Bundeswehr sucht neues Sturmgewehr – Nachfolger für G36?

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Offiziell ist noch nicht entschieden, wie die Bundeswehr mit dem Standard-Sturmgewehr G36 umgeht, das wegen mangelnder Treffgenauigkeit umstritten ist und nach den Worten von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in der jetzigen Konstruktion in der Bundeswehr keine Zukunft hat. Bislang scheint eine Nachrüstung, eine so genannte Produktverbesserung, ebenso möglich wie der vollständige Ersatz durch eine neue Waffe.

Offiziell ist allerdings seit einigen Tagen, dass sich das Bundeswehr-Beschaffungsamt auf dem Markt umschaut, welche Gewehre so als neues Sturmgewehr der deutschen Streitkräfte infrage kommen.

Aus der Vorinformation, die das Bundesamt für Ausrüstung, IT und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) auf einem europaweiten Behörden-Ausschreibungsportal veröffentlichte:

Vorinformation über Aufträge in den Bereichen Verteidigung und Sicherheit
Lieferauftrag
(…)
Die Bundeswehr führt eine Marktsichtung im Bereich Sturmgewehre durch.
Die Waffen müssen folgende Bedingungen/Anforderungen erfüllen:
— NATO-Standards (alle Klimazonen, AC 225/D14 und STANAG 4694-Schienen);
— Forderung „Geschossvorlage“;
— Gesetze/Verordnungen der Bundesrepublik Deutschland. weiterlesen

Arctic Watch: USA und Verbündete nehmen den Nordpol ins Visier

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Mal wieder ein Blick in die Arktis: Schon in den vergangenen Monaten hatten dort sowohl Russland als auch die USA und mit ihr verbündete Länder zunehmend militärische Stärke demonstriert. Inzwischen hat auch China dort schon mal Präsenz gezeigt, und der Westen nimmt das Gebiet um den Nordpol genauer in den Blick, wie die Los Angeles Times berichtet:

As China and Russia boost their military presence in the resource-rich far north, U.S. intelligence agencies are scrambling to study potential threats in the Arctic for the first time since the Cold War, a sign of the region’s growing strategic importance.
Over the last 14 months, most of the 16 U.S. intelligence agencies have assigned analysts to work full time on the Arctic. (…)
In addition to relying on U.S. spy satellites orbiting overhead and Navy sensors deep in the frigid waters, the analysts process raw intelligence from a recently overhauled Canadian listening post near the North Pole and a Norwegian surveillance ship called the Marjata, which is now being upgraded at a U.S. Navy shipyard in southern Virginia.

Die ganze Geschichte: U.S. builds up Arctic spy network as Russia and China increase presence

(Foto: A crew chief walks past two F-22 Raptors parked on Joint Base Elmendorf-Richardson, Alaska, April 8, 2015 – U.S. Air Force photo by Justin Connaher)

Wieder im Fokus: Syrien und ISIS

Vor dem Hintergrund der derzeitigen Flüchtlingskrise in Europa, bei der vor allem Flüchtlinge aus dem Krieg in Syrien in die EU kommen, rückt das arabische Land und damit auch die Auseinandersetzung mit den islamistischen ISIS-Milizen wieder in den Blickpunkt. Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande kündigte bei seiner Pressekonferenz am (heutigen) Montag in Paris an, dass ab dem (morgigen) Dienstag die französische Luftwaffe Aufklärungsflüge über Syrien fliegen werde (siehe Tweet oben). Französische Bodentruppen in Syrien schloss der Präsident aber aus, wie aus dem Transkript des Figaro hervorgeht:

In Sachen Terrorismus hat Frankreich stets seine Verantwortung übernommen. Man hat das in Mali gesehen und in der gesamten Sahel-Zone im Kampf gegen Boko Haram. Wir haben es unter anderen Umständen gezeigt in Zentralafrika, um dort ein Blutbad zu verhindern. Und als es darum ging, Schläge gegen Syrien zu führen, stand Frankreich ebenfalls bereit. Als es im Fall Iraks darum ging, eine Koalition einzugehen, haben wir das getan, und heute, in Syrien, wollen wir wissen, was gegen uns in Vorbereitung ist und was der syrischen Bevölkerung angetan wird – weshalb ich entschieden habe, von Morgen an Aufklärungsflüge in Abstimmung mit der Koalition stattfinden zu lassen. weiterlesen

Verzögerung bei Auslieferung MG5: Es war der Falltest

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Nachdem am (gestrigen) Sonntag das Thema Lieferverzögerungen beim neuen Maschinengewehr MG5 für ein klein wenig Aufregung gesorgt hat, die Details am Wochenende aber nicht vorlagen, gibt’s nun ein bisschen mehr Klarheit. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums vom (heutigen) Montag bestand das Maschinengewehr bei der Typ- und Abnahmeprüfung (die laut offiziellen Angaben beim ersten Serienlos einer neuen Waffe besonders streng ausfällt) den so genannten Falltest nicht.

Deswegen seien konstruktive Änderungen nötig geworden – und weil dabei sicherheitsrelevante Bauteile verändert worden seien, wurden über den Falltest hinaus weitere Prüfungen erneut fällig. Diese Veränderungen zusammen mit der neuen Testreihe führe zu der monatelangen Verzögerung.

Das erste Los, handelt sich um rund 1.200 MG5, soll nun im kommenden Jahr ausgeliefert werden.

Übrigens soll der Hinweis auf die verspätete Auslieferung Mitte August in der Antwort auf eine schriftliche Frage der Opposition schon genannt worden sein. Ich suche noch danach (wg. der Sommerpause sind die entsprechenden Antworten noch nicht als Bundestagsdrucksache veröffentlicht.

(Foto: Oben das alte MG3, darunter das MG5 – @Jan-P. Weisswange)