Offizielle Planung: 198.500 aktive Soldaten bis 2025

Die Bundeswehr soll bis zum Jahr 2025 auf eine Planungsgröße von 203.000 Soldaten und 66.000 zivilen Beschäftigten aufwachsen. In diesen Zahlen sind allerdings, das ist öffentlich vielleicht nicht so bewusst, 198.500 aktive Soldatinnen und Soldaten und 4.500 Reservistenstellen enthalten.

Die neuen Planungsgrößen beschloss das so genannte Personalboard des Verteidigungsministeriums am (gestrigen) Mittwochabend:

Am 28. November hat Bundesministerin Ursula von der Leyen im Leitungsboard Personal die Planung des weiteren Aufwuchses der Bundeswehr bis 2025 gebilligt. Gegenüber den Prognosen für 2024 sieht diese den Bedarf für rund 5.000 zusätzliche Dienstposten für Soldatinnen und Soldaten vor, darunter 1.000 Stellen für Reservistendienst Leistende sowie rund 4.600 Haushaltsstellen für zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit wird die Bundeswehr perspektivisch bis 2025 auf insgesamt rund 203.000 Soldatinnen und Soldaten und rund 66.000 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgeplant.

Die Zahlen waren bereits vor einigen Tagen bekannt geworden; begründet wird die erneute Steigerung – nach einer ähnlichen planerischen Anhebung im Jahr zuvor – mit den Aufgaben in der schnellen Eingreiftruppe der NATO, europäische Projekte im Rahmen der der Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit (PESCO),  die Digitalisierung der Bundeswehr und die Weiterentwicklung der Fähigkeiten im Cyber- und Informationsraum. 

Interessant ist die überproportionale Erhöhung der Zahl der Zivilbeschäftigten. In dem bis 2024 reichenden Planungshorizont des vergangenen Jahres war diese Zahl um 1.000 gestiegen, nunmehr sind weitere 4.600 Haushaltsstellen vorgesehen. Als Grund dafür nennt das Ministerium eine bessere personelle Ausstattung unter anderem der Reorganisation der Beschaffung – also das Bemühen, die Engpässe beim Einkauf neuen Materials zu beseitigen.

Die langfristige Steigerung auf 198.500 aktive Soldaten und 4.500 Reservistenstellen – derzeit sind es gut 180.000 Aktive und 3.500 Reservistenstellen – soll nicht nur durch die Nachwuchswerbung, sondern auch durch interne Maßnahmen erreicht werden:

Vor dem Hintergrund sinkender Schulabgängerzahlen soll neben der Personalgewinnung vor allem die Personalbindung verstärkt werden. So werden die Übernahmequoten zur Berufssoldatin/zum Berufssoldaten weiter erhöht und die Laufbahnen insgesamt modernisiert. Dazu kommt ein neues Konzept zur flexiblen Ausgestaltung der Zurruhesetzung unter Beibehaltung des bestehenden gesetzlichen Rahmens. Die Attraktivität des Dienstes soll durch weitere Gesetzespakete gesteigert werden, diese werden derzeit regierungsintern abgestimmt.

Für die Soldaten, die jetzt im Dienst sind, ist natürlich interessant, was sich hinter dem Begriff ein neues Konzept zur flexiblen Ausgestaltung der Zurruhesetzung unter Beibehaltung des bestehenden gesetzlichen Rahmens verbirgt. Dazu fasste das Personalboard keine Beschlüsse, weil das nach Angaben des Ministeriums derzeit in einer gesonderten Arbeitsgruppe untersucht wird.

Die Richtung hatte aber der heutige Generalinspekteur und damalige Ministeriums-Abteilungsleiter Personal, Eberhard Zorn, bereits im März dieses Jahres genannt:

Wie Sie richtig festgestellt haben, gehen die Kameradinnen und Kameraden derzeit größtenteils mit Erreichen der besonderen Altersgrenze in den Ruhestand – hier ist die Ausnahme zur Regel und auch zu einer Erwartungshaltung geworden. Diese Ausnahme steht jedoch deutlich im Zusammenhang mit dem fast 30-jährigen kontinuierlichen strukturell vorgegebenen Personalabbau. Da wir nun wieder aufwachsen wollen und müssen, können wir im militärischen Bereich jedoch nicht nur durch eine optimierte Organisation und Neueinstellungen aufwachsen. Vielmehr gilt es, das Personal, das bereits für die Bundeswehr tätig ist und über besondere, dringend benötigte Werdegänge und Kompetenzen verfügt, möglichst lange an den Arbeitgeber Bundeswehr zu binden. Seit 2016 konnten wir rund 1.500 Soldatinnen und Soldaten mit diesen benötigten Werdegängen und Kompetenzen um durchschnittlich rund zwei Jahre länger an uns binden. Diese Kameradinnen und Kameraden haben so mit einem späteren Pensionsbeginn zur Trendwende Personal beigetragen.

(Archivbild: Boxer bei der Übung Trident Juncture 2018 in Norwegen)

47 Kommentare zu „Offizielle Planung: 198.500 aktive Soldaten bis 2025“

  • Henrik   |   29. November 2018 - 14:04

    Angesichts des eher geringen Rekrutierungspools, könnte man sich auch mal die Frage stellen, ob die deutsche Staatsbürgerschaft als Voraussetzung überhaupt noch zeitgemäß ist.
    Ob dieser Zuwachs ohne massive Änderungen der Einstellungsvoraussetzungen zu erreichen ist, halte ich für sehr fraglich.

  • brainstormer   |   29. November 2018 - 14:24

    Ich denke nicht, dass man bei einem Land unserer Bevölkerungszahl das Thema „Staatsbürgerschaft“ diskutieren muss.

  • Henrik   |   29. November 2018 - 15:08

    @brainstormer

    Die Bevölkerungszahl ist nicht wirklich relevant, entscheiden ist ob man genügend Leute findet. Und das ist im Moment anscheinend nicht wirklich der Fall.
    Die Vereinigten Staaten haben das übrigens auch gemacht, obwohl diese eine deutlich höhere Bevölkerungszahl als wir haben.

  • Matthias Hake   |   29. November 2018 - 15:44

    @Henrik nichts gegen unsere ausländischen Mitbürger, wer aber einen Staat und seine Ideale und seine Gesetze verteidigen soll und will, der sollte sich auch dazu bekennen und bekennen können, und nicht wie in FR mit der FL diese dazu benutzen um die Staatsbürgerschaft zu erlangen, und sich dann in Strukturen wiederfinden, die die französische Gendarmerie anschließend als hochbedrohlich, mafiös und kriminell ansieht – nicht meine Aussage, sondern die eines französischen Gendarmen, der mir bekannt ist, und das schon vor 18 Jahren. An dieser Aussage hat sich bis heute nichts geändert.

  • Alex   |   29. November 2018 - 16:02

    @Henrik Die USA missbrauchen die Aussicht auf eine Green Card, um billige Soldaten zu finden. Das ist erbärmlich!

  • DIN A4   |   29. November 2018 - 16:18

    @Alex: Die Menschen die sich dafür entscheiden (sic!) in den US-amerikanischen Streitkräften zu dienen werden sich diese Entscheidung gut überlegen. Sie hat Nachteile, aber auch Vorteile. Ich kann daran keinerlei Erbärmlichkeit erkennen.

  • DIN A4   |   29. November 2018 - 16:21

    @Alex:

    PS: Soweit mir bekannt ist, muss man bereits eine Green Card (permanentes Aufenthalts- und Arbeitsrecht) haben, um Soldat in den USA werden zu können.

  • Koffer   |   29. November 2018 - 17:57

    Ich halt das „erdienen“ der DEU Staatsbürgerschaft für einen zukünftig guten und wahrhaft „ehrlichen“ und ehrenhaften Weg sich die Staatsbürgerschaft zu „verdienen“. Außerdem wirkt er gleich nebenbei stark integrierend…

    Aber auch das wird sicherlich nicht tausende zusätzliche Soldaten bringen…

    Von daher ist es vielleicht ein (guter) zusätzlicher Baustein, wird aber nicht alle Probleme lösen können.

    TRENNUNG

    Als Ergänzung übrigens noch einen (aus meiner Sicht) wichtigen Hinweis:

    Bei den 198.500 aktive Soldaten sind auch noch die unveränderten Zahlen FWDL dabei.

    Faktisch werden diese Zahlen FWDL aber schon seit Jahren nicht mehr ausgeschöpft und sollen (derzeit) auch gar nicht vollständig ausgeschöpft werden.

    Effektiv muss man mEn eher von 194.000 +/- 1.000 aktiven Soldaten ausgehen.

    Übrigens auch schon ein Brocken! Wenn wir das bis 2025 wirklich schaffen wollen (und zwar mit einigermaßen einsatztauglichen Soldaten), dann haben wir noch ein gutes Stück Arbeit vor uns ;)

  • Closius   |   29. November 2018 - 18:28

    @Koffer: Ich gehe mit Ihnen konform, daß das erdienen der Staatsbürgerschaft sinnvoll wäre. Viel besser als Malta und andere, welche die EU-Staatsbürgerschaft an reiche Ausländer verkaufen! Der Ausländer, welcher sich die Staatsbürgerschaft verdienen will, muß deutsch lernen, leistet einen Dienst für Deutschland und es ist anzunehmen, daß ein Teil davon, sich als deutscher Staatsbürger weiter verpflichten würde in der BW oder ein Teil als Reservist weiter dienen wird. Es gibt nur Gewinner bei einem solchen Modell.

    Wie viele Soldaten mit dem erdienen der Staatsbürgerschaft gewonnen werden können, hängt von den Einzelheiten ab. Drei Jahre Militärdienst – wie in Frankreich – für die Staatsbürgerschaft würden sicher einige EU oder Nato-Bürger auf sich nehmen, um deutsche zu werden, wenn wie bei der Legion keine deutschen Sprachkenntnisse verlangt würden zuvor, dann würden sich sicher jährlich einige tausend Bewerber finden.

    Wenn dagegen jeder Ausländer/Asylbewerber(Spurwechsel), egal aus welchem Lande in der BW dienen dürfte, zum Militärdienst bzw. Musterung ein Visum nach Deutschland , dann koennte die BW sich vor Bewerbern gar nicht mehr retten.

    Der größte Gegensatz dazu wäre, wenn nur Ausländer, die schon lange in Deutschland leben oder die deutsche Sprache schon können zugelassen würden zum erdienen der Staatsbürgerschaft, dann wäre die Bewerberzahl sicher relativ gering und wuerde die Personalprobleme der BW nicht lösen.

  • Alex   |   29. November 2018 - 19:50

    @DIN A4
    Ich seh gerade, dass das nicht nur die Green Card war, sondern man z.B. mit dem MAVNI-Programm direkt Bürgerschaft erlangen konnte, ohne eine Green Card noch permanente Aufenthaltserlaubnis zu besitzen. Trump hat es allerdings gestoppt.
    Es war auch möglich, dass anerkannte Flüchtlinge (z.B. aus Liberia) über ihren Dienst einen (schnelleren) Familiennachzug erwirken konnten.
    Zudem besitzen viele Personen in US-Überseegebieten keine Staatsbürgerschaft.
    Ich finde es erbärmlich von der Regierung(!), Menschen, die sich oder ihrer Familie ein besseres Leben erhoffen, dies durch Kampfeinsätze erkaufen zu lassen.

  • moth   |   29. November 2018 - 20:43

    Ich hatte bereits in einem anderen Faden erwähnt, dass einer meiner Jungs Kampfjetpilot werden will.
    In seinem persönlichen Umfeld, ist ein hoher Anteil an Mädels und Jungs die fest in ihrer Lebensplanung den UA oder OA haben. Der Altersbereich liegt zwischen 16-19 Jahren.
    Durch die Bank sind alle über soziale Medien mit der Bundeswehr verlinkt, finden das Jugendportal cool und nehmen an Community-Treffen teil.
    Uns Eltern erstaunt, dass der Grad an Interesse derart hoch ist!
    Sein Kommentar eben, bevor er sich ins Training verabschiedete: „…..besser Feriencamps und kein FL-Ableger.“

  • Ha-Wa   |   29. November 2018 - 20:57

    Von dem Vorschlag sich die deutsche Staatsbürger zu erdienen halte ich relativ wenig. Dann treten ganz schnell religiöse oder kulturelle Interessenkonflikte auf wie zum Beispiel bei der französischen Fremdenlegion in Afghanistan, welche bis hin zur Befehlsverweigerung im laufenden Gefecht führten: „ich möchte nicht auf meine Glaubensbrüder schießen.“

    Zumal der Personalpool damit höchstens um wenige hundert Bewerber erweitert wird (Deutschkenntnisse vorausgesetzt) und ob sich niederländische, dänische, österreichische oder polnische Staatsbürger für einen Dienst in der Bundeswehr erwärmen würden bleibt für mich fraglich, wenn Interesse am Militärdienst besteht, dann werden diese sich in ihrem Heimatland bewerben.

    Ich glaube bei all den Marketingkampagnen, die ich hier gart nlcht kritisieren will, vergessen die Entscheider ein entscheidendes Detail : die „Mundpropaganda“.
    Solange aktive Soldaten durch ihren täglich erlebten Frust (keine Fahrzeuge, schlechte Ausrüstung, keine Munition zum Schießen, geschlossener Schießstanf, Durchhalteparolen der oberen Führung etc) nicht ganz so gut über die Bundeswehr als solche reden und das in den Familien-und Freundeskreis weitertragen, solange wird der BW ein schlechtes Image anhängen.

  • Hati   |   29. November 2018 - 20:58

    @Zivilangestellte;

    Da muss man bei den Gehältern aber auch mal ordentlich nachlegen wenn man junge Leute davon überzeugen will

  • Edgar Lefgrün   |   29. November 2018 - 21:37

    Alex | 29. November 2018 – 19:50
    „Zudem besitzen viele Personen in US-Überseegebieten keine Staatsbürgerschaft.
    Ich finde es erbärmlich von der Regierung(!), Menschen, die sich oder ihrer Familie ein besseres Leben erhoffen, dies durch Kampfeinsätze erkaufen zu lassen.“

    Sind Sie denn sicher, wissen Sie sicher, ob Soldater der US-Streitkräfte, die aber noch keine US-Staatsbürgerschaft besitzen, in Kamfeinsatz gehen müssen, können, dürfen?

  • Edgar Lefgrün   |   29. November 2018 - 21:50

    Alex | 29. November 2018 – 16:02
    @Henrik Die USA missbrauchen die Aussicht auf eine Green Card, um billige Soldaten zu finden. Das ist erbärmlich!“

    Wieso billige Soldaten? Bekommen die denn geringeren Sold?

  • Closius   |   29. November 2018 - 22:02

    @Ha-Wa: Gibt es Belege dafür, daß Fremdenlegionäre in AFG Befehle im Gefecht verweigert haben?

    In der BW dienen auch Muslime, aber von einer Befehlsverweigerung im Kosovo, in Mali oder AFG habe ich noch nichts gehört bei der BW.

  • Koffer   |   29. November 2018 - 22:32

    @Edgar Lefgrün | 29. November 2018 – 21:37
    „Sind Sie denn sicher, wissen Sie sicher, ob Soldater der US-Streitkräfte, die aber noch keine US-Staatsbürgerschaft besitzen, in Kamfeinsatz gehen müssen, können, dürfen?“

    Ja.

    @Closius | 29. November 2018 – 18:28
    „Der Ausländer, welcher sich die Staatsbürgerschaft verdienen will, muß deutsch lernen, leistet einen Dienst für Deutschland und es ist anzunehmen, daß ein Teil davon, sich als deutscher Staatsbürger weiter verpflichten würde in der BW oder ein Teil als Reservist weiter dienen wird. Es gibt nur Gewinner bei einem solchen Modell.“

    +1

    Exakt. Ich spreche ja nicht von einem geschenkten Wehrdienst, sondern genau von dem von Ihnen skizzierten. Mit Deutschlernen, intensiver politischer Bildung etc.

    Ich glaube hier hätten wir auch einige neue Staatsbürger mit intensiverem und bewussterem Bürgerverständnis als von dem einen oder anderen „urdeutschen“ Nichtstuer…

    Aber Sie haben natürlich vollkommen Recht. Bei richtiger Justierung und ernsthaften Parametern werden dabei keine Tausende jährlich rauskommen…

    Ehrlich gesagt, würde das auch eine Ausbildugnsorganisation überfordern und zudem die Integrationsfähigkeit der SK. Man kann ja ein bestimmte Anzahl von „Fremden“ gut begleitet erfolgreich integrieren, aber wenn es zu viele werden, dann bricht nicht nur die Integrationsfähigkeit für die Fremden weg, sondern auch die Kohäsion für alle.

  • Jas   |   29. November 2018 - 22:38

    Ich möchte hier mal mit der Mär des großen Potentials “Naturalization Through Military Service” der US Streitkräfte aufräumen.

    Bedingung:

    – 1 Jahr Militärdienst in Friedenszeiten
    – in den USA wohnen und auch im Land sein
    – der Einbürgerungstest

    Have served honorably, during a period of peacetime, in the U.S. armed forces for a period or periods totaling one year;
    Have submitted a completed Form N-426, Request for Certification of Military or Naval Service, at the time of filing the N-400 to demonstrate honorable service; ;
    Be a lawful permanent resident at the time of the examination on your application for naturalization;
    Meet certain residence and physical presence requirements;
    Demonstrate the ability to read, write and speak English;
    Demonstrate knowledge of U.S. history and government;
    Demonstrate good moral character for at least five years prior to filing the N-400 until the time of naturalization; and
    Demonstrate an attachment to the principles of the U.S. Constitution.

    Das ist ein wirklich geringer Standard daher ja eigentlich wirklich attraktiv.

    Was bringt’s den US Streitkräften?

    Größe: 1.350.000 aktive Soldaten und 850.000 Reservisten.

    Soldaten die durch den Dienst ihre Staatsbürgerschaft erlangt haben p.a. (2017): ca 10.000

    Die USA decken also 0,8% ihrer aktiven Stärke dadurch, fairerweise, da die Verträge 2-4 Jahre gehen ca, 2,4% trotz aller benefits….

    Das muss man sich im Abgleich Vorteile/Nachteile schon gut überlegen…

  • DieterWisch   |   29. November 2018 - 23:03

    Zum Punkt EU-Ausländer und Bundeswehr:

    Ich kenne die Zahlen der anderen Armeen in der EU nicht, aber nicht dass man da in ein Wespennest sticht.
    Wenn beispielsweise Spanien auch dringend Soldaten sucht und einfach zu wenig findet und jetzt die wenigen Willigen auch noch teilweise nach Deutschland gehen, könnte das auch wieder zu einem Konflikt innerhalb der EU führen.

    Zum Punkt Staatsbürgerschaft durch Armeedienst erlangen:

    Momentane Voraussetzungen für die Beantragung der Staatsbürgerschaft:

    Man muss ein unbefristetes Aufenthaltsrecht haben, sich seit 8 Jahren in Deutschland befinden, für seinen Unterhalt alleine und ohne Ansprüche (Arbeitslosengeld, Sozialhilfe) aufkommen können, genügend Deutschkenntnisse vorweisen, sich gut in der Rechts- und Gesellschaftsordnung auskennen, nicht wegen einer Straftat verurteilt worden sein, sich zur Grundordnung des Grundgesetzes und zur Demokratie bekennen.

    Alle Ausländer, die diese Punkte schon erfüllen, werden garantiert nicht wegen der Staatsbürgerschaft zur Bundeswehr gehen.
    Sie würden die Staatsbürgerschaft ja auch so bekommen.

    Welche Punkte sollte man denn jetzt aufweichen für die Armeedienstleisten?

    Soldat werden schon nach: 2 Jahren Aufenthalt + anschließend mindestens 3 Jahre dienen? Hier wäre mann dann schon nach 5 Jahren (2+3) und nicht nach 8 Jahren Staatsbürger.
    Ob das die Massen an Soldaten generiert, wage ich zu bezweifeln.

    Soldat werden ohne unbefristetes Aufenthaltsrecht? Fände ich rechtlich und moralisch nicht vertretbar.

    Die anderen Punkte stehen ja nicht zur Diskussion (Straftat, Demokratie etc.).

    Der einzige Grund für viele EU-Ausländer wäre wahrscheinlich das Gehalt.
    Zum Beispiel für junge Rumänen und Bulgaren würde sich das richtig lohnen.

  • Insider   |   29. November 2018 - 23:08

    Ich durfte heute einem Vortrag des BAPersBw beiwohnen, indem nachdrücklich auf die gültige allgemeine Altersgrenze von 62 Jahren „hingewiesen“ wurde und das die besondere Altersgrenze in Zukunft wohl höchstens eine Nebenrolle für Einzelfälle spielen wird.
    Auf einer weiteren Folie konnte man dann schon Zeitstrahlen für die Laufbahn der Unteroffiziere bis 62 Jahren sehen. Nach meiner persönlichen Einschätzung wird es alle betreffen die nach 2023 Dienstzeitende haben. Das ganze wurde allerdings unkommentiert stehen gelassen.
    Konkreten Fragen aus dem Plenum zur Attraktivität für die Bestandskunden, wurde aus meiner Sicht frech geantwortet, das wir uns zuerst fragen sollten was wir für unser Land tuen wollten und doch Haltung zeigen sollten. Mögliche Angebote=0
    Die Kommentare in meinem Umfeld kann ich hier nicht wiedergeben aber der Unmut im Raum war quasi fühlbar. Der vor einigen Tagen gestartete mediale Versuchsballon des Finanzministeriums zum Wegfall der Altersgrenze war aus meiner Sicht wohl doch nicht ganz zufällig und ohne Hintergrund.

  • Koffer   |   29. November 2018 - 23:55

    @DieterWisch | 29. November 2018 – 23:03
    „Wenn beispielsweise Spanien auch dringend Soldaten sucht und einfach zu wenig findet und jetzt die wenigen Willigen auch noch teilweise nach Deutschland gehen, könnte das auch wieder zu einem Konflikt innerhalb der EU führen.“

    Ja, bzw. einfach keinen Nachwuchs bringen, denn warum sollte jemand aus ESP erst mühsam deutsch lernen, wenn er auch in ESP Soldat werden kann?!?

    Mal von einigen wenigen gut bezahlten Spezialisten als Quereinsteiger mit höherem Dienstgrad abgesehen…

    „Erdienen“ der Staatsbürgerschaft dürfte so oder so nur ein paar hundert pro Jahr betreffen und das sicherlich (wenn man denn dafür neue gesetzliche Möglichkeiten überhaupt schaffen würde) in den wenigsten Fällen EU-Bürger. Wenn dann eben Nicht-EU-Bürger.

  • Ha-Wa   |   29. November 2018 - 23:55

    @Closius

    Aussage von einem französischen Sergent-chef auf einem Lehrgang in Frankreich, wüsste jetzt nicht warum er lügen sollte.

    Zumal ich hier auf den Interessenkonflikt hinaus wollte den deutsche Soldaten doch gar nicht haben, weil sie ja ihrem Land dienen und der religiöse Hintergrund doch gar keine Rolle spielt bei der Erfüllung des Auftrages.

    @Insider Unteroffiziere bis 62? Wer hat denn diesen Schwachsinn durchgewunken?

  • Koffer   |   30. November 2018 - 0:02

    @Insider | 29. November 2018 – 23:08
    „und das die besondere Altersgrenze in Zukunft wohl höchstens eine Nebenrolle für Einzelfälle spielen wird.“

    Na, dass ist dann ja vielleicht doch etwas generalisierend.

    Denn massive Unterschiede macht das ja nur bei den UmP (für die andere „große“ Laufbahngruppe, die StOffz bis A15 ist das eine Jahr Unterschied zwischen allgemeiner und besonderer Altersgrenze statistisch kein großer Batzen, bringt also sehr wenig in absoluten Zahlen).

    Und so viele zusätzliche sinnvolle Verwendungen für 60jährige StFw sehe ich jetzt auf anhieb nicht ;)

    Von daher sollte man m jetzt erst einmal abwarten und sich dann die Details der Umsetzung ansehen…

    „Konkreten Fragen aus dem Plenum zur Attraktivität für die Bestandskunden, wurde aus meiner Sicht frech geantwortet, das wir uns zuerst fragen sollten was wir für unser Land tuen wollten und doch Haltung zeigen sollten.“

    Mal ganz abgesehen davon, dass ich immer noch nicht weiss was der Begriff „Bestandskunden“ mit Soldaten, erst Recht nicht mit Berufssoldaten zu tun hat, aber das ist jetzt ja vielleicht nur eine sprachliche Kritik, so ist die Aussage per se ja mal nicht ganz falsch. Treues Dienen endet nun mal nicht an der besonderen Altersgrenze, oder?

    Und nach in der Zwischenzeit jahrelangen Diskussionen zu diesem Thema soll doch bitte auch niemand mehr überrascht tun, darüber, dass es Überlegungen dazu gibt ;)

  • Alex   |   30. November 2018 - 2:02

    @Insider
    Und zusammen mit der Idee der Pflichtreservisten (z.B. bei Bedrohung langfristige Verlegung ins Ausland zur „Abschreckung“), wo jemand einen Jens Spahn gepullt hat, wird der Soldaten“beruf“ beim Unternehmen Bundeswehr sehr unattraktiv.

    [Verstehe jetzt den Bezug zu Spahn nicht, oder musste der irgendwie untergebracht werden? T.W.]

  • Stubenviech   |   30. November 2018 - 7:06

    Was würde bei einer Verpflichtung von Ausländern aus dem Staatsbürger in Uniform werden?

  • Icarus   |   30. November 2018 - 8:33

    Ohne auf die üblichen Baustellen wie Personalmangel und fehlende Ausrüstung bei diesem ambitionierten Vorhaben erneut einzugehen, bin ich mehr als gespannt wie man die infrastrukturellen Herausforderungen hierbei angeht.

    Die übrig gebliebenen Kasernen platzen förmlich aus allen Nähten, leere und wieder aktivierbare Liegenschaften dürften recht überschaubar sein (wenn überhaupt noch vorhanden) und dieses Land hat gefühlt seit Jahrzehnten keine Kasernen mehr gebaut. Spätestens wenn die nächste Friedensinitiative über 10 Jahre erfolgreich verhindert hat, dass auf dem Acker 10 km vor der Stadt – dem letzten verfügbaren Fleckchen Erde für einen MSB – eine Kaserne entsteht, wird man sich wünschen dass man nicht unzählige Liegenschaften der Privatwirtschaft zugeführt hat. Ich überspitze bewusst…

  • brainstormer   |   30. November 2018 - 8:34

    Letzten Endes muss sich der Staat darüber klar werden,
    a) wie weit er seinen Bürgern auf die Füße treten möchte (Wehrpflicht)
    b) wie viel er in Attraktivitätsprogramme/Besoldung u.ä. stecken möchte

    Wobei, einer hat es ja schon geschrieben, bei der schlechten Presse, die die BW seit Jahren selbst verursacht,
    nutzt es auch nichts, jedem 200 € mehr im Monat zu überweisen. Die Abläufe müssen funktionieren, der Laden in eine geordnete Bahn kommen
    und die Soldaten das Gefühl bekommen, sich auf Ihren Dienstherren verlassen zu können.

    Darüber hinaus schadet es auch nicht, die positiven Elemente des Berufs stärker herauszustellen,
    freie Heilfürsorge z.B. Haben und nicht haben macht alleine finanziell schonmal schnell 30.000 € in 10 Jahren aus, verglichen mit einem „normalen Beamten“, der in der PKV ist. Das ist nicht unbedingt selbstverständlich.

    Aber, schlußendlich ist es auch eine Sache von Idealismus und Überzeugung. Und zumindest letzteres erreiche ich durch offene sicherheitspolitische Diskussionen und einem abschließenden Bekenntnis zur Institution Bundeswehr durch die politische Führung in unserem Land.
    Findet halt leider nicht so wirklich statt

    Vom Erdienen der Staasbürgerschaft in der Armee halte ich wenig bis nichts,
    man bekommt es es zum Teil ja schon nicht hin, die fragwürdigen deutschen Mitbürger schnell genug auszusortieren.
    Bei Kameraden aus außereuropäischen Ländern dürfte der dürfte der verfügbare Infostand zur Person noch deutlich schwieriger ein erträgliches Level erreichen.

  • Suum Cuique   |   30. November 2018 - 8:45

    Zur Anhebung der Altersgrenzen:

    Grundsätzlich ja schon im §45 SG festgehalten:

    (4) Das durchschnittliche Zurruhesetzungsalter aller Berufssoldaten liegt ab 2024 um mindestens zwei Jahre über dem Zurruhesetzungsalter nach dem Stand vom 1. Januar 2007. Das Bundesministerium der Verteidigung berichtet hierüber alle vier Jahre dem Deutschen Bundestag, erstmals im Jahr 2018.

    Gibt es diesen Bericht schon offiziell?

    Fürchte eben dass die 2 Jahre nicht reichen werden um die Zahlen zu erreichen.

  • brainstormer   |   30. November 2018 - 8:50

    @Icarus:
    Hier und da schon, z.B. Gneisenau Kaserne in Koblenz wäre als Standort wieder nutzbar, wenn man wollte.

    Ob das BWDLZ unbedingt in einer „richtigen“ Kaserne untergebracht sein muss, weiß ich nicht, wenn nein stände auch noch die Augusta-Kaserne zur Verfügung.

  • Icarus   |   30. November 2018 - 8:51

    @Insider:

    da möchte ich noch ein Argument bzw. mehr eine Behauptung beisteuern, die ich natürlich nicht empirisch belegen kann. Jedoch allein der Umstand, dass ich in meinem Umfeld mehrere Fälle hatte, lässt einen statistisch nachdenklich werden.

    Es geht darum, dass der Schere zwischen der Attraktivität des Dienst als BS und dem Fachkräftemangel in der Zivilwirtschaft immer größer wird, und Firmen den Berufssoldaten derart lukrative Angebote unterbreiten, dass eine Kündigung und damit ein Verzicht auf die Versorgungsansprüche keine große Überwindung mehr benötigt, weil alles ausgeglichen wird.

    Die leidige Diskussion, an welchen Punkten denn nun auch mal für BS an der Attraktivität geschraubt wird, unterstützt diese Tendenz eher noch. Hier kommen 2 gefährliche Trends gerade zusammen.

  • Anästhesiefeldwebel   |   30. November 2018 - 9:57

    Na ja, gibt schon noch einige Liegenschaften, die der Bundesimmobiliengesellschaft gehören und noch nicht „an den Mann gebracht wurden“: Doberlug-Kirchhain, Hardheim (wieder in Nutzung), Torgelow: Jägerbrück und Artilleriekaserne, Bergen-Hohne (Platz), Augustdorf (Platz), WHV: Ebkeriege-Kaserne, sind welche die mir ohne nachzudenken einfallen…

  • tom_weinreich   |   30. November 2018 - 11:01

    @ Icarus: Wieso sollte man bei Verlassen der Streitkräfte auf Versorgungsansprüche verzichten müssen? Man hat Anspruch auf den bis dahin gewonnen Pensionsanspruch, der eingefroren wird (abzüglich eines Abschlags von 15 Prozent, der aber wohl durch Urteile bald als eurpoarechtswidrig fällt).

    https://www.bmi.bund.de/DE/themen/oeffentlicher-dienst/beamtinnen-und-beamte/altersgeld/altersgeld-node.html

  • Insider   |   30. November 2018 - 11:49

    @Koffer
    Natürlich kann man den Begriff „Bestandskunden“ auch durch den Begriff „lebensältere Berufsoldaten“ ersetzen.

    Bei der von mir genannten Antwort eines StOffz des Hauptaufgabe die Personalbindung ist, erwarte ich mehr als Plattitüden, zumal die Frage (ebenfalls eines STOffz)in etwa wie folgt lautete: Können Sie bitte einmal erläutern, welche attraktiven Personalbindungsmassnahmen für Berufssoldaten das BAPersBw/die Leitung plant?

    Die Antwort darauf kann ich jetzt geben. Es gibt kein Konzept für uns und man wählt den Weg des geringsten Widerstandes. Damit verschiebt man das Problem nur auf der Zeitachse nach hinten.

    Auch weiteren konstruktiven Vorschlägen z.B. eines flexibleren AVR Wechsel der möglicherweise zu einer heimatnahen Verwendung führen würde, wurde mit dem Hinweis abgebügelt, das es zu aufwendig wäre ältere Soldaten nochmal umzuschulen.

    Wenn man zukünftig einen extrem unzufriedenen Personalkörper haben möchte, so bekommt man ihn.

  • ThoDan   |   30. November 2018 - 12:09

    @brainstormer

    Ist es nicht die UTV, die hat mkn auch ihre Nachteile

  • Dante   |   30. November 2018 - 14:18

    @all
    Es soll tatsächlich nicht sarkastisch sein.
    Aber warum es nicht mal andersrum versuchen und die Infrastruktur sowie die Technik und das Geld und alles was dazu gehört auf 180000 Soldaten auslegen (ist ne grade Zahl). Und für eine Struktur von 200000 Material und Personal einplanen um sich hinterher hinstellen zu können und sagen zu können dass wenigstens für die 180000 Mann (und Frauen) Armee das Equipment und das Personal sicher und hochwertig da ist?

  • Closius   |   30. November 2018 - 14:49

    Panzergrenadiere dürfen jetzt nicht mehr größer sein als 1,84 Meter! Das Thema hatten wir schon mal in AG. Aber jetzt sollen alle Panzergrenadiere individuell vermessen werden, um zu entscheiden, ob diese Panzergrenadiere bleiben dürfen oder nicht.

    Wer größer als 1,84 Meter ist darf jetzt nicht mehr Panzergrenadier werden. Damit dürfte es schwieriger werden, genug Panzergrenadiere zu gewinnen, angesichts dessen, daß die Soldaten immer größer werden.

    Da die BW sowieso zu wenig neue Schützenpanzer hat(350 Puma reichen nicht für 9 Panzergrenadierbataillone) hätte man doch einfach weitere Schützenpanzer, eines anderen Herstellers, die auch für größere Soldaten geeignet sind, beschaffen können.

    Wenn man nicht schon zugeben will, daß die BW bei der Puma-Beschaffung geschlafen haben muss, sonst hätte diese keinen Panzer bestellen dürfen, der nur kleinere Soldaten als der Marder zulässt.

    Wenn Größe doch eine Rolle spielt – Größenbeschränkung beim Puma

    [Der Link funktionierte so nicht; habe den durch obigen Link ersetzt.

    Und meine Meldung dazu vom August:

    https://augengeradeaus.net/2018/08/gardemass-unerwuenscht-im-neuen-schuetzenpanzer-max-184-meter-koerpergroesse/comment-page-1/

    Allerdings: ist in diesem Thread schon ein bisschen OT.

    T.W.]

  • Lucky.Sailor   |   30. November 2018 - 17:08

    Diese Personalplanung ist ein einziges Luftschloss!
    Es bringt doch überhaupt nichts, einen größeren Umfang zu beschließen, wenn man nicht die geringsten praktikablen Vorstellungen hat, wie man diese leere SollOrg mit „geeigneten“ Bewerbern auffüllen kann.
    Die demografische Entwicklung bei gleichzeitig steigendem Bedarf in der Wirtschaft, in Gesundheits- und Altenpflege und anderen öffentlichen Arbeitgebern (Polizei, Feuerwehr, Zoll etc.) gibt doch niemals ausreichend Kandidaten für den Soldatenberuf her, es sei denn man senkt die jetzt schon niedrigen Einstellungsvoraussetzungen noch erheblich tiefer.

  • Küstengang01   |   30. November 2018 - 21:19

    Ja was macht man nur um Personal zu gewinnen???????
    Vielleicht sollte man Mal gesamt Staatlich denken.

    Wer mindestens 12 Jahre dient bekommt sicher einen Job im Öffentlichen Dienst. Die Dienstherren Arbeitgeber könnte man locken damit, dass der ehemalige Soldat 100% Übergangsgebührnisse bekommt und so quasi sechs Jahre die Kommune/Land/Bund (anderes Resort) nichts kostet und von der BW weiterbezahlt wird.
    Wer 25 Jahre bleibt und nicht weiter arbeiten möchte, bekommt 100% Übergangsgebührnisse. Also 31 Jahre vollen Sold und im Anschluss ein Altersgeld von 50% bis zur Rente. Dann kann er sich ne halbe Stelle oder was leichtes suchen wenn das Geld nicht reicht.
    Ausländer die einen Sprachtest auf Grundniveau bestehen können sich bewerben, könnte bei den Botschaften abgelegt da gibt’s ja Verbindungsoffiziere und Feldwebel an den deutschen Vertretungen. Dann gibt’s Visum um Test in Deutschland zu machen bei Einstellung sechs Monate Vorbereitungsdienst mit intensiv Sprachkurs ähnlich den Ausländischen OA die an die Offiziersschulen geschickt werden.
    Nach vier Jahren darf der Einbürgerungstest abgelegt werden und Familiennachzug durchgeführt werden.

  • 0815   |   01. Dezember 2018 - 13:35

    @Insider | 29. November 2018 – 23:08
    „…das wir uns zuerst fragen sollten was wir für unser Land tuen wollten und doch Haltung zeigen sollten…“

    Aus anderer Quelle auch so vernommen.

    Dem „Fatzke“ hätte ein besonnener „Bestandskunde“ mit EdeKA und Dienstzeit von fast 35 Jahren mal die Leviten lesen sollen.
    Das soll dieser „Sesselfurzer“ mal denen erzählen die im Einsatz Soldaten verloren haben oder im Einsatz fast täglich ausserhalb operieren.
    Eine Bodenlose Frechheit dies co­ram pu­b­li­co so zu sagen.

    Wundert mich aber gar nicht mehr was aus dem Bermudadreieck BAPersBw zu hören ist.
    Aus engstem Kameradenkreis weis ich aber auch, das allzu „Rennitent“, entgegen dem Geist des Amtes agierende auch gerne „auf Eis“ gelegt werden!
    Gottlob gilt dies nicht für alle dort dienenden…erfreuliche Ausnahmen gibt es, werden aber weniger.

  • Koffer   |   01. Dezember 2018 - 18:07

    @0815 | 01. Dezember 2018 – 13:35
    „Das soll dieser „Sesselfurzer“ mal denen erzählen die im Einsatz Soldaten verloren haben oder im Einsatz fast täglich ausserhalb operieren.“

    Ich bezweifele ja, ob das eine irgend etwas mit dem anderen zu tun hat…

    Natürlich muss das Opfer der Einsatzgefallenen geehrt werden und die Einzelleistung jedes Soldaten respektiert werden (erst Recht wenn er viel im Einsatz für Deutschland geleistet hat).

    Aber das ändert doch nichts daran, dass eins ständiges „mein Recht, mein Recht, mein Recht“ wenig mit soldatischem Selbstverständnis zu tun hat, oder?

    Wenn es dienstlich notwendig ist, dann muss halt länger gedient werden. Das gehört genauso zum Status eines Berufssoldaten hinzu wie die lebenslange Versorgung durch den Dienstherren.

    Ich persönlich bin ja NICHT der Meinung, dass es sinnvoll ist, die Altersgrenzen (egal ob besondere oder allgemeine) generell anzuheben und auch eine durchschnittliche Erhöhung der Zurruhesetzungszeiten halte ich persönlich für NICHT sinnvoll, aber das es das Recht des Dienstherren wäre und im Einzelfall auch so praktiziert werden kann, sollte doch unstrittig sein, oder?

  • Fuddel   |   01. Dezember 2018 - 19:44

    0815 | 01. Dezember 2018 – 13:35
    1+

    @Koffer | 01. Dezember 2018 – 18:07
    Mag sein das das eine nichts mit dem anderen zu tun hat.
    Aber: Hier macht der Ton die Musik!! Ob die Kameraden Verteidigungsbeamte in Köln ähnliche Aussagen treffen würden, wenn sie über 800 Einsatztage (EinsKp, nicht G1/J1 Büro!) hätten, keine Gleitzeit, kein Homeoffice und Telearbeit und seit 26 Jahren WE-Pendler wären?
    Hier kennen bestimmt einige die Durchhaltefolie mit den „kostenlosen Parkplätzen“ . . . .
    Wenn ein KpFw auf einer Spießtagung den zukünftigen Vizepräsidenten BAPersBw nach weiteren Motivationshilfen für seine Berufsunteroffiziere, unter den gegebenen Rahmenbedingungen (Prämien, Wiedereinsteller, Material . . .) fragt und als Antwort die Empfehlung bekommt die Kordel abzulegen oder zu kündigen, halte ich das für eine sehr bedenkliche Entwicklung . . . . .

  • Koffer   |   01. Dezember 2018 - 21:42

    @Fuddel | 01. Dezember 2018 – 19:44
    „Hier macht der Ton die Musik!!“

    Sehe ich genauso. Übrigens auch in die andere Richtung. Natürlich ist eine persönliche Betroffenheit verständlich wenn der eine oder andere von uns (und möglicherweise ja sogar alle) länger dienen muss als ursprünglich erhofft und erwartet.

    Aber die Frage ist halt, ob man auf sein (nicht vorhandenes) Recht pocht und mit „innerem Abschied“ droht, oder ob man seine Bedenken sachlich äußert und am Ende getreu seine Pflicht tut.

    Oder?

    „Wenn ein KpFw auf einer Spießtagung den zukünftigen Vizepräsidenten BAPersBw nach weiteren Motivationshilfen für seine Berufsunteroffiziere, unter den gegebenen Rahmenbedingungen (Prämien, Wiedereinsteller, Material . . .) fragt und als Antwort die Empfehlung bekommt die Kordel abzulegen oder zu kündigen, halte ich das für eine sehr bedenkliche Entwicklung . . . . .“

    Auch da stellt sich (in beide Richtungen) die Frage nach dem Ton…

    Nicht jeder Spieß ist eben der Richtige auf dem DP, aber andererseits muss das auch nicht für jeden Vorgesetzten gelten ;)

  • Insider   |   01. Dezember 2018 - 22:20

    @Koffer
    „Wenn es dienstlich notwendig ist, dann muss halt länger gedient werden.“

    Genau, wenn ! es dienstlich notwendig ist. Und hier kommen mir schon deutliche Zweifel.
    Mir kann doch keiner erzählen das alle „Alten“ auf einmal unverzichtbar sind. Mag im Einzelfall vielleicht so sein, aber nicht pauschal.
    Die Soldaten sollen länger dienen, weil Frau v.d.L. medienwirksam die Trendwende ausgerufen hat und ihr jetzt keiner sagen will, dass das so nix wird.
    Dazu kommt ein völlig konzeptionsloses BAPersBw, welches zum einen nicht in der Lage ist, Interessenten so schnell zu rekrutieren das sie zwischenzeitlich nicht woanders zusagen und zum anderen was die Berufsoldaten angeht, dermaßen unflexibel (z.B. bei AVR Wechsel) ist das auch dort eher Stillstand herrscht.

    Warum muss ich zwingend Fernpendler bleiben wenn ich länger dienen soll?
    Warum bekomme ich dann z.B. nicht jede Heimfahrt bezahlt ? Geht doch auch bei Reservisten.
    Warum gibt es nicht pro Jahr länger Dienen, 1% mehr Pension oder eine Zulage die ruhegehaltsfähig wird?
    Kleine Angebote oder Möglichkeiten gäbe es sicherlich genug, wenn man wirklich wollte. Es wäre zumindest ein Zeichen guten Willens.

    Aber was passiert? Es wird von Generälen bzw. StOffzen, die vom Wegfall der besonderen Altersgrenze sowieso eher marginal betroffen sind (Ausnahme FachDstOffze) entschieden, dass die UmP im Schwepunkt eben länger machen und schwups sind alle Ampeln wieder grün. Ist ja ganz einfach.

    Man muss sich einmal vorstellen ich komme mit 18 zum Bund, kann mit 38 theoretisch OStFw werden und sitze dann 24 Jahre ohne weitere Förderung und Beurteilung auf meinem DP. Danach brauche ich nicht mehr zu performen sondern überspitzt gesagt, nur noch pünktlich zum Dienst zu kommen. Das ist „Attraktiv“ und motiviert? Das ist gut für die Bundeswehr?
    Wenn ich heute relativ am Anfang meiner BwLaufbahn stehen würde, wäre ich davon auch nicht begeistert, weil ich mir ausrechnen kann wieviele Jahre ich später befördert werde.

    Als letztes steht noch der Begriff „Vertrauensschutz“ im Raum. Die besondere Altersgrenze war für mich damals ein erhebliches Attraktivitätsmerkmal des Soldatenberufes. Und jetzt nach über 30 Jahren gilt das nicht mehr und das einzige was ich dazu höre ist dann „Tun Sie mal was für ihr Land und zeigen sie Haltung“
    Ja, das habe ich. Bisher schon 32 Jahre. Irgendwann hört es dann aber auch mal auf. Dann kommen auch ich nur noch pünktlich zum Dienst, trinke den Rest des Tages Kaffee oder gehe zum Sport oder alternativ zum Doktor.

  • Koffer   |   01. Dezember 2018 - 22:49

    @Insider | 01. Dezember 2018 – 22:20
    Ich halte die Lösung des generellen Längerdienens inhaltlich auch nicht für klug. Ganz im Gegenteil! Mir wären viel weniger BS und eine deutlich jüngere Armee wesentlich lieber.

    Und ich äußere dies auch. Hier in den Kommentarspalten und dienstlich immer dort wo ich kann.

    Aber es ist nun Prärogativ des Dienstherren über die Dienstzeit der BS zu entscheiden.

    Wer das nicht möchte, muss seinen Abschied nehmen.

  • Wa-Ge   |   02. Dezember 2018 - 6:29

    @Insider | 01. Dezember 2018 – 22:20

    Ich kann als ehemaliger SaZ die Betroffenheit vieler BS verstehen, aber ich ganz ehrlich vermisse ich diese Aufregung und das Pochen auf den Vertrauensschutz, wenn es in der Vergangenheit um Besserstellungen gegangen ist.

    Tut mir Leid aber wer nach dem Motto „besser immer, schlechter nimmer“ lebt, der ist blauäugig. Jetzt ist es wohl so weit, dass der Dienstherr sich das Recht rausnimmt an bestimmten Schrauben auch mal wieder nach links zu drehen und schon drohen viele mit innerer Kündigung.

  • Hans Dampf   |   02. Dezember 2018 - 10:25

    @ Insider:

    Zu 98% Zustimmung!
    1. Wenn Sie vom dauerhaften Fernpendeln sprechen, dann müssen Sie aber der Fairness halber auch sagen, dass der Dienstherr ja die Möglichkeit zum Umzug bietet. Wer das dann nicht in Anspruch nimmt, obschon er weiss, dass mit der Verwendung 10, 20 Jahre Fernpendelei verbunden sind, dem kann man dann auch nicht helfen. Und das sage ich als jemand, der im Grunde vom selben Problem betroffen ist, weil es vor der Haustüre nur so von Dienstposten wimmelt, aber eben nicht für meine TrG/AVR.

    2. Mittlerweile gibt es auch für den OStFw die Möglichkeit zum Laufbahnwechsel. Die mag es theoretisch immer schon gegeben haben, aber nunmehr ist sie ja durch den Wegfall der Altersgrenze wirklich vorhanden, gerade für die von Ihnen angesprochenen „Jung-OStFw“.

  • Don Quijote   |   02. Dezember 2018 - 10:34

    Koffer | 01. Dezember 2018 – 21:42

    Aber die Frage ist halt, ob man auf sein (nicht vorhandenes) Recht pocht und mit „innerem Abschied“ droht, oder ob man seine Bedenken sachlich äußert und am Ende getreu seine Pflicht tut.

    Die Realität a.m.S. sieht etwas differenzierter aus;
    Man weist im Sinne des grundsätzlichen Vertrauensschutzes sachlich auf sein -nicht vorhandenes- Recht hin, meldet -nicht droht- sich innerlich ab und versieht seinen Dienst pflichtgemäß jedoch nur noch „buchstabengetreu“.
    Der Umstand der mich persönlich zuforderst motiviert(e „wir warten nicht auf einen Auftrag sondern erkennen und erledigen ihn“, geht mehr und mehr verloren.
    Gründe:
    1. Fehlendes Vertrauen, Angst
    2. Fehlende Rückendeckung -Fehler vs Vergehen-
    3. Bürokratisierung
    4. Zunahme des Wasserkopfes, OrgBer, Denkschmieden ect…
    5. Fehlender bzw. schwindender unmittelbarer militärischer Führungwille
    6. Abschmelzen der Durchführungsebene/Unterstützungsebene………………

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