Von der Leyen in Incirlik: Treffen mit türkischem Kollegen, Besuch bei der Truppe

20160121_Incirlik_vdlLYilmaz

Vom Besuch der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei deutschen Anti-ISIS-Kontingent auf der türkischen Luftwaffenbasis Incirlik hier nur ein paar Infos & Fakten (aus Zeit- und anderen Gründen):

Die Ministerin traf sich in Incirlik mit ihrem türkischen Kollegen Ismet Yilmaz, und inwieweit die Rolle der Türkei im Kampf gegen ISIS, aber auch der Umgang mit Kurden und das überhaupt schwierige Verhältnis zwischen der Türkei einerseits und Deutschland und Europa andererseits dabei eine Rolle spielte, werden wir im Detail vermutlich nie erfahren (Stichpunkte am Rande: Flüchtlinge, Visafreiheit für Türken in Europa sind Punkte, die neben dem Krieg gegen ISIS bedeutsam sind). Auffällig war jedenfalls, dass Yilmaz beim gemeinsamen Pressestatement vermied, von ISIS zu reden – sondern vom Kampf gegen den Terror sprach, welchen Namen er auch trage.

Neben diesem politischen Besuch ging es natürlich um den Besuch der Ministerin bei der Truppe, also den in Incirlik stationierten Besatzungen und Bodenpersonal für sechs Aufklärungs-Tornados und ein Tankflugzeug.

Von der Leyen ließ sich den Gefechtsstand ebenso zeigen wie die Bodenauswertestation für die Aufklärungsergebnisse. Piloten waren bei diesem Besuch (in großer Pressebegleitung) nicht zu sehen; deshalb konnte man die auch nicht nach Einzelheiten wie der fehlenden Nachtkampffähigkeit der Tornados fragen…

… aber sehr wohl den Kommodore des Einsatzgeschwaders, Oberst Michael Krah:

Incirlik_Kommodore_Krah_21jan2016     

 

Das Statement der Ministerin zum Abschluss (Journalistenfragen zwischendurch sind aus technischen Gründen nur schwer verständlich):

Incirlik_vdL_21jan2016     

 

Und noch ein bisschen Statistik: Bislang flogen die deutschen Tornados 34 Aufklärungsmissionen, dabei kamen 102 Flugstunden zusammen. Im Regelfall werden täglich zwei Einsätze mit jeweils zwei Maschinen geflogen. Der Tanker war bislang zu 33 Air-to-Air-Refueling missions unterwegs, mit 85 Stunden station time und 560 Tonnen Kraftstoffabgabe.

22 Gedanken zu „Von der Leyen in Incirlik: Treffen mit türkischem Kollegen, Besuch bei der Truppe

  1. die speerspitze des einsatzes und damit diejenigen nicht zugänglich zu mahcne die den eigentlichen Einsatz bestreiten und das Risiko für Leib und Leben tragen ist mal wieder prototypische BW Kommunikation

  2. Wie sie den Blogeintrag einstellten, hatte ich die aktuelle Ausgabe „Der Freitag“ in der Hand. Vielsagender Leitartikel zum Thema Außenpolitik mit der Türkei.

    Politik
    S. 1  
    Der darf das
    Türkei Ohne die Hilfe von Präsident Erdoğan kann Angela Merkel einpacken. Die deutsche Außenpolitik ist ein Muster für Opportunismus Lutz Herden

  3. Hmm, schade, die Frage WARUM erst jetzt auffällt, dass der Tornado keine Nachtsichtfähigkeit bietet und man jetzt in hektischer Arbeit nachbessern muss, kam leider nicht vor.

  4. Na, dass ist ja super !
    Alles bestens bei der Truppe !
    Krah und UvdL zeigen der Welt zu was wir imstande sind !
    Ich fasse es nicht überall klemmt die Säge und dann diese Parolen !
    Da fällt mir nur Max Liebermann ein :
    „Ach, wissen See, ick kann jar nich soville fressen, wie ick kotzen möchte.“

    War etwas ironisch gemeint ! Verzeihung !

  5. Eine Frage die sich bei mir aufgetan hat wenn ich mir Oberst Krah und vdL so anhöre, werden Aufklärungen, bei denen sich zufällig ergibt, dass auch Ziele aufgeklärt werden, die nicht dem IS zuzuordnen sind (Ich denke hier an PKK-Stellungen). Ohne hierbei Mutwilligkeit unterstellen zu wollen, aber es kann ja passieren. Wird die Aufnahme dann verworfen bzw. nicht weitergegeben?

  6. Kann nicht mal jemand dem Herrn General das omnipräsente EUROFIGHTER-Patch vom Arm nehmen, mittlerweile haben wir es begriffen, wie wichtig Stallgeruch wirklich ist… Ups, sorry,hat ja mit dem Artikel gar nichts zu tun…

  7. Zum Thema Einheitlichkeit ist das Bild im Album mit der Ministerin am Pult ohne Worte.
    Mal bei den USA schauen, wie man einheitlichen Anzug bei Ministerbesuchen hinbekommt…

    Oder es soll den Zustand der Truppe zeigen….

  8. @ FNU SNU | 21. Januar 2016 – 20:59

    Aber die Frau Minister sieht in dem Mantel sehr gekonnt und wichtig aus. Darauf kommt es doch an!

    Eine gelungen Aufnahme fuer ihren Kaminsims!

  9. Also, alles , was wir fotographieren, ist eindeutig ISIL. Das wissen wir ganz genau, denn wir akzeptieren nur ISIL-Fotoaufträge ! Und falls mal kein ISIL auf den Fotos ist, dann geben wir die Fotos nicht weiter….oder es war Nacht…………merkt diese Frau eigentlich noch, was für ein Schafscheiß ihr in die Sprechmappen geschrieben wird ?

  10. Denke schon,dass die Öffentlichkeit schon den Zustand der Truppe auch am Auftreten bewertet.
    Solange die höheren Offiziere ebenfalls ihre Anzugsindividuaität ausleben, wird es wohl niemanden interessieren.
    Im Interviewvideo war aber auch ein Heeresauflärer mit gelben Litzen am Kampfanzug zu sehen. Das kann aber Ottonormalverbraucher nicht erkennen.

    Eine der wichtigsten Fragen im Interview des Hr. Krah kam jedenfalls vom Hausherrn:
    Wird die Rettungskette durch die Amerikaner gestellt ( bei evtl. Bail out )?
    Antwort des Obristen :Ja. Hoffentlich ist das wirklich gewährleistet und wird nie gebraucht.

  11. Ist eigentlich noch jemanden aufgefallen, dass die Rechner des Bildauswerters auf Windows XP laufen? Einem der unsichersten Betriebssysteme, das vom Hersteller schon gar nicht mehr mit Updates versorgt wird.

    Die Frau in der Formation im Hintergrund bei der Rede ist ja besonders peinlich. Gibt es bei der Luftwaffe gesonderte Vorschriften für den Formaldienst? Wenn man sich die Bilder so betrachtet, dann fehlt eigentlich nur noch so ein alter Oberstaba mit Klappstuhl in der dritten Reihe.

  12. @Jens Schneider

    Litzen sind Teil des Anzugs. Jetzt ist aber auch mal gut mit dem Gefechtsfeldformaldienst.

    pi

  13. So, nun ist gut mit dem Formal/Anzugkrams, langsam mag man hier gar keine Fotos mehr verwenden, weil es dann in den Kommentaren nicht um die Inhalte geht, sondern um die Litze am Flecktarn. Meine Güte. (Und solche Sprüche wie Die Frau in der Formation …. ist ja besonders peinlich, die sehr nach Anzug-formaldienst-Machismo klingen, brauchen wir hier schon gar nicht.)

    Nachtrag: da einige da doch noch weiter dran rumkommentieren wollen: Nein.

  14. Hr. W., zu den statistischen Angaben, wurde das so ohne Frage mitgeteilt oder sind das Antworten auf konkrete, zielgerichtete Fragen? Mich würde auch interessieren ob weitere derartige Angaben für neugierige Interessenten verfügbar sind.

  15. @Carabas @WinXP
    Ja und?
    Diese Rechner sind noch relativ neu, es sind noch ganz andere Systeme unterwegs. ;)
    Was die angesprochenen Updates angeht, diese sind gänzlich uninteressant.
    Diese Systeme werden nicht an das Internet angeschlossen, sondern sind alleine schon aufgrund der Einstufung der zuverarbeitenden Daten als „gekapselte“ Systeme anzusehen. (Vereinfacht dargestellt).

    Persönliche Wertung:
    Der Versuch sich mit fachfremden Themen zu profilieren, geht meistens schief.

    [Persönliche Wertung vom Hausherrn: in die Sachdebatte dann noch persönliche Anwürfe reinzufummeln, wird extrem ungern gesehen. T.W.]

  16. @Carabas | 22. Januar 2016 – 8:41

    Was stört ein veraltetes Windows XP, wenn der Rechner keinen Zugang zu einem offenen Netz hat?

  17. @Stefan Büttner

    Die Statistik gab’s unaufgefordert als Info. (Na gut, sonst hätten wir natürlich danach gefragt ;-) )

  18. Es ist ein XP-Start-Button. Für Windows 7 ist der Button fast quadratisch ohne grünen Hintergrund.

    @ Tom: Wie kommen die Bildtaten in den Rechner? Wie kommen die bearbeiteten Daten aus dem Rechner? Wie kommen die aufgerufenen pdf.Dateien in den Rechner?

    Seit Stuxnet sollte klar sein, das es selten wirklich abgekapselte Systeme gibt.

    Schon alleine die Arbeitsplatzgestaltung ohne anscheinend ausreichende Sicherheitsregeln (Zigaretten und besondes Feuerzeug), Uhr und anscheinend auch die fehlende Abschirmung der Monitore/Kabel wirkt wenig professionel. In einem solchem Lager mit den „Kameraden“ vor Ort hätte ich eigentlich ein anderes Auftreten erwartet.

  19. Die Auswerteanlage läuft derzeit noch auf WinXP, bzw. älteren WIN-Server-Varianten. Sie wird allerdings gerade auf neuen Stand gebracht und auf die neueste Version der Auswertesoftware aktualisiert. Noch dieses Jahr soll jene Version in den Einsatz gebracht werden.
    http://www.rafael.co.il/Marketing/399-1683-en/Marketing.aspx
    Da sie in der Tat an kein Netz angeschlossen ist, ist ein veraltetes OS jedoch kein wirkliches Problem.
    Festzustellen ist, dass nicht die Qualität sondern wohl vielmehr die Quantität der/an Auswertestation(en) ein Problem darstellt.

  20. Aha!
    Litzen, Patches und der Anzug mal wieder….toll die „Vorgesetzten“ machen es ja vor! Kurzum sieht es so aus das entweder die Führung damit überfordert ist für Ordnung vor Ort zu sorgen, oder schlichtweg jeder macht was er will um sich zu „Präsentieren“.
    Ich denke sowieso das der Megapatch (traditionell bei allem was fliegt ?)
    noch vmtl. vor betreten türkischen Bodens auf der Uniform war.

    Apropos: um die Sicherheit der Beteiligten und deren Familien wird sich wie immer nicht geschert. Schöne detailaufnahmen von Gesichtern damit die „Hocherfreuten ISIS/IS/ISIL/DAESH Sympatisanten“ auch schön die Angehörigen daheim „besuchen können!
    Es stellt sich mir schon wieder das Nackenhaar wenn ich sehe, wie mit Personal und deren Sicherheit umgegangen wird!
    Nicht zu vergessen das dank der neuen Internet- und Telefonanbindung im Einsatz, alles noch schneller bei Facebook und co gepostet werden kann.

Kommentare sind geschlossen.