DroneWatch: Israelische Drohnen für die Bundeswehr, mit Bewaffnung (Zusammenfassung)

Heron_TP_Israel_AirForce

Die Bundeswehr soll ab 2018 mit israelischen Aufklärungsdrohnen des Typs Heron TP ausgerüstet werden, die auch bewaffnet werden können. Diese Auswahlentscheidung habe Generalinspekteur Volker Wieker getroffen, teilte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am (heutigen) Dienstag in Berlin mit (O-Ton dazu unten). Parallel prüft die Bundeswehr, ob weitere Modelle der unbewaffneten Aufklärungsdrohne Heron 1, die derzeit in Afghanistan eingesetzt wird, kurzfristig für die vorgesehene Mission in Mali beschafft werden können.

Die Aussage der Ministerin:

vdL_HeronTP_12jan2016     

 

Nach Angaben aus Regierungskreisen ist geplant, drei bis fünf Systeme vom Typ Heron TP von einem Konsortium zu leasen, dass aus der israelischen Firma Israel Aircraft Industries (IAI) und der Airbus-Tochter Airbus Defence&Space besteht. Die Drohnen sollen ab 2018 für die Einsätze der Bundeswehr zur Verfügung stehen und zwar vom Taktischen Luftwaffengeschwader 51 Immelmann in Jagel betrieben, aber in Israel stationiert werden. Die Kosten sollen knapp 600 Millionen Euro betragen.

Als Bewaffnung der Drohnen sind kleinere Lenkflugkörper vorgesehen, Details dazu waren zunächst nicht zu erfahren. Allerdings wird derzeit in der Bundeswehr ohnehin die Beschaffung von Luft-Boden-Effektoren kurzer Reichweite untersucht: Nicht nur für die unbemannten Systeme würde diese Bewaffnung gebraucht; auch die Tornados der Luftwaffe verfügen bislang über keine Waffen, mit denen sehr gezielt und mit beschränkten Kollateralschäden Bodenziele angegriffen werden können. Im Gespräch sind offensichtlich u.a. Brimstone-Lenfkflugkörper, die bereits von den Briten im Kampf gegen ISIS eingesetzt werden.

Für die Entscheidung für das israelische System gegenüber der US-Drohne Predator oder einer ihrer Varianten der Firma General Atomics wurde in Regierungskreisen die enge auch industrielle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Israel sowie die Erfahrungen mit dem unbewaffneten System Heron 1 angeführt. Da die Heron-Familie in der Bundeswehr bereits bekannt sei, werde die Einführung ein bis eineinhalb Jahre schneller möglich als bei der US-Drohne.

Allerdings gilt der Predator, so heißt es in Regierungskreisen, weiterhin als mögliche Rückfalloption, falls in den Verhandlungen mit den Israelis und mit Airbus bestimmte Probleme offen bleiben. Dabei geht es vor allem um die Zulassung der unbemannten Luftfahrzeuge.

Die jetzt entschiedene Drohnen-Lösung gilt nur als Überbrückung, bis 2015 2025 eine geplante europäische Drohne verfügbar sein soll. Aus diesem Grund entschied sich das Verteidigungsministerium auch für ein Leasing-Modell. Allerdings: schon das derzeit in Afghanistan genutzte System wurde geleast, weil mit einer raschen Neuentwicklung gerechnet wurde – und der Leasing-Vertrag immer wieder verlängert.

Die Prüfung eines Drohneneinsatzes in Mali ist kurzfristiger und von der Entscheidung für die Beschaffung bewaffneter Drohnen getrennt. Für die geplante Aufklärungsmission sollen zwar zunächst die vorhandenen LUNA-Drohnen eingesetzt werden, die allerdings nicht für die Überwachung längerer Strecken in dem riesigen westafrikanischen Land geeignet sind. Wenn die Gespräche mit dem israelischen Lieferanten schnell laufen, sollen bereits im Herbst dieses Jahres Heron-Drohnen dort für die Bundeswehr-Aufklärung eingesetzt werden.

Nachtrag: Die Bundeswehr hat auf ihrer Webseite einen überblick über die technischen Daten der Heron TP veröffentlicht – einschließlich der, damit offiziellen, Aussage: Das System kann jedoch auch mit Luft-Boden-Raketen ausgerüstet werden. Auf der Webseite des Herstellers findet sich allerdings keinerlei Aussage zu möglicher Bewaffnung.

(Foto: UAV operator next to the „Heron TP“ – Hagar Amibar/Israeli AirForce)

 

77 Gedanken zu „DroneWatch: Israelische Drohnen für die Bundeswehr, mit Bewaffnung (Zusammenfassung)

  1. In der Welt Online von heute, 13.1. 16 ist eine interessante Bemerkung des Wehrbeauftragten des Bundestages, Hans-Peter Bartels:
    „Die Wahl der Drohne Heron-TP wirkt sich laut Bartels günstig auf die Pläne aus, eine europäische Drohne zu entwickeln. Eine Entscheidung für das amerikanische Predator-Modell hätte das europäische Projekt unwahrscheinlicher werden lassen, sagte er.“

    Soll das nun bedeuten, dass Airbus ohne das Know-how des Heron TP nicht in der Lage wäre, die Eurodrohne zu entwickeln? Oder ist damit gemeint, dass die Predator – Auswahl auch eine längerfristige MALE-Option dargestellt hätte?
    Wenn diese Aussage von Bartels zutreffend ist, dann haben ja unsere Partner bei der Eurodrohne (Frankreich, Italien und Spanien) ein Problem, da sie alle den Predator fliegen?

  2. Der Wehrbeauftragte des Bundestages wird in der Welt Online vom 13.1.16 in dem Artikel „Bundeswehr will mit Kampfdrohnen nicht gezielt töten“ zitiert:

    „Die Wahl der Drohne Heron-TP wirkt sich laut Bartels günstig auf die Pläne aus, eine europäische Drohne zu entwickeln. Eine Entscheidung für das amerikanische Predator-Modell hätte das europäische Projekt unwahrscheinlicher werden lassen, sagte er.“

    Was genau meint er damit? Ist Airbus nicht in der Lage ohne das Know -how des Heron TP die Eurodrohne zu entwickeln? Oder meint er damit etwa, dass eine Auswahl des Predator B durchaus auch eine langfristigere MALE UAS Option dargestellt hätte, und somit die Entwicklung der Eurodrohne nicht mehr notwendig wäre?
    Was wohl unsere Partner (Frankreich, Italien und Spanien) bei der Eurodrohne dazu sagen, die fliegen doch alle den Predator B und haben damit offensichtlich kein Problem hinsichtlich Eurodrohne?

  3. @Anubiswächter

    Wenn das gleiche Leasing-Modell wie für die Heron-Drohnen in Afghanistan angewandt wird, mit deutschem Hoheitszeichen.

    /edit: Update zum nachfolgenden Absatz: Bilder sind da, nur nicht auffindbar. Warum auch immer. https://www.flickr.com/photos/bundeswehrfoto/22644554807/in/photostream/lightbox/

    (an dieser Stelle hätte ich gerne einen Link zu einem Heron-Foto aus dem Afghanistan-Einsatz gesetzt, um die Heron mit Hoheitszeichen zu zeigen. Leider ist die Zentralredaktion der Bundeswehr im vergangenen Jahr angewiesen worden, den bisherigen Flickr-Account unter dem Namen ‚Augustinfotos‘ durch einen neuen unter dem Namen ‚Bundeswehrfoto‘ zu ersetzen. Das führt nicht nur dazu, dass die früheren Links zu den Fotos tot sind, sondern auch zu dem merkwürdigen Ergebnis, dass eine Suche nach ‚Heron‘ in diesem Bildbestand zu keinem Ergebnis führt: Entweder wurden die Fotos ersatzlos gelöscht oder die neu eingestellten Fotos nicht entsprechend verschlagwortet. Vermutlich nennt man so was Social Media Strategie.)

    Ein Bild aus meinen Beständen, auf dem das Hoheitszeichen leider nicht ganz so gut erkennbar ist, gibt es hier: http://augengeradeaus.net/2013/12/kein-gruppenbild-mit-drohne-die-menschen-mussen-im-mittelpunkt-stehen/

  4. @T.Wiegold und Anubiswaechter:

    Deutsche Flugzeuge mit deutschen Soldaten im Einsatz müssen immer ein deutsches Hoheitsabzeichen führen – und damit die entsprechende Zulassung haben. Das hat u.a. auch mit dem juristischen Ausdruck der „Verfügungsgewalt“ zu tun.
    Anders sieht es aus, wenn die deutschen Heron Piloten in Israel Ausbidung betreiben, das geht dann auch mit israelischen Flugzeugen, wird ja bei der Jetpilotenausbildung in den USA auch gemacht.

  5. @T.W.

    Muss nicht unbedingt nachteilig sein, kenn das System zwar nicht, jedoch solange das Kabel schnell genug abwickelt und die Verbindung zur Drohne Spannungsfrei ist, sollte es klappen.

  6. @T.W.: Nicht ganz richtig, siehe https://www.youtube.com/watch?v=IZVqUeA1FhQ. Das System arbeitet im Mod 1 mit „fire & forget“ (Bildverarbeitung und braucht kein Glasfasserkabel mehr, wenn wenige Sekunden nach dem Start vergangen sind).

    Im Mod 2 kann man aber auch abbrechen bzw. umdisponieren (Kollateralschäden vermeiden, oder auch ein höherwertigeres Ziel erfassen), dann wird aber das Glasfasserkabel gebraucht!

    Deshalb soll auch L.I.S.A. das SPIKE-System bekommen und eben nicht HELLFIRE.

    Mit dem „Umdisponieren“ hat man auch ein ganz starkes Argument zur „Rechts- und Ethik-Basis“, nicht nur bei „Dunkel-Rot“!

  7. Welchen Gefahrenbereich hat ein Wirkkörper (zB Gefechtskopf Spike) welcher von einer Plattform in ca 6000m Höhe auf ein Ziel in 6000m plus Entfernung, bei einer Signallaufzeiten von 3sec plus?

  8. @all & Nachtrag: Mal was Positives vom Amtmann. Man darf dem BMVg und dem GI nach den unendlichen und jahrelangen Dronen-Debatten für deren Entscheidung pro HERON-TP (EITAN) nur noch gratulieren.

    Ob allerdings SPIKE der Ausschlag war, darf ich dahingestellt lassen.

    Wie war das noch mit dem blinden Huhn und dem Korn? :

  9. Klar, dass sich hier vieles um die Bewaffnung geht. Der Rest steht ja nun einstweilen fest.
    Brimstone wäre bei Querschnittlichkeit konsequent. Aber von MBDA international und damit Welten entfernt von der deutschen MBDA, die jeden Strohhalm sucht, falls man bei TLVS scheitert. Aber was wäre das Target-Spektrum?
    Die Laser-Sidewinder von Diehl ist ein Konzept, was ich so gar nicht nachvollziehen kann. Im Bereich der gelenkten 70mm-Raketen/FK (kommt jetzt beim Tiger?) gäbe es weltweit sehr interessante Lösungen, auch die LMM oder die neue FFLMM von Thales brächte dosierte Wirkung für CAS bei sehr viel Tragkapazität. Und dann noch die US- oder Israel-Lösungen.
    Oder macht das BMVG nur Nebel und wird Leucht, Nebel und Gefechtsfeldverdunkelung beschaffen, weil man ja keinem wehtun will? Vielleicht spricht ja auch das Heer mit, denn für CAS wären sie ja die Kunden.

  10. @niemand:

    Ja. Die Artikel in der JetNews sind sehr informativ. Da scheint einer sehr nah am Geschehen zu sein. :)

    Alles was sie zu einer eigenen Laufbahn im Bereich UAS sagen unterschreibe ich sofort.
    Am Anfang war es gut und richtig auf erfahrenes Personal zu setzen, um überhaupt den Einstieg hinzukriegen. Seitdem sind 6 Jahre vergangen. Es war lange genug Zeit eine eigene Laufbahn einzuführen. Aber vielleicht ist dies gar nicht gewünscht. Dann hätten die bereits Jetausgebildeten noch nicht mal ein Drohnencockpit sondern Schreibtische. Geht ein Licht auf?

  11. I. Mögliche Bewaffnung
    Für mich als technischen Laien sind die Fragen möglicher Bewaffnung sehr interessant mitzuverfolgen. Ich frage mich allerdings, welche Vorteile die jeweiligen LFK haben (und Vorteile beschränkt auf ihren einsatztaktischen Mehrwert, also sicherheitspolitische Aspekte außen vor-bleibend)?

    1. Der Brimstone LFK ist (ausweislich der Wikipedia) eine „Hellfire für Jets“, weil die Hellfire die hohen Belastungen der Jets bei Überschallgeschwindigkeit bzw. hohen G-Kräften nicht gewachsen ist. Was die Heron TP betrifft, so erreicht dieses Flugsystem in Anbetracht seines Designs und seines Antriebes sicherlich keine Überschallgeschwindigkeit. Das wirft die Frage auf: Weshalb gerade Brimstone und nicht Hellfire?

    Ein Argument für die Brimstone könnte eine mögliche Bewaffnung des Eurofighters damit sein. Ist es aber nicht auch in diesem Falle so, dass das System Eurofighter auch dafür erst vorbereitet werden müsste und also die gleichen technischen (bzw. finanziellen) Schwierigkeiten auftreten, wie bei der Integration anderer Luft-Boden-LFK? Dem Grunde nach stellt sich diese Frage doch auch beim Tornado?

    2. Was die Spike betrifft, so trete ich den Ausführungen von T.W. bei, möchte die Aussage, wonach per Glasfaserkabel gesteuerte LFK für fliegende Systeme eher nachteilig sind, aber dahingehend präzisieren, dass damit sich schnell vorwärts bewegende Flugsysteme gemeint sind, nicht aber schwebende. Dass ein System flugfähig ist, ist also nicht dem Grunde nach schädlich (vgl. HOT 3 beim UH Tiger).

    3. Im Übrigen lag mir die Frage auf der Zunge, was die Israelis denn so an die Heron TP „dran hängen“. Da es dazu aber scheinbar keine öffentlichen Informationen gibt, scheinen nur Spekulationen möglich zu sein.

    II. Hoheitszeichen
    @ Cirrus und T.W.:
    Die Sache mit den rechtlichen Voraussetzungen und Folgen war tatsächlich Hintergrund meiner Frage nach den Hoheitszeichen, insb. vor dem Hintergrund der Bewaffnungsfähigkeit und also möglicher Ausübung „von hoheitlichem Zwang“.

    Halten wir fest: Ein in Israel konstruiertes (und ggf. gebautes) und dort stationiertes Waffensystem, welches von einem internationalen Konsortium (Israel Aircraft Industries, Israel, und Airbus-Tochter Airbus Defence&Space, Deutschland/Frankreich/Spanien/Großbritannien) geleast (sich also im Eigentum des Konsortiums befindet) und gewartet/instand gesetzt wird, und wahrscheinlich mit Waffen eines anderen internationalen Unternehmens bewaffnet, wird von Deutschen betrieben und gesteuert. Das wirft (auf den ersten Blick) die Frage auf, wie „deutsch“ diese Drohnen sind.

    In rechtlicher Hinsicht ist Leasing eine Wissenschaft für sich. Welches Leasing-Modell wird denn bei Heron 1 zurzeit verwendet? Gerade hinsichtlich folgender Fragen:

    Welches Recht wird angewandt? Welcher Gerichtsstand (Schiedsgericht?)? Inwieweit kann die Leasingsache (Heron TP) durch ein neueres Modell ausgetauscht werden? Soll die Leasingsache nach der Leasingdauer vom Leasingnehmer käuflich erworben werden (Eigentumsübergang)? Inwieweit sind Gewährleistungsrechte ausgeschlossen? Was passiert beim Untergang der Sache (bspw. Abschuss): Besteht ein Sonderkündigungsrecht für den Leasingnehmer? Falls nicht: Ist die Leasingsache versichert? Was passiert bei absichtlicher Beschädigung der Sache durch einen Dritten?

    Und diese Fragen betreffen nur das Leasing. Wenn man dann noch das öffentliche Recht (Ausübung hoheitlicher Gewalt) und insb. internationales Recht (Ist es schon ein Krieg oder kämpft man nur wie im Krieg?) hinsichtlich der Hoheitszeichen beachtet, wird es richtig (rechtlich) interessant, auch wenn es im weltpolitischen Alltag weniger eine Rolle spielen muss (wie uns die vielen „unbekannten, grünen Männchen“ in der Ukraine bewiesen). Zahlreiche spannende Fragen, die jedoch hier bei AG! nicht Schwerpunkt sind (Antworten nehme ich dennoch gerne entgegen).

    III. Vorteile der Heron TP für eine künftige Euro-Drohne
    @ Cirrus:
    Sie werfen unter Bezugnahme des Zitats von Bartels die Frage auf, ob Airbus nicht in der Lage sei, ohne das Know-how des Heron TP eine Euro-Drohne zu entwickeln.

    Für mich als technischen Laien: Es ist zwar reine Spekulation, aber ob ein Wehrbeauftragter (mit seinen Aufgaben und Befugnissen) die technische Expertise hat, dies zu beurteilen? Schon deshalb würde ich dieser Aussage nicht allzu viel Bedeutung beimessen.

    Auch vor dem Hintergrund, dass Airbus & Co. (Co. = andere europäische Rüstungsfirmen) durch Studien wie Barracuda (ja, keine MALE, weiß ich) bereits Drohnen mit einigem technischen Potenzial entwickelt haben, indiziert IMHO, dass genügend Expertise zur Entwicklung der fraglichen Euro-Drohne vorhanden ist (außerdem wird zurzeit eine Studie für eine Euro-Drohne konzipiert/entwickelt).

    PS @ T.W.:
    Die Lektüre des von Ihnen verlinkten Beitrages aus 2013 ist knapp zwei Jahre danach vor dem Hintergrund der „individuellen politischen Schwerpunkte“ bei der Führung des Verteidigungsministeriums durch vdL immer noch (bzw. gerade deshalb) ein Hochgenuss.

  12. Wird aber auch so langsam Zeit.

    „Airbus stellt Drohnenabwehr-System vor. Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas hat Airbus Defence and Space ein System gezeigt, das unerlaubt eindringende Flugobjekte aufspüren und unschädlich machen soll.“(Quelle, Flugrevue)

  13. @Immer_noch_interessiert

    „Und zweitens ist die sogenannte Abruchfähigkeit, heutzutage eine der wesentlichen Forderungen seitens der höheren Führung, bei der Beschaffung von solchen Lenkflugkörpern.“

    Nützt bei SAT RPA nichts.

  14. @CRM-Moderator

    :-) So ganz unvoreingenommen vermag ich hier natürlich nicht zu schreiben, in der Tat.

    Es gab zuvor auch schon eine (recht gute) Zwischenlösung. Die Kameraden die auf Drohne gingen, konnten parallel dazu ihre Scheine auf dem Tornado aufrechterhalten. Ein Doppelrating sozusagen. Da die Drohnenratings mit einem zivilen Schein ehemals auf Cessna Citation erhalten wurden, bekamen Drohnenpiloten nun eben auch den sehr begehrten zivilen Schein.

    Der Haken bei der Sache: Es gab damals noch/es gibt teilweise immer noch, BO41. Diese nutzten dies Qualifikation natürlich, um sich zivil besser aufstellen zu können. Daher wurde der Umgang mit einem Doppelrating mittlerweile zum Schlechteren verändert. Erst ca 4 Jahre Drohne fliegen, dann eventuell zurück zur Jetfliegerei. Wenn man das dann überhaupt noch richtig kann. 2 Jahre nicht fliegen können dann schon fatal sein.
    Dass BO41 mittlerweile eine aussterbende Art sind -zumindest was die Planungssicherheit bezüglich der neu bestellten Drohnen angeht-, sollte den Verantwortlichen in Köln und Berlin hinsichtlich einer zukünftigen Einplanung auf Drohne für Jetpiloten so oft wie möglich vor Augen geführt werden.

    Nichts ist schlimmer als unser junges, noch (mehr oder minder) motiviertes Personal in unsere Elefantengrabstätten abzuschieben. Damit schafft sich die Bundeswehr selbst ab, auch ganz ohne Hilfe von außen. Und wenn die Jungs in Jetfliegerei nicht einmal motiviert sind, dann will ich lieber gar nicht wissen wie es in anderen Bereichen der Bundeswehr so aussieht.

    Ja, der VBSK ist mEn. ein gutes Barometer im Bezug auf die Stimmung der Jetbesatzungen.
    Was bringt einem moderne Ausrüstung (EF), wenn keine Flugstunden zur Verfügung stehen und Leute als Forward Air Controller oder Drohnenpilot abgeschoben werden. Was bringt ein neues ASTA Upgrade, wenn die Flugstunden so gering sind, dass man schon Sorge um die Sicherheit hinsichtlich des Ausbildungsstandes der Besatzungen haben muss. Stichpunkt currencies.

    Ja, auf der einen Seite wird fleißig eine Einsatzbereitschaft „grün“ nach oben gemeldet, auf der anderen Seite muss Jagel bei Büchel hausieren gehen, weil das Geschwader alleine keine 6 (!!!) einsatzbereiten Flugzeuge mehr zusammen bringt.

    Irgendwas läuft da auch Attraktivität aller beteiligten Truppenteile gewaltig schief. Da helfen auch keine neuen Facebooktrailer oder Fernseher auf den Stuben. Von der 41h Woche ganz zu schweigen.

  15. @niemand

    Leider schreien einige erst wenn sie ein Problem haben nach dem VBSK und bemerken, dass sie kein Mitglied sind ;-)
    Schön wäre, wenn man sich schon vor Pers Betroffenheit kümmert.

  16. @niemand & @ Zimdarsen

    Was soll ich sagen? Mit dem „nah am Geschehen“ meinte ich ursprünglich nicht @niemand sondern den Autor der VBSK-Artikel. Aber @niemand, sie sind wahrscheinlich auch hautnah dran.

    Bleibt mir nur zu sagen:
    Alles bekannt. Und was @Zimdarsen schreibt, ist in der JetNews auch schon oft angesprochen worden. Aber die Herren (und Damen) „Einzelkämpfer“ versuchen halt individuell den Weg der eigenen Erkenntis zu gehen. Liegt wohl am Persönlichkeitsbild begründet im Auswahlverfahren. ;o)

  17. Nach einem Blick in die BPK-Protokolle muss ich leider feststellen, dass das mediale Aufregerthema „Kampf-Drohne“ doch nicht genug interessiert, um mal richtig nachzufragen was denn nun „bewaffnungsfähig“ konkret bedeutet (technisch möglich?). Zumal dies ja angeblich ein wesentliches Argument für Heron TP gewesen sein soll..

    Auch die Opposition scheint da nicht nachzuhaken.

    So viel Fakten braucht es wohl dann doch nicht, um ausreichend empört zu sein.

    Beeindruckend wie es vdL erneut gelingt mit Uneindeutigem durchzukommen.

  18. @Memoria

    Mir scheint, dass dieses Thema – wie ein paar andere – derzeit außer den ohnehin daran Interessierten niemanden irgendwie bewegt. Wenn ich mich erinnere, welche wilden politischen Debatten allein der Begriff Kampfdrohne sonst auszulösen vermochte, ist schon auffällig, dass es derzeit rundum kein Thema zu sein scheint.

  19. @T.W.:
    Den Eindruck habe ich auch.
    Daran zeigt sich eben erneut sehr schön, wie zeitpunktabhängig gewisse politisch-mediale Empörung so ist.

    Vor 2 Wochen noch IS in München, jetzt Migrantenkriminalität, nächste Woche wieder irgendwas.

    Nur leider kann man „nur auf Sicht“ weder anspruchsvoll berichten und schon gar nicht verantwortungsvoll regieren.

    Interessiert sich überhaupt noch jemand für die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr (gaaaanz altes Aufregerthema)?

    Leider läßt sich die Politik immer mehr von den tagesaktuellen Aufregerthemen treiben und vernachlässigt so grundlegende Probleme.

  20. Das Thema Kampfdrohnen ist nur ein Sommerlochthema, aber im Moment beherrscht das Thema Flüchtlinge und Köln alles andere. Und jetzt noch die Terroranschläge von Paris und Istanbul, aber selbst dies geht unter im Vergleich zu dem Flüchtlings und Köln-Thema.

    In öffentlichen Verkehrsmittel habe ich noch nie jemanden sich über Kampfdrohnen unterhalten hören, aber im Moment höre ich ständig, wie die Leute – aus normalen Unterhaltungen- immer wieder zum Flüchtlingsthema und Köln kommen.

    Jede Kampfdrohne, jede Bewaffnung und jeden Kriegseinsatz kann die BW jetzt durchsetzen, weil die Bevölkerung sich nur für 2 Themen wirklich interessiert, die alles andere überlagern.

  21. @TW and Memoria

    Es ist ja davon auszugehen, dass die Israelis der Bundeswehrleitung versprochen haben, dass Heron TP bewaffnet werden kann. Und wenn man der Argumentation bei früheren Fragen fogt, dann beabsicht die Luftwaffe genau die Bewaffnung zu benutzen, die die israelische Luftwaffe auch am Heron TP integriert hat. Ich gehe mal nicht davon aus, dass es sich dabei um eine europäische BRIMSTONE handelt.

    Durch die geringe Verbreitung des HERON TP (derzeit nur Israel?) und das damit sehr eingeschränkte Einsatzgebiet dringen eben keine Informationen über Waffeneinsätze von israelischen Drohnen an die Öffentlichkeit. Erfolgsmeldungen in der Presse à la PREDATOR B bleiben auch aus, was natürlich nicht heißen muss, dass so etwas in Israel nicht stattfindet. Die USA stehen da mehr unter Druck; durch den großen medialen Druck bleibt ihnen gar nichts anderes übrig, über Erfolge bei Drohnenangriffen in der Presse zu berichten und sich damit zu rechtfertigen.

    Nachdem jetzt die Entscheidung für Heron TP gefallen ist, könnte die Bundeswehr ja endlich mal die Katze aus dem Sack lassen. Vielleicht gibt es ja mal eine kleine Anfrage oder eine Frage eines Abgeordneten dazu?

  22. @Cirrus | 17. Januar 2016 – 15:19

    Ob Ihre Frage nicht eine Selbstbeantwortende ist? Die Antwort etwas Selbstverständliches: Eine fliegende Waffe wird zum Töten des Feindes eingesetzt, nicht um Kuscheln.
    Übrigens, die Luftwaffe fliegt das Ding, schiesst auch, im Auftrag eines HH.

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