Lage in Kundus: Statement von der Leyens (Nachtrag: Bundespressekonferenz)

Nachdem die Bundesregierung noch gestern erklärte, von der Lage in Kundus in Nordafghanistan keine eigene Kenntnis zu haben, scheint sich das heute gewandelt zu haben. Jedenfalls hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen heute dazu Stellung genommen.

Außer die Lage ist besorgniserregend scheint mir allerdings so viel neue Erkenntnis nicht drinzustecken. Aber vielleicht sehen das andere ja anders.

Nachtrag: Ich konnte heute nicht in die Bundespressekonferenz, aber der Kollege Tilo Jung hat mir dankenswerterweise den Audio-Mitschnitt zur Verfügung gestellt. Hier der Ausschnitt zur Lage in Kundus – inzwischen gibt es ja doch Erkenntnisse auf Regierungsseite. Es sprechen BMVg-Sprecher Jens Flosdorff, Sebastian Fischer für das Auswärtige Amt und Benjamin Knödler für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit:

 

BPK_Kunduz_29sep2015     

 

 

59 Gedanken zu „Lage in Kundus: Statement von der Leyens (Nachtrag: Bundespressekonferenz)

  1. @Memoria & all

    Habe dazu (und auch mit dieser Meldung) einen neuen Thread aufgemacht.

  2. Hatte Peter Struck noch nachträglich Recht, DEU werde am Hindukusch verteidigt, angesichts bevorstehender AFG Flüchtlingswelle? Und, wie ist das Versprechen von G. Westerwelle zu verstehen, DEU werde nach dem Abzug der Bw die AFG nicht vergessen, gegeben ausgerechnet in Kundus?
    Die Kanzlerin hieß auch da schon Dr. Angela Merkel.
    Kundus ist ein Symbol für das DEU Nationbuildings-Bemühen, jetzt ein Gleiches des Allahu Akbar“ der selbsternannten Gotteskrieger?
    Deutschland seine Zusagen einlösen!

  3. Auch in AFG werden die Taliban evtl noch wichtige Verbündete im Kampf gegen den IS.
    Wir werden uns noch wundern………wie wir es ja schon seit Jahren tun.

    Eine permanent überraschte Gesellschaft ohne Plan.

  4. @Fredegar Bolger: könnte es sein, daß bei dem Ernst der Lage Ihre Ironie etwas unter der Gürtellinie liegt?

    Man kann nur ahnen wie viele andere User von dieses Blog denken, aber man kommt sich in dem Konflikt der Emotion eines jahrzehntenlangen Engagements unserer Soldat(inn)en und auch der vielen Gefallenen sowie der harten Opfer versus der Ratio, daß die Afghanische Armee und das Afghanische Volk nun erst einmal ihre Bewährungsprobe bestehen muß, ziemlich rat- und hilflos vor.

    Erst dann erscheint es opportun über neue Interventionen nachzudenken, statt wie so mancher Politiker adhoc klug daher zu sch…..en.

    Als Kenner, schon des alten Jugoslawien, und damit auch der Konfliktgebiete – u.a. als NGO noch in 2004/2005 für eine heiße Zeit im Kosovo, HB und HR für die UN tätig, hatte und durfte man noch Hoffnungen haben und so manche oder auch viele haben sich zwischenzeitlich erfüllt.

    Aber bei Afghanistan bzw. den Steinzeitfundamentalisten namens Taliban, den Ethnien, der Historie und der Entwicklung samt Sozialstrukturen dieses Landes, kann man eigentlich nur noch resignieren.

    „Mädchenschulen und Brunnenbohren“ haben nur Teillösungen gebracht, das US-Rezept mit der Brechstange funktioniert auch nur so lange, als diese zwischen Tür und Zarge ist und die Mischung von beiden klappte wie im Fall Kunduz bewiesen ebenfals nicht.

    Dauerhafte militärische Präsenz wäre ein Koloniallösung, also was nun und was tun?

    Ex-Yugo und auch der Irak samt dem Isis-Problem, Syrien und Lybien erscheinen dagegen fast als Club Mediteranée. Zusehen bis die nächsten Kulturgüter gesprengt und die Scharia wieder in Fußballstadien vollzogen wird, geht auch nicht.

  5. Lieber Herr Amtmann,

    ich vermute, daß diese Antwort gestrichen wird, aber vielleicht läßt Herr Wiegold Sie Ihnen persönlich zukommen.

    Ich würde es doch von mir weisen, unter der Gürtellinie zu liegen
    .
    Daß man angesichts der hiesigen Politik „nur noch resignieren kann“, geht in diesen Tagen nicht nur Ihnen so.
    Was will man denn in Afghanistan (Blick auf eine Weltkarte lohnt sich, gucken: wo liegt die BRD und wo liegt Afghanistan)? Eine demokratische Gesellschaft wie hierzulande? Deshalb der Militäreinsatz? Mit welchem Recht? Und wie? Fragen Sie mal einen x-beliebigen britischen Militärhistoriker zu Afghanistan. Die können Ihnen seit dem 19. Jahrhundert sagen – daß das NICHT funktioniert. Im übrigen müßte die Bundeswehr dann in drei Viertel der Staaten dieser Welt „kämpfen“. Oder vielleicht wegen der Möglichkeit, in 20, 30 Jahren anteilsmäßig am Abbau der in Afghanistan festgestellten seltenen Erden beteiligt zu werden? Gut. Dann müssen Sie aber den Soldaten sagen: Kann schon sein, daß Du Dir ne Kugel fängst, aber dafür darf Siemens (oder wer dann auch immer) später anteilig am Bergbau profitieren.

  6. @Fredegar Bolger | 30. September 2015 – 10:08

    Es gibt Situationen, da hat man sich argumentativ in eine Ecke manövriert aus der man nicht mehr herauskommt. Da hilft dann nur noch einfach den Mund zu halten.

  7. @Fredegar Bolger: Ich glaube Sie haben meine konstruktive Kritik nicht richtig verstanden? Ihre Ironie 1 freies Kasenenbett ./. 2 afghanische Einwanderer haben auch T.W. & Patrik Horstmann schon richtig charakterisiert. Und Ihr Argument sich eine Kugel fangen für Siemens ist noch „popo-listischer“!

    Da bin ich ja richtig froh, daß ich mir damals beim LIDAR-Scanning und Geo-Referenzieren im Kosovo und in Bosnien-Herzegowina keine Kugel ins Hauptotorblatt für die UN, Max Blögl, Trosti-Bau & Co eingefangen habe.

    Und Ihr Britischer Militärhistoriker aus dem 19ten Jahrhundert ist auch nur ein hohles Klischée aus der Kolonialzeit Rußlands und Britisch-Indiens sowie für die heutigen Probleme nicht mehr repräsentativ. Schon mal dran gedacht, daß es in Afghanistan auch Menschen gibt, solche und solche und auch Taliban? Aber lassen wir es, ihre Argumentation riecht mir ohnehin zu sehr nach „Ohne mich“-Bewegung und erscheint wenig auf einen wie auch immer gearteten Lösungansatz abzustellen.

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