Angriff auf EU-Hauptquartier in Mali, kein Angriff in Koulikoro

Das Hauptquartier der EU-Ausbildungsmission in Mali, in der Hauptstadt Bamako, ist am (heutigen) Montag von Bewaffneten angegriffen worden. Dabei kam nach bisherigen Meldungen niemand  von der Mission zu Schaden, wie die Mission EUTM Mali selbst bekannt gab:

Zwischenzeitlich gab es die – irrtümliche – dpa-Meldung, das Trainingscamp der EU-Trainingsmission in Koulikoro, wo zahlreiche Bundeswehrsoldaten stationiert sind,  sei ebenfalls angegriffen worden (die Meldung findet sich u.a. bei der Neuen Zürcher Zeitung). Sicherheitsheitshalber habe ich beim Einsatzführungskommando de Bundeswehr nachgefragt: Es gab heute nur den Angriff in Bamako, keinen weiteren.

Aus der bislang jüngsten Reuters-Meldung dazu: weiterlesen

Kanzlerin bei der Luftwaffe: „Das Beste aus den technischen Möglichkeiten herausholen“

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am (heutigen) Montag das Taktische Luftwaffengeschwader 31 Boelcke in Nörvenich besucht. (Auf dem Bild oben mit Geschwaderkommodore Oberstleutnant Stefan Kleinheyer, links, und Luftwaffeninspekteur Generalleutnant Karl Müllner, rechts). Zur Dokumentation ihr Pressestatement bei dem Besuch, nach der Mitschrift des Bundespresseamtes:

Ich bedanke mich für die Möglichkeit, heute das Taktische Luftwaffengeschwader „Boelcke“ hier in Nörvenich zu besuchen, das mir einen Einblick in die Tätigkeit der Luftwaffe und ganz besonders in die Tätigkeit derer gegeben hat, die den Eurofighter in den unterschiedlichen Aufgabengebieten fliegen, zum einen im Zusammenhang mit der Sicherung des Luftraums Deutschlands, dann aber auch im Zusammenhang mit der Sicherung des Luftraums im Baltikum, dem sogenannten Air Policing. weiterlesen

Bundeswehr schaut genauer in die Vorschrift: Erbsensuppe für Flensburger Weihnachtsmarkt gerettet

 

Übung United Endeavour 2014

Auf dem Flensburger Weihnachtsmarkt (und wohl auch bei anderen öffentlichen Veranstaltungen) darf die Bundeswehr auch künftig Erbsensuppe aus der Feldküche verkaufen. Das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) hat mal genauer in die Vorschriftenlage geschaut und festgestellt, dass solche traditionellen Auftritte der Truppe, einschließlich dieser Art Imbissbetrieb, im Interesse der Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr sehr wohl erlaubt sind. Damit dürfte sich die Stimmung in Flensburg wieder bessern, wo bislang ein Verbot der traditionsreichen Veranstaltung befürchtet wurde, wie die Stadt noch vergangene Woche mitgeteilt hatte:

Die Erbsensuppe der Bundeswehr, welche mittlerweile seit mehreren Jahrzehnten während des Flensburger Weihnachtsmarktes durch Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr verkauft wird, fand auch beim vergangenen Weihnachtsmarkt erneut große Zustimmung. (…)
Die Unterstützung durch die Bundeswehr hat Tradition. Seit dem Jahre 1985 erhielt die Stadt Flensburg nun insgesamt rund 338.400 Euro und konnte 297 Antragsteller bei der Durchführung sozialer Projekte unterstützen.
Dieser Tradition droht aktuell leider aufgrund der Bestrebungen des Bundesministeriums der Verteidigung das Ende. weiterlesen

Tornado-Einsatz gegen ISIS: Kein Auftrag zur Aufklärung kurdischer Stellungen

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Die Statistik, die das Verteidigungsministerium dem Linken-Abgeordneten Jan van Aken auf seine Anfrage nach den Einsatzflügen von deutschen Tornado-Aufklärungsflugzeugen im Kampf gegen die ISIS-Terrormilizen geliefert hat, ist zwar offensichtlich nicht mehr so ganz aktuell: In der (bislang noch nicht veröffentlichten Antwort) ist laut dpa von 134 Einsatzflügen die Rede; Anfang März hatte das Ministerium aber bereits von 148 Flügen gesprochen (mit jeweils zwei Maschinen pro Einsatz). Interessanter ist aber die immer wieder aufgebrachte – politische – Frage, ob die deutschen Aufklärungsergebnisse von der Türkei, ebenfalls Partner in der Anti-ISIS-Koalition, zu Angriffen auf kurdische Stellungen in Syrien und im Irak genutzt werden könnten. weiterlesen

Verwirrende Umfrageergebnisse: Bessere Ausrüstung der Truppe?

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Die Emnid-Umfrage zur Bundeswehr, die das Verteidigungsministerium am (heutigen) Montag veröffentlicht hat, finde ich in Teilen schon ein wenig verwirrend. Zwar geht es in dieser repräsentativen Umfrage vor allem um die Nutzung von Informationsangeboten des BMVg und der Bundeswehr, aber natürlich wurde auch die Haltung zur Truppe insgesamt, zu Auslandeinsätzen und zur Materiallage abgefragt.

Und bei der Materiallage stoße ich auf Seite 22 der Ergebnisse auf die interessante Aussage (siehe Grafik oben): Auf die Frage Wie schätzen Sie, nach allem was Sie aktuell über die Bundeswehr wissen, die Ausrüstung der Soldaten mit Waffen und Geräten ein? antworten 61 Prozent der 1.551 Befragten mit gut oder eher gut – im Westen Deutschlands ist diese positive Einschätzung laut Emnid sogar zwischen 2014 und 2015 von 47 auf 60 Prozent gestiegen (im Osten blieb sie ungefähr gleich).

Das ist auffällig. Denn sowohl 2014 als auch 2015 gab es immer wieder Berichte über Hubschrauber, die nicht fliegen; über neue Flugzeuge, die zu spät kommen, über fehlende Ausrüstung bei der NATO-Speerspitze. weiterlesen