Bundeswehr im Baltikum: Sichtbare Präsenz beim Unabhängigkeitstag Estlands

Damit es nicht untergeht: Die Bundeswehr ist im Rahmen der Unterstützung für die nordöstlichen NATO-Mitglieder gleich mehrfach* im Baltikum präsent; die Luftwaffe übernimmt derzeit – wie schon seit Jahren – das Baltic Air Policing, von der estnischen Basis Ämari aus. Am (heutigen) Unabhängigkeitstag Estlands beteiligte sich die Bundeswehr deshalb auch an der Parade in der Hauptstadt Tallinn: Mit einer Abordnung in der Stadt und mit einem Überflug von Eurofighter-Kampfjets (zusammen mit niederländischen F-16; die Niederlande stellen ebenfalls ein Detachment zur Luftraumüberwachung des Baltikums).

*Die andere wesentliche Präsenz der Bundeswehr ist die Beteiligung an der neuen NATO-Battlegroup in Litauen

(Fotos: Bundeswehr via NATO HQ AIRCOM)

84 Gedanken zu „Bundeswehr im Baltikum: Sichtbare Präsenz beim Unabhängigkeitstag Estlands

  1. @Hohenstaufen

    „In der Schweiz, in Finnland, in Norwegen, in Schweden e.t.c gibt es praktisch keine Proteste gegen Gelöbnisse und öffentliche Auftritte der Streitkräfte“

    Zu den drei letzteren kann ich mangels Wissens nichts sagen, aber in der Schweiz gibt es natürlich eine aktive Protestszene. Rund um z.B. alle öffentlichen Armeetage finden von den verschiedenen antimilitaristischen Gruppierungen aus Aktionen statt (zuletzt im Oktober 2016 bei „Thun meets Army“) und – für Schweizer Verhältnisse sehr eskalierte – Demonstrationen gab es gegen die Truppenübung CONEX 15 in Basel.

    @Luftwebel

    „Wenn ja, wie wird dagegen [die Störer] vorgeganden?“

    In der Schweiz wie überall in der zivilisierten Welt: Polizei, Anzeige, Gerichtsverfahren.

  2. @ Zimdarsen:

    Kann ich so nicht bestätigen – ich gebe zu, ich unterlag demselben Vorurteil, was die Niederländer und militärisches Auftreten angeht. Was die aber draufhaben – und das ist uns definitiv verloren gegangen – ist das Vermögen, zu trennen, wann was angesagt ist. Ich erinnere mich noch gut an einen Appell: Die niederländische Abordnung ist einmarschiert, da standen sie den Briten in nichts nach, zackig, frisch, stolz. Dann begann das Reingestolper der deutschen Einheiten, lustlos, ein Graus, kurzum: unwürdig. Von anderem Unsinn, der sich bei uns mittlerweile als modern eingebürgert hat, ganz zu schweigen – fünf Niederländer, ein Anzug, fünf Deutsche, fünf Anzüge. Das hat mit Militär nichts mehr zu tun. Es kann sein, dass Sie da andere Erfahrungen mit unseren Nachbarn gemacht haben, ich habe diese gemacht – mit Berührungspunkten in Deutschland, in Frankreich und in Afghanistan – mit wechselnder personeller Besetzung. Wer also behauptet, das alles vertrüge sich nicht mit den Ansprüchen einer modernen Armee – oder dass Mängel hierin unbedeutende Randnotizen sind, den kann ich nicht für voll nehmen, weil es genug gegenteilige Beispiele gibt – nämlich in Armeen, die schon an Orten gekämpft und geblutet haben, wo wir nicht mal im Ansatz zugegen waren – was für sich betrachtet noch nichts heißt, was aber auch nicht dazu angetan ist, unser Handeln als das bessere hinzustellen – was wir Deutschen ja seit einiger Zeit sehr gerne tun.

  3. Eine Frage an die Experten in dieser Runde. Ist es nicht so das in den israelischen Streitkräften so gut wie kein Wert auf Formaldienst, Anzug und geputzte Stiefel wert gelegt wird?

  4. @T.Wiegold (26. Februar 2017 – 22:40): Militär ist nun einmal ein Instrument der Politik und damit auch der Symbolpolitik. Und auch die muss von den men&women in fleck beherrscht werden. Deshalb haben wir ja für die wichtigeren Aufgaben, die als Aufführungen bewältigt werden müssen, eben ein Wachbatallion.

  5. @Dante

    Ein wie ich finde des Nachdenkens werterer Vorschlag als die leidige Anzugs/Formaldienstdiskussion.
    Vielleicht würde es ja auch eine vernünftige Luftabwehr für die 3 Länder ausreichen.
    Bis die Verbündeten eintreffen reicht es ja sich zu verteidigen. Immerhin geht es ja um „Preisschilder“ die den Russen vom Angriff abhalten sollen.

  6. @0815

    Dann sollte man vielleicht besser demonstrieren, das diese Verbände kampffähig du willig sind.7

    @Hans Dampf  

    Bei ihren Argumenten muss ich ans Jahr des Heils 1806 denken, als die Berliner die unschneidigen Franzosen anstelle der glorreich schneidigen Preußen willkommen heißen durften und an meine AGA wo unsere Ausbilder uns die Nachbareinheit als vorbildich hingestellt haben, exakt einmal – bis wir diese draußen hörten und sahen.

    Ich bin auch sehr beeindruckt von einem Spieß der auf exakt vorschriftsmässiges Aussehen achtet, aber nicht darauf, das Pickpott & Co auf der Schiessbahn richtig sauber gespült werden kann oder das man Mittags im Hochsommer im Vollschlumpftarn sog. „Sport“ machen muss.
    Fachkompetenz bei der BW hat mich zu meiner Zeit massiv underwhelmed soweit ich das beurteilen kann.

    Die Theorie mit Militär gleicher Anzug muss mir mal jemand erklären, bitte unter Berücksichtigung der Black Hats, Römischen Legionen, hellenischen Hopliten…

  7. @ Mms:

    Dem Vernehmen nach haben Sie recht; da gibt es aber auch keine Anzugskapriolen wie hierzulande, mal so nebenbei erwähnt. Ganz davon abgesehen, dass Deutschland meines Wissens nach zu Europa gehört es hier das mitteleuropäische Bild vom Soldaten vorherrscht, wie es Helmut Schmidt einmal sinngemäß gesagt hat.

    @ IstEgal:

    Meinen Sie mit “ vernünftiger Luftabwehr“ bodengebundene Flugabwehr, wie z.B. Patriot? Darüber verfügen nur noch wenige NATO-Partner, wesentlich mehr als MANPADS oder andere Kurzstreckenflugabwehr ist da oftmals nicht mehr vorhanden – Lettland und Litauen haben beide derzeit RBS 70. „Air Policing Baltikum“ ist in meinen Augen gelebte Bündnissolidarität und sollte auch so beibehalten werden, es wäre mit zu großer (finanzieller) Kraftanstrengung verbunden, für diese flächenmäßig kleinen Länder eigene Luftstreitkräfte aufzustellen.

  8. @ Hans Dampf

    Richtig ich meine bodengebundene Flugabwehrsysteme mit mittlerer/hoher RW, diese ist zum einen tendenziell leichter aufzustellen als LFZ+Piloten, zum anderen mMn. besser als defensiv zu „verkaufen“ als besagte Luftwaffe.
    Ich denke auch das in dem Szenario das der Russe angreift eine Staffel eigene Flieger deutlich weniger ausrichtet als eine stabile in der Tiefe gestaffelte Luftabwehr, das meinte ich mit „Preisschild“.

    Bündnissolidarität ließe sich auch mit den Einheiten die bei Active Fence waren leisten.

  9. Weiß eigentlich jemand ob der oft zu beobachtende deutsche Watschelgang von unserer Art des Maschierens (Kleidung?) begünstigt wird oder ob das nur daran liegt, dass sowas zu wenig geübt wird? Neben meinem eigenen GWD und wenigen Größveranstaltungen kenne ich nur wie die Österreicher zum Gelöbnis maschieren und das sah meist deutlich harmonischer aus als ich das von meiner Zeit in Erinnerung habe.

  10. Die einzige Präsens die Putin ärgert, ist die 3.Infanteriediv. der Amerikaner in Polen.
    Die Show der Frau von der Leyen und Ihrer nicht vorhandenen (obsoleten) Nato (6Stck Leo 2 in LIt.) wird wohl niemand beeindrucken. Vielleicht in 10Jahren?

  11. @ hans Dampf

    Der Gedanke war ja auch lediglich die Flugzeuge in einem der 3 Staaten als Alarmrotte zu haben. Deu will die EF der 1. Trache eh loswerden. Die komplette Ausbildung der Besatzung sowie die technische Betreuung findet in Laage statt und für den üblichen „normaldienst“ teilen sich die drei Staaten eine Staffel ca 6 flugzeuge plus der normalen
    vor und nachbetreuung. Und so gesehen dürfte aufgrund der niedrigen Löhne dort
    es im endeffekt billiger kommen, wenn sich die drei Saaten zusammenschlißen, das Material ausgehliehen wird und aus dem Westen entwicklungshilfe für den Aufbau einer gemeinsam betriebenen Luftwaffe gegeben wird, als dort in Rotation streife zu fliegen.
    Und im Übrigen ist der Wehretat der Östereicher auch nicht wesendlich höher als die zusammengelegten 2% der drei Staaten und die können sich auch eine Rudimentäre luftwaffe leisten.

  12. @ThoDan | 28. Februar 2017 – 9:58
    „Dann sollte man vielleicht besser demonstrieren, das diese Verbände kampffähig du willig sind.7“

    Na aber, dafür sollen „diese Verbände“ ja wohl vor Ort sein! ;-)
    Nochmals….unsere „Streitmachtdemonstration “ vor Ort, ist für mich abschreckend genug!

  13. @ Dante:

    Das wäre natürlich der Königsweg, gibt es dazu konkrete Pläne/Angebote in Richtung Baltikum? Der Luftwaffe käme daran natürlich mehr als gelegen, da man die Tranche 1 ja ohnehin loswerden möchte und das entstehende Loch durch die Tranche 3B, (vielleicht sogar 4?), ersetzen möchte – was aber wieder Geld kostet, da die Tranche 1 ja vermutlich zu einem vergleichsweise geringen Preis verkauft werden.

    @ IstEgal:

    Naja, ich glaube, von „Tiefe“ kann man in den baltischen Staaten schlecht sprechen ;-). Wenn man aber von einem „Preisschild“ spricht, so dürfte ein abgeschossener deutscher/britischer Eurofighter ein durchaus hohes tragen – nicht nur im monetären, sondern vor allem im übertragenen Sinne.

  14. @GeMue
    In LIT sind 14 Leo 2 in EINER PzKp eingesetzt.
    6xDEU, 8xNOR, vom TelemarkBtl
    Details in den „Bison Drawsko“ Fäden.

  15. so, jetzt habe ich mir auch das Video mit dem Auftritt mal zu Gemüte geführt. Diese „Parade“ war ja doch eine recht gemischte Veranstaltung mit diversen Trachtengruppen (u.a. studentische Korporationen). Und in diesem Kontext fiel dem unbefangenen Betrachter das deutsche Trüppchen in keiner Weise auf. Höchstens dadurch, dass es die mit Abstand kleinste Abordnung war. Aber vielleicht ist damit auch alles genauso, wie es deutscherseits bzw. seitens der Gastgeber beabsichtigt war. Mitmachen, aber bloß nicht auffallen.

    Unabhängig davon: man kann von Paraden halten, was man will. Aber wenn man sich auf derartige Veranstaltungen einlässt sollte man auch alles dransetzen, vor großem Publikum nicht doof auszusehen. Also entweder sagen „Nöö, machen wir grundsätzlich nicht“ oder eben vorher nochmal ordentlich üben. Aber wie schon gesagt, schlechter als die Korporierten ist das deutsche Trüppchen auch nicht marschiert.

  16. @GeMue | 28. Februar 2017 – 12:37
    „Die einzige Präsens die Putin ärgert, ist die 3.Infanteriediv. der Amerikaner in Polen.
    Die Show der Frau von der Leyen und Ihrer nicht vorhandenen (obsoleten) Nato (6Stck Leo 2 in LIt.) wird wohl niemand beeindrucken. Vielleicht in 10Jahren?“

    Diese Behauptung halte ich erstens für sachlich im Detail falsch und zweitens in der Zielrichtung daneben.

    Insgesamt haben die „Nicht-US-NATO“-Staaten jetzt dauerhaft eine Brigade (-1) im Baltikum stehen. Das ist zum einen militärisch zwar nicht viel, aber auch nicht gerade ein Kleinigkeit.

    Vor allem bindet es aber nahezu alle NATO Staaten in die Verteidigung der „Ostflanke“ ein. Das ist ein deutliches militärpolitisches Signal an Putin. Und wie ihn das ärgert erkennt man an diversen öffentlichen Kampagne und militärischen Manövern.

    Mehr wäre sicherlich aus Sicht der baltischen Staaten und Polens besser, aber für den Anfang ist es schon einmal nicht schlecht ;)

  17. @Hans Dampf

    Mit Preisschild meinte ich was der Angreifer, und da sind wir uns bei der defensiven Ausrichtung unseres Bündnisses ja einig das das nur Russland sein kann, zu bezahlen hat.
    Da halte ich Luftabwehr für das Red-Team einfach für bedrohlicher als 6-8 Blue AC ;-)

  18. Meiner Ansicht nach ist es irrelevant ob 6 oder 600 deutsche Panzer im Baltikum stationiert sind, die NATO Kräfte haben in erster Linie die Funktion eines Stolperdrahts. Mich erinnert dies an ein Zitat aus „The Guns of August“, das ich leider nicht mehr ganz zusammen kriege, aber etwa geht wie folgt:

    Kurz vor dem Ausbruch des ersten Weltkriegs wird ein französischer General (Oberbefehlshaber?) gefragt, wieviele britische Soldaten er den brauch, um das deutsche Reich zu besiegen, er antwortet: „einen, so lange er erschossen wird“.

  19. Vor allem verhindert diese Stationierung, dass irgendwelche „freundlichen Bürger“, und
    „Patrioten im Urlaub vom Armeedienst“ aus Russland ohne Abzeichen an den Uniformen sich dort einschleichen ohne direkt auf Nato Truppen zu treffen, und das durchziehen was wir vor kurzen in der Ukraine gesehen haben.

  20. So ist es, um einen Krieg zu führen bräuchte man mehr aber genau das will keiner.
    Die EU-NATO-Staaten wollen einen Krieg im Baltikum verhindern und nicht provozieren.

  21. Ist das so? Wie sieht das ganze eigentlich rechtlich aus? Tritt der Verteidigungsfall gem. Grundgesetz automatisch ein, wenn der erste russische Panzer die Grenze z.B. Lettlands überrollt? Dürfte die Bw „grüne Männchen“/reguläre Soldaten gefangen nehmen oder gar proaktiv bekämpfen, oder müsste man zuwarten, bis es zu einer Notwehrsituation kommt?

  22. @ThoDan | 01. März 2017 – 9:39
    Armeen? Etwas hoch gegriffen diese Begrifflichkeit!
    Wie auch „tluassa“ geschrieben hat sehe ich eher die Gefahr das genau dass dort auch passieren könnte. Die Russische Minorität dort (und nicht gerade wenig) könnte anfangen rumzuzündeln, angestachelt durch die RUS Propagandamedien aus Staatshand!
    Und als Vorwand könnte dann auch noch die NATO-Agression dort, nach deren Verständnis eine Gefahr für genaue jene Volkgruppe sein…
    Dass dies an den Haaren herbeigezogen wäre (die Agression gegen…) muss ich wohl nicht betonen. Bleibt zu hoffen das der Wohlstand in den baltischen Staaten mehr gewichtung hat als die Situation in RUS.

    Also, vernünftige Anzahl an Truppen dort, um dem möglichen Gegner zu zeigen das man bereit und willens ist, den Artikel 5 auch umzusetzen. So vernünftige Anzahl an Kräften das es dem möglichen Gegner einfach nicht gelingt irgendwelchen „Unfug“ zu treiben…oder er sich absehbar eine blutige Nase holt.
    Ich meine auch, das die Krim-Annektion auch nur ein Test war um zu sehen wie weit man gehen kann. Den Rest kennen wir ja.
    Ob das was ändert wird die Zukunft zeigen…Sorry aber meine Glaskugel ist zersprungen, der Rabe tot von der Schulter gefallen! ;-)

  23. @Hans Dampf  

    Der Kommandeur des Baltikum Verbandes wird doch nicht den GI anrufen müssen um zu fragen ob er die Erlaubnis hat die Bündnispflichten zu erfüllen, wie in Kambodscha?

    @0815

    Aber exakt das Problem IMHO.
    Aus meiner Sicht ist das Baltikum gegen eine russische Invasion kaum zu verteidigen, da die Situation für den Verteidiger einfach zu ungünstig ist.

    MMN ist es von großer Bedeutung in einem solchen Szenario das NATO/EU ihre Bereitschaft und Kompetenz zeigen das Baltikum zu befreien

  24. @0815
    Gut so.
    @ThoDan (Begriff „Armee“ humorvoll genutzt?) und andere; da hier, aber auch im öffentlichen Diskurs mit unschöner Regelmäßigkeit Wesentliches vermengt wird, etwas Aufhellung.

    Armee ist ein Großverband = bezeichnet Truppenteile ab Brig aufwärts.

    Takt Zeichen, Name Truppenstärke Unterstellte Truppenteile
    XXXXXX Oberkommando 200.000 + 2+ Heeresgruppen
    XXXXX Heeresgruppe 100.000 + 2+ Armeen
    XXXX Armee / FüKdo 50.000–60.000 2+ Korps
    XXX Korps / LuWaKdo 30.000–80.000 2+ Div
    XX Division / WBK 10.000–20.000 2 bis 3 Brig
    X Brig / Flottille 3.000–5.000 bis zu 3 Btl, 2 Rgt.

    Armeen im Baltikum hieße so gesehen pro Quadratmeter ein Soldat, SCNR!
    Stärke und vor allem Multinationalität der Truppe reichen hin, Art. 5 bei Bedarf robust zu ziehen.

  25. @Klaus-Peter Kaikowsky  

    Nein, das war ernst gemeint, Armee = 2 + Korps mit mindestens 2 Divisionen + Korps und Ameetruppen, Luftwaffe und was sonst noch so dazugehört.

  26. @ThoDan
    „… für den Verteidiger einfach zu ungünstig …“ ist Ergebnis seriöser BdL oder eine „aus dem Bauchformulierung“?
    Im Ernst, niemand unterstellt, die vier GefVbd im Baltikum und in Polen sollten verteidigen können.
    ”Vg hat den Zweck, möglichst starke Feindkräfte zu vernichten oder zu zerschlagen und einen bestimmten Raum gegen alle Angriffe zu behaupten”! (Noch nach 100/100).
    Allenfalls die „Sicherung“ kann diesem Brig (+) Äquivalent in die 3a geschrieben werden, was wiederum überhaupt nicht dem Auftrag Verteidigung auf unterer takt Ebene zuwider läuft. (vstk 2./eFP 122 verteidigt Raum … um zu … bis …! Anschließend verzögert …!)
    Die Verbände erfüllen eine Trigger Function für Art. 5 und ff-Maßnahmen, wesentlich dabei die Betonung der Bündnissdolidarität.
    Mehr nicht!
    Dies darf so allmählich einmal verstanden werden, in erster Linie im gesellschaftlichen Diskurs!

  27. Ich frage mich wie der Westen reagieren soll wenn die russische Minderheit in den Baltischen Ländern auf die Straße geht und gegen ihre Regierungen aufbegehrt. Wir reden dann von einer nicht kleinen Gruppe, Lettland ca. 27%, Litauen ca. 6%, Estland ca. 25%.
    Worauf ich hinaus will? In LBY,SYR, UKR war es immer ein Aufstand der Geknechteten gegen ihre Regime, wenn Russland es schafft seine Minderheiten im Baltikum aufzuwiegeln und eine gleiche Argumentation nutzt wie wir, dann kommt man in Schwierigkeiten zu erklären welcher Aufstand gerecht und richtig ist und welcher falsch und ungerecht.
    Nur um es klarzustellen ich bin kein Mitarbeiter des russischen Außenministeriums aber mal als Advocatus Diaboli gedacht, kommt mir so was in den Sinn.

    Wie sagt man so schön : Des einen Freiheitskämpfer ist des anderen Terrorist.

  28. @Klaus-Peter Kaikowsky  

    Das ist mein persönlicher Eindruck als Laie, das IMHPOV eine volle Armee nicht ausreichen würde um das Baltikum zu halten, würde Russland den Preis bezahlen wollen.
    Von Halten können und dem Preis fürs Halten wollen habe ich damit nichts gesagt.

    Es war kein Vorwurf an die Bündnissolidarität demonstrierenden Tripwire Verbände, deren Funktion mir durchaus klar war.

    Aber nichtdestoweniger Danke

  29. @IstEgal
    Die lesenswerte Serie „Das Erbe der Sowjetunion“ (Zeit-Online) skizziert unter anderem die Lage der russischen Minderheiten im Baltikum. Quintessenz: besonders die russischstämmige Jugend ist dem Westen (auch Dank positiver wirtschaftlicher Lage) recht aufgeschlossen. Es dürfte also, im Vergleich zum Fall Ukraine, für Rußland schwieriger werden die Bevölkerung aufzuwiegeln.

    Das bedeuted sicherlich nicht, dass solche Versuche nicht unternommen werden könnten oder von vorneherein zum Scheitern verurteilt sind. Der Westen tut daher gut daran es garnicht soweit kommen zu lassen – also den „Informationskrieg“ zu gewinnen.

  30. @IstEgal
    Ein solches Szenario existiert und ist Grundlage von Contingencies.

    Durchaus interessant und empfehlenswert ist ff. BBC Produktion von 2016. (kein Verlag)

    https://vimeo.com › Justin Davis › Videos

    Ist zwar fiction, aber keine science fiction!

  31. IstEgal | 02. März 2017 – 13:26 Ich frage mich wie der Westen reagieren soll wenn die russische Minderheit in den Baltischen Ländern auf die Straße geht und gegen ihre Regierungen aufbegehrt.“

    Weshalb auf die Strasse gehen und aufbegehren? Wird die Minderheit benachteiligt, Rechte verweigert, drangsaliert von einer Geheimpolizei einer Diktatur? Und werden Sie ferngesteuert von einer fremden feindlichen Macht, deren Ziel die Restrukturierung ist?

  32. @ThoDan
    OK, kannte Ihren nicht-militärischen Hintergrund nicht.
    Zum Baltikum gibt es durchaus ein historisches Beispiel, dass bei ungleichen Kräfteverhältnissen und Kampfkraft der Gegner mögliche Gefechtsverläufe verstehen hilft.
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kurland-Kessel
    Im Kurlandkessel wurden die deutsche Heeresgruppe Nord (später in Heeresgruppe Kurland umbenannt) sowie Luftwaffen- und Marineeinheiten in Kurland ab Oktober 1944 eingeschlossen.
    Die Kämpfe endeten erst am 08. Mai 1945, als die Heeresgruppe Kurland im Rahmen der Gesamtkapitulation der deutschen Streitkräfte die Waffen streckte. Zur Verdeutlichung, die Front war inzwischen 600 – 800 km weiter nach Westen verschoben.
    Kurz gefasster Sinn und Zweck des Ganzen: es wurden drei sowjetische Armeen über ca. sechs Monate gebunden, was der Zivilbevölkerung aus West- und Ostpreußen Zeit und Raum zur Organisation der Flucht eröffnete.
    Lehre: auch eine unterlegene Truppe bindet Feind, mindestens im Verhältnis 1:3. Dreifache Überlegenheit stellt die geringste Überlegenheitsrate dar, um in der Offensive Erfolg erwarten zu können.

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