Französische U-Boote für Australien

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Die Meldung vom (heutigen) Dienstag, dass Australien sich für ein milliardenschweres Programm neuer U-Boote aus Frankreich entschieden hat und damit die Angebote der deutschen Thyssen Krupp Marine Systems, aber auch Japans ablehnt, macht schon überall Schlagzeilen (hier bei der Tagesschau, hier bei Spiegel Online).

Aus europäischer – nicht aus allein deutscher – Sicht ist das jenseits der Exportfrage erneut die Frage an die Europäer, wie viel konkurrierende Systeme und Produzenten sie sich leisten können. Denn die Konkurrenz macht sich eben nicht nur beim Export, sondern schon bei den Beschaffungen innerhalb der EU und des europäischen Teils der NATO bemerkbar.

Zur Dokumentation die Ankündigung des australischen Premierministers Malcom Turnbull:

The Turnbull Government today announces that the next generation of submarines for Australia will be constructed at the Adelaide shipyard, securing thousands of jobs and ensuring the project will play a key part in the transition of our economy.

DCNS of France has been selected as our preferred international partner for the design of the 12 Future Submarines, subject to further discussions on commercial matters.

Along with our recent naval shipbuilding announcements, the commitment to an Australian build will create a sustainable Australian naval shipbuilding industry and provide the certainty that industry requires to invest in innovation and technology and grow its workforce.

The Future Submarine project is the largest and most complex defence acquisition Australia has ever undertaken. It will be a vital part of our Defence capability well into the middle of this century.

This $50 billion investment will directly sustain around 1,100 Australian jobs and a further 1,700 Australian jobs through the supply chain.

Today’s announcement follows the comprehensive Competitive Evaluation Process (CEP) involving DCNS, TKMS of Germany and the Government of Japan. Each bidder submitted very high quality proposals and the Australian Government takes this opportunity to thank both TKMS and the Government of Japan for their ongoing commitment to Australia and their participation in the process.

The CEP has provided the Government with the detailed information required to select DCNS as the most suitable international partner to develop a regionally-superior future submarine to meet our unique national security requirements, as detailed in the 2016 Defence White Paper.

(Foto: DCNS)

54 Gedanken zu „Französische U-Boote für Australien

  1. Ich reiche die Quelle zum vergrößerten Torpedorohr bei U35 und U36 nach: ESUT Ausgabe Feb. 2012, S.71, Autor D. Stockfisch. Zitat: „Die Boote werden mit einem druckfesten Transportbehälter für Spezialkräfte ausgerüstet und erhalten einen Vier-Mann-Taucherausstieg im Turm. Das Torpedorohr 6 wird umgebaut/vergrößert, um als Ausstieg für Spezialkräfte zu dienen.“

  2. Zum Thema Acoustic/Submarine Stealth muß man sich immer das Acoustic/Ambient Noise Environment der verschiedenen Einsatzräume vor Augen führen und natürlich die maximal zu erwartende Abdeckung durch einen möglichen Gegner…..und bei der „Vermessung“ der Operationsräume darf man die 3.Dimension nicht vergessen.
    Und da gibt es schon gewaltige Unterschiede zwischen dem Operationsraum Ostsee oder Mittelmeer und dem Operationsraum Pazifik oder auch Indik.
    Und wenn man sich diese Faktoren einmal näher vor Augen führt, dann relativiert sich ein wenig das Thema UBootbaukompetenz TKMS versus DCNS.
    Hinzu kommt, dass DCNS mit der Barracuda-Klasse ein bereits weitesgehend durchkonstruiertes und gebautes Muster hat, das Frankreich selbst einführen will. Die Anpassentwicklung auf dieselelekrischen Antrieb dürfte nicht weiter schwierig werden.
    Australien setzt also auf ein weitesgehend fertig entwickeltes „konventionelles“ Muster bei weitestgehender nationaler industriepolitischer Beteiligung am Bau und technisch-logistischer Unterstützung für diese Boote.
    Diese Entscheidung macht imho schon wirklich Sinn.

  3. Ja, sie „macht Sinn“ aber so eindeutig ist sie dann doch nicht: Es ist unklar, woher DCNS das neue (!) AIP nehmen will – es sei denn, man verzichtet zugunsten der Lithium-Ionen Batterietechnick darauf. Entweder müßte also Siemens das AIP Modul bereitstellen, oder Japan seine Batterietechnik, was beides nicht wahrscheinlich ist. Alle drei Bieter müssen im übrigen noch mit einem neuen stärkeren Permasyn Motor aufwarten. Die nächsten Jahre werden definitiv spannend für alle Beteiligten.

  4. „Ottone | 28. April 2016 – 2:10

    Ich reiche die Quelle zum vergrößerten Torpedorohr bei U35 und U36 nach: ESUT Ausgabe Feb. 2012, S.71, Autor D. Stockfisch. Zitat: „Die Boote werden mit einem druckfesten Transportbehälter für Spezialkräfte ausgerüstet und erhalten einen Vier-Mann-Taucherausstieg im Turm. Das Torpedorohr 6 wird umgebaut/vergrößert, um als Ausstieg für Spezialkräfte zu dienen.“ “

    Das ist doch mal was. Bedankt!

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