Exercise Watch: NATO-Verband mit Deutschen im Schwarzen Meer

Spessart_Bosporus_04mar2015

Man sollte es nicht überbewerten, aber ein Auge darauf haben: Erstmals seit der russischen Annexion der Krim im vergangenen Jahr  ist wieder ein deutsches Kriegsschiff (in einem NATO-Verband) NATO-Verband mit Beteiligung der Deutschen Marine im Schwarzen Meer unterwegs. Der Tanker Spessart (A1442, Foto oben) lief am (heutigen) Mittwoch zusammen mit der NATO Standing Maritime Group 2 (SNMG2) durch den Bosporus in das Seegebiet ein, wie die Deutsche Marine bestätigte.

Über die Planung hatte die Marine bereits im Januar berichtet:

Nach der Passage der Straße von Gibraltar läuft die „Spessart“ am 16. Januar den Hafen von Barcelona an, um dort zum Ständigen NATO-Einsatzverband 2 (Standing NATO Maritime Group 2) zu stoßen, der derzeit unter amerikanischer Führung operiert. Gemeinsam mit Marineeinheiten aus den USA, Kanada, Italien, Griechenland und der Türkei steht für den deutschen Tanker für die folgenden vier Monate die Teilnahme an diversen Manövern und Hafenbesuchen auf dem Programm. Zunächst geht es im Rahmen der Operation Active Endeavor Richtung östliches Mittelmeer. Diese Zeit wird parallel für gemeinsame Übungen mit französischen Marineeinheiten genutzt, die auf gleichem Kurs unterwegs sind. Im Anschluss steht für den NATO-Verband ein Abstecher ins Schwarze Meer mit Besuchen in Bulgarien und Rumänien sowie Übungen mit Marineeinheiten beider Länder an.

Ein Besuch in Sewastopol, der beim Aufenthalt des Tenders Mosel noch Ende 2013 zum Programm gehörte, ist natürlich diesmal nicht vorgesehen.

Nachtrag: Hier die Mitteilung der NATO dazu:

NATO ships assigned to Standing NATO Maritime Group Two (SNMG2) arrived today in the Black Sea to operate and train with ships from the Bulgarian, Romanian and Turkish Navies. This training will include simulated anti-air and anti-submarine warfare exercises, as well as simulated small boat attacks and basic ship handling maneuvers.
Led by Rear Adm. Brad Williamson (USA N), SNMG2 is currently comprised of the flagship USS Vicksburg (CG 69), HMCS Fredericton (FFH 337), TCG Turgutreis (F 241), FGS Spessart (A 1442), ITS Aliseo (F 574), and ROS Regina Maria (F 222). This potent NATO maritime force possesses substantial sea-control, anti-submarine and anti-air warfare capabilities. (…)
“The training and exercises we will conduct with our Allies in the Black Sea prepares us to undertake any mission NATO might require to meet its obligations for collective defense,” said Williamson. “We are here at the invitation of the Turkish, Bulgarian and Romanian governments and look forward to enhancing our interoperability with their navies.”
SNMG2’s deployment into the Black Sea is conducted in full compliance with international conventions as a scheduled visit in support of training as well as the assurance of Black Sea Allies. The Group will return to the Mediterranean later this month to resume patrols contributing to maritime situational awareness in the region.

Nachtrag 5. März: Diese Meldung aus Russland hatte ich gestern übersehen:

Russia’s newest Su-30 fighter jets and Su-24 attack bombers are using two NATO ships in the Black Sea to practice penetrating anti-air systems, a source at the Sevastopol naval base told RIA Novosti. (…)
Other than that, the jets are monitoring the movements on the two ships, the USS Vicksburg missile cruiser and the Turkish TCG Turgutreis frigate, which are located in the southwestern part of the Black Sea. On Tuesday, three Su-30 jets and four Su-24 bombers conducted monitoring flights over these ships from the Novofedorovka air base.

Und es gab natürlich auch schon das übliche Familienfoto eines übenden Schiffsverbandes…

(Das Foto oben habe ich ausgetauscht, nachdem ich ein aktuelles Bild von der Passage der Spessart durch den Bosporus bekommen habe – mit freundlicher Genehmigung von Yörük Işık. Die Kommentare, die sich auf das vorher eingestellte Bild beziehen, sind deshalb nicht mehr ganz verständlich, ich bitte um Nachsicht.)

55 Gedanken zu „Exercise Watch: NATO-Verband mit Deutschen im Schwarzen Meer

  1. @ Buzz:

    Ja, das war ja hier auch schon Thema.

    Wobei es m.W. immer darum ging, daß Abfangjäjer aufsteigen und die Russen zum Abdrehen zwingen mußten oder zumindest „begleiteten“.

    Daß dabei zivile Flugzeuge „in Bedrängnis“ kamen, ist mir nicht bewußt.

  2. Ja was erwartet die NATO denn nachdem man jede Zusammenarbeit auf allen Arbeitsebenen aufgekündigt hat ? Die Russen praktizieren eben militärischen „freedom of navigation“ innerhalb der ICAO Regeln und dann bleibt eben dem zivilen Luftverkehr nichts anderes übrig als diesem Verhalten Rechnung zu tragen

  3. Fragt sich halt, in wieweit das auch eine Reaktion auf z.B. den Marineverband im Schwarzmeer ist.

  4. @BUZZ,@Schnellmerker: Sorry,Sir! Wenn es um die „SPESSART“ oder die „RHÔN“ geht verstehe ich keinen Sarkasmus mehr. Wenn Sie mal nachlesen würden (in diesem Blog), wie die SPESSART auf den Piratenangriff reagiert hat, dann hoffe ich, dass Sie doch etwas mehr Respekt vor unseren zivilen Hilfsschiffen aufbringen könnten. Die Haltung und der Mut unter Kapitän Schmidt und der „zivilen“ Besatzung sollte jeden BW-Angehörigen Respekt abnötigen. Die haben dort eher als „Kriegsschiff“ gehandelt als manche Einheiten, die offiziell in der „Liste der Kriegsschiffe“ stehen.
    Ich war jedenfalls immer froh, wenn ich die Silhouette der SPESSART zum vereinbarten Zeitpunkt und zur vereinbarten Zeit am Horizont bei jedem Wetter gesehen habe. Sorry für die Emotion, aber diese „Zivilisten“ haben mir als Aktivem jederzeit als Beispiel dienen können. Zum Status gem. Völkerrecht siehe Kommentar @Klabautermann.

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