Sicherheitshalber, der Podcast – aktuell: Frank Sauer zur Kündigung des INF-Vertrages

Im gemeinsamen Podcast Sicherheitshalber von Augen geradeaus! und dem European Council on Foreign Relations (ECFR) probieren wir mal ein neues Format aus: Frank Sauer, Wissenschaftler an der Universität der Bundeswehr München und einer der vier regelmäßigen Podcaster bei Sicherheitshalber, erklärt kurz und knackig, warum er die angekündigte Kündigung des INF-Vertrages durch die USA für einen historischen Rückschlag für die Rüstungskontrolle hält.

Mit dem INF-Vertrag hatten wir uns bereits in Folge 3 des Podcasts beschäftigt, zwei Ausschnitte dazu:

(Mal sehen, wie dieses aktuelle Format mit einem Kommentar zu aktuellen Ereignissen ankommt – dazu gerne auch Feedback in den Kommentaren)

 

18 Kommentare zu „Sicherheitshalber, der Podcast – aktuell: Frank Sauer zur Kündigung des INF-Vertrages“

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   21. Oktober 2018 - 20:08

    Prima Reaktion, schnell und seriös. Der Beitrag wird hoffentlich bei politischen Kommentatoren quer durch alle BT-Parteien gehört UND verstanden.
    Was verschiedentlich in den letzten Tagen vernehmbar ist, zeugt oft von Parteipolemik, nicht von nüchterner Faktenkenntnis.
    Vor allem die politische Dimension hinsichtlich von Bedrohungs-Szenaren in und für Europa bleibt unkommentiert.
    Trumps Vorhaben, vorzutragen durch Bolton, eröffnet andererseits zwangsweise auch Verhandlungsoptionen zu INF.
    Also ruhig Blut und keine operative Hektik!

  • Holzi   |   21. Oktober 2018 - 21:21

    Dieser Podcast ist nicht schlecht. Ging bisher an mir vorbei. Danke.

  • FK70   |   21. Oktober 2018 - 22:33

    Cooler Podcast! Gut gemacht. Hat bei mir wieder etwas verstaubtes Wissen hervorgeholt.

    @ Klaus-Peter Kaikowsky:

    Mit dem Hinweis „Also ruhig Blut und keine operative Hektik!“ bin ich absolut bei Ihnen. Ebenso bezüglich Ihrer Einschätzung zur „Parteipolemik vs. Faktenkenntnis.“ Doch wie soll dieses Land, von wem auch immer, gut regiert werden, wenn in den Parteien nur noch sehr begrenzt Fakten- und vor allem Fachkenntnisse vorhanden sind? In welchen Parteien beschäftigt man sich noch mit den großen Linien? Ruhig Blut bezüglich der aktuellen Lage zum INF-Vertrag ja, aber bezüglich des Fachwissens in der Politik? Hm. Gut, nicht alles ist schlecht, aber ein ungutes Gefühlt habe ich dennoch.

    @ T. Wiegold:

    Ausnahmsweise OT: könnten Sie etwas zu den „Invictus Games“ machen? Wäre mal etwas good news, wobei ich keinesfalls der Auffassung bin, dass Sie lediglich im Bereich bad news agieren. Ich wünsche den Kameradinnen und Kameraden jedenfalls viel Glück und tolle Erlebnisse down under. Und wenn vdL nun schon in Asien ist, wird sie sicher vorbeischauen.

  • Sommerbiwak   |   22. Oktober 2018 - 0:30

    Klaus-Peter Kaikowsky|21. Oktober 2018 – 20:08:“Prima Reaktion, schnell und seriös. Der Beitrag wird hoffentlich bei politischen Kommentatoren quer durch alle BT-Parteien gehört UND verstanden.“

    Ihr Wort in Gottes Ohr.

    Würde mal wirklich die Reichweite dieses Podcasts interessieren. Wer außer den AG Lesern hört den?

    [Na, ich hoffe einige – falls nicht bekannt: Es ist ein Podcast nicht nur von AG, sondern auch vom ECFR und damit eine teilweise andere Zielgruppe. Die jeweiligen Abrufzahlen kann man sich ja bei auf Soundcloud ansehen, die sind kein Geheimnis. T.W.]

  • Andreas Moser   |   22. Oktober 2018 - 0:45

    Gutes Format!
    Schnell gehört beim Zähneputzen, und schon ist man top informiert – und kann vor Sorgen nicht mehr einschlafen. ☺️

  • Anubiswaechter   |   22. Oktober 2018 - 2:44

    FK70 | 21. Oktober 2018 – 22:33
    […] Ebenso bezüglich Ihrer Einschätzung zur „Parteipolemik vs. Faktenkenntnis.“ Doch wie soll dieses Land, von wem auch immer, gut regiert werden, wenn in den Parteien nur noch sehr begrenzt Fakten- und vor allem Fachkenntnisse vorhanden sind? In welchen Parteien beschäftigt man sich noch mit den großen Linien? Ruhig Blut bezüglich der aktuellen Lage zum INF-Vertrag ja, aber bezüglich des Fachwissens in der Politik? Hm. Gut, nicht alles ist schlecht, aber ein ungutes Gefühlt habe ich dennoch.

    In der Tat scheint es in der heutigen Zeit zu genügen, die gefühlte Wahrheit als Surrogat für die tatsächliche Wahrheit herzunehmen.

    [Das gleitet jetzt in die globalgalaktische Debatte ab. Bitte nicht. T.W.]

  • amsel   |   22. Oktober 2018 - 9:24

    Die Folge taucht leider nicht in meinem Podcastplayer auf. :/

    [It’s not a bug, it’s a feature… Wir haben erst mal vorgesehen, dieses „aktuell“-Format nicht über die üblichen Kanäle zu verbreiten, sondern nur via Augen geradeaus! und Twitter – eben weil es keine normale Podcast-Folge ist. T.W.]

  • Pete   |   22. Oktober 2018 - 11:01

    @Andreas Moser

    „Gutes Format!
    Schnell gehört beim Zähneputzen, und schon ist man top informiert …“

    Bitte nehmen Sie – und auch Sie Herr Wiegold- es mir nicht übel. Ich weiß, dass es nicht wirklich so gemeint war. Dennoch, mit „schnell gehört beim Zähneputzen“ kann man nicht „top informiert“ sein wenn es um den INF Vertrag geht. Auch die allgegenwärtigen Talk Shows mit bestenfalls halb informierten „Experten“ suggerieren dem Zuhörer ein Verständnis, das er schlicht nicht haben kann wenn es um die Dimension nuklearer Kriegführung geht.

    Meines Erachtens haben nur diejenigen, die im Kalten Krieg die ungehörige Gefahr aus eigenem Erleben erkennen durften, in der die Menschheit ständig schwebte, eine ungefähre Vorstellung davon, was ein Krieg zwischen Nuklearmächten anrichten kann. Einer davon ist General Lee Butler, der der letzte Kommandeur des „Strategic Air Command“ der USA war.

    https://en.wikipedia.org/wiki/George_Lee_Butler

    General Butler hat, basierend auf seinen einzigartigen Erfahrungen als oberster Berater des US- Präsidenten in Bezug auf nukleare Kriegführung,1999 eine beeindruckende und sehr nachdenklich machende Rede gehalten, die meines Erachtens aktueller ist als je zuvor:

    http://www.miprox.de/Sonstiges/Sind_Atomwaffen_notwendig.html

    Wer wirklich an den Thema interessiert ist, sollte die deutsche Übersetzung der Rede (link oben) unvoreingenommen lesen. Wer keine Zeit dazu hat, sollte die folgenden Aussagen von General Butler auf sich wirken lassen:

    „… Ich habe dreißig Jahre gebraucht, um die Karriereleiter so weit hochzusteigen, daß ich die Verantwortung und vor allem auch den Zugang zu Informationen hatte und mit Handlungen und Operationen konfrontiert war, die mein Verständnis dessen prägten, worum es bei der Fähigkeit zur nuklearen Kriegführung überhaupt geht. Ich bin zu der Überzeugung gelangt, daß vieles von dem, woran ich glaubte, entweder falsch, höchst vereinfacht, außerordentlich brüchig oder einfach moralisch untragbar war…“

    „…Traurig zu sagen, daß die abgeklärten Praktiker der nuklearen Kunst nie die umfassenden Folgen eines solchen Angriffs verstanden – und das tun sie bis heute nicht. Ich habe das alles nicht begriffen, bis ich mich in meinen dritten Verantwortungsbereich eingearbeitet hatte, und das war die nukleare Kriegsplanung der Vereinigten Staaten…“

  • Anubiswaechter   |   22. Oktober 2018 - 11:40

    @T.W. 0244:

    Dann lassen Sie mich nachträglich betonen, dass dies nicht intendiert war. Möglicherweise war aber die darin angelegte Kritik an der sachgrundlosen Behauptung zu subtil.

  • Jan   |   22. Oktober 2018 - 15:13

    Kurze, knackige und kompetente Einordnung des Weltgeschehens. Gerne öfter und generell danke für „Sicherheitshalber“. Solche Formate und Inhalte fehlen meist schmerzhaft in der deutschen Medienlandschaft.

  • wacaffe   |   22. Oktober 2018 - 21:28

    wie generell in der derzeitigen Debatte kommt mir zuz kurz, dass es sich bei der möglichen Aufkündigung des INF-Vertrages um eine REAKTION der USA auf den seit längerem andauernden Vertragsbruch Russlands durch Dislozierung von Iskander / SSC-8 handelt.

    letzlich sind die USA hier doch schlicht ehrlicher als die Europäer die den Vertragsbruch schlicht totschweigen wollen weil Sie zu einer adäquaten Antwort/Reaktion mental/politisch nicht in der Lage sind.

    Die USA sind hier doch nur der Bote den man für das überbringen schlechter nachrichten (son unangenehm sie auch sein mögen) nicht ershießen sollte.

    Die übliche moralisierende Empörung kommt mir hier mehr als verlogen vor

  • Sachlicher   |   22. Oktober 2018 - 23:10

    Danke. Präzise und kompetent wie bis dato jeder Podcast, wobei dieser noch ein wenig heraussticht.

    Natürlich nicht wissenschaftlich erschöpfend, dafür ist es das unpassende Format, aber wissenschaftlich sauber und sauber wissenschaftliche Argumentation in ein journalistisches Format übersetzt. Das, was anderswo mitunter etwas kurz kommt.

    By the way, @Pete, im Podcast klingen soviel Schnittpunkte bzw Hinweise zur tieferen Recherche an, dass ich auch aus dieser Warte den Podcast für gelungen halte.

  • Pete   |   23. Oktober 2018 - 10:28

    @Sachlicher
    „By the way, @Pete, im Podcast klingen soviel Schnittpunkte bzw Hinweise zur tieferen Recherche an, dass ich auch aus dieser Warte den Podcast für gelungen halte.“

    Einverstanden.
    Ist meines Erachtens auch kein Widerspruch zu dem, was ich geschrieben habe. Im Gegenteil, mein Punkt war ja lediglich, dass ohne „tiefere Recherche“ und Sachkenntnis dieses komplexe Thema nicht durchdrungen werden kann. Wenn dieser Podcast dazu anregt, dann ist er in der Tat gelungen.

  • Ben   |   23. Oktober 2018 - 11:45

    In meinem Podcast-RSS-Feed taucht diese Folge nicht auf.

    [Siehe meine Anmerkung dazu zum Kommentar von @amsel weiter oben. T.W.]

  • Sachlicher   |   23. Oktober 2018 - 17:51

    @Pete | 23. Oktober 2018 – 10:28

    Danke für Ihre Antwort.


    Ist meines Erachtens auch kein Widerspruch zu dem, was ich geschrieben habe. Im Gegenteil, mein Punkt war ja lediglich, dass ohne „tiefere Recherche“ und Sachkenntnis dieses komplexe Thema nicht durchdrungen werden kann.

    Ebenfalls: einverstanden.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   27. Oktober 2018 - 19:21

    Seriöse Stellungnahme zum U.S.-Rückzug bei INF:
    Die RUS Vertragsverletzung ist ernst zu nehmen und bedarf einer ebensolchen ernsthaften Antwort der USA, aber bestimmt keiner Kündigung.
    https://www.nti.org/newsroom/news/statement-ernest-j-moniz-and-sam-nunn-us-withdrawal-inf-treaty/
    – Bevorteilung ungehinderter RUS Stationierung aus mil Sicht
    – Gefährdung der Einheit der NATO in diplomatischer Hinsicht
    – Beeinträchtigung von U.S. Fähigkeiten der Nichtverbreitung aus strategischer Warte
    Die Entscheidung sei juristisch nachvollziehbar, aber nicht weise.
    Beide Seiten werden zur Verhandlung aufgerufen und einer unmittelbaren Fortsetzung zumindest bei NewSTART. – Der jüngste Auftritt von Bolton in Moskau lässt hoffen.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   28. Oktober 2018 - 9:20

    Polen begrüßt U.S. Rückzug von INF-Abkommen und bietet gleichzeitig Stationierung auf POL Boden an.
    https://www.dw.com/en/poland-supports-us-withdrawal-from-inf/a-46049028
    Einmal mehr erweist sich Mittelosteuropa als zuverlässiger und Bündnispartner. Die Ex-WP-Staaten haben in der Tat ihre Lexionen des russisch getriebenen Sowjetimperialismus nicht vergessen. Besonders erfreulich dabei, die breite Unterstützung der Einwohner.

  • Scario   |   29. Oktober 2018 - 10:05

    Hallo miteinander,

    mein erster Beitrag, nachdem ich schon seit längerem Mitleser in diesem exzellenten Blog – danke dafür, Herr Wiegold – bin

    Ein interessantes Interview im Schweizer Rundfunk mit Maximilian Terhalle zum Thema (und mit direktem Bezug zum damit in Zusammenhang stehenden Sommerloch-Thema aus Podcast #2 – der deutschen atomaren Bewaffnung)

    https://www.srf.ch/play/radio/popupaudioplayer?id=476b4b85-d05c-4eb0-b6a7-7656320c3fab