Verschiebebahnhof: Korvette ‚Erfurt‘ nach Somalia, S-Boot ‚Hyäne‘ zu UNIFIL

Korvette_Erfurt_2008

Der Einsatz der Deutschen Marine bei der Seenotrettung von Migranten im Mittelmeer führt zu größeren Verschiebungen im Einsatzplan der Flotte. Nachdem die Fregatte Schleswig-Holstein im Mittelmeer die Fregatte Hessen ablöst und nicht, wie zunächst geplant, an Stelle der Fregatte Bayern in den EU-Antipiraterieeinsatz Atalanta vor Somalia geht, steht jetzt der Ersatz fest: Wie Augen geradeaus! aus Bundeswehrkreisen erfuhr, soll die Korvette Erfurt (Foto oben) aus dem UNIFIL-Einsatz vor dem Libanon herausgelöst werden und vor die Küste Somalias verlegen. In der UN-Mission vor der libanesischen Küste soll statt dessen das Schnellboot Hyäne eingesetzt werden.

Die Schleswig-Holstein steht schon in Italien bereit. Die Hyäne soll ihr Einsatzgebiet, mit Abstützung auf den Hafen Limassol auf Zypern, Ende Juli erreichen. Die Ankunft der Erfurt im Atalanta-Einsatz ist für Mitte August geplant. Die Korvette wird, wie schon bei UNIFIL, auch in der EU-Mission vor Somalia nicht alles mit der selben Besatzung machen: Für eine Einsatzdauer von einem Jahr war ohnehin eine Intensivnutzung mit drei wechselnden Besatzungen geplant.

Hintergrund ist die Absicht der Bundesregierung, die politische Bedeutung sowohl der Seenotrettung im Mittelmeer als auch der Pirateriebekämpfung zu zeigen. Ein Verzicht auf eine deutsche Marinepräsenz bei Atalanta wurde deshalb verworfen.

(Archivbild: Korvette Erfurt in See – Bundeswehr)

 

47 Gedanken zu „Verschiebebahnhof: Korvette ‚Erfurt‘ nach Somalia, S-Boot ‚Hyäne‘ zu UNIFIL

  1. Welche Stehzeit in See hat denn so ein S-Boot? Die „Hyäne“ muss hoffentlich nicht ständig nach Limassol zur Versorgung zurück, oder hat irgendein sonstiger UNIFIL-Beteiligter Tender im Einsatz? (Landrattenfrage).

  2. Wenn sich das östliche Mittelmeer weiterhin zum Dreh- und Angelpunkt der deutschen Marineaktivität entwickelt, sollte man vielleicht mit den Briten über eine Nutzung ihres Stützpunktes Akrotiri sprechen.
    Ich vermute, die Kosten für Limassol läppern sich im Lauf der Jahre ganz hübsch..

  3. in Anbetracht das die Marine mit Material und noch mehr mit Personal auf der letzten Rille fährt nenne ich das ein irre Leistung. Diese schulde ich aber einzig und alleine dem Personal und nicht der Politik und Teilen der obersten Marineführung
    3 x BZ

  4. @ K-P K
    Als ich 2007/2008 bei UNIFIL war, hatten die S-Boote einen Rhytmus von 4 zu 3. Also vier Tage auf See, wovon einer Transit ist, und dann drei Tage im Hafen.
    Und die vier Tage waren auch nur bedingt durchhaltefähig. Schnellboote sind eigentlich Einwach-Einheiten, dass heißt sie haben nur genug Personal an Bord um eine Seewache zu stellen. Durch organisatorische Maßnahmen hat man es zwar geschafft 2 Seewachen aufzustellen, die sich verfangen können aber toll ist das immer noch nicht.
    Zum Beispiel sind auf See die Hälfte der Kojen gesperrt. Im vorderen Schlafraum, dem Heldendeck, darf aus Sicherheitsgründen auf See niemand schlafen.
    Die Boote wurden gebaut um in den engen Gewässern der deutsch-dänischen Ostsee rauszzufahren, ihre Flügkörper abzuschießen und nach ein paar Stunden entweder zum Stützpunkt oder zu einem Tender zurückzukehren. Dort wären die Besatzungen dann versorgt worden und hätten unterkunft gefunden.
    Ich habe einen wahnsinns Respekt vor den Leuten, die es fertigbringen 4 Tage auf einem Schnellboot auf See zu verbringen und das 3 Monate lang.

    @ Langnase
    An welche Pier in Akrotiri wollen sie denn Schiffe legen? Es ist ein Luftwaffenstützpunkt und der Hafen dieser Anlage ist überfüllt mit den Segelbooten der Offiziere sowie den zwei kleinen Patrolienbooten und dem Landungsboot zur Seeseitigen Absicherung des Stützpunktes. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man dort nicht mal ein Schnellboot reinbekommt.

  5. Gerade mal ein (1) S-Boot bei UNIFIL ist logistischer und operativer Blödsinn…..

  6. @Brommy, soweit ich die 4 zu 3 Regelung verstehe, macht ein einzelnes S-Boot operativ tatsächlich wenig her, oder? Von Instandsetzung mal ganz abgesehen!
    Ist das nicht eigentlich der maritime Offenbarungseid, denn es müssten doch minimal zwei Boote sein …?
    Dass dennoch dieser Entschluss fiel, kann ausschließlich politsch begründet sein!

  7. langsam wird es eng für die marine, mit den „noch“ vorhandenen“ einheiten an den bestehenden einsätzen teilzunehmen, da man ein verzicht ja offensichtlich verwirft….selbst schuld, wenn man noch gut funktionierende fregatten ausserdienst stellt (f122 und da die ersatzfregatten jahre später der flotte zulaufen) und demnächst die außerdienststellung der letzten schnellboote vorrantreibt, bin dann mal gespannt was übrig bleibt an der einsatzbeteiligung….aber für die bundeswehr ist anscheinend wohl noch alles zu meistern. für die zukunft sehe ich leider schwarz !!!!

  8. Bis die Korvetten vor ca. 6 Monaten den Part zur Überwachung der AMO übernommen haben, waren ausschließlich S-Boote im Einsatz. Es ist jetzt nicht so, das nur ein DEU S-Boot die Boxen in der AMO überwacht, derzeit stehen neben Brasilianern auch die Griechen in See. Das es nur ein S-Boot ist, ist dem Umstand geschuldet, dass die Marine UNBEDINGT in ATALANTA präsent sein muss…… Vielen Dank von hieraus an das AA ;)

    @KPK

    Die S-Boote stützen sich ausschließlich auf Limasol ab, ein Tender o.ä. ist nicht Teil der Maritime Task Group. Weiterhin kann Beirut für Nachversorgung angelaufen werden, was aber nur im Notfall oder auf besondere Anweisung geschieht.

  9. ist doch mal wieder ein schöner See-Törn für die „Hyäne“, von Warnemünde bis vor den Libanon ;-)
    Oder ist der Transport als Decksladung vorgesehen?

  10. @Brommy:
    Vielen Dank für die Beschreibung der Einsatzbedingungen auf den S-Booten. Das ist noch heftiger als ich es mir vorgestellt hatte.

    wg. Akrotiri:
    Ich, weiß daß dort praktisch keine maritime Infrastruktur vorhanden ist; wenn aber eine deutsche Marinepräsenz im östlichen Mittelmeer zum Dauerzustand wird, sollte man sich m.E. über einen festen Anlaufpunkt in der Gegend Gedanken machen.
    Das „Deutsche Eck“ im Hafen von Limassol ist zwar ganz nett für Einheiten bis Korvettengröße (meine laienhafte Einschätzung anhand Google Maps), aber Fregatten und EGV …? Und es ist ein Zivilhafen.
    Daher finde ich es überlegenswert, sich ein paar Kilometer weiter südlich auf dem Gelände eines NATO-Partners einzumieten – und sogar Geld zum Aufbau einer Infrastruktur in die Hand zu nehmen. Wenn nach Landesstandard gebaut wird, sollten 400m Pier nicht die Welt kosten..

  11. @Langnase
    Wir hatten ja einige Zeit (Anfang/Mitte 2007 war ich selber auch dort.. von beginn an war da einiges aufgebaut und noch einige Zeit weiter) dort ein erweitertes „Eck“, in dem Bereich wo sich Tender und Boote der beteiligten Nationen aufgehalten haben. Und auch eine F123 passt dort rein. Wenn auch nicht in der Ecke, wo die Boote und die MLBE (Tender) waren sondern meist ggn. Es wurden halt einige Container zur Eingrenzung des Areals mit aufgestellt.
    Hat soweit ganz gut funktioniert. Der Aufwand für die Kameraden aus Eckernförde Marinesicherungskräfte war natürlich nicht ohne.
    Es kommt halt darauf an, was Sie bei dem Partner auf seinem begrenzten Gebiet so unterbringen möchten. @Brommy hatte ja in seinem Beitrag den Fokus der dort versammelten Bootsklassen dargelegt ;-)))

    Und der Aufwand für die Kameraden S-Boot ist wie beschrieben schon erheblich. aber in guter Schnellbootmanier voll dabei und für jeden Kram zu haben…

  12. Müssen in Limassol SichhKräfte vorgehalten werden. Wird das multinational geregelt? Welche Rechte haben Zyprioten/Briten an der Pier?

  13. Kauf/Charter/Umbau von zivilen Schiffen zur Seenotrettung würde nicht die Welt kosten.

    Ich finde zum Vergleich einen Blick auf die M.Y. Phoenix ganz interessant, mit der die Stiftung MOAS vor Libyen Seenotrettung macht.

    Das ist ein 40m-Schiff mit zwei Hartrumpf-Schlauchbooten und zwei Schiebel S-100 Camcoptern. Besatzungsstärke 20. Zur Aufnahmekapazität habe ich keine Infos gefunden, aber Berichte über die Aufnahme von etwas unter 400 Menschen.

    Kauf und Umbau des ehemaligen Forschungsschiffs haben ca. 8 Millionen USD gekostet. Laufende Kosten der Mission ca. 400.000€/Monat.

  14. @KPK

    in Limassol wird das CASTLE von den Kräften des SeeBtl bewacht, ansonsten wird der Hafen durch die zustaändige Harbour Patrol bestreift, ebenso wird der Zutritt zum Hafengebiet „landestypisch“ kontrolliert.

    Zutritt zum CASTLE bzw dem Pierbereich haben nur DEU-Kontingenangehrörige, für Besucher/Peronal wird nach der gültigen Zutrittsregelung verfahren.

  15. Anderes Thema: „Intensivnutzung“
    Im Text steht, daß sich für die geplante Einsatzdauer der „Erfurt“ von einem Jahr DREI Besatzungen ablösen sollen. Ist das inzwischen üblich oder sogar normal?

  16. Die Marine ist wie keine andere TSK überproportional eingebunden und auf allen Meeren unterwegs, allein wenn man nur die beteiligten Personen auf den Booten zählt, ohne Unterstützer auf dem Land und dann in Relation zur Größe der Marine nimmt. Respekt…….Können dann so ambitionierte Ziele wie Ausphasung F122 und Schnellboote (2016?) überhaupt umgesetzt werden, der reguläre Zulauf der BW Klasse mal angenommen. Oder müssen wir hier nicht fahrende Einheiten beibehalten und ist dies allein personell machbar?

  17. Absoluten Respekt vor den Leistungen unserer Marine!!!

    Die Führung der deutschen Marine sollte sich aber schnellstens intensive Gedanken machen,ob die S-Boote nicht im Einsatz bleiben und von geeigneteren Einheiten abgelöst werden.
    Niemals war die Zeit reifer für eine solche Forderung.

    Weitere unsinnige Außerdienststellungen bringen die GN nur weiter an den Rand der Einsatzfähigkeit.
    Ist zu hoffen,dass der Tag der Bundeswehr und andere Werbemaßnahmen die Personallage enspannen.

  18. Ist denn tatsächlich die Marine der Treiber bei der Außerdienststellung der S-Boote, finanziell durch BMVg getrieben? Oder gibt’s evtl operative Beurteilungen unter Berücksichtigung der Lage in der Ostsee?

  19. Mit Blick auf die Personallage würde ich mal vermuten, dass zZt. eine ganze Menge Personal hin und her geschiftet wird. So ist ganz aktuell die Werra – entgegen meiner Erwartung – noch nicht Höhe Sizilien, sondern hat wohl in Malaga Stop gemacht und ist nun gerade mal südlich Motril……In Malaga haben aber auch Berlin/Hessen Stop gemacht vor 2 Tagen…..ob da wohl Pers/Mat geschiftet wurde?? Ich denke ja.
    Insbesondere das Schlüsselpersonal der Flotte wird wohl einen ziemlich besch…….Sommer/Herbst erleben.

  20. Könnte man angesichts der Bedrohungslage Baltikum/Ostsee und der Notwendigkeit jetzt Schnellboote wieder ins Mittelmeer zu schicken nicht eine Petition starten zum Erhalt der Schnellboote, damit die Marine und die BW endlich aufwacht und nicht noch ein wichtiges Waffensystem vorschnell stillgelegt wird?

  21. @Closius

    …aber nur, wenn in der Petition auch gefordert wird, dass die S-Boote in den Flensburger Museumshafen verlegt werden ;-)

  22. *sigh* Wie man am beschriebenen 4/3 Rhythmus vor der Levante sieht sind Schnellboote *nicht* gut geeignet für die Aufgaben von heute, und somit kein „wichtiges“ Waffensystem (aber ein schönes, und im Vergleich zur Größe bis an die Zähne bewaffnet ;-)): Konzeptionell 1-Wachen-Boote, zu viel Transfer & Ruhezeit im Vergleich zur operativ nutzbaren Zeit, eingeschränkte Seefähigkeit.

    Nicht ohne Grund kamen die Korvetten, und nicht ohne Grund wird ständig über OPVs diskutiert, und man könnte über die Mitte zwischen 143A und K130 nachdenken.

  23. @klabautermann
    Die Idee von @Closius finde ich absolut okay.
    Und so schlecht schneiden unsere S-Boote trotz des Alters im internationalen Vergleich nicht ab.
    Sollte Ersatz für auch kleinere Einheiten gefordert werden, so ist eine Verlegung in den Museumshafen von FL für einen späteren Termin immer noch eine Alternative.

  24. Tja,

    kann man mal sehen, wie schnell man auf Altbewährtes und Effektives im Küstenvorfeld zurückgreift.

  25. @Jens Schneider

    siehe Ottone | 12. Juni 2015 – 14:44………….und das sage ich als Schnellbootfahrer mit insgesamt 14 Jahren Bordverwendung auf 4 verschiedenen Typen in 3 Geschwadern und als ziemlich prominenter Special Staffofficer im UNIFIL FHQ in Naqoura 2010 ;-)

  26. Ich finde es bemerkenswert, dass nicht eine militärische Bedrohung als Argumentationskette zum Kauf neuer / Erhalt alter schwimmenden Waffensysteme dient, sondern DGzRS-Aufgaben die Grundlage sein sollen.

  27. Kann die Marine bitte von solchen Aufgaben entfrachtet werden.
    Warum mietet/least das AA nicht zivile Schiffe, die für diese Aufgabe erheblich besser geeignet wären.

    Manche sehen vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr.

  28. @CRM-Moderator

    Ihren Kommentar verstehe ich leider nicht so ganz. Wer fordert denn mit der Begründung DGzRS-Aufgaben einen „Kauf neuer / Erhalt alter“ Schiffe/Boote ?
    Im übrigen sind wir NATO-weit schon seit 20 Jahren weg von einer bedrohungsorientierten Streitkräfte-/Rüstungsplanung…………..

  29. @ CRM-Mod

    „Kann die Marine bitte von solchen Aufgaben entfrachtet werden.“

    das problem sind Me. nicht die falschen Schiffe sondern die grundsätzlich falsche herangehensweise an das Problem Massenmigration über See.

    Solange man hier weiter anreize für illegale einwanderung schafft dürfte perspektivisch die gesamte deutsche flotte als fährunternehmen fungieren ohne das dadurch das problem nur um ein jota behoben würde.

    welchen strukturen man hier beihilfe leistet hatte TW vor kurzem ja im Twitter stream

    http://www.newsweek.com/2015/06/19/migrants-and-new-mediterranean-mafia-341468.html

  30. @CRM-Moderator

    kann ja sein, dass ich nicht mehr richtig lesen kann, kann in Ihren Bespielen die Forderungsbegründung „DGzRS-Aufgaben“ nicht finden. Ich bin also immer noch verwirrt, denn UNIFIL und Atalanta etc. haben mit DGzRS-Aufgaben nun überhaupt nix zu tun….

  31. @wacaffe:

    Könnten wir diese Debatte heute nicht mal auslassen? Heute ist schönes Wetter und wenn T.W. heute noch etwas Zeit übrig hat, wäre es schön, wenn er die damit verbringen könnte, noch etwas Sonnenschein zu tanken, statt dass er ständig hier ins Blog schauen muss, ob sich hier wieder die Gemüter aufheizen, was bei dem Thema halt schnell passiert.
    Es gab in letzer Zeit ziemlich viel davon im Blog und da wäre doch einfach mal eine Pause gut.

    (Das ist mir ein Anliegen und ich weiss nicht, wie ich es besser formulieren soll. Bitte nicht so verstehen, dass ich mich hier als Hilfsmoderator aufspielen wolle)

  32. @klabautermann:

    Ok. Ich versuchs nochmal:

    1. Wir senden Kriegsschiffe in den Mittelmeereinsatz zur Flüchtlingsrettung. [Meiner Meinung nach eine zivile DGzRS-Aufgabe.]
    2. Daraufhin wird die Flotte personell und materiell an die Wand gefahren.
    3. Daraufhin wird der Kauf neuer / Erhalt alter schwimmenden Waffensysteme gefordert.

  33. @all
    Es ist doch unerheblich mit welcher Argumentation unsere Verteter Einheiten wohin senden, dieser Thread behandelt ja nicht die grundsätzliche Argumentation für jeden Einsatz. Fakt ist aber dass die blauen Jungs stark gefordert sind und wir deswegen Lösungen in materieller Hinsicht und besonders im personellen Feld nötig haben.
    Ich sehe keine Entspannung an allen oben besagten Einsatzszenarien. Die Marine ist stark gefordert und wird es weiterhin bleiben. Wir haben das Heer an veränderte Gegegenheiten angepasst bzw. tun dies, was ist mit den blauen Jungs? Hier haben sich die Gegebenheiten manigfach geändert, haben wir dafür genügend Einheiten? Derzeit und in Zukunft?

  34. @CRM-Moderator | 12. Juni 2015 – 16:35

    auch Ihr erneuter Versuch schlägt fehl. Die Regierung hat Flotteneinheiten, die eh für einen Einsatz im Mittelmeer/vor Somalia eingeplant, bzw. dort schon waren, einen weiteren Auftrag gegeben, daraufhin hat man umgeplant…..und bislang hat der InspM noch nicht verkündet, dass die Flotte an der Wand klebt, und gefordert hat er auch nix.
    Im übrigen ist die DGzRS für den Überwachungsbereich deutsche Hoheitsgewässer und die deutschen ausschließlichen Wirtschaftszonen in Nord- und Ostsee zuständig und sie ist nicht hoheitlich ermächtigt. Der EU-Beschluß geht aber viel weiter als nur Seenotrettung vor Libyen und erfordert den Einsatz von „Hoheitsträgern“ – um das mal verkürzt auszudrücken – die auf der Hohen See und auf Einladung auch in Territorialgewässern eingesetzt werden können, ggflls auch über reine Seenotrettung hinaus.

  35. Gut. Jetzt sind wir im Bereich der Wortklauberei angekommen.
    Ich meine DGzRS-artige Einsätze.
    Die Aufgaben der DGzRS brauchen sie mir nicht erklären.
    Der InspM wird niemals behaupten, dass seine Flotte an der Wand klebt.
    Ich habe auch nie behauptet, dass er oder andere mil./pol. Verantwortliche zum jetzigen Zeitpunkt irgendwas gefordert haben. Siehe meine Links oben.

  36. Offtopic aber neue Infos zum Sea Lynx.
    Bundeswehr.de schreibt in der Unterrichtung der Öffentlichkeit : „Aufgrund eines technischen Defekts an einem Bordhubschrauber der Fregatte BAYERN war der Flugbetrieb der SEA LYNX Mk88A-Flotte vorübergehend ausgesetzt. Nachdem am 05.06.15 die Sonderkontrolle an allen Bordhubschraubern abgeschlossen und keine weiteren Beanstandungen festgestellt wurden, wurde der Flugbetrieb mit Einschränkungen wieder zugelassen.“
    Also fliegen die Sea Lynx wieder zum Glück……

  37. @CRM-Modrator: „Warum mietet/least das AA nicht zivile Schiffe, die für diese Aufgabe erheblich besser geeignet wären.“

    In der Tat, das ist sehr bedenkenswert, sofern man denn nicht z.B. noch einen Tender freisetzen kann. Man sollte auch prüfen ob sich Schiffe des GGSS (ARK Dania und Konsorten, https://bw2.link/UYtIz) einsetzen liessen. Anyway, eine Dauerlösung kann das nicht sein.

  38. Ich hoffe es war in AG noch nicht zu lesen. Laut den Kieler Nachrichten wurde der Flugkörper RBS 15 Mk3 für die Korvetten der Braunschweig Klasse vor einem Monat erfolgreich durch die Magdeburg getestet vor Schweden(2013 waren die Flugkörper noch ins Meer gefallen kurz nach dem Start) und unsere Korvetten sollen jetzt endlich mit diesem neuen Seezielflugkörper bewaffent werden. Mit einer Reichweite von 250 km und der Fähigkeit gegen Landziele eingesetzt zu werden ist der Flugkörper ein Fortschritt.

    Es fragt sich nur, bis wann alle Korvetten damit bewaffnet sind und wann die Bundesmarine endlich auf die Idee kommt auch alle Fregatten mit dieser Rakete zu bewaffen….statt weiterhin nur ältere und leistungschwächere Flugkörper einzusetzen.

  39. @Closius,

    Ja, sorry, liegt hier auch bei mir seit gestern; bin einfach nicht dazu gekommen.

  40. @ Closius | 12. Juni 2015 – 21:25

    “ … Es fragt sich nur, … wann die Bundesmarine endlich auf die Idee kommt auch alle Fregatten mit dieser Rakete zu bewaffen … “

    Ich fürchte, darauf, daß die Bundesmarine die Dinger einführt, können Sie warten, bis Sie schwarz werden …

    ;-)

  41. @all

    Zu den RBS15 Mk3 habe ich mal einen neuen Thread aufgemacht (damit es nicht so untergeht und man es später mal wiederfindet…) Bitte ggf. weitere Debatten dort; und ehe jemand anderes darauf hinweist, tue ich es: Die Bundesmarine ist seit etwa 25 Jahren Geschichte ;-)

  42. Richtigerweise heißt die Marine seit 1956 Marine und heißt immer noch Marine, wie auch auf der BW-HP zu sehen ist. Zur Unterscheidung von der Volksmarine hieß sie (inoffiziell) Bundesmarine bis 1995 und seit 1995 gab es die Weisung den Begriff Deutsche Marine zu verwenden, zur Unterscheidung von anderen Seestreitkräften, aber der offizielle Name ist immer noch Marine;).

    PS: BlueLagoon hat Recht, daß die Weisung die Marine zur Unterscheidung Deutsche Marine zu nennen erst von 1995 ist, obwohl in vielen Büchern über die „Deutsche Marine“ fälschlich behauptet wird, der Namenswechsel sei bereits 1990 erfolgt(da ich auch ein paar Bücher davon habe, hätte ich auch 1990 gesagt).

    Es gibt auch einen schönen Artitkel auf Presseportal.de zum richtigen Namen der Marine, aber ich weiß jetzt nicht, ob presseportal.de hier verlinkt werden darf?

  43. Presseportal darf durchaus verlinkt werden (im Zweifel hilft ein Blick in die FAQ), aber das Thema ist hier so was von OT als Unterpunkt eines anderen OT und fliegt deshalb bei nächster Erwähnung hier raus.

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