Manöver-Unfall auf der ‚Sachsen‘: Gezündeter Flugkörper blieb an Bord (Nachtrag: Video)

Fürs Archiv: Auf der Fregatte Sachsen ist es bei einem Übungsschießen vor Nord-Norwegen zu einem Zwischenfall gekommen: Ein Flugkörper Standard Missile 2, der mit dem Vertical Launch System verschossen werden sollte, zündete zwar – aber der Flugkörper startete nicht und brannte an Bord aus. Zwei Besatzungsmitglieder wurden, so heißt es, stressverletzt, seien aber wieder dienstfähig. Am Schiff entstand sichtbarer Materialschaden.

Von der Marine-Webseite*:

Während eines Flugkörperschießens hat es auf der Fregatte „Sachsen“ am 21. Juni eine Fehlfunktion gegeben: Der Antrieb einer Flugabwehrrakete brannte kurz nach dem Abfeuern ab, ohne dass der Flugkörper den Starter verließ.

(…)
Die Rakete vom Typ SM 2 war aus ihrem Behälter im Senkrechtstartsystem unmittelbar vor der Brücke des Schiffes abgefeuert worden. (…)
Vor dem Abfeuern der Rakete hatte es keinerlei Hinweise auf technische Mängel am Startersystem gegeben. Einen weiteren Flugkörper gleichen Typs hatte die „Sachsen“ zuvor erfolgreich gestartet. Auch die Rakete selbst war zuvor technisch überprüft worden und befand sich in einwandfreiem Zustand.

Die Fregatte wird jetzt im norwegischen Hafen Harstadt untersucht. Zusammen mit der Fregatte Lübeck befindet sich die Sachsen derzeit zum Test der Waffensysteme* vor Norwegen.

Nachtrag 27. Juni: Inzwischen kursiert im Internet ein Video des Vorfalls, das offensichtlich von der Lübeck aus aufgenommen wurde. Ich binde es hier mal ein; ob und wie lange es verfügbar bleiben wird, weiß ich natürlich nicht.

*Angesichts der absehbaren technischen Umstellung der Bundeswehr-Webseiten werden die Links nicht dauerhaft funktionieren; deshalb hier die Berichte als pdf-Datei:

Unfall auf der „Sachsen“: „Wir standen vor einer gleißenden Feuerwand“

Flugkörper-Schießen: „Lübeck“ und „Sachsen“ testen ihre Waffensysteme

(Foto: Das Vertical Launch System der ‚Sachsen‘ nach dem Unfall – Deutsche Marine)

46 Kommentare zu „Manöver-Unfall auf der ‚Sachsen‘: Gezündeter Flugkörper blieb an Bord (Nachtrag: Video)“

  • Hohenstaufen   |   22. Juni 2018 - 14:20

    Dies bedeutet, dass für eine gewisse Zeit die Fregatte nicht eingesetzt werden kann. Wie wohl die Ersatzteillage ist ?
    Da die Marine nur 3 Fregatten dieser Klasse mit der Fähigkeit zur umfassenden Luftverteidigung (Verbandsschutz) hat , reißt dieser eher unspektakuläre Fehler gleich eine große Lücke. Der Marine (und der Bundeswehr) fehlt es an Reserven und Redundanz.

  • Alpha November   |   22. Juni 2018 - 14:31

    Ist ja so eine Sache mit Munition, die nicht wie vorgesehen funktioniert. Der Umgang damit ist halt riskant. Sachschaden ist ersetzbar – insofern ist alles im Rahmen geblieben. Trotzdem gute Besserung auf den Schreck, von einem der mal eine 5 mal vergebens abgefeurte 120mm MZ wieder nach hinten entladen durfte aus dem heißen Rohr…

  • Alex   |   22. Juni 2018 - 15:28

    Zum Glück wurde niemand ersthaft verletzt!
    Ist das Ausmaß des Schadens denn nur dem Raketen-Booster geschuldet, der versagt hat?

  • Sommerbiwak   |   22. Juni 2018 - 15:31

    „stressverletzt“? Was soll das denn sein? Zwei Besatzungsmitglieder haben sich halt erschreckt. Wäre Mir auch so gegangen, wenn eine Rakete im VLS stecken bleibt. der Hersteller verspricht, daß die anderen LFK sicher sind in so einem Fall, aber ob das wirklich stimmt…?

    Zurück zur Fregatte: wie lange bis das gute Stück wieder einsatzfähig ist? Wie lange ist die Warteschlange in der Werft?

  • JSS Deutschland   |   22. Juni 2018 - 15:50

    Was ich mich frage: Sind die anderen im VLS geladenen Flugkörper heile geblieben oder sind die Kanister dahin geschmolzen?
    Wenn man das gesamte VLS tauschen müsste und auch die anderen FK’s unbrauchbar würden wäre das tatsächlich ein immenser Schaden. Geschweige denn, dass die angespannte Munitionsladung noch schlimmer würde.

  • odiras   |   22. Juni 2018 - 16:56

    @Sommerbiwak
    „Stressverletzt“ ist garnicht ungewöhnlich, schließlich werden Flugkörperschießen ja nicht so häufig durchgeführt. Auf einen solchen „Hangfire“ ist das Spezialistenteam gut vorbereitet, auch die Technik ist auf einen solchen Fall z.B. durch automatische Sprinkleranlage ausgelegt. Nicht aber jeder der an Bord Dienst leistet, ist sich der Fähigkeiten aller in einem solchen Fall bewusst.

    @JSS Deutschland
    Ohne die Beladung der Sachsen zu kennen, gilt beim MK41 VLS-System, dass die LFKs des 8er Blocks zunächst nicht mehr verschossen werden können. Dies liegt aber am Starter, da die Abbrandplatten dann abgenutzt sind. Auch der Einsatz der Sprinkleranlage ist einer der ausschlaggebenden Gründe. Der Ersatz des Teilstarters ist relativ simpel, so denn vorrätig.

    Ich gehe aber davon aus, dass sich die Marine erstmal mit der Ursachenforschung beschäftigt.

  • Semjon Maximilian Gehner   |   22. Juni 2018 - 20:22

    1. Das erinnert mich an die Mörsermunition. Seufz… Im Moment haben wir echt einen Lauf.

    2. Ich verstehe „stressverletzt“ noch nicht so ganz. Ist das eine neumodische Bezeichnung für „jemand hat sich erschrocken“ oder ist das sowas wie ein Schock? Oder eine posttraumatische Belastungsstörung?

    (Das soll kein Sarkasmus sein, ich frage mich tatsächlich. Die ersten Google-Treffer dazu sind zu diesem Vorfall)

  • Mariner   |   22. Juni 2018 - 22:05

    Zu den Stressverletzten sei angemerkt, dass die Bruecke beim Schiessen normalerweise bemannt bleibt und diese befindet sich keine 3 Meter oberhalb des VLS. Ein Video von einem frueheren Schiessen zeigt den Ablauf https://www.youtube.com/watch?v=U4ZmWhUMr6o – insbesondere Minute 0:17 zeigt, dass die Brueckenfenster nicht abgedeckt sind. Trotzdem es montierbare Blenden gibt, gehe ich davon aus, dass diese wie im Video nicht angebracht waren.
    Bei einem einwandfreien Schuss steht die Feuerwand etwas ueber 1 Sekunde – bei der Reichweite des Flugkoerpers kann man von einigen Minuten ausgehen, die dieser hier abgebrannt ist.
    Selbst wenn man die Steuerung auf den Rudermaschinenraum umstellt und das Schiff aus der OPZ faehrt ist die Bruecke (geregelt) mal nicht ebenso geraeumt.
    Da kann man schon mal einem Schock ausgesetzt sein – dass heisst dann in marinedeutsch eben stressverletzt und ist mE voellig nachvollziehbar.

  • Niemand   |   22. Juni 2018 - 22:19

    Schon heftig, dass ein Waffensystem, das im Jahr 1 mal genutzt wird (wenn es hoch kommt), kaputt geht.

    Die Bundeswehr liebt es scheinbar, sich auf der Welt mehr und mehr zur Lachnummer zu machen. Absolut nichts funktioniert.

  • Heizer   |   22. Juni 2018 - 22:43

    Bei zu machen kamen Stressverletzte immer in Übungen vor:
    Man ist gerade voll in der Lage, alle haben 10 Sachen gleichzeitig auf dem Zettel. In dieser Situation kommt der Ausbilder und tippt einer Person in Schlüsselfunktion auf die Schulter und sagt nur: „Sie sind jetzt stressverletzt“. Das war quasi ein Freibrief wie ein Irrer durchs Schiff zu rennen und z.B. wild Sicherungen raus zu schmeißen. Man dürfte also 2-3 Leute zum „Eindämmen“ des Problems hinterher schicken….

  • audio001   |   23. Juni 2018 - 8:37

    Gibt’s da einen mittelbaren Zusammenhang zu dem Problem mit den SM-2 Flugkörper (respektive mit dessem Antrieb) auf der USS Sullivans in 2015?

    Und sollte es nicht ohnehin für die SM-2 einen Nachfolger geben (SM-3 oder SM-6)?

  • Thomas Melber   |   23. Juni 2018 - 9:08

    @Mariner
    Zumal man sich vielleicht nicht sicher sein kann, daß der FK nicht doch wg. der Hitzeentwicklung umsetzt?

    In wie weit ist bei diesen hohen Temperaturen eine Sprinkleranlage überhaupt wirksam?

  • DeltaR95   |   23. Juni 2018 - 10:07

    @audio001

    Der SM-3 ist einFlugkörper zur BMD. Der SM-6 ist der quasi Nachfolger in dual role. Beide werden von der Marine nach meiner Kenntnis nicht beschafft, womit man auf der homöpathischen Ausstattung, wenn ich das mal so mutmaßen dar, mit den guten, alten SM-2 sitzen bleibt.

    Allein die Integration von JUWL oder Downlink Fähigkeiten wird wohl schon ewig auf sich warten lassen, wenn man den Fachzeitschriften mal glauben darf…

    Ich würde den Vorfall nicht überstilisieren. Das hier war nach meiner Meinung ein normaler Hangfire, darauf ist und muss der VLS ausgelegt sein. Die Sprinkler und Delugesysteme haben anscheinend ja wie konzipiert gegriffen, ansonsten sähe das Schiff anders aus. Wenn man das Risiko nicht haben will, muss man eben Cold Launch VLS verbauen…

    Was die Fehlerursache war, wird jetzt sicherlich untersucht. Die Ursache kann ähnlich der The Sullivans sein, aber auch ein Verklemmen könnte denkbar sein.

    Das größte Problem der Marine wird eher der Ausfall der Einheit sein…

    [Ok, BMD kenne ich als Ballistic Missile Defence. JUWL? Cold Launch? Nicht alle hier sind auf Kriegsschiffen groß geworden… T.W.]

  • DeltaR95   |   23. Juni 2018 - 10:48

    @ T. W.

    JUWL ist die zukünftige Datenlink Verbindung der Standard Missile Familie (siehe APAR Block 2).

    Bei einem Cold Launch VLS werden die Flugkörper mit Druck ausgestoßen und erst nach verlassen des Schachtes zündet das Triebwerk.

  • audio001   |   23. Juni 2018 - 11:14

    re: DeltaR95

    Warum hat man/frau eigentlich bisher keine Beschaffung SM-3 und/oder SM-6 eingeleitet,- respektive eine Systemanpassung für die bestehenden Einheiten geplant?

    Und welche Flugkörper sind für die Klasse F 125 konkret vorgesehen, und welche für die Mehrzweckkampfschiffe 180 (MKS 180) eigentlich gepant?

  • Mitleser   |   23. Juni 2018 - 11:51

    @Thomas Melber

    Die US Navy hat seit 1979 aufgrund diverser Munitionsexposionen an Bord ein „Insensitive munitions“ Programm, das nach dem Golfkrieg (als nach den Kampfhandlungen in Camp Doha ein Munitionsfeuer ausbrach, das mehr eigene Panzer vernichtete als die gesamten Kampfhandlungen) von den anderen Teilstreitkräften adaptiert wurde. In den USA ist das im DOD Acquisition document, DODI 5000.2 hinterlegt.
    Ebenso gibt es ein entsprechendes NATO-Programm. In vielen NATO-Staaten laufen ebenfalls entsprechende nationale Programmen, so acuh in Deutschland.

    Ich habe zwar keine technische Dokumentation zur SM-2 in der Hand, aber der Flugkörper fällt bereits unter dieses Programm und müßte durch Konstruktion, Laborierung und entsprechende Silogestaltung (Sollbruchstellen, Dämmung, Sprengstoff- und Treibstoffart usw.) gegen Explosion des eigenen Treibstoffes und Sprengkopfes bei Abbrand sicher sein, sowohl der brennende Flugkörper als auch die Flugkörper drumherum. Der Schutz vor Mitexplosion („sympatetic“) ist schwierig(er) und bei diversen Munitionssorten technisch nicht realisiert; aber in diesem konkreten Fall gab es ja keine Primärexplosion, die zu Folgeexplosionen führen könnte.

  • DeltaR95   |   23. Juni 2018 - 11:56

    @ audio001

    Warum man das nicht gemacht hat? Weil man für den Einsatz SM-3 an ALLES auf F124 ran muss… Radar, CDS … Kostenpunkt bestimmt über 1 Mrd Euro.
    SM-6 dürfte auch aus Kosten-Nutzen-Sicht eher für die Nachfolge F124 sein…
    Die Deutsche Marine will/soll überall mitspielen, hat aber für die Champions-League das Budget der Kreisliga. Das funktioniert nicht, es sei denn man kauft von der Stange. Zum Beispiel Arleigh Burke wie das z.B. Japan in ähnlicher Form gemacht hat.

    F125 hat „nur“ RAM und nach meiner Kenntnis ist auch nie etwas anderes vorgesehen gewesen.

    MKS180 hat nur – wenn man diversen Internet-Foren glauben schenken darf – ESSM Blk 2 vorgesehen, aber MKS180 ist auch ja Schiff für die Verbandsflugabwehr,

  • Klauspeterkaikowsky   |   23. Juni 2018 - 12:08

    Thales.group. …
    „Standard Missile family using the JUWL datalink. …“
    APAR Blk2 is the new X-band multi-function radar and successor of the proven APAR, the first naval AESA radar. With true digital beam forming and gallium nitride amplifiers, it defends in the highest threat scenarios against the latest evolving threats. Featuring multibeam volume search, horizon search, hemispherical target tracking and  unparalleled firepower with semi-active and active missiles.
    -Active Phased Array Radar
    -Proven APAR architecture and performance
    -Vast missile firepower
    -Low elevation search and Multi-beam search
    -Modular and scalable radar
    APAR Blk2 defends against saturation attacks in the highest threat scenarios by supporting many simultaneous AAW and ASuW engagements with both active and semi-active guidance using ICWI. Firepower is limited only by the rate of fire by the launcher. ESSM and SM-2 are supported as well as ESSM Block2 and the future Standard Missile family using the JUWL datalink.

  • Les Grossmann   |   23. Juni 2018 - 12:56

    Joint Universal Waveform Link (JUWL)
    siehe auch
    dtic.mil/descriptivesum/Y2013/…/0604366N_5_PB_2013.pdf

  • SvD   |   23. Juni 2018 - 13:15

    Wegen der verschiedenen Startmethoden, Anschauungsmaterial kann hier helfen.

    Hot Launch mit Mk41 VLS und SM-6, aus alles Blickwinkeln und in Zeitlupe:
    https://www.youtube.com/watch?v=0KTxWoPTXRY

    Cold Launch, zu sehen bei der Royal Navy:
    https://www.youtube.com/watch?v=D7P0dP6w3YE

    Cold Launch oder Kaltstart hat auch so seine Nachteile, denn man weiß nie ob der Raketenmotor auch zündet. Tut er das nicht, ja dann greift halt die Schwerkraft:
    https://www.youtube.com/watch?v=6IwcQphO6ns

    @audio001

    Die F-125 hat nur die RAMwerfer, also Nahbereichsselbstschutz.

  • Otter   |   23. Juni 2018 - 15:43

    @Mitleser & @Thomas Melber

    der MK125 Continuous Rod-Gefechtskopf der SM2 enthält PBXN-110 als Hauptladung und PBXN-5 die beide im einschlägigen Test nach STANAG 4439 (Insensitive Munitions), Fast Cook-off (Zur Imitation eines Treibstoffbrands) eine Typ-V Reaktion zeigen (Abbrand).
    Auch deswegen ist zum Glück bis auf die Flammenwand wenig passiert.

  • Mitleser   |   23. Juni 2018 - 17:36

    @Otter

    Danke für die Ergänzung der technischen Details!

    @SvD

    Womit man wohl auch die russische S-300 bei der insensitiven Munition einordnen kann :-)
    Kannte dieses Video noch nicht; nur das, wo der LFK aus 10 Metern stumpf auf das Fahrzeug zurückfällt. Außer Dellen am Truck und einem kaputten LFK nichts passiert.

  • Navales   |   23. Juni 2018 - 19:31

    Zum Thema SM-6 als SM-2 Nachfolger auf den F-124 Fregatten:
    SM-6 ist ca. 1,8m länger als SM-2. Der FK passt doch gar nicht in die MK41 Launcher der F-124, weil man sich in der Entwurfsphase der Fregatte gegen die größere „Strike“-Version des VLS Systems entschieden hat – oder irre ich mich da?

  • Alpha November   |   23. Juni 2018 - 23:41

    @Thomas Melber | 23. Juni 2018 – 9:08
    Eine Sprinkleranlage hilft IMMER. Die Hauptlöschwirkung von Wasser ist Kühlung.
    Ist ein Feuer heißer oder größer oder beides wird halt nur noch schneller das Wasser verdampft. Der Unterschied ob mit oder ohne Wasserkühlung ist enorm.
    Ich hatte bereits einige male das Vergnügen unter Druck austretende, brennende Flüssigkeiten und Pumpenfeuer zu löschen – das ist nicht viel anders als ein stark brennendes großes Gasleck. Die Kühlung durch ein Feuerwehrstrahlrohr auf Sprühstrahl ist immens und man kann deshalb auf einen Meter oder näher ran um den Brand entweder eingedämmt zu halten oder zu fangen. Aber wehe es kommt ein Steinchen in eine Düse und ein Viertelkreis des Sprühstrahl fällt schlagartig aus… Wasur braucht man jedenfalls die Tage dann nicht mehr verbessern.
    Vergleiche hier etwas ab Sekunde 40: https://www.youtube.com/watch?v=MZ1xwN3Gdng

    Schlussfolgerung: Wenn die Sprinkleranlage nur halbwegs ordentlich Power hat und zum Einsatzzweck passende Düsen (vielleicht kennt hier ja einer die Anlage), dann ist das enorm was es bringt.
    Das die Farbe außen wegbrutzelt lässt sich sicher trotzdem nicht vermeiden.

  • Obibiber   |   24. Juni 2018 - 8:19

    Weiß jemand ob man da noch auf Strike Length umrüsten könnte?
    Sind die baulichen Reserven unter Deck gegeben!?
    SM6 wäre schon ein sehr guter und leistungsfähiger Nachfolger für die SM2
    außerdem könnte man dann auch über ein paar SM3 für BMD zumindest nachdenken
    8 SM3, 16 SM6 und 32 ESSM Block2 ab 2025 wären eine gute und moderne Beladung
    bei den MKS180 sollte man halt auch gleich ein 32er VLS Strike length einplanen um flexibel zu sein…

  • DeltaR95   |   24. Juni 2018 - 10:16

    @ Navales

    Gemäß Janes verwendet F124 den Mk 41 Mod 10 in der Strike Version. Damit passen sogar SM-3 und Tomahawk… theoretisch.

    SM-6 ist zwar der quasi Nachfolger, wird aber auch weiterhin in Mischbeladung mit SM-2 bei den Amerikanern gefahren.

  • Alex   |   24. Juni 2018 - 11:50

    Seit Jahren werden drei Flugabwehrsysteme entwickelt, ohne dass man etwas Konkretes vorzuweisen hat. Wäre da SM-6 neben RAM und ESSM überhaupt noch vermittelbar?

  • DeltaR95   |   24. Juni 2018 - 12:25

    @ all

    Um das klarzustellen, der VLS Mk 41 hat ZWEI unabhängige Löschsysteme

    – Sprinkler: Dieser betrifft den kompletten Launcher (Sprühdüsen)
    – Deluge: Jeder Kanister Mk 25 Mod 0 hat noch ein Deluge-System, welches nur die jeweilige Zelle betrifft und bei einem Hangfire zuerst auslöst. Hierbei wird die Zelle mit Frischwasser geflutet.

    Bei einem Hangfire sollte eigentlich das Deluge-Ssytem greifen und ausreichend sein.

    Zudem denke ich wird hier nur der Booster abgebrannt sein, da der Sustainer (das Marschtriebwerk) bei Flugkörpern normalerweise eine extra Sicherung bekommt und erst zündet, wenn eine gewisse Flugzeit bzw. G-Belastung auf den LFk gewirkt hat.

    @ obibiber

    Sorry, aber ihr „Beladungsvorschlag“ zeugt nur davon, dass sie das nicht bis zu Ende durchdacht haben. Nicht mal die Amerikaner fahren eine derartige Mischbeladung auf Arleigh Burke mit 96 Zellen. Eine „kleine“ F124 Fregatte kann operativ nur entweder oder. Eine BMD-Unit macht genau das und nur das, nämlich BMD. Für den normalen AAW-Anteil gibt es Babysitter…

  • TBR   |   24. Juni 2018 - 12:59

    Da gibt es auch noch Planungen zu SM-2 Block V…

    SM-6 ist nicht als Ersatz sondern als Ergänzung gedacht.

    VLS auf F124 ist strike length, die SM-6 Integration würde daher vor allem im Bereich Radar und Software kosten, JUWL ist da das richtige Stichwort. Wird für F124 absehbar ein Thema da es sich eben um den neuen Standard handelt und die Schiffe ja noch 25-30 Jahre fahren werden.

    Auf Z103 hatten wir „damals“ auch misfires. Einmal saß ich ein Deck tiefer fast direkt darunter als der Motor einer SM-1 nicht zündete . Aber da half die Katapultfunktion des Starterarms :)

  • S O   |   24. Juni 2018 - 13:16

    Zum Thema Nachfolger; das BMVg beteiligt sich an der ESSM Block II Entwicklung, offenbar sind die vorgesehen. Nach ca. 2025 dürften Apothekermengen an Quad packs ESSM Block II gleichzeitig zu alten SM-2 in den VLS stecken.

    So etwas wie ESSM Block II hätte man schon in den 70ern haben können – siehe „Sea Phoenix“.

  • SvD   |   24. Juni 2018 - 13:33

    Die Produktion der SM-2 wird wieder gestartet, auch auf Nachfrage der Niederlande.
    Man kann sich also denken wie viele der 3 Nutzer des Smart-L die neuere EWC Variante mit BMD fähigen Systemen und Effektoren nutzen werden. Dänemark hat gar nichts im Mk 41. Man nutzt dort das Mk 56 in Missionsmodulen mit ESSMs.
    Da man die SM-2 irgendwann mal bestellen wollte und die Produktion eingestellt wurde, konnte man das Problem zwischenzeitlich nicht abstellen. Nun hat man das Problem Geld für die F-35 zu finden (so war der Wortlaut vor 1,5 Jahren).

    Wir arbeiten auch nicht an der SM-3 oder SM-6 mit, war ja auch „unnötig“. Es kam auch schon Kritik wir würden uns zu sehr im ESSM Programm zurückziehen.
    Und nun bestellen viele Länder neue SM-2, nur wir nicht.

    https://raytheon.mediaroom.com/2017-06-21-Global-demand-sparks-Standard-Missile-2-production-restart

    @Mitleser
    Ich weiß nicht was da passiert ist aber dieses Feuerwerk scheint die Person hinter der Kamera etwas überrascht zu haben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, beide Startfahrzeuge abgebrannt, mehrere Startcontainer teilweise geschmolzen:
    https://pbs.twimg.com/media/Cy08WLVXcAAfjXs.jpg

    @all
    Falls es jemandem interessiert:
    Das einzige Bild aus einem Mk 41 das ich finden konnte:
    https://tinyurl.com/y76a7lze
    Und das einzige Videomaterial was mir jetzt einfallen will, ist aus einem leeren dänischen Mk 41
    https://youtu.be/HyT-jr5whRg?t=4m59s (sollte bei 4:59 starten)

  • Pio-Fritz   |   25. Juni 2018 - 11:30

    Ich denke, der Vorfall wird hier in den Kommentaren überbewertet, schließlich wurde vorher ja erfolgreich mindestens ein Flugkörper gestartet. Und nur weil ein System nur wenig benutzt wird, heißt das nicht, das nichts kaputt gehen kann. Da muss man eben das Untersuchungsergebnis abwarten.

    Und man muss auch nicht immer das neueste Gimmick haben, das es gerade auf dem Markt gibt. Wir sehen es doch an der Dieselaffäre bei den Pkw, wohin das führt.

    Die Besatzung weiß jetzt zumindest, wofür die ganzen Brandschutz- und Sicherheitsübungen gut waren.

  • Zimdarsen   |   25. Juni 2018 - 12:38

    @Pio-Fritz

    Die Dieselaffäre hat nix mit dem neusten Gimmick oder Bw-Mun zu tun.

  • Memoria   |   25. Juni 2018 - 18:39

    @T.W.:
    Die Marine hat durch Probleme am Antrieb der Tanker eine weitere erhebliche Lücke bis mindestens zum Jahresende:
    https://tinyurl.com/y8qddh24

    So ne Art Dieselaffäre der Marine.

  • Pio-Fritz   |   26. Juni 2018 - 11:28

    @Zimdarsen | 25. Juni 2018 – 12:38

    So etwas nennt sich „Vergleich“.

    Ich bin der Meinung, in diesem Thread wird zu unrecht an der Munition und dem Waffensystem rumgemäkelt.

  • Oli   |   26. Juni 2018 - 20:17

    Hier ein Video von dem Unfall.
    Hoffe der Link nach Facebook ist ok
    https://www.facebook.com/deutschemarineblog/videos/1859159071044735/

  • T.Wiegold   |   27. Juni 2018 - 10:32

    @all

    Das Video von dem Vorfall, offensichtlich von der Lübeck aus aufgenommen, ist inzwischen auch auf Youtube verfügbar; ich habe es oben als Nachtrag eingefügt.

  • Manuel Stolp   |   27. Juni 2018 - 15:50

    @T.Wiegold:
    Das offensichtlich würde ich streichen! Zum einen lässt das wording der Personen nicht darauf schließen und zum anderen war auch min. ein Schiff der WTD vor Ort.
    Die Gespräche die zu hören sind lässt wohl eher auf Zivilisten schließen.

  • Micha   |   27. Juni 2018 - 16:31

    Wie schnell sowas immer gleich bei Facebook, Youtube und Co. landet.. muss das sein?
    Unterliegen derartige Aufnahmen, besonders wenn sie im Dienst und in militärischen Sperrgebieten erfolgten, nicht einer Beschränkung?

  • T.Wiegold   |   27. Juni 2018 - 16:46

    Hm, dem einen ist wichtig, dass das Video nicht von Soldaten gedreht worden sein kann, dem anderen, dass es doch wg. militärischem Sperrgebiet solche Videos nicht in der Öffentlichkeit geben sollte… Ich lasse die beiden Positionen mal unkommentiert stehen.

  • Mariner   |   27. Juni 2018 - 17:13

    Vielen Dank fuer den Link zum Video – erschreckend / beeindruckend!
    Das erklaert dann umso besser, warum es zu einem Schock bei den Kameraden fuehrte.
    Es sieht ferner so aus, als wenn sich der FK beim Start vollstaendig zerlegt hat.

  • Micha   |   27. Juni 2018 - 17:14

    @ T.Wiegold

    Das es „[..] solche Videos nicht in der Öffentlichkeit geben sollte…“ oder geben darf, habe ich nicht geschrieben – ganz im Gegenteil bin ich der Meinung, daß die Öffentlichkeit schon wissen darf, daß der Beruf eines Soldaten gefährlich ist und der Dienst damit auch mit der nötigen Wertschätzung betrachtet werden muss.

    IMHO ist die Beachtung von speziellen Vorgehen und Rahmenbedinungen bei einer Veröffentlichung für Soldaten als auch Zvilisten gleichermaßen obligatorisch.

  • Alpha November   |   27. Juni 2018 - 18:38

    Das Video zeigt ja ganz gut wieso außen mal neue Farbe ran muss. Die Löschanlagen sind ja auch nicht oben/außen. Farbe hält nicht lange auf Stahl und bei der Hitze. Darüber hinaus ist sicher noch das ein oder andere Bauteil angekokelt.
    Es ist allerdings auch zu erkennen, dass der Brand nur und erst runter geht als die Rakete ausgebrannt ist. Das ist auch klar, denn eine Rakete (die ja beide Stoffe für den Abbrand in sich vereint) hat deutlich mehr Leistung als jede Löschanlage gegenan stellen könnte. Außerdem ist sie dadurch praktisch unlöschbar.
    Es dürfte durch die Brückenverglasung extrem heiss innen geworden sein. Im Starter ist dagegen ja keine weitere Brandlast, so dass das Feuer erlischt wenn der Treibstoff ausgebrannt ist. Die Löschanlage dient dann rein der Kühlung – bei Stahl grundsätzlich eine gute Idee.
    Interessant wäre ob die Verglasungen alle heil geblieben sind (sah auf den Fotos so aus, aber schwer zu erkennen) und ob auf der Brücke die Hitze Schäden verursacht hat.

  • SvD   |   27. Juni 2018 - 20:16

    Erstaunlich das es direkt mit einem Feuerwerk startete, war wohl doch mehr als ein lahmer Raketenmotor.

    Allerdings kam mir dieses Feuerwerk bekannt vor, 2015 ist eine SM-2 auf Höhe der Mastspitze explodiert. Damals waren bestimmte alte Raketenmotoren unter Verdacht geraten. Was daraus wurde weiß ich aber nicht.

    https://news.usni.org/2015/07/27/navy-restricts-use-of-a-number-of-sm-2-missiles-following-uss-the-sullivans-launch-failure

    Es gibt nur wirklich mieses Videomaterial davon (ab Sekunde 30):
    http://www.military.com/video/guided-missiles/sea-launched/navy-destroyer-damaged-by-sm-2-missile/4370445182001