DroneWatch: Israelische Drohnen für die Bundeswehr, mit Bewaffnung (Zusammenfassung)

Heron_TP_Israel_AirForce

Die Bundeswehr soll ab 2018 mit israelischen Aufklärungsdrohnen des Typs Heron TP ausgerüstet werden, die auch bewaffnet werden können. Diese Auswahlentscheidung habe Generalinspekteur Volker Wieker getroffen, teilte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am (heutigen) Dienstag in Berlin mit (O-Ton dazu unten). Parallel prüft die Bundeswehr, ob weitere Modelle der unbewaffneten Aufklärungsdrohne Heron 1, die derzeit in Afghanistan eingesetzt wird, kurzfristig für die vorgesehene Mission in Mali beschafft werden können.

Die Aussage der Ministerin:

vdL_HeronTP_12jan2016     

 

Nach Angaben aus Regierungskreisen ist geplant, drei bis fünf Systeme vom Typ Heron TP von einem Konsortium zu leasen, dass aus der israelischen Firma Israel Aircraft Industries (IAI) und der Airbus-Tochter Airbus Defence&Space besteht. Die Drohnen sollen ab 2018 für die Einsätze der Bundeswehr zur Verfügung stehen und zwar vom Taktischen Luftwaffengeschwader 51 Immelmann in Jagel betrieben, aber in Israel stationiert werden. Die Kosten sollen knapp 600 Millionen Euro betragen.

Als Bewaffnung der Drohnen sind kleinere Lenkflugkörper vorgesehen, Details dazu waren zunächst nicht zu erfahren. Allerdings wird derzeit in der Bundeswehr ohnehin die Beschaffung von Luft-Boden-Effektoren kurzer Reichweite untersucht: Nicht nur für die unbemannten Systeme würde diese Bewaffnung gebraucht; auch die Tornados der Luftwaffe verfügen bislang über keine Waffen, mit denen sehr gezielt und mit beschränkten Kollateralschäden Bodenziele angegriffen werden können. Im Gespräch sind offensichtlich u.a. Brimstone-Lenfkflugkörper, die bereits von den Briten im Kampf gegen ISIS eingesetzt werden.

Für die Entscheidung für das israelische System gegenüber der US-Drohne Predator oder einer ihrer Varianten der Firma General Atomics wurde in Regierungskreisen die enge auch industrielle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Israel sowie die Erfahrungen mit dem unbewaffneten System Heron 1 angeführt. Da die Heron-Familie in der Bundeswehr bereits bekannt sei, werde die Einführung ein bis eineinhalb Jahre schneller möglich als bei der US-Drohne.

Allerdings gilt der Predator, so heißt es in Regierungskreisen, weiterhin als mögliche Rückfalloption, falls in den Verhandlungen mit den Israelis und mit Airbus bestimmte Probleme offen bleiben. Dabei geht es vor allem um die Zulassung der unbemannten Luftfahrzeuge.

Die jetzt entschiedene Drohnen-Lösung gilt nur als Überbrückung, bis 2015 2025 eine geplante europäische Drohne verfügbar sein soll. Aus diesem Grund entschied sich das Verteidigungsministerium auch für ein Leasing-Modell. Allerdings: schon das derzeit in Afghanistan genutzte System wurde geleast, weil mit einer raschen Neuentwicklung gerechnet wurde – und der Leasing-Vertrag immer wieder verlängert.

Die Prüfung eines Drohneneinsatzes in Mali ist kurzfristiger und von der Entscheidung für die Beschaffung bewaffneter Drohnen getrennt. Für die geplante Aufklärungsmission sollen zwar zunächst die vorhandenen LUNA-Drohnen eingesetzt werden, die allerdings nicht für die Überwachung längerer Strecken in dem riesigen westafrikanischen Land geeignet sind. Wenn die Gespräche mit dem israelischen Lieferanten schnell laufen, sollen bereits im Herbst dieses Jahres Heron-Drohnen dort für die Bundeswehr-Aufklärung eingesetzt werden.

Nachtrag: Die Bundeswehr hat auf ihrer Webseite einen überblick über die technischen Daten der Heron TP veröffentlicht – einschließlich der, damit offiziellen, Aussage: Das System kann jedoch auch mit Luft-Boden-Raketen ausgerüstet werden. Auf der Webseite des Herstellers findet sich allerdings keinerlei Aussage zu möglicher Bewaffnung.

(Foto: UAV operator next to the „Heron TP“ – Hagar Amibar/Israeli AirForce)

 

77 Gedanken zu „DroneWatch: Israelische Drohnen für die Bundeswehr, mit Bewaffnung (Zusammenfassung)

  1. [Fehlerteufel]
    Ich glaube kaum, dass “ bis 2015 eine geplante europäische Drohne verfügbar sein“ wird.
    [/Fehlerteufel]

  2. @ T.W.
    Die jetzt entschiedene Drohnen-Lösung gilt nur als Überbrückung, bis 2015 eine geplante europäische Drohne verfügbar sein soll
    Mit 2015 scheint sich aber in Ihrer Zusammenfassung ein kleiner Schreibfehler eingeschlichen zu haben.

  3. Wenn man jetzt doch eine Lösung sucht, Heron für Mali verfügbar zu machen, wird das einen deutlichen qualitativen Sprung in der Aufklärungsfähigkeit geben. Ob der er Betrieb der Heron aber dann noch in die mandatierte Obergrenze passen wird erscheint mir fraglich.

  4. Brimstone Beschaffung? Ja sollte es denn tatsächlich mal möglich sein eine Beschaffung am militärischen Bedarf auszurichten und keine industriepolitische Subventionspolitik zu betreiben?

    Daraus resultierende Frage: Würde die Brimstone (2?) dann auch in die deutschen EF mit integriert?

  5. Die Überbrückung mit zusätzlichen Heron1 hört sich gut an.

    Was ist mit 3-5 Systemen gemeint? 3-5 Drohnen? oder besteht ein System wie bei anderen Nationen z.B. aus einer Bodenstation und 3 Drohnen?

    Brimstone und deren Nachfolger Brimstone2 halte ich sowohl für Tornado, als auch für Eurofighter und eben auch die MALE Drohne für die richtige Wahl. Es wäre mal wichtig dass ein Luft-Boden FK querschnittlich eingesetzt werden kann und in größerer Menge angeschafft wird.
    Ist für die Heron TP dieser FK noch zu integrieren?
    SPIKE wäre auch eine mögliche Option… da dieser vom Heer auch bereits beschafft wird.

  6. Habe ich das richtig verstanden, dass die Herons dann fest in Israel stationiert werden? Das würde dann ja bedeuten, dass deutsches militärisches Personal aus dem Geschwader (Steuerung, Wartung…) ebenfalls fest auf israelischem Boden stationiert werden, oder?

  7. @Stephan L.

    Muss nicht unbedingt:
    Steuerung kann auch aus Jagel erfolgen. Wartung übernehmen die zivilen Vertragspartner. Ohne Bewaffnung muss sich auch darum niemand kümmern. Fertig.

  8. zur Verfügung stehen und zwar vom Taktischen Luftwaffengeschwader 51 Immelmann in Jagel betrieben, aber in Israel stationiert werden.
    eingerücktes Zitat

    Das Versthe ich nicht, was kann man sich darunter vorstellen ?

  9. Drohnen werden müssen nicht zwangsläufig aus einer nahegelegenen Basis gesteuert werden. Es besteht die Möglichkeit (welche fast immer genutzt wird), die Drohnen aus militärischen Liegenschaften zu steuern und die Auswertung auch in dieser Basis vorzunehmen. Beispiel: USA lenkt die Drohnen in Afghanistan auch aus europäischen US-Basen heraus…

  10. In Bezug auf kleine LFK die in Masse genutzt werden können wäre auch interessant ob z.b. LFK wie der Advanced Precision Kill Weapon System und Low-Cost Guided Imaging Rocket betrachtet werden.
    Das wäre auch für kleiner Luftfahrzeuge LUH-SOF und kleinere Drohnen wie LUNA NG oder eine mögliche marine Drohne interessant. Sowie für alle größeren Luftfahrzeuge als zielgenaue low cost Lösung von der sehr viel mitgeführt werden können.

  11. „Dabei geht es vor allem um die Zulassung der unbemannten Luftfahrzeuge.“ Warum sollte denn die „Zulassungsproblematik“ mit einer anderen „Drohne“ geringer sein?

  12. @ Tom
    Letzte Endes stellt sich für mich die Frage was die Stationierung in Israel konkret bedeutet.
    Mir ist auch bewusst das aktuell keine Heron Drone direkt in Deutschland stationiert sind. Alle UAVs sind in Afgahnistan oder halt hinundwieder bei IAI zur Ausbildung und oder im schlimmsten fallen zur Instadtsetzung. Und letzten Endes physisch immer im Besitz der Frima.
    Das mit der „Fehrnsteuerung“ ist mir also schon bekannt, war aber nicht wirklich der Hintergrund meiner Frage.

    So, wenn jetzt von „Sationierung in Israel“ und „betrieb in Jagel“ gesprochen wird, hört sich das jetzt schon etwas anders an als bisher. Zumal diese Übergangslösung eine sehr umfangreiche und langristige „Übergangslösung“ über eine ganze Dekade ist. Auch die P3C Orion ist gem. Bundeswehrsprech ein „Übergangslösung“.
    Beispielhaft frage ich mich zum Beispiel, ob alle Lfz der 3-5 Syteme (Was immer das auch alles umfasst) Dauerhaft außerhalb des Einsatzbetriebes in Israel stationiert sind, oder auch teilweise in Deutschland und was denn dann in Jagel noch „betrieben“ wird?
    Sicherlich mehr als ein Briefkasten für die schrifftliche Interessenbekundung zum RPA Operator ausgebildet zur werden!
    Sinn würde eine Sationierung bei IAI bzw. in Israel ja durchaus machen, man ist zum einen näher an potentiellen Einsatzgebieten und auch Luftfahrtrechtlich ist das Ganze in Israel wohl um einiges unkomplizierter als im amtmännischen God Old Europe. Und die Betreuung durch IAI würde genauso unkompliziert laufen können wie bis jetzt auch. Nicht dass ich etwas gegen eine Sationierung im Ausland oder direkt bei der Industrie hätte,
    dennoch würde ich es begrüßen, wenn die Bundeswehr im Ausland ein Waffensystem betreibt, ob geleast oder gekauft, dies dann auch deutlich kundtut z.B. durch die klare Benennung eines Luftwaffenstützpunktes im Ausland, hier eben in Israel. In Italien und den USA geht das ja ebenfalls. Aber vieleicht geschieht dies ja noch.

  13. Also das verstehe ich nicht:
    „und zwar vom Taktischen Luftwaffengeschwader 51 Immelmann in Jagel betrieben, aber in Israel stationiert werden. “
    Laut Wikipedia ist der Luftfahrzeugführer in einer „bis zu 400km“ entfernten Bodenstation.
    Israel – Jagel < 400km ???

    Oder kann die Drohne doch wie bei den Predators von weiter weg betrieben werden?

    Was ist denn bei einem "echten" Einsatz, dann können die Drohnen ja nicht mehr in Israel stationiert sein (außer das Einsatzgebiet wäre im Radius 400km um Israel herum). Werden dann die Drohnen und israelischen Wartungsmitarbeiter auch ins Einsatzgebiet verbracht? Was ist denn, wenn die (zivilen?) Mitarbeiter dann keine Lust haben in einem Krisengebiet zu arbeiten?

    Wäre das nicht alles einfacher, wenn die Drohne bei der BW in D stationiert und von deutschen Soldaten gewartet werden würde (auch wenn diese u.U. erst eingewiesen werden müssten oder ist dieses Wissen bereits vorhanden)?

    Für mich (Laie) hört sich das nicht wirklich praxistauglich an. Oder hat dieses Konstrukt doch Vorteile?

  14. @Tom

    „Drohnen werden müssen nicht zwangsläufig aus einer nahegelegenen Basis gesteuert werden. Es besteht die Möglichkeit (welche fast immer genutzt wird), die Drohnen aus militärischen Liegenschaften zu steuern und die Auswertung auch in dieser Basis vorzunehmen.“

    Wenn man zugriff auf die SAT Infra in erforderlicher Bandbreite und Abdeckung hat kann man das machen.
    Haben wir das?

  15. Zu einigen der hier aufgeworfenen Fragen: Da blieben heute die Details noch ein wenig schwammig, zumal ja mit dem heutigen Tag erst mal die Entscheidung gefallen ist, in Gespräche/Verhandlungen mit dem konkreten Ziel der Beschaffung/des Leasing der Heron TP einzutreten.

    Die Stationierung in Israel verstehe ich so, dass die UAV in Israel bleiben (und auch dort geübt wird), bis sie in einem Auslandseinsatz gebraucht werden. Nach Deutschland werden diese Systeme nie kommen (was nebenbei auch die Notwendigkeit einer Zulassung für den deutschen/europäischen Luftraum entfallen lässt). Zuständig ist das Geschwader in Jagel, wo am Simulator geübt wird und das das Personal für Einsätze mit diesen Drohnen stellt.

    Es ist, so habe ich das verstanden, offensichtlich nicht geplant, die Maschinen von Deutschland aus zu steuern; insofern scheint es bei der bisherigen Lösung bei Heron 1 zu bleiben, also Steuerung aus dem Einsatzland.

    Zu der Bewaffnung gibt es gar nichts Detailliertes bisher; dass LFK auch für bemannte Systeme gesucht werden, ergibt sich aus anderen Quellen/anderen Zusammenhängen.

    Tut mir leid, genauer habe ich es bislang auch nicht.

    Das a

  16. @Sven
    Die 400km beziehen sich auf die Entfernung zur Bodenstation die das ganze übermittelt und empfängt. Diese würde dann im Einsatzland stehen. Das heißt nicht das der Pilot daneben stehen muss der kann seine Lenkbefehle auch aus Deutschland an die Station und von da an die Drohne senden.

    Und für die Wartung im Einsatzland gibt es dann einen Vertrag der einem das ganze zusagt. Wie gut der ausgearbeitet ist muss man dann sehen. Zum Beispiel die HIL befindet sich ja auch in Einsatzländern.
    Ein ziviler Mitarbeiter kann sich natürlich weigern aber auch in Israel gibt es Arbeitsverträge in denen geregelt ist was der Mitarbeiter machen muss verstößt er dagegen wird dieser Vertrag dann wohl aufgelöst.

  17. @chris & all

    Bitte mal oben nachlesen: In Zusammenarbeit mit Airbus Defence&Space. Das läuft jetzt schon in Afghanistan so, wo zivile Techniker dieser Firma die Heron-Drohnen betreuen. (Nicht immer die Debatte bei Null anfangen….)

  18. Bzgl. „Stationierung ISR“

    Alles bleibt analog zum Heron 1.

    Der Heron 1 wird im Einsatzland betrieben und für Schulungsmassnahmen in ISR.
    Der Heron TP wird im Einsatzland betrieben und für Schulungsmassnahmen in ISR.

    Es liest sich vielleicht etwas verwirrend. Aber das sind wir hier ja schon gewohnt (vom BMVg).

    Die eigentliche Message ist:
    Auch der Heron TP scheint keine Zulassung für den deutschen Luftraum zu haben [zu bekommen?].

    P.S.: 2019 will D aus Holloman abziehen. Einige sahen in der möglichen Beschaffung des Predator ein mögliches Argument Holloman zu verlängern. Dieses Argument existiert jetzt nicht mehr. ;o)

  19. Was ist 2018 für ein Datum? Woran hakt es, dass man nicht sagt wir gehen umgehend in die Beschaffung und der Zulauf startet sobald wie möglich. Ich gehe davon aus, dass wenn man bei IAI heute anruft und „bestellt“, das Unternehmen nicht >2 Jahre brauche wird, bis die erste Drohne vom Band läuft.

  20. Ist die Entscheidung die Drohnen in Israel zu stationieren denn nur auf Wartung und Luftraumzulassung zurückzuführen oder kann man davon ausgehen, dass die Bundeswehr von vermehrten Auslandseinsätzen im Nahen Osten und Nordafrika ausgeht?

  21. Hm, eine richtige Entscheidung aus meiner Sicht…..aus vielerlei Gründen (die ich hier nicht auswalzen werde).
    Die Israelis haben schon seit Jahrzehnten ein hohes Interesse an einer Zusammenarbeit mit Deutschland auch und gerade in diesem Rüstungs-/Fähigkeitssegment…..und die haben da eine Menge zu bieten…….die sind vor allem flexibel genug die Vetragslage anzupassen falls es mit der „europäischen“ MALE bis 2025 mal wieder nichts wird.

  22. Abgesehen von der noch diffusen Stationierungsentscheidung verstehe ich es ebenfalls nicht,dass 2018 erst eine Beschaffung möglich ist!

    In der momentanen Lage mit Mali und evtl. Libyen, würde eine Beschaffung über den einsatzbedingten Sofortbedarf absolut Sinn machen.

  23. @Jens Schneider

    HeronTP ist nicht Heron 1, und der wird für Mali „geprüft“……einfach mal alles lesen, was der Hausherr oben geschrieben hat.

  24. „Warum erst 2018?“ fragen sich viele.

    1. Weil die Bundeswehr erstmal viele AVO und PO ausbilden muss. Denn auch Heron 1 muss regeneriert werden.

    2. Weil die zivile Firma [Airbus DS Airborne Solutions GmbH], die via Leasingmodell bereits Heron1 betreut und nun auch Heron TP betreuen wird, ebenfalls erstmal Personal ausbilden und regenerieren muss.

    3. Immerhin ist jetzt bereits der 12.01.2016

    Ob
    – genug Heron TP auf Halde rumstehen oder
    – ob diese produziert werden müssen oder
    – ob es da eine Warteliste gibt (JA, auch andere fliegen dieses Muster und haben vielleicht Bestellungen)
    werden andere besser wissen.

    Das Motto: „Hoppla jetzt komm´ ich“ oder das Prinzip „Lichtschalter umgelegt Licht an“ funktioniert bei komplexen Vorgängen nicht.

    Ich erwarte ggf. Mischbetrieb Heron 1 / Heron TP in MeS und ggf. später oder gleichzeitig oder stattdessen das ganze in Mali.

    Und nochmal: Heron TP im Einsatzland oder in ISR ist genau das, was seit 5 Jahren mit dem Heron 1 stattfindet. Das ist nichts „Neues“.

  25. @Memoria: die Frage der „Bewaffnungsfähigkeit“ ist doch eher etwas für die Presse und eine Frage, ob man eben Waffen darunter hängen WILL. Der Heron TP heißt in Israel „Eitan“ und IST bewaffnet. Die Frage ist vermutlich eher, wie man der deutschen Öffentlichkeit die „todbringenden Killerdrohnen“ verkauft und welche Waffen man dafür beschafft bzw. integrieren kann.

    @dallisfaction: die Frage „warum 2018“ hingegen ist meiner Meinung nach schon damit zu beantworten, dass IAI hier keine gigantischen Kapazitäten hat. Die Eitan wird ja nicht gerade in Massen produziert, die Israelis sind zwar technologisch weit vorne, aber viel kleiner als ihre gigantischen, amerikanischen Counterparts. Außer den 10 Maschinen für Indien gab es neben den einheimischen Streitkräften noch keine Aufträge, korrekt? Glaube also nicht, dass da dutzende, herrenlose Herons und Eitans herumstehen.

    2018 scheint mir für ein Rüstungsprojekt in heutiger Zeit geradezu rasant schnell. Vielleicht müssen ja auch noch ein paar „Sonderwünsche“ der Deutschen berücksichtigt werden.

  26. Wenn DEU aus Holloman abziehen, wo soll dann die Ausbildung stattfinden? Wo gibt es diese Flugbedingungen?

  27. @Christian S.:
    Natürlich ist es eine Frage des WOLLENS.
    Daher ja meine Frage: Will man die Fähigkeit 2018 haben?
    Oder nur die theoretische Möglichkeit?
    2018 ist ja praktischerweise auch nach der Wahl.

    Wenn man dies wirklich will, dann sind auch noch einige Hausaufgaben zu machen.
    Welche Wirkung wird gefordert?
    Wird die systemseitige Berücksichtigung der Bewaffnungsfähigkeit Teil des Leasing-Vertrages?
    Wie kann das Wirkmittel an einem geleasten System integriert werden?
    Wann wird die Bewaffnung ausgeschrieben?
    Wann erfolgt die Qualifikation/ Einsatzprüfung?
    Inwiefern umfasst die Inübungshaltung auch die Bewaffnung?

    Oder ist das alles weiterhin nur Gerede?

  28. @klabautermann

    Also lesen kann ich schon, und das gilt auch für den kompletten Artikel des Hausherrn.
    Neue Heron1 können vielleicht kurzfristiger für Mali nachgeleast werden.

    Trotzdem bin ich der Meinung, dass die Heron TP ebenfalls im Sinne der Sicherheit der Truppe schneller geleast werden könnten, über einen sofortbedingten Einsatzbedarf, als erst 2018.

    Die Einsätze mehren sich und die Soldaten wären sicherlich froh eine Drohne so schnell wie möglich als Back Up zur Verfügung zu haben.

    Nur in Berlin muß das schnell umgesetzt werden, wenn denn gewollt…..?

  29. @mwk

    „Wenn DEU aus Holloman abziehen, wo soll dann die Ausbildung stattfinden?“

    Evtl in Jagel oder Laage!

    “ Wo gibt es diese Flugbedingungen?“

    Nicht in Deu! Braucht man die?

  30. @Zimdarsen & mwk:

    Wittmund.

    A/A: Über Nordsee oder Mittelmeer
    A/G: Vlieland/Nordhorn/Deci

  31. P.S.: Mit WTM ist natürlich gemeint, dass dort auch erfolgreich die F-4 Ausbildung stattgefunden hatte. PA-200 wird von Jagel aus durchgeführt werden. Man braucht kein KHMN.

  32. Ist es nicht so, dass Israel es bisher immer vermieden hat, zuzugeben, dass bewaffnete Heron TP überhaupt existieren? Offiziell gab es die doch bisher nur unbewaffnet … oder wurde das zwischenzeitlich schon mal kommuniziert?

  33. Natürlich baut man bei der Auswahl des Heron TP auf dem „Leasing“-Konzept des Heron 1 auf. Aber mit dem Heron TP ist das schon eine ganz andere Kategorie. Insbesondere die Frage, wie und wo das Waffentraining realisiert werden soll wird interessant. Hier wird also in den ersten Jahren eine wesentlich intensivere Zusammenarbeit mit der israelischen Luftwaffe – und erst mal nur dieser – in Israel stattfinden müssen, als dies mit dem Heron 1 notwendig war.

    Bezüglich der Bewaffnung wurde bereits mehrfach in den parlamentarischen Raum kommuniziert, dass man sich hier daran orientiert, was an dem ausgewählten Muster, also dem Heron TP, bereits integriert ist. Leider gibt es hierzu anscheinend keine öffentlichen Informationen (vielleicht hat ja jemand mal etwas zu Heron TP und Bewaffnung gefunden?). Bzgl. des Predator B kann man ja die kompletten Bewaffnungsoptionen im Netz nachlesen, inkl. der Bewaffnung, die Italien kürzlich geordert hat.
    Hinsichtlich Sonderwünschen bei Bewaffnung am Heron TP wird einen die Zulassungsrealität schnell einholen. Nachdem ja schon die luftverkehrsrechtliche Zulassung der reinen Aufklärungsversion eine Herausforderung ist, wird das mit Waffenintegration, einschließlich Zulassung der Munition für die Bundeswehr, nicht einfacher.
    Das Thema Zulassung wurde ja bei der Auswahlbegründung bisher völlig außer acht gelassen. Sehr bemerkenswert, wo es doch nach den Eurohawk Erfahrungen immer das prominenteste Risiko war. Hoffentlich hat das Luftfahrtamt der Bundeswehr das schon alles geprüft – denn es ist leider nicht so, wie in einigen Kommentaren oben bereits angedeutet, dass eine Stationierung im Ausland die Zulassung einfacher macht. Auch der Heron 1 in Afghanistan hat eine – wenn auch sehr eingeschränkte- Zulassung, die es der Bundeswehr z.B. nicht so einfach ermöglicht, damit in ein anderes Einsatzland zu gehen. Beim Nachfolgemodell HERON TP benötigt man auf jeden Fall mehr Flexibilität für zukünftige Einsatzszenarien, und das bestimmt weit über 2025 hinaus. Auch Großbritannien hat ja erkannt, dass MALE UAS nur flexibel eingesetzt werden können, wenn sie eine Zulassung, idealerweise auch für den Flugbetrieb im heimischen Luftraum, besitzen. Deshalb beschafft Großbritannien als Nachfolger des PREDATOR B den Certifiable Predator B, der nach den aktuellen Standards im Hinblick auf Erfüllung der Zulassungsvorschriften entwickelt wurde.
    Und wir sollten alle die Daumen drücken, dass nicht in 2 Jahren britische Certifiable PREDATOR B – natürlich mit Verkehrszulassung-im europäischen Luftraum herumfliegen, während wir noch an der Zulassung des Heron TP rumdoktorn … ; )

  34. @ CRM Moderator

    3x darf man raten wo die neuen AVO herkommen werden. Das sind entweder aktive Jetpiloten oder welche, die gerade in Ausbildung sind. Mit einem Mindset welches von Beginn an eingetrichtert und geformt wird, kann man sich sicher schon denken wie dort die Berufszufriedenheit/Motivation/Leistungsbereitschaft aussehen wird.

    Zumindest war dies in der Vergangenheit so. Dabei kommt nichts Gutes rum.
    Wen weiteres interessiert, der kann gerne beim VBSK einmal die „Jetnews“ lesen.

    Besonders heftig ist es, wenn der Großteil der Flugschüler heutzutage noch studieren geht/gehen muss oder auf Grund der langen Wartezeiten schon alt geworden ist. So arbeiten manche 8 Jahre lang darauf hin, dass ihnen 3 Monate vor Beendigung der Fortgeschrittenenausbildung die Weiterschulung auf Eurofighter oder Tornado plötzlich verwehrt wird und am Ende eine Drohne steht.

    Da man nach seinem Turn auf Drohne nun schon 12 Dienstjahre auf dem Buckel hat und die fliegerische Ausbildung schon lange zurückliegt, so vergrault man diese Jungs komplett und verkündet, dass eine weitere fliegerische Tätigkeit verwehrt bleibt. 0 Planbarkeit, 0 Wiedereingliederung im Zivilleben, 0 Karriere, die Familie wird auch irgendwann an ihre Grenzen kommen.

    Bei den glücklichen der Unglücklichen musste in Holloman erst kürzlich der Trainingssyllabus auf Tornado erheblich angepasst werden, damit die Leute nicht reihenweise durch den Lehrgang fallen.
    Damit erzieht man sich seinen zukünftigen fliegerischen Führungsnachwuchs! Nicht!

    Eine eigene Drohnen Schiene muss her! Die benötigten Slots mit freiwilligen Offiziersanwärtern/Transportpiloten/Technikern „anwerben“ (finanzielle Vergütung/Planbarkeit/Karriere), diese ins Ausland zur Ausbildung schicken und fertig.

  35. Interessant wäre, ob es eine SollOrg – Anpassung gibt. Das AG hat derzeit, soweit ich weiss, kaum genug Personal RS und Türkei zu bedienen. Und der grösste Knackpunkt liegt wohl beim Auswertepersonal. Wenn da nicht kräftig aufgestockt wird, fliegt keine Drohne in AFG und gleichzeitig TOR in der Levante und gleichzeitig Drohne in Afrika…

  36. Heron TP hat wohl einen ähnlich hohen Grad an verbauten deutschen Bauteilen (40%) wie Heron 1.

    Es ist eine gute Wahl und nun muss das PersAmt und das KdoLw schnell handeln. Viele junge Unter- und Offiziere mit Potenzial verlassen gerade frustriert die Truppe und würden gerne bleiben. Doch man muss Perspektiven aufzeigen.

  37. Die Kosten sollen knapp 600 Millionen Euro betragen.

    Ist bekannt, wie sich diese Kosten zusammensetzen?

    Unter https://en.wikipedia.org/wiki/IAI_Eitan finden sich die Kostenangaben „Unit cost: $35M“ und „India finalized deal of 10 armed Heron TP for $ 400million.“.

    Die 600 Millionen für das Leasingpaket (Sind das die Gesamtkosten über 7 Jahre?) wären dann circa das drei- bis fünffache des Kaufpreises.

  38. @Ein Leser

    Da ist der erste (dessen Miete für die 7Jahre ;-)) von vielen, nötigen Satelliten mit dabei ;-)

  39. @Cirrus:

    „Deshalb beschafft Großbritannien als Nachfolger des PREDATOR B den Certifiable Predator B, der nach den aktuellen Standards im Hinblick auf Erfüllung der Zulassungsvorschriften entwickelt wurde.“

    Gibt es hierzu detailiertere Informationen? Meines Erachtens verüfgen UAV’s aus Kostengründen nicht über die notwendige Redundanz der Hardware, um Sie wirklich sicher im zivilen Luftraum zu betreiben. Zumal die Kommunikationsverbindung mit der Bodenstation hier ein Flaschenhals darstellt. Also ich kann mir nicht vorstellen, wie das funktionieren soll.

  40. Zm Nachtrag:
    Der Artikel verstärkt den Verdacht, dass die Bewaffnung bisher nicht konsequent durchdacht ist.

    Welche vorhandene (?) skalierbare Bewaffnung soll denn bis wann verfügbar sein?

  41. @ Ein Leser

    Die Frage habe ich mir auch schon gestellt, zumal schon beim U-Boot Deal Deutschalnd 1/3 der Kosten getragen haben soll.

  42. Laut der Tageszeitung „Die Welt“ soll lediglich eine zusätzliche Heron 1 beschafft werden. Diese soll zum Herbst geliefert werden und dann auch direkt die Luna’s in Mali ergänzen.

  43. @Labacco

    Hm, die ‚Welt‘ hat den gleichen Stand wie ich gestern und formuliert halt „eine Drohne“, allerdings habe ich das so verstanden, dass es noch in der Prüfung ist und über die Zahl noch nicht wirklich was feststeht. Ansonsten war ja ohnehin klar, dass damit LUNA ergänzt werden soll.

  44. @ Pirol

    Bzgl. Certifiable Predator B kann man einige Informationen auf der Website der General Atomics Aeronautical finden. Dort einfach nach Certifiable Predator B suchen.
    Bzgl. der britischen Pläne findet man einiges im Netz wenn man nach „Protector UAV“ sucht.
    Die Briten sind übrigens im vergangenen Jahr schon mit einem kleinen MALE UAS (Hermes Watchkeeper) im zivilen Luftraum geflogen.

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