ExerciseWatch: Flintlock 18 mit deutschen Spezialkräften in der Sahel-Zone

Bereits in der vergangenen Woche hat im Niger die multinationale Übung Flintlock begonnen, die seit Jahren vom U.S. Africa Command in dieser Region organisiert wird, und wie in den Vorjahren sind auch in diesem Jahr deutsche Soldaten dabei. Die Übung steht unter dem Eindruck zunehmender terroristischer Aktivitäten in der Sahel-Region:

“This year, Flintlock is a tangible example of the commitment of the international community to come together and train together as brothers in arms in order to deal with the security situation in the Sahel and in the Lake Chad Basin,” said U.S. Air Force Maj. Gen. Marcus Hicks, commander, Special Operations Command Africa.

International efforts to combat violent extremist organization is essential to ensure stability in the region, said Nigerien Minister of Defense Moutari Kalla.

Hicks bezeichnete in einem Interview mit AP Al-Qaida as die größte terroristische Bedrohung für die Region – auch größer als die weiterhin bestehende Gefahr durch aus dem Nahen Osten zurückkehrende ISIS-Kämpfer:

Even as Islamic State group fighters flee the Middle East and cause fear across Africa’s Sahel region it is al-Qaida that poses the more serious long-term threat, the U.S. military’s special operations commander in Africa said. Speaking on the sidelines of the annual U.S. counterterror exercise to train West African special forces, Maj. Gen. Marcus Hicks pointed to last month’s deadly attack on the army headquarters and heavily guarded French Embassy in Burkina Faso that was claimed by an al-Qaida-linked group in neighboring Mali. (…)
„I believe al-Qaida has a more disciplined approach to developing infrastructure across Africa, north Africa, the Sahel,“ he said.

Insgesamt sind mehr als 20 Nationen, aus der Region und aus dem Westen, mit ihren Spezialkräften an Flintlock 2018 beteiligt.

Die Bundeswehr schickte insgesamt knapp 100 Soldatinnen und Soldaten: Nach Angaben des Verteidigungsministeriums  aus dem Kommando Spezialkräfte (KSK), aus der Luftwaffe mit zwei Transall-Flugzeugen und aus dem Zentralen Sanitätsdienst ein Special Operations Surgical Team (SOST).

Dazu noch aus dem Ministerium:

Die deutsche Übungsbeteiligung in Zusammenarbeit mit multinationalen Partnern zielt auf eine Verbesserung der Fähigkeiten von ausgewählten afrikanischen militärischen Einheiten zum Umgang mit Bedrohungen für die Sicherheitslage und trägt damit zu einer Verbesserung des Schutzes der Bevölkerung in der Region bei.

(Foto: Nigerien and American flags are raised at the opening ceremony of Flintlock 2018 at Agadez, Niger on 11 April, 2018 – Capt. Eric Smith/U.S. Africa Command)

3 Kommentare zu „ExerciseWatch: Flintlock 18 mit deutschen Spezialkräften in der Sahel-Zone“

  • Memoria   |   16. April 2018 - 23:32

    Flintlock ist aus meiner Sicht aus strategischer, operativer und taktischer Sicht seit vielen Jahren sehr sinnvoll.
    Aber ist das Ganze wirklich seitens des BMVg und auch dem AA in ein wirkliches Gesamtkonzept eingebettet?

    Nach meinem Eindruck nehmen Andere (insbes. FRA) das Thema weitaus ernster.

  • Pio-Fritz   |   17. April 2018 - 11:02

    @Memoria | 16. April 2018 – 23:32

    Ihr Eindruck täuscht. DEU hat bereits in 2011 ein Afrika-Konzept vorgelegt, Die Umsetzung ist schwierig, insbesondere Befindlichkeiten der afrikanischen Staaten und eine zögerliche UN-Politik erschweren diese.

    Natürlich hat Frankreich da mehr Interesse als ehemalige Kolonialmacht. Hier bestehen auch entsprechende bilaterale verträge mit den einzelnen S5-Staaten. bevor man da in Anspruch genommen wird…

  • Memoria   |   21. April 2018 - 17:33

    @Pio-Fritz:
    Die verschiedenen Afrila-Konzepte sind mir durchaus bekannt, nur geht es um eine stringente Umsetzung.
    Aber vielleicht täuscht mein Eindruck da ja auch.
    Unsere vernetzte (!) Sicherheitspolitik ist eben ein Vorbild für alle anderen Nationen. Gerade auch was die Einbindung von Spezialkräften angeht.

    Daher lege ich mich einfach wieder ganz beruhigt hin und warte auf die zwangsläufig anstehenden Erfolgsmeldungen.
    Denn wir haben ja ein Afrika-Konzept!