Neueste Fregatte der Marine muss vor Übergabe erneut in die Werft (Neufassung)

Das neueste Schiff der Deutschen Marine, die Fregatte Baden-Württemberg, muss vor der Übergabe an die Bundeswehr zu Nachbesserungen Anfang kommenden Jahres erneut in die Werft. Das Typschiff der Fregatten der F125-Klasse wird damit mehr als drei Jahre später als ursprünglich geplant an die Streitkräfte ausgeliefert. Verteidigungsministerium und Marinekommando bestätigten am (heutigen) Freitag im Kern einen entsprechenden Bericht der Kieler Nachrichten. Die Industrie erklärte dazu, bei einem solchen Großprojekt ließen sich Verzögerungen nie grundsätzlich ausschließen.

Die Marine hatte in diesem Jahr mit der Erprobung der Baden-Württemberg begonnen. Dabei wurden Probleme sowohl auf der schiffbaulichen Seite als auch mit dem gesamten elektronischen Einsatzsystem, vor allem dem Führungs- und Waffeneinsatzsystem (FüWES), festgestellt. Die technischen Fehler sollen ab dem 19. Januar bei der Werft Blohm+Voss in Hamburg behoben werden; eine Dauer der veranschlagten Werftliegezeit wollte die Marine nicht nennen.

Die Stellungnahme des Verteidigungsministeriums dazu:

Die neue Fregatte F125 „Baden-Württemberg“ befindet sich seit Juli 2017 in der Erprobung, sie ist noch nicht an die Bundeswehr übergeben. Während dieser Erprobung testest eine Besatzung der Marine das Schiff auf See. In dieser wichtigen Phase zeigt sich, ob das Schiff von der Industrie abgenommen werden kann. Einige Tests verliefen nicht erfolgreich. Ab dem 19. Januar ist deshalb zur Fehlerbehebung eine längere Liegezeit des Schiffs bei der Industrie geplant. Da für diese Zeit die Besatzung der Marine, die das Schiff derzeit fährt, nicht mehr benötigt wird, geht sie daher von Bord und das Schiff wird auf Werftflagge zurückgeflaggt. Das ist eine gängige Praxis.

Bereits im Rüstungsbericht im Herbst 2016 hatte das Verteidigungsministerium eine Verzögerung von 30 Monaten bei diesem Projekt beklagt – und war damals noch von einer Ablieferung der ersten von vier F125-Fregatten im Mai 2017 ausgegangen. Zuvor hatten Bauprobleme wie eine fehlerhafte Brandschutzbeschichtung und falsch gezogene Kabel bereits für eine erhebliche Verzögerung gesorgt. Nunmehr ist die Auslieferung, also die Übergabe der Baden-Württemberg an die Marine, für das Jahr 2018 geplant, und es dürfte wohl eher zur Jahresmitte der Fall sein.

Das Unternehmen ThyssenKrupp, Generalunternehmer für die Fregatten, nahm zu der Verzögerung ebenfalls Stellung:

Bei der Fregattenklasse 125 handelt es sich um ein neukonzipiertes, technisch anspruchsvolles Schiff mit höchst komplexen Neuentwicklungen – inklusive neuer Technologien. Bei einem solchen Großprojekt lassen sich Verzögerungen nie gänzlich ausschließen.
Bei der Fregatte 125 „Baden-Württemberg“ haben notwendige Überarbeitungen zu Verzögerungen der Leistungsnachweise geführt. Diese Leistungsnachweise sind vornehmlich in See durchzuführen und erfordern eine umfangreiche Unterstützung und Ressourcenbereitstellung aller Projektbeteiligten. Aufbauend auf der erforderlichen Um- und Neuplanung des Nachweisprogrammes, sowie der damit einhergehenden Koordination aller notwendigen Ressourcen, plant die ARGE F125 die „Baden-Württemberg“ im Jahr 2018 an das BAAINBw zu übergeben.
Darüber hinaus strebt die ARGE F125 an, die Ablieferungen der folgenden drei Schiffe weitestgehend unberührt der vorgenannten Verzögerungen durchzuführen. Die „Nordrhein-Westfalen“ hat die schiffstechnischen Erprobungen erfolgreich durchlaufen. Aktuell wird das Einsatzsystem erprobt. Die Ablieferung der „Nordrhein-Westfalen“ an das BAAINBw ist ebenfalls für 2018 geplant. Die Fregatte „Sachsen-Anhalt“ soll im Jahr 2019 und die Rheinland-Pfalz im Jahr 2020 übergeben werden.

Allerdings zeichnet sich ab, dass auch bei Übergabe im kommenden Jahr die Fregatten nicht alle geforderten Funktionen erfüllen können werden. Unter anderem gab (gibt?) es Probleme mit der Bereitstellung der 127mm-Munition, die erst später im kommenden Jahr kommenden soll. Die Möglichkeit der neuen Kriegsschiffe, von See auch Landziele zu beschießen, wird mit einer Anpassung des Führungs- und Waffeneinsatzsystems und der Integration des Artillerie-Zielsystems Adler III des Heeres frühestens ab 2019 realisiert.

(Archivbild: Erprobungsfahrt der Fregatte F 222 Baden-Württemberg, Typschiff der Fregatten-Klasse F 125, im Skagerrak, am 01.07.2016 – Bundeswehr/Carsten Vennemann)

63 Kommentare zu „Neueste Fregatte der Marine muss vor Übergabe erneut in die Werft (Neufassung)“

  • MikeMolto   |   22. Dezember 2017 - 12:12

    bezieht sich auf den letzten Kommentar der vorangegangenen Info:

    @ Claudia WHV | 22. Dezember 2017 – 11:51

    Ihrer Ausfuehrung fehlt der Tiefgang.
    Wenn etwas nicht in FFF oder BV gefordert (und bezahlt) wurde, dann wuerde jeder Werft-Jurist (oder beratende Anwaltskanzlei) die Marine auslachen wenn diese wegen nicht geforderten und genehmigten Einbauten eine Abnahme verweigern wuerden.
    Bei software liegt das etwas anders, Anfangsprobleme hatten wir damit bei F122 und F123 auch.
    Ich gebe Ihrnen aber in soweit recht, als das BMVg / StS Dr Suder v. Mc Kinsley, es in drei Jahren nicht geschafft hat eine vernuenftig ausgestattete Bauaufsicht (sowohl Marine als BAAINBw) wieder zu installieren.

  • closius   |   22. Dezember 2017 - 12:20

    Probleme mit der Munition für 127 mm Geschütz? Wer hat da wieder geschlafen, dies ist doch ein Standardgeschütz. Auch wenn bisher nicht in der BW benutzt, so doch in anderen Marinen, wie z.b. Italien.

  • Yeoman   |   22. Dezember 2017 - 12:32

    Erstaunlich, wie lange damit hinterm Berg gehalten werden konnte. Als die Verlängerung für AUGSBURG und LÜBECK kamen, konnte man 1 und 1 zusammenzählen…
    Insofern ist die Parallele zur ersten BER-Eröffnungsabsage evident.

  • Zivi a.D.   |   22. Dezember 2017 - 12:39

    Man traut sich kaum, es zu erzählen, weil es nach bösartiger Erfindung klingt – es ist aber wahr: Vor einigen Jahren landete dank eines einschlägig beruflch engagierten Freundes eine Werbegeschenk einer der ARGE-Werften auf meinem Badewannenrand: Eine Gummi-Ente – mit einem Problem: Das Biest schwimmt nicht richtig, es kentert sofort. Man hätte also wissen können, dass . . .

  • K.B.   |   22. Dezember 2017 - 12:50

    @closius | 22. Dezember 2017 – 12:20:

    Ein weiterer Beitrag, der dieser speziellen Form des deutschen Schuldkults frönt:
    Wenn etwas nicht funktioniert, muss erstmal jemand Schuldiges gefunden werden.
    Frei nach dem Motto „Der Sündenbock ist kein Herdentier“ lebt es sich anschließend für alle anderen Beteiligten doch gleich viel leichter.
    (Bitte nicht persönlich nehmen, Sie waren bei weitem nicht der/die einzige, mit einer solchen Argumentation.)
    Dabei wäre doch die Frage, warum etwas nicht funktioniert viel bedeutender…

  • Georg   |   22. Dezember 2017 - 12:59

    Bezüglich Bauaufsicht

    Man wollte doch aus den Fehlern beim Bau der Fregatten lernen und wieder eine fachkundige Bauaufsicht aus Marinesoldaten beistellen. Ist dies nicht erfolgt ?

    Bezüglich FÜWES

    Dies war ja auch das Problem bei der Indienststellund der F124, Sachsen im Jahre 2004. Damals wollte man dem Schiff die Seetüchtigkeit verweigern und dann wäre es vom BWB nicht abgenommen und bezahlt worden. Damals hat man dann die Seetüchtigkeit mit der Auflage eines millionenschweren sofortigen Retrofit-Aufenthalt in der Bauwerft erteilt.

    Die F125 hat verglichen mit der F124 ein vergleichsweises simples FÜWES. Warum gibt es da also Probleme?
    Noch dazu wo die Neuerung des 127 mm Geschützes noch gar nicht integriert ist und das Entwicklerkonsortium mit der hardwaretechnischen Nachrüstung der FÜWES der F124 seit 2013 beschäftigt war und Erfahrung sammeln konnte ?

    http://www.bundeswehr-journal.de/2013/modernes-einsatzsystem-fur-kuennftige-aufgabe/

  • Der Realist   |   22. Dezember 2017 - 13:42

    Ob dieses zu groß geratene Patrouillenboot im Einsatz ist, oder auch nicht, spielt doch kaum eine Rolle.

    Ok, etwas bissig…

    Aber diese Fregatte wird mangels ausreichender Bewaffnung sowieso ziemlich schnell wieder in der Werft sein. Denn außer für asymetrische Konflikte ist sie für kaum etwas geeignet.

  • odiras   |   22. Dezember 2017 - 14:08

    @Georg

    Bezüglich Bauaufsicht

    Gerade die Strukturreform sollte doch die verteilten Verantwortlichkeiten bündeln. Jetzt halt im BAIUD und BAAIN und Marine weitestgehend begleitend und beratend. Ich denke, dass wird auch gemacht. Man liest ja auch vom „Kommandaten“ und seiner „Besatzung“. Vergleiche https://dmkn.de/wp-content/uploads/2016/10/Seiten-aus-MF_11_2016_V04-3.pdf.
    Aber Nachsteuern bei Unzulänglichkeiten in FFF/BV müssen halt vereinbart werden.

    Bezüglich FÜWES
    Offensichtlich handelt es sich nicht um eine Portierung von bisher eingeführten FÜWES. Aber selbst dann müsste dieses an die anderen Sensoren und Waffen angepasst werden. Und dass dieses bei dem 127mm Geschütz erfolgt sein muss, zeigt ja dieser Film https://www.youtube.com/watch?v=ALbC-2Krv5I.

  • oxtorne   |   22. Dezember 2017 - 15:44

    Moin.

    Nach einem Bericht von der Seite „NOSI – Naval Open Source Intelligence™“ vom 16.12. mit dem Titel The Curious Case Of Germany’s Massive New But Relatively Toothless Type 125 “Frigates” ist die <f125 178 Tonnen zu schwer und hat eine Schlagseite von 1,3° nach Steuerbord.
    Wie kriegt man das bloß hin, bei einem Schiff von 7600 Tonnen, das eigentlich nur eines kann, nämlich vier Gummiboote spazieren fahren?
    Man hat alle vier Schiffe auf Doppelnamen getauft. Wenn man mich gefragt hätte, ich hätte das erste Schiff nicht Baden-Württemberg getauft sondern Sitting Duck.
    Auch ein Doppelname.

    [Den Text oben gelesen? Incl der verlinkten Reuters-Meldung? T.W.]

  • MikeMolto   |   22. Dezember 2017 - 16:15

    @ odiras | 22. Dezember 2017 – 14:08

    “ Man liest ja auch vom „Kommandaten“ und seiner „Besatzung“.“

    Damit ist die Uebernahmebesatzung (Erstbesatzung) gemeint, welche das Schiff von der zivilen Werftbesatzung uebernehmen muss/soll.
    Vor Jahrzehnten gab es fuer Schlusselpersonal bis hinunter zum Abschnittsmeister (PUO) eine sogenannte ‚Baubelehrung‘, womit eine stetige Kontrolle des Baufortschritts und die Erprobung der einzelnen Systeme bereits vor Uebernahme gewaehrleistet wurde.

    Dies hat ‚man‘, zT auf Wunsch der Industrie (auf die Finger gucken nicht erwuenscht), zT aus dem Selbstverstaendnis des BAAINBw (BWB) “ Wir stellen das WMat den Streitkraeften nutzungsbereit zur Verfuegung“ , zT wegen Personalmangel der Marine, auf wenige Wochen zur‘ familarisation‘ vor Indienststellung verkuerzt.

  • Memoria   |   22. Dezember 2017 - 16:37

    Die modernen FüWES/ CMS sind eben deutlich komplexer als in der Generation der vorherigen Schiffsgeneration.

    Ungefähr der Sprung vom Golf II auf ein Golf VII.
    Hinzu kommt die industriepolitische Dimension nach der Atlas Elektronik durch den Auftrag entsprechende Expertise aufbauen sollte. Ob der Anspruch nach der F125 aufrechterhalten bleibt, bleibt abzuwarten.

    Auch internationale Konzerne wie Thales und Kongsberg haben hier Probleme bei der Projektrealisierung. Ein solches Schiff ist eben ein Projekt und kein fertiges Produkt.

    Finnland plant aktuell den Auftrag für neue Fregatten aufzuteilen. Ein Auftrag für das Schiff und einen für das CMS mit allen Sensoren.

    Der Ansatz birgt aber ebenfalls Risiken, da so eine Gesamtverantwortung bei der Systemintegration fehlt. Am Ende sind es ja meist die berühmten Schnittstellen.

    Konsequent wäre es wohl einen CMS-Hersteller als Generalunternehmer auszuwählen. Aber wer traut sich sowas zu?

  • Georg   |   22. Dezember 2017 - 16:44

    @ odiras

    Die „Bauaufsicht“ hat nichts mit dem jetzigen Kommandanten zu tun, außer der Kommandant war seit der Kiellegung als Bw-Baubetreuer an die ARGE abgestellt und von Anfang an dabei.

    Der Fehler des Beschaffungssystem CPM hat man beim Bau der Korvettten (nicht der Fregatten wie ich oben geschrieben habe) im letzten Jahrzehnt deutlich gesehen.
    Jeder vernünftiger Auftraggeben stellt eine fachkundige Baubetreuung ab, damit Fehler beim Bau eines Schiffes im Ansatz abgestellt werden.

    Zitat: „Aber Nachsteuern bei Unzulänglichkeiten in FFF/BV müssen halt vereinbart werden.“

    Ich denke hier geht es nicht um Nachsteuern bei der Fähigkeitslücke / Funktionale Forderungen (FFF) an die Fregatten, sondern um „hard- und softwaretechnische Mängel“, bei der Umsetzung der gestellten Anforderungen (Dies geht aus dem Orginaltext oben auch hervor).

    Zu den Problemen mit den FÜWES

    Ob die Software von der F124 portiert wurde, wage ich auch zu bezweifeln, da die F124 andere Sensoren und Aktuatoren hat.

    Was aber nicht zutrifft, das Harpoon und RAM neu hätten integriert werden müssen. Die waren bei der F124 schon integriert. Und aus dem vom Hausherrn verfassten Text geht hervor, dass das 127 mm Geschütz wohl erst noch in das FÜWES intetegriert werden muss (2019).
    Das verlinkte Video zeigt die RAM und den Harpoon – Abschuss, kein Schießen mit der 127 mm Kanone.

    Trotzdem ist es für mich unverständlich warum Atlas-Elektronik das FÜWES nicht hinbekommt. Sie haben genügend Erfahrung mit dem F124 System, vorausgesetzt deren Spezialisten sind nicht längst aus der Firma ausgeschieden und die haben bei der F125 Aufgabe wieder von Null angefangen.

    Dass es hingegen Probleme mit einem EADS/Cassidian Radar geben sollte verwundert mich hingegen nicht. Das über 15 Jahre dauernde Projekt Entwicklung und Einführung des neuen Flugsichersungsradar ASR-S lässt grüßen.

  • Les Grossmann   |   22. Dezember 2017 - 18:48

    Es gibt auch Fortschritt in meiner Zunft, pünktlich zum 100 jährigem Jubileum soll die Fock wieder zu Wasser gelassen werden, Also Dezember 2018. Herr T.W. bei Bedarf, per pn.

  • Les Grossmann   |   22. Dezember 2017 - 18:54

    @Memoria
    Wer traut sich?
    Wollen wir beide wetten, das es Thales macht, der Laden ist teuer, aber im Großen Ganzen wissen die was sie tun.

  • Deichpirat   |   22. Dezember 2017 - 19:52

    @ Georg: Das FüWES/CDS F124 stammt von Thales, das der F125 von Atlas…

  • André Gembitzki   |   22. Dezember 2017 - 20:24

    Nicht das Geschütz ist das Problem, sondern die Munition dazu. Die reichweitengesteigerte 127mm Munition ist in der Tat eine absolute Neuentwicklung, von daher werden hier wohl tatsächlich Probleme vorliegen – da die Munition einfach noch nicht fertig entwickelt ist…

  • Georg   |   22. Dezember 2017 - 20:45

    @ Deichpirat
    Na denn, dann lasst mal Jugend forscht arbeiten…

  • TangoTango   |   22. Dezember 2017 - 21:28

    Wenn ich Komplexität nicht beherrsche, dann sollte ich auch nicht versuchen sie zu verkaufen. Punkt.

    Ein guter(!) Bäcker würde auch niemals einen Auftrag vom Büro des Bundespräsidenten mit kurzer Frist und knappem Budget für eine fünfstöckige Supersacherspezialtorte mit integrierter Schokofontäne annehmen, wenn er bisher nur Brot und Brötchen gebacken hat (und es auch mit seinem guten Ruf weiterhin tun will).

    Leider haben sich Politik und Industrie schon vor viel zu langer Zeit in ein kaum noch auflösbares Abhängigkeitsverhältnis auf Kosten der Steuerzahler (und ihrer Sicherheit > Verteidigung) begeben.

    Die Politik/ Beschaffer sagen: „Du machst uns etwas, was es eigentlich so nicht geben kann (top-notch-Technik zu low-budget-Konditionen, oder öfters auch irgendwas-für-was-noch-keiner-wissen-darf-wofür) und wir sind dafür nicht so streng wenn´s mal etwas länger dauert oder teurer wird.“

    Die Industrie argumentiert dann wiederum: „Dann wollen wir aber auch den ganzen Kuchen, denn wir sind die einzigen die eure Wünsche realisieren können (i.d.R. durch ein zwei Schlüsselpatente, Spezialwissen in TEILBEREICHEN, oder eine tolle „3D-Simulation“ untermauert) , aber leider zu viel Neuland, zu komplex, zu knappe Budgets, unklare Planungsvorgaben. Wir brauchen mehr Zeit und mehr Geld (obwohl wir längst wissen, dass das Projekt so niemals mehr was werden wird).“

    …Chapeau!

  • Ottone   |   22. Dezember 2017 - 23:27

    Sofern denn mit dieser Verzögerung bei der first-of-class die folgenden drei Einheiten umfänglich profitieren kann ich damit leben.

    Aber 178 to zu viel entspricht ca. 130 PKW – das muss man ersteinmal schaffen (wenn denn der Plan/Vertrag tatsächlich umsetzbar war). Wie sieht dies bei der Nr.2, der NRW aus?

    Zwei Abnahmen in 2018 wird sportlich.

  • Hoffnungslos   |   23. Dezember 2017 - 10:08

    TKMS bietet gemeinsam mit der Fr. Lürssen Werft, als einer von drei Bietern, einen MKS 180 Entwurf an der auf dem F125 Entwurf aufbaut (?) . Je nach Mangel/Mängel nicht umbedingt eine Empfehlung kurz vor Angebotsende am 27.12.17. GNY Entwurf z. B. basiert auf den Fregatten Typ 26 der Royal Navy.

  • W.-Brandt   |   23. Dezember 2017 - 10:44

    @Hoffnungslos
    Irgendeinen Link zu den verschiedenen Entwürfen?

  • Hoffnungslos   |   23. Dezember 2017 - 14:26

    fand ich bei Thales Connect

    ..Eines (der drei Bieter) davon bietet eine Variante des britischen Type 26 Designs; ein Entwurf von den Dutch Damen Shipyards; und einer (der einzige Kandidat, der komplett von deutschen Firmen stammt) bietet eine Weiterentwicklung des F 125 Designs.
    Bilder gibt es auch bei dem „Deutschen Maritimes Kompetenz Netz“ bzw. beim „Marine Forum“ 9/17 MKS 180 weiterhin im Plan von Peter Grundmann nicht.
    Hinweis dort: Entwurf eines MKS 180 (Grafiken: MTG) – Leider sind wir auf alte Illustrationen der MTG aus der Analysephase Teil 2 angewiesen.
    Wir bitten um Verständnis, dass wir aufgrund des Wettbewerbes keine Bilder der Entwürfe der Bieter zur Verfügung stellen können.

  • Jopp   |   23. Dezember 2017 - 16:21

    Wieso tun wir so überrascht? Dies war doch mit Ansage aufgrund neuer Software. Habe ich selber bereits 2011 bei Streitkräfte und Strategien des NDR darauf hingewiesen.
    Hier gilt die gleiche Aussage des früheren Inspekteur Marine, Admiral Schimpf bei der Misere der K 130. vor laufenden Kameras sagte er zu Herrn Lürssen: „Ich will doch nichts von Ihnen. Ich will nur, dass die Schiffe fahren.“
    Auch da gab es den Hinweis auf nicht mehr vorhandene Bauaufsicht und Gütekontrolle durch den Auftraggeber. Hatte Herrn Bartels damals sehr gefuchst. Was sagt er eigentlich sechs Jahre später zur Fregatte F 125, wenn dieser Mangel immer noch nicht behoben wurde?
    Richtig: Dies politisch durchzusetzen bedarf einiger Mühen. Es ist einfacher, sich im Cockpit von Flugzeugen oder davor als Macherin abbilden zu lassen.

  • Georg   |   23. Dezember 2017 - 16:42

    @ Jopp

    Wenn eine effektive Bauaufsicht durch Soldaten der Marine nicht mehr durchsetzbar ist, stellt sich die Frage, ob man das Geld nicht gleich der Industrie schenken soll und unsere Schiffe bei ausländischen Anbietern kauft, die bewiesen haben, dass sie die Technologie beherrschen.

    Die Beschaffungspolitik ähnelt wirklich immer mehr den destraströsen Zuständen des Neubaus des Berliner Flughafens. Es wird Zeit, dass Politiker für ihre Entscheidungen finanziell haftbar gemacht werden. Vielleicht werden dann die Entscheidungen besser !

  • MikeMolto   |   23. Dezember 2017 - 18:28

    @ Georg | 23. Dezember 2017 – 16:42

    Absolut korrekt,

    Das Desaster kommt aber aus der Idee, dass die Bw, und damit auch die Marine, wie ein orientierungsloser Grossbetrieb behandelt werden muss, und der braucht natuerlich McKinsley Beratung und McKinjsley-derivat-manager, welche das Geld auch ohne gute Ergebnisse verbraten.
    Die Bauaufsicht haette sicherlich nicht die 300Mio gekostet welche Fr vdL und Fr Suder der Fa. McKinsey in den Rachen geworfen haben.

  • Hoffnungslos   |   23. Dezember 2017 - 19:02

    Bsher hatten wir mit der Beschaffung unserer Schiff eigentlich noch Glück. Die Korvetten erwiesen sich letztlich als brauchbar. Die Niederländer haben mit Ihren OPV eine Fehlentscheidung getroffen (marineschepen. nl. = Sorgen über die Schlagkraft der Marine) und würden diese am liebsten wieder verkaufen. Ebenso ist die US NAVY mit den LCS nicht glücklich.Hoffentlich ist das mit den F125 für unsere Marine nachher nicht auch der Fall.

  • Kay   |   23. Dezember 2017 - 19:47

    Der Type 26 ist britisch und die haben mit ihren Zerstörern ebenfalls immense Probleme.
    Jetzt nun darauf zu schließen, dass man ja nur in einer britischen Werft kaufen muss und damit alle Probleme zu lösen sind…???

    Das Problem ist, das man einfach kaum noch die Bauaufsicht führen kann, bei diesen komplexen Systemen, welche alle dann ineinander greifen. Denn man bräuchte hierfür die besten Leute, welche schlichtweg in die produzierenden Firmen gehören.

    Man muss der Industrie immer mehr vertrauen. Sollte man dies nicht können, bzw. sich absichern wollen, dann eben die Verträge dementsprechend aushandeln. Dazu gehört dann auch, dass mal das Typ-Schiff wieder zurück in die Werft muss.

    Ich persönlich hoffe, dass das 3. Schiffe nicht mehr nachgebessert werden muss. Für mich ist das realistisch, sowie absolut OK dann…

  • Aspelund   |   23. Dezember 2017 - 23:09

    Locker bleiben.

    Bis jetzt sind alle deutschen Überwasserschiffe noch ganz gut geworden, allen Unkenrufen zum Trotz. Und auch wenn es etwas gedauert hat. Wie beschrieben handelt es sich um ein neues Projekt, nicht um einen x-beliebigen Nachbau einer Schiffsserie, das muss man immer im Hinterkopf halten. Da sind anfängliche Schwierigkeiten, Verzögerungen und Lästereien in der Öffentlichkeit nun mal hinzunehmen.
    Aber schlussendlich wird die Marine in zwei oder drei Jahren feststellen, dass sie ein 1a Schiff für die Brot-und-Butter-Einsätze hat. Einsätze, wie sie gewissermaßen die Grundauslastung für die Marine darstellen und auch in Zukunft darstellen werden. Ungeachtet dessen müssen die Freiräume, die F125 mittelfristig für andere Einheiten schafft genutzt werden, um die klassischen warfare areas zu beüben und weiter zu entwickeln. Die leiden nämlich im Moment.
    Was die deutsche Werftenlandschaft angeht: Sie ist weder wesentlich schlechter noch wesentlich besser als die anderer europ. Nationen. Bei der Berichterstattung bitte immer beachten, dass Medien in anderen Nationen etwas zurückhaltender sind, wenn es um die Defizite der eigenen Streitkräfte geht. Weiterhin gibt es wohl kaum ein anderes Land, in dem das Marinekommando die Einsatzfähigkeit der eigenen Seestreitkräfte in der Öffentlichkeit ausbreitet. Also alles Durchschnitt. Das gilt übrigens auch für die Preise, die international kaum zu vergleichen sind, da die Rechenweisen sich arg unterscheiden (mit/ ohne life-cycle-cost, welcher Preisstand, mit/ ohne Ersatzteilen oder mit/ ohne. Einmalkosten etc).
    Eines wird sich jedoch ändern. Bis vor Beginn MKS 180 wurde mit den verschiedenen „F“ oder „K“ Projekten eine gewisse Auslastung der Entwicklungs- und Baukapazitäten in Deutschland sichergestellt. Zweck dieser Übung war die Erhaltung dieser militärisch bedeutsamen industriellen Schlüsselressource. Sollte der Wettbewerb um MKS 180 maßgebliche Entwicklungs- und ggfs. Baukapazitäten ins Ausland verlagern, werden wir sehen ob sich diese Schlüsselressource in Deutschland noch lange halten kann. Falls nicht, ist es gesamtwirtschaftlich sicher nicht so schlimm, da ohnehin ein Mangel an Ingenieuren und Facharbeitern dieses Faches besteht. Aber es wird dann keinen mehr in Deutschland geben, der komplexe Kriegsschiffe bauen kann – Was auch immer das genau bedeutet. Dieses wesentliche Kriterium wurde im Wettbewerbswahn leider vernachlässigt.

    Zum Thema Bauaufsicht. Die Damen und Herren Beschaffer wissen es schon lange: Komplexe Projekte bedürfen komplexer Bauaufsicht. Bei einem solchen Bauvolumen wie F125 kann man nicht mit „ein paar Mann“ baubeaufsichtigen – Auch nicht wenn man McKinsey-gestählt ist. Solange hier keine Einsicht des BMVg erfolgt, dass der Komplex BAAINBw der personellen Aufstockung bedarf, ist die Diskussion sinnlos.

  • Andreas   |   23. Dezember 2017 - 23:51

    @Georg
    Welcher Hersteller wäre das denn? Gerade im maritimen Bereich läuft doch immer wieder alles schief was schief laufen kann. Type45, LCS, Zumwalt etc etc. So richtig mit Ruhm bekleckert haben sich da zuletzt nur wenige. Dazu kommt das deutsche Intensivnutzungskonzept, da gibt’s bei Einheiten dieser Größe einfach keine Erfahrung mit.
    Was natürlich nicht bedeutet das bei den deutschen Werften nicht auch viel im Argen liegt.

  • Hoffnungslos   |   24. Dezember 2017 - 7:55

    Seit April ist bekannt das der Forderungskatalog der MKS180 zusammengestrichen wurde.
    Auf der Einsparseite werde auf einen schweren zugunsten eines leichteren Hubschraubers verzichtet. Im Mai wurde bekannt das die F125 zu schwer ist. Der rein deutsche MKS180 Entwurf basiert auf der F125. Liegt da ein Zusammenhang nicht nahe?
    Wenn der britische Schiffskörper gewählt würde, nur als Beispiel, wird dieser in Deutschland gebaut und mit anderen Waffensystemen versehen. Das wäre auch im kanadischen und australischen Wettbewerb so. Beide Länder fordern ballistische Raketenabwehr. Das fordert die US Navy in ihrem Wettbewerb für Fregatten zum Schutz von LCS nicht. Aber auch hier müsste dann ein amerikanisches VLS in den britischen Entwurf rein.

  • Georg   |   24. Dezember 2017 - 10:27

    @ Andreas @ Mike Molto

    Zu der Frage welcher Hersteller so ein ein komplexes Führungs- und Waffeneinsatzsystem (FÜWES) software- und hardwaretechnisch erstellen kann ?

    Offensichtlich ja die französische Fa. Thales, denn die hat wohl das FÜWES der F124, Sachsen-Klasse erstellt. Wie ich in einem anderen Beitrag schon geschrieben habe, war dies das größte, teuerste und komplexeste Softwareprojekt in Deutschland in Jahre 2003 / 2004. Damals gab es Probleme in dem Zusammenwirken von drei Teilsystemen, die von jeweils einer anderen Programmierergruppe, einem anderen Subunternehmer erstellt wurden. (Schnittstellenproblematik der 3 Teilsysteme des FüWES der F124 bei der Erstauslieferung).

    Wenn Sie sich mal die Komplexittät des FüWES der F124-Klasse unter dem Stichwort „Sensorik“ des angehängten Wikipedia-Artikels anschauen,

    https://de.wikipedia.org/wiki/Sachsen-Klasse_(2001)#Sensoren

    dann wird schnell klar so ein System lässt man nicht von einem „Newcomer“ in der Branche erstellen, sondern von einem Hersteller der erfolgreiche Referenzprojekte vorweisen kann. Das macht jede kleine Gemeinde bei dem Bauauftrag für den Neubau eines Kindergartens so, aber anscheinend nicht das BAAINBw bei der Erstellung eines der komplexesten Hard- und Sofwareprojektes an Bord eines Schiffes das man sich so vorstellen kann ?!

    Mithin war es wiedermal die Absicht der Bundesregierung einheimische Firmen beim Aufbau von Technologiekompetenz zu subventionieren und nicht ein marktverfügbares, bewährtes Produkt zu kaufen.
    Das gleiche Spiel wie beim A400M, wo Airbus nicht das Pratt & Whitney PW180 Triebwerk verwenden durfte, sondern eine europäische Eigenentwicklung TP400 politisch erzwungen wurde.

    Ergo: Wer einheimische Industrieförderung statt effiziente Rüstungsbeschaffung haben will, darf sich nicht beschweren, wenn Erstkunden die Beta-Tester für dieses neue Produkt sind. Für diese Erkenntnis braucht man auch keine 300 Mio Euro teure McKinsey – Beratung.

    @ Mike Molto

    Die Problematik bei der Entwicklung von Rüstungsgütern, hier die Hard- und Sofware des FüWES für die F125, ist es, dass die Programmierer die Anforderungen und einsatztaktischen Bedürfnisse der späteren Bediener oft nicht verstehen. Bei jeder erfolgreichen Entwicklung muss der Fachmann für die spätere Nutzung mit dem Fachmann für die Entwicklung, hier Programmierer eng und kontinuierlich zusammenarbeiten. Schritt für Schritt müssen Eingabemasken, Reaktionszeiten im Anwortverhalten, Teilfunktionen bei der Sensorfusionierung, bei der Waffenintegration usw. entwickelt und getestet werden.
    Nun will ich den Mitarbeitern des BAAINBw nicht unterstellen, dass sie dies nicht auch gemacht haben, es ist jedoch ein Unterschied, ob ein IT-Offizier mit entsprechender Laufbahn und militärischer Erfahrungen auf Schiffen (z.B. ein Hptm milFD) dies macht oder ein Beamter des BAAINBw ohne militärische Erfahrung im Einsatz von Booten und Schiffen.

    Was wirklich bedauerlich ist, die Fachleute wissen wie man die Problematik der Bauaufsicht besser hätte lösen können, lediglich aus Eifersüchteleien zwischen den verschiedenen Bw-Teilen und aufgrund von politischer Vorgaben wollte man keine effektive Kontrolle während der Bauphase.

    Das man am Schluss nur noch das fertige Produkt mit ja oder nein beurteilen kann und der einzelne Mangel hardwaretechnisch irgendwo im Schiffsrumpf verborgen ist oder softwaretechnisch als einzelnes Byte in einer Programmierzeile unter Megabytes des Gesamtprogrammes FüWES verborgen ist, interessiert keinen mehr.

    Manchmal wäre es auch einfacher ein Projekt von Anfang an neu aufzusetzen als ständig nachzubessern (siehe BER).

  • MikeMolto   |   24. Dezember 2017 - 10:54

    @ Georg | 24. Dezember 2017 – 10:27

    „@ MikeMolto“: Nichts Anderes habe ich gesagt.

    Das Thema BA kann ich ’singen‘ aus meiner vergangenen Dienstzeit. 40% aller technischen Havarien der Marine resultierten aus mangelnder Bauaufsicht bzw Rivalitaetsdenken innerhalb der verschiedenen zivilen und militaerischen Ressorts – auf Kosten des Steuerzahler und der Besatzung.
    Nur, politisch sollte eine McKinsey Expertin das ja nun alles VIEL besser machen – ABER NIX IST.

  • Kay   |   24. Dezember 2017 - 13:18

    So wie die meisten hier, möchte ich auch, dass die Bw das Gerät welches sie benötigt rechtzeitig und möglichst verzögerungsfrei erhält. Jedoch alles auf diesen Gedanken zuzuspitzen hilft letztendlich auch nicht weiter.

    Natürlich muss ein Staat seine eigenen Unternehmen stützen und fördern. Technisches KnowHow entsteht am effektivsten durch Eigenentwicklungen. Diese wertschöpfung ist in diesem Umfang gar nicht einzukaufen und kostet auch so ein Vermögen.

    Gut dann wird eben die Bauaufsicht nach dem Projekt abgeworben und man hat staatliche Industriespionage betrieben. Die sind doch nicht so kurzsichtig.
    Oder man fängt dann in diesem Unternehmen an, man hat ja sehr viele Seilschaften und verdrängt so die Konkurrenz und es wird dadurch 1. teurer und 2. lahmt dadurch die Weiterentwicklung. Die Argumentation ist dann schnell wieder „Ihr wollt was Unmögliches, das wird teuer und fangen mal an zu forschen, mit eurem Geld“

    Und das Alles in Staaten ohne natürliche Rohstoffe… der Zwist ist vorprogrammiert und muss für alle Seiten zufriedenstellend ausgehandelt werden.

  • Koffer   |   24. Dezember 2017 - 13:34

    @MikeMolto | 24. Dezember 2017 – 10:54
    „Nur, politisch sollte eine McKinsey Expertin das ja nun alles VIEL besser machen – ABER NIX IST.“

    Naja, ich bin ja nun erklärtermaßen auch kein Anhänger der Gruppe um UvdL und ich hatte (und habe bis zu einem gewissen Grade immer noch) ERHEBLICHE Probleme mit einem externen beamteten (!) Staatssekretär.

    Aber was ich so höre, beginnt Dr. Suder nach und nach die zähen Prozesse zu verbessern und die Beschaffung der Bundeswehr zu verbessern. Die Anzahl der erfolgreichen 25 Mio Vorlagen dieses Jahr war ja ganz erfreulich und was ich so aus Berlin/Potsdam höre werden es wohl nächstes Jahr noch MEHR werden (liegt natürlich ein bißchen an der neuen Regierung, aber die Arbeiten hierzu laufen Bw-intern angeblich auf Volllast).

    Von daher sollte man glaube ich weniger in absoluten Begriffen sprechen und Dr. Suder und die Berater alle pauschal verdammen, sondern vielmehr das (weiterhin) negative deutlich kritisieren, aber eben auch die (erheblichen) Verbesserungen auch deutlich loben :)

    TRENNUNG

    Frohe Weihnachten allerseits!

  • MikeMolto   |   24. Dezember 2017 - 15:16

    @ Koffer | 24. Dezember 2017 – 13:34

    „Die Anzahl der erfolgreichen 25 Mio Vorlagen dieses Jahr war ja ganz erfreulich und was ich so aus Berlin/Potsdam höre werden es wohl nächstes Jahr noch MEHR werden (liegt natürlich ein bißchen an der neuen Regierung, aber die Arbeiten hierzu laufen Bw-intern angeblich auf Volllast).“

    Die 25Mio-Vorlagen sind doch peanuts. Eine Fregatte kostet ohne support 4Mrd. Strukturen, Verantwortlichkeiten, Org und Zustaendigkeiten muessen geaendert und gestrafft werden und, die Org brauchen faehiges Personal..

  • Schnallendorf   |   24. Dezember 2017 - 17:17

    Damit diese Legende nicht zum wiederholten Male im Raum stehen bleibt:

    @ Georg | 24. Dezember 2017 – 10:27

    Das gleiche Spiel wie beim A400M, wo Airbus nicht das Pratt & Whitney PW180 Triebwerk verwenden durfte, sondern eine europäische Eigenentwicklung TP400 politisch erzwungen wurde.

    Ergo: Wer einheimische Industrieförderung statt effiziente Rüstungsbeschaffung haben will, darf sich nicht beschweren, wenn Erstkunden die Beta-Tester für dieses neue Produkt sind.

    Können Sie mir ein Flugzeug nennen, das je mit dem Pratt & Whitney PW180 geflogen ist? Nein? Das war nämlich ebenfalls nur ein Projekt und ist nie darüber hinausgekommen. Auch hier wäre man Betatester gewesen. So ist das eben, wenn man etwas bestellt, was es so noch nicht gibt.

    Man kann sogar nachlesen, dass im Jahr 2003 die britische Rüstungsbeschaffungsbehörde das PW180 für technisch riskanter hielt als das TP400. https://publications.parliament.uk/pa/cm200203/cmselect/cmdfence/694/694we14.htm

  • Koffer   |   24. Dezember 2017 - 18:14

    @MikeMolto | 24. Dezember 2017 – 15:16
    „Die 25Mio-Vorlagen sind doch peanuts. Eine Fregatte kostet ohne support 4Mrd. Strukturen, Verantwortlichkeiten, Org und Zustaendigkeiten muessen geaendert und gestrafft werden und, die Org brauchen faehiges Personal..“

    ;)

    25 Mio Vorlägen können auch 100 Mio oder 1 Milliarden oder 5 Milliarden umfassen…

    Und sie umfassen nicht nur die Vorlage an den Haushaltsausschuss ansich, sondern sind die letzte Hürde vor der tatsächlichen Beschaffung. Dh davor sind häufig jahrelange Planungen nötig.

    Natürlich benötige ich zusätzlich auch Personal für die Nutzung der einzuführenden Systeme, da bin ich ganz nein Ihnen. Aber Personal liegt bei StS Hofe, dafür kann man nun wirklich nicht StS Suder verantwortlich machen!

  • MikeMolto   |   25. Dezember 2017 - 10:04

    @Koffer | 24. Dezember 2017 – 18:14

    Ich beziehe mich auf das unzureichende Personal des BAAINBw, das ist das Personal welches fuer Order und BauAufsicht primaer zustaendig ist. Und das ist Angelegenheit von Fr Dr Suder.

  • Koffer   |   25. Dezember 2017 - 11:59

    @MikeMolto | 25. Dezember 2017 – 10:04
    „Ich beziehe mich auf das unzureichende Personal des BAAINBw, das ist das Personal welches fuer Order und BauAufsicht primaer zustaendig ist. Und das ist Angelegenheit von Fr Dr Suder.“

    Seufz.

    Ich habe doch gar nicht behauptet, dass alles gut sei, ich habe Sie (und andere) nur darum gebeten nicht immer alles unterschiedslos schlecht zu reden und statt dessen eine differenziertere Bewertung vorzunehmen.

    In diesem Zusammenhang könnte man also durchaus als außerordentlich positive Nachricht die ungewöhnliche hohe Anzahl an (erfolgreichen!) 25 Mio Vorlagen des noch laufenden Jahres bewerten und voller Vorfreude auf die möglicherweise noch kommenden noch umfangreicheren 25 Mio Vorlagen des nächsten Jahres sein.

    Und dennoch könnte man das immer noch fehlende Personal beim BAAINBw kritisieren und in diesem Teilaspekt umso mehr volle Sorge in die Zukunft blicken, da in 5 bis 10 Jahren die Lage dort noch durch eine anstehende Pensionierungswelle verschärft werden dürfte.

    Ich bitte Sie (und andere) einfach darum nicht alles schlecht zu reden, sondern die zahlreichen positiven Entwicklungen der letzten Jahre genauso zu würdigen und zu akzeptieren, wie Sie berechtigter Weise das noch immer vorhandene erhebliche zusätzliche Verbesserungspotential zu erwähnen.

    Sachlicher Hinweis: StS Dr. Suder ist NICHT für die Personalregeneration des BAAINBw zuständig. Hierfür (wie für die gesamte EXTERNE Personalregeneration in der gesamten Bundeswehr) ist StS Hofe zuständig.

  • TomTom   |   25. Dezember 2017 - 14:23

    @MikeMolto:
    Aber auch das Personal für das BAAINBw muss irgendwo her kommen, und aus der Truppe kann man eben nicht genau die abziehen, die von der Qualifikation auf diese DP passen würden.
    Die Decke ist halt schon seit Jahren überall deutlich zu kurz.

  • Obibiber   |   25. Dezember 2017 - 14:29

    Bzgl der 25 mio vorlagen…gibt es da schon einen Überblick was 2018 angedacht ist!?

    Bzgl f125 Probleme… ich denke die sind in einem halben Jahr erledigt…aber es wäre schön gewesen 1-2 f122 weiter fahren zu lassen bis die ersten f125 einsatzbereit sind
    Wenn man bei der f125 die grundlegenden Probleme abstellt kann eine darauf basierende f126 aka MKS180 stark davon profitieren…
    Die anderen Entwürfe könnten wieder neue Probleme und Kinderkrankheiten besitzen…

  • Wallenstein   |   25. Dezember 2017 - 20:44

    Bzgl. der Streichungen aus dem Forderungskatalog, welche im April erfolgten. Ist da über die automatische Enteisung des Hubschrauberdecks und den Verzicht auf schwere Hubschrauber (Schwachsinn wenn man für SOF und CSAR gerade nach CH47 /CH53k guckt) bekannt? Beides summiert sich ja sicher nicht auf die genannten 300 mio€ Ersparnis.

  • Kay   |   25. Dezember 2017 - 22:20

    Kurze Nachfrage bezgl. Zitat von Obibiber:

    @Obibiber „Bzgl f125 Probleme… ich denke die sind in einem halben Jahr erledigt…aber es wäre schön gewesen 1-2 f122 weiter fahren zu lassen bis die ersten f125 einsatzbereit sind“

    Wie lange benötigt es, die 2 vorgesehenen Besatzungen (ohne Krankheit und Urlaub) für eine F125 zu schulen, sodass sie in einen NATO-Einsatz können?

  • Andreas   |   26. Dezember 2017 - 1:36

    @Wallenstein
    Mit einer CH53k/CH47 von einer Fregatte aus operieren? Das scheint mir doch etwas viel des Guten.

  • MikeMolto   |   26. Dezember 2017 - 9:31

    @ Koffer | 25. Dezember 2017 – 11:59

    Zitat Aspelund
    “ Zum Thema Bauaufsicht. Die Damen und Herren Beschaffer wissen es schon lange: Komplexe Projekte bedürfen komplexer Bauaufsicht. Bei einem solchen Bauvolumen wie F125 kann man nicht mit „ein paar Mann“ baubeaufsichtigen – Auch nicht wenn man McKinsey-gestählt ist. Solange hier keine Einsicht des BMVg erfolgt, dass der Komplex BAAINBw der personellen Aufstockung bedarf, ist die Diskussion sinnlos.“

    Genau darum geht es mir. Im Endeffekt bleibt es also das Gespann Dr vdL und Dr Suder.
    Und zur Zustaendigkeit: Wenn eine Organisation mit dem Personal das zur Vfg steht nicht auftragsbezogen arbeiten kann muss der/die Verantwortliche ‚rot schiessen‘ und Kurs aendern – oder den Hut nehmen.

    Es sind doch nicht nur die Fregatten, dazu kommen Korvetten, UBoote, A400, Helos, Munition, G36 Nachf, Leo, Drohnen usw

  • Aspelund   |   26. Dezember 2017 - 9:47

    @ Koffer | 25. Dezember 2017 – 11:59

    Klingt natürlich erst mal nett, dass die Anzahl der 25Mio Vorlagen steigt. Für mich ist das eher ein Beleg für die konsequente Nicht-Anerkennung der Situation (Personal). Eine 25Mio Vorlage ist nicht besonders schwierig, aber die Projektarbeit die daraus folgt schon. Und so wird die Arbeit zunehmen, die Kapazität pro Projekt weiter sinken und die Zahl der Rüstungskatastrophen weiter zunehmen, insbesondere bei den komplexeren Vorhaben.
    Ein sehr einfacher Zusammenhang eigentlich.

  • T.Wiegold   |   26. Dezember 2017 - 10:08

    Guten Morgen. Auch an den Weihnachtstagen bleiben wir rational. Natürlich wird die Arbeit zunehmen, wenn es mehr Beschaffungsvorhaben gibt. Ich verstehe das jetzt als konsequentes Plädoyer, die Zahl der Beschaffungsvorhaben möglichst auf Null zurückzuführen? Hm. Ja gut, man kann die Streitkräfte auch zumachen. Ein sehr einfacher Zusammenhang eigentlich.

  • Obibiber   |   26. Dezember 2017 - 11:03

    Ich denke man sollte versuchen so viele Beschaffungsvorhaben wie möglich über die Bühne bringen…
    Das letzte Jahr war hier schon löblich…jedoch besteht sehr viel Nachholbedarf
    Geld sollte hier nicht der limitierende Faktor sein…man sollte Immer einen priorisiertren Forderungskatalog der Streitkräfte parat haben…und dann der Reihe nach absegnen was geht… dadurch das hierüber eh entschieden werden muss ist ja eh eine gewisse Kontrolle vorhanden…ob dann am Ende 10-15 mrd zusammenkommen oder ob man nur Vorlagen für 5 mrd durchwinkt sollte zweitrangig sein…vieles benötigt hier so viel Vorlaufzeit dass kosten eh erst ein paar Jahre später nach und nach anfallen…
    Ich denke hier gilt es einen Riesen Investitionsstau abzubauen

  • Georg   |   26. Dezember 2017 - 11:45

    @ T.W.

    Die Ausführungen von @Aspelund habe ich so nicht verstanden.

    Ich denke es geht ihm darum auf die personellen „Folgekosten“ der 25 Mio Beschaffungsvorlagen hinzuweisen.
    Bei der Einführung der neuen Funkgerätegeneration wurde gesagt, man bräuchte 70 Bearbeiter, hat momentan 7 Bearbeiter die auf 35 Bearbeiter aufgestockt werden sollen.
    Damit soll dann in 10 Jahren die neue Funkgerätegeneration für die ganze Bw beschafft sein.

    Das man mit 35 Bearbeitern in10 Jahren nicht 7 Mrd Euro vernünftig gesteuert ausgeben kann, ist ziemlich wahrscheinlich.

    @ all

    Es gibt einen Präzedenzfall für die Auswirkung von zuwenig Personal beim BAAINBw für die Einsatzfähigkeit von neuen Wehrmaterial. Als vor ca 10 -12 Jahren das Personal des BWB um 1000 Beamte reduziert werden sollte und sich der damalige Präsident des BWB mehr oder weniger weigerte dies zu tun, bis ihm die Haushaltskarten vom BMVg entzogen wurden, verzögerte sich die Einführung des NH 90 drastisch, weil keine Bodengeräte, bzw. viel zu wenige Typen zum Zeitpunkt der Indienststellung des Hubschraubers beschafft waren.

    Ohne eine Reform der Beschaffungsstrukturen mit Personalverstärkung im Amt werden die vielen großen neuen Beschaffungsvorlagen Rohrkrepierer werden. Darauf sollte mal hingewiesen werden. Der damalige Präsident des BwB hat sich auch gegen die Veränderungen gewehrt, man wollte ihn wegversetzten, was er mit Verwaltungsgerichtsurteil gegen die Bundesrepublik Deutschland verhindert hat. Die Politik hat darauf reagiert, indem man die Präsidentenstelle des BwB, jetzt BAAINBw als politischer Beamtenstelle umgewandelt hat, der jederzeit ohne Angabe von Gründen in den vorläufigen Ruhestand versetzt werden kann.

    Das Personalproblem des BWB, heute BAAINBw und damit das Beschaffungsproblem von Rüstungsgütern hat sich durch diese Maßnahme nicht gelöst nur die Remonstration des obersten Beamten ist unterdrückt worden.

  • Labacco   |   26. Dezember 2017 - 11:46

    @all
    Da hätte ich mal eine allgemeine Frage.
    Die letzten 25Mio € Vorlagen wurden im Sommer im Haushaltsausschuss eingebracht und verabschiedet. Nun befinden wir uns ja seit September in einer politisch einmaligen Situation sprich wir werden von einer geschäftsführenden Regierung geführt. Ist vor diesem Hintergrund der Haushaltsausschuss lahmgelegt und wird es bis zu einer neuen Regierung somit auch keine neuen 25Mio € Vorlagen geben?