InfoWar: Propaganda ist das Ziel

Fundstück und Leseempfehlung: Der australische Jason Logue Stabsoffizier beschäftigt sich mit der Kommunikationsstrategie von Terrororganisationen, insbesondere den islamistischen ISIS-Milizen. Seine These: Es geht den Aufständischen/Terroristen/wie auch immer sie genannt werden darum, die Marke der Organisation im Bewusstsein zu verankern, vorrangig vor klassischen militärischen Zielen. Und damit die Herrschaft über den Informationsraum zu gewinnen.

In simple terms, insurgents utilise the reach and immediacy of modern communication networks to dominate the information environment. They have little concern over whether this coverage is perceived as positive or negative to their cause. They simply want the coverage of their brand and need to sustain it. This focus has insurgent leaders planning and executing operations designed purely for their propaganda appeal and in the modern age, using personnel for an information effect on the global stage rather than against a traditional military objective. Human lives are sacrificed for air time and social media prominence. Archaeological marvels are destroyed for front page coverage. Slavery, executions and public punishments drawn straight from the Dark Ages are designed to ensure each news bulletin continues to highlight the organisation’s brand.

Der ganze Text:
Propaganda of the Deed: How insurgents are seizing the initiative in the information environment

 

6 Gedanken zu „InfoWar: Propaganda ist das Ziel

  1. Da ist eine Menge dran und wenn wir uns das Ergebnis vor Augen halten, klappt es ganz gut. Mehr noch: Die ständige Medienpräsenz sorgt, quasi als Selbstläufer, für eine beginnende Mythisierung der Bewegung, ohne dass aktiv darauf eingewirkt werden müsste.

    Alles in allem eine gelungene Analyse – nur was macht man damit? Das Thema aus den Headlines verbannen oder einfach boykottieren, so wie vorgeschlagen?

  2. klar, das jemand so nen (highlyconflickted thema)

    aber jetzt im ernst, das ist doch ein problem der sicherheitskraefte.
    ich will ja gar nicht zitiert werden aber u cant turn yours back and somewone have to react

    mfg,

    steffen

    a train its withaout an goal leaves hungarian trainstation. echrlich, das ohne response in den maedia hatte ich nicht erwartet

  3. Terrororganisationen hatten schon immer eine Provokations- und Kommunikationsstrategie als wesentliches Element. Rein theoretisch könnte man diese Strategie natürlich unterlaufen, wenn die westlichen Medien keine Enthauptungen und ähnliche Provokation mehr in den Nachrichten bringen würden. Ist dies in unserer Mediendemokratie eine realistische Alternative ?

    Man kann natürlich eine Gegenkampagne starten mit noch mehr Videos von Luftschlägen über die Bombardierung von IS-Stellungen und ähnlichen aufwarten. Es hilft auch verurteilte Jihaddisten in deutschen Gefängnissen zu fotografieren. Gibt es überhaupt schon welche ?

    Seit Vietnam wissen wir, wer die öffentlichen, medialen Bilder beherscht, der beherrscht den Konflikt in der Öffentlichkeit, in der innerstaatlichen Gesellschaft.
    Also medial ranklotzen !

  4. Gerade diese Propaganda bewirkt aber, dass westliche Regierungen unter Handlungsdruck stehen. Gesprengte Gebäude und abgeschlagene Köpfe schaffen es dauerhaft in die Medien und erinnern die Bevölkerungen daran, dass mal etwas getan werden sollte. Dadurch erst wird ein stärkeres Engagement gegen IS überhaupt möglich. Die „Mythisierung“ sehe ich eher nicht, jedenfalls nicht bei uns. Wie groß die psychologische Wirkung auf den lokalen Widerstand gegen den IS ist, kann ich nicht beurteilen.

  5. @Thomas Melber: Den können sie, ginge es nach mir, gerne haben. Aber nicht in Form von Infanterie sondern von Joint Fire Support Teams. Im Hintergrund dann Panzerhaubitzen, Raketenartillerie, mehr Kampfflugzeuge, usw, die von kurdischem Gebiet aus wirken. Sobald die dann merken, dass wir nicht nach ihren Regeln spielen, werden die sich den Westen ganz schnell wieder ganz weit weg wünschen. So oder so, ich finde es gut, dass der IS in den Medien präsent bleibt. Es passieren genug Grausamkeiten auf der Welt, die die Öffentlichkeit nicht mitbekommt und daher auch kein Interesse dagegen entwickeln kann.

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