Bundeswehr-Training für Mali: Das Video ist wieder da

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Am (gestrigen) Donnerstag hatte die Bundeswehr ein Video zum Training für den Bundeswehreinsatz in der UN-Mission MINUSMA in Mali online gestellt – und das nach kurzer Zeit wieder gelöscht. Die offizielle Auskunft dazu: Redaktionelle Gründe.

Am (heutigen) Freitag wurde das – leicht veränderte – Video wieder online gestellt, und jetzt gibt es auch eine etwas nachvollziehbarere Begründung:

Die ursprüngliche Fassung des Videos enthielt zwei Sequenzen, in denen Kettenfahrzeuge zu sehen waren. Dabei handelte es sich um eine Übungskünstlichkeit. Da die gemischte Aufklärungskompanie in Mali keine Kettenfahrzeuge einsetzt und wir keinen falschen Eindruck erwecken wollten, haben wir diese Szenen aus dem Video entfernt.

Na, das hätte die Bundeswehr ja auch gestern schon sagen können…

Hier das – um 21 Sekunden gekürzte – Video:


(Direktlink: https://youtu.be/6kkyJeVMCmM)

97 Gedanken zu „Bundeswehr-Training für Mali: Das Video ist wieder da

  1. @ Patrick Horstmann | 09. Juli 2016 – 11:57:
    Ich muss Ihnen insofern zustimmen, dass meine Äußerungen hier im Blog – sofern sie ihrem Anlass nach nicht auf Wissensweitergabe beschränkt sind – im Tenor immer auch meine Frustration über die Entwicklung der Bundeswehr transportieren.
    Davon kann und will ich mich aber auch nicht frei machen. Ich denke, das muss man ertragen können.
    Ich will nicht „das letzte Wort haben“ – schreibe dies nur zur Erklärung.
    Hans Schommer

  2. @T.W.:
    Nach einem Bericht der BamS („Muss die Bundeswehr den Mali-Einsatz ausweiten?“) haben die NLD nun offiziell bei den VN das Ende des Einsatzes der CH-47 und AH-64 bei MINUSMA für Anfang 2017 angezeigt.

    Nachfolge: Unklar.

    Wenn das Thema auf die Bw zukommen sollte (nicht unwahrscheinlich, da es wohl wenig Interessenten geben wird), wird das wohl dass nächste Drama.

    Aber das Video zeigt ja wie toll das alles jetzt schon klappt.

  3. @Memoria: Objektiv gesehen sollte man so ganz den Ausbildungseffekt der NH90-FAM- und KH-Tiger PR-Veranstaltung in AFG doch nicht vergessen. Nur die Klarstände dürften weiterhin Sorgen machen.

  4. Nun ist zumindest auch dieser Punkt offiziell. Aufmerksame Leser bei AG wussten dies bereits seit Monaten. Das können die Heeresflieger jedenfalls nicht durchhaltefähig ersetzen. Wäre jetzt ungern Kästchenmaler.

    Wer käme international als Ersatz überhaupt in Frage?

    pi

  5. @pi
    Kästchen malen geht noch, Kästchen füllen ist schon schwieriger. Tja: wer will nochmal, wer hat noch nicht?

  6. @pi:
    Das kommt als Faktum wirklich nicht überraschend.
    Früher oder später musst es so kommen. Nun wird es eben schon so früh wie möglich. Einmal mehr treffen die NLD klare Entscheidungen und setzen diese auch um (Uruzgan, Patriot bei AF TUR)

    Ich befürchte jedoch die Überraschung bei Niels Annen & Co ist nicht gespielt.

    Wer kann NLD ablösen?
    Wohl nur wenige Länder in Europa, Asien und Afrika.
    Und wer kann, will vielleicht nicht.

  7. NLD kann’s irgendwie; zwar früh rein, aber auch früh raus. Sich langwierig zermürben ohne Aussicht auf Erfolg lassen sich dann andere, die weniger klare Vorstellungen von sich selbst haben; die sind dann auch international, aber vor allem im eigenen Land, die Unfähigen, die kein Paradies hinterlassen. „Das waren die letzten, die dort gesehen wurden, also müssen sie’s kaputt gemacht haben.“
    Vielleicht sollten wir auch an einer Exitstrategie wie NLD basteln, denn dass diese Frage immer wieder auftaucht, ist wohl weniger Folge von Nörgelei, sondern eher davon, dass hier anhaltend Unsicherheit besteht und Vertrauen fehlt.

  8. @MHDD:
    Genau das ist der Punkt.
    Wir stolpern weiter in Einsätze hinein ohne Ziel, Strategie und Austieggsplanung.

    10 Jahre redet man nun über die Bedeutung einer Exit-Strategie von Einsätzen.

    In der Realität haben wir uns ohne Not in den MINUSMA-Einsatz selbst hinein manövriert (Münchner Sicherheitskonferenz 2014: Mehr Verantwortung übernehmen). Nun rutschen wir wohl immer weiterhinein, während die Lage sich immer weiter verschärft.

    Für eine Exit-Strategie bedarf es auch keinem Weissbuch oder vieler Konferenzen und Think Tanks, sondern klarem politischem Willen.

    Von der Leyen wird wohl vorallem als die Ministerin die Geschichte eingehen, die sehr viel angekündigt hat und fast nichts umgesetzt hat. Was sie umgesetzt hat (mehr Verantwortung übernehmen) war so blauäugig geplant, dass durch ihr Drängen Deutschland wieder in einen Kleinkrieg verwickelt wurde. Ohne Exit-Strategie.

  9. Wenn die „Zeitung mit den großen Buchstaben“ recht hat, dann haben die Niederländer der UN angezeigt, „dass sie Ende 2016 ihre Helikopter aus Mali abziehen müssen“ (Apache und Chinook). Vermutlich nehmen sie dann auch ihre SOF mit …

    Nun stellt sich also aus UN-Sicht die Frage: wer folgt nach, bei den Entfernungen in Mali ?
    Und aus deutscher Sicht stellt sich u.U. die Frage nach der Rückfalllösung bei der Rettungskette. Das wäre ziemlich anspruchsvoll, weil ja die deutschen Hubschraubertypen nicht alle ohne Probleme funktionieren.

  10. @T.W.: Eine Nachfrage bei der nächsten ‚BPK, ob der Mali-Einsatz abgebrochen wird, wenn die CH 47 und die Apache der Niederlande abgezogen wird oder ob die BW dann die Rettungskette übernimmt könnte sicher nicht schaden;).

    Die Antwort wird sicher sein, daß man das Problem erkannt habe und in intensiven Verhandlungen mit anderen Ländern steht, ob diese die Hubschrauber stellen könnten, aber natürlich wird man kein Land finden, was Lust hat, in die Bresche zu springen.

    Ich könne mir zwar vorstellen ,daß die BW zur Not bein paar NH90 oder CH 53 zusammenkratzt, um eine Rettungskette zu stellen, bevor der Einsatz für beendet erklärt wird, aber ich kann mir nicht vorstellen, daß VLD bereit ist, Tiger Kampfhubschrauber (als böse Waffen) zu entsenden und vor dem BT zu vertreten.

    Daß die BW, wie schon oben ausgeführt, nicht durchhaltefähig wäre, egal ob Tiger oder NH 90(und die CH 53 werden in AFG gebraucht) ,weil in dem Video vermutlich die Hälfte aller flugfähigen NH 90 und Tiger zu sehen ist, und es vermutlich bald an Piloten, Ersatzteilen usw. fehlen würde, steht auf einem anderen Blatt.

  11. Ich würde mich nicht wundern, falls sich auch hier eine privatwirtschaftliche Lösung findet. EUTM Mali stand vor einigen Jahren vor demselben Problem, als BELGIEN seine MEDEVAC-Kapazität abzog. Da fand sich mit dem südafrikanischen Unternehmen STARLITE jemand, der es für Geld und anscheinend zur Zufriedenheit aller Beteiligten macht. Vielleicht kann man die Forward-Deployen? (Hinweis mit Augenzwinkern an die Heli-Liebhaber: Die fliegen dort mit BK-117 – ist der tauglich für Wüstenklima?)


    http://www.eutmmali.eu/air-medevac-starlite-succede-au-contingent-belge/

  12. @André:
    Das hatte ich auch schon im Hinterkopf, jedoch ist das Umfeld bei MINUSMA ja deutlich anders.
    Schon bei der Ausweitung von EUTM Mali wäre ich mir nicht sicher, ob dies durch den bisherigen MedEvac-Vertrag gedeckt wird.

    Zudem sollte man das Thema nicht auf die Rettungskette verengen.

    Es geht eben auch um die Fähigkeiten von Kampfhubschraubern – theoretisch kann man auch diese in Afrika privatwirtschaftlich bereit stellen. Aber für MINUSMA?
    Und warum sind wir dann dort?

    Wie wichtig Kampfhubschrauber für die sich wandelnden UN-Einsätze sind, hat übrigens der UN-Generalsekretär sehr deutlich betont – auf der gleichen Münchner Sicherheitskonferenz auf der Gauck, Steinmeier, vdL von mehr Verantwortungen redeten:
    http://www.un.org/apps/news/infocus/sgspeeches/statments_full.asp?statID=2130#.V4Is9olCTqA

    Nun werden all die grossen Redner von genau der Realität eingeholt.

    Insbesondere für vdL werden da bald interessante Fragen aufkommen:
    Inwiefern hat sich die Einsatzbereitschaft der „Drehflügler“ seit 2014 verbessert?
    Welche Maßnahmen der Task Force DF wurden umgesetzt und welche aus welchen Gründen nicht?

    Früher oder später wird sich der Blick der VN auf uns richten.
    Angeblich wird intern bereits geprüft was möglich ist.

  13. Steinmeier hat eine Übernahme der bisherigen Aufgaben der NLD durch Deutschland bereits abgelehnt:
    „Nicht Deutschland steht in der Pflicht und schon gar nicht in der ersten Reihe, die bisher von den Niederländern gestelltenHubschrauber zu ersetzen.“
    (DPA-Interview von heute)

    Immer wenn es konkret wird, dann ist Herr Steinmeier der Ansicht, dass andere etwas tun müssen (Mali 2013, Luftangriffe gegen IS, Kunduz, etc.).

    Jedoch natürlich immer erst nachdem nochmal oberlehrerhaft allen anderen die Weltlage erklärt wurde und in Grundsatzreden von mehr Verantwortung geredet wird.

  14. @Memoria:
    In der Tat reicht die Abdeckung von EUTM ab Bamako, wo ich den Standort der Heli vermute, wohl nur nach Segou, der Artikel spricht von einem Radius von 300km. Verlässt man sich weiter im Norden auf die MINUSMA? Die scheint [1] in Timbuktu noch Heli-Einheiten zu haben – bei den TCN bin ich mir aber nicht sicher, ob dort nach denselben Standards geflogen wird.

    Andere UN-Missionen in Afrika haben gezeigt, dass Kampfhubschrauber nicht aus dem Westen stammen müssen. Die FIB der MONUSCO hat sich unter anderem auf UKR Mi-35 und RSA Denel Roivalk gestützt [2]. Ich denke aber auch, dass der Erfolg der NLD Apache auch den Aufklärungs- und abgestuften Wirkmittel geschuldet ist. Wann wird wohl die Bordkanone hier vermisst werden?


    [1]: http://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/MINUSMA_15May2016.pdf
    [2]: http://rpdefense.over-blog.com/2014/03/south-african-expertise-and-equipment-again-adds-value-to-un-drc-operations.html

  15. @Memoria

    Na ja, mehr Hubschrauber/Kampfhubschrauber sind auch nicht unbedingt die Lösung – siehe Black Hawk Down.
    Es kommt eben auf die robuste Gesamtstrategie an – und die fehlt nach wie vor im Rahmen der VN, ob nun mit oder ohne lead-nation – denn eine Strategie ist nur mit Exit-Strategie wirklich „robust und gesamt“, insbesondere muß auch der Fall „mission turns sour“ abgedeckt werden; diese Gesamtstrategie hat die VN nicht und der Force Contributor Berlin schon gar nicht.
    Das ist übrigens den VN-Bürokraten ganz recht, denn das „rette sich wer kann“ wie damals in Somalia hätte noch viel böser enden können nachdem die USA unilateral den VN die Mission vor die Füße geworfen hatten und abgezogen sind. Die VN sehen es ganz gerne, wenn ein Force Contributor keine nationale ES hat
    Also, nicht nach Afghanistan blicken, sondern einmal wieder Operation Southern Cross aus dem Archiv holen und studieren. Als die USA ausstiegen und der GI auf einmal dem Minister melden mußte, dass das deutsche Heereskontingent in der Wüste gestrandet war, da hatten einige Leute in Bonn auf einmal ganz schön Schweiß auf der Stirn obwohl das Bonner Klima/Wetter gar nicht so schweißtreibend war damals. Der Weg zur Küste damals in Somalia war nicht allzu weit und die Italiener sind Shotgun für uns geritten.
    Das sieht in Mali etwas anders aus von den Rau-Zeit-Faktoren.

  16. Dazu auch passend ein Gastbeitrag von Steinmeier im KStA aus der vergangenen Woche („Deutschland muss Verantwortung übernehmen“, online verfügbar). Darin wird auch MINUSMA erwähnt und ansonsten die Friedenspolitik betont.

    Da passen aus Sicht des AA offenbar Kampfhubschrauber nicht dazu – auch wenn sie sich der UN-Generalsekretär auch von uns wünscht.

  17. @klabautermann:
    Wie? Ein paar Hubschrauber sind nicht die Gesamtlösung?
    Vielen Dank für den Hinweis.

    Darauf hatte ich – dachte ich – in den letzten Monaten indirekt durch eine Vielzahl von Literaturhinweisen zur Lage in Mali und den Defiziten der VN-Einsätze und insbesondere MINUSMA hingewiesen.
    Zudem wiederhole ich hier seit Monaten, dass es auch national auch nur an Eckpunkten eines ressorrübergreifenden Vorgehens fehlt.

    Ja und von UNOSOM II sollte man lernen, aber auch von allem anderen (z. B. UNAMA bzgl. ALP). Aber genau das klappt weder national noch international in ausreichendem Maße und somit ist die ganze Mission bereits jetzt schon „sour“.

    Aber wir rutschen rein aus Naivität unserer Regierung immer weiter hinein in die Mission Impossible.

  18. @Memoria

    Lol – ich wollte Sie eigentlich nur unterstützen in Ihrer Argumentation und nicht kritisieren ;-)
    Natürlich sind HC/CHC wichtig bei einer robusten VIIer VN-Operation aus 2 Gründen:
    Durchführung von friedenserhaltenden/schaffenden Zwangsmaßnahmen und natürlich Rettungskette und ggflls exit-coverage.
    However, das funktioniert nur, wenn es eine abgestimmte Gesamtstrategie zwischen VN und den (major) FCN gibt. Was nun Mali anbelangt, da sind meine Bauchschmerzen eben so auf den Fall Somalia gerichtet, weil die damalige US-Operation Irene (deren fatales Ergebnis letztendlich UNOSOM II auseinander fallen ließ) mich irgendwie im Falle Mali an die französische Operation Barkhane erinnert. Genau wie in Somalia sind hier also gewisse Zielkonflikte quasi vorprogrammiert – das sieht in Afghanistan ähnlich aus, aber da ist die NATO in the lead und nicht die VN – also völlig andere Geschäftsgrundlage.

  19. @Klabautermann: Die Verhältnisse TF RANGER- UNOSOM II und BARKHANE – MINUSMA sind vielleicht auf den ersten Blick ähnlich, ich würde aber den Franzosen einen bewussteren und umfassenden Ansatz zutrauen. Ich hoffe, ich erliege nicht einfach einem plumpen Ressentiment, aber die geschichtliche, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Bedeutung von MLI für FRA ist wohl etwas höher als diejenige von SOM für USA (Obwohl es ja da auch die Erdölfunde gab). FRA ist hier in der Lage, eine sich über den gesamten Sahel erstreckende Zone zu bearbeiten, und hat entsprechend viel mehr Möglichkeiten, kritische Schwächen der Gegner zu treffen. Die höhere ISR-Kapazität (spricht für sich dass FRA dort MQ-9 Reaper einsetzt [1]) und der bessere Zugang durch die geteilte Sprache tragen wohl auch zu anderen Erfolgen bei. Plus dass sich FRA mit der AU-Force/G5-CT ein weiteres, entlastendes Standbein zu schaffen versucht, nachdem klar wurde, dass die MINUSMA aus Mandatsgründen nicht in den CT-Bereich gehen möchte [2].


    [1]:https://en.wikipedia.org/wiki/General_Atomics_MQ-9_Reaper#France
    [2]: http://www.whatsinblue.org/2016/06/renewal-of-minusmas-mandate.php , fünfter Absatz. Kernaussage „There were some divisions in the negotiation process over whether the above changes proposed by the penholder (including language regarding the anticipation of threats) may expand the mission’s posture in a way that could ultimately be used to engage preemptively in counter-terrorism activities. It seems this issue was raised by a number of members including China, New Zealand, Russia, Uruguay and Venezuela.“

  20. @klabautermann:
    Zu Friktionen zwischen Barkhane, MINUSMA, der malischen Regierung und der malischen Bevölkerung kam es ja vor wenigen Wochen wegen Verhaftungen:
    https://news.vice.com/article/locals-in-northern-mali-join-islamist-militants-in-hating-on-french-un-troops

    Nun soll noch die AU-Truppe hinzukommen.

    Auch dieses Problem hatten wir hier ja schon mehrfach diskutiert.

    Mittlerweile sollte eigentlich mal die Bundesregierung und die Koalition erläutern warum und wie der Einsatz erfolgreich sein kann und soll.

    Da ist es aber weiterhin sehr ruhig.
    Wie soll es auch anders sein bei der Ausbildung und Arbeitskultur in Bundeswehr, Diplomatie, BMZ, etc.?

    Aber es wird auch da nicht wirklich nachgehakt.

    Wenn es bald richtig knallt, dann ist die Aufregung wieder groß – aber auch dann ohne Substanzgewinn.

  21. @André
    Zustimmung – insbesondere die übliche russische und chinesische Bedenkenträgerei (die an Verlögenheit kaum zu überbieten ist) müßte die Franzosen dazu bringen fast schon demonstrativ transparent ihre nationalen mission-objectives in Mali offen zu legen.
    Und Deutschland sollte endlich erwachsen werden und zumindest das untere Intensitätsspektrum von „robust“ abdecken – also das non-preemptive aber das proactive protective.

    @Memoria
    Tja, das Rheinische Grundgesetz hat auch in der Berliner Republik wohl noch Gültigkeit.
    In den Regierungs- und Bunsestagsköpfen ist der Bonn-Berlin-Umzug noch voll im Gange ;-)

  22. @Memoria: Das DPA Interview von Steinmeiner heute habe ich noch nicht finden können(wo zu finden?), aber Bild online hat schon eine Geschichte heute daraus gemacht, wonach die Regierungskreise hoffen, daß die UN eine andere Nation findet, welche die Hubschrauber aus den Niederlande ersetzen werden……und wenn nicht, spekuliert Bild, daß dann die BW rann muss.

    Die SPD vermutet nach Bild, daß VDL von den Niederlanden entweder getäuscht wurde, weil immer die Rettungskettte versprochen wurde, oder schon länger weiß, daß die Niederlande abziehen werden, es aber verschwiegen hat, damit sie trotzdem die Zustimmung zur Ausweitung der Mali Einsätze erhält.

    Die SPD kann sich keinen Malieinsatz der BW ohne Rettungskette vorstellen.

  23. Weshalb beschafft man nicht „einfach“ ‚mal funktionsfähiges Gerät in ausreichender Zahl? Und setzt den derzeitigen Lieferanten die Pistole auf die Brust?

    Es soll ja schon an einer Leistungssteigerung / Fortentwicklung des NH90 gearbeitet werden, dabei ist dieser ja noch nicht einmal ausgereift und uneingeschränkt verwendungsfähig bzw. verfügbar.

  24. @Closius:
    Die O-Töne findet man auch anderswo in der beinahe gleichlautenden DPA-Meldung (u.a. Wirtschaftswoche.de).
    Dort wirf auch erwähnt, dass die Bundesregierung Anfang Juni von der Ankündigung der Niederländer „überrascht“ wurde.

    Das BMVg hat das Thema bei den Mandatsberatungen stets mit dem Verweis auf die Niederlande abgebügelt.

    Nun wird man von den eigenem Parolen mit sehr begrenztem Realitätsbezug eingeholt.

    Jedoch auch die Vorwürfe von Annen sind bezeichnend:
    Zur Täuschung gehören immer zwei.
    Es hätte schon genügt, wenn einer seiner Mitarbeiter damals hier konzentriert mitgelesen hätte.

    Aber es geht ja auch nicht um die Sache, sondern um das parteipolitische attackieren von vdL.

    Die Absage von Steinmeier ist ebenso bezeichnend und reiht sich ein in eine lange Liste von vorschnellen Aussagen seinerseits.

    Das Thema wird nun wie der Beginn des Einsatzes noch ein paar Monate vor sich hin köcheln und dann wird wieder kurzsichtig entschieden (je nach aktueller pokitusch-medialer Stimmungslage).

    Sicherheitspolitik auf Sicht.

  25. Schon in den ersten Planungsanalysen war die Rettungskette ein Thema. Dies wurde seitens Vertreter Ministeriums & Führung aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. NDL steht im Zwang, Fähigkeiten abziehen zu müssen, um eigene Stabilität in unterschiedlichen Ausbildung gewährleisten zu können. Das betrifft nicht nur Sanität. Das ist seitens UN auch angezeigt (soweit man das politische Anzeigen nicht mir dem militärischen Anzeigen vergleicht).
    DEU wird hier in Zukunft einiges investieren dürfen. Entscheidungen sind rein politisch. Ich unterstütze die Kritik einer nicht nach außen erkennbare Sicherheitspolitik. Aber vielleicht würden solche Interessen einer gesamtpolitischen Meinung entgegenstehen (wenn auch weit hergeholt: vgl Stadtmarketing Münster vom Wochenende).

  26. @Klabautermann: Obwohl mich das chinesische Verhalten eigentlich überrascht – wiegt es schwerer, Europa in Afrika gebunden zu sehen, als die eigenen Interessen in diesem Raum in stabilem Umfeld entwickeln zu können? Die Chinesen zahlen in MLI ja auch zum ersten Mal Blutzoll – und wehren sich trotzdem gegen ein aggresiveres Vorgehen?

    Was FRA will, liest sich aus meiner Sicht wohl gut aus den Handlungen – man jagt Islamisten, welche die französischen Bollwerke (ALG, TUN, MAR) in Nordafrika destabilisieren. Man schliesst Routen für Menschen- und Drogenschmuggel, welche die sozialen Probleme in FRA in der Banlieu anheizen. Man legt sich einen Stein ins Brett bei den Regimes der Region, um den Zugang zu den Rohstoffen zu bewahren. Und man möchte sich auf die Fähigkeiten konzentrieren (ISR, CAS, QRF, luftmobile Überfälle), die andere nicht erbringen können, und das statische Besetzen von Stützpunkten und der „Passagées Obligées“ an die AU abgeben, um die drückenden Kosten zu senken. Und vielleicht, wenn man FRA viel guten Willen unterstellt, wischt man auch die Sauce auf, welche man mit Waffenverkäufen an LYB angerührt hat. Zugegeben etwas spekulativ, und Ergänzungen wären sehr willkommen.

  27. Ich finde das Video gut gemacht, auch wenn darin Übungskünstlichkeiten zu finden sind.

    Wichtig ist das erfolgreiche trainieren der TTPs. Ebenfalls ist wichtig, dass unseren Kräften Unterstützungs/Eingreifkräfte zur Verfügung stehen und diese ebenfalls zusammen trainieren. Ebenso die multinationale Zusammenarbeit wie einige Wochen später im GÜZ geschehen.

    Ich drücke Jochen und seiner Kompanie alles Gute und viel Soldatenglück, mögen alle heil wiederkommen. Er wird sein bestes dafür tun, da bin ich mir sicher.

  28. @gerhard19:
    Volle Zustimmung.
    Einmal mehr kam das BMVg in Sachen Rettungskette durch NLD in den Autosuggestion-Modus (wir sagen es ist kein Problem, dann ist es auch keins). Dies gipfelte in sehr optimistischen Aussagen zur Rettungskette des AL SE ggü Abgeordneten unmittelbar vor der Abstimmung zu MINUSMA.

    „Weil nicht sein kann, was nicht sein darf“ ist eben mittlerweile Planungsgrundlage.

    So würd man dann immer auf dem falschen Fuß erwischt.

    @André:
    Die Franzosen haben eben eine sehr realpolitische Herangehensweise und eine Armee, die in der Lage ist dies umzusetzen (siehe Op Serval):
    „We disregarded all standards to keep the high momentum required to destroy as much of the enemy as we could.”
    http://ndupress.ndu.edu/JFQ/Joint-Force-Quarterly-82/Article/793271/what-it-means-to-be-expeditionary-a-look-at-the-french-army-in-africa/

    Allein schon so ein Artikel in einer offiziellen Zeitschrift der Bw wäre ein Traum.

  29. 3:21 wird eine QRF aus Panzergrenadieren erwähnt, gibt es dazu nähere Informationen? Auf Youtube, heißt es in den Kommentaren, dass sie ohne Marder oder Puma nach Mali geschickt werden, mit was dann?

  30. @Ungedienter:
    Mit Fuchs und Dingo.
    Die Sinnhaftigkeit würde hier mehrfach diskutiert.
    Fazit:
    Erklären kann man es nicht. Einfach der ganz normale Wahnsinn.

    Wenn sich die Lage jedoch weiter – wie erwartet -verschlechtert, dann wird bald die Frage kommen, wann und wie man die QRF quantitativ und qualitativ an die Lage anpassen kann.

    Oder man fährt einfach effektiv nicht mehr raus – man hat ja eh kein Ziel. Kunduz 2007 lässt grüßen.

  31. @ Memoria | 10. Juli 2016 – 21:14

    Könnte es eventuell vielleicht unter Umständen ggf. sein, dass man inzwischen mitbekommen hat, was das in Mali absehbar für ein Pulverfass wird und nach einem Vorwand sucht, seine Leute abzuziehen, bevor man sie nicht mal mehr im Leichensack wiederbekommt? Wir ziehen natürlich nicht fluchtartig wegen der sich anbahnenden Sicherheitslage ab, nein wir haben leider keine Hubschrauber…

  32. @Ungedienter
    Mit FUCHS 1A8, wurde hier bei AG allerdings in mehreren Mali/NLD-threads schon thematisiert, mehrfach.

    Die im vorigen Tagesschau-Link angegebene Terminierung: „… erst seit Juni bekannt, dass NLD Ende 12/16 aus Mali abzieht …“ ist bestenfalls nur schlicht falsch.
    Wahrscheinlich aber eine glatte Lüge.
    Ohne mich wichtig zu nehmen, habe hier aber seit Monaten mehrfach auf diesen Umstand hingewiesen. Die NLD-interne Diskussion dazu läuft bei https://www.defensie.nl seit Dezember letzten Jahres, einen Hehl hat NLD-Seite bestimmt nie daraus gemacht. Wir hatten ausreichend Zeit/Gelegenheit zu reagieren.
    Ich unterstelle, die Grundhaltung BMVg war, Den Haag zu überzeugen, im Einsatz zu bleiben.
    Geht aber nicht, keine Kohle, keine Log, keine Piloten zusätzlich. Die Ressource AH-64 und CHINOOK ist ausgelutscht.
    VERZOCKT.

  33. @Closius:
    Hier der Wortlaut der Äußerungen von Steinmeier:
    http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Infoservice/Presse/Meldungen/2016/160710_BM_Mali.html

    Dabei fällt mir auf:
    1. Die Niederlande haben nur einen Teil (!) der Hubschrauber für den Abzug vorgesehen? Welchen Teil? CH-47? AH-64?
    2. Wird in der Verlautbarung des AA (!) der Eindruck erweckt es gäbe regierungsseitig eine abgestimmte (!) Position eine Gestellung von Hubschraubern abzulehnen. Ist das so mit der Kanzlerin und dem BMVg abgestimmt?

    Mal sehen, ob dies bald medial aufbereitet und hinterfragt wird.

    Tja wie schon 2014 erwartet, treffen die Großsprecher der großen Koalition nun auf die Wirklichkeit. Ändern an der Wirklichkeit aber nichts.

    Einfach weiter reden, Besuche von Abgeordneten in der Türkei sind da eine sehr willkommene Ablenkung.

  34. @Alf Igel | 10. Juli 2016 – 21:47:
    Interessante Theorie.
    Dahinter steht wohl die Hoffnung, dass hinter den tagespolitischen Merkwürdigkeiten ein grosser Plan steht.

    Ich bezweifle dies. Man würde einfach von der Realität eingeholt – nachdem man lange genug versucht hat die selbige zu verdrängen.

    Man würde einfach wieder auf dem falschen Fuß erwischt, obwohl dieses Szenario mehr als naheliegend war.

    Nun sucht die BReg eine Begründung warum wir nichts beitragen können. Da hilft dann sogar die desaströse Einsatzbereitschaft der Bundeswehr.

    Nur leider fragt niemand warum dieser Zustand sich in dann 3 Jahren nicht verbessert wurde.

  35. Die Holländer sabotieren unseren erfolgreichen Einsatz! So schauts aus!

    [Ironie-Tags vergessen? T.W.]

  36. Na ja – so gaaaanz unrecht hat der Steinmeier ja nicht. Und wie auch immer muss zumindest FAM / MEDEVAC / C-SAR (hab den Überblick verloren, was da primär benötigt wird und wie es heute heißt) zuverlässig abgesichert sein. Ansonsten muss DEU m.E. den Job hinschmeißen.
    Hans Schommer

  37. @Hans Schommer | 11. Juli 2016 – 0:03:
    DEU muss also seinen Job hinschmeissen, weil es
    a) vor einem halben Jahr seinem Verbündeten nicht richtig zugehört hat und
    b) nicht in der Lage ist im selbst ernannten Schwerpunktland 4 Hubschrauber einzusetzen?

    In Deutschland ist eben immer jemand anderes schuld, wenn man selbst die Dinge nicht richtig durchdenkt.

    Aber interessant wie gut die Argumentationslinie von AA und BMVg erneut positiv aufgegriffen wird. Auch von Fachleuten. Immer wieder beeindruckend.

  38. @Klabautermann:
    Eine Woche vor dem Beschluss über das Weißbuch kündigt Steinmeier neue Leitlinien zur Krisenbearbeitung und Friedenspolitik an.
    Diese sollen wie bisher der Aktionsplan Zivile Krisenprävention neben dem Weißbuxh stehen:
    http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Friedenspolitik/Krisenpraevention/5_Projektbeispiele/160601_Leitlinien.html?nn=714320

    Die üblichen Eitelkeiten zwischen AA und BMVg in deren Ergebnis weiterhin kein gemeinsames Verständnis von Konflikten und deren Lösung entstehen kann, da jeder weiterhin sein Spielzeug im Sandkasten verteidigt.

    Im Ergebnis ist man eben in Gao 2016 beinahe so ratlos wie in Kunduz 2006 oder gar in Belet Uen 1993.

    Die Konsequenzen tragen jedoch zumeist Leute in deutlich niedrigeren Besoldungsstufen.

  39. @Memoria und Klaus-Peter Kaikowsky, Das es hier schon einmal Thema war ist mir entgangen. Danke für den Hinweis.

  40. die Sache mit dem BW-Video von der Übung ist ja nun mehr oder weniger durchgekaut. Viel interessanter finde ich die weitere Entwicklung vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Niederländer ihre Hubis abgemeldet haben. Die Frage „wieso haben wir keine eigenen Hubis“ ist hier bei AG ja bereits allumfassend geklärt worden und muss in diesem Kontext nicht erneut erörtert werden.

    Spannender ist die Frage, wie sich D jetzt positionieren wird. Und da finde ich Steinmeiers Standpunkt durchaus konsequent. Denn die deutsche Außenpolitik hat immer betont, dass militärische Einsätze AUSSCHLIESSLICH im Kontext internationaler Bündnisse (UN, EU, NATO etc.) stattfinden werden.
    -> Auftraggeber des Mali-Einsatzes ist die UN
    -> die BW hat Aufklärungs-Kräfte zugesagt, unter der Voraussetzung, dass die Hubis von anderen Nationen gestellt werden
    -> die „anderen Nationen“ (=NL) melden ab
    => völlig logisch, dass Steinmeier den Ball beim Auftraggeber (=UN) sieht, der sich um entsprechenden Ersatz kümmern muss (hoffentlich auf dem gleichen Qualitätslevel ….)

    Richtig spannend wird es, wenn die UN keinen Ersatz finden sollte (oder nur Feigenblätter, so im Stile von „es gibt da ein zentralafrikanisches Unternehmen, die haben irgendwie auch Hubschrauber, die mal fliegen konnten, die würden das wohl machen….“). Konsequenterweise müsste D dann abmelden. Bin mal gespannt, ob sich unsere Regierung in diesem Falle ausnahmsweise mal zu einer konsequenten Lösung aufraffen wird.

  41. @ Hans Schommer | 11. Juli 2016 – 0:03 und
    @ Memoria | 11. Juli 2016 – 2:45 und
    @ Memoria | 11. Juli 2016 – 7:26

    Genauso ist es. Die Niederländer haben schon vor Beginn des DEU Einsatzes sehr deutlich gemacht, dass deren Hschr nicht durchhaltefähig zu Verfügung stehen werden. Eigentlich wollten sie schon viel früher von der mitteleuropäischen Anlehnungsmacht abgelöst werden. Die Signale sind doch inzwischen fast zwei Jahre alt. Aber dann hat sich die Ministerin ja entschlossen, ein Zeichen zu setzen und FRA (wie eigentlich) in MALI zu entlasten. Wie blauäugig musste man denn sein, um zu glauben, die NLD würden ihre begrenzten Ressourcen ewig zur Verfügung stellen?
    So, und nun stehen wir da und lamentieren über vier Hschr (ok, um vier flugfähige hinzustellen wird man 6 verlegen müssen). Da sollten wir mit unseren Anlehnungsmachtallüren aber nicht mehr allzu weit aus dem Fenster lehnen.

  42. @Memoria

    Diese AA-Seite spricht wieder einmal Bände. Die SPD war seit 1998 – mit Ausnahme Kabinett Merkel II – durchgängig Regierungspartei. Kosovo und Afghanistan sind maßgeblich von der SPD losgetreten worden. Herr Steinmeier war immer dabei.
    Und nun will sich die SPD quasi auf ein „PeaceLab2016“-Konzept stürzen ?
    Ich finde, dass das Experimentallabor Einsatz BW mittlerweile genügend „Messwerte“ erbracht hat, die man auswerten kann und konsequent in ein Gesamtkonzept der BuReg eingebracht werden könnte. Die deutsche Außen-und Sicherheitspolitik als Dauerexperiment mit regelmäßiger gesellschaftspolitischer Beteiligung ist nun wirklich kein überzeugender Ansatz. Man wird die Realitäten von heute und morgen nicht mehr in die Konzepte von gestern pressen können. Wer mehr Verantwortung in der Welt übernehmen will, der sollte bei sich selber anfangen und mehr Verantwortung nach Innen für die eigenen Entscheidungen als Regierungspartei übernehmen – wie z.Bsp. eine glaubwürdige, nachhaltige und robuste Kontingentierung der deutschen Beiträge zu Frieden, Stabilität et. pp. auf diesem Planeten.

  43. @all

    Mit den heutigen Äußerungen dazu von Verteidigungsministerium und Auswärtigem Amt habe ich einen neuen Thread zu dem Thema aufgemacht; bitte die Debatte dort weiterführen.

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