended the horrible, weak Iran Nuclear Deal. And I will tell you, Iran is a much different country today than it was two years ago. It’s not the same and it won’t be the same. And I do believe they want to talk.
It is not enough to merely keep pace with our adversaries; we must outpace them at every single turn. We must pursue the advanced technology and research to guarantee that the United States is always several steps ahead of those who would do us harm.
Third, we will protect the American people from all types of missile attacks. In the past, the United States lacked a comprehensive strategy for missile defense that extended beyond ballistic missiles.
Under our plan, that will change. The U.S. will now adjust its posture to also defend against any missile strikes, including cruise and hypersonic missiles. And we are, by the way, very advanced also on hypersonic technology and missiles. We will always be at the forefront of everything.
Fourth, we will recognize that space is a new warfighting domain, with the Space Force leading the way.
My upcoming budget will invest in a space-based missile defense layer. It’s new technology. It’s ultimately going to be a very, very big part of our defense and, obviously, of our offense. The system will be monitored, and we will terminate any missile launches from hostile powers, or even from powers that make a mistake. It won’t happen. Regardless of the missile type or the geographic origins of the attack, we will ensure that enemy missiles find no sanctuary on Earth or in the skies above.
(Der komplette Text hier)

Das klingt nach der Neuauflage der Star Wars-Initiative des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan. Trumps Ankündigungen, so schreibt die New York Times, seien in ihrer Forderung nach grundlegenden neuen Technologien so nicht in dem vorgestellten Plan enthalten, in dem es eher um schrittweise Anpassungen der US-Raketenabwehr gehe.

Bei einem Briefing zu diesem Missile Defense Review haben Beamte des Pentagon die Ausweitung der Raketenabwehr über ballistische Raketen hinaus auf weitere Systeme wie Überschallflugkörper hervorgehoben, aber übrigens auch die gewünschte Zusammenarbeit mit Alliierten auf diesem Feld – die Trump gar nicht erst erwähnte:

The key thing that I would draw to your attention is the expansion of the coverage, and the policy statement that we’re going to defend the United States not only from ballistic missile attacks, but attacks from hypersonic weapons, hypersonic missiles and cruise missiles.
It’s a noteworthy change from the policy that existed before, but it’s a reflection of the threat environment, the security environment in which we are operating. (…)
This will be a robust response by the United States, a robust missile defense system that we go forward with and we’re going to do that not only with advancements in United States capabilities, preserving the capabilities that have been put out in the field or are in the process of being placed in the field, but adding new technologies and new approaches to missile defense, and we’re also going to do that, as mentioned in the Missile Defense Review at some length, with allies and with friends around the world.
We’ve had some very substantial and successful collaborative efforts with countries like Japan. For example, the Japanese minister of defense was here yesterday. That was a part of our discussion, the success that we have had and a willingness of both parties, in Japan and the United States, to explore potential expanded cooperation going forward.
We’ve had very successful efforts at NATO with our allies there, first a decision by the alliance to defend its territory and people against ballistic missile attacks; to defend its deployed forces against missile attacks, and we’re going to continue with that collaboration; and then, of course, we’ve had strong collaborative efforts around the Middle East, as well.

Wer sich selbst ein Bild machen will:

2019 Missile Defense Review – Executive Summary

2019 Missile Defense Review

(Foto: President Donald J. Trump, joined by Vice President Mike Pence, addresses his remarks at the Pentagon Thursday, January 17, 2019, announcing the Pentagon’s Missile Defense Review – Official White House Photo by Joyce N. Boghosian)

64 Gedanken zu „Lesestoff: ‚Missile Defense Review‘ der USA – und: Rückkehr zu Star Wars?

  1. Ich finde die Absicht die Raketenabwehr zu stärken grundsätzlich eine gute Sache. Gerade vor dem Hintergrund, dass es inzwischen immer mehr Ländern gibt, die über Atomwaffen und die Notwendigen Raketen verfügen.

    Ein strategisches Arsenal vom Kaliber Russlands oder Chinas wehrt man jetzt nicht so einfach ab, aber ich würde ruhiger Schlafen im Wissen, dass religiöse Fanatiker in Teheran oder der dicke Onkel aus Nordkorea nicht mal schnell aus einer Laune heraus den Westen in ein atomares Trümmerfeld verwandeln können.

  2. @ Henrik

    Das Problem an der Sache ist aber, dass Russland und China den USA nicht abnehmen würden, einen Raketenabwehrschirm aufzubauen, der nur gegen den Iran oder Nordkorea gerichtet ist. Ich denke nicht, dass man im Kreml oder in Zhongnanhai dabei zusieht, wie so ein Abwehrschirm die eigene Zweitschlagkapazität so weit einschränkt, dass man im Worst Case nicht mehr auf einen amerikanischen Erstschlag reagieren könnte. Aus unserer Sicht mag das absurd klingen, aber in Moskau und Beijing pflegt man leider eine andere Weltsicht, wie man zu Amtszeiten von Präsident Bush jr. anhand der scharfen Reaktion auf die National Missile Defense sehen konnte.

  3. Schade!
    Das Geld wäre in weltweiten Gesundheits-, Essen- und Infrastrukturprogrammen auf Dauer besser angelegt. Ein globales wettrüsten hatten wir schon und leider beginnt es, dank der diktatorisch veranlagten Regionalpolitiker, wieder. Sie schaffen es nicht einmal darüber nachzudenken wie ca. 8 Mrd. Menschen in Frieden miteinander leben könnten. Auch wenn dies in Gänze kaum möglich ist, so ist der Protektionismus definitiv nicht die heilbringende Lösung!

  4. Echt? Meines Wissens hat Nordkorea nur wenige Atomsprengköpfe und kann diese gerade einmal bis Guam (160.000 Einwohner) oder Hawaii (1,5 Millionen Einwohner) befördern – der sofortige atomare Gegenschlag würde Nordkorea (24 Millionen Einwohner) jedoch zweifelsohne völlig auslöschen. Insofern sehe ich keinen „Gewinn“ in einem Angriff auf die USA und halte dieses Szenario für einen klassischen Fall von „suicide by ICBM“.

  5. Von Reagans „Strategic Defense Initiative (SDI)“ über Clinton bis Bush jr, dann als als „National Missile Defense (NMD)“ mit bekannten Zielen, ähnlichen, wie heute.
    „Errichtung eines Gürtels moderner, land-, see-, luft und weltraumgestützter Waffensysteme, zum Abfangen sowjetischer ICBM“ als Schutz amerikanischen Mutterlandes, und – nur nebenbei (?) – Aushebeln sämtlicher ruinöser Rüstungsanstrengungen der UDSSR hierzu.
    Moskau reagierte mangels eigener Fähigkeiten politisch: „Provokation eines Wirtschaftskrieges … zur Schwächung sowjetischer Ökonomie“ (Astrophysiker Carl Sagan).

    Bislang sind seitens Putin Äußerungen nicht vernehmbar. Fatal für Moskau wäre die Erkenntnis der Vergeblichkeit sämtlicher Investitionen in „hypersonic weapons, hypersonic missiles and cruise missiles“, die überlegene U.S. Technologie auf Basis größerer Finanzkraft zunichte machten.
    Nicht unerwartet kämen verklausulierte Angebote bei INF sowie New START Gesprächen. Jedenfalls wurden, vor Trumps Ankündigung allerdings, das Interesse an Weiterführung von Abrüstungsgesprächen angekündigt und sogar ein vor Ort Besuch in Kaliningrad bei einer Iskandr-Einheit in Aussicht gestellt.

  6. „My upcoming budget will invest in a space-based missile defense layer“.
    Allerdings https://www.defensenews.com/pentagon/2019/01/17/the-missile-defense-review-is-out-will-congress-fund-it/ ist die Finanzierung alles andere als gesichert.
    Denn, „questions are emerging over whether these systems will be funded by a Democratic House of Representatives that is looking to cut defense spending …“
    Nicht wirklich weit hergeholt könnten daher Gedanken sein, die dem Dealmaker in Zusammenhang mit „the Wall“ als auch „shutdown“ Zugeständnisse abverlangten zur Absicherung seiner Rüstungsabsicht.

  7. @Klaus-Peter Kaikowsky

    „Fatal für Moskau wäre die Erkenntnis der Vergeblichkeit sämtlicher Investitionen in „hypersonic weapons, hypersonic missiles and cruise missiles“, die überlegene U.S. Technologie auf Basis größerer Finanzkraft zunichte machten.“

    Fatal für die ganze Welt wäre es, auch nur ansatzweise daran zu glauben, man könne in einem Krieg gegen Russland einen 100 prozentigen Schutz gegen ballistische Flugkörper, „hypersonic weapons, hypersonic missiles and cruise missiles“ gewährleiten.

    Da waren wir im Kalten Krieg schon weiter als heute. Vermutlich hatten wir zu lange keinen Krieg mehr auf unserem Territorium. Die Hasardeure werden wieder „übermütig“.

  8. @Stephan L.

    Ein Abwehrschirm richtet sich gegen niemanden. Das besagt die Bezeichnung schon. Er macht vielleicht die Absichten jemandes anderes zunichte. Wer immer das sein mag. Für mich sind Defensivsysteme voll in Ordnung. Ich hätte so etwas für uns auch gerne.

  9. „…Zugeständnisse abverlangten zur Absicherung seiner Rüstungsabsicht.“

    Ein quid pro quo?

    Ich vermute da eher ein Ablenkungsmanöver. Das eine Projekt hat er mit ordentlich Karacho an die Wand gefahren, da geht kein Schritt mehr vor und zurück nur mit Gesichtsverlust.
    Verkündung anderer „positiver Nachrichten“ ist da sehr willkommen. Natürlich noch etwas „aufgepeppt“ damit es möglichst einschlägt wie ne Bombe.

  10. @Pio-Fritz
    „Ein Abwehrschirm richtet sich gegen niemanden. Das besagt die Bezeichnung schon.“

    Sie liegen komplett falsch. Das Prinzip der gegenseitigen nuklearen Abschreckung wirkt nur dann, wenn der potenzielle Gegner über eine gesicherte Zweitschlagfähigkeit verfügt.
    Siehe hierzu die Hintergründe des ABM-Vertrags:

    „…Der ABM-Vertrag war erstmals ein Vertrag, der nicht Offensiv-Waffen, sondern Defensiv-Waffen begrenzte und damit die gegenseitige Verwundbarkeit der Großmächte erhöhte. Die zugrunde liegende Überlegung war, dass kein Land einen nuklearen Erstschlag führen wird, wenn es sich gegen den unweigerlich folgenden Gegenschlag, den Zweitschlag, nicht ausreichend schützen kann. Die Angst vor der eigenen Vernichtung sollte einen direkten Erstschlag mit Nuklearraketen ausschließen…“

    https://de.wikipedia.org/wiki/ABM-Vertrag

  11. @Pio-Fritz
    „Ein Abwehrschirm richtet sich gegen niemanden. Das besagt die Bezeichnung schon.“

    Wenn es schießt und auf fremdem Gelände wirksam sein kann ist es nicht mehr auf Abwehr eingeschränkt. Egal was auf dem Etikett steht.
    Unter Verbündeten mag ein Versprechen da vielleicht helfen, unter Gegnern ist das ne Waffe mit potenzieller Erstschlagfähigkeit.

  12. @Pete | 18. Januar 2019 – 19:09

    Die USA sind am 13.06.2002 von dem von Ihnen zitierten Vertrag zurückgetreten. Die Aussage ist nach wie vor richtig, nur hat sie nach 16,5 Jahren und einer Reihe von neuen „Mitspielern“ keine Relevanz mehr.

    @KlausTrophobie | 18. Januar 2019 – 19:11

    Wir reden hier über Nuklearwaffen, die bekämpft werden. Die werde ich doch so zerstören, das ich kein Problem mit dem Fallout bekomme.
    Abschreckung bedeutet doch, so stark so zu sein, das mich der Gegner nicht angreift, weil er (mit) untergeht. Und wenn es nur eine Drohgebärde für die INF-Gespräche ist, ist es auch gut. Vielleicht funktioniert es ja, alles andere hat zumindest nicht funktioniert.

    Zur Technik selbst kann ich nichts sagen, daher kann ich Ihre Aussage zu „Schießen“ und „Wirksamkeit auf fremden Gebiet“ nicht kommentieren.

  13. @KlausTrophobie
    „Waffe mit potenzieller Erstschlagfähigkeit“.
    Auf gar keinen Fall!
    Jetzt also bitte Fakten zur Kenntnis nehmen
    Seit den erfolgreichen diversen Abrüstungs- und Waffenkontrollverhandlungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts (KSZE, ABM, WD, SALT, START etc.) ist so ziemlich alles zum Themenkreis Rüstungskontrolle Gehörige verbindlich definiert, so auch die
    „Erstschlagfähigkeit (first-strike-capability):
    Die Fähigkeit eines Staates oder Bündnisses mit einem ersten Schlag das gesamte nukleare Gegenschlagspotential so weit zu dezimieren, dass ein vernichtender Vergeltungsschlag ausgeschlossen werden kann“.
    Und exakt dies kann ein REAKTIVES „missile defense program“ nicht, es müsste dazu nämlich die Leistung zur nahezu kompletten Vernichtung des gesamten RUS Nuklearpotentials (Land, Luft, See) beinhalten.

    [Am Ton arbeiten wir noch – und die belehrende Fettung habe ich mal rausgenommen. T.W.]

  14. Es gab zu Zeiten des ersten „Star Wars“ mal einen Comedy-Fernsehbeitrag von ich weiß nicht mehr wem:
    Der Amerikanische Präsident und der russische Präsident (o. s. ä.) unterhalten sich über das Programm, am Ende kommt heraus dass Russland, sollte das Programm durchgezogen wird und funktioniert wehrlos ist:
    Greift Russland an werden die Raketen abgeschossen und Amerika schlägt zurück.
    Greift Amerika an werden die Raketen einschlagen und die zurückgeschossenen Raketen werden abgewehrt.
    Und dieses Problem wäre für mich als Nicht-Amerikaner mit Atomwaffen ein großes,
    Werferfehler

  15. @KPK
    Die von Ihnen gegebene Definition:
    „Die Fähigkeit eines Staates oder Bündnisses mit einem ersten Schlag das gesamte nukleare Gegenschlagspotential so weit zu dezimieren, dass ein vernichtender Vergeltungsschlag ausgeschlossen werden kann“

    umfasst die Klausel: „… dass ein vernichtender Vergeltungsschlag ausgeschlossen werden kann“ – und dies erreicht man eben nicht nur durch die a priori Vernichtung des Gegenschlagpotenzials, sondern auch durch das Abfangen ebendesselben durch SDI etc. Von daher kann man das schon als Komponente der Erstschlagsfähigkeit ansehen.

    Schönes Wochenende allen!

  16. Wir sehen Wettrüsten live. Damit hat die Welt Erfahrung.

    Die eine Seite installiert mit beachtlichem finanziellem Aufwand Mittelstrecken- und Hyperschall-Raketen, die andere Seite installiert passende Abwehr- und Vergeltungsmaßnahmen um diese Investition ad absurdum zu führen. Die eine Seite droht mit der Annektion eines unabhängigen Landes und rüstet die Offensivfähigkeiten auf, die andere Seite rüstet die Defensivfähigkeiten auf. Das ganze ist eher ein Schach- als ein Pokerspiel und durch die Erhöhung des Einsatzes wird der Gegner von Dumm- und Frechheiten abgehalten. Unv vieleicht geht ihm irgendwann das Geld aus. Dann reden wir wieder.

    Auch mit einem hochentwickeltem Abwehrsystem wird der Westen keine offensiven Operationen gegen Rußland oder China unternehmen.

    „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben,
    wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.“
    Wilhelm Tell IV, 3. (Tell)

  17. https://eu.usatoday.com/story/news/world/2019/01/17/missile-defense-review-north-korea-still-poses-extraordinary-threat/2610585002/ legt mit Nordkorea als Vehicle den Finger in die Wunde der nuklearen Fähigkeiten bei Dritten.
    Vordergründig richtet sich Trumps Ansatz natürlich gegen russische hypersonic weapons, hypersonic missiles and cruise missiles.
    Die beiden einzigen Superpowers im Nuklearen dürften allerdings auch deutlich angetrieben sein von entsprechenden Absichten, teils bereits umgesetzt, vor allem in China.
    Mögliche Verhandlungen, die hoffentlich den gesamten nuklearen Bedrohungsrahmen betrachten, also plus INF, plus New START, haben den globalen Fähigkeitsrahmen zu berücksichtigen, sonst hinterließen sie Unvollendetes.
    Nicht zuletzt die Europäer verschaffen sich Gehör?
    Schließlich bestehen gerade bei INF ausschließlich nicht-europäische Kapazitäten, die aber ebenso fast ausschließlich europäischen Lebensraum beträfen.

  18. Unerwartet Neues für die F35, sie wird Teil der Missile Defensie Review (MDR)!
    „One thing the Pentagon appears ready to move out on is using the F-35 as a sensor platform for missile defense tests. …We have plans to integrate the F-35 into our missile tests to assess their capability” to be integrated into the overall missile defense system.
    https://breakingdefense.com/2019/01/missile-defense-review-a-multi-billion-iou-to-white-house/
    Der Jet wird auf jeden Fall als sensor platform für missile defense tests Verwendung finden. Weiterführende Absicht, mit entsprechender Bewaffnung Gegnersysteme in der Anfangsphase schlagen.
    https://breakingdefense.com/2018/04/f-35-ready-for-missile-defense-by-2025-mda-chief/

  19. @KPK

    Nicht böse sein, aber versuchen sie mal bitte Ihren Schreibstil zu vereinfachen.
    Manchmal muss man ihren Kommentar (nicht jeden) mehrmals lesen, damit man versteht was Sie meinen.

  20. Trump der alte Krämer. Erst den INF-Vertrag kündigen, dann verkauft er uns Europäern die Gegenmaßnahmen. Japan und Middle East sind schön aufgesprungen.

    Middel East? Israel? Iron Dome?

    Mein Gott! Es geht bei Nuklearer Abschreckung nicht um die Masse der Sprengköpfe/Trägersysteme, welche offensichtlich sind, sondern die Drei bis Elf (Trelf) WaSys dir gut versteckt sind. Die reichen dann völlig aus.

    Das ist Russisch Roulette was der Mann spielt mit der EU die den Lauf am Kopf hat!

  21. @AOR

    Richtig, selbst Iron Dome hat „nur“ eine rund 90% hohe Abfangrate.
    Und die restlichen 10% reichen eben aus.
    Mal von der Idee als solche vollkommen abgesehen, was denn der Iran (oder Nordkorea usw.) für Vorteile hat mit Atomraketen seine Nachbarn (oder andere Staaten) zu beschießen.
    Die Atomraketen spielen eben auf einen ganz anderen Feld als konventionelle Waffen.
    Viel größere Sorgen würde ich mir als Staatsmann um radikalere Kräfte in fremden Staaten machen. Und durch den Raktenschild befeuert man doch eher noch diese Kräfte.
    Nordkorea, Iran haben Atomwaffen weil sie nicht so enden wollen wie andere Machthaber. Ganz einfach.
    Wäre mir auch lieber, wenn sie keine hätten. Ist jetzt aber zu spät.
    Mir wäre aber auch lieber, wenn niemand auf der Welt Atomwaffen (und Biologische und Chemische Waffen) hätte.

  22. Natürlich wird ein „Verteidigungsschild“ (wie auch immer der aussieht, ob Laser, Abfangraketen oder kinetic kill) die Zweitschlagfähigkeit einer Nation ohne derartigen Schild reduzieren.

    Dabei ist allerdings von Bedeutung, dass a) der Schutz wie gesagt, nicht 100% beträgt und b) die Gegenseite ein solches System irgendwann auch haben wird. Dann herrscht wieder Waffengleichheit. Für die Dauer einer derartigen defensiven Überlegenheit wird aber die derzeitige, aggressive Hegemonialpolitik Putins in seiner unmittelbaren Nachbarschaft für Russland wieder riskanter, wenigstens gefühlt.

    Wo man sich sonst relativ sicher wähnen konnte, dass der Westen außer beleidigtem Gemaule wenig sagt, wenn russische Soldaten durch die Ostukraine marschieren und dort Marionettenregimes stützen oder de facto die Krim annektieren, den freien Seeverkehr in der Straße von Asow behindern, usw. usw., sieht das vor dem Hintergrund einer verringerten Drohung durch seine eigenen strategischen Atomwaffen wieder etwas anders aus.

    Putin liefe bei einer Indienststellung eines solchen Abwehrsystems Gefahr, dass seine übliche Strategie perspektivisch versagt, bzw. nicht mehr dieselbe Effektivität besitzt – jedenfalls bis er ähnliche Kapazitäten aufbaut.

    Sobald allerdings beide Seiten über wirksame Abwehrsysteme verfügen, öffnet sich ein Tor für eine umfassendere nukleare Abrüstung, als je zuvor. Wenn strategische Waffen weitgehend nutzlos werden, weil ihre jeweilige Abwehr wahrscheinlich wird, braucht man sie am langen Ende nicht mehr zur Abschreckung. Das aber kann insgesamt für die Welt nur positiv sein.

    Die „Wünsch-Dir-Was“-Welt ohne Waffen und Krieg gibt es nicht. Frieden ist nicht der automatisch eintretende Normalzustand unter Menschen, sondern historisch prinzipiell die Ausnahme. Si vis pacem, para bellum. Frieden kann nur hart erarbeitet werden. Und ein wesentlicher Teil davon ist es, anderen klar zu machen, dass es sie sehr viel mehr kosten wird, einen Krieg zu beginnen als einen selbst.

    Das mag man für unbefriedigend (!!) halten, ist aber leider so.

  23. Moin, kurz und knapp, ein wie durch Mr. T. beschriebenes Szenario des unbegrenzten Wettrüstens im Weltraum oder in erdnahen Umlaufbahnen führt zur globalen Katastrophe – wirtschaftlich wie militärisch.

  24. @AoR | 20. Januar 2019 – 18:52 und @Harald | 21. Januar 2019 – 0:06

    Ich denke, Ihre Überlegungen gehen da nicht weit genug. natürlich wird ein Schutzschirm keine 100%ige Sicherheit garantieren, wo gibt es die schon?
    Aber selbst mit Schirm, wenn sich die USA, RUS und CHN nuklear an die Gurgel gehen, dann ist auf der Erde Schicht im Schacht. Das, was der Fallout nicht erledigt geschieht dann durch die Asche- und Staubwolken in der Atmosphäre.
    Bei kleineren Atommächten oder Besitzerstaaten sowie Terroristen sieht es dann eben schon anders aus. da passiert dann eben nichts, weil der Schirm alles abfängt.

  25. @Pio-Fritz  

    Bei Terroristen nützt ein Schirm nichts, denn die lassen es nicht von oben regnen und auch Staaten sind in der Lage Atomwaffen auch ohne Raketen zu verbringen.

    Ggf geht das auch schon vor einem offenen Konflikt.

  26. @Pio-Fritz
    „…Aber selbst mit Schirm, wenn sich die USA, RUS und CHN nuklear an die Gurgel gehen, dann ist auf der Erde Schicht im Schacht. Das, was der Fallout nicht erledigt geschieht dann durch die Asche- und Staubwolken in der Atmosphäre…“

    Stimmt!

    „…Bei kleineren Atommächten oder Besitzerstaaten …sieht es dann eben schon anders aus. da passiert dann eben nichts, weil der Schirm alles abfängt…“

    Könnte eventuell funktionieren, Restrisiko bleibt immer!

    Die Schlußfolgerung aus Ihren zwei obigen Annahmen ist doch,

    1. dass es sinnvoll wäre, wenn „die großen nuklearen Player“ Anstrengungen unternehmen würden, GEMEINSAM einen „Schirm“ zu etablieren, um kleinere Atommächte einzuhegen. Ob das wirklich geht ist eine andere Frage.

    2. dass durch alle einseitigen Ausstiege eines „großen Players“ aus existierenden nuklearen Rüstungskontrollverträgen mit anderen „großen Playern“ die Sicherheit nicht erhöht wird, sondern reduziert wird, weil die Abschreckung möglicherweise in Frage gestellt wird.

  27. @Pete | 21. Januar 2019 – 12:30

    Die Schlußfolgerung aus Ihren zwei obigen Annahmen ist doch,

    1. dass es sinnvoll wäre, wenn „die großen nuklearen Player“ Anstrengungen unternehmen würden, GEMEINSAM einen „Schirm“ zu etablieren, um kleinere Atommächte einzuhegen. Ob das wirklich geht ist eine andere Frage.

    Das ist Ihre Schlussfolgerung. Die hätte ich nicht gezogen, da dieses voraussetzt, das sich die drei (USA;CHN; RUS) vorher einigen und ein Abrüstungsregime, Nichtangriffspakt oder eine Allianz irgendeiner Art entsteht. Das halte ich für völlig utopisch. Mir geht es darum, den Blick etwas weiter als bis zu RUS als einzigen „Gegenspieler“ zu lenken.

    zu2. Natürlich wird die Sicherheit mit der Kündigung von Abrüstungsverträgen nicht erhöht. Da sind wir uns einig. Aber nicht, weil die Abschreckung in Frage gestellt wird. Sondern weil ungehemmten Wettrüsten Tür und Tor geöffnet wird. Das treibt vielleicht einen der Beteiligten so in die Ecke, dass er in Panik auf den berühmten roten Knopf drückt.
    Die Zeit des Blockdenkens und bilateraler Abrüstungsverträge geht dem Ende zu. Es hilft den beiden beteiligten Parteien (z.B. USA und RUS) nicht, INF aufrecht zu erhalten, wenn andere Staaten (CHN, IRN und Nordkorea) genau in dem Sektor nach- und aufrüsten. Es werden internationale Verträge gebraucht wie der Atomwaffensperrvertrag. Und wer nicht mitunterzeichnet wird geächtet und mit wirtschaftlichen Sanktionen überzogen, das es nur so kracht.
    Leider auch völlig utopisch, die angeborene Gier nach Macht und Besitz wird es zu verhindern wissen.

  28. Russen gestehen Existenz des umstrittenen Raketensystems (SSC-8) zu, bestreiten allerdings Verletzung von INF abkommen, da Reichweite kleiner 500 km sei.
    https://www.reuters.com/article/us-usa-nuclear-russia/russia-acknowledges-new-missile-but-says-it-does-not-breach-treaty-idUSKCN1PF0ZV
    Während der letztwöchigen Abrüstungskonferenz in Genf unterstellte der U.S. Beauftrage Robert Wood weiterhin bis zu 1500 km Radius, womit eine Vertragsverletzung vorläge.
    Angeblich sollen europäische NATO-Partner unter DEU Führung auf Neuverhandlung dringen, und zwar unter Einschluss der Chinesen.
    Ein richtiger Schritt, „Drittnutzer“ sollten nicht länger im Schatten von USA und RUS ungehindert/unbeobachtet rüsten können dürfen.

  29. Die Herren,

    Der Kreml agiert Hybrid/Organisational Enterpreneurship dann paramilitärisch zudem/in Verbindung im Cyber- und Informationsraum (CIR). Mit oder ohne Schild läuft das alles (noch) unter dem Eskalationsradar.

    Der Schild hülfe evtl. gegen den Iran/N.Korea. Die wissen aber ganz genau was ihnen blüht, wenn sie einen Code-Black auslösen. Ob Bogey runter geholt wird oder nicht, würde da keine Rolle mehr spielen.

    Der einzige Kalkül, welcher sich ändert ist der großer Atommächte, in deren Interessenssphären WIR offensiv vorgehen würden.

  30. @AoR | 21. Januar 2019 – 23:56

    Können Sie Ihren etwas kryptischen Post erläutern, damit der geneigte Leser weiß, was Sie sagen wollen?
    Mir erschließt sich das nicht. Anscheinend sind auch ein paar Satzzeichen zu viel oder verrutscht.

  31. Kleine Nachhilfe in Wahrscheinlichkeitsrechnung:

    Zitat:
    „Bei kleineren Atommächten oder Besitzerstaaten sowie Terroristen sieht es dann eben schon anders aus. da passiert dann eben nichts, weil der Schirm alles abfängt.“

    90 % Abfangwahrscheinlichkeit bedeutet nicht, dass man bei einer (1) gestarteten Rakete (z.B. von Terroristen) diese abschießt.
    Selbst bei 10 momentan gestarteten Raketen bedeuten die 90% nicht, dass 9 abgefangen werden und eine durch kommt.
    Im Durchschnitt werden 9 von 10 abgefangen. Nicht in diesen Moment werden 9 von 10 abgefangen. Ein himmelweiter Unterschied.
    Also können auch 2 durchkommen und die nächsten 8 werden abgefangen.
    Und mit großer Wahrscheinlichkeit werden die nächsten dann auch abgefangen. Ich hoffe, man kann mich verstehen.

    Insofern ist ihr obiger Satz mehr als falsch („alles abfängt“).
    Der Schaden, der bei Einschlag einer Atomwaffe eintritt ist einfach zu groß für lausige 90%.
    Russisch Roulette mit einem 10 schüssigen Revolver.
    Viel Spaß.

    Ich erinnere da nur mal an die Pille zur Verhütung (99,7 bis 99,9 %).

  32. Die Aussagen von Präsident Trump stehen unter Finanzierungsvorbehalt. Ob er zu seinen Plänen die Zustimmung des Kongresses, also beiden Kammern bekommt, ist offen. Solange der Shut-Down andauert, ist die Umsetzung der Ankündigungen des Präsidenten noch keine Realität. Daß es zu Deals kommen kann, zeigt die Diskussion um den Bau der Mauer zu Mexiko. Fiskalgesetze, vor allem der jährliche Haushalt, können lediglich vom Repräsentantenhaus initiiert und erst nach deren dortiger Verabschiedung im Senat behandelt werden. Im Repräsentantenhaus haben die Demokraten die Mehrheit.Erst nach Verabschiedung des Haushalts wird dieser im Senat behandelt. Für das Verteidigungsministerium wurde bereits im September 2018 ein Haushalt beschlossen. Welche Maßnahmen, von denen die der Präsident jetzt angekündigt hat, bereits unter den 2018 genehmigten Haushalt fallen, wird sich zeigen.

  33. @Harald.

    Stimmt, was Sie da zur Wahrscheinlichkeitsrechnung sagen. 90% Abfangquote ist allerdings stets besser als Null. Und ein schlechtes Raketenabwehrsystem ist immer noch besser als keines!

    Man baut ein Verteidigungssystem auch nicht, um selbst ungestraft mit Atomwaffen um sich werfen zu können, sondern, um gegnerische Raketen (die müssen ja auch nicht zwingend Nuklearwaffen tragen, es reichen auch C- und B-Waffen oder große konventionelle Sprengköpfe) abzufangen, und gleichwohl noch reagieren zu können.

    Von dem Gedanken, dass eine Partei die andere durch einen strategischen Überraschungsangriff in eine glühende Wüstenei verwandeln kann, ohne selbst das gleiche Schicksal zu erleiden, hatte man sich eigentlich schon lange getrennt. Hyperschallraketen mischen diese Gleichung wieder auf, folglich wird auch die Frage von Raketenabwehrsystemen wieder akut, um das eigene Abschreckungspotenzial zu erhalten.

    Solange allerdings die großen Nuklearmächte sehr unterschiedliche und gegenläufige Interessen besitzen und aktiv verfolgen, führt wohl kein Weg an einer entsprechenden Entwicklung vorbei. Nuklearwaffen und Abwehrsysteme gegen sie sind aber nur ein Teil dieser Gleichung. Noch wichtiger wird künftig sein, die eigene digitale Infrastruktur gegen Angriffe zu wappnen.

    Der beste Weg, Krieg zu verhindern, ist immer noch, sich nicht leicht angreifbar zu halten. Selbst die Schweiz unterhält zu diesem Zweck Streitkräfte.

  34. @ Harald | 22. Januar 2019 – 14:44 und Metallkopf | 23. Januar 2019 – 9:08

    Ich ergänze noch gerne um die Idee, dass man ggf. mehr als eine Rakete auf eine anfliegende ICBM schießen könnte, dann wird die Wahrscheinlichkeit immer noch nicht 100%, aber noch besser als das, was Harald skizziert hat.

    Das fällt natürlich flach, wenn der Gegner mittels Masse an ICBM das Abwehrsystem saturiert.

  35. Hinweis zu dem Thema: am (heutigen) Mittwochvormittag findet eine russische Pressekonferenz zu den US-Vorwürfen und zum INF-Vertrag statt. Greife das voraussichtlich später auf, hier erst mal nur der Hinweis zu den Tweets eines ARD-Kollegen, der diese Pk beobachtet:

  36. Pio-Fritz:

    Nun aus Perspektive der großen Atommächte spielen zwei Kapazitäten eine große Rolle:

    Erstschlag: Zerstörung der militärischen Fähigkeiten des Gegners inklusive bekannter WMD.

    Zweitschlag: Die im Erstschlag durch den Angreiffer nicht zerstörten WMD werden zum Einsatz gebracht, zur Vergeltung.

    Wo spielt ein derartiger Schild in Anlehnung an Iron Dome eine Rolle? Nun im Falle eines Erstschlag wäre er egal, da kommt so viel, dass 10% ausreichen, um eine völlige Vernichtung zu gewährleisten. Der Angreifer rechnet einfach mit ×10. 😱

    Beim Zweitschlag wird es interessant: Da kommt dann weniger und ein Schild würde evtl. tatsächlich nukleare Treffer verhindern. 👍

    Blöd: Der Planet ist trotzdem futsch, und zwar so richtig put… 😔

    Kleinere Atommächte mit weniger Kapatzität können durch einen derartigen Schild wohl sehr gut abgewehrt werden. Aber was ist deren Kalkül? 🧐

    Ein Angriff auf unter Nuklearem Schild der Großmächte stehende Staaten? ☠

    Anbei: Gegen Schwärme an nuklear beladenen Mittelstreckenwaffen kommt auch kein Schild an…

    Mein Verdacht: Ein defensiver Schild ist die Unterfütterung offensiver Nuklearstrategie. Nur nochmal: Jeder geht put durch zerstören des Planeten.

    Advokat Diaboli: Da ist es kostengünstiger Verträge zu schließen, einhalten zu überwachen und zur Not einen werdende atomare Mittelmacht wie den Iran zu „…“. Anzumerken ist nur, dass Diplomatie recht erfolgreich war bis Trump, der ja auch den Schild will – und ne genau so wirksame Mauer /SCNR -, kam.

  37. Danke für die Hinweise zur Berichterstattung der russischen PK…

    Die neue Rakete ist um einen halben Meter länger, aber hat weniger Reichweite? Nun ja, könnte ich glauben, wenn in dem zusätzlichen halben Meter mehr Sprengkopf oder Navigationsausrüstung stecken würde. Auf dem entsprechenden Folienbild ist ein wenig mehr Platz für ein „Modernised Onboard Correction System“ zu sehen – wird solche Elektronik heutzutage nicht immer kleiner statt größer?

    Schlußendlich: PowerPoint ist geduldig….

  38. Außenminister Maas zzt auf dem Weg zu den UN.
    Diese Woche die erste Debatte auf Minister-Ebene seit DEU Wahl als nicht ständiges Mitglied. Maas wird am Rande Mike Pompeo zu INF treffen, nachdem er zuvor das Thema schon mit Lawrow kontaktiert hatte.
    Neues wird daher vorerst nicht erwartet werden können.
    Die oben akut gewordene Frage der tatsächlichen Reichweite, ausschlaggebend zur Bewertung einer Vertragsverletzung ja/nein, kann letztlich nicht an Hand von Zusicherungen oder deren Infragestellung schlüssig beantwortet werden.
    Beide Seiten müssen sich dazu unmittelbar treffen, und Fachleute die Daten bewerten lassen, was nur gelingen kann, sofern nicht politische Hintergedanken eine diplomatische Lösung bewusst ausschließen.

  39. Either we get rid of the weapons or we have them being pointed at us,“ GMF’s
    @Bruno_Lete shares his remarks on the INF treaty and what it means for European security
    Überzeugend ehrliche Beschreibung der Bedrohungslage. Nur, wie sollen wir die Bedrohung los werden können?
    @EP_Defence
    (link: https://bit.ly/2T4Rf8k) bit.ly/2T4Rf8k

  40. @Klaus-Peter Kaikowsky

    „Nur, wie sollen wir die Bedrohung los werden können?“

    Ganz einfach. Indem wir keine Bedrohung für Russland darstellen! Dann bedroht Russland uns auch nicht. Indem wir Ruissland endlich als Partner behandeln und nicht von oben herab behandeln. So lange die USA sich allerdings als „the indispensable nation“ bezeichnen, so lange kann es keinen Frieden in der Welt geben, es sei denn, alle Nationen unterwerfen sich dieser „indispensable nation“. Und dazu ist Russland nicht bereit. Warum auch? Auch Deutschland behauptete mal eine „inispenable nation“ zu sein. War auch megafalsch!

    („the indhttps://www.voanews.com/a/obama_tells_air_force_academy_us_is_one_indispensable_country_world_affairs/940158.html

    Was ist in den USA so toll für den Normalbürger, dass man die USA als indispensable nation bezeichnen könnte? Eigentlich nichts!

    Die ganze Dämonisierung Russlands als angebliche Bedrohung Europas ist nur noch peinlich. Wenn ich mir diese bizarre Skripal- Geschichte anschaue dann weiß ich, dass das es in dieser komplett unglaubwürdigen Geschichte nur um die Dämonisierung Russlands geht. Ist leider so und Alle machen mit.

  41. @Fussgaenger
    „War denn die Ukraine eine Bedrohung? Oder Georgien? Oder Dänemark, als es ankündigte, dem „NATO-Raketenschild“ beizutreten? “

    1. Das sind doch nur drei Schlagworte, denen kein Inhalt folgt.
    2. In Ihrem Beispiel Dänemark wird lediglich eine Aussage des russischen Botschafters in Dänemark aus einem Artikel der „Welt“ zitiert. Na ja, es gibt auch Zitate von amerikanischen Botschaftern, die nicht freundlich sind oder als Bedrohung gewertet werden können.
    3. Zur Ukraine schreibe ich hier besser nichts mehr, da ich sonst mit Sicherheit zur Ordnung gerufen werde.
    4. Zu Georgien empfehle ich Ihnen den Bericht der Europäischen Union, der im September 2009 vorgelegt wurde. Zwei Zitate daraus:

    “…The shelling of Tskhinvali by the Georgian armed forces during the night of 7 to 8. August 2008 marked the beginning of the large-scale armed conflict in Georgia…”

    “…The Mission is not in a position to consider as sufficiently substantiated the georgian claims…”

    Die Überschrift eines Spiegel-Artikels vom 30.09.2009 zu dem Bericht der EU lautet:
    „EU-Ermittler entlarven Saakaschwilis Kriegslüge“

    Kann man leicht googleln. Natürlich spielte auch Russland eine Rolle in dem Konflikt. Aber so einfach wie Sie sich das machen mit dem Schlagwort „Georgien“, um dann die Schlußfolgerung zu ziehen „Appeasement-Politik funktioniert nicht…“ ist es eben nicht.

  42. @Pete: Fehlede Kontrollmöglichkeit SSC – 8. Nuklear bestückbare Mittelstreckenraketen verstoßen gegen den Vertrag.

    Russland ist am Zuge, oder bringt die EU gegen sich auf.

  43. @AoR

    „Fehlede Kontrollmöglichkeit SSC – 8. Nuklear bestückbare Mittelstreckenraketen verstoßen gegen den Vertrag. Russland ist am Zuge, oder bringt die EU gegen sich auf.“

    1. Kann man so simpel sehen, ist aber nicht so simpel.
    2. Auch Russland wirft den USA Verletzungen des INF-Vertrags vor. Nach deren Perzeption ist die USA am Zug weil:

    „…die USA in drei Punkten gegen den INF-Vertrag verstoßen. Für Raketenabwehrtests würden die USA Raketen benutzen, die Mittelstreckenraketen ähnelten. Auch die Verwendung von Angriffsdrohnen sei ein Verstoß gegen den INF-Vertrag, weil sie „zu 100 Prozent mit bodengestützten Marschflugkörpern“ übereinstimmten. Darüber hinaus ist Moskau beunruhigt über die Entwicklung des Waffensystems Aegis Ashore mit dem Mk 41 Vertical Launching System, das 2015 in Rumänien und 2018 in Polen auf dem Festland stationiert werden soll. Von diesen Anlagen könnten Tomahawk-Marschflugkörper gestartet werden…“

    https://de.wikipedia.org/wiki/INF-Vertrag

    Noch einmal: wenn es so einfach wäre „da die Guten, dort die Bösen“ würde ich Ihnen ja gerne folgen. So sehe ich es aber nicht; diese Sichtweise ist in meinen Augen vielmehr sehr blauäugig. Fakt ist vielmehr, dass der Westen (USA/NATO/EU) sich selbst immer mehr Rechte zugestehen möchte als anderen Staaten; frei nach dem Motto: „weil wir es für eine gute Sache machen“. Tun wir aber nicht! Ob in Libyen, Syrien, oder jetzt in Venezuela; es ging auch dem Westen nie um Menschenrechte und Demokratie, sondern immer um den eigenen Machtbereich. Ansonsten müßten wir ja auch in Saudi-Arabien oder Bahrein oder Quatar oder Ägypten Demokratie verlangen, tun wir aber nicht!

  44. @Pete: Der Knackpunkt INF scheint mir das Inspektionsrecht zu sein, welches ausgelaufen ist.

    Dann das große Wiegold-Thema Dronen: Wie sind die einzuordnen, in wie fern sind sie Teil des INF in wie fern Teil der LuWa?

  45. @AoR
    „Zum INF-Vertrag gehört auch ein „Memorandum of Understanding on Data“, ein Protokoll über die Inspektionen und eines über die Zerstörung der Waffen“.
    (Wiki)
    Inspektionsbefugnisse aus dem Vertrag endeten am 31. Mai 2001.
    Der Kern des Abkommens ist zwar zeitlich unbegrenzt, allerdings haben beide Seiten das Recht, sich vom Vertrag zurückzuziehen, somit liegt jedenfalls vertragsrechtlich eine Verletzung nicht vor.
    Drohnen/UAS konnten bisher nicht Vertragsgegenstand sein, da sie Ende der ’80er nicht Existent waren. – Eine Nach-/Neuverhandlung böte Gelegenheit zur Nacharbeit.
    Ob solche Systeme einer bestimmten TSK, einem der 7 uniformierten Services verantwortlich zuzuordnen sind, dürfte belanglos sein. Im Falle tatsächlicher nuklearer Bestückung, wofür es derzeit keine (?) Belege gibt, wären es ohnehin strategische Mittel in ausschließlicher Hand des Präsidenten.

  46. Trump lässt seinerseits Fakten sprechen.
    https://www.theguardian.com/world/2019/jan/28/us-nuclear-weapons-first-low-yield-warheads-roll-off-the-production-line?CMP=share_btn_tw
    Gefechtsköpfe mit reduzierter Sprengkraft im Rahmen der vom Präsidenten verordneten „nuclear posture review (NPR)“ für die TRIDENT, von U-Booten gestützte ballistische Interkontinentalraketen (SLBM).
    .. „its explosive power from 100 kilotons of TNT, to about five – approximately a third of the force of the bomb dropped on Hiroshima“.
    Mit 1/3 der Hiroshima-Sprengkraft und gegebener Präzision im Ziel sowie der nahezu Unantastbarkeit in getauchtem Zustand entwickelt das System eine neue Dimension von Nutzungsmöglichkeiten zur Stützung der Zweitschlagsfähigkeit im operativ-taktischen Spektrum.
    Ungeachtet dessen, jeder Einsatz nuklearer Mittel stellt den Eintritt in die strategische Dimension dar.

  47. @Klaus-Peter Kaikowsky
    „Trump lässt seinerseits Fakten sprechen.“

    Die Tatsache, dass diese Waffen bereits jetzt in der Produktion sind, zeigt, dass die USA so handeln wie sie handeln wollen unabhängig davon wie Russland sich verhält. Die Entscheidung der USA aus dem INF-Vertrag aus zu steigen war bereits gefällt. Man hat dann von Seiten USA/NATO ein vordergründiges – für jeden ernsthaft interessierten- durchschaubares Ultimatum an Russland gestellt, um für die eigene Bevölkerung ein „Wir sind die Guten“ – Narrativ fabrizieren zu können. Das wird jetzt rauf und runter gebetet und somit zur neuen „Wahrheit“, die dann die tatsächliche Faktenlage ersetzt.

    „…Ungeachtet dessen, jeder Einsatz nuklearer Mittel stellt den Eintritt in die strategische Dimension dar…“

    Da haben Sie Recht. Und weil das so ist kann man schlußfolgern, dass mit der Verfügbarkeit dieser Waffen die Sicherheit Kontinentaleuropas wieder einmal ein Stück näher an einen möglichen Nuklearkrieg gerückt ist. Und das ohne auch nur eine einzige bereits existierende Bedrohung dadurch zu verringern. Somit, für Europa eine komplett kontraproduktive Entscheidung!

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