Neuer Bundeswehr-Einsatz: Demnächst in der Ukraine?

Für die Bundeswehr zeichnet sich nach Einschätzung des Wehrbeauftragten des Bundestages, Hans-Peter Bartels, ein neuer Blauhelmeinsatz ab. Falls eine UN-Friedensmission in der Ost-Ukraine zustande komme, werde sich Deutschland daran möglicherweise auch mit Soldaten beteiligen:

„Im Falle einer Blauhelmmission in der Ostukraine wird Deutschland sich in der einen oder anderen Weise aktiv beteiligen. Das kann dann auch die Bundeswehr betreffen“, sagte Bartels dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Der SPD-Politiker bezog sich ausdrücklich auf den neuen Koalitionsvertrag von Union und SPD.

(Quelle hier*)

Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD wird zwar für die Ukraine der Vorrang der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) für die Beilegung der Krise in der Ost-Ukraine betont. Aber es heißt darin auch:

Deutschland und Frankreich werden sich weiter intensiv für die Lösung des Konflikts in der Ostukraine und die Umsetzung der Minsker Vereinbarungen einsetzen. Im Mittelpunkt dieser Anstrengungen stehen zunächst die Einhaltung des Waffenstillstands im Osten der Ukraine und der Rückzug aller schweren Waffen und aller bewaffneten Einheiten aus diesem Gebiet. Diese Entwicklungen sollen durch eine Mission der Vereinten Nationen abgesichert werden. Sowohl Russland als auch die Ukraine müssen ihre Verpflichtungen aus den Minsker Vereinbarungen erfüllen.

Unterstützung hat Bartels offensichtlich, so meldet jedenfalls das RND, von den Grünen:

Grünen-Verteidigungsexpertin Katja Keul unterstützte den Vorstoß Bartels. „Sollte sich der UN-Sicherheitsrat auf ein UN-Mandat einigen können, wäre das ein Erfolg der Diplomatie“, sagte Keul dem RND. „Je nach Bedarf sollte eine Blauhelmmission auch von Deutschland unterstützt werden.“

Allerdings gehört dazu auch: Ob es tatsächlich zu einer UN-Blauhelmmission in dieser Region kommt, ist noch recht offen – und sowohl grundsätzlich als auch in den Details bedarf das der Zustimmung des UN-Sicherheitsrats und damit auch der Zustimmung Russlands. Insofern dürfte das nichts sein, was sehr schnell kommen wird.

Aber der Wehrbeauftragte will ja in der kommenden Woche seinen Jahresbericht vorlegen; da kann man ihn vielleicht auch danach fragen.

*Deutsche Verlagswebseiten werden hier i.d.R. nicht verlinkt; in diesem Fall handelt es sich um eine zur Veröffentlichung bestimmte Pressemitteilung dieses Verlags.

(Archivbild Dezember 2017: Members of the OSCE Special Monitoring Mission to Ukraine monitoring the security situation around the exchange of detainees across contact line at Maiorsk entry-exit check point, 27 December 2017 – OSCE/EVGENIY MALOLETKA unter CC-ND-Lizenz)

30 Kommentare zu „Neuer Bundeswehr-Einsatz: Demnächst in der Ukraine?“

  • Mitleser   |   14. Februar 2018 - 15:54

    Apropos Ukraine:

    Der Niederländische Außeminister hat gerade eingeräumt, vor 2 Jahren gelogen zu haben, als er im Wahlkampf behauptete, Zeuge von Putins angeblichen Plänen für ein Groß-Rußland („Baltikum, Weißrußland, Ukraine; Kasachstan wäre noch nett“) gewesen zu sein:

    https://www.reuters.com/article/us-netherlands-russia/dutch-foreign-minister-admits-lying-about-putin-comments-idUSKBN1FW19S

    Erstunken und Erlogen vom jetzt amtierenden niederländischen Außenminister.
    Toller Verbündeter. Bestimmt auch hilfreich für die Niederlande selber, die Debatte betreffs MH-17 mit Rußland voranzubringen.

  • Pio-Fritz   |   14. Februar 2018 - 15:59

    In unserer Lokalzeitung war die ausführliche Version abgedruckt. Demnach hat Katja Keul weiterhin angemerkt, das eine Beteiligung DEU an einer Mission in der Ukraine mehr Sinn macht, als bilaterale militärische Engagements im Nahen Osten.
    Alexander Neu von den Linken lehnt eine Beteiligung DEU ab. Interessanterweise führt er als Begründung an, an einer solchen UN-Mission sollten weder NATO-Staaten noch Russland teilnehmen, sondern ausschließlich neutrale Staaten dafür Truppen stellen.

    Sicherheitspolitisch liegt uns die UKR mit Sicherheit näher als IRK oder SYR, was der Linie der Grünen entspricht.
    Den Einwurf von Alexander Neu finde ich durchaus bedenkenswert, er nimmt zumindest eine gewisse Schärfe und Misstrauen aus einem UN-Mandat. Praktisch frage ich mich, wer da wohl Truppensteller sein würde? China, Japan oder Staaten der afrikanischen Union?

  • Ulrich Drübbisch   |   14. Februar 2018 - 16:11

    Bundeswehr ausgerechnet auch noch in der Ukraine?
    Mit Zustimmung der SPD und den „Grünen“?
    Wer war eigentlich der lauteste Schreier „Soldaten sind Mörder“ Ende der 70er?
    Wer hat die Bundeswehr in den Kosovo geschickt?
    Wer hat gegen „Pershing“ Kravalle angezettelt?
    Ich habe mal einen Eid auf die Bundeswehr und das GG geleistet, als Verteidigungarmee!
    Wogegen haben mal in den 50er kriegsversehrte(!) Wehrmachtsveteranen demonstriert?

    Was hat dieser Staat aus MEINER Armee gemacht und kennt er nicht die geschichtlichen Folgen des Zitates: „Germans to the front!“
    Dann wird es mal höchste Zeit, ins Geschichtsbuch von 1900(?) Abt: Boxeraufstand.

  • Blackbox   |   14. Februar 2018 - 16:11

    Diese Bericht-Präsentation des Wehrbeauftragten dürfte surreale Züge haben, sollten kritische Fragen erlaubt sein…

    Vielleicht kann Peter Zwegat seine Flipchart mitbringen und eine Gegenüberstellung ala „Einnahmen vs. Ausgaben“ durchführen…

    Picard-*facepalm*…

  • closius   |   14. Februar 2018 - 16:24

    Die Idee gibt es ja nicht zum ersten Mal, durch eine Blauhelmmission für Frieden im Ukrainekonflikt zu sorgen. Nur bisher ist doch Rußland strickt gegen eine Kontrolle der Grenze zwischen den Separatisten und Rußland durch die Blauhelme.

    Ohne Grenzkontrolle – und da Rußland sicher verhindern wird, daß die Blauhelmsoldaten über Kampfpanzer und Artillerie verfügen – werden die Blauhelmsoldaten nur Kanonenfutter sein.

    So daß der Einsatz großen Chancen hätte, Mali als verlustreichsten Einsatz der UN abzulösen.

    Da ich keinen deutschen Politiker kenne, der den Mut hätte, die deutschen Soldaten nur schwer bewaffnet und mit der Erlaubnis hinzuschicken, bei Angriffen aus Rußland, auf russischen Boden zurück zu schießen, halte ich einen solchen Einsatz für unverantwortlich.

    Wenn die üblichen dritte Weltländer die Soldaten schicken, dann können wir uns auf hohe Opferzahlen, Geiselnahmen von UN-Soldaten durch die Separatisten und russische Erpressungsversuche einstellen, sobald die UN Soldaten dort sind und damit in der Falle sitzen.

    Deutschland wird sich dann sicher nur mit wenigen, leicht bewaffneten Soldaten beteiligen.

    Dem Bürger wird das als großer Friedenseinsatz vorgegaukelt und dem Bürger verschwiegen, daß jeder Einsatz in AFG, Irak oder Maili ungefährlich ist , im Vergleich dazu, wenn Rußland die Blauhelmsoldaten erst beschießen lässt durch die sog. Separatisten und dann als Geiseln nimmt, um dann einen hohen politischen Preis für die Freilassung von Blauhelmsoldaten zu verlangen oder dafür, auf die Separatisten einzuwirken, nicht mehr auf die Blauhelme zu schießen.

    Die Blauhelmsoldaten werden dort in der Falle sitzen, wie die niederländischen Soldaten einst bei Srebrenica.

    Ein solcher Einsatz könnte nur Erfolg haben, wenn Deutschland und Frankreich mindestens 10.000 Blauhelme schicken, bis an die Zähe bewaffnet und mit der (nationalen) Erlaubnis zur Selbstverteidigung, auch ohne die UN um Erlaubnis zu fragen. Und deshalb wird Rußland einem wirklich robusten Mandat wohl kaum zustimmen.

  • closius   |   14. Februar 2018 - 16:33

    @Mitleser: Ihre Darstellung erscheint mir aber unvollständig. Der Niederländische Außenminister erklärt nur, er habe gelogen selbst dabei gewesen zu sein, sondern er habe seine Anwesenheit nur erfunden, um die wirkliche angeblich zuverlässige Quelle zu schützen.

    Herr Putin soll also sehr wohl gesagt haben, daß Weißrußand, die Ukraine und die Baltischen Staaten zu Neu oder Großrußland gehören sollen.

    An Dämlichkeit ist dies nicht zu übertreffen, aber es ist ein großer Unterschied, ob Putin das gesagt hat von Großrußland, was der Minister behauptet, aber er nur nicht selbst dabei war, oder ob es die Äußerunngen von Putin gar nicht gegeben hat.

    Richtigerweise hätte der Minister sagen müssen, nach zuverlässiger Quelle oder Erkenntnissen der Nachrichtendienste……statt seine Anwesenheit zu erfinden.

  • MikeMolto   |   14. Februar 2018 - 16:40

    @ all
    Kann mir jemand erklaeren was Fr Keul zur ‚Verteidigungsexpertin‘ macht/befaehigt? Gem Wiki ist sie Fachanwaeltin fuer Familienrecht.

    [Ehe hier jetzt wieder ein Personen-Bashing und „nur wer gedient hat hat Ahnung“ anfängt: Die Abgeordnete gehört schon etwas länger dem Verteidigungsausschuss an. Ansonsten lassen wir diesen OT. T.W.]

  • Andreas   |   14. Februar 2018 - 16:55

    Da wir im Vorfeld den Russen schon als Gefahr ansehen, wie soll dann eine Friedensmission neutral von Deutschland unterstützt werden? Alle Nato Länder sind vor belastet. Da würde man ja den Bock zum Gärtner machen.

  • Werferfehler   |   14. Februar 2018 - 17:09

    Auch eine Beteiligung Deutschlands unter dem Dach der OSZE kann immer noch Bundeswehrsoldaten beinhalten. Das war 1999 im Fall Kosovo so.
    Werferfehler

  • snowparrot   |   14. Februar 2018 - 17:10

    @Mitleser

    Dafür ist „der amtierende“ Außenminister auch zurück getreten.
    Btw: Falls der Leser glaubt, Putin sei Friedensengel, irrt man sich gewaltigt:
    Putin hat vor kurzem ein Luftgeschwader nach Talinn benannt. Das kann nur Friedenswille sein. Kein Nostalgie zur Sowjetunion und Stalin. Nein! Überhaupt nicht.
    Quelle: http://www.independent.co.uk/news/world/europe/putin-russia-latest-updates-air-force-regiment-renamed-tallinn-estonia-capital-a8187821.html

    ( Mir erstaunt es, wieviele Leute auf RT reinfallen. Mit etwas zur russischen Politik fällt man auf die entsprechende Propaganda nicht ein. Btw: dekoder.org lesen! Bildet.)

    (Falls mehrere Kommentare gepostet worden sind: Das Spamsystem meint, ich schreibe zu schnell)

  • leie   |   14. Februar 2018 - 17:47

    @closius
    Vorsicht bei der Verwendung von verkürzenden MSM, lieber Quelle nachschlagen.

    Wenn man auf RTdeutsch nachliest steht da folgendes:

    Wie sich mittlerweile herausgestellt hat, war Shell-Topmanager Jeroen van der Veer der Informant von Halbe Zijlstra. Van der Veer hat sich inzwischen selbst an die niederländische Zeitung Volkskrant gewendet und dies bestätigt. Allerdings habe Zijlstra seine Worte falsch interpretiert. So seien Putins Äußerungen historisch aufzufassen und würden kein militärisches Vorhaben Russlands andeuten, sagte van der Veer.

    Wenn man sich das Original im Volkskrant übersetzen lässt, dann stimmt das:

    https://translate.google.de/translate?sl=auto&tl=de&js=y&prev=_t&hl=de&ie=UTF-8&u=https%3A%2F%2Fwww.volkskrant.nl%2Fmedia%2Fzo-verliep-het-contact-tussen-oud-shell-topman-jeroen-van-der-veer-en-de-volkskrant~a4569370%2F&edit-text=

    Zijlstra hat laut Van der Veer die Worte von Präsident Putin über Groot Rusland aggressiver ausgelegt, als er selbst damals in der Datscha gehört hatte. „In der Tat, meine Erinnerung ist, dass Präsident Putins Bemerkung historisch gemeint ist“, schrieb Van der Veer. Zijlstra verband Putins Bemerkungen mit der Bemerkung, der russische Führer freue sich auf die Erholung von Groß-Russland und warnte vor Krieg. Van der Veer darüber in einer Mail am Montag: „Andere Interpretationen (in einem aggressiven Sinn) sind weder meine noch meine Verwendung von Wörtern.“

  • Ottone   |   14. Februar 2018 - 17:53

    Eine UN Truppe in der Ukraine ohne die Beteiligung von schwergewichtigen Staaten halte ich für wenig aussichtsreich, dafür sind die UN als Institution zu schwach.

    @closius: Lassen die Pferde (der Vorstellungskraft) nicht wie in Köln durchgehen.

  • JPeelen   |   14. Februar 2018 - 18:08

    Im Hinblick auf das Wirken deutscher Truppen in der Ukraine 1941-1944 -mein Vater gehörte als Grenadier dazu- halte ich es politisch für einen Fehler, in dieser schon emotionsgeladenen Situation ausgerechnet Bundeswehr einsetzen zu wollen.

  • Memoria   |   14. Februar 2018 - 18:21

    Ich versuche mal die verschiedenen Diskussionen der letzten Tage miteinander zu verbinden.

    Der Koalitionsvertrag ist was die Einsätze angeht sehr stark auf die nächsten Mandatsverlängerung ausgelegt. Wohl ein unfreiwilliger Hinweis auf die gedankliche Ausrichtung in der grossen Koalition (die Übernahme der Absicherung des Camp Castor in den Koalitionsvertrag aufzunehmen ist hierfür der beste Beleg). Die Finanzlage und die Einsatzbereitschaft sind absehbar weiterhin unzureichend.

    Dass die großen Krisen in der Ukraine und in Syrien bis zum planmäßigen Ende der Wahlperiode sich stärker entwickeln werden als in den letzten 2 Jahren ist sehr wahrscheinlich.

    Die Ukraine versucht aktuell eine Lobby für einen UN-Einsatz:
    https://www.voanews.com/a/4252863.html

    Oder es kommt eben etwas ganz anderes auf die Agenda (z. B. Libyen).

    Egal wie es wird:
    Es sind keine personellen und materiellen Reserven dafür da. Die Probleme bei der vor 3 Jahren geplanten OSZE-Mission auch nur eine Aufklärungskompanie mit Luna zu stellen, scheint schon wieder vergessen zu sein.

  • Koffer   |   14. Februar 2018 - 18:47

    @Ulrich Drübbisch | 14. Februar 2018 – 16:11
    „Ich habe mal einen Eid auf die Bundeswehr und das GG geleistet, als Verteidigungarmee!“

    Sie haben auch einen Eid geleistet „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen“. Also bitte!

    @closius | 14. Februar 2018 – 16:24
    Ich denke nicht, dass es zu einem solchen Szenar kommen wird. Entweder wir RUS einer Blauhelm-Mission zustimmen und dann mehr oder weniger kooperieren (mal die übliche Provokationen außer acht gelassen) oder es wird durch ein Veto dieses Mandat verhindern.

    Es erst zulassen und sich dann doch zu so radikalem Gegenkurs zu entscheiden halte ich für unwahrscheinlich. Was würde Putin dadurch gewinnen?!

  • Blackbox   |   14. Februar 2018 - 19:38

    JPeelen | 14. Februar 2018 – 18:08

    Hui, da fallen dann aber auch EINIGE andere Gebiete mit aus … und wenn alles ab 1848 „gilt“… uiuiui

    Machen wir eben Krieg online… Mooooment ….

    Da waren sie wieder die 3 Probleme

    Kein Material – Kein Geld – Keine Ahnung wies weitergeht

  • justanick   |   14. Februar 2018 - 20:41

    @snowparrot
    Sie wissen aber schon, dass Russland Rechtsnachfolger der Sowjetunion ist und die Russische Armee ihre Tradition zu großen Stücken aus den Ereignissen des 2. Weltkrieges herleitet? Ein Tallinner Regiment hat da durchaus Tradition, da es um Operationen ging, die dort erfolgten. Ich würde im Vergleich auf das französische Geschwader Normandie-Niemen verweisen – die genau aus der gleichen Geschichte heraus ihren Namen haben. Würden Sie hieraus ableiten wollen, dass FR (etwa im Sinne der Napoleonschen Feldzüge) Anspruch auf die fraglichen Gebiete hat? Das wären übrigens Weißrussland und Litauen – letztere sicher sehr unglücklich, dass die Wahl von „Niemen“ den polnischen Namen (diese litauische Gegend war von 1920-1939 polnisch besetzt und diese Konflikte sind bis heute nicht ausgeräumt) bevorzugt, statt litauisch „Nemunas“.
    @closius
    Warum sollte die Grenze zwischen den beiden Republiken (am Rande, kennt jemand einen Staat, der sich nicht selbst proklamiert hat, sondern von anderen: „Hey, Ihr da, Ihr seit jetzt mal ein Staat!“ ausgerufen wurde?) und Russland von Blauhelmen besetzt werden. Das ist doch ganz offensichtlich keine Konfliktzone. Und meiner, womöglich etwas naiven Meinung nach, ist es Aufgabe der UN-Friedenstruppen, sich zwischen die Konfliktparteien zu stellen und diese auseinanderzuhalten.

  • Stefan Büttner   |   14. Februar 2018 - 20:58

    Jede größere Stadt – oder auch eine Region – die von der Roten Armee im 2. Weltkrieg (unter hohen Verlusten) befreit oder erobert wurde findet vom Namen her Niederschlag in der Historie der damals daran beteiligten Einheiten, Truppenteil und Verbände. Es ist also völlig normal das es heute bspw. in den russischen Luftstreitkräften Fliegerregimenter gibt die über Ehrennamen von Städten verfügen. Natürgemäß sind da also auch Städte oder Regionen mit dabei deren Länder heute NATO-Mitglied sind. Man sollte das also nicht als Provokation fehlinterpretieren. Es ist im betrachteten Fall die Historie des 404. IAP das 2000 aufgelöst und damals zusammen mit dem 60. IAP in das aktuelle 23. IAP umformierte. Name wurde also 18 Jahre nicht geführt. Eine normale Erscheinung.

  • Alex   |   14. Februar 2018 - 21:15

    Haben die Russen es geschafft. dass das Budapester Memorandum durch das Minskabkommen überschrieben/außer Kraft gesetzt wird?

  • MikeMolto   |   14. Februar 2018 - 21:56

    @ TW
    „[Ehe hier jetzt wieder ein Personen-Bashing und „nur wer gedient hat hat Ahnung“ anfängt: Die Abgeordnete gehört schon etwas länger dem Verteidigungsausschuss an. Ansonsten lassen wir diesen OT. T.W.]“
    Das war nicht mein Ansatz, aber nach meiner pers. Kenntnis anderer Vtdg-Ausschuss-Mitglieder macht nicht die Zugehoerigkeit dazu einen Politker automatisch einen Vtg Experten!

  • Ziethen   |   14. Februar 2018 - 21:57

    @Justanick

    „…Warum sollte die Grenze zwischen den beiden Republiken (am Rande, kennt jemand einen Staat, der sich nicht selbst proklamiert hat, sondern von anderen: „Hey, Ihr da, Ihr seit jetzt mal ein Staat!“ ausgerufen wurde?) und Russland von Blauhelmen besetzt werden. …“

    Die beiden selbsternannten „Republiken“ sind keine Staaten.
    Das Territorium, dass sie beanspruchen, gehört zum ukrainischen Staatsgebiet.
    Die Grenze dieser „Republiken“ zu Russland bezeichnet die eigentliche Konfliktzone, denn der Bürgerkrieg in der Ukraine ist defacto ein russisch-ukrainischer Krieg. Ohne das Material, das aus RUS über die Grenze gebracht wurde und bei Bedarf gebracht werden wird, und ohne den personellen Support (sofern er nicht gerade in SYR verbraucht wird ;) …) wären die beiden „Volksrepubliken“ sicherlich deutlich kleiner.

    Würden sich die UN-Truppen dagegen an der Frontlinie postieren, würde aus dieser Frontlinie im Laufe der Zeit eine Grenze (siehe Zypern als Beispiel) – und das ist, was der Herr im Kreml im Sinne hat, wenn er einer UN-Mission das Wort redet.

    Sollte sich DEU an so einer Farce beteiligen? Ich meine nein…

  • Ulli Drübbisch   |   15. Februar 2018 - 8:25

    @Koffer
    Dann sollten Sie einmal in der Unterweisung des Dienseides von 1979 nachsehen.
    Dort wurde wir nämlich unter den Aspekt der Geschichte des Eides der Wehrmacht auf diese „Ausrede“ ehem.Wehrmachtssoldaten hingewiesen, dass KEINE Regierung dieses Staates ein Anrecht auf persönlichen Gehorsam beanspruchen darf.
    Dabei wurde auch auf den § des GG zum Widerstand erwähnt, der heute die Handlung eines Staufenberg legitimieren würde.
    Wir wurden als Militär allerdings auch darauf hingewiesen, dass es für uns kein „Jagdschein“ zur Gewalt wäre, denn zuerst müssten alle rechlichen und parlamentarischen Möglichkeiten zur Wiederherstellung unseres Rechtstaates ausgeschöpft werden.
    Dto. altes Soldatengesetz: Wir waren zuerst unserem Gewissen verpflichtet und dann dem GG.
    „Dienen“ sollte sich mal Jeder, der darunter hirarchische Zustände beschreibt, für unsere heutige Demokratie durch den Kopf gehen lassen.

  • Pio-Fritz   |   15. Februar 2018 - 10:24

    @closius | 14. Februar 2018 – 16:24

    Sie scheinen ja ein sehr einfach strukturiertes Weltbild mit klaren Feindbildern zu haben.
    Wenn man an diese diffizile Lage so herangeht wie Sie, dann kann das auch nichts werden.

    Dieser Konfliktherd ist der für Europa zur Zeit gefährlichste, weil er unseren Frieden direkt bedroht. Er muss gelöst werden, aber das geht nicht ohne eine gewisse Berücksichtigung russischer Befindlichkeiten.

  • Koffer   |   15. Februar 2018 - 12:54

    @Ulli Drübbisch | 15. Februar 2018 – 8:25
    „Dann sollten Sie einmal in der Unterweisung des Dienseides von 1979 nachsehen.“

    Ich denke, ich muss mir nur das GG und das Soldatengesetz ansehen. Beide sind eindeutig.

    „Dort wurde wir nämlich unter den Aspekt der Geschichte des Eides der Wehrmacht auf diese „Ausrede“ ehem.Wehrmachtssoldaten hingewiesen, dass KEINE Regierung dieses Staates ein Anrecht auf persönlichen Gehorsam beanspruchen darf.“

    Tut auch niemand. Was hat das mit dem hier im Faden anhängigen möglichen Einsatz in der UKR zu tun?

    „Wir wurden als Militär allerdings auch darauf hingewiesen, dass es für uns kein „Jagdschein“ zur Gewalt wäre, denn zuerst müssten alle rechlichen und parlamentarischen Möglichkeiten zur Wiederherstellung unseres Rechtstaates ausgeschöpft werden.“

    Nochmals: was hat das mit dem Thema des Fadens zu tun?

    Hier geht es um einen möglichen Einsatz gem. den Regeln des Völkerrechtes unter den einfach- und verfassungsrechtlich gegebenen Rahmenbedingungen in DEU.

    All das ist durch „treues Dienen“ eindeutig abgedeckt.

  • snowparrot   |   15. Februar 2018 - 13:35

    Die besagte „Befreiung“ war eine Bombardierung Talinns zwecks Besetzung seitens der Sowjetunion.

    Anscheinend sieht Herr Putin als wichtige Tradition an, dass die Sowjetunion Staaten besetzt hat. Es ergibt den Eindruck, dass Putin diese gerne besetzen würde (und NATO-Truppen und deutsche Soldaten dies natürlich verhindern…)

  • Stefan Büttner   |   15. Februar 2018 - 15:13

    Also so eine Argumentation ist mir ja noch nie untergekommen – aus einem Ehrennamen ableiten zu wollen das Russland betreffende Städte und Regionen zu erobern beabsichtigt. Das kann ich jetzt nur noch als Unkenntnis über die Geschichte der Roten Armee und der Sowjetischen Streitkräfte verbuchen.

  • T.Wiegold   |   15. Februar 2018 - 15:17

    Ich wäre dankbar, wenn wir den OT zu den Traditionsnamen russischer Einheiten beenden könnten.

  • Benedikt   |   19. Februar 2018 - 17:02

    Ein US Think Tank rechnet mit einen Bedarf von an die 20.000 Bauhelmen. Dazu dürften noch eine Menge an Mitarbeitern von Hilfsorganisationen kommen. Die Versorgung der Blauhelme und Hilfsorganisationen dürfte im Donbass eine Menge Arbeitsplätze schaffen. Die Wirtschaft dort dürfte dann vom Kohleabbau und von der Versorgung der Westlichen Truppen leben.

  • Benedikt   |   20. Februar 2018 - 10:25

    Differenz ist wohl, dass nach Putins Vorstellungen eine UN Friedenstruppe NUR die Grenzen von DNR/LNR zur Ukraine sichern soll, während der Westen will, dass eine UN Friedenstruppe die ganzen D/LNR Gebiete sichern sollen. Russland hat wohl auch wenig Interesse an Zugeständnissen, da die Sanktionen jetzt US Gesetz sind und daher keine Verhandlungsmasse mehr sind. Ein UN Mandant wird es nicht geben. Die D/LNR Gebiete sind unstreitig Ukrainisches Gebiet. Alternativ könnte man mit Kiew eine Friedensmission aushandeln und genehmigen lassen. Entweder akzeptieren DNR/LNR die Westliche Friedenstruppe und Bedingungen oder schließen sich Russland an. Problem dürfte sein, wenn sich die Gebiete für die Friedenstruppen entscheiden, dürfte Russland die Wirtschaftliche Unterstützung einstellen. Wirtschaftlich kann die Ukraine und der Westen mit den Donbass wenig anfangen.

  • Pio-Fritz   |   20. Februar 2018 - 16:42

    @Benedikt | 20. Februar 2018 – 10:25

    Wirtschaftlich kann die Ukraine und der Westen mit den Donbass wenig anfangen.

    Hier irren Sie sich. Ich empfehle einen Blick in Ihren alten Schulatlas auf eine Karte mit Rohstoffvorkommen. Dazu kommt, dass fast die gesamte Schwerindustrie der UKR im Donbass ist. Welches Interesse sollte Putin sonst haben?