Exercise Watch: ‚Summer Shield‘ in Lettland, mit deutscher Beteiligung

Marines participate in a joint coordinated live fire attack

Wenn ich nicht was übersehen habe, hat in der Serie der Übungen zur Unterstützung der östlichen NATO-Länder am vergangenen Wochenende das erste Manöver mit deutscher Beteiligung begonnen. Summer Shield ist eine von Lettland geführte nationale, aber für andere Mitgliedsländer offene taktische Übung auf dem Übungsgelände Ādaži . Daran beteiligen sich in diesem Jahr außer den Letten selbst Litauen, Luxemburg, Deutschland, Kanada und die USA.

Für Luxemburg ist es offensichtlich eine der seltenen Übungen auf taktischer Ebene – die 18 Soldaten aus dem Großherzogtum sind in den deutschen ABC-Abwehrzug integriert und liefern Trinkwasser. Neben den ABC-Spezialisten hat die Bundeswehr zwei Joint Fire Support Teams und einen Forward Air Controller geschickt. Die Kanadier haben vorher sehr klar gesagt, warum sie ihre Soldaten dorthin schicken: Canada’s participation in exercises such as SUMMER SHIELD shows our commitment to stand with our Eastern European NATO allies against Vladimir Putin’s aggression. Den größten Teil der nicht-baltischen Truppen stellen aber die USA.

Ein paar Bilder gibt’s schon hier und hier, weitere aktuelle Bilder der lettischen Streitkräfte hier. (Interessant am Rande: Eine richtige Meldung dazu gibt’s englischsprachig anscheinend bislang nur bei TASS.)

(Archivbild: U.S. Marines and sailors with Black Sea Rotational Force 13 conduct live fire during exercie Summer Shield 10 aboard Camp Adazi, Latvia, April 24, 2013 – U.S. Marine Corps photo by SSgt David Rakes, Sr.)

8 Kommentare zu „Exercise Watch: ‚Summer Shield‘ in Lettland, mit deutscher Beteiligung“

  • Closius   |   23. März 2015 - 20:42

    Wieviele Deutsche Soldaten sind denn bei dem Manöver beteiligt? Liegen wir also vor Luxemburg und seinen 18 Soldaten oder werden wir hier bei der Truppenbeteiligung von Luxemburg geschlagen? Denn die Stärke eines Zuges kann ja sehr unterschiedlich sein.

  • Bin_dabei   |   23. März 2015 - 20:48

    Wir sind deutlich stärker als das LUX Kontingent. Ein ABC-Abw-Zug, zwei Joint Fire Support Teams und ein FAC.

  • politisch inkorrekt   |   23. März 2015 - 21:38

    @Bin_dabei

    Ist ein FAC nicht Bestandteil eines JFST?!

    pi

  • LTC007   |   23. März 2015 - 21:45

    wohin sind denn die anderen kommentare entschwunden? fsb?

  • T.Wiegold   |   23. März 2015 - 21:59

    @ltc007

    Welche anderen Kommentare? In diesem thread? hatte keine gesehen.

  • Memoria   |   23. März 2015 - 22:05

    Passt hier wohl rein. Ein gutes Interview zu hybrider Kriegsführung:
    http://www.ndr.de/info/Klein-kritisiert-die-hybride-Kriegsfuehrung,audio233592.html

    Wobei die hybride Kriegsführung als vorallem irreguläre Kriegsführung beschrieben wird.

    Immer wieder lesenswert ist daher das – auch im Interview erwähnte – Original:
    https://inmoscowsshadows.wordpress.com/2014/07/06/the-gerasimov-doctrine-and-russian-non-linear-war/

    Dazu habe ich von unserem GI weiterhin nichts substantielles gehört.

    Die Russen haben sich seit 2008 Gedanken gemacht – und dann wurde mehr Geld ausgegeben.

    MENS AGITAT MOLEM (der Geist bewegt die Materie).

    Ohne MENS kein AGITAT. Da hilft ja dann auch nicht alles MOLEM der Welt.

  • wacaffe   |   24. März 2015 - 19:12

    @ memoria

    bei allem interesse an der Hybrid war debatte. auch hier gilt das hype cycle phänomen.

    eingentlich sind die komponenten der „nichtlinearen kriegsführung“ keinesfalls neu.

    Was die SWP dazu jüngst publiziert hat überzeugt.
    http://www.swp-berlin.org/de/publikationen/swp-aktuell-de/swp-aktuell-detail/article/hybride_kriegsfuehrung.html

    (hatte zunächst nicht gesehen das ihr interview auch von der SWP stammte. interview basiert aber auf obigem traktat)

    ziel des krieges bleibt weiterhin das kraftzentrum des feindes. dieses gilt es zu zerschlagen. mit allen mitteln.

    weder neu noch revolutionär. außer vielleicht für notorische kriegtheorieabstinenzler. dazu ist mittlerweile wohl auch das gros der politmilitärischen führung zu zählen.

    mal abgesehen davon das die gerassimov doktrin ihrerseits nur ein plagiat des chineischen „unrestricted warfare“ konzeptes ist
    http://www.cryptome.org/cuw.htm

    let’s have a look at the principles below and see what they can bring to „beyond-limits combined war.“

    Omnidirectionality

    Synchrony

    Limited objectives

    Unlimited measures

    Asymmetry

    Minimal consumption

    Multidimensional coordination

    Adjustment and control of the entire process

    der text ist geradezu zeitlos und sollte eigentlich zum ausbildungskanon mindestens der generalstabsausbildung gehören.

    ohne fundierte kriegstheoretisch/historische bildung lassen sich kontinuitäten eben nicht von echten innovationen unterscheiden.

    ihre trias mens.agitat.molem. zeigt es ja.

    es fehlt an allen drei komponenten

  • Memoria   |   24. März 2015 - 19:28

    @wacaffe:
    Das SWP hatte ich auch bereits gesehen. Eine sehr gute Zusammenfassung.

    Natürlich ist das nicht alles neu, aber man muss sich damit befassen – und genau daran fehlt es in der Bundeswehr. Man schaue sich eben einfach mal die Generalstabsausbildung an.

    In dem SWP-Papier finden sich ja im hinteren Teil sehr viele Gedanken von Clausewitz.

    Aber wirklich gelehrt wird dass eben nicht, sondern wird im Selbststudium oder mit Externen angeeignet.

    „ohne fundierte kriegstheoretisch/historische bildung lassen sich kontinuitäten eben nicht von echten innovationen unterscheiden.“

    Genau – und ohne das kann es keine sinnvolle Konzeption geben.