Manöver-Unfall auf der ‚Sachsen‘: Gezündeter Flugkörper blieb an Bord (Nachtrag: Video)

Fürs Archiv: Auf der Fregatte Sachsen ist es bei einem Übungsschießen vor Nord-Norwegen zu einem Zwischenfall gekommen: Ein Flugkörper Standard Missile 2, der mit dem Vertical Launch System verschossen werden sollte, zündete zwar – aber der Flugkörper startete nicht und brannte an Bord aus. Zwei Besatzungsmitglieder wurden, so heißt es, stressverletzt, seien aber wieder dienstfähig. Am Schiff entstand sichtbarer Materialschaden.

Von der Marine-Webseite*:

Während eines Flugkörperschießens hat es auf der Fregatte „Sachsen“ am 21. Juni eine Fehlfunktion gegeben: Der Antrieb einer Flugabwehrrakete brannte kurz nach dem Abfeuern ab, ohne dass der Flugkörper den Starter verließ.

(…)
Die Rakete vom Typ SM 2 war aus ihrem Behälter im Senkrechtstartsystem unmittelbar vor der Brücke des Schiffes abgefeuert worden. (…)
Vor dem Abfeuern der Rakete hatte es keinerlei Hinweise auf technische Mängel am Startersystem gegeben. Einen weiteren Flugkörper gleichen Typs hatte die „Sachsen“ zuvor erfolgreich gestartet. Auch die Rakete selbst war zuvor technisch überprüft worden und befand sich in einwandfreiem Zustand.

Die Fregatte wird jetzt im norwegischen Hafen Harstadt untersucht. Zusammen mit der Fregatte Lübeck befindet sich die Sachsen derzeit zum Test der Waffensysteme* vor Norwegen.

Nachtrag 27. Juni: Inzwischen kursiert im Internet ein Video des Vorfalls, das offensichtlich von der Lübeck aus aufgenommen wurde. Ich binde es hier mal ein; ob und wie lange es verfügbar bleiben wird, weiß ich natürlich nicht.

*Angesichts der absehbaren technischen Umstellung der Bundeswehr-Webseiten werden die Links nicht dauerhaft funktionieren; deshalb hier die Berichte als pdf-Datei:

Unfall auf der „Sachsen“: „Wir standen vor einer gleißenden Feuerwand“

Flugkörper-Schießen: „Lübeck“ und „Sachsen“ testen ihre Waffensysteme

(Foto: Das Vertical Launch System der ‚Sachsen‘ nach dem Unfall – Deutsche Marine)