Die ‚Augsburg‘ und die Ägypter: Mittendrin, aber nicht dabei

Der französische Flugzeugträger Charles de Gaulle ist vom Einsatz gegen ISIS aus dem Persischen Golf zurück – und mit dem Träger auch die deutsche Fregatte Augsburg. Die war  als Zeichen der Solidarität mit Frankreich nach den Anschlägen in Paris am 13. November 2015  zum Geleitschutz der Charles de Gaulle abgestellt worden. Die ganze Trägergruppe (groupe aéronaval, GAN)  ist inzwischen wieder im Mittelmeer, einschließlich der Augsburg.

Und im Mittelmeer übt der Trägerverband jetzt: Im Seemanöver Ramses 2016 zusammen mit den Ägyptern, die ja einiges an französischer militärischer Hardware besitzen, zum Beispiel Rafale-Kampfflugzeuge:

Egypt and France began Sunday joint manoeuvres in the Mediterranean in which French Rafale warplanes purchased by Cairo last year are taking part, the Egyptian army said.
The “Ramses 2016” military and naval exercise is being held off the coast of the Mediterranean city of Alexandria and are expected to last for several days, the army said on its Facebook page.
Paris announced the manoeuvres Tuesday saying the French aircraft carrier Charles de Gaulle, which is being used to launch air strikes on the Islamic State group in Syria and Iraq, would also take part.

Die Augsburg gehört weiterhin zu dem Verband und schützt den französischen Flugzeugträger, auch während dieser ägyptisch-französischen Übung. Allerdings, sagt das deutsche Verteidigungsministerium, ist die deutsche Fregatte nicht Teil der Übung, auch wenn sie weiterhin für den Schutz der Charles de Gaulle zuständig ist.

Interessanterweise hat der Kommandant der Augsburg diese Übung bei seinem jüngsten Interview mit Radio Andernach gar nicht erwähnt. Die deutsche Fregatte wird den Träger wohl noch bis zum kommenden Wochenende begleiten.

10 Gedanken zu „Die ‚Augsburg‘ und die Ägypter: Mittendrin, aber nicht dabei

  1. Warum ist das interessant, dass der Kommandant eine Übung nicht erwähnt, an dem sein Schiff nicht aktiv teilnimmt? Vor allem wenn keine der Fragen darauf zielt. Diesen Schlussabsatz finde ich ziemlich merkwürdig. Was soll das impliziert aussagen?

  2. Ich finde es schon bemerkenswert, wenn der Kommandant zu den letzten Tagen dieses Einsatzes befragt wird, wie es ablaufen wird, aber nichts zu der Übung sagt. Ist aber vielleicht auch nur meine Wahrnehmung.

  3. Ich weiß, das die Besatzung froh ist…bald wieder Zuhause zu sein…sehr nervig als Anhängsel den Träger zu begleiten. Auftrag erfüllt….es kann doch endlich nach Hause gehen !!!! Fregattenkapitän Jörg Mascow hat sich wegen der Übung nicht geäußert, da die „Augsburg“ (bzw. Deutschland) nicht direkt an der Übung teilnimmt und auf Entlassung des Verbandes durch die Franzosen wartet.

  4. Das halte ich aber für ein Gerücht, dass „die“ Besatzung eine solche enge Integration in einen Trägerverband „nervig“ findet. Was findet man denn dann nicht „nervig“, bzw., wozu hätte „die Besatzung“ denn dann vielleicht alternativ Bock?

  5. Laut dem Marineforum: Das jüngste (4. März) Gerücht will nun wissen, dass die Intervention in der kommenden Woche mit Eintreffen des französischen Flugzeugträgers „Charles de Gaulle“ vor der libyschen Küste beginnen soll. Der Flugzeugträger, der auf dem Rückmarsch von seinem Anti-IS-Einsatz im Persischen Golf am 3. März den Suezkanal passiert hat, habe dazu ein großes Kontingent des französischen Heeres an Bord. Wann oder wo Soldaten, Fahrzeuge und Gerät eingeschifft worden sein sollen, dazu schweigen sich die Urheber dieser Meldung allerdings aus. Auch haben die französischen Streitkräfte für eine großangelegte amphibische Operation sicher andere (bessere) Optionen als den nach fünf Monaten Einsatz in die Heimat zurückkehrenden Flugzeugträger; da wären z.B. in Toulon stationierte Hubschrauberträger der MISTRAL-Klasse. Aber was wäre der Nahe Osten ohne seine kunstvoll gewebten Gerüchte…http://www.marineforum.info/Wochenschau/wochenschau.html

    [Das ist ein recht großzügiges „Zitat“ vom Marineforum – das dann bitte auch als solches kennzeichnen. T.W.]

  6. Bei einer Intervention Libyen werden die Ägypter wohl mit machen. Vielleicht trainieren die schon dafür? Der Handlungsdruck für den Westen entsteht, weil der IS seine Aktivitäten auf den sehr engen West Verbündeten Tunesien ausweiten will. Fasst der IS in Tunesien einmal Fuß, ist das sehr teuer den wieder los zu werden. Der Westen würde dort wohl die teure Rechnung übernehmen müssen.

  7. Impliziert wird in typisch journalistischer Manier, dass militärische Aussagen immer etwas zu verbergen haben. Was soll der arme Kommandant denn über eine Übung aussagen, an der er nicht teilnimmt? Wann hört die Presse endlich auf, sich dauernd so sensationslüstern-destruktiv zu verhalten? Das ist leider bei diesen Leuten längst alltäglich … und bitte Herr Wigold, ändern Sie Ihre unrealistische Wahrnehmung.

  8. @’waverunner‘

    Donnerwetter, der Vorwurf gegen mich war Ihnen ja so wichtig, dass sie extra dafür Ihren Nick geändert haben… Nun, wenn Sie das hier („dauernd“) so sensationslüstern-destruktiv finden: Ich zwinge niemanden, hier was zu lesen.

  9. @waverunner, Roadrunner

    Es hat nichts mit „journalistischer Manier“ zutun. Ich bin kein Journalist, finde es aber auch seltsam. Ob es sein Stolz, Versäumnis oder ob ein anderer Gedanke dahinter steht kann von uns hier keiner sagen, seltsam ist es trotzdem eine Übung seines „Schützlings“ zu verschweigen.

  10. Mannomann, was mein Crewkamerad da an „interessantem“ und „seltsamen“ Verhalten an den Tag gelegt hat, weil er die Übung womöglich nur wegen der Länge des Interviews einfach vergessen und ausgelassen hat.

    @Philip Runge
    Die Einbindung in einen Trägerverband halte ich (obwohl ehem. Bootsfahrer) wohl eher für den interessanten als nervigen Teil einer solchen Seefahrt. Das kommt bei deutschen Einheiten ja mal nicht so oft vor. Ich zähle aus meiner Erinnerung nur drei Mal, zuletzt die Hamburg in einem US Verband.

    Froh zu Hause zu sein ist Seemann/frau allemal. Aber es freut sich auch auf die nächste Fahrt. Das war bei mir jedenfalls meistens so.

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