Einsatz in Afghanistan: Im Land unterwegs, nicht nur in Kundus (Nachtrag)

Zu der in dieser Woche auf den Weg gebrachten Verlängerung und Aufstockung des Afghanistan-Mandats der Bundeswehr gehört auch die aktuelle Information aus dieser Woche: Bereits jetzt sind Bundeswehrsoldaten außerhalb der Basis in Masar-i-Scharif im Norden des Landes unterwegs, und das eben nicht nur in Kundus.

Das teilte das Verteidigungsministerium diese Woche den Abgeordneten des Bundestages mit:

Zudem erfolgt seit 07.03.18 für einen begrenzten Zeitraum die mobile Beratung des TAAC N mit deutschen und multinationalen Beratern für einen vorgeschobenen Gefechtsstand des 209. Korps der ANA in gesicherter Infrastruktur in der Provinz Faryab. In diesem Rahmen erfolgt auch die Evaluierung der 1. Brigade des 209. Korps der ANA. Mit Stand 08.03.18 befinden sich 63 deutsche Soldaten vor Ort.

Die Kollegin Sabine Siebold von Reuters hat da mal beim Einsatzführungskommando nachgefragt:

Rund 60 Bundeswehr-Soldaten seien derzeit gemeinsam mit Truppen aus anderen Ländern in einem afghanischen Feldlager in Meimaneh, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr am Freitag. Sie leisteten keine Beratung, sondern untersuchten, ob die Unterstützung der afghanischen Armee-Führung im Norden durch die Nato-Truppen Erfolg habe. Dabei gehe es vor allem um Operationsplanung, die Weitergabe und Verarbeitung von Informationen und Logistik.

Nun ist diese Region nicht erst in jüngster Zeit ein Hotspot der Aufständischen. Da gab’s doch schon 2013 mal ein Problem; insofern dürfte dieser Einsatzort nicht gar so überraschend sein.

Nachtrag: Die Bundeswehr hat dazu auch eine etwas ausführlichere Erläuterung auf ihren Webseiten eingestellt, die hatte ich übersehen.
(Da die Texte auf den Bw-Seiten angesichts absehbarer technischer Änderungen nicht dauerhaft Bestand haben, hier fürs Archiv der Text als pdf: Deutsche Soldaten in Meymaneh)

Nachtrag: Ein Blick auf die US-Aktivitäten am Hindukusch, von AP:

Amid little scrutiny, US military ramps up in Afghanistan

Und noch ein Nachtrag vom 12. März: Das Afghanistan Analysts Network blickt auf die aktuelle Lage in Faryab:

Battle for Faryab: Fighting intensifies on one of Afghanistan’s major frontlines

(Archivbild: U.S. Airmen with the Air Force Special Operations Command discuss results of an airfield survey during operations in Faryab province, Afghanistan, Nov. 29, 2017. The Special Tactics Airmen ensure access to traditional airfields and landing strips to increase the operational reach of coalition and Afghan aircraft for reconnaissance, troop delivery and strategic air support operations – U.S. Air Force photo by Staff Sgt. Doug Ellis)

1 Kommentar zu „Einsatz in Afghanistan: Im Land unterwegs, nicht nur in Kundus (Nachtrag)“

  • Memoria   |   11. März 2018 - 15:43

    Es bleibt der Eindruck, dass man nicht wirklich weiß was man wie erreichen will. Dies gilt für die USA und die Verbündeten.

    Die USA verstärken ihre Anstrengungen – insbesondere auf der taktischen Ebene mit Spezialkräften. Gehen wir diesen Weg wirklich konsequent mit? Und ist dieser erfolgversprechend?

    Wir machen weiter mit, weil wir wohl glauben außenpolitisch mitmachen zu müssen.

    Dazu mehr ähnliche Kräfte und Mittel für Irak und Mali. Bei sehr schlechter Einsatzbereitschaft. Anspruch und Wirklichkeit driften immer weiter auseinander und die Truppe merkt des durchaus und verliert immer mehr das Vertrauen in die militärische Führung und die politische Leitung.

    Man wird den Fehler erneut eingestehen, wenn es zu spät ist.