Geplanter Drohnen-Einsatz in Mali: Luftbildauswertung in der Heimat

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Aus Mangel an Fachpersonal denkt die Luftwaffe darüber nach, beim geplanten Einsatz von Heron-Drohnen in Mali die Auswertung der Luftbilder im heimischen Schleswig-Holstein vorzunehmen. Die Spezialisten seien bereits in Afghanistan und in Incirlik in der Türkei (Foto oben) im Einsatz, für eine weitere Mission fehlten einfach die Leute, sagte der Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 in Jagel, Michael Krah:

Wir überlegen, ob wir die Auswertung aus Deutschland sicherstellen können. Wenn wir noch zusätzliches Personal nach Mali schicken, ist das Maß meiner Meinung nach überschritten.(…)

sagte Krah in einem Interview des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (bereits in der vergangenen Woche, ist mir wg. meiner Auszeit untergegangen. Link aus bekannten Gründen nicht; das gesamte Interview ist unter der Überschrift Tornado-Einsatz in Syrien: „Es ist wie nach dem Zweiten Weltkrieg“ zu finden).

Nach den Worten des Obersts bemüht sich die Bundeswehr zwar darum, zusätzliche Spezialisten für die Luftbildausweitung heranzuziehen – die künftig drei Einsätze seien aber mit dem vorhandenen Personal nicht mehr zu leisten.

Nun ist das so genannte reach-back-Verfahren nichts grundlegend Neues: Bereits jetzt werden Aufgaben vor allem logistischer Art oder in der Verwaltung weiterhin in Deutschland erledigt; eine breitbandige Datenverbindung ins Einsatzland stellt sicher, dass das Personal vor Ort auf die Daten jederzeit Zugriff hat. In der Regel wird diese Lösung gewählt, um die geltende Personalobergrenze in Einsätzen nicht auszureizen.

In diesem Fall ist jedoch ein anderer Grund ausschlaggebend: Es gibt offensichtlich nicht genug Spezialisten dieser Art, um drei Einsätze – zwei mal unbemannte Systeme, in Afghanistan und in Afrika, ein bemanntes System über dem Irak und Syrien –  gleichzeitig zu bedienen. Wenn das mit dem Einsatz der Heron-Drohnen in Mali, geplant ab Herbst, so kommt, betritt die Luftwaffe Neuland – und schafft einen Präzedenzfall: Warum sollten überhaupt noch solche Spezialisten in den Einsatz gehen, wenn sie ihre Arbeit ebenso in Deutschland erledigen können?

Auch mit der Zahl der Drohnenpiloten und der so genannten Payload Operators gibt es nach den Angaben des Kommodore Probleme. Doch da, sagt Krah, würden keine Abstriche an der bisherigen Praxis gemacht: Die Leute, die die unbemannten Systeme steuern und bedienen, sollen auch künftig im Einsatzland sitzen. Und nicht wie ihre Kollegen in den USA einen Kontinent oder mehr entfernt.

(Archivbild Januar 2016:  Auswertestation füŸr Luftaufnahmen (Ground Exploration Station/GES) in Incirlik/Türkei für Aufklärungsflüge über Syrien und Irak)

37 Gedanken zu „Geplanter Drohnen-Einsatz in Mali: Luftbildauswertung in der Heimat

  1. Mal sehen, welche Meinung sich am Ende durchsetzt. Es gibt in der Bundeswehr durchaus auch Vertreter der Meinung, dass Auswertung – aus operativen Überlegungen und der Nähe zum Bedarfsträger – im Einsatz stattfinden muss.

    Bei einer Auswertung in Jagel bin ich auch auf eine Lösung des Themas SAZV gespannt; vielleicht sehen wir dann auch Soldaten, die am Heimatstandort AVZ (oder etwas vergleichbares) bekommen, weil sie ja im Einsatz stehen?!

    Mit reach back erhöht sich natürlich auch der Bandbreitenbedarf massiv, weil ja das Rohmaterial erstmal in voller Bandbreite nach DEU gebracht werden muss; und hinterher die Ergebnisse wieder nach MLI.

    Wie schon geschrieben: ich bin gespannt, welche Meinung sich am Ende durchsetzt.

  2. „Hosen runter“ oder „des Kaisers neue Kleider“: eine Parabel, mit welchen Folgen?
    Als nächster Kandidat folgt die Deutsche Marine, im Lehrstück der Unfähigkeit?
    Bei „Mehr Soldaten für die Truppe …“ zeigt das Heer sich augenscheinlich auf Augenhöhe mit Lw und Marine.
    Drama!

  3. AFG, Irak und Mali sind eben weit oberhalb vom LoA des Bereichs Luftbildauswertung. Nun wird mit Hochdruck Personal ausgebildet.

    Mit jedem Einsatz wird eine neue Lücke im Flickenteppich offenbar, aber davor immer alles grün und Weltklasse.

  4. Sehr schön. Anstatt immer nur populistisch nach mehr Geld und mehr Personal zu schreien – werden hier gute Lösungen Entwickelt um die Aufgaben mit dem vorhandenem Personal und Material zu bewältigen. Die Daten sollen laufen / nicht die Soldaten. Sehr gut. Zudem: Wenn die Amerikaner ihre Drohnen-Piloten in der Heimat lassen, dann sollten wir das auch mal testen.

  5. @Memoria
    Wenn man heute einen LuBi-Auswerter ausbildet ist er in etwa drei Jahren „einsatzreif“.

  6. @Memoria

    Bei aller Kritik, aber wenn das LoA überschritten wird ist das für mich keine neue Lücke im Flickenteppich.
    Dennoch sehe ich hier Handlungsbedarf, auch und weil vor allem (!) die Aussage des Oberst, es geht nicht mehr, bisher leider einzigartig und beispielhaft ist.

    Ich bin gespannt und denke, es wird in den goldenen Ebenen und im Ministerium als neue Maßnahme und Innovation verkauft.

    Im Rahmen des Weißbuch wäre hingegen Umdenken angesagt, und wenn es schon kein Aufklärungsgeschwader mehr gibt sondern nur noch Taktische Luftwaffengeschwader sollte man vllt auch in Büchel entsprechende Auswerte Einheiten aufstellen. Schafft vllt auch ein kleines Plus an Attraktivität.

  7. @Hans:
    Die LoA sind eben insgesamt so auf Kante genäht und waren diesmal sehr stark strukturbestimmend, dass es keine Reserven mehr gibt. Daher der bekannte Flickenteppich in Breite vor Tiefe.

    @Thomas Melber:
    Man versucht aktuell die Ausbildung so umzuorganisieren, dass noch schneller LuBi-Auswerter für Lw und Heer produziert werden können. Insbesondere MINUSMA erwischt einige auf dem völlig falschen Fuß – nach einem Jahr Debatte um den Einsatz.

  8. Ich finde es schon bemerkenswert, dass die entscheidende Voraussetzung der „breitbandigen Datenanbindung“ als Randbemerkung auftaucht. Wenn die Auswertung zeitnah erfolgen soll, dann können bei Qualität und Verfügbarkeit der Datenanbindung Abstriche nicht in Kauf genommen werden.

    Davon abgesehen: Unsere Sanitäter betreiben seit langem Telemedizin (die zufällig auch auf Bandbreite angewiesen ist). Warum ausgerechnet Drohnen-Piloten und Payload Operator ins Einsatzgebiet sollen erschließt sich mir nicht. „Move information, not people!“

  9. @Marc P.
    „Bandbreite“ wird der Bw noch auf die Füße fallen, spätestens Ende des Jahres – und das nicht nur bei Verbindungen in die Einsatzländer.

    Von der Anbindung „roter IT“ dort ganz zu schweigen.

  10. @ Marc P.

    „Warum ausgerechnet Drohnen-Piloten und Payload Operator ins Einsatzgebiet sollen erschließt sich mir nicht. „Move information, not people!““

    Das ist in der Sache sicherlich plausibel. Problematisch und zurecht von einigen Kommentatoren kritisiert ist aber das dieser modus operandi nicht als Konsequenz rational vorausschauender Planung sondern vorheriger Strukturdefizite und Wolkenkukucksmentalität der politisch-militärischen Führung gewählt wird.

    damit ist der prozess exemplarisch für das System Bundeswehr. Reagiert wird erst wenn die Realität Leugnen und Beschönigen partout nicht mehr zulässt

  11. @Marc P. | 09. Mai 2016 – 23:29
    Sie dürfen die bescheidenen Bandbreitenforderungen der Telemedizin nicht mit der Forderung nach Übertragung vonRoh-und Auswertedaten von Aufklärungssystemen vergleichen. Das ist eine andere Hausnummer.

  12. Zitat: „Warum ausgerechnet Drohnen-Piloten und Payload Operator ins Einsatzgebiet sollen erschließt sich mir nicht. „Move information, not people!““

    Haben wir eine Satelliten- und Festnetz Infrastruktur wie die Amerikaner ?

    Wohl eher nicht, deshalb ist eine Line of Sight Datenfunkverbindung von der Drohne zur Bodenstation notwendig. Ähnlich wird es bei Start und Landung sein, auch nur „vor Ort“ möglich.

    Neben der Bandbreite des Satellitendatenverbindung ist auch die Latenzzeit der Steuerkommandos und der Videobildübertragung von der Drohne entscheidend. Deshalb arbeiten die Amerikaner mit einer Tiefseekabelverbindung von Nellis AFB, Las Vegas über die Ostküste nach Europa (sehr schnell) und einer Sat-Verbindung von Ramstein zur Drohne im Einsatzraum im Nahen- und Mittleren Osten. (geostationär, lange Latenzzeit).

  13. @Thomas Melber | 09. Mai 2016 – 23:34
    Der wahre Engpassfaktor ist das Spezialistenpersonal zur Bedienung der Satellitenkommunikation, weniger die erforderliche Bandbreite. Die ist in diesen Regionen zur Not gegen Entgelt anmietbar. Kostet zwar ist aber i.d.R. verfügbar. Die Bediener bekommen Sie aber nicht ausgebildet an jeder Straßenecke gegen das dafür vorgesehene Entgelt.
    Btw.: Was sollte denn an der Anbindung roter Systeme ins Einatzland schwierig oder mit der erforderlichen Bandbreite nicht zu bewältigen sein?

  14. @Bin_dabei
    Mag sein. Zumindest in der Heimat wird „Bandbreite“ ein Thema werden. Wenn mein FGG so wie vorgesehen Daten austauscht sind die anderen „platt“.

    Das ist allerdings bekannt. Ich warte auf Abhilfe.

  15. @Georg:
    Die Latenz rein aus der Laufzeit über einen geostationären Satelliten (Erde – Sat – Erde keine 100.000km) beträgt keine 300ms. Der Weg über (See-)Kabel mit den vielen Routern dazwischen macht eine höhere Latenz. Bestimmend für die Gesamtlatenz sind jedoch eher die ganzen Kodierungs- und Komprimierungs-Algorithmen.

    Will ich über eine solche Verbindung mit Latenzen von 1-2s mit direkter Kontrolle per Stick und Throttle fliegen, ist das ein Problem, spätestens bei der Landung. Dafür gibt es dann aber so weitgehend automatisierte Systeme, dass fliegen nur noch Maus und Tastatur benötigt und landen – im Wortsinne – per Knopfdruck erfolgt. (Natürlich braucht man dazu trotzdem Techniker und TechnikTechnik vor Ort, nicht nur fürs Betanken.)

  16. @Bin_dabei: Genau! Und weil Telemedizin ja schon so „toll“ klappt, bin ich bei dem für die Luftbildauswertung notwendigen Bandbreitenbedarf (unpräziser Begriff aber verständlich) sehr skeptisch. Und: Das mit der Anmietung von Übertragungsstrecken wird ja schon praktiziert. Zuverlässigkeit à la Netz-Infrastruktur in Deutschland ist auch mit viel Entgelt erfahrungsgemäß nicht zu erreichen. Da tun wir uns mit lächerlichen 2 MBit/s nach Afrika schon schwer…
    @ Keng: Theorie und Praxis: SatCom ist super, hat aber praktisch eine Latenz von teilweise einer Sekunde, was zu hohen Paketverlusten führt. Terrestrisch sind Interkontinental-Strecken deutlich stabiler!
    @Georg: Das überzeugt mich nicht. Wenn die USA ein Kabel durch den Atlantik ziehen können, dann sollte die Strecke Gibraltar-Ceuta ein Klacks sein.
    @Thomas Melber: HaFIS lässt grüßen…

  17. „Standard“ für den Betrieb von UAS wäre (zivile) Start-/Landecrews nebst Technik vor Ort im LOS Betrieb. Die Mission von (mil.) Crews im SAT Betrieb aus der Heimat.

    Das aussergewöhnliche Verfahren der Bw (auch mil. Crews im Einsatzland) entsprang dem Respekt vor der neuen Technologie und folgte der Idee, Schritt für Schritt Erfahrungen direkt vor Ort zu sammeln.
    Dieses Verfahren hat sich lt. Bw bewährt – die Crews sind mehr Mission minded und haben engen persönlichen Kontakt mit den Bedarfsträgern vor Ort. PTBS-Gefahr scheint ebenfalls geringer, wobei man hinzufügen muss, dass bisher keine Wirkmittel einsetzt werden.

    Langfristig war es m.E. logisch, dass Aufgrund der Einsatzbelastung dieses Verfahren nicht durchhaltefähig ist. Und da sind wir jetzt angekommen – 6 Jahre nach dem Erstflug.

    Ergo: Spezialisten werden ausgeflogen!

    So wie es die Anderen auch handhaben.

    Combat hours gibts auch.
    http://www.airforcetimes.com/story/military/2016/04/16/stateside-air-force-drone-pilots-can-now-log-combat-time-overseas-flights/82902954/

    Und Mangelware sind sie schon lange.
    http://inthesetimes.com/working/entry/17718/drone_pilots

    Ist eben alles ein bißchen zeitversetzt für die Bw…… wie so oft….aber am Ende…..

  18. Jeder der mal einen 3D-Shooter mit einer Latenz jenseits der 100ms gespielt hat, wird wissen das eine präzise Steuerung da nichtmehr möglich ist.

    Frage an die Experten: Von welchen Größen reden wir denn hier beim Bandbreitenbedarf? Sind die Bilder in der Größe vergleichbar mit RAW Dateien einer Spiegelreflexkamera?

  19. Nörgeln ON
    Die Arbeitsbedingungen der Soldaten sind nur als primitiv zu bezeichnen. Klarer Verstoß gegen die Arbeitsstättenverordnung. Das Foto entstand wahrscheinlich bereits vor 10 Jahren> uralte HP Tastatur. Richtungsweisend und optimal wäre eine Ausstattung von einem Hardcore Zocker aus der ESL inclusive Bestuhlung.
    Nörgeln OFF

    @SvenS >>>da wird man vom Server gekickt weil man das Game ausbremst…

  20. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass „Droneure im eigenen Feldlager“ goldwert sein können, besonders bei klassischen If-the-sh*t-hits-the-fan-Lagen, in denen kurzfristige Absprachen ungeplant(!) nötig werden.

    Es wundert mich jetzt irgendwie gar nicht, dass die Lw dieses Szenario nicht auf dem Schirm hat, weil es schließlich wenig fancy ist…

  21. @Voodoo | 10. Mai 2016 – 9:17:

    Nicht nur für Absprachen ist die Anwesenheit vor Ort sinnvoll. Das ginge eigentlich sogar per Skype.
    Sondern vor allem für die eigene Einsatzmentalität der Mannschaft. Abwesenheit von zu Hause ist nie schön, der Aufwand für die Bundeswehr auch deutlich höher. Aber wer vor Ort ist, die Rahmenbedingungen fühlt und in der Kantine in die Gesichter der Betroffenen schauen kann, der wird im Regelfall deutlich bessere und zielführende Ergebnisse produzieren. Gerade If-the-sh*t-hits-the-fan.

  22. Die Lw wird in 100 Jahren nicht begreifen, was eine „Fähigkeit“ ausmacht….es ist eben mitnichten die Plattform inkl. Steuerung (aka Pilot) sondern das Vermögen, eine „payload on time and on target“ zur Wirkung zu bringen. Da kann die Lw noch so viele Heronen leasen und Piloten/Payload-Operators ausbilden, solange der payload-gain nicht optimal in eine operative C4ISR-Kommando- und Führungsstruktur eingebunden werden kann/wird, ist das ganze eine ziemlich teure und stark minderwertige Selbstzweckveranstaltung. Auf der operativ-taktischen Führungsebene erzeugt jede von reach-back abhängige Aufklärung des Operationsraumes „Führungs-Latenzen“, die alle vermeintlichen Vorteile von drohnengestützter Echtzeitaufklärug ins Gegenteil verkehren.
    Da sollte man doch besser auf eine solche (Fehl)Konstruktion verzichten…….Absurd wird es, wenn man die Piloten/Operators vor Ort läßt und die Bildauswerter über reach-back in den Führungs-Loop einbindet…..völlig irre !

  23. @ Klabautermann

    Zitat: „Die Lw wird in 100 Jahren nicht begreifen, was eine „Fähigkeit“ ausmacht….es ist eben mitnichten die Plattform inkl. Steuerung (aka Pilot) sondern das Vermögen, eine „payload on time and on target“ zur Wirkung zu bringen. “

    Sorry, aber diese Aussage stimmt nicht. Gerade die Luftwaffe hat bei ihren Einsätzen schon immer eine zeitgenaue Wirkung im Ziel trainiert („Time over Target“, usw)

    Die Einbindung der Aufklärungsergebnisse in den Führungsprozess ist eine andere Hausnummer. Das die Auswerter vor Ort hier sicherlich besser und schneller eingebunden wären ist sicherlich richtig, aber „keine Arme – keine Kekse“.

    Ich Grunde genommen ist dies der personelle Offenbarungseid, den der Kommodore auch erstaunlich offen kommuniziert hat. Dies finde ich erst mal sehr gut. Dazu gehört auch ein gewisser persönlicher Mut. Potemkinsche Dörfer bauen bringt bei unseren Politikern leider nichts und war 50 Jahre bei der Bw an der Tagesordnung. „Karriereverträgliches Berichtswesen“ nach oben, ist aber anscheinend irgendwann bei jeder Truppengattung am Ende der Möglichkeiten angelangt.
    Warten wir auf die nächsten Einschläge !

  24. @Georg

    Vielleicht hab ich mich ein wenig unklar ausgedrückt. Ich bin der Auffassung, dass man man das Brain Package, bestehend aus Pilot, Payloadoperator, Auswerter und Controller, nicht ternnen sollte. Also das komplette package vor Ort oder at home via reach back. Die Aufteilung in Pilot/PLO vor Ort und Auswerter/Controller via reach back ist imho die schlechteste aller Varianten. Hier macht man aus der (Personal)Not eben keine Tugend, sondern verschlimmbessert die Not.

  25. @klabautermann: +1

    Das Problem ist jedoch, dass das Personal quasi im Dauerauslandseinsatz ist. Irgendwann schlägt das durch….

  26. @Georg

    Danke.

    @all

    Es ist ein Unterschied ob man ein IR Video in geringer Auflösung in nahezu Echtzeit im Einsatzland betrachtet oder hochaufgelöste Bilder oder Videos zur Auswertung versendet.
    Da in diesem Fall keine Echtzeit benötigt wird, ist der Faktor Zeit der sorgfältigen Auswertung nachgeordnet.

    Auch ein Heron mit Auswerter im Einsatz tut sich mit der Datenübertragung eher schwer.

    Da die USA wohl eher GPS gesetzte Koordinaten anfliegen und mit Sprengmittel belegen (Bordkanone und ungelenkte FK werden von UAVs eher weniger verwendet) ist auch dort eine Zeitverzögerung eher nachrangig.

  27. @ Klabautermann, @ CRM-Moderator, @ Zimdarsen

    Volle Zustimmung. Passt gut zu dem anderen Faden „Es ist Zeit für die Bw wieder zu wachsen.“ Wenn man den ca. 55 jährigen StFw und Luftbildauswerter ködern will seine Dienstzeit um 2 Jahre zu verlängern, ist es hilfreich wenn er seinen Job von Jagel ausüben kann und nicht von Mazar, Gao oder sonstwo in der Welt !

    Das dies einsatztaktisch nicht sinnvoll ist, sehe ich auch so, aber wie gesagt „keine Arme – keine Kekse“.

  28. Und wenn dann der Heron TP kommt (kommt er denn wirklich, es ist so ruhig um die Beschaffung der Kampfdrohne geworden?) soll der doch in Israel stationiert werden. D.h. zusätzlich zu den Einsatzgebieten Afghanistan, Mali und dem „Heimatstützpunkt“ Jagel wird dann auch auf dem Stationierungsort in Israel Personal der Luftwaffe benötigt.

  29. @Cirrus

    Nein, das Personal wird lediglich nach Israel kommandiert zum TP-Fliegen (quasi Inübunghaltung, jedoch ein Upgrade im Vergleich zur derzeitigen Sim-Inübunghaltung in Jagel)

  30. Um mal mit der Chimäre

    „Und wenn dann der Heron TP kommt (kommt er denn wirklich, es ist so ruhig um die Beschaffung der Kampfdrohne geworden?) soll der doch in Israel stationiert werden. D.h. zusätzlich zu den Einsatzgebieten Afghanistan, Mali und dem „Heimatstützpunkt“ Jagel wird dann auch auf dem Stationierungsort in Israel Personal der Luftwaffe benötigt.“

    aufzuräumen:

    Diese „Israel-Stationierung“ ist ein rein theoretisches/rethorisches Konstrukt. Damit erspart man sich das dauerhafte Nachfragen nach der Zulassungsproblematik in D/EU.
    Das Nicht-Stationierungs-Verfahren entspricht dem des Heron 1.

    Und da man ja „nie genug Aufklärungsmittel haben kann“ (remember Erklärbärsatz zum PA-200 Syrien-Einsatz), wird sich der deutsche geleaste Heron TP in Israel natürlich keine eckigen Räder stehen. Er wird nämlich im Auslandseinsatz sein.

    Merke: Sollte aus irgendwelchen Gründen der Weltfrieden flächendeckend und dauerhaft ausgebrochen sein, D_A_N_N steht der Heron TP in ISR. Gewartet von IAI bzw. den zivilen deutschen Technikern des Betreibermodells. Das fliegerische Lehrpersonal stellt IAI.

  31. @CRM-Moderator:
    Ein ganz so theoretisch/rhetorisches Konstrukt wird die Israel-Stationierung der deutschen Heron TP wohl nicht. Im Gegensatz zum derzeitigen Betreibermodell mit dem Heron 1, wo der Betrieb (und die Ausbildung) allein durch Industrie geleistet werden kann und darf, ist beim Heron TP die Kooperation mit der israelische Luftwaffe erforderlich – alleine schon wegen der Waffenausbildung, wo sicher jeder Pilot auch mal einen scharfen Schuß durchführen soll.

    Und bevor die deutschen Heron TPs und die deutschen Luftwaffenbesatzungen – und Techniker dann in den ersten Einsatz gehen (und den Heron 1 ablösen) ist erst mal Ausbildung bei der Israelischen Luftwaffe notwendig.

    Mit der Zulassungsproblematik hat das erst mal gar nichts zu tun. Jedes LFZ der Bundeswehr benötigt eine Zulassung, ganz egal wo auf der Welt es fliegen soll. Da wird auch der Heron TP nicht drum herum kommen, sich der Prozedur der Muster-und Verkehrszulassung zu unterwerfen.

  32. Natürlich wird in ISR ausgebildet.
    Analog zum Heron 1. Da wird ja ebenfalls von IAI die Ausbildung gemacht. Ergo kein Unterschied zum Heron TP.

    Der Heron 1 fliegt in Afg mit einer VVZ.

    Nochmal: Es wird defacto keinen Unterschied zwischen der Stationierung des Heron TP und des Heron 1 geben. Beide Muster werden im Einsatzland betrieben werden. Und keiner von beiden in Schleswig auf der Platte stehen.

  33. @CRM-Moderator
    Na, dann warten wir mal ab, was dann Ende des Jahres – oder wann auch immer der Vertrag soweit ist – dem Parlament zur Billigung vorgelegt wird. HeronTP ist eben nicht Heron 1 und der Aufwand mit dem TP wird definitv größer, weil hier eben nicht nur die Industrie ausbildet, sondern hauptsächlich die israelische Luftwaffe.

  34. Nebenbei, es muss ja erstmal die Infrastruktur in Mali geschaffen werden. Bin gespannt, ob das bis November klappt :-/

  35. @Cirrus:
    Die Übergänge zwischen IAI und IAF sind mehr als fliessend.

    @FK:
    Man hört aus Mali von befreundeten Nationen, dass die Deutschen wohl Blitzkrieg-Style die Infra aufbauen. Also Vollgas. Man gibt sich beeindruckt.

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