Mitmischen im InfoWar: Die NATO und der Eurovision Song Contest

Der Eurovision Song Contest (ESC)  am vergangenen Wochenende war hier, logischerweise, kein Thema – nicht nur wegen meines mangelnden Interesses an diesem Sangeswettstreit, sondern auch, weil es mit den Themen hier nichts zu tun hat.

Das scheint sich gerade zu ändern.

Nachdem die Ukraine den ESC gewann, wurde vor allem in Russland Kritik laut – wenig überraschend angesichts des Inhalts des siegreichen Lieds, in dem es um die Zwangsumsiedlung der Krim-Tataren 1944 geht. Es war ein Sieg der Politik über die Kunst, heißt es in Russland.

Vor diesem Hintergrund ist es um so, sagen wir auffälliger, dass die NATO ebenfalls ihr Interesse an der Siegerin des Wettbewerbs entdeckt hat. Bereits im Dezember vergangenen Jahres erschien auf dem Youtube-Kanal der Allianz ein Porträt der Sängerin Jamala, gefeatured als eine der Women of Ukraine. Am (heutigen) Dienstag aktualisierten die Öffentlichkeitsarbeiter der NATO das Porträt, mit dem Zusatz: Jamala, winner of Eurovision Song Contest 2016


(Direktlink https://youtu.be/tfB2UrZJjgk)

und machte auch gleich via Twitter darauf aufmerksam (siehe Tweet oben). Die Zuschauerzahl, die bei Veröffentlichung dieses Tweets noch bei wenigen hundert lag, ist seitdem kräftig gestiegen – und dürfte auch noch weiter steigen.

Das Merkwürdige: Damit lässt sich die NATO auf die russische Lesart ein, dass die Entscheidung in diesem Wettbewerb eine politische war. Und entdeckt Kultur, Musik und diese grenzüberschreitende Veranstaltung als Mittel des Informationskrieges gegen Russland. Ich bin mir nicht sicher, ob das im Sinne aller NATO-Mitglieder ist.

43 Kommentare zu „Mitmischen im InfoWar: Die NATO und der Eurovision Song Contest“

  • Rico   |   17. Mai 2016 - 20:30

    Zustimmung zum letzten Satz. Zumal die Ukraine kein Nato-Mitglied ist, bei einem polnischen Sieg könnte ich so einen Post vielleicht noch verstehen, nicht aber bei einem Nichtmitglied.

  • Thomas Melber   |   17. Mai 2016 - 20:31

    Die UKR braucht eben dringend ein paar Sympathieträger.

  • b   |   17. Mai 2016 - 20:40

    „dass die Entscheidung in diesem Wettbewerb eine politische war“

    Nun, es war sehr offensichtlich NICHT die Entscheidung der abstimmenden Zuschauer. Von unbekannter Seite definierte Gremien haben z.T. 100% entgegengesetzt zu den Zuschauern das Ergebnis bestimmt.

    Am Tage vor der Entscheidung zitierte die Daily Mail einen Offiziellen der Eurovisions Veranstaltung mit den Worten man werde nicht zulassen das das favorisierte russische Lied gewinnt.

    Offen ist noch die Frage warum des ukrainische Lied mit offensichtlich politischem Inhalt überhaupt zugelassen wurde wo doch nach den Regeln politische Inhalte nicht zulässig sind.

    Das hier politsche Entscheidungen die weit überwiegende Rolle hatten ist damit wohl offensichtlich.

    Zu dem Lied:

    DIe Tataren wurden von einem Staatswesen das die Ukraine beinhaltete und ein georgisches Staatsoberhaupt hatte umgesiedelt. Dieses nachdem sie tatkräftig mit dem übermächtigen, aggressiven Feind des Staatswesen kooperiert hatten. Mit dem heutigen Russland hat das nichts zu tun.

    Heute stellt die NATO die Tataren wieder als Verfolgte hin und paradiert einige von der Türkei gedrillte Islamisten als Vertreter aller Tataren auf der Krim. Das erst seit dem Beitritt der Krim zur russichen Föderation die Sprache der Tataren auch offizielle Amtssprache ist und diese selbstverständlich volle Bürgerrechte haben wird dabei unterschlagen.

  • Alarich   |   17. Mai 2016 - 20:44

    Es war eine Politische Veranstaltung
    da war kein Schwung nur so bla bla Song

    BRD da war mehr Pep drin und war letzter

    Die Verarschung tue ich mir nicht mehr an
    In Zukunft ist mir das alles egal was an Song gibt in der BRD

  • Phillip Runge   |   17. Mai 2016 - 20:53

    Den Tweet der NATO kann ich überhaupt nicht nachvollziehen und bin etwas verwirrt…seit wann interessiert sich die NATO um so einen Schxxx ??? Ist das abgesprochen mit den NATO-Staaten ? Was für eine schlecht Propaganda !!! Ebenfalls Zustimmung zum letzten Satz.

  • Alarich   |   17. Mai 2016 - 21:14

    Phillip Runge | 17. Mai 2016 – 20:53

    Es ging Zufällig um Thema was Russland am Herz liegt
    den Russland ist das sein Land genommen

  • LTC007   |   17. Mai 2016 - 21:46

    so what? kleine retourkutsche richtung troll-brigade st petersburg muss erlaubt sein…

  • Alarich   |   17. Mai 2016 - 21:52

    LTC007 | 17. Mai 2016 – 21:46

    Muss man in ein Feuer Holz Nachlegen ?

  • Alf Igel   |   17. Mai 2016 - 22:10

    Machen wir uns doch nichts vor: Natürlich ist der ESC eine Veranstaltung im politischen Raum, bei der sehr wohl politische Statements abgegeben werden. Das fängt mit der Europahymne zu Anfang an. Im einen Jahr ist das mal mehr, im anderen weniger.
    Wenn im Jahr 1982, als der kalte Krieg gerade mal wieder aufheizte, ein blasses Mädchen aus einem Kalte Krieg-Frontstaat mit „Ein bisschen Frieden …“ den ESC gewinnt, dann ist das auch nicht unpolitisch gewesen.
    Oder der ESC-Sieg von Thomas Neuwirth als Kunstfigur Conchita Wurst griff auch eher eine politisch gesellschaftliche Diskussion auf, als dass hier musikalische Leistung ausgezeichnet wurde.
    Einen Glauben, die Stimmabgaben beim ESC würden im luftlehren Raum stattfinden und auf Gesangskunst reduzieren, halte ich für naiv.
    Deutschlands wieder mal letzter Platz hat sicherlich auch was mit der neueuropäischen Unbeliebtheit Deutschlands zu tun. Dazu ist die selbstgewählte bunte Mädchen-Mangawelt vielleicht doch zu eindimensional, um die Gefühlswelt eines Kontinents in einer komplizierter werdenden Weltlage zu treffen.

    Diesen Nato-Tweet halte ich für Trittbrettfahrerei. Ich traue der Nato-Öffentlichkeitsarbeit schlicht nicht zu, als Teil des Info-Wars eine ukrainische ESC-Siegerin zu produzieren, auch wenn das klug wäre. Dafür haben die einfach nicht genug auf der Pfanne. Wahrscheinlicher ist meiner Meinung, dass die in der Vergangenheit was mit Jamala gemacht haben (siehe altes Video), und nun ein paar Krümel vom neuen Ruhm abgekommen wollen. Scheint also eher Eitelkeit von Leuten zu sein, die sonst mit Erfolgen und Lob nicht wirklich verwöhnt werden.

  • klabautermann   |   17. Mai 2016 - 22:18

    Danke NATO………../SCNR

  • Thomas Melber   |   17. Mai 2016 - 22:49

    Ich frage mich, an welche Zielgruppe sich diese Aktion richten soll. An Rußland? An westliche Alliierte? Oder doch eher an die Ukraine?

    Bei letzterem stellt sich allerdings die Frage, was die NATO da mit OpInfo / OpKom zu schaffen hat, vor allem so offen.

  • O&A   |   17. Mai 2016 - 23:43

    Werter Herr Wiegold, warum soll das Video über Jamala ein Kampfmittel der Nato sein?
    Und wäre es nicht zutreffend, von einem Informationskrieg des Putin-Regimes gegen die russische Bevölkerung und gegen freiheitliche Staaten zu sprechen angesichts gleichgeschalteter russischer Massenmedien, liquidierter Journalisten/Politiker und offensichtlicher Lügen bei der Krim-Besetzung/-Annexion etc.? Lesenswert dazu ist das brandaktuelle Buch von Boris Reitschuster, dem langjährigen Korrespondenten in Moskau: „Putins verdeckter Krieg“.

    Ach, und noch was: die spanische Justiz hat kürzlich internationale Haftbefehle gegen höchstrangige russische Ex-Regierungsmitglieder erlassen: gegen Wiktor Subkow, der 2007 und 2008 russischer Ministerpräsident war, sowie gegen den ehemaligen Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow (Quelle: NZZ v. 14.05.16, „Spaniens Justiz nimmt Putins Umfeld ins Visier“, http://tinyurl.com/ha28vfg).

  • Stephan L.   |   18. Mai 2016 - 0:04

    @ Thomas Melber | 17. Mai 2016 – 22:49

    Es wäre wirklich eine interessante Frage, ob OpKom/PsyOps in irgendeiner Formd an diesen Tweets beteiligt ist. Bei der Bundeswehr ist das ganz klar nicht der Fall, alleine schon aufgrund der Zielgruppen unserer nationalen OpKom-Kräfte.
    Ob bei der Nato die Öffentlichkeitsarbeit aus Sicht InfoOps/StratCom betrachtet wird?

  • T.Wiegold   |   18. Mai 2016 - 0:12

    Inzwischen haben wir das ganze Spektrum der Ansichten zu diesem Thema abgebildet… von ‚die Umsiedlung der Tataren unter Stalin hat mit dem heutigen Russland nichts zu tun‘ bis zu ‚ warum soll das Video über Jamala ein Kampfmittel der Nato sein?‘.

    Sehr hübsch, ich teile weder die eine noch die andere Randseite des Spektrums. Sondern stelle mir einfach nur die Frage: Warum veröffentlicht – und aktualisiert – die NATO auf ihrem offiziellen YouTube-Kanal ein solches Video? Ist ja nicht direkt eine Kulturallianz.

  • lauman   |   18. Mai 2016 - 1:08

    @T.Wiegold

    Wäre doch sehr intressantes Theme für die BPK :)

  • JPeelen   |   18. Mai 2016 - 1:41

    Rückblick:
    Russland (die Sowjetunion) hat den Kalten Krieg verloren. Und zwar gründlich.
    Die USA beschränkten sich danach nicht darauf, den Sieg still zu genießen, sondern sahen die Zukunft in einer Politik, Russland weiter zu demütigen wo es nur ging. Man denke nur an die angebliche Raketenabwehr. Die Ukraine in die NATO holen zu wollen war ein Höhepunkt dieser Entwicklung, der schließlich eine (zweifellos völkerrechtswidrige) Gegenreaktion Russlands auslöste.
    Zutreffende Einschätzung der Mentalität fremder Völker gehört nicht zu den Stärken der USA. Statt die Demütigungspolitik als Fehler zu erkennen, verlegt man sich aufs Säbelrasseln. Polen und baltische Staaten haben aus ihrer Geschichte heraus eine sehr negative emotionale Haltung zu Russland, die ihnen eine pragmatische Analyse erschwert.

    Ausblick:
    Durch den starken Einfluss der USA, unterstützt von einigen weiteren Mitgliedsstaaten, wird die NATO weiterhin vor allem emotional in Richtung Russland agieren, statt sich von Realpolitik leiten zu lassen. Wie sehr in Brüssel der Sinn für Proportionen verloren gegangen ist, ist an der NATO-Würdigung einen bedeutungslosen Tralala-Veranstaltung gut zu sehen.

  • Wait&C   |   18. Mai 2016 - 5:51

    Der ESC ist so politisch wie die Welt und das Volk darauf.

    Ein Titel der begründete Sympathie und Ressentiment zahlreicher Europäer bedient hat es logischerweise leichter als austauschbare quietschkitschige Hupfdohlen. Oder anders gesagt, an das Herz appelliert es sich einfacher als an den Verstand.

    Dafür braucht es keine Verschwörung, nur eine Steilvorlage. Das einzige wunderliche ist die Zulassung zum Wettbewerb – aber für mich ist das schnell erklärt, das ist nunmal abgeschlossene Geschichte, daraus Tagespolitik zu machen wäre eine schwere Dehnung der Realität. Wer diesen Titel aus dem ESC verbannt wünscht der hätte sicher auch was gegen ein Lied über Casanova, Hänsel und Gretel, Bacchus und Aphrodite.

    Beim NATO-Ticker würde es mich interessieren ob auch andere tagesaktuelle Ereignisse gepostet werden. Bei z.B. 20-30 ähnlichen Live-Style-Meldungen am Tag fiele es mir schwer Propaganda reinzudeuteln. Bei einer Meldung pro Woche schon eher.

  • Thomas Melber   |   18. Mai 2016 - 6:24

    Ich weiß, die Seite ist nicht beliebt, aber oft gut informiert. Daher:

    „Eine in Russland verbotene, von Berlin jedoch unterstützte Organisation der Krimtataren kündigt die Eröffnung offizieller Vertretungsbüros in Brüssel und Washington an.“

    http://german-foreign-policy.com/de/fulltext/59368

    Bitte trennen: Information und Meinung (auch durch Wortwahl)

  • 2Cents   |   18. Mai 2016 - 7:00

    @O&A

    Spätestens als Sie Boris Reitschuster angeführt haben konnte man ihren Post nicht mehr ernst nehmen, von der Geschichtsklittung was die Krim angeht mal abgesehen. Es ist immer wieder interessant zu sehen, dass die Seite mit dem meisten Dreck am Stecken auf die andere deutet – und das macht es dann auch immer wieder mehr als nur lächerlich – es ist schlichtweg eine Farce. Sie sollten anfangen, neben den deutschen Leitmedien auch mal den Horizont durch andere erweitern. Es würde schon reichen ausländische Seiten zu lesen, um festzustellen, dass in Deutschland durch Selektion oder ganz Weglassen von Informationen eine ziemliche Manipulation stattfindet. Damit habe ich das ständige Umdichten der Leitmedien noch gar nicht angesprochen. Spätestens seit dem von den USA angezettelten Ukraine-Konflikt und seit durch Rußlands Engagement in Syrien massive Ungereimtheiten der „Allianz“ aufgedeckt worden ist, sind so einigen die Augen geöffnet worden. Ihnen wohl nicht.

  • Kottem   |   18. Mai 2016 - 7:16

    Hallo Herr Wiegold,

    unter Punkt 17. der Wales Summit Erklärung spricht die NATO klar die Diskriminierung der Krim Tataren an. Ausserdem unterstreichen die Äußerungen der Sängerin die Werte, denen sich die NATO und ihre Mitglieder verpflichtet haben. Jeder, der sich mit Content Management beschäftigt weiss, dass man auf einem Social Media Kanal die Kommunikationsziele mit den Wünschen der Zielgruppe in Einklang bringen muss. Was also liegt näher, einen Beitrag zu produzieren, der beides erfüllt. Ihn dann, wenn das Interesse an der Sängerin wegen des Sieges gerade besonders hoch ist, erneut zu zeigen ist doch völlig nachvollziehbar.
    Den Prozess dahinter würden Sie übrigens viel besser verstehen, wenn Sie mal an unseren Events teilnehmen würden, da haben wir nämlich genau darüber gesprochen ;-)
    Viele Grüße.

  • Benedikt   |   18. Mai 2016 - 8:14

    Die Krimtataren wurden umgesiedelt, weil die auf Seiten von Hitler Deutschland gekämpft hatten. Die sollen auch an die Juden Verfolgung beteiligt gewesen sein. Der Westen insbesondere Deutschland hat einen gelenkten Blick auf die Geschichte.

    Bill Clinton hat wohl die derzeitige Polnische und Ungarische Regierung als Putin Style Regierung bezeichnet. Die PiS Regierung dürfte derzeit weniger Probleme mit Putin als mit der Achse Berlin Washington haben. Im Gegensatz zu der Achse mischt sich Putin nicht offen oder verdeckt in innere Polnische oder Ungarische Angelegenheiten ein.

  • T.Wiegold   |   18. Mai 2016 - 8:31

    Hm. Vermutlich war das zu erwarten – jetzt geht eine Debatte los, die mit dem aktuellen Anlass nur sehr indirekt zu tun hat („Die Krimtataren wurden umgesiedelt, weil die auf Seiten von Hitler Deutschland gekämpft hatten.“), und was Clintons angebliche („hat wohl“) Haltung zu Polen und Ungarn damit zu tun hat, erschließt sich schon mal gar nicht.

    Mit anderen Worten: Hier arbeiten sich jetzt die verschiedenen Sichtweisen auf Russland aneinander ab; das ist aber gar nicht das Thema.

    Da ich heute viel unterwegs bin, setze ich mal alle (!) Kommentare in diesem Thread auf moderiert.

  • ThoDan   |   18. Mai 2016 - 10:38

    OT

    Aber ein vielleicht nützlicher Hinweis.

    Die „Kollaboration“ der Krimtartaren u.a. hatte nicht möglicherweise etwas mit der brutalen , menschenverachtenden. Politik und Verhalten von Stalin und seinen Helfern zu tun?

    Tschekisten, NKWD, Gulag, Entkulakisierung, Holodomor, Seine Säuberungen, Katyn z.B.

  • klabautermann   |   18. Mai 2016 - 11:31

    Das Thema „Krim“ war auch Aufhänger für einen Rußland-Fachfrau-Artikel in der ZEIT:
    „Der Europarat kann auf Russland verzichten“ von Susan Stewart (Ja, ja – die SWP-Forschungsgruppenfachfrau in Sachen Rußland/GUS) – der Europaministerrat solle doch nun Rußland aus dem Europarat schmeißen, nicht zuletzt auch wegen des Umganges Moskaus mit den Krimtataren.
    Die „Fuck-the-EU“-Fraktion in den USA weiß ja schon seit mehr als einem Jahr,, was Juncker in einer Rede in Den Haag im März nun öffentlich von sich gab: „Die Ukraine wird definitiv in den nächsten 20 bis 25 Jahren kein Mitglied der EU werden, und auch kein Mitglied der Nato.“
    Nach dem Stewart-Artikel sollte man Theo Sommer vom 8.März lesen: „Weder Russland noch Europa“…..und dann wird klar warum die Chessboard und FtEU-Fraktion im StateDep eigentlich nur noch die PR-Schiene hat, um Putin zu bashen und Poroschenko zu streicheln – und natürlich hat das StateDep in Sachen NATO-PR ein mehr als nur kleines Wörtchen mit zu reden – bis hin zu den Reden des GenSec läuft da nix ohne StateDep-Zustimmung.
    Herr Juncker hat nun Klartext geredet: die EU und auch nicht die NATO wird sich in Sachen Rußland und Ukraine weiter vor den geopolitischen Karren einer Unterabteilung des StateDep spannen lassen – insbesondere nicht zZt, in denen die Nachfolge des gegenwärtigen US-Präsidenten ziemlich unklar ist.
    Also gönnen wir Frau Nuland und ihren Netwerkern in der NATO oder bei der SWP diese kleinen PR-Siege….zur Zeit arbeitet man daran Rußland aus den Olympischen Spielen zu werfen….den Knallköppen in Washington fällt wohl nix mehr ein. Hauptsache Obama unterschreibt nicht das Gesetz, mit dem man die Saudis wg 9/11 vor den US-Kadi zerren könnte – die haben schon mal vorsorglich mit dem Verkauf von US-Anleihen gedroht. Prompt ist Soros von Wallstreet auf Gold umgestiegen, wohl auch weil TTIP immer unwahrscheinlicher wird……….

  • tt.kreischwurst   |   18. Mai 2016 - 12:24

    Nicht ganz 100% on topic

    http://www.theguardian.com/world/2016/may/18/west-russia-on-course-for-war-nato-ex-deputy-commander

    Aber interessante Kommentare die ja doch auch irgendwo hier in den Kontext fallen.

  • klabautermann   |   18. Mai 2016 - 13:39

    Weil es gerade so schön in diesen Faden passt:
    https://www.youtube.com/watch?v=efAOEExv_e4

    Der George Friedmann ist manchmal erfrischend offenherzig, und das meine ich gar nicht ironisch oder zynisch. Aber so sieht nun mal reale Machtpolitik aus – nicht nur bei den Russen oder Chinesen, sondern auch bei den Briten und allen vorran deren Zauberlehrlingen: den USA.
    Geradezu frappierend offen sein Hinweis auf das Intermarium-Konzept von Pilsudski bei 9:30 + Ziemlich aktuell, wenn man an bestimmte baltisch-polnisch-ukrainische Initiativen denkt in jüngster Zeit.

  • kato   |   18. Mai 2016 - 18:05

    Interessant ist dass es im Channel des Anbieters (bei Youtube) eine Playlist „Women, Peace and Security“ gibt. In dieser sind drei der fünf produzierten Videos der Reihe „Women of Ukraine“ enthalten, alle mit zwar deutlich patriotischem Touch, aber wenig offensivem Inhalt.
    Zwei dagegen nicht. Nämlich genau dieses hier thematisierte sowie eines mit dem schönen Untertitel „All these people were killed first on the Maidan“. Alle fünf Videos wurden in engem zeitlichem Rahmen veröffentlicht.

    Alle themenverwandten Videos des Anbieters dienen ausschließlich dem Publishing im Kontext Social Media der NATO, insbesondere im Twitter- sowie teilweise im Facebook-Account. Eine Verwendung hierüber hinaus, auch durch andere, findet nicht statt. Dies ist bei Videos anderer Playlists der NATO – bspw. der Liste Ukraine: The Unseen Attacks – nicht so der Fall.

  • Wait&C   |   18. Mai 2016 - 18:05

    Achgottchen, jetzt wird die Diskussion albern. Gewisse Kommentatoren behaupten jetzt ernsthaft dass dunkle Mächte aus der USA russische Sportler zu Dopping und Millionen von Europäern zur ESC-Telefonabstimmung gezwungen haben um es Russland zu zeigen. Geht es noch alberner?

    Was genau hat das noch mit der Ursprungsthese zu tun „NATO twittert im Vorfeld über ukrainische Sängerin“?

  • emdeema   |   18. Mai 2016 - 20:48

    @ klabautermann

    Können Sie es bitte unterlassen hier solch schwachsinnige Videos zu verlinken? Nachher glaubt noch jmd dieser völlig irreführenden Übersetzung, zumal das Original selbst auf Youtube verfügbar ist.

    On topic: Ich find das alles ziemlich lustig! Über was sich die Leute so alles aufregen können …

  • Woody   |   19. Mai 2016 - 4:28

    @klabautermann:

    Das Problem in den all der „Masters of the Universe“ ist aber auch, dass sie entgegen der Aussage von Friedmann nicht wirklich lernen. Wenn Fehler gemacht wurden glaubt mann oft, dass wenn der Think Tank nur größer ist und mann dirch Big Data mehr Informationen einfließen lässt, man bei der nächsten Intervention sich bzgl. der Langzeitfolgen nicht verrechnet.

  • Matze   |   19. Mai 2016 - 7:43

    Zuerst dachte ich „Dieser ESC ist böse und so etwas sollte in einer Demokratie nicht passieren.“ und „Wir sind doch mündige Bürger und haben eigene Meinungen,…“

    Dann dachte ich noch mal in Ruhe nach. Wir kaufen uns im Durchschnitt täglich Essen, dass gefährlich ungesund für uns ist. Wir schauen meistens TV-Sendungen, die uns verblöden und wir wissen das ganz genau. Wir treffen die wichtigsten politischen Entscheidungen in unserem Leben alle paar Jahre aufgrund von TV Werbespots und lassen Leute immer wieder an die Macht, die (wie wir ganz genau wissen) uns nicht vertreten sondern gegen die Interessen von uns und unserem Land handeln.

    So traurig und beschämend es auch ist das zu zu geben aber wir brauchen solche Propaganda. So lange, bis wir endlich erwachsen werden.

  • Simon K.   |   19. Mai 2016 - 10:04

    Guten Morgen in die Runde

    Ich bin geneigt diesen Tweet der NATO nicht als Teil eines Infokrieges zu betrachten. Sicherlich hatte der ursprüngliche Tweet in dem über die Sängerin berichtet wird, einen politisierten Hintergrund. Die Aktualisierung auf ESC Gewinnerin, ist wahrscheinlich einfach nur eine Reaktion aus der Schublade: „Hey schauts her, wir haben über die schon berichtet.“ So weit meine Einschätzung.
    Meine Meinung dazu ist, das sich die NATO aus solchen Bereichen heraushalten sollte. Die NATO ist nunmal ein Verteidigungsbündnis. Politik sollte von den Mitgliedsstaaten gemacht werden und nicht von den Funktionären in den Spähren der NATO. Da bewegt man sich zu schnell auf dünnes Eis welches an die Interessen und Randgebiete der Außenpolitik der Mitgliedsstaaten grenzt.

    Die Schlussfolgerungen einiger hier, halte ich einfach nur noch für gewagt bis abenteuerlich. Sicherlich ist der ESC eine politisierte Veranstaltung. Es gibt keinen Politikfreien Raum auf dieser Welt. Aber zu behaupten der Entscheid des ESC wäre von der NATO gesteuert ist… blumig gesagt, nur noch lächerlich.
    Manchmal sind die einfachsten und am nächsten liegenden Erklärungen auch die zutreffenden. Man muss nicht hinter allem und jedem eine Verschwörung erkennen.

    Und das der IOC nun Russland im Visier hat wegen des Verdachtes auf Staatsdoping, und daher einen Ausschluss aus den Olympischen Spielen erwägt, hat ebenso nichts mit Politik zu tun. Die Unstimmigkeiten sind einfach zu Offensichtlich als das man das noch tolerieren könnte. Inwieweit ein gesamter Ausschluss Russlands klug ist, ist eine andere Frage.

    Ein Wort in eigener Meinung:
    Die Offenkundige Durchsetzung und Wirkung der Propaganda (von russischer aber durchaus auch anderer Seite her) bei einigen Kommentatoren hier, lässt es mir eiskalt den Rücken herunter laufen. Mir stellt sich immer die Frage ob das wirklich so geglaubt/angenommen wird. Wenn SO das „aufwachen“ im Bereich der eigenen Information aussieht, na dann gute Nacht. Aber ok, die letzten Wahlergebnisse in Deutschland sprechen Bände und für sich selbst.
    Zu behaupten das die Deutschen Leitmedien ja ach so manipulativ sind, ist eine so steile These… mir fehlen die Worte. Mancher hat anscheinend noch niemals in seinem Leben ernsthaft eine recherche zu einem Thema durchgeführt. Ein Thema, viele Wahrheiten, je nach Blickpunkt. Die Wahrheit ist dazwischen. Unsere Medien sind mit die freiesten dieses Planeten. Sicherlich auch durch Interessen beeinflusst, lässt sich nicht vermeiden. Aber zu behaupten die alternativen (insbesondere die Ausländischen) seien besser, ist Wahnwitz.
    Dies war eine rein persönliche Sache die ich loswerden musste. Dies ist eine gefestigte Meinung die ich ohne weitere Kommentierung meinerseits hier mal hinstelle. Ich hoffe der Hausherr verzeiht mir diese Einlassung ;)

    Schönen Tag in See

  • klabautermann   |   19. Mai 2016 - 10:11

    @Woody

    Zustimmung – genau das ist dieses recht alte RAND-Corps oder Think-Tank-Effekt, der durch die Smart-IT seit ca. 20 Jahren gerade in den USA so einen Push erzielt hat – mit gigantischen Umsätzen für die Politikberatungsindustrie bis hin zu den Medien und Agenturen und auch der Unterhaltungsindustrie (Hollywood).. Die von Friedmann so locker schwadronierte uralte Grand Strategy der USA funktioniert aber nicht mehr, denn die Komplexität des „Zivilisationsuniversums“ befindet sich seit eineigen Jahren im nicht-kalkulierbaren, also im chaotischen Bereich – das wissen die USA natürlich, aber das think-tank und NGO-Geschäftsmodell in Verbindung mit dem 7-dimensional ausgelegten MIK (Air, Land, Sea, Space, Nuclear, Cyper und MEDIA) funktioniert prächtig; eigentlich müßte man charity/humanitarian assistance noch als 8e Dimension hinzu nehmen (z.Bsp. humanitäre Einsatzfahrten der US Navy: http://www.marineforum.info/Wochenschau/wochenschau.html ).
    Im Vergleich zu diesem Think-Tank/MIK-Komplex ist natürlich die SWP ein Waisenhaus voller Waisenknaben und -mädels, auch wenn die SWP leztendlich als Kopie der RAND-Corp vor vielen Jahrzehnten durch Kanzleramt und BND ins Leben gerufen wurde.
    Mit Blick auf Deutschland und Rußland werden eben alle Register gezogen, um zu verhindern, dass sich – wie Friedmann ja so offenherzig ausführt – dass sich deutsches Kow-How und Kapital strukturell und nachhaltig mit russischen Ressourcen „verbündet“, und dafür nimmt man eben ein wenig Chaos in Europa in Kauf, insbesondere dann, wenn man an dem Chaos prächtig verdienen kann.

  • Alf Igel   |   19. Mai 2016 - 10:22

    Einige Kommentare hier sind arg Comedy-preisverdächtig!

    Ich versuche mich mal an einer Zusammenfassung.

    b (welch kreativer Name) sieht die Daly Mail als Sprachorgan der Paten des ESC, die das Ergebnis offenbar unter sich auskungeln. In offenbar rassistischen Kategorien denkend wird das Volk der Tataren in Sippenhaft für was auch immer genommen. Es schwingt so ein Unterton mit, dass die Tataren ja Nazis seien, mit denen heute die Nato kooperiere.

    Alarich scheint tatsächlich zu glauben, dass internationale Wettbewerbe wie der ESC frei von nationalen patriotischen oder gar politischen Stimmungen sind. Bitter beschwert er sich über die „Verarsche“, dass doch tatsächlich beim ESC vielsichtigere Gesetzmäßigkeiten wirken, als nur das geträllerte Lied. Das ist schon fast so naiv, wie der deutsche Mädchen-Manga-Song.

    Phillip Runge sieht in einer Tweet-Aktualisierung eines vielleicht übereitlen Pressemenschen gleich Nato-Propaganda, wahrscheinlich auch noch vom Nato-Rat abgesegnet.

    LTC007 erkennt einen Wettstreit der Troll-Brigaden aus Ost und West am Werk. Man sieht förmlich die James Bond Bösewichte vor seinem geistigen Auge bei der Arbeit, deren Zündelei gleich wieder von Alarich kritisiert wird!

    JPeelen sieht im ukrainischen ESC-Sieg eine weitere Schlacht der nach Weltherrschaft strebenden USA, die unter Missachtung der Mentalität fremder Völker das russische Volk weiter demütigen und in den Dreck stoßen möchten. Ein Nato Tweet zu einer ESC-Gewinnerin sei sowas wie Raketenabwehr, nur halt auf einer Tralala-Veranstaltung.

    Bei 2Cents fehlt nur noch das Wort Lügenpresse, denn wir sind alle manipuliert und erkennen daher nicht, dass die USA als Übel der Welt nicht nur für den Ukraine-Konflikt, sondern auch für den syrischen Bürgerkrieg verantwortlich sind. Und damit sei das ständige Umdichten der Leitmedien noch gar nicht angesprochen.

    Benedikt läuft zu Hochform auf, als er die Krimtataren zu Hitlers Nazis zählt, die auch beim Holocaust mitgemacht hätten. Ist Jamala gar eine verkappte Faschistin? Und die Achsenmächte Berlin und Washington mischen sich unter Herbeiziehung des Kronzeugen Bill Clinton in polnische und ungarische innere Angelegenheiten ein, wobei die Polen ja eigentlich Putins Bündnispartner seien.

    Beim Klabautermann wird’s dann nur noch wirr, da hilft nur noch ein Huhn auf dem Schiff! Fuck the EU erreicht auf dem ESC PR-Siege, also wird Russland für Olympia gesperrt und TTIP unwahrscheinlicher.

    Hat die illustre Truppe hier schon mal überlegt, einen Comedy-Kanal zu eröffnen? Als Beitrag zu einer ernsthaften Debatte geht das nun wirklich nicht mehr durch.

  • klabautermann   |   19. Mai 2016 - 11:35

    @Alf Igel

    Nein, was für ein schöner ad-hominem Rundumschlag ;-) Fast schon professionell – aber nur fast.
    „Women. Peace and Security“ ist eine Mega-Industrie, die natürlich auch die Unterhaltungsindustrie umfasst (VN, NATO, NGO, Medienkonzerne sind da fröhlich am kooperieren)
    Bsp.: http://www.nato.int/cps/en/natohq/topics_91091.htm
    ….und natürlich ist das auch Thema im PfP-Rahmen – wer ist denn der Medienpartner der NATO in der Ukraine auch im PfP-Rahmen, wer ist lead-sponsor der Ukraine im Rahmen von PfP ? Das Uraine Crisis Media Center womöglich ?
    Das Thema „Krim-Tataren“ und natürlich Deutschland (im politisch-historischen Kontext) ist natürlich ein höchst aktuelles im strategischen Kontext wie ihn Herr Friedmann so anschaulich in Chicago dargestellt hat.
    Alles etwas wirr ? Stimmt, aber das ist so gewollt ;-)

  • klabautermann   |   19. Mai 2016 - 11:57

    http://uacrisis.org/de/42614-eksperti-5

    ….nur wer sich einmal über das UCMS und das Thema Krim und Krimtataren informieren möchte:
    “ Die Verabschiedung eines Gesetzes über den Status der Krimtataren als indigenes Volk und eine Änderung des Status der Krim würde de facto eine Rückkehr der Halbinsel zur Ukraine ermöglichen. Das erklärten Experten während einer Diskussion im Ukraine Crisis Media Center. Diese Meinung vertritt auch Emine Dscheppar, stellvertretende Ministerin für Informationspolitik der Ukraine. “Das einzige Volk, das über das politische Schicksal eines Gebietes bestimmen kann, ist das indigene Volk”, sagte sie.“……….

    „Die Strategie zur Rückkehr der Krim soll aus mehreren Etappen bestehen, meint Oleksij Starodubow, Gründer der gesellschaftlichen Organisation “Krim-Expertenzentrum”. Notwendig seien vor allem wirtschaftliche und rechtliche Maßnahmen. Diese sollten es verhindern, das sich die Krim heute nach dem Drehbuch des Aggressor-Staates entwickelt. “Alles, was die Russische Föderation in Bezug auf die Entwicklung der Krim verkündet, muss von unserer Seite blockiert werden”, so der Experte. Die zweite Etappe sieht ihm zufolge bereits die unmittelbare Rückkehr der Halbinsel zur Ukraine vor. Die Strategie selbst müsse einen gesellschaftlichen, verfassungsmäßigen und internationalen Teil beinhalten, sagte Starodubow.“

    Und Teil einer gesellschaftlich-internationalen Kampagne in Sachen „Alles, was die Russische Föderation in Bezug auf die Entwicklung der Krim verkündet, muss von unserer Seite blockiert werden” ist natürlich der ESC nachdem die Ukraine mit diesem Lied und Kontext angetreten ist und zugelassen wurde. Es wäre ein unsägliches PR-Desaster geworden falls Rußland gewonnen und die Ukraine mit diesem Lied und Liedkontext verloren hätte. Die Stimme des einzig „indigenen Volkes der Krim“ durfte nicht verlieren oder untergehen !

  • Hohenstaufen   |   19. Mai 2016 - 12:02

    @Alf Igel: Sehe ich auch so und amüsiere mich.
    Als ein Forist die Vertreter der Krimtartaren als „gedrillte Islamisten“ bezeichnete und ein andere Forist den Krimtartaren eine Kollektivschuld zusprach und verharmlosend von einer „Umsiedlung“ der Tartaren sprach (die ca. 1/3 bis die Hälfte nicht überlebte) hätte man das Thema ruhig schließen können und bei RT oder Kopp online („öffnet ihnen die Augen !“) weiter ausbreiten können.

  • Benedikt   |   19. Mai 2016 - 14:31

    Friedmann hat tlw. sehr krude Vorstellungen. Unter anderen dass DE seine Engen Wirtschaftlichen Beziehungen zu den größten 1. Welt Markt USA reduzieren könnte, um eine Wirtschaftsunion mit den 2 in teilen 3 Welt Land Russland zu bilden. Friedmann denkt sicher nur Geopolitischen und blendet dabei komplett Wirtschaftliche Realitäten aus. Russland ist halt kein Ersatzmarkt, wenn es auf den US Markt nicht mehr so läuft. Dazu gibt es Multi Mrd. schwere Unternehmensverflechtungen zwischen DE und USA, die auf einer Engen DE US Allianz angewiesen sind. Friedmann ist reiner Geostratege, der Wirtschaftliche Verflechtungen komplett ausblendet. Das mit der Anti Russischen Achse um DE von Russland zu trennen ist auch ein Märchen. Bulgarien oder Rumänien lassen sich ihre Anti Russland Haltung bezahlten. Polen dürfte auch sehr viel schwieriger werden. Friedman träumt auch, dass ein wenig Chaos in Zentral Europa der USA kaum treffen könnte. Was bei den Wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen West EU und USA nicht vorstellbar ist. Zum einen wegen den Absatzmarkt zu anderen nutzen viele US Konzerne EU Steuerparadiese wie Irland oder Niederlande für den Weltweiten Verkauf. Ein USA ohne diese EU ist derzeit sehr schwer vorstellbar.

    Friedmann sieht Ukraine noch als Pufferstaat, während Nuland darauf hin arbeitet, die Ukraine ganz zu vereinnahmen. Die Russen scheinen wohl auch das Interesse daran verloren zu haben und wollen sich wohl daraus zurück ziehen. Hat ja nur Verluste gebracht und ein Ende des Niedergangs ist nicht abzusehen. Im Kosovo oder Bosnien konnten die USA auch voll durchgreifen und dort wurde richtig Geld rein gepumpt, was auch nichts geholfen hatte.

    Das mit Feinden andere Feinde zu bekämpfen ist komplett außer Kontrolle geraten. Da hat sich der Westen nur noch größere Probleme geschaffen. Als nächstes Unterstütz die Nato Libyen, Irak wird auch schon ins Visier genommen. Irgendwann bleiben keine Mittel für die Abschreckung Russlands übrig. Das mit der EU Schuldenkrise hat man auch nicht gelöst, sondern hofft das auszusitzen.

  • AoR   |   19. Mai 2016 - 15:47

    Hallo @b, welcome back.

    Bzgl. Ihrer Ausführungen zu den Tartaren und zwangsumgesiedelten Muslimen Zentral Asiens nehmen Sie bitte folgenden Beitrag von mir zur Kenntnis:

    http://augengeradeaus.net/2016/04/neue-anti-terror-truppe-in-mali-ab-juli-geplant/#comment-233765

    @T.Wiegold: Kann das so nicht stehen lassen. Werde mich dennoch hüten, die OT-Debatte zu führen.

  • Fossibaerin   |   19. Mai 2016 - 16:53

    Ich weiß ich bin spät dran damit, weil sich die Debatte hier schon längst anderen Themen in Sachen Ukraine und Krim zugewandt hat, aber ich kann’s trotzdem nicht lassen. Es entbehrt zwar nicht einer gewissen (unfreiwilligen) Komik, dass ausgerechnet der Schlagerwettbewerb zum propagandistischen Forum wird, aber an sich ist es nichts Neues, dass die „freie“ Kunst zum Instrument der Propaganda gemacht wird. Damit meine ich jetzt ausdrücklich nicht den Protest eines Künstlers selbst, sei er „für uns“, wie z. B. Ai Wei Weis Austellungen oder „für die Anderen“, wie etwa einige Äußerungen der Sängerin Anna Netrebko pro russische Separatisten und Krimübertritt zu Russland. Die Künstler weisen in solchen Fällen eindeutig darauf hin, dass es sich um ihre Meinungsäußerung handelt, und stellen sie sozusagen zur Diskussion (was Anna Netrebko übrigens beinahe ein Auftrittsverbot in einigen Ländern eingebracht hätte).

    Hier scheint’s mir aber eher um die Instrumentalisierung von Kunst durch politische Institutionen zu gehen, und zwar in manipulativer Absicht und ohne auf die propagandistische Maßnahme hinzuweisen. Ein Beispiel dafür ist u. a. im Buch „Die Affäre Schiwago: Der Kreml, die CIA und der Kampf um ein verbotenes Buch“ zu finden. Man glaubt es nicht, wie hochrangig die Sache damals bei beiden Geheimdiensten aufgehangen wurde. „Lachhaft'“ könnte man aus heutiger Sicht meinen. „Zum Heulen“ trifft es aber in einer freien, demokratischen Gesellschaft vielleicht auch.

    Das Ganze diskreditiert natürlich die Kunst insgesamt. Künftig kann man dann jeden Künstler, wenn’s einem in den Kram passt, gleich mit der „Lügenpresse“ in einen Sack stecken. Gegenargumente wären bei erwiesenem Präzedenzfall der „Manipulation durch Kunst“ wohl schwer zu finden. Mit der „Freiheit der Kunst“ geht dann ein weiterer Mythos unserer demokratischen Errungenschaften baden. Dass in Sachen Ukraine von Beginn an die Manipulation (leider auch) auf Seiten des Westens so deutlich sichtbar, tlw. so stümperisch schlecht übertüncht war, dass ein Blinder mit dem Krückstock sie sehen konnte, macht die Sache auch nicht besser.

    Zum Lachen oder zum Heulen? Ich weiß es wirklich nicht.

  • E.B.   |   19. Mai 2016 - 17:28

    Was habe ich, als Deutscher Offizier, mit der NATO oder mit Rußland zu tun?
    Weshalb sollte einer der beiden Seiten meine Sympathie zufallen? Ich bin Deutscher und Ende.

    Deutschland wird weder im Hindukusch, noch in der Ukraine verteidigt. Und ich kann – mit eingestandener Froschperspektive – keinerlei deutsches nationales Interesse an der Eskalation West-Ost erkennen. Die GeZi-Strategen können das ja bei Gelegenheit mal erläutern worin der Sinn steht, sich an fremden Interessen zu orientieren.

  • T.Wiegold   |   19. Mai 2016 - 17:35

    @E.B.

    Ehe die erwartbaren Reaktionen kommen: Ich habe nach Ihrem Kommentar begründete Zweifel, dass Sie „Deutscher Offizier“ sind. Wenn Sie die Integration der Bundeswehr in die NATO nicht mitbekommen haben, egal wie Sie dazu stehen, ist irgendwas falsch gelaufen…

    @all

    Langsam ist’s glaube ich gut mit diesem Thread, oder? Es wird langsam wirklich absurd.

  • AoR   |   19. Mai 2016 - 19:25

    @endeema: Ausatmen ;) Der Klabautermann lacht sich schief.
    @Woody: +1 Weil ISSO

    Die NATO beweist Empathie mit einem Land und einer Bevölkerungsgruppe. Why not? RU wird das schon richtig verstehen. Und revoltierende Krim-Tartaren wären too good to be true, to see the Czars slipping on their own banana… ;)

    Alf Igel, dann erklären Sie mal die Welt. Welcome :)