RC N Watch: Ohne ISAF-Truppen kehrt der Krieg nach Faryab zurück

An diesem – hoffentlich ruhigen – Pfingstwochenende kann man ja das eine oder andere nachlesen. Zum Beispiel zur Lage in Nordafghanistan: Im Westen des ISAF-Nordbereichs, in der Provinz Faryab, hat sich ISAF komplett zurückgezogen. Und seitdem? Das Afghanistan Analysts Network hat mal näher hingeschaut:

It took little more than seven months to turn Faryab from a province with a worrisome security situation into a province under constant attack. Since the Norwegian Provincial Reconstruction Team (PRT) in Faryab closed in September 2012, the security situation has quickly deteriorated. These days, Faryab is one of the main targets of the Taleban’s spring offensive.

Die ganze Geschichte hier. Und hoffentlich kein Modellfall für den Norden Afghanistans – oder ein Hinweis darauf, wie sich die Schließung auch anderer PRTs auswirken könnte.

(Foto: Norwegische Soldaten in Faryab, Januar 2010 – ISAF Public Affairs via Flickr unter CC-BY-Lizenz)

25 Kommentare zu „RC N Watch: Ohne ISAF-Truppen kehrt der Krieg nach Faryab zurück“

  • Voodoo   |   18. Mai 2013 - 10:26

    Wie bereits erwähnt, war Faryab 2010 schon grenzwertig, obwohl die Skandinavier da noch unterwegs waren. Es wundert mich nicht im geringsten, dass das Vakuum nun vom Gegner gefüllt wurde. Da fragt man sich ernsthaft, ob das all die Opfer wert war…

  • Voodoo   |   18. Mai 2013 - 10:31

    (Edith fällt auf, das der “Bearbeiten” Button nun gänzlich fehlt – und zwar nicht, weil die Zeit zum Editieren abgelaufen ist… ;-) Ich weiß nicht, ob es an meinen Browsereinstellungen liegt, aber bei den letzten Versuchen kam anstelle der “Bearbeitungsansicht” auch nur noch ein gelb umrandetes Fenster ohne den geschriebenen Text. Jetzt kommt nix mehr…)

  • O.G.   |   18. Mai 2013 - 10:40

    Jetzt mal ganz ehrlich….haben wir etwas anderes erwartet? Und leider wird dies genauso im ganzen Land passieren wo sich die ISAF zurückziehen wird.

  • autostaedterin   |   18. Mai 2013 - 10:49

    Als durchaus geneigte zivile Mitleserin frage ich mich (rhetorisch) bei den Beiträgen zu AFG: Was genau haben die ISAF/NATO/BW-Truppen die letzten Jahre vor Ort eigentlich gemacht? Und wieso sagen jetzt alle, außer den Führungsetagen, dass sie nichts anderes erwartet haben?

  • Memoria   |   18. Mai 2013 - 11:02

    In Badakshan (Warduj) ist die Lage auch noch “angespannt”.
    Ein Blick in die Zukunft auch für KDZ und Baghlan.

    Die Bw hat es jedoch trotz jahrelanger Vorbereitungszeit versäumt seine Kräfte auf die moboile Unterstützng der ANSF bis 2014 (und länger?) auszulegen.
    Die FwdDeplTF ist weiterhin “Stückwerk”.

    @autostaedterin:
    ISAF und insbesondere die Bw hat sich über Jahre vorallem mit sich selbst beschäftigt und selbst dabei nicht viel voran gebracht (das Bild zeigt wo die Norweger bzgl Ausrüstung sind – insgesamt waren sie uns ebenfalls weit voraus – u.a. im Nachrichtenwesen und der Führung).

    Aber all das will man nicht hören.
    Die Bw-Führung (zivil und militärisch) hat den Kontakt zur Realität schon lang verloren.

  • lastboyscout   |   18. Mai 2013 - 11:12

    Inzwischen haben die ANSF die Lage in FAR wieder ganz gut im Griff. Wie in Badakshan und anderen Hot Spots wird es auch in FAR nie ganz ruhig werden. Entscheidend und damit die gute Botschaft ist doch, dass die ANSF in diese Räume geht und immer wieder das Gefecht auf- und annimmt. Dabei treffen sie natürlich auf die gleichen Probleme wie die NATO Kräfte vor ihnen. Aber sie tun es und in der richtigen Verbindung ihrer eigenen SOF mit den konventionellen Kräften sind sie den INS auch überlegen und gewinnen die taktischen Gefechte. Kein wirklicher Unterschied zu uns. Unfair wäre die Erwartung, dass den ANSF etwas in vier Wochen gelingt, was uns in 12 Jahren lang nicht gelungen ist.

  • Memoria   |   18. Mai 2013 - 11:23

    @lastboyscout:
    “Entscheidend und damit die gute Botschaft ist doch, dass die ANSF in diese Räume geht und immer wieder das Gefecht auf- und annimmt.”

    Volle Zustimmung.

    In Badakshan scheinen die ANSF jedoch wieder in die Defensive zu geraten.
    Grundsätzlich müssen es aber die Afghanen nun “unter sich” ausmachen.

    Zudem passt die relative Stärke der INS nicht zu Aussagen von ISAF und der Bundesregierung und der Generalität zur Schwäche der INS.
    Zumal auch die ANSF bei sehr guter Leistung vor dem Grundproblem stehen:
    “never outgunned, but outgoverned”.

  • Memoria   |   18. Mai 2013 - 11:26

    Nachtrag:
    Dass die Lage in Faryab anders ist als zuvor zeigt ein Satz in obigem Artikel:
    “Faryab has not seen a spring like this since the civil war in the 1990s.”

    Man muss es nicht zu sehr dramatisieren, aber es wäre (höchste) Zeit die eigene Lagebeurteilung von ISAF mal zu überdenken.
    Aber geht ja nur noch um “deckare victory and go home”.

    Wie sagt schon “Papa” Heuss: Dann siegt mal schön…

  • T.Wiegold   |   18. Mai 2013 - 11:45

    @Voodoo und all

    OT Kommentar-Edit: Da gibt’s Probleme mit dem Plugin (hat was mit aktualisierten Plugins zu tun, manche beißen sich). Ihr müsst deshalb leider erst mal ohne Kommentar-Edit auskommen; aber vielleicht geht das auch mit ein bisschen Sorgfalt beim Schreiben?

  • autostaedterin   |   18. Mai 2013 - 11:53

    Nach der eher gebremsten Begeisterung der dt. Bevölkerung für den Einsatz schleicht sich jetzt noch das Gefühl der Veräppelung ein – ich habe zunehmend ein ungutes Gefühl, dass die einzige Alternative dazu sein soll, die korrupte Clique um Karzai mit Tüten voller Bargeld zu unterstützen. Die Zeit des Satzes “Er ist ein Bastard, aber er ist unser Bestard!” sollte abgelaufen sein.

  • Leser   |   18. Mai 2013 - 11:56

    Es stellt sich auch die Frage, ob in Zukunft überhaupt noch jemand “näher hinschaut”? Ich vermute eher die Sache wird abgehakt nach dem Motto: we’ve tried our best, what’s next?

  • Alarich   |   18. Mai 2013 - 12:00

    Das ist nur der Anfang für ganz Afg

  • Bang50   |   18. Mai 2013 - 12:22

    Einen sehr schönen Überblick bietet die dreiteilige VICE Dokumentation “This Is What Winning Looks Like”

    Zusammenfassung:
    – afg. Soldaten und Polizisten auf Drogen
    – korrupte Führung
    – verzweifelte ISAF Soldaten
    – westliche Politiker die ein tolles Bild für die Presse zeichnen
    – eine afg. Bevölkerung die zwischen den Stühlen sitzt

  • lastboyscout   |   18. Mai 2013 - 12:27

    @memoria
    Ja, Badakshan – speziell Warduj – ist ein Sonderfall. Die INS haben hier eine relative starke Unterstützung durch die Bevölkerung, da sie diesen mit ihren kriminellen Aktivitäten den Lebensstandard sichern. Auch ansonsten kann ich nur zustimmen, ohne den zivilen Anteil, ohne Good enough governance, sind auch die ANSF nicht in der Lage die Situation allein zum Guten zu wenden.

    @alarich
    Auch das kann man so sehen. Aber auch die volle Sicherheitsverantwortung für Afghanistan durch die ANSF (ab 20. Juni 2013) ist der Anfang für ganz Afghanistan. Wenn die ANSF diese Fighting season ohne “operational defeat” – allein in der Sicherheitsverantwortung stehend – überstehen, dann ist ein großer Schritt nach vorn getan.

  • J.R.   |   18. Mai 2013 - 12:48

    Zur Situation in Afghanistan erschien vor kurzem eine sehr gute Zusammenfassung von Thomas Ruttig – wohl einem der führenden deutschen Afghanistan-Kenner – bei der Bundeszentrale für politische Bildung.

    @ autostaedterin
    Was hat die Bundeswehr in Afghanistan eigentlich gemacht? Gute Frage. :)

    Gleich vorab sei hier auf die Wiki-Seite Deutsche Beteiligung am Krieg in Afghanistan” verwiesen.

    – Die ersten zwei Jahre nichts über Kabul und Termez hinaus (Mandatsobergrenze 1200 Soldaten, davon glaub 300-400 am Flughafen Termez in Usbekistan).
    – Danach beginnt man sich langsam in den Norden vorzutasten ( 2003 Übernahme des amerikanischen PRT in der Innenstadt von Kunduz, 2004 Gründung eines kleinen Feldlagers im ruhigen Faizabad).
    2005-2006 hat die Bundeswehr bei Masar-i Sharif das Camp Marmal gebaut (Mandatsobergrenze jetzt 3000 Soldaten), und 2006 das PRT in Kunduz aus der Stadt heraus einige Kilometer außerhalb in ein Feldlager beim Flughhafen verlagert.

    Bis dahin ist der Norden Afghanistans sehr ruhig. Neben militärischer Selbst- und Bündnisverwaltung dient die Bundeswehr als Enabler für US-Luftschläge vor allem zur Abschreckung eines zweiten “Sturms auf Kabul”, was die Warlords dazu bringen soll doch politisch um die Macht im Staat zu kämpfen. Dazu kommt etwas Streitkräfte-Aufbau (2005: etwa 20.000 afghanische Soldaten), etwas Waffen-Einsammeln und ein paar Aufbau-Projekte. Nicht per se schlecht, aber ohne wirklichen Rahmen, im kleinen Maßstab und ohne durchschlagenden Erfolg.

    Wenn man bedenkt, dass die Bundeswehr zu dem Zeitpunkt zwei recht große Feldlager betreibt, und ISAF-weit auch so gerade mal 20%(?) die Feldlager verlassen, dann bleibt da seitens der Bundeswehr zum “Wirken” nicht mehr viel übrig. Ach ja, richtige “Kampftruppen” hat Deutschland bis dahin auch nicht vor Ort. Und auch wenn es vereinzelt Gewalt gibt, so kann man auch insgesamt was den Norden angeht nicht von Krieg reden.

    Danach beginnt sich im Norden die Sicherheitslage langsam zum verschlechtern, was dann auch nach und nach zum Zurückziehen und Aufrüsten der Bundeswehr führt.
    2008 übernimmt die Bundeswehr von den Norwegern das Betreiben “schnelle Eingreiftrupp” für Notfälle (QRF, 250 Soldaten). Irgendwann in diesem Zeitraum wird verordnet, dass die Bundeswehrsoldaten die Soldaten die Lager nur noch in gepanzerten Fahrzeugen verlassen dürfen, was einem Rückzug aus der Fläche gleichkommt. Die Wirkung der Bundeswehr im Land dürfte zu dem Zeitpunkt gegen Null gegangen sein.

    2009-2011 ist wohl dass, was dann in Deutschland als “Krieg in Afghansitan” wahrgenommen wird. 2009 kommt dann das Kunduz-Bombardement, das Bundeswehr-Kontingent wird aufgestockt (bis 5300 Soldaten), die USA beginnen zusätzliche Truppen und Hubschrauber in den Norden zu schicken. All das erlaubt es der Bundeswehr bei Kunduz, in einer Fläche von 10 km x 10 km 3-4 kleine Überwachungsposten zu betreiben (Polizeistation Char Darah, Spähpunkt Westplatte, Höhe 432 und Höhe 431). Diese Punkte zu besetzen und zu versorgen bindet mehr oder weniger alle Kräfte des PRT Kunduz – was grob die Hälfte der deutschen Gefechtssoldaten ausmacht. Diese Anstrengungen werden zwar intensiv mit Bildstrecken in den deutschen Medien begleitet – dass das RC Nord aber insgesamt 6,7 Mio. Menschen und 160.000 km² umfaßt geht dabei irgendwie unter.
    Mit Hilfe der Amerikaner und afghanischer Milizen gelingt es letztlich einige Dörfer “freizukämpfen” (etwa Operation Halmazag). In der Vergangenheit haben solche Aktionen allein aber nicht zu bleibenden Ergebnissen geführt.
    2010 gibt es gerade mal 10 Ausbildungsteams (OMLTs à 30 Soldaten), die sich tatsächlich mit der Ausbildung der afghanischen Streitkräften beschäftigen – die meiste Zeit als Schulungen in den Feldlagern. Dazu kommen noch 11 mobile Polizei-Beraterteams (FDDs aus je 4 Polizisten und 4 Feldjägern), die gerade mal einen Bruchteil der Distrikte besuchen konnten bevor das Programm wieder eingestellt wurde.

    2012 beginnt dann der ISAF-Abzug, was sich auch vor Ort in deutlich weniger Engagement niederschlägt. Auch da ist die Wirkung jetzt wieder nahe Null. Ausbildung in der Fläche und auf Mannschafts-Ebene wird eingestellt. Ach ja von den mittlerweile 350.000 afghanischen Sicherheitskräften sollen jetzt um die 100.000 aus Kostengründen entlassen werden – auch nicht gerade ein Stabilitätsfaktor.

    Das deutsche Engagement war zu keinem Zeitpunkt darauf ausgelegt, “Graswurzel-Gewalt” wie sie in Bürgerkriegen vorkommt einzudämmen, oder den Menschen systematisch beim Aufbau einer friedlichen Zukunft zu helfen.

    Kleine Anmerkung am Rande: Da ist es irgendwie auch bezeichnend, dass im Zusammenhang mit Afghanistan glaub kein Militär oder Politiker je von “Bürgerkrieg” spricht. “Krieg” scheint man noch verkaufen zu können (dafür wird die BW ja ausgebildet), “Bürgerkrieg” wohl nicht mehr.

  • Memoria   |   18. Mai 2013 - 12:58

    @lastboyscout:
    Mit Blick auf Warduj: Gleiches läßt sich von Ghormach, Baghlan-e-Jadid, Chahar-Dareh sagen (wobei ich die Probleme hier nicht erstrangig ethnisch – “pashtun pockets” – sehe).

    @all:
    Auch wenn es nach all der Zeit aber auch fragen:
    Ist es unser Problem, wer in afghanischen Distrikten Einfluss hat?

    Es wäre Zeit für eine solchen “strategic review” – stattdessen diskutieren wir über 1000, 800 oder 600 Soldaten von 2015-2017.

    Wie seit Beginn es Einsatzes:
    Dabei sein ist alles.
    Etwas erreichen ist kein Rational der deutschen Afghanistanpolitik.

  • autostaedterin   |   18. Mai 2013 - 13:11

    @J.R. | 18. Mai 2013 – 12:48
    Danke für diesen kurzen Überblick, “was bisher passierte”. Mir war gar nicht so präsent, dass es so lange relativ ruhig für die BW gelaufen ist.

    @Memoria | 18. Mai 2013 – 12:58
    “Ist es unser Problem, wer in afghanischen Distrikten Einfluss hat?

    Es wäre Zeit für eine solchen “strategic review” – stattdessen diskutieren wir über 1000, 800 oder 600 Soldaten von 2015-2017.”

    Nicht nur in den Distrikten, sondern überhaupt. Das ist doch einer 10 Cent wert und der andere ein Groschen. Mir persönlich ist rätselhaft, warum TdM mit einer solchen Ankündigung vorgeprescht ist. Aus dem Wahlkampf heraushalten? Der wäre doch auch eine Gelegenheit gewesen, diese Frage mit der Bevölkerung zu diskutieren und ein Feedback zu erhalten.

  • Hans   |   18. Mai 2013 - 14:58

    @autostaedterin

    Wahlkampf? Mit Sicherheitsthemen?

    Die Bevölkerung interessiert sich nicht für BW / SiPo. Zumindest nicht in Wahlkämpfen, wenn dan nur auf Kreisebene (Heimatkaserne als Wirtschaftsfaktor). Politiker und Medien interessieren sich auch nicht wirklich dafür (meines Wissens war NIE ein deutscher Journalist dauerhaft in AFG, die meisten fliegen mit Y-Tours hin und sehen was sie sehen sollen). Abgeordneten geht es ähnlich, wie auch bei Kasernenbesuchen immer Potemkinsche Dörfer aufgebaut werden.

    Krieg darf man es auch nicht nennen, in den ersten Jahren ist man mit “Brunnen- und Mädchenschulenbau” ja gut gefahren. Bis die Taliban gemerkt haben dass wir ihnen im RC N doch außerhalb der Feldlager große Freiheiten gelassen haben. Außer der BW 2009-11 wie von J.R. beschrieben sind es vor allem unsere Verbündeten die raus gehen und den INS auf die Füße treten.

    Und mit Mali und Active Fence Turkey geht es weiter. Hauptsache überall dabei, aber geräuschlos und keine Kampftruppen. Mit Sanitätern gewinnt man aber keinen Krieg, denkt jedoch dass man sich dann als BW präsentiert, an die sich andere Staaten anlehnen.

    Ergo: SiPo wird nie wirklich Wahlkampfthema sein, und das ist auch erstmal gut so weil die Bevölkerung gar nicht weiß was passiert. ES WÄRE SCHÖN WENN SICH DAS ÄNDERN WÜRDE.

  • Voodoo   |   18. Mai 2013 - 15:32

    @ T.W.

    Gebe mir Mühe, danke für die Antwort!

  • Crass Spektakel   |   18. Mai 2013 - 16:32

    @lastboyscout

    > dass die ANSF in diese Räume geht und immer wieder das Gefecht auf- und annimmt.

    Genau das ist die Erkenntnis über die “eigenen” Fähigkeiten und da erfüllen die afghanischen Sicherheitskräfte die Aufgabenstellung. Streiten kann man da nur ob sie es gut, recht oder schlecht machen, genaueres lesen wir dann in einem Jahr auf Wikipedia.

    Interessant ist daß die meisten Foristii die Erkenntnisfindung des Gegners thematisieren: Daß Aufständische nach einem strukturellem Wandel des Sicherheitsumfeldes erstmal aktiv werden um die Lage auszuloten ist logisch. Warum hätten sie es zu einem anderem Anlaß machen sollen? Und auch hier gilt, das Ergebnis steht in den Geschichtsbüchern der Zukunft.

  • Memoria   |   18. Mai 2013 - 17:01

    @Crass Spektakel:
    Das de Gegner jetzt aktiver wird war zu erwarten. Richtig. Wer ist hierauf jedoch nicht vorbereitet? Die Bundeswehr.
    Siehe die operative Hektik in Warduj im Frühjahr bis hin zum fehlenden LLRZ.

  • Erwin   |   18. Mai 2013 - 21:27

    Die Masse hat es schön erwähnt: Wen wundert es? Eine Bilanz über AFG zu ziehen wäre eine Schande für unsere gefallenen Soldaten. Wie blauäugig und dilettantisch hat die Politik AFG bewertet, um im Entschluss unsere Soldaten dort hin zu senden?

    Woher kommen denn diese selbstherrlichen ca. 800 kalkulierten Soldaten für “Resolute Support”? Andere Nationen haben kaum solche Zahlen proklamiert. Wer glaubt denn ernsthaft, dass unsere Soldaten schulmäßig wie im tiefsten Frieden hier beraten und unterstützen können?

    Wann wacht unsere Politik auf und zeigt mal Stärke? Aber nein, keine(r) hat das Zeugs in der Hose, einfach mal einen Schlussstrich zu ziehen. Lieber das speckige Gesicht am Schreibtisch wahren. Wieviele deutsche Soldaten müssen noch für NICHTS sterben?

  • tex   |   19. Mai 2013 - 0:03

    @ Erwin
    Die Zahl 800 kommt aus der Politik, die eine Zahl “deutlich unter 1000″ wünscht” Das ist alles!

    @ J.R.:
    Besser hätte ich es nicht ausdrücken können. Damit ist alles gesagt…leider…

  • Erwin   |   19. Mai 2013 - 22:35

    @tex
    Dass die Zahl aus der Politik kommt ist uns allen klar. Aber wie so oft in letzter Zeit, werden Zahlen ohne eine fundierte Auswertung des Auftrags aus der Luft gegriffen, nur weil sie gerade opportun für die nächste Bundestagswahl ist.

  • Memoria   |   20. Mai 2013 - 9:39

    Bevor es bei Twitter untergeht.
    Das PHQ in C.-D. wurde gestern Abend angegriffen.
    (Auch wenn die Datierung der Meldung nicht stimmen kann):

    “Afghanistan: Deutsche Kräfte bei Kundus beschossen
    Berlin/Kundus, 19.05.2013, Einstellzeit: 0.22 Uhr.
    Am 19. Mai um 18.49 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (22.19 Uhr afghanischer Ortszeit) wurden deutsche Kräfte 10 Kilometer südwestlich Kundus im Polizeihauptquartier des Distriktes Chahar Darah von Aufständischen mit Handwaffen und Mörsern beschossen.

    Es gab keine Verwundeten / Gefallenen bei eigenen oder alliierten Kräften beziehungsweise zivile Opfer.
    Der Vorfall ist abgeschlossen
    Stand: 0.02 Uhr”

    Wir werden weiter getestet – keine Warten bis zum Abzug.
    Mal sehen was die nächsten Tage passiert.