Exercise Watch: NATO erklärt ‚Speerspitze‘ für einsatzbereit

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Die erste große Übung der neuen Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) der NATO ist am (gestrigen) Donnerstag mit einer großen Gefechtsübung auf dem polnischen Tuppenübungsplatz Zagan (Foto oben) zu Ende gegangen. Und der NATO-Oberkommandierende, der US-General Philip M. Breedlove, hat die Truppe offiziell für einsatzbereit erklärt.

Über die Vorführung der Speerspitze, die noch im Entstehen ist, gab und gibt es gestern wie heute viele, viele Berichte (zum Beispiel hier), deshalb habe ich mir diese Interim VJTF mal aus einer anderen Perspektive angesehen. Meine Geschichte dazu findet sich bei den Krautreportern:

Der erste Gegner der NATO ist die Bürokratie

(Foto Erik Morren/Deutsch-Niederländisches Korps)

29 Kommentare zu „Exercise Watch: NATO erklärt ‚Speerspitze‘ für einsatzbereit“

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   19. Juni 2015 - 11:37

    Der Hinweis zu NATO und Bürokratie stimmt uneingeschränkt. War auch zu anderen Zeiten so. Verlegen sie mal ein voll aufmunitioniertes PzBtl im kombinierten Straßen / E-Transport / mit Unterwasser fahren – nur innerhalb DEU – von A nach B. Viel Papier, viel!
    Andererseits bin ich mir sicher, das ist eben die Friedensdividende, die es zu zahlen gilt und, bei Bedrohung spielt das keine Rolle.

  • klabautermann   |   19. Juni 2015 - 11:45

    Ein first-class Artikel, @T.W.

    It`s a Long Way to Tipperary fällt mir da ein ;-)
    https://www.youtube.com/watch?v=NlbibtAlLxE

  • Freiherr vom Stein   |   19. Juni 2015 - 12:05

    Es ist eine Eigenheit einer Armee, die dank Frieden niemand braucht, dass sie fett und bürokratisch wird. Dazu gehört, dass zivile Anknüpfungspunkte wie Zoll keine Rücksicht mehr auf so Dinge wie Landesverteidigung nehmen, weil sie eben in glücklichen Friedenszeiten keine Bedeutung haben.

    Soweit, so gut, so normal.

    Mit den geänderten Bedingungen wäre es nun Aufgabe der Politik und der militärischen Führung, hier neue Rahmenbedingungen zu schaffen, die es den Einheitsführern ermöglichen, sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren, statt Zollformulare auszufüllen. Das bedingt Anpassungen bei den rechtlichen Rahmenbedingungen, aber auch organisatorische Änderungen in den Streitkräften.

    Da die GroKo- Regierung eine stabile parlamentarische Mehrheit hat, sollte das alles kein Problem sein, es sei denn, die Politik wäre degeneriert und inkompetent – sie kann nun zeigen, dass sie es nicht ist. Daran wird man Deutschland zukünftig messen können.

    Sinn und Zweck eines Manövers ist, es all diese Missstände aufzudecken, um sie anschließend abstellen zu können.

    Ich bin gespannt, was nun geschieht.

    Wenn die geschilderten Probleme beim ersten größeren Nato-Manöver auftreten, kann das durchaus sein. Wenn das beim zweiten derartigen Manöver immer noch der Fall ist, hat die Führung versagt.

    Missstände, die nicht behoben werden, obwohl sie behoben werden könnten, sollten nach angemessener interner Eskalation und abgelaufener Fristen gnadenlos in die Öffentlichkeit getragen werden. Nur so kann Abschreckung durch die Bundeswehr schlagkräftig und glaubhaft werden.

  • Erzgebirgler   |   19. Juni 2015 - 13:35

    @T.W.

    “ Der erste Gegner der NATO ist die Bürokratie “
    Ein super Beitrag auf Krautreporter !

    Die zu Verändern ist Aufgabe von UvdL !
    Hände schütteln hilft uns dabei nicht weiter.
    Endlich anpacken und die Verteidigung von Deutschland wieder sicher machen !

  • ThoDan   |   19. Juni 2015 - 13:47

    @Freiherr vom Stein

    Die GroKo kann bzw. soll also dementsprechend verfügen, welche Regeln und Gesetze unsere Bündnispartner wie zu ändern haben?

  • Freiherr vom Stein   |   19. Juni 2015 - 14:39

    ThoDan | 19. Juni 2015 – 13:47

    @Freiherr vom Stein
    Die GroKo kann bzw. soll also dementsprechend verfügen, welche Regeln und Gesetze unsere Bündnispartner wie zu ändern haben?

    Wenn man feststellt, dass Regeln und Gesetze nicht praktikabel sind, so ist eine typische Aufgabe von Politik, mit diesen Bündnispartnern unter Achtung ihrer Souveränität zu reden, wie man das künftig klüger regelt. Ein Offizier hat die Gesetze eines Bündnispartners zu befolgen. Ein Politiker oder Regierungsmitglied kann sehr wohl bilateral mit dem anderen Land sprechen, wie man das zukünftig für alle besser organisiert. So eine Herangehensweise ist meiner Erfahrung nach die Grundlage kooperativer multinationaler Bündnisse.

    Ihr Einwand ist allerdings typisch für unseren Apparat geworden: Statt nach einer allokativ effizienten Lösung zu suchen, versteckt man sich möglichst hinter Strukturen, die nicht direkt in den eigenen Zuständigkeitsbereich fallen.

  • klabautermann   |   19. Juni 2015 - 14:56

    Ich finde auch, dass wir ein Lex-NATO brauchen um den freedom of movement dieses „Gefährlichen Gutes“ – einsatzbereite, aufmunitionierte und durchhaltefähige Speerspitze – in der ganzen EU uneingeschränkt sicher zu stellen ;-)

  • ThoDan   |   19. Juni 2015 - 15:03

    @Freiherr vom Stein

    Ich sehe nur nicht wo da mit der GroKo bzw. deren parlamentarischer Mehrheit irgendein Zusammenhang wäre!

    Nebenbei sähe ich unsere Bündnispartner da genauso in der Pflicht ohne das andere Regierungen da vorstellig werden wie unsere, das Problem sauber in Zusammenarbeit zu lösen.

  • Wuehlmaus   |   19. Juni 2015 - 15:03

    Das Bild mit den 6 fliegenden Hubschraubern gefällt mir am Besten. Es vermittelt einen gewissen futuristischen Ausblick auf technische Möglichkeiten ;-)

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   19. Juni 2015 - 15:06

    Lex – NATO, hat was. Aber ohne Maut, dann klappt’s auch mit FoM. (Musste mal sein, pardon me)

  • Freiherr vom Stein   |   19. Juni 2015 - 15:46

    @ ThoDan | 19. Juni 2015 – 15:03

    Natürlich müssen an solchen Problemen mehrere arbeiten. Nur wenn jeder sagt: „Warum ich!?“ wird das nie was. Wenn alle lösungsorientiert herangehen, fragen sich hinterher oft alle, warum denn da ein Problem war …

    Eine vernunftbegabte Lex-Nato in allen Nato-Staaten wäre für einige Themengebiete durchaus sinnvoll. Ansprechpartner für andere Länder ist nun mal unsere GroKo-Bundesregierung.

  • Thomas   |   19. Juni 2015 - 15:51

    Guter Artikel Herr Wiegold.

  • klabautermann   |   19. Juni 2015 - 15:55

    auf Welt.de:

    „Putin müsste einen furchtbar hohen Preis zahlen“

    „Domröse:
    Man kann in den neuen Nato-Stäben in Osteuropa und im Baltikum natürlich kein schweres Gerät wie Kampfpanzer und Haubitzen einlagern. Dazu bedürfte es spezieller Lagerstätten. Aber das macht nur Sinn, wenn die westlichen Allianzpartner über genügend Geräte verfügen und sie auch übrig haben, um sie dort einzulagern. Das ist in der Regel nicht der Fall………………..bevor man in Osteuropa schwere Waffen stationiert, konsequent eine Ausrüstungsoffensive für die baltischen Staaten und die Ostalliierten starten. Wir sollten unsere Verbündeten mit modernen und schlagkräftigen Waffen ausstatten, wie Hubschraubern, Haubitzen, Schützenpanzern Flugabwehrraketensystemen und schwerem Pioniergerät, und sie anschließend daran ausbilden. Dann können diese Staaten auf eine Bedrohung aus Russland schnell reagieren und sich selbst verteidigen. Die Nato steht natürlich immer bereit. Es ist aber für jedes Land oberste Priorität, sich erst einmal selbst schützen zu können.“

    Was sind das denn für Töne ????

    [Ich hab‘ bei einem ähnlich langen Zitat auch aus der ‚Welt‘ schon mal drauf hingewiesen, dass hier bisweilen die Grenzen des Zitatrechts arg strapaziert werden, und wäre dankbar, wenn das ein bisschen knapper ginge. Aus rechtlichen Gründen. T.W.]

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   19. Juni 2015 - 16:01

    @klabautermann, siehe „Ukraine thread“
    Klaus-Peter Kaikowsky | 19. Juni 2015 – 10:09
    Ansonsten d’accord.

  • Sachlicher   |   19. Juni 2015 - 16:05

    @Hr. Wiegold: Ich habe Ihre Ausführungen hier und bei Krautreporter gelesen, Ihnen ist für Art und Inhalt zu danken. Ihre Arbeit ist in meinen Augen schlichtweg außerordentlich, qualitativ wie quantitativ. Danke.

    Meine eigentlichen Anmerkungen möchte ich bewusst trivial halten. Als Einstieg habe ich mir diese Aussage herausgenommen: Panzer und Geschütze ist fraglos ein gefährliches Gut
    Hier muss man genau bleiben bitte.

    Panzer und Geschütze mögen evtl. ein Schwelasttransport sein, und Marschkolonnen eine grundsätzliche Herausforderung, gefährlich im Gesetzessinne (und auch im eigentlichen Sinne) sind sie aber nicht, weil es Gefechtsfahrzeuge sind- ob aufmunitioniert oder nicht, solange man Anlagenblattkonform (und eigentlich auch Kampfbeladungskonform) unterwegs ist, handelt es sich eben um keinen Transport.

    GenLt Halbauer trifft aber genau den Punkt: man hatte versäumt bestehende Regeln zu erhalten und nicht den Schneid, den BMVg von seinen/ihren Möglichkeiten zum Erlass von Ausnahmeregelungen Gebrauch machen zu lassen. Er drückt das anders aus, was auch okay ist.

    Jetzt muss man im bestehenden Regelwerk marschieren. So what? Dividiert man den vorauseilenden Gehorsam und die Übereifrigkeit -meist entsteht beides aus objektiv nachvollziehbaren Grunden- heraus, so verbleibt ein verständliches Quantum an Regeln, die entsprechende Spezialisten beherrschen und, insofern sie sich nicht allzu wichtig nehmen und ihrer der Kampftruppe unterstützenden Funktion bewusst sind, für den betroffenen Truppenkörper verständlich, minimalbürokratisch und umsetzbar organisieren.

    Oder kurz: wenn der nette und stets gut gelaunte :), weil kaum überlastete :), Oberleutnant Fachdienst, Pionierkräfte, an der Kriegsbrücke über die Verhaltensregeln belehrte mit dem netten Bonmont: Wer sich nicht dran hält, dem lass ich die Luft von den Ketten, war das auch alles kein Thema. Hier ist es eben eine Nummer größer.

    Und wenn der Polnische Zoll die Kolonne kontrolliert? Dann macht der das schon mit der gebotenen Schnelle, keine Sorge. Ansonsten warte ich eben, soll er doch erklären, warum ich zu spät nach Zagane oder eben an der Grenze bin, kostet heutzutage ein Anruf in Warszawa…

    Als die Raketeneinheiten der NVA zurückfuhren aus der Kasachischen SSR, wo diese zum Schießen weilten, da erfand man ganz gerne diverse Quarantäne Regeln, und der Bahntransport stand dann eben zwei Wochen, ohne GGVBahn usw. …vielleicht erinnert sich noch einer, wie lange und intensiv die alten Heeresgroßübungen vorbereitet wurden, ohne Rechner…früher war also alles besser? Ist es immer, wenn man zurückschaut.

    @ klabautermann | 19. Juni 2015 – 14:56
    Zu der Groteske, die hier zuweilen einige bemühen, und Sie so vortrefflich einordnen, möchte ich ergänzen: selbstverständlich hat der zivile Verkehr zu ruhen, damit Koordinierungsaufwand mal gar nicht erst entsteht und, zumindest die Deutschen, haben bitte ab sofort Spalier zu stehen entlang der Marschstrecke und ARD hat das ab sofort live zu übertragen, immer diese Zucht mit dem freundlichen Desinteresse. Keine Sorge, ob mit oder ohne Winkelement, bleibt in unserer Demokratie selbstverständlich freigestellt.

    P.S.: jüngere Kameraden verstehen die Smileys eventuell nicht- ein Oberleutnant Fachdienst der Pioniertruppe in einer Pionierbrückenkompanie hatte einen Zug von 120 Unterführern und Wehrpflichtigen, eine ordentliche Anzahl Material und kam bei Brückenschlag-Übungen kaum zur Regeneration.

  • Hans Schommer   |   19. Juni 2015 - 18:35

    @ T. Wiegold:
    Ich rege hiermit an, der Einschätzung von General Domröse zur Ausrüstungshilfe für die osteuropäischen NATO-Mitglieder einen eigenen Faden zu gewähren.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   19. Juni 2015 - 18:42

    Bin sehr für einen “ Gen Domröse-thread“. Ein Mann mit klaren Vorstellungen und Courage.

  • Hans Schommer   |   19. Juni 2015 - 19:52

    Klaus-Peter Kaikowsky | 19. Juni 2015 – 18:42:
    „Bin sehr für einen “ Gen Domröse-thread“. Ein Mann mit klaren Vorstellungen und Courage.“
    Ich habe den Oberst Domröse kennengelert, als er Brigadekommandeur war. Da war mir schon klar, dass der Kamerad zu den Besten gehört.
    Hoffe, diese persönliche Einlassung wird mir verziehen werden.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   19. Juni 2015 - 20:21

    @Hans Schommer Ging mir ebenso. Hab ihn bei x41 kennengelernt.

  • es-will-merr-net-in-mei-Kopp-enei   |   20. Juni 2015 - 0:50

    Ich denke es ist ist ein guter Ansatz die Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und beobachten, so wie das T.W. mit Blick auf Bürokratie und Logistik auf Krautreporter.de bereits unternommen hat. Erkenntnisse die sich bei der VJTF ergeben, sollten dazu genutzt werden, in der Folge auf weite Teile der restlichen Bundeswehr übertragen zu werden. Ein Szenario mit dem sich die VJTF aber sicher noch auseinandersetzen muss ist die hybride Kriegsführung, was ich aber bei der momentanen Zusammensetzung leider nicht klar erkennen kann.
    Es gibt aber anscheinend erste Ansätze im Bundesministerium für Verteidigung (BMVg) sich mit dieser Thematik zu beschäftigen. So bin ich heute über zwei bemerkenswerte Artikel zur Sicherheitspolitik auf bmvg.de gestolpert, die in die vielleicht richtige Richtung zeigen.

    Einmal aus mehr taktischer Sicht:
    „Um für hybride Kriege gerüstet zu sein, muss die NATO mehr tun“
    http://tinyurl.com/pvu2pyc

    Und unter mehr strategischer Betrachtung vom selben Tag:
    „Hybride Bedrohungen erfordern eine hybride Sicherheitspolitik“
    http://tinyurl.com/op3o7jo

    Bleibt zu hoffen, dass solche Ansätze auch ihren Weg in die weitere Planung und Zusammensetzung der VJTF finden und dann auch geübt werden. Wenn man die von K.P. Kaikowsky aufgeführten niederländischen Beiträge zu MINUSMA betrachtet (http://augengeradeaus.net/2015/06/bundestag-verlaengert-einsaetze-im-kosovo-bei-unifil-und-bei-den-mali-blauhelmen/comment-page-1/#comment-201645), scheint man dort Einsätze breiter zu bedenken. Über die Beteiligung des Deutsch-Niederländische Korps an der VJTF könnte sich so eine einsatzbezogene, der hybriden Kriegsführung entsprechende Denkweise auch bei uns etablieren. Wobei, wie in den genannten Artikeln erwähnt, die konventionelle Landesverteidigung nicht zurück gestellt werden darf.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   20. Juni 2015 - 10:05

    @ es-will-merr-net-in-mei-Kopp-enei | 20. Juni 2015 – 0:50
    „Ein Szenario mit dem sich die VJTF aber sicher noch auseinandersetzen muss ist die hybride Kriegsführung, ….“
    Ja, der Denkprozess beginnt offensichtlich schon. Nur ohne konzeptionelle Grundlagen äuft natürlich nichts, was ja auch zu begrüßen ist, denn erst denken, dann handeln.
    Konkret:
    Zur hybriden Kriegführung findet am 23. Juni ein Expertenworkshop in beratender Funktion statt, wie sie im neuen „Weißbuch zur deutschen Sicherheitspolitik“ berücksichtigt werden kann.
    https://bw2.link/7WuZE /Aktuelles zu: Weißbuchprozess:-Workshop zu hybrider
    Kriegführung
    Im Rahmen des Untermenüs „Im Dialog“ kann sich Jedermann mit Diskussionsbeiträgen einbringen, auch zu hybrider Kriegführung. Ein erster theoretischer Ansatz dazu, zumindest aus deutscher Feder, ist nachzulesen bei: SWP-Aktuell, März 2015, „Hybride Kriegführung, Zur Einordnung einer aktuellen Erscheinungsform des Krieges“,
    Verfasser: OTL i.G. Tamminga.

  • klabautermann   |   20. Juni 2015 - 10:35

    Tja, die hybride Kriegführung wird imho vor allem erfordern, dass wir das Fähigkeitsspektrum der sogenannten konventionellen Landesverteidigung aufweiten, denn das Cyberspace-Battlefield kann man nicht geographisch kartieren. Hier wird man über nationale Strukturen in Sachen Cyber-Defense nachdenken müssen und vor allem über Computer-Network-Operation-Capabiliies. Wir müssen uns da ganz dringend „einen Kopf machen“ in Deutschland und zwar in erster Line über neue arbeitsteilige Strukturen zivil-militärisch.
    Auf keinen Fall darf es passieren, dass die in diesem Fähigkeitsbereich sehr knappen und teuren Ressourcen wieder zwischen den Ressorts und zwischen den MilOrgBereichen zerledert werden. In diesem Fähigkeitesbereich bekommt der Begriff Barrierefreiheit eine ganz neue Bedeutung.

  • Andreas Wolf   |   20. Juni 2015 - 12:21

    14 SPz sind also der deutsche Anteil an einer Speerspitze, wenn auch nur für Testzwecke…
    Welch großartige Verlegeleistung – vom Kampf- und Durchhaltewert ganz zu schweigen. Interessant und richtig finde ich es, daß die begleitende Sanitätstruppe und deren Durchhaltewert als „Nicht“-Verband kritisch beleuchtet wird. Verbandsmäßiges Handeln der Sanitätstruppe im Zusammenwirken mit anderen Truppenteilen ist m.E. unabdingbar für die Auftragserfüllung.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   20. Juni 2015 - 12:24

    Jenseits von Kunduz, G36 und z.B. Drehflüglern die nackten Realitäten im Frühsommer 2015, die der Politik schlaflose Nächte bereiten sollten, was sie aber nicht tun:
    Putin armiert die Exklave Kaliningrad (Königsberg für Jüngere) zur dichtest aufgerüsteten Zone in Mitteleuropa. Balten und Polen sind in Anbetracht dessen so richtig gut drauf.
    http://www.rferl.org/content/kaliningrad-russia-nato-west-strategic/27079655.html
    Kaliningrad ist als russische FOB – INNERHALB – NATO-Osteuropa von strategischem Wert. Egal wieviel und welche Kräfte Putin dort vorausdisloziert, allein die Geografie stellt eine Auflage aller Überlegungen in der Operationsplanung dar.
    Je etwa 400 km bis Warschau und Vorpommern.

  • Zimdarsen   |   20. Juni 2015 - 12:30

    @Klaus-Peter Kaikowsky

    Dann macht es ja besonders Sinn Trollenhagen aufzugeben ;-)

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   20. Juni 2015 - 19:50

    Ich hoffe doch sehr, nein, bin eigentlich sicher, Trollenhagen ist nicht von ausschließlich Trollen besiedelt.
    In der aktuellen „The Sentinel – Russland Canada News and Analysis“ zumindest wird die strategische Bedeutung für sowohl Russland als auch NATO bewertet. Zusätzlich zu dem vorher um 12:24 angesprochenen wird
    – der Wert für eine Seekriegsführung hervorgehoben, einziger ganzjährig sicher eisfreier Hafen und
    – vorgeschobenes Frühwarnsystem innerhalb des NATO-Gebietes.
    Mit HQ Königsberg sind stationiert:
    -7th Independent Guards Motorized Rifle Regiment
    -336th Independent Guards Marine Brigade
    -79th Independent Guards Motor Rifle Brigade
    -152nd Guards Missile Brigade
    -244th Artillery Brigade
    -25th Coastal Missile Brigade
    -22nd Independent Air Defence Regiment
    -73rd Independent Bridge Battalion
    -254th Independent Radio Battalion (electronic intelligence gathering)
    Kurz zusammengefasst: Nach DEU-Verständnis finden wir dort eine vsktPzGrenDiv mit Tle KorpsTr (reicht bis Trollenhagen). Leider liegt die operative Bewertung des MNKNO nicht vor.
    http://thesentinel.ca/kaliningrad-russias-first-line-of-defence/

  • Closius   |   21. Juni 2015 - 11:58

    Die Speerspitze der Nato ist nur ein Feigenblatt, ernst gemeint ist die Verteidigung des Baltikums wohl nicht, wie das aktuelle Interview von General Domröse im Spiegel zeigt.

    Dies ist gegen die Einlagerung von US-Waffen an den Grenzen zu Russland(fragt sich nur aus eigener Überzeugung oder als Befehlsempfänger der Bundesregierung?) und meint, daß die Verteidigung des Baltikums erst einmal Sachen der Balten sei.

    „Es ist aber für jedes Land oberste Priorität, sich erst einmal selbst schützen zu können“, sagte der Nato-Oberbefehlshaber für Mittel- und Nordosteuropa. Für einen solchen Satz habe ich kein Verständnis, niemand aus den USA, GB oder Frankreich hat dies zu uns gesagt, als wir Frontstaat gegenüber dem Ostblock waren.

    Wiedermal entsteht der Eindruck( wie schon bei der Weigerung Boxer zu liefern), daß Deutschland mehr Rücksicht auf Russland nimmt, als auf die Sicherheitsinteressen in Osteuropa. Wenn die Russen angreifen schauen wir zu, wir haben ja ein paar Waffen geliefert. Nur die USA scheinen die Verteidigung des Baltikums ernst zu meinen.

    Und seine Forderung, Waffen zu fairen Preisen an die Balten abzugeben hat leider das Problem, daß die BW über keine Schützenpanzer oder Flugabwehrsysteme mehr verfügt, welche man abgeben könnte und Panzerhaubitzen liefern wir ja schon.

    Dem Spiegel scheint hier zu entgehenh, das General Domröse keine Aufrüstung will an den Grenzen zu Russland, sondern genau dies verhindern will mit ein paar Alibi-Waffenlieferungen.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/baltikum-nato-general-fordert-aufruestung-an-grenzen-zu-russland-a-1039616.html

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   23. Juni 2015 - 11:57

    @Closius
    Ist das wirklich eine Weigerung, keine Boxer? Oder ist die Produktion für NLD, DEU ausgereizt?
    Immerhin wurden Fuchs 1A8 angeboten.

  • csThor   |   23. Juni 2015 - 12:41

    @ Closius

    Behalten Sie mal die Kirche im Dorf! Die Balten wollten Boxer direkt aus den Beständen der Bundeswehr, um nicht den normalen Beschaffungsweg gehen zu müssen. Das hat die Bundesregierung unter Verweis auf den Eigenbedarf abgelehnt. Nicht mehr und nicht weniger.